Indiana Tribüne, Volume 15, Number 30, Indianapolis, Marion County, 18 October 1891 — Page 6

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Woudoir nd Slrkus.

Wo Statt vo Junis. M Fürst 5!ikolai,WronIki. Ober. sialle!ster des Großfürsten f.)., vom grünen Tisch ausstand, war er so unze wöhnlich bleich, baß keiner der Anwe senden sich des unheimlichen VorgezühlZ einer Katastrophe erwehren konnte. Erst als derselbe, ohne mit Jemand ein Wort auszutauschen, das Clublocal verlassen hatte, stellte sich die leichtfertige Stimmung zum Theil wieder ein. Pedanterie, reine Pedanterie!" Nun, ein Pedant verspielt nicht hunderttausend Rubel an einem Abend." WaA will daZ sagen? Durch anhaltendes Pech kann auch ein Harpazon nervös b:Z zum Exceß werden.". Wronski ist kein Harpagon.? Pardon, ich wollte Deine freund schastlichen Gefühle nicht verletzen. Aber ausfallend ist eS doch, daß ein Millionär beim Verlust von hunderttausend Rubel die Farbe der ' feinsten holländischen Leinwand annimmt ,7 Die Millionen gehören Fürstin, tuest ihm." Das ist doch gleich. Für Wronskr nicht." Der Gegenstand dieses Widerstreits der Meinungen schritt gesenkten Hauv' tes den Newski-Prospect entlang. Trotz der späten Stunde pulsirte noch 1 Jichtu qes Leben in der Hauptader des nordi schen Palmyra. Breite Lichtstroms überssutheten die vor den Schaufenstern auf und ab wozeude Menge, die hellfarbigen Hauserfronten schimmerten magisch, gleichsam selbstleuchtend im Lichte der 'elektrischen Lampen. Wronski hatte diesmal keinen Sinn für den Zauber des interessanten Straßenbildes. Er erhob nur flüchtig den Blick, wenn ihn Jemand, der es eilig hatte, allzu derb anstieß. ES war nur ei Gedanke, eine si?e Idee, die sein ganzes Bewußtsein als einziger Inhalt uZfüllte. Wie konnte ich mich so weit hinrei itxt lassen? murmelte,, er mehrmals halblaut vor sich hin. ' i ,4 ' Nach halbstündigem planlosen Um herirren bog er' endlich in eine stille, vornehme SeitengasZe ein und betrat die Psradetreppe eine? palastartigen HauseS. Es war seine Wohnuna, aber das Haus seiner Gemahlin oer reichen Frau eineZ armen Magnaten. Die Thür öffnete sich geräuschlos. Der majestätische Portier und ein Livreebedienter verbengten sich fast so tief wie vor einem Bekannten der gnä' digen Frau. Die Fürstin zu Hause?" fragte Wronski kurz. Jhre Erlaucht geruhten soeben aus dem Cirkus zurückzukehren," antworte:, der Lakai. Allein?" , - :, r' ' Nein. mit Herrn Faabajew, der so fort weitergefahren ist." Wronski zuckte zusammen. Dummkopf!" sagte er barsch. Man fragt Dich, ob die Fürstin eben keinen Besuch hat Erlaucht geruhen allein in ihrem Boudoir zu weilen." Geh, mel?e mich. Der Diener ging mit : verdutzter Miene. Es war ja schon lange nicht vorgekommen, daß einer der , fürstlichen Ehegatten die Gemacher' des anderen betrat, außer wenn eS die Natur eines Besuchs erforderte. Wronskz begab sich in sein Cabinet. Er mußte lange warten. Seine Stirn mung verdüsterte sich noch 'mehr. Vor drei Jahren hatte er es nicht für mög' lich gehalten, daß er feine Frau um eine Audienz zu bitten . liaben. würde. Vor drei Jahren hatte er die üppig schöne Georgierin gebeirathet. niän , Itlajl I weil, sondern obgleich sie eine ncnerbm war. Er hatte sich anaitllch vor Allem gehütet, was in ihr und in der qroßen Welt dle gegenth?iliae Mei nunz erwecken konnte. Er hatte die Gütergemeinschaft abgelehnt,, und war in seinen persönlichen Ansprüchen maüiz bis zur äußersten Grenze des standeSrücksicktlich Erlaubten, geblieben. Und doch hatte diese Scheu vor der Ent welhu r 1 ri - st" -1-1 mg remer Äebe den erstenAnstos Entfremdung gegeben. . Bit, tu l zur f -t:L j. n ä. ' .i ÄSÄ ben prahlenden Luxus m jeder Ge?M n ganzer Seele und sie begnss mcht du Aölmanng des fe:nfuhl:zen Europaers sich m einem Glänze zu sonnen, zu dem er außer seinem histori schen Namen nichts beisteuern konnte.' Dem ersten unaufgeklärt gebliebenen Mißverständniß war dann dauerndes Mißverstehen, die - Zurückhaltung" die Entiremdung,, dem Miteinander das Nebeneinander, dein Flitterwochenglück . . t ... f' "tfL MffftShii . S ömd ?rhod sichSonNM der Diener endlich . meldete, Ihre Er lancht seien bereit, Se. Erlaucht zu em psanZen. Ve,m Betreten des von der Fürstin vewoJnten ttiuaets regte ' um ' in Wronski der alte Widerwille gegen die Überladene Pracht dieser Räume, in namm . W rfe Vffi. S, & ä ?U'r il & Ä wJ'flS l eI nrfn?,;Ä in eine Orangerie mit melodisch plät u.wj v,.srt t. fI f fi Z hZ Äto Äl derbant. daß er beim Emtrttt me Au aen schießen, mußte. Da? Boudoir , frhirp, utii&tt ', .aiidflir dcr Fürstin war ein kleines, in kostba ren Teppichen förmlich schwelgendes runkzimmer. Zu der hier herrschen den Aiischung von orientalischer Uep ; lskeit uno raffinirtem Pariser Luxus . .m .. r r ,!'ii'rtnf 1 'ii patz:e cic lriazelaung oes iqonen xsix des, das halb liegeno auf einer Ehaise l?naue saß. Der fein modellirte Wachs. köpf trug die edlen Züge des georgischen Typus: der elegante Salonanzuz m. . r f -i . m . uammie unjicnTeicaii von 20x19. 1 -rc'i.. Ohne ihre bequeme Lage zu verän Kern oder das Modeiournal, in dnn sie gerade blätterte,' b.i Seite zu legen. Kricb die ftunint die Aiche von tötet fcuficnden Vviercizarette dittlcnsen Vvierciaarette und blmie frnftOTiK 2mliuktende aus.Brm Än 5,: s,'!. nürtfn ?IT?iiit rMmrUf itU lHHk ... si uLt die Brauen, und die kein

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Nasenflügel bebten wie von verhaltene Gähnen. , ,WronSki berührte ihre Stirn flüchtig mit den Lippen und ließ sich auf einen Fauteuil nieder. Jch muß Sie um eine Gefälligkeit bitten", sagte er leise, fast schüchtern. Nun? , ' Ich brauche fünfzigtausend Rubel". Die Fürstin zog die Brauen hoch; in ihr regte sich ein Tropfen deö ererbten Protzenblutö. '" !l Seit wann gehören Sie, Fürst, zu ven Verschwendern?" rief sie höhnisch. Ode haben Sie wieder Spielschulden? Wie ich höre, sollen Sie in den letzten Tagen, große Verluste gehabt haben, was bei einem so vorsichtigen Manne 0, bitte, ich denke nicht an den leisesten Vorwurf, ich bin ja selbst leicht sinnig". Sie dürfen mehr als ironisch sein, versetzte Wronski rauh. ,,, Ich habe nicht nur den Rest meines Vermögens verloren, sondern auch eine Summe, d'e nicht mir gehörte". Darf ich fragen, wer Ihr ; Gläubiger ist?" ' '' .Großfürst Y." , J In den schwarzen, fast glanzlosen Sammetaugen der Georgierin leuchte es seltsam auf. Dann ist der Fall sehr ernst", sagte sie, und in der gedämpften Stimme bebte es wie von heimlichemFrohlocken. Ich bin verloren, wenn ich die Summe morgen nicht habe" murmelte Wronski tonlos. ' ' " :"? . Die Fürstin lehnte sich noch mebr zu rück und schloß die Augen. Im vollen Lampenlicht glich ihr Gesicht mit; den regelmäßigen Zügen und dem matten Teint ganz und gar einer schönen wachfernen Larve. Und plötzlich " glaubte WronSki eine Vision zu haben. Indem er den Wachskopf schweigend beobach tete, nahm er staunend wahr, daß ein holdes Lächeln die starren Hüge ht lebte und sanftes Rosenroth die blassen Wangen färbte. Nie hatte Wronski seine Frau so schön gesehen. Er mußte unwillkürlich seufzen, ß. ,, Sie öffnete . die Augen. Die Vision verschwand. - Ich will Ihnen einen Vorschlag machen." begann die Fürstin in ub gem Tone. Die von Ihnen benöthigte Summe ist mcht der Rede werthe aber der Schritt, den Sie darum thun muß' ten, hat Ihnen ohne Zweifelpiel SelbstÜberwindung gekostet. Um Ihnen für die Zukunft alle Schwierigkeiten i zU er sparen, bitte ich, Sie, eine beliebige Summe, etwa eine) halbe Million, zu Ihrer freien Verfügung anzunehmen bitte,,,. lassen Sie mich ausreden; ich rechne auf einen Gegendienst. Ich ver lange, daß Sie in die Scheidung unserer Ehe willigen!" Wronski. hatte einen Nadelstich er wartet, keinen Dolchstoß. , Die orthodoxe Kirche gestattet keine Scheidung," stammelte er fassungslos. Die Fürstin lächelte überlegen. So naiv sind Sie noch, Fürst? Das sind die Folgen Ihrer, Scheu vor der großen Welt. In unserem Kreise ist nichts unmöglich, am wenigstens eine harmlose EheZcheidunz. Das - Rezept ist sogar öffentlich bekannt. Man braucht nur eine gewisse Situation, ein paar Zeugen, viel , Geld, einen wohlwollenden Prälaten und die Sehet düng wird vollzogen, allerdings mit dem Vorbehalt,, daß der schuldige Theil nicht meyr yenaiye varf - Und wer soll d'r schuldige Theil sein?" fragte Wronski, seine Frau scharj ansehende ' :;; - ' ''-:;. 'H. Bet Ihrem notorischen Edelmutb versteh; sich daö von selbst," entgegnetk sze. ohne mu der Wtmper zu zucken. .Was den anderen Punkt betrifft, so --t tx. t!u ft: L ni1y.m, tJy nyi ,CC? ft7ttaw it Ctfw KTOSiS U T. .;..... jw 17"" " . .Aber Sie wollen sich mit Faadasew vermählen?" i Vielleicht." : - f Wronski war noü um eine : Nuane bleicher geworden. Ein letzter Nef citetjimb hi lirn S 'ii fi-rtfif rt h (5Z i4 o V e il wvfc viii mu v. uuvtvuvb vvituvu zorben, rang in ihm mit dem au i J i IvtUkllVt 1"H ." V . . u.V.. HMM4mennacktmCyniZmuZ. Eröffnete die ripm uab brachte leinen Laut heroor. DieFürstin betrachiete ihn blmzend.und Z schwieg, gähn! sie nervös und fuhr mit leise durchklingende. Ungeduld fort: , i , Jch wundere mich, Fürst, daß mein Vorschlag .Sie zu überraschen scheint. Nicht wahr, w:r sind uns doch zur Ge- '' 1 A fl w ' tn l'.r "! 'IlL'ti?- r ' .' r? . . t uuze uoerorusjkg t ycg ioelg, Wie inc Idealist, aber Sie werden einsehen, daß irt lf rtarir isjfif QitftrtwVl C?.4i W llfc.4UmMlfc Jjli iUi.V V.. V gendwie beseitigen läßt, nicht zu den ZochMndiaen Uebeln gezählt werden bars. Ich betrachte mich als die indi rekle Ursache Ihres finanziellen RuinS nd bemerke nochmals, daß die Hohe der Entschädigung v , tm .Sie und unverschämt!" rief Wronstt jäh aufspringend.' , ; sC ttiinla flitni& '' Ct'v'tatimr' imm band ern M, m MMtmm mit der Adresse des Großfürsten Y. ver. l'ehen auf demTischliegm ließ, ann zmg er -ÄitftßtfrtbeteS Straße - st- r...... 1 wMi-wi.iu-Auiuiiwu. blick stand Ar!N schlüjs.z. nicht I . . r.x. . -,X lrS v.? 'J' ?M""ITO M"7 Wenden tollte irr hatte überhaupt keinen klaren Gedanken, nur ein dumpfes Gefühl, als stünde ihm ein weiter, öder Weg bevor, der immerfort bergab führt und mit einem schauerlichen Abgrund endet. ; : & i; m S; , m st t ittiJ Viele werden sich noch entsinnen. ivelch peinliches Aufsehen das räthselhafte Verschwinden des Fürsten WronSki I ltiti Qtf n wlplPvXhttTtt rrwt i iih 1 -7 y : ,Jrz. I n lSrtfiffm r,r itlnrtfstrfafrtlT wvjmv IH tyiwit oder ein Verbrechen vorlag, , konnte trotz der fieberhaften Thätigkeit' der DeteMvpölizei 7Mchi?erÄittUt5ÄerLe. In den Papieren deö Verschollenen fand sich nichts, woran die Untersuchung hatte I enknüpsen können. ... .?. . ,;. , . . . :: - Ji D zunge Fürst deren Ehe mtt

Wronski stets - für eine glückliche gegol ken hatte, ' wurde allgemein bedauert., Die Vermste .litt augenscheinlich schwer unter dem harten Schlage und, mußte zur '' Kräftigung ihrer Gesundheit, die Niviera aussuchen. Nicht lange darauf reiste auch Viktor Faadajew,. einer ; der bekanntesten Löwen der, Petersburger großen Gesellschaft, in'S Ausland. Im Frühzahr 188,, erschien die Fürstin WronSki Vz' unvermuthet in ihrer kaukasischen Heimoth, die sie' seit den Tagen ihrer Kindheit nicht wieder gesehen hatte. Sie besaß in TifliZ einen Palast, in lern sie sich mit ihrer Tanke, anscheinend für die Dauer, ein richtete.! '5 yj,:" ; Um diese Zeit produzirte , sich im Tifliser Eircus eine französische Künst lergesellschast mit? glänzendem Erfolge. Der Direktor, Mr. Loiseau,' hatte den glücklichen Einfall gehabt, seinem Publi kum eine echt nationale Nummer zu bieten. 1 Er, veranstaltete ,Dshigitöwken (Neiterspiele der Kosaken u. Kirgisen) deren Naturtreue , auf Kenner verblüf' send wirkte. " Die reiche und vornehme Welt der grusinischen. Hauptstadt he geisterte sich für diese verwegenen, phan tastischen Reiterspiele ' und füllte den EircuS allabendlich bis auf den letzten Platz., ,, . iXiifiTj-i ... t) 1

Die stärkste Anziehungskraft übte der auf dem Zettel als .Kosak Kasarin", sigurirende Anführer der Dshigiten auS, und, zwar mehr noch durch seineinte ressante Persönlichkeit, cl8 durch den Glanz ...seiner artistischen Leistungen. Man war, nicht, einig, ob man eS hier mit einem wirklichen Kosaken oder mit einem verkappten MarqmS zu thun hatte. Für die erstere Annahme spra chen seine Hünengestalt, sein prächtiger Äollvart und ' die zweifellose Echtheit seiner Produktionen; .aber woher hatte der halbwilde Steppensohn sein gewähl teö Französisch, den vollendeten Adel in jeder Bewegung und jenen schwermuth vollen Blick, der die Damen bezauberte und zu bedeutenden Thorheilen hinritz? Kein Wunder, daß der interessante Kasarin, obgleich er sich außerhalb der EircuSräume selten blicken ließ, den Oegenstand zahlloser, pikanter Geschlch ten.bildete - . , EineS-AbendS erschien .die Fürstin Wronski in der sonst für den FürstenStatthalter , vorbehallenen ,, Log ! In i'"1"- !'" ' w '"'"' lyrer Vegieirung oesanoen ncy lore Tante.!, und der hochelegante Victor Faadaiew, seit zwel Tagen Beamter für besondere Austräge beim Gouverneur von TistiS. , , Die Fürstin sah müde und gelangweilt aus. Sie gähnte bei Faa dajews besten Witzen, und da er gar n icht aufhören wollte zu plappern, hieß sie ihn barsch schweigen. Die gewöhnlichen Nummern des Ta gesprogrammS intereZsirten ' die Fürstin noch wemger, alS das übrige Publuum. Alles wartete auf den Schlußeffekt, die DZHigiowka. Ein schmetterndes Hornsianal. Zwölf Reiter in der malerischen Tscherkessen tracht, alle auf dem Sattel stehend. sorengteN ' ln, die Arena. ' Em halb tx stickter Ausschrei im Publikum wurde vom losbrechenden Beifallssturm, übertönt. ' ' l Waö hast Du, Linda? flüsterte FaadaZew, sich zur Fürstin neigend, die schreckensbleich, mit weit geöffneten Au gen über den Fächerrand Hinwez in dle Arena starrte. , ,., . Sie biß sich heftig auf die Lippen., Ich verbitre mir solche Vertraulich leiten cn einem öffentlichen Orte N gab sie zornig flüsternd zurück. $l 1 Pah, die Alte ist ja stockkaub, und sonst hört uns Niemand. -Worüber erschraken Sie?" ' Die Fürstin gab keine Antwort.. Der Richtung ihres Blickes folgend, wurde nnn auch Faadajew auf , den Dshigiten chef aufmerksam. . Ha.", das?' ist wirkliche i kurios!" pschelte er plötzlich. Der Schlingel da ist ja der reine Doppelgänger unsereS Verschollenen, und bestände die Phy siognomie nicht ausschließlich auS Bart Und Augen, so möchte ich wetten " Verlassen Sie die Loge l" herrschte ihm die Fürstin leise zu. ;- "' . r r 'm ' Ich begrei e nrchtI . tz Gehen Siel" " ' ' Der Stutzer schlich sich davon. DrauKen hörte man ihnwüthend nach einem Fiaker rusen. , ,' . .. , .... . Die 1 Fürstin athmete ?,auf. Jede SMrM.Ma)hien)ar isichen. , Mit gespannter Aufmerksam keit folgte sie den Vorgängen, in der W' 1' ' ti '' '' ,,,! !! - " ' 'ii...: r1'..!' ; "h i1' - In der That ein aufregendes Schau , diese verwegen' Steppen,Shne. toie . sie, auf rasend dahmfausenven Pferden stehend und von einem Pferde auf das andere überspringend, schmie tige Manöver, Kampfspiele und überinüthige Tänze aufführen, als hatten sie festen Boden unter Hch 4ml: , Wie immer, zeichnete sich Kasarin vor allen Uebrigen auS. Er sprang bei holler Karriere ab, , ohne zu straucheln, und schwang .sich Wer den , Kopf des herangalopvirenden Pferdes hinweg ivieoer 'in den Sattel. Er entsattelte dach kurzem Kampfe die stärksten und gewandtesten Gegner und scboß, mit kinem Fuße am Sattel hängend, aufge lassen Sperlinge mit unfehlbarer SicherheiNP Würde wußte er in das' hals brechendste Bravourstück hineinzulegen l Wie Welt vergessen schaute er drein mit seinen zrotzen, fchwermüthigen Augen, die auch nicht einen von den bewunvernden, Ver heißung strahlenden Blicken der Damen nviedertenMSMM. ..- -" i '. . ,: Ein Gewittersturm brach los, als die Dshigiten abritten. Kasarin !Masa rin!" hallte es donnernd durch den wei ten Raum. MehDäiMKzlätHtnt sich Handschuhe. Die Fürstin Wronstt avplanvirte nicht. Ihr Busen hob sich stürmisch, ihre Wangen brannten. Sie winkte! deMTanteundchafteteHmän, Am Äusgange warteteein galonnirter Diener;SMietzJürstlN.Wahm"F Seite nnd c r 1 ei lt c ; rn P Iü fier nb 1 c in c langeHÄnstrüttioUF schwand in der Eirkuöhalle. Die Da

nen bestiegen ihre Equipage und fuhren ach Hause. . 1 ,' ; 1 .W .. I. , . -liW . . . M

, Nacy oem Lsouper zog ,lc? vle anie Nachts vorher war er plötzUch adgeln ihr Schlafgemach zurück. Die ,! Für- reist. Unter den Versuchen, diese auf. ftin begab sich auf die nach dem Garten fällige Thatsache zu erklären, fand den

zu gelegene Terrasse. .. ' ! Eine grusinische FrühlingSnacht! ES ist still, traumbaft stille Sanftes Mondlicht ruht über dem weiten Tale Alles Grelle ist' ausgelöscht, alle Umrisse er söeinen weick. nur der Sor!;ont arcn'.t sich mit einem schattenhaften GebirgS . , w r . ' , y. - ..,..' . - I proni qzt gegen ven itCfen, CUNrei blauen Bimmel ab. 5n de? milden: schmeichlerischen, mit Wobloerüchen gesättiaten Luft athmet sich's unendlich leicht , und ,woblia.- Der Gedanke er schlasst, und durch die Seele zieht eS nr t (..:... ...a I wie cm , )qmerziozenoes yauen uns Schmelzen. - - : - Eine Viertelstunde 1 verstrich. Die -. ... . . . Mrstm jatz regungslos. Ptotzuq überkam sie ein Zittern. Die Saal. tfcärfi5ttrt.';sir&.''h21 . fioB' siSfstatt I des ' Kosaken Sasarin trat ' ins ' volle Mondlicht' heraus Er warf einen -!.!p Ms !.. . v . k.' I pruiknoen Bucr aus vie uzzenoe ame und sagte kurz: " ' ! . siebe zu bre Dienstes ' Was wünschen Sie?" ' ' ' .Bitte, schließen Sie die Thür." die Stimme der Fürstin bebte leise so, und nun setzen Sie sich hierher. Wir wollen ein wenig plaudern. Haben ,t - . nr... . le mitg yeuie im irms vemeitt r .. Ja." Wie fühlten sich nicht beunruhigt V " .. ' . 9t& fmtt (?,'s trrh de RsrteS. d Ihnen sehr ! aut stebt. sofort erkannt und nach Gebühr ' bewundert. Sie waren wirklich hinreißend. Wo haben &triiix 9irt3Lfiit9 ' - I z' " " . I Ich bin ja in der Steppe au qe VWVV " Sagen Sie," die Fürstin dämpfte ihre Stimme zum Flüstern herab war das der einzige Ausweg, der Ihnen blieb?" . Kasarin zuckte die Achseln. ' Jch konnte nicht zur Pistole greifen, bevor meine Schuld getilgt war," sagte er ruhig. . - '' Sie hoffen die Summe noch aufzu bringen?" - n.tr! Ich hoe eS. 14iO onrf- : I4UJ4T- yUU'U 10 UlUjl ÜIC KW timirung eines gewissen Verhältnisses hindern? -rf. ... 1 ' Daran hab: ich nur flüchtig gedacht. ES thut mir leid, Ihnen noch nicht mit meinem Todtenschein dienen zu könner. Sobald der dunkelste Flecken von meiner Ehre getilgt ist Ihre Schuld ist in correcter Form berichtigt. :: ":"" . Wie?"' Sie hätten?" , Ich hade Ihren Brief gesenkt und meine 'Verwgunge danach getrogen, Das war m der Eyre JyreZ NainenZ I .i .. I schuldig, der a auch der melnige ist." Knsarin athmete tief auf. In diesem Falle bin ich bereit, mei' nerse.ts Alles zu thun, um Sie von die sem verhaßten Namen zu besreien", sagte er, sich erhebend. Bleiben Sie noch" bat die Fürstin. Warum glauben Sie, daß Ihr Name .Xt. 'W, "U V1I mir KtrbnM HM 5?si,-stZ ff!?: ..... .y.yj. ... . " I itt JUUt.Hi'kU " Ich verstehe Sie nicht." Ich will damit sagen, daß ichIhrey Namen behalten und Ihnen dasselbe tliytmt' nl&t fs empfehlen möchte. Ihrer Rehabiliti. rung in der Gezeujchast steht nichts in, Wege, und auf die Gefahr hm, mich nochmals einer barschen Verurtheilunz auszusetzen,' wage ich zu hoffen, daß du Zeit Sie zu einer milderen Auffassung in Betreff der Verwendung unseres Vermögens bekehrt hat. Kafarin fchaute prüfend auf die stolz, Schönheit herab, die nun demüthig mit stehendem Blick zu ihm auf ad. War is so weit mit ihr gekommen daß sie zu wJ?rt wnnnMt ; rrifM lUUhlk MU lt.v4 111 Vk Üb VH Mit t It r 1 ' . . , w I t k rn in Y mXminK i.t fi. ". ""'Z"z . U""'"bauvken? Jlt Faadajew ehescheu?" fragte e, spöttisch. ,.. Die Fürstin neigte das Haupt. '' . M'T.ä. : ."(". : S. w;ct. ov- : - - J.W''".1' ' UVU UttUI IQIJU verstehen," sprach sie leise. .FaadajeV it für mich todt? ' ;' " ,', Aki ' .Ahl . m 7 v - '! Warum quälen Sie mich?" rief die Fürstin -'aufflammend mAnd Plötzlich stand sie vor ihm. schlang die vollen Arme um seinen Hals und begrub oaS erglühende Anllltz an seiner Brust. WaS Fantt mir ein Faadajew sein. da ichichiede habe, mem schöner, herrlicher, Kolja?" flüsterte sie leiden, schaftlich. In Wahrheit habe ich im. wer nur Dich geltebw' Alle meme Feh. V .Vt.".-; , ; i- - f r ' ler und Irrthümer, wiegen federleicht gegen ole?e einige, wayre leoe. yotti noch will ich Dich knieend anflehen. Vergieb mir und nimm mich als Dein reuiges, demütyiges Weid wieder zu Dir! Ich bewundere Dich, ich bete Dich an! Wie warst Mu heute so stolz und kühn, , wie habe ich für Dich gezittert und dann wieder heimlich gejauchzt! Warum stößt Du mich zurück ? Ich bin doch Dein Weib, ich gehör zu Dir!" 1 Kasarin hatte sich von der Mmschlingung esren. .wIchehmeeinMkmöseüW er kalt. Der Kosak Kasarin theilt die Passionen deS Fürsten WronSki nicht, und Fürst WronSki hat sich so viel anständige Gesinnung bewahrt, um auS den Eroberungen eines Kunstreiters keinen Nutzen zu ziehen. Fürst WronSki ist Ihnen zu Dank verpflichtet und wird daiür einen Ausdruck zu finden wissen, der I yren Wünschen entspricht. BiS 'K! JjV'e-i ''tsr n - ,lr. üuyrn icuen ie rooui, xsurnm pr "S'-r'anotcsich;! !h,.iiiiT-;,!' st - - t It t -hds' ''? ','i:;.:S!1,'?!l!N'iii!tii:i ' " :' i?'HKolla!,v,H!zk, 'ill'Datfa laut, aber so fremd anmuthend. so ver-"iz-i.'v't ten. : tn:4. L "'.ji,'S"Z":: xxiif ui yuue ian ein i Wiaoyau! aus weiter Ferne herübergetragen. Unwill kürtich griff Kasan an ieine Brust. Mm Mg er den Schritt hemmeMz Dana riss ,',J---tn'.l:- ' ''',:; c. V ' .j!,,.1 ii1,,:;:.... ii;.::,.'. -.,'. ia-1'. vie yur auz uno gg.

c-v .5 rnk:skk v,-.ri vinutuwwm nutuuiui us?utiuaii, 'ifÄiÄfö WSto l üüihaUxU sei. SÄAäS und er war skst entkchksse, die Reise

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Zum großen Ättdwesen .der,,TiMserl ''-..'" ',,.,,!

TircuSenkhustasten trat der Kosak Kasa rin am folgenden Abend nicht mehr auf. , ' , j : - . 1?, 1, T

meisten Glauben die Annahme, daß der Statthalter den gefährlichen Kunstreiter ausgewiesen and, daß eine sich beleidigt glaubende Dame der großen - Welt die Hand .dabei rm Spiele gehabt, habe. , . Wenige Tage spater erschoß sich in einem Moskauer Hotel ein Unbekannter, c.rr lim . r.ii .i-.!A.i teijcu üciuuui inu van ieu iuci ;jay ren verschollenen Fürsten Nikolai Wronski durch bei ihm gefundene Pa Piere nahe gelegt und von ortsanwesen den Gliedern der WronSkischen Familie beglaubigt wurde. Auf einem Land iiffli..r.u c.i t fsi.H.n.vt.A.. 8UIC lu.rujiwiai u;v iungi ; ouigc glaubte die lebte Ruhestätte gefunden. Dortselbst lebte die verwittwete Fürstin r....n J. . . . 1 niuer uruazezogenyeir. t,.; j, . , Herr Viktor, Faadajew bildet wieder eine Gierde der UZeterSburae? vorned wen Salons Ein leichter Anflugvon eiancyotie vertt lnierezzan. fn OitrtPn rrnnnfprr' MfPti v..j. .,. ,-- - n - -.. ' Die MMionen des Missionärs. AuS. einem " schlesiWen Städtchen wird folgende , tragikomische Geschichte " - 4. t ' ji- :. t. . . a 'nr ,. gemeioer: . er oornae ?uimel uer Johannes Z., ein schon älterer, ruhiger Herr, der aus den Gemarkungen seiner Gemeinde, wo auch zugleich seine Wiege stand, sich niemals wett entfernt hatte. gerieth vor kurzer Zeit in nicht geringe U regung. MneS chSnen .TageS rächte tym der epezchenvoote-neven-et vernem, eine tn ictncnt even noq me , vorgekommene Erscheinung , ein Telegramm auS Chma. - Mit emer ae 'vl,'en P, ervrau,. vle epezcye, 1- rr -"t ti. t rr...-fj--welche nachstehenden Wortlaut 1 hatte: Leopold Z.. , Millionär,, gestorben." Man kann sich die GemüthSverfafsung deS Schulmeisters denken, nachdem ihm in so lapidarischer Kürze eme solche Kunde geworden. Der in China ver storbene Leopold war ein älterer Bru der, der als blutjunger Mensch auf Reisen geguna.cn war, und-schon durch Jahrzehnte war keine Nachricht über ihn in die Heimath gelangt. Als ein ziger Bruder des m weiter Ferne Ver , nrn Ösfi 11 iv 7v M...v.v...v.4;v Hinderniß auf. Herr . & beZog als Lehrer nur ein bescheidenes Gebalt und die Reise, dahin kostete theures Geld. Ja diesem kritischen Auaenblicke offenbarte e8 sich. welcher .Beliebtheit it sich im ganzen Städtchen ersreute. Kaum wurde eS bekannt, daß der Lehr.'r nur aus Man gel an Reliegeld die Fahrt nach China '"und ch St d "" ..wij rikMiMMkAM VA jteTtt 44nw übernehmen könne, als auch schon eine Sammlung eingeleitet ? wurde, die ein ganz nettes mejuttar ergav, oa man dem zukünftigen Millionär überall Kredit gab. Mit den gemischtesten Empnndunqen und begleitet von den besten Wünschen seiner Bekannten, be, stieg Herr Z. den Eisenbahnwagen. (. 'fL C I Eine Schilderung der langen, unge zci :v titt..!-,.tii f-i ivwmcn uiiu v;ujucuiuch tjuyu. jci füglich erlassen: Herr Z. kam übrigens wohlbehalten in jener Stadt Chinas, wo sem Bruder domiziUrt hatte, an und traf sogleich die nöthigen Anstalten zur Uebernahme des brüderlichen Er bes. Dii Formalsten herliefe viel glät ter und , rascher, als er es sich vorge stellt hatte. Nach regelrechter ,' LegitU mation bei den Gerichtsbehörden führte man Herrn Z. in ein Zimmer, von des' w Thüre man früherdie Amtösiege, 9"0tt,,vaue. wo man ,ta.nt meyrer. I - t"yr Ufcheneistlichen gehörige Gegenstande überreichte. Herrn Z. kam die Sache I IVIC et IVUiCfc AUUIU ; r-. nwu 1 w.:. ruii.. ...si.su w 1 , " Mm , r ' I JUX. V. tX, fert fi4Adi i,rt ä " VVV , ; llU Jtt l-V sodann den die GerlchtSkommisnon oe gleitenden Dolmetsch, was denn eigent lich, sein Bruder gewesen sei. Man I ... -r . t r ,t ' -Zm ' I Illworiele lum: crr uuuc ui ui ,. .... w .- , '.il1 "stuf'tlgkeit , im Reiche der 1 Mitte entsaltet ,nd. ?sei auch,iuSrfttgkeit aestorbm.' I " i ' ' ' ' - ' . ',p eyr oegann es m vem armen oyan neS Z. zu dämmern und $ ra sch begrist er auch . den .usammenhzna. DaS kgramm, welches ihm den Tod sei neS Bruders meldete, war in verstüm meltem. Zustande angekommenMus dem Missionär war ein Millionär gemacht worden. , . In dem schlesischen Landstädtchen ist , seit jener Zeit, da man den bedauernswerthen Lehrer nicht kränken, will,Äas bekannte , Scheltwort . ' .Sie Chineser? auS dem Sprachge brauche verschwunden. &W ,f , ine WWreKeundin : SZuht grundlos t$ Hni,stagtt O armes Menschenkind, ; r Daß überall im Lande ' Nur falsche Leute sind. , , ,. ? ; 7 ! . . ! ?,!k. ?'' ! F,P'' j'V'S" '':'M:tL'' .,. , " Sie wünschen zum Wiegenfeste ,, Dir lauter G lück und Heil, ! ttBÄÄfe": Doch nur das Gegentheil. , Und dennoch weiß ich Eine, KAus der nie Falschheit spricht, -- -!,Die" wenn sie etwas wünschet, ' n:VwZ:mWßM t.;!'1 VM? i'.eWbt ; im": gef anbei :tutvii:, Verleiht ihm ein langes Leben W FMndneuen'Leve DSKnMWiW MaMD Du bliebest eroig ' jttttftiiÄfl; Ich rede von Deiner Gesellschaft AFür!LebuSvsicheruug.HKW ' , ! O Eine lesbare Dialekt. studie bietet das ' Mühlh. Tageb,t". 7-''"!. rn'.t' . r ..ff . - rilonlg' iK overeiia, iicasranzo

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Alte und ueue Hszaedspiele. eu,dcBiMedcnsüd.Jwr.kn,. VnTi,.T..,e. " ' ' Bei . der ' Tafel haben wir alten , J . . l . . , Leute ganz gemüthlich unser Spielchen gestern, wie hcute'gemccht Das Fest haben wir rccht heiter verlebt, wir spiel' ten nämlich jeden Tag und ließen das Würselbrett nicht kalt werden. Dein Bruder, machte dabei ein großes Geschrei, ' aber zuletzt hatte er nicht viel verloren, sondern sich aus' leinen Ner. lusten wider Erwarten herausgezogen. . r , M' - ' " - . M babe 20.000 l?) verloren, doch nur, well ich liberal spielte, wie dieZ I . Ctf- ZU ÄT. 1..l.ä. oii.e I meine Art ist." So lautet ein Brief. Qer Qe?r frtsf . Vhpwspsfin nAörfrsfi fiW v,(jv Wk ' llMjjkfcllU M einen unserer Gegenwart angehörigery und doch ist derselbe vor fast zweitau send Jahren geschrieben, nämlich von dem Kaiser AugustuS und von diesem an seinen Stiefsohn und Nachfolger TiöeriuS gerichtet. Suetonius, der Geheimschreiber deS Domitian, hat uns in - seinen Kaiserbiographieen jenen Brief überliefert (Cap. 71, Leben deS AugustuS) ! und . war zu seinen und an deren Mittheilungen befähigt, weil ihm daS kaiserliche Archiv in Rom jederzeit zugänglich war. : Der erwähnte Brief ist interessant und zwar aus zwei Grün den. Wir thun durch denselben einen Blick in das Privatleben des genannten Weltbeherrschers und sehen, daß er mit Leidenschaft dem Spiel ergeben war. DsS in 'seinem Brief erwähnte Fest war dasjenige der Minerva, welches fünf Tage dauerte, und jeden Tag tx göhte sich der Weltbeherrscher so viele Stunden am Hazard (Würfel) spiel, baß er, schreiben konnte: Wir ließen das' Würfelbrett nicht kalt werden." In, demselben Kapitel , sagt Sueton: Er spielte' ohne Hehl und Heimlichkeit! zu seinem Vergnügen' fort, selbst noch als Greise und nicht blos im Dezember (beim Fest der Saturnalien), sondern auch an anderen Fest- und, Werktagen. , Es nimmt den Leser sicherlich Wunder, ,,daß AugustuS . sich die religiösen Feste für daS Hazardspiel ausersah, und dleS ist ein zweiter Punkt, der uns seinen Brief besonders interessant macht. Jene vor fast 2000 Jahren geschriebn nen Zeilen passen nämlich wundeksam in die Gegenwart. Bei allen religiö sen Festen SüditalienS ist die Liebling beschäftig 'g dS Hazardspiel. DaS gilt von Reichen und Armen, von Alten und Jungen. Ein solches Fest bringt für Geist und Leib vielsältige Genüsse, aber der Hauptgenuß im Daheim zwi schen den vier Wänden oder vor der Thür, auf der Straße ,ist das Spiel. Von AugustuS erfuhren wir oben, daß er die Saturnalien (Ende Dezember) für das Spiel benutzte. Unsere Weih, nacht fällt in die Zeit dieses einstigen RSmerfesteS und ähnelt in Süditalien dem letzten auffallend, am m.isten in der Hinsicht, daß Tausende und Aber lausende- den größten Theil der Nacht mit Hazardspielen zubringe. Nach bemdZe.iBegierdenach C Speise und und Trank gestillt war,,- greift, man zum Würselbrett, , wie weil. AugustuS oder zu den Karten und läßt weder Brett noch Karten kalt" werden. Man spielt: nämlich die ganze Nacht. Oft erwählt man auch die sogenannte Tom. bola. Darunter versteht man unser Lottospiel, welches wir unseren Kindern ktn - langen ? Winterabenden gestatten. DieS Spiel , kommt stets bei den som merlichen Kirchensesten deS Südens zur Anwendung. ' ' ' : Wir finden hier also eine höchst merk, würdige ' Uebereinstimmung ' zwischen dem antiken und modernen Leoen uno werden an ein Wort von ; Seume eriw nert: Die Menschen sind, was ' Men. 'chen - immer wann." Dabei müssen wir bemerken daß AugustuS mit seiner erwähnten Leidenschaft keineswegs allein unter seinen Zeitgenossen dastand. Hatardspiele waren im römychen, even kebr aewobnlich. wie dieS vielfach bezeugt ist." Galenus, der Leibarzt des Kaisers EommoduS, sagt, daß Viele auf daS . Hazardspiel eoen)ovlet seu verwendeten wie ernste Männer auf die Wissenschaften. ,, Viele sind beim Wr X . . .c 'v 'r: k . .e: feiptei 0 ausonuerno, uajj ic vclll3 Kälte und unmäniae Oide ertragen und keinS von beiden empsinden, , daß sie hungern und. dursten, die Nachte Qa loS verbringen und sich schwere Uebel ' - - ' - . " : 'i ' ' ;' - zuziehen. ' -n-. , : .Man redet heutzutage so viel vom: Hazardsplel in Montecarlo. DaS ist. eine alte Geschichte. ü -Z Die . Römer schon hatten ihr Montecarlo, nämlich daS bekannte und berüchtigte Bajae am. GölsMon Puteolii (Pozzuoli)7 woiidi römische NadobS die .beißen Monate verlebten und junge geckenhafte Römer ihre Sommerringe , ( leichter als die Winterringe) spaziere ; führten.; ; An diesem Gestade uetz man was Würzet brett Ebenfalls l nicht kalt werdeM . ' r fs.lt. rr.i-. t rt.'.A roeuauieiio agrci u;wic langr.öcw, so lang, daß man gewohnt ist, sich das Einst von dem Jetzt , durch eine tiefe unübersteigliche Kluft geschieden zu den kenAWer'tz imlSüden, wieZSchreiber dieses, über zwölf Jahre kbl:ÄDsich ein wenig um das Thun und Treiben seiner Umgebung kümmert detz entsagt von Jahr zu Jahr mehr jener gewöhn heitSmutzigm Vorstellung und sindet alS die merkwürdigste ! Seite deSß südlichen Volkslebens dle, daß dasselbe in oft wunderbarer ! Treue und "einer unS un faßbaren Hartnäckigkeit kleine und große Dinge deS antiken Lebens bewahrt; Daß ist d viel zu wenig bekannte ThatsaM für welche Verfasse? in seinem Wer!: DaS Heidenthum in der romischen Kirche ! in Lebensbildern die näheren Nach Wse bringt zV?!JMttrwähte?Hart, näckigkeit erstreckt sich sogar auf kleine Dinge, z. B. auf die pompejaaische Kü cheneinrichtung, die ich in genauer Nach, bilduna überall in Bauernwobnunae wiedergefunden habe. DaS antike Leben ist keine todte Welt. Man mag vie la wische Sprache eine todte nennen, das Pfcn. der Geist, dem sie als Kleid dien te. ist nicht todt. Also Kaiser AugustuS besteißizte sich bei religiösen Festen, wie damals überall üblich. deS Hazardspiels An seinen erwähnten Joxt muß ich ven

ken, so oft ich z. B. em St. MtoniuSfest 1

in Juni zahllose Familien vor den Thü'

ut ver -ttt m gleicher 8ff. tinng sehe. Man betreibt das Würfel. .uch das Lottospiel, und der Ciser, . k r i. mit 5km Urarörmutter. ßruRrniitier. Mutkernd Kind dem Spiele obliegen, müßte dem luustus, wenn er diese Ärurpen sähe. Freude machen. Sähe :r die Lcioenschzst, n-.it dr Süden öle höhcren Stände sich dem Hazard sriel ergeben, so n:ürde er sagen: In" ZOQQ Jahren b:t man sich wenig gean-dert!-' Srielböllen lind veiboten und ?xistiren doch in arcßer Anzahl., Man tPleltPy fnioTf r? araone. Nea und Rinko man spielt, wie die Römer, ganze Nächte hindurch. Kürzlich wurden in einer Nacht sieben solche? Spielnester von der Poli jei auZgenommen. Augustus würde dieS leltsam finden und sagen: AlS ich die Welt beherrschte, war, die Zahl der freie Spielhöllen größer. . Im e- 'i An mancherlei Wahrnehmungen und öeobachtungen reich bleibt die Reise iaison, wenn sie ihren Höhe- und Drangpunkt erreicht hat. Legerer AuS ruck gilt insbesondere von dem An blicke der Coupes, wo die P. T. Passa. ziere wie die Haringe 7 , übrigens sothgedrungen emzuartirt werden. Von diesen meistens zur Erholung und zum Vergnügen reisenden Waggon Märtyrern ertragen jcdrch nicht alle mit demselben philoloPhlscheT,.Vle:chmuth )aS Schicksal, welches ihnen auf mech rere Stunden beschicken wurde. Und so leid es uns thut, zur Nichtgzsanterie vermthcilt zu sein, müssen wir, um der Wahrheit die Ehre zu geben, constati ren, daß es meistens Reisende deS zar !en Geschlechts sind,, die b:i sz!ch?r Ueberfüllung ihren- schlechken" Humor mit n:ehr oder weniger -verhohlener Nerrosität an den Tag legen und die feste Uebcr;e'auna ivl b?siken scheinen. daß ein achtsitzigeS Coupe für ihre xeithe Person und viellciät sür ein oder höchstens zwei Sprößlinge mmdecen Alters, rescrvirt sein sollte. Der tttx Gemahl würde blos einiaermaen geduldet werden unter der Bedingung, die Fahrt beinahe vollständig im Durch ... -ttti . . uii$viviuuu $u uuivivumfum oa mm aen die Bequemlichkeit des AuZstreckenS Sicht zu beeinträchtigen. Wehe dem Fremdling, der in einer derartig besetz ten Wagenablheilung Unterkunft sucht. Er wird Zunächst mit einem ichroffen. oft gebieterischen Alles besetzt angeVonnett uns wagt er trotz diesem Zu rufe. . sich in der einen oder andere Lücke niederzulassen, wird er mit den verdrießlichen Mienen und verachtungS 1 ' , . -' mp . sollen Ziiaen genrasr. irne cit ZZassagierdame suchte auf der Fahrt vcn Luchs nach Wien, (eine mehr als 20 Kündige Strecke) die Herrschast über zin Coupe zu bewahren. Der Gatte er Dame einer Russin mußte luf das Geheiß seiner streitbaren Hälste Sie ihm d:e Lection in der Mutter spräche sousflirte, intervcniren und den versuch machen,- die bei Zeder bedeuten )en Station sich einfindenden Reisenim abzuweisen. Der Aermste, er geviß am liebsten- im Frieden mit den Nachbarn gefahren wäre., mußte, mn sah es ihm an, wider Willen pariren, md wenn der Versuch der Abwehr miß kungen war und derPaffagier krafüder Intervention des Schaffners den an ,bliH.bösedtW'P,lä'hMntottmea. zatte, da begann nun durch Herbei iiehung d's geplagten Gatten ein Par üimentiren: ::: Man möge zur Seite , rücken, hamitUe Dame mehr Vlay hatte, oder mit nnem anderen . Reisenden, den Sitz vechseln der vermutblich der Dame besser zu. Gesicht stand, oder man solle )em übrigens ganz netten Knablein ge .kalten, sich zum-Schlafe- auszustrecken. :e., Und Hazn.lein.unaulhörlHeS ßin rnd Ausgehen, . um auf dem Gang mit sem Conducteup wegen Nebersiedlung C m die erste Wagenklasse zu unterhan Seln. sich nach dem Preis und ' der An zahl der Passagiere dort zu erkundigen, dann in der Heimathsvrache gepflogene Debatten über die Zweckmäßigkeit eine? Ucberzahluna.. Die-Mitreisenden bat ien aw die 2 kleinen Plackereien geduldig hingenommen und sich den Laune!' der kcoupetyranNin . gefügt da kam aber die Strafe. Mitten in der Nacht pol. rt. em , grauvartlger, ucipicr, ,na i ":i: ". . ..v '-rzt;'iL,2r't'-:t. a: uusjeoen uno rai n, itivuc Kaubjchütze Samiel, ins Koupe. , Zwar Ißiit der neue Passagier ,kem Bewehr, wohl, aber einen Kanonen rau'ch, einen Rausch, !!., wie man sich ihn ur da oben- holt, o di; Freiheit . m.cw4i9K vvonr uno Vit imfW', obnte Einwenduna. dan AÄeS besetzt sei. wurde seitens deS Samicl mit einem ' j ., !' ,: , ! ''. . :m . 1 i : ; , -''' 'i'. J"i' : " U... '! , ,M olchen Tonnerwetter oeanlworm, oa . -s ."' t W. ''jv-n-'C"'!!'?;... ie geangttigle )ame aus eioesrraslea ach dem Schaffner rief.,, Dieser aber konnte ichts anderes thun a !iren, !i daß tust gegenüber der Gnädi ;en" ein Platz frei wäre, der von rechts vegen dem MebMSmanne gehSrte, der öen Personenzug ossenbar durch zu len terif StujeäthaUBi:"!, der CSchenke et iditnitl irnt) : iiiist ! ein zweites M laffebillet . hätte lösen l!Müssenhw!!.WaS .e?" lebhaft bedauerte, da lnsn in bey dritten keine , 11 ju . reu:-Cm cMv m pt .. r Pichen Ch nefer . vA'j&Ar 0:. Und k.nunMlt.lderSämiel.eme, mit iebhafterMesticulation begleitete Straf predigt Kg el? zimperliche Mitreisende, Bob '. er - aus einer xkurzenMeife qualmte, daß bald der ganze Wagen wie der Olymp in femeManchwölkeMKA xäWöÄuchzageMA emwsnde war ja das Coupe für .K!ichtrmcher)!ß,danebem.tzS Va? der Samielß bald zu Hause und vankte unsicheren Schrittes auS dem Wagens Als er ,durH einen? anderes eSmal'HanLiNo sich normal geberdenden Reisenden er ,; setzt wurde, da ertrug die Dame diesen ' IBuwSchSLcch:: :: v , . . . , , f.'!,,,,;,,,!,, , ' - - 1 "ü Jjt ': zen. iiW,Wiener,TLgbW ''"in i,l i'' lll'!,nl i'xmm f'LfiZ ks 2 VN. e Einmal wiryjd er Mensch zlücklich Fnil,Äle,zfierhW,dark-. der weg und tU leben darüb

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