Indiana Tribüne, Volume 15, Number 30, Indianapolis, Marion County, 18 October 1891 — Page 7
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Verdacht, ein Feind zu sein, und hegt wnüWl""vt selbst die Furcht, femdllch empfangen ?nnachBnl Munm.rn au - Iu-WtW . , 7 p UmMe zuhrt. WM man recht höflich sem. so
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leihrKiTmer Xreitnb aufgenommen: man ? V - Ii, - kehrS kommen noch heute unter Umstan den in voller Breite zur Geltung. Im civilislrtestm Teutschland kann eS dem , Wanderer noch begegnen, daß er sich noch veranlaßt sieht, seme friedliche Ge sinnung mit bewußten Worten auZzusprechen kommt er als vereinAelter Mann in ein Beduinenlager, so wird er zudem Scheich treten und ihm sagen 9na dachilak, ich bin dein Schutzöesehlener. Für den sewohnlichen Umganz aber werden sie erst abgekürzt, vann auf bloße Symbole zurückgeführt, und meist in dieser Gestalt sind sie als Grußformeln überall verbreitet. Sßt i trachten wir zunächst unsere eigenen, gebräuchlichsten Grußarten, Verbeu gun?, HutabzieZen, Handgeien. Daß lie Verbeugung eine abgekürzte Selbst crniedrigung ist, liegt aus der and. :. Ter abgezogene Hut kann zweierlei ; Sinn haben: einerseits setzt er den Kops de5 Hulträgers den etwaigen Unbilden der Witterung aus, und insofern ist er ein Zeichen der Demuth, anderseits war der Hut vor Zeiten ein Helm, und das Abnehmen desselben bedeutet Selbst entwaffnunz. fchutzloS friedliche Gen' nung. Tag die Framn ihre Kopsbedeckung nicht atnehmkn, hangt damit zusammen ; zwar dürfte in christlichen Ländern die vom Apostel Paulas aus jüdischem Brauch herübergenommene Vorschrift, wona b das Weib sein Haupt bedeckt halten soll, von wesentlichem Einfluß ge.vesen sein, aber eS lag sür sie auch außerhalb des Christenthums kein Gcund vor, ihr Haupt zu entölt ßm, weit da?, was sie auf dem Haupt trugen, nicht Waffenftück, sondern Lchmuck oder Hülle war. Der militarische Gruß zeigt unS die Symbolik in weiterer Abkürzung ; er berührt die KovskedeckunZ, nur, statt sie abzunehmen. TaS Handreichen hat gleichfalls dop pelten Sinn: zunächst streckt der Ankommende die Hand hin, um zu zeigen, daß fle keine verrätherische Waffe birgt und daß er seine Hand von der des Ander greisen und fesseln läßt,' dann aber ist das Nebeneiaanderstehen mit verZchräukten Händen ein unmittelbar eins leuchtendes Symbol der Vundesgenof senschast. deß ZusammenstehenS und der HilfeleiftUNg. Woher daS HSndefchüt, te!n stammt, darüber sind mehrfache, zum Theil ziemlich weit hergeholte 58 muthungen aufgestellt worden; wahr scheinlich ist es nichts anderes, als eben in verlängerter und verstärkter Hände, druck. Denn gegen eine gleichmäßige Berührung stumpfen sich die menschli chen Mittun sehr bald ab; soll sie dauernd zu deutlichem Bewußtfein kommen, so muß sie den Tastsinn durch VerSude', ,ung und Wiederholung stets auf'S Neue reizen; daher verwandelt sich dle zart' liche Berührung von selbst in Stre! theln, die kräftige in wiederholtem und variirtem Druck, taZ ist Schütteln. Der Handschlag, das Topp, at ähnlichen Sinn; er betont die Aufrichtigkeit deS Abschlusses dadurch, daß er den Druck zum schallenden Schlag steigert. Bei wilden Völkern kommt das Handrcichen vielfach vor, z. B. bei 5!egern und amerikanischen Indianern, wird aber häufig durch Zusätze ver witelt. Sie bilden z. B. aus Daumen und Zeigefinger je einen Ring und fü gen diese Ringe ineinander, womit osfenbar der Bündnißzedanke weiter aus gesponnm wird. Oder sie lassen gegen feitig ihre Fingngelenke krachen, ein Symbol, dessen ursprüngliche Bedeuiung wohl schwer zu ermitteln sein bürste. Nach Lander geschieht dag am Mger, nach Vchweinmrth betdenNiam N:am und den Monkottu. Ter Z!LunM, dem 'Begrütztm eme 'Annehmlichkeit zu erzeigen, tritt m ein. zelnen BerZplelen noch rein hervor: Polrnesiec reiben dem zu Grüßenden den Mäzen, bei den Kaioma reiben die Fraukn ihrem heimkehrenden Manne linft daS Ceücht uud die Schultern: auf den ueuen Hebriden und im heißen NeuGuinca gießt man dem Freunde Wasser au? den Kopf und grüßt soa tiA ankommendeSSchiff symbolifch.Zndem man es mit Wasser bespritzt und dazu spricht: Seid erfrischt l Vielfach aber mischt sich der Respect 1 , -L L : tL" M M 1 . . yinem, uno oer rupenoe wag! mcyr ehr, dem Begrüßten direct die wohl i. " thätige Behandlung anzedeihen zu las. f crt ; er vell;ieht sie von fern und Zym i t,nt;t4t ?; rcr;mn . rn -.:ci :n vy)' -ovfc iirnv z. j. iciVl Jiljl den Ä)!aaen semeS GasteS, sondern sei nen eigenen, streichelt t a'U auch seine 'eigene Äase und seinen Bart, thut also Weh selbst die Zärtlichkeiten an, welche Den andern, zugedacht sind. ' Ebenso Ii:!!11 -."'M;!"1!.' rf, l . 11 rif P1 l . . - w - 1 1 prncyei i oer uinj icincn eigenen 10 arr. .M'er ytae e.pntNtl umtmmn d ,'H,deu,HändeSnd. bewegt sie sanft vor der MÄrustDWfMM nieder,' und, "wenn er noch hoflicher lem will, legt er nachher bie Mecyte auf ferne Magen. Bei den 5Ä-.?e LM mi vern,,einelNre mit izx Rechten und hält sie fest -bei den Bewohnern der Murrau-Jnsel n der Bt Innenfläche rMerk;-. HD WMer Respect s äußert sich, ferner da iurch. daö der Grüßkuoe sich unter den Schutz deS Begrüßten stellt, ihm ge ivissermaßen einen abgekürzten LehnSeid ! A die türkische Grußformel: wird sie in voller Länge M Twuth ausZesührt, so nimmt man , - ,,,. '.ffr; i:."'"'" " 1
erweist ihm Liebesdienste, man bezeigt TV liiWf ' w" ihm Hochachtung, man drückt ans, daß Türken sehr volluans.g auSgebüdet man sich über sein Tasem freue.- wer m eine w)tU$it komM mnä D,',s7nsp, tWäsiAm N. aks Nüflicher Mann vor allen Dmgea
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den Mantelzipscl de5 Bezrüßten. drückt iSn cn sein Herz, an die Lippen und an Sie Stint, verehrt also im Kleide den Menschen und stellt sich unter ihn; für gewöhnlich kürzt man WZ Verfahren dahin ab, daß man, statt nach dem Msn
tel, in die leere Luft vor sich hingreift z ocr Ls. Tnogucju eripari. daraus sehen, daß er schleunigst einen ttz e.nnimmt, dünnt niemand genöthlzt werde, um seinetmill'en aufzustehe::, und wenn ein Äesucher seinen Freund verläßt, soll er die Unterredung mitten im Satz abbrechen und schnell zur Ziüj laufen, damit der Freund nicht ßezwnn gen sei, ihn zu begleiten. Recht wohlerzogene Leute veranstalten bei solcher Gelegenheit ein förmliches Wettrennen. Auch stüdt der Türke Zemen Äesucher'. wenn er ihn ehren will, einerlei ob er alt oder jung sei. dichtet ihm also -ae wissermzen die Gebrechlichkeit des U ters enj um ihm die Mühe des GehenZ zu erleichtern. Gehen wir nun zu den Liebes- und Freudenbezeugungen über, so steht wohl der Kuß obenan. WaZ seine Bedeu tung als instinctive Handlung angeht, fo deutet Darwm ihn als abgekürztes Lecken, indem er ihn mit der Art in Parallele fetzt, wie die Thiere ihreJun gen lieblosen. . -.s ist indessen wohl nicht richtig. Ter menschliche Mund bat eine enzere Bedeutung als der der Kuh oder des Hundes; denn diesen man vie 'unae als Tan. und Gmiorgatt dienen, wahrend der Mensch außerhalb des Mundes für dielen Zweck zwei Hände hat. Das thierische Belecken ist demnach etwa mit dem menschlichen Streicheln und Kämmen ?n Parallele zu setzen; der Kuß ist auch seiner mecha nischen Natur nach nicht ein abgekürz. teZ Lecken, sondern ein abgekürztes Saugen. Dem entsprechend findet sich eme sehr alte Verwendung desselben in Fallen, wo sich der Mensch einem Höhern gegenüber in eine Art von Kln deSoerhältNiß fetzt. DaS Küssen vyn yeittaenbiZdern, Hennen Gewandern, Göt'.erstUuen u. Z. w. enthält keine Zärtlichkeit, sondern Hochachtung und UrlerwurstZMt. Das lateinische Wort für Anbeten, aäorarei anmunden". heiöt ursprüng lich, mit dem Münde berühren. In? den Jriedenskuß der ' altchristlichen Kirche geht schon die' Idee der Brüder lichleu ein; Matt beschrankte ihn aus rein praktischen Gründen erst auf Männer unter sich und Frauen unter sich; bann auf die Priester beim feierlichen Amtiren. Der Schulterküß bei ' den russischen Bauern ist dagegen noch heute Symbol einer gewissen Unterwürfigkeit. Nm spätern MittelalZer und im Anfang der Neuzeit war der Kuß als Grußfor nä weit verbreiteter als jetzt; ErssmuS erzählt z. B., daß ein höflicher Be fucher in Engsand, zu seiner Zeit sämmtliche Damen deS HauseS küssen mußte, selbst ehe er ihnen vorgestellt war.-, Manche Küsse in Damengesell, schaften haben noch heute keine viel weiter gehende Bedeutung, während in Mantterkreifen die Mode glücklich abgeschafft ist. Der alte Kuß der Hochachtung trifft vielfach den Bart, namentlich bei den Orientalen, die das Zeichen der Man ueswürde bekanntliÄ sehr in Ehren halten; der Araber der Gegenwart küszt den Bart seines geehrten Freundes, uud in der Bibel heißt eS : Joab sassete mit der rechten Hand den Bart AmasaS. daß er ihn küssete." Von da geht er auf die Hand und bei tiefster Untere vürsigkeit auf den ' Fuß über. Der Handkuß kommt bei Homer und in dei Bibel vor, er war (gegen Vorgesetztes unter der römischen Republik üblm und wurde anfangs den Kaisern gezollt später freilich ersetzte man ihn erst durck Niederwerfen mit Küssen deS TogaZipfelS, und als dieS auch noch : eine zr weit gehende Annäherung schien, muß ten die Höflinge sich darauf beschränken' ihre eigene Hand aus der Ferne zv küssen. Griechinnen der Gegenwart, die ihre Hochachtung ausdrucken wollen, Wen erst die Hand und sühren sie dann an die Stirn. Weiter geht der Vuß ganz vom Körper ab und trifft die Kleidung, endlich sogar den Staub, welchen die Füße berühren oder er wird sumbolifch: bei den Malaien z. B. nähert sich der Grüßende mit bittend vorgestreckten Händen; derjenige, der den Gruß annimmt, berührt diese Hände mit den seinigen und bringt darauf die letzteren an den Mund. ES gibt übrigens eine ganze Anzahl vo Urvölkern, die den Begriff des Kusses überhaupt nicht kennen ; bei denjenigen, die dicke Pflöcke in den L'ppcn tragen, dürste er schon , technisch schwierig sein. ,)Die Umarmung ist ogenbar ekn abgekürztes Ergreifen deS Ankommenden, ein Fefthaltenwollen deS Adfchiedaeh menden. Sie wird auch mit zärtlicher Berührung verbunden, indem der eine seinen Kopf auf die Schulter deö andern legt oder indem die Wangen neinander gelegt werden. DaS erstere geschieh: - . . n? . . v i Zrortsetzuna streichelt der ältere der Be z. : mj. oer oea ruinös, unu bwicci jheiligten den jüngeren vom Kopfe über den Arm bis zu den Fingerspitzen; er delt ihn alS seilt Kind. Da) Streicheln wird auch wieder symbolisch den eigenen Leib übertragen: de, Eskimo streichelt, wie schon oben gesag, wuröe, feinen eigenen Bart, rnanchi , Indianer streicheln ihrea Leib don ober. vaÄ unten, wie Kinder, die ausdrücke., wollm, daß ihnen etwas gut schmeck . Ter Geruchssinn ist neben dem sinn von ! besonderer Wichtigkeit für dk äußerliche Beurtheilung der Dinge; er !!,! 77! .--'-" pS'-y. 1 , rf liiT----W ;JLi,;kl
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spielt bei allen Naturvölkern mit unver dorbenen Nasen eine große Rolle und spielt sie insbesondere? auch in persönlichen Beziehungen. In Siam z. B. schickt der vornehme Mann, der von einem Untergebenen besucht wird, dem letztem einen Diener entgegen, der fest stellen muß. ob der Ankömmling keine Sachen gegessen hat, deren Geruch miß. fällig ist. Inder arabifchen Ausgabe, welche Mohamed von der Geschichte Josephs in Egypten geliefert hat, klagt Jakob, wie ihm der Tod seines, Sohnes hmterbracht wird : Jch werde meinen lieben Sohn nie wieder sehen, werde nie mehr seinen' süßen Geruch riechen." So dient denn auch die Nase' als Werkzeug 'zum Grüßen, und zwar ursprüngllch wohl wesentlich 'zum Gruß durch Beschnüffeln. Die Annümiten halten ihre Nase an die Wange deS zu Grüßen den und athmen dabei kräftig ein. Die indischen Khiungta thun dasselbe mit gleichzeitig geödetem Munde. Die SunniS bringen die Hand ihreS Freu des anS Gesicht uud thun dasselbr. DaS sind lauter naive, nach unserenBe griffen freilich thierischrealistische Arten, dem Gast zu sagen? Du bist mir lieb, Dein Geruch ist mir angenehm. Auf den Fidschi'Jnseltt gilt daS eiw fache Beriechen der Hand als höchste Ehrenbezeigimg. Hierhergehört denn auch daS özrüfene Nasenr'etben, über! welches bei vielen afrikanischen S!äm ! men, bei den Einwohnern von Neu Seeland, Tahiti, Sandwich Inseln u. f. w. berichtet wird. In manchen "Fällen ist es mit einer energischm Einathmung verbunden, da ist also das Reiben ziur ein verstärkender Susatz zum Beschnüfseln, in andern ist es allein übrig geblieben. Au den Schiffer-Jnfeln reiben nur Gleichgestellte ihre Nafen an. einander, der Untergebene reibt seine eigene Nase und beriecht dann die Hand des Höher. Die Kalmücken kriechen einander auf allen Vieren entgegen und drücken dann ihre Nasen aneinander. Bei andern Völkern- wird dies nun wieder abgekürzt: in Neu Guinea beschränkt man sich unter Freunden aus eine gegenseitige Berührung der Nase. Eine Symbolik, welche direkt an daZ Essen anknüpft, sindet sich bei amerika nischen Indianern, die einander zum SruZ mit Respect zu vermelden unrülpsen. Da die Sitte, nach Tisch durch höfliches Rülpsen seine Sättigung zu bezeugen, fthr weit verbreitet ist sie findet sich überall außerhalb EuropaI und selbst noch bei europäischen Türken ans dem Lande , liegt die Deutung deS Versahrens auf der Hand; eS besagt : Dein Anblick wirkt auf mich wie eine gute Mahlzeit. Zum Schluß noch einige schwieriger zu deutende Manieren: Die GondS zie. hen einander bei den Ohren, vielleicht ein. Zeichen der Vertraulichkeit.' Die Koreaner sollen nach ,H. St. John einander als einzigen Gruß eine Ohr feige verabreichen ; ob das, wenn eS wahr ist, als verliebter Scherz oder als Kraftprobe zu verstehen fei, , wird sich nicht leicht entfcheiden lassen. ,? Unsere . Aufzahlung macht selbstver-
standlich auf Vollständigkeit keinen An fpruaz. Der begleitenden Worte haben wir fast gar nicht gedacht, weil sie sich von selbst erklären; sie sind fast immer Wunsche für Wohlergehen, Erkundi. gungen nach dem Befinden u. dergl. DaS Wort kann auch wieder' zum stum men Spm abgekürzt werden, so z. B. bei dem taps? sur lo ventre französischer alter Herren, welches äugen scheinlich eine Erkundigung nach dem Fortschritt der Beleibthett enthält. Nur einer deutschen Formel möge hier be. sonders gedacht werden. Wir hatten wahrlich etwas Geschmackvolleres ersin den können,-als das alberne Mahl zeit", welches den ganzen Gruvmhalt auf einen Freßwunfch zurückführt. In viele Gegenden Deutschlands, z. B. an den Rhein, ist dieser widerwZrtiae Grß", wie eS scheint ein berlinerisches Unkraut, erst seit wenigen Jahrzehnten verpflanzt worden. . s " Vom Hetze und Leuchten. So wie wir in der Flamme die Mes. serklinge wirken sahen, ebenso wirkt im Feuer das Nachlegen von kaltem Brenn stoff. Die kalte Kohle kühlt die Flamme und scheidet dadurch Ruß ab. Man kann an , einer .großen Dampfkessel' Feuerung, deren Schornstein arbettet, deutlich erkennen. Wenn der Heizer Kohle nachlegt: e5 entstebt sofort eine schwarze Rauchwolke, die sich allmälich vermin dert, die die nacb gelegte Kshle in's Brennen kommt. Nach wenigen Mimt ten muß der Schornstein rauchfrei sei. Hierzu ist nöthig, daß die Kohle beim Auflegen auf denHeerd gleichmäßig ver theilt werde, - um möglich rasche Erhitzung zu erzielen, und daß die Feusr thüre rafch wieder gzfchkssen werd?, da mit die einströmende kalte Luft nicht zu viel Abkühlung ' bewirke.- Oft ist nur daS Ungeschick deS Heizers am Rauchen schuld. Im Küchenseuer tritt eine Abkühlung nn. Wenn man einen kalten Gegenstands . B. inen Topf oder ein Gefäd mit kak tem Wasser in die Flamme einhängt, so baß er von dieser umspielt wird. Die kbgekühlte Flamme lagert den unver brannten Kohlenstoff an den Außenwän hen des TopfeS als Ruß ab. Daraus seht also hervor, daß eine solche Abküh. lung vermieden werden muß, wenn man Lrennstoff Verlust vermeiden will, und patz eS nicht richtig ist. daß, wie man ge döhnlich glaubt, daS Feuer am schnell ften wirke, wenn der Topf recht tief im geuer stehe. , , Aus der Lehre von der Flamme geb schon hervor, wohin wir daS zu erhitzende Gefäß zu stellen haben nämlich in die Spike der Flamme; denn hier ist die böchste Temperatur und alle heißen Gase ver Flamme strömen ihrer Spitze zu. üüch ist hier der in der Flamme glühende Kohlenstoff verbrannt und kann nicht mehr den Topf mit Ruß bedecken, wel öes letztere zur Folae haben würde, daß Warme der Flamme durch den Nug tndurch (als chlechtem Mmeleiter) angfamer wirkt.
- Der Zug einer Feuerung wird , be kanntlich durch den Schornstein bewirkt. Um feine Wirkung zu verstehen kehren dir zu den Vorgängen in der Cylinder Lgmpe zurück.' ;, ,- I
, Im ernaeschlosienen Raume umgeben I
eincci angcrc vyiu&tuv utm Cylinder, zelcher unten und oben offen ist, brennt eine Flamme. , Die sie in demselben umgebende 'Luft wird heiß, dehnt sich aus wird leichter und strömt , ach oben, indem sie von der von unten pachfließenden schweren Luft verdrängt tond. Diese wird durch, Erwärmung ebenfalls leichter und steigt nach oben, dnd fo entsteht eine ganz gleichmäßige Strömung. . - Ganz ähnlich sind die Vorgänge trn Ofenfeuer, wo der Schornstein die Rolle des Glas. Cylinders vertritt, ? indem er den gleichmäßig aufsteigenden Strom bewirkt, durch welchen das ebenso gleich tnäßige Nächströmen der Luft in daS Feuer stattfindet. Von der Beschaffen beit und. Läge desselben in Bezug zur Fmemng, sowie von seiner Höhe übex dem Feuer hängt seine Wirkung ab. Durch den Rost und das Feuerthürchen Krömt die Lut ein, mischt sich mit den Lerbrennungsgasen, welche aus dem Vrennmalerials sich durch die Wärme entwickeln, verbrennt dieselben und strömt nun als Rauch ' in den' Schorn ttein und aus diesem ins Freie. Man bat demnach dafür zu sorgen, daß stets soviel Brennstoff vorhanden ist, als der Zug der Feuerung verlangt; ) oder daß kür den zur Heizung nöthigen Brennstoff dicht zu viel und nicht zu wenig öuft einströme. Was auS dem Schornsteine aufsteigt, ist also Rauch. Woraus besteht aber Stauch? Wenn in der Lampe der Docht ui hoch gestellt ist, sodaß zuviel Brenn poff aufsteigt, so verbrennt derselbe nicht vollständig, die Flamme wird roth, steigt uf, und es strömt aus dem Cylinder em feiner schwarzer Staub von Kohle, wel chen man Rauch nennt. Rauch ist also daS Erzsugniß einer unvollständigen Verbrennung. Bei vollständiger Verbrennung raucht die Lampe nicht. Das selbe sindet auch im Ofen und Herd feuer statt. Am feblerhaflesten heizt man, und am stärksten rst die Rauchbildung, wenn die Wärme, welche man von dem Feuer ver werthen will, der Flamme entzogen lvird, d. h. dem glühenden, noch nicht verbrannten Kohlenstsff. Dieser schlägt sich'zum Theil als Ruß nieder, zum Theil geht er als Rauch unverSrannt in den Schornstein, während eine gute Feue rungsanlage die zu verwerthende Wärme nur den BerörennungSgafen entziehen soll, also erst der nicht mehr leuchtenden Spitze der Flamme. WaS den Rauch sichtbar macht, ist in beffen nicht allein der Kohlenstoff. ES sind sehr viele verschiedene Bestandtheile (Aschentbeile . B.), je nach dem Brenn stojf und der Verbrennung, auS welche! ver Rauch besteht. Die wtfentlichen sind jedoch stets dieselben, nämlich : Wasser dampf, Kohlensäure und Kohlenorydgak. Außerdem sind gewöbnlich vorhanden: Theer, welcher sich theilweise als Glanz ruß im Schornstein anfetzt ; Kohlenstoff, welcher den Rauch schwarz färbt, endlich Kreosot, eine leicht verdampfbare? Flüs sigkeit, welche das Beizende und zu Thra nen Lkeizende des Ztauches veranlaßt; Essigsäure und eine ganze Reihe sehr wechselnder VestandlheilM welche am deutlichsten bei der trockenen Destillation, d. h. bei Erhitzung des Brennstoffes, un ter Luftabschluß auftreten. Letztere BeiMischungen, namentlich des Kreosot, find ks, welche beim Räuchern ?von Fleisch .wirksam sind, und, deshalb wird zu die sem Zwecke das Feuer so geleitet, daß es diel Rauch giebt. Mul Grüel. f . , fflr..-L . Ueber Beleidigungen. Von unserem eigenen Pariser TaugeNichtS. : Ich wollte mich schon immer einmal über diefeS heikle Thema aussprechen.' Denn über den Begriff der Beleidigung ist die Welt sich noch nicht recht einig. Die erste Hauptfrage ist: Wer be lerdrgt? Der Pariser z. B. beleidigt nicht. Er ruft dann und wann: Nieder mit Teutschland! aber darin kann nichts Be leidigendeS liegen, weil der Pariser be kanntlich die Bildung repräsentirt und weil dadurch dem Ton, in welchem er den Schrei ausstößt, etwas Versöhnen des und Milderndes beigemischt, wird. Im Gegentheil hat Deutschland sich ge. schmeichelt zu fühlen, daß der Bewohner der ersten Stadt der Welt von diesem Lande spricht, das doch ,, als ein barba--tijches in den weitesten Kreisen aügemein bekannt ist. Paris kann also durchaus nicht beleidigen ein drainan, sches oder musikalisches Werk, welches zufällig einem Deutschen gelungen sein sollte, von der Bühne auszuschließen, so kann Deutschland darin keine Beleidi aung wittern, weil diese Opposition doch etwas Erhabenes enthält und aus dem Vewußtfiin hervorgeht, daß Frankreich auf allen ' Gebieten der Kunst nnd Lite ralur das Großartigste leistet. j. Die zweite Hauptfrage ist: Wer wird beleidigt? ;: Der Pariser wird beleidigt und zwar durch jedes Wort, welches kein Lob üb.-r ihn enthc lt. Darüber ist nicht zu strei' tcit. Wenn man z. B. den seligen stau ser Napoleon , einen corfischen Erobere? nennt, so fühlt sich Paris, auf ,daZ Tiefste verletzt, vbfchon es die Haupt, stadt einer Republik ist und die Dynastie veS corsischen Eroberers als eine , un heilvclle unter tausend Flüchen verjagt hat. Paris fühlt sich aber beleidigt, weil eS ebeu die gebildetste und edelste Stadt der Welt ist und in diesen Augen blicken selbst keine russische Stadt, als ebenbürtig anerkennt. " 1 , , , Die dritte Hauptfrage ist: ,, Wer darf beleidigt werdm? . Der Deutsche darf beleidigt werden. Ihm und über ihn darf Paris durch den Ztliund seiner Straßenjungen alles sa gen, was beleidigend Klingt. , Der Teutsche wird nichts darin finöen dür fen, denn er fühlt, daß der Pariser iba rn allen Dingen überlegen ist und a der Spitze der Civilisation marschirt. ' So viel, über Beleidigungen, Wer ! über daS hier Geschehene lächeln sollte, ist ein Schaf, und diese Bezeichnung ist j keine vemölzenoe, wen sie von eme? 'iaiijr . . ; (.berliner Wespen.") '
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Der Spiegel. !!?!M!?-M!W, E ine culturh istorischeSk sz z'eZ .. "j&j t1":. - . -, ., ' -; " W im Laufe der Zeit alles Bestehende ja selbst "die Völker !Wandlün gen unterworfen Z waren, hat auch der Spiegel, sowie dessen Gestalt und Her ftellungSweise im endlich viele Acnderungen erlitten. Sicherlich war eS eine Evastochter, welche zuerst auf den Gedanken : kam, ro.n natürlichsten' aller Spiegel, der Wässerfläche, ihr Bild re fleltiren zu lassen. Indessen ist ja ein Büchlein, ein spiegelttarer See nicht überall zu haben, und weil trotzdem jebeS menschliche Wesen, sei eS nun schon oder häßlich, eitel oder nicht, gern sein eigenes Bildniß beschaut, so wurde der Spiegel erfunden, wann und von wem, läßt sich nicht mehr ergründen. Die ersten Spiegel waren von edlem Metall ; ihrer wird , zuerst von Schriftstellern an der Insel Samos im Hera tempel gedacht. Auch in den Tempeln der Aphrodite sollen sich kostbare gol dene und silberne Spiegel befanden haben, was uns um so weniger Wunder nehmen kann, als die Göttin der Schönheit, die Beschützerin , der Lebenden, sich gewiß nicht nur gern an ihrer eigenen Schönheit geweidet, hat. sondern auch lbren Schützlingen mit Vorliebe deren Bild vor die , Augen geführt haben dird.. Wir können somit als feststehend an dehmen, daß die Spiegel , deS Alterlbums auS Metall . gefertigt waren. Um ibrm Zweck möglichst vollkommen n erfüllen, um gut reflectirende Flächen ;u Hilden, mußte die Metallplatte natürlich vorzüglich polirt sein; man muß also schon im Alterthum die Kunst, edle Netalle zu schleifen und zu Poliren, mit Erfolg ausgeübt haben. Sogar bei den srühestenCulturvölkern deS Orients, be! den Judm, den Eghptern, bedienten sich die Frauen der Spiegel, welche, mit Griffen verseben, zur Garderobe gebore ten, auch wohl, an der täglichen Klei dung befestigt Und immerwährend getragen wurden. Die Griechen, welche ihr Geräth künstlerisch auszuschmücken gewöhnt waren, fertigtenberrlicheSpie zel, deren. Griffe und Rückfeiten sie mit Darstellungen auS der Mvtbologie der zierten. Auch die Römer leisteten hierin Großartiges, wie man bei den AuSgrabungen der verschütteten Vesuvstädte zu bemerken Gelegenheit hatte. Von großer Schönheit sind die der Nachwelt erhaltenen etruSki scheu Spie gel. deren Rückseiten mit bildlichen Dar siellungen und Inschriften versehen sind. Uebngens verstand man auch weniger kostbare Metalle zur Spiegelfabrikation ;u verwenden, das recht geeignete Platina war noch unbekannt, auch von Stahlfplegeln hört niun nichts, dagegen verwandte man Kupfer und Meising, man mischte wohl aus Sparsamkeit?rücksichten verschiedene Metalle, auch ginn wurde benutzt, welches man 'fozar mit einer dünnen Gold oder-Silber-fchicht zu überziehen verstand. Die antike Form deS mit Griff versehenen Handspiegels hat sich bis auf den heutigen Tag erhalten obgleich die Spiezelfabrikation . unendlich mannigfaltig geworden ist. Seit man gelernt hat, VlaS platten zur Spiegelung zu ver Zvenden, kam insofern ein Umschwung, RlS das GlaS einer Fassung bedürfte, ioelche man auS Metall, Holz, Elfen Kein, Stoff und anderem Material her stellte. Im .Mittelalter begann man die Wände in Wohnräumen mit Spiegeln ;u schmücken, welche allmälig an Größe zunahmen und endlich ganze Wandsta hen bedeckten. Italien, und hier vorzugsweise Ve kedig. leistete in der Spiegelfabrikation bervorragendeS und versorgte ganz Europa mit seinen Erzeugnissen. Heute och sind die venezianischen Spiegel bkliebt. Man versteht unter diesem AuS. druck solche, deren Rahmen auS gefchnf,enem oder aus geblasenem GlaS und InZt farbigen GlaZblumen in naturali Aischer Weise geschmückt sind. , , , ; . Mit dem Steigen deS LuruS nahm atürlich der Gebrauch der Sviegel zu. Zur Zeit des Kaiserreichs.! als! die Röner vom, Wohlleben erschlafft und ver veichlicht waren, als sie der Ueppigkeit zu huldigen begannen, ließen sie ganze, Zimmer mit 'Spieqeln bekleiden, um überall, wohin ihr Auge siel, ihr eige keS Ich begrüßen , zu : können. Auch TrinkgefSße wurden mit Spiegeln per sehen, ebenso Scbalen und Vasen aller Art. Zaubersviegel machten von jeher wf die abergläubische . Menge einen großen Eindruck, den schlaue Betrüger stets zu ihrem Vortheil ausgenutzt hä ben. Es ließe sich hierüber mehr schreiben. ' als der defchrankte Raum dieser Slizze gestattet. , Unerwähnt dürfen auch die Stem fpi.'gcl nicht bleiben, welche man bei unkultivirten Völkerstämmen in Ge brauch hatte. Im römischen Kaiser reich waren dieselben bekannt; man be Nutzte polirte Steinwände zur AuSschmückung der weiten Säle und Hallen. freilich konnten hierzu nur , gewisse Fteinarten v?rwendet werden, die auch ihren Zweck wohl weniger erfüllt baben lnözen. als Metall und Glasflachen. Wayrfcheinlich dienten 1 ' diese 1 Spiegel dehr zum Schmuck der Räume, als zum persönlichen Gebrauch. ' , Wenn man bedenkt, daß die Phönitier ,d!e Erfinder , deS GlaseS gewesen stnd, mag eS befremdlich erfcheinen, daß Von Glasspiegeln erst im fpaten Mit telalter d?e Rede ist. Die Erklärung hierfür liegt , gewiß in dem Umstände, daß man erst im 16. oder 17. Jahrhun bert größere Glasflächen anzufertigen derßand. deren Herstellung noch heute eine kostspielige ist. . ,, , ,Da das GlaS zum Zwecke der Spiegelang keine Lichtstrahlen durchlassen darf, so 'mußte dasselbe hierzu nndurch' sichtig gemacht werden. Man beqnügtk sich damit zuerst, die Rückseite schwarz zu' färben, ode? mit schwarzem Stoff zu unterlegen, ein, ziemlich 1 natürliches Verfahren, wenn man bedenkt, daß jedes Fenster, welches einem an sich dunklen Raum Licht spendet, ein Spie gel ist, weil die dahinter besindlichg
Dunkelheit die Lichtstrahlen zurückwirst. Viel später erst machte man den Versuch. Zinn mit Quecksilber zu verschmelze und hiermit , Glasflächen zu , belegen. Der Erfinder des heute noch angswandten VerfahrensZ welches natürlich im Laufe' der Jahre viele Verbesserungen erfahren hat, ist unbekannt geblieben. Daß der Spiegel auch häusig h der Medicin Anwendung findet, ja in manchen Fächern der Heilkunde große Umwälzungen hervorgebracht hat,dürstk allgemein bekannt sein. Viele Krankt verdanken,, seiner . Anwendung bei der Behandlung örtlicher Leiden Heilung und Leben. So ist der Spiegel nicht nur im ge wöhnlichen Leben, sondern auch in dn Wissenschaft ein unentbehrlicher Freund und Berather' den wir Alle ohne AuS nähme nicht missen möchten. ' i ,, Unter uuö Frauen. Ud rrg?t i' Ende ' tic siklbigen vände. eqiller &Utty.
A r b e i t. DaS Leben ist. viel Müde und Plag, und daS arbeit? vollste Dasein in aller Gesellschaftsklassen fast, führt unstreitig die Frau. Aehnlichen Anschauunge giebt ein englisches Sprüchwort mit charakteristische? Kürze Ausdruck, indew es treffend sagt: "Man's work is iroru sun to sun, Wornan work is nyver doneP Männer mögen zwar manche Arbeit verrichten, welche mehr physische Kraft erfordert,- alS Frauen zur Verfügung steht, aber daS Aufreibende, Ermüdende an der Frauenarbeit liegt in ihrer End. lo sigkeit, ihrer Vielseitigkeit. Männer machen Feierabend, wenn der ArbeitS tag zu Ende, doch selbst der Berufs Arbeiterin harren nach ihrer Heimkehr erst eine unendliche Menge von hau? lichen Verrichtungen; , Männer habe ihre Sonn- und Feiertage, der Magen aber kennt keine Sonntagsruhe, alsc muß die Frau ihre Festtagssreuden an; Küchenofen verleben. Männer suchen nach gethaner Arbeit Vergnügen und Zerstreuung außerhatt deS Hauses beim gemüthlichen Trunk, bei Spiel und Sang und sonstige Vereinsfreuden, die Frau bleibt daheim, denn ihr liegt die Sorge sür die Klein ob, und wenn diese glücklich zur Ruhe gebracht, ist der Näh und Stopfkort ihre Gesellschaft., Der Mann muß zu, Erhaltung seiner Kräfte eine ungestörte Nachtruhe genießen, die Frau sitzt a Krankenbette des Kindes und wacht h Kummer und Sorgen. Der Mau würde' jede kleine Entbehrung schmerz, lich empfinden, die Frau arbeitet rast los vom grauen Morgen bis in die tiest Nacht hinein, um für ihre Familie zu sparen. Und trotz alledem sind die Frauen nur selten unwillig, sondern von einer ganz merkwürdigen Ausdauer. Schaffenskraft nnd Zähigkeit, welche viel länger vorhält, als die der sogenannten parken Männer. WaS ist also daS be. wegende Element, die treibende Kraft, welche die Frau zu ihrem schweren Beruf befähigt und stählt, sie mit uner müdlichem Eifer und fast überirdischer Geduld ausstattet zur Ausübung ihrer rastlosen Arbeit ? Geschieht alleS nur geleitet von kluger Berechnung, welche den Ansprüchen des Ehemannes zu genügen bestrebt ist, um mit ihm in Frieden und Eintracht leben zu können, oder erzieht die Frau vielleicht ihre Kinder nur deshalb sorg sättig und gewissenhast, um später be. gründete Ansprüche auf ihre Dankbarkeit erheben zu dürfen? Nichts oder nur sehr wenig von Alledem beeinflußt des wackeren Weibes tapfere Thätigkeit; ihr Streben ist von reineren, edleren Empfindungen beseelt, und diese heißen Pflichtgefühl und Liebe. Ein großar. tig entwickeltes Pflichtgefühl, unauslöschllche Liebe für Mann und Kind, das sind die Motoren der besten Frauen arbeit. ES gäbe kezne Gattinnen, keine Mütter, wenn das ganze Wesen deS WeibeS nicht einer endlosen, aus Pflicht. gefühl und Liebe zusammengesetzten Kette gleichen würde. Wie wenigen Frauen bleiben Enttäuschungen im Ehe leben erspart und doch gibt daS Pflicht gefühl ihnen dann noch einen festen Kalt, wo die Liebe sich als Irrung erwiesen, und die Liebe läßt sie wieder Leistungen vollbringen, wozu daS Pstichtgefühl allein nicht ausgereicht hätte. Und gar der Mntterbegnff, ist er nicht eine lange Reihenfolge ' treuefter Pflichterfüllung und endlos ' aufopfernder Liebes Nur wer den Namen Mutter erworben, ihn würdig und verdienstvoll getragen, der weiß, welcher kostbare Schatz von Pflicht und Liebe darin enthalten ist. . Drum können wir Frauen immerhin stolz das Haupt erheben, denn unser ganzes Le ben ist weiter Nichts, als eine einzige, einheitliche, große, gewissenhafte, Pflicht treue, liebevolle Arbeit. :r f ,1, ii' '''ii' jü:. 'i 1 1 i's .1 1; i; ; , , ,!,' , Mißverstandene Lehre., Die Mutter hat zum Lenerl gesagt: Wann Einer dir was will, : 1 Dann wehrst dich erst, du dummes Ding, Man hält net gleich uckstilll Und al deS Nachbars Sepperl bitt': .Därf Fensterl i heut Nacht?Haut sie ihm erst a Watfch'n hin, , : 1 Und sagt dann leiS: , .Um Acht!", Prosessor Duselbor ist oon " seltener Geistesgegenwart , uud schnellem Entschluß. , Eines Tages speist er bei einem College, stößt an das Salzfaß und verschüttet dessen gan zen Inhalt. O, bitte tausendmal un Entschuldigung!? ruft erder ihm gegen übersitzenden Hausfrau zu und schüttet fein Glas mit Rothwein sorgfam über das Salz. 1 Aus der sächsische Schule. Lehrer : Wer kann mer so gen, wo Bärne liegt? (Ein Schüler hebt die Hand auf.) Lehrer: Nu, sag, firnal. Schuler: Dk Mrne liegt, ic ter'rn Bärnboome.
(SutopA in der tJargcfOlchtitchfn lil , ;,: - Zeit. ,,
Zu den sichirsteN!,Krgeb,Nissen der, neueren geologischen Forschungen gehört der Nächwkis, daß in einer der sünzfle Epochen der Erd-Entwicklung ein gro ßer' Theil Europa?. "besonders auch Deutschland, von Eismaffen und Glctschern bedeckt, war, ähnlich wie dieS heute noch bei dem hoch im Norden lie genden Grönland der Fall , ist. AuS Ursachen, die wir gegenwärtig noch kelneSwegS genau kennen, wich später daS Eis zurück und eS stellten sich im Laufe langer Zeitperioden allmählich diesemgen Verhältnisse ein, mit welchen Mit teleuropa in daS Licht der Geschichte tritt. Eine genauere Kenntniß der Zu stände, welche sich nach dem Zurückweis chen des Eises hier zunächst herausbil beten, ist jedoch erst durch die fast liJahre umfassenden höchst sorgsame Untersuchungen und Studien von Alfred Nehring angebahnt worden. Dieser ausgezeichnete Paläontologe hat , aus seinen Arbeiten den Schluß gezogen, daß nach der Eiszeit Mitteleuropa zu nächst eine tundra-ähnliche Vegetation -und Fauna trug, die spater allmählich nach Norden, Skordosten und auf die Hochflächen der Gebirge zurückwich, während sich in der Ebene auf geeigne tem Boden eme Steppenvegetation von dem Charakter der in den heutigm orenburgschen und westsibirischen Step pen heimischen Flora entwickelte. Hochstämmiger, geschlossener Wald war damals in Deutschland aus lange Zeit hinaus gar nicht vorhanden oder spielte nur eine völlig untergeordnete Rolle. Die Steppe ist nach Nehring auch zweifelsohne- der damalige Haupte aufenthalt deö Menschen gewesen und nicht etwa der (gar nicht vorhandene) Urwald., Die urwüchsige Cultur der Jäger- und Hirtenvölker hat sich in Steppengegenden, nicht in den Wäldern entwickelt, und die Meinung, nach der Eiszeit sei die Menschheit aus den Wäl dern in die Steppengebiete gedrungen, ist bestimmt irrig, ebenso wie ein angeb licheS Versagen der Thiere deS WaldeS durch die Menschen in die Steppe nicht genommen werden darf. Der Lem ming, jene kleine WühlmauS, welche heute ihr HauptverbrettungSgebiet in den arktischen Steppen hat und als Charatterthier der Tundren mit Recht bezeichnet wird, war, wie die fossilen Reste beweisen, unmittelbar nach der Eiszeit in ganz Mittel und Westeuropa zu Hause. Schon vor Jahren hat Nehring nachgewiesen, daß zwischen dem Nordfuße deS Harzes und der heutigen Stadt Braunschweig in einer gewissen eit der Diluvialperiode tundra-ähn liche Gebiete vorhanden waren, in wel chen die Lemminge hausten. An andern arktifchen Säugethieren fehlt eS in den diluvialen Ablagerun gen Mitteleuropas auch nicht, denn zahlreich finden sich Reste deS Eisfuch ses, deS Rennthieres, des Mofchusoch je, deS Hermelin u. s. w. Nur all mählich wichen diese Thiere in dem Maße, als das Klima wärmer wurde, gegen Norden und Nordosten zurück, am längsten scheint noch daS Renuthie ausgehalten zu haben, ' doch war eS zur Zeit Cäsars gewiß nicht mehr in Deutschland vorhanden. In der Steppe schwärmten auch wilde Pferde umher, -deren Reste in den Ablagerungen der Nacheiszeit Mitteleuropas zahlreich vor kommen. Die Steppen boten diesen Thieren reichlich Nahrung und Raum sür ihre Wanderungen; die tundra ähnlichen Gebiete der Eisperiode schei nen diese Pferde aber nur selten betre ten zu haben, denn ihre Reste finden sich nur selten zusammen mit denjeni gen der arktischen Thierwelt. Schon Middendorff hat das wilde Pferd für ein entschiedenes Steppenthier erklärt, und Nehring behauptet, daß der eigen thümliche Fußbau der Einhufer sich nur in steppenartigen' Gegenden entwickelt haben könne. ' i Noch, vor 100 Jahren gab eS wirk, liche wilde Pferde in den' urall scheu Steppen, aber seitdem find sie dort aus gerottet worden und kommen heute nur noch im Innern EentralasienS- vor, wo PrzewalSki kleine Trupps angetroffen hat. ' Nach Nehring, reicht in Mittel europa die Zähmung deS Hauspferdes bis in die jüngere Tiluvialzeit -zurück. DaS Pftrd hat ganz entschieden seine Heimathsberechtigung in Europa, und die frühere Meinung, daß eS aus Asien stamme, ist ganz unhaltbar. Unker dr Bewohnern der ehemaligen Steppen Mitteleuropas ist Vorzügsweise auch die Saiga-Antilope,-,zu erwähnen, die einst bis nach WestfrankreZch hin zahlreich vorkam und mit den übrigen Steppenthieren 1 wahrscheinlich von Osten her einwanderte. DaS Klima jener Zeit war im Vergleich zu heute noch immer ' ein rauheS, auf den offenen Flächen trieb der Wind ungehindert fein Spiel, im Sommer mit Sand und Staub, im. Winter mit Schneeflocken und Eis nadeln. Massenhafte Knochen der Wlld Pferde, deren Wirbclreihen sich oft noch in natürlicher Reihenfolge fanden,' welche Nehring in den Ädlagerungen bei Wefleregeln auSzrub, ließen es ihm schon 1S7S wahrscheinlich werden, daß diese Thiere durch Schneestürme ihren Tod gefunden baben und nachträglich pon Sand und Staub überschüttet worden sind. , Wie viele Jahrhunderte mö gen seitdem vergangen sein! Damals standen weder Babylon noch Niniveh und die Gründung der Siebenhügelstadt am Tiber ruhte noch im Dunkel ferner Zukunft. WaS sich im Einzelne wäh rend der folgenden Jahrhunderte und Jahrtausende in Mitteleuropa ereig. ete, wissen wir nicht; wir wissen nicht, vaS aus, ten thierisch wildcu , Jägerstämmen geworden, die in der Steppe gehaust haben. Wie wir zuerst Mittel, europa wiederfinden, ist es mit durch dringlichem Urvalde bedeckt, die Hei nath freiheitliebender Germanen, deren Körperkraft und Kampfes muth daS Kellbeherrschende Rom erzittern macht, Auch im Ehe ha fen sollte der , k)narantainezwang , eingeführt werden. ,
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