Indiana Tribüne, Volume 15, Number 30, Indianapolis, Marion County, 18 October 1891 — Page 3

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Das Fritzche. Erzählung von Gräfin M. Neystkling. ; - - ' ' ' ' ' ' ' -r (10. Fortsetzung.) Schweigend blieb Asten wieder stehen. Machen Sie sich bereit, Jhre Schwa - tron auf kurze Zeit zu verlassen. ' Der . .Mdlüfdnt des Furien B. ift vermundet und dienstunsähig Se. Durchlaucht Iahn mich, ihm einen geeigneten Offizier zum Ersatz zu nennen. Ich werde Sie Iit Vorschlag bringen. Werden Sie beMlgt, so kommen Sie nachdem Ncr dc von Paris. Durchlaucht werden in , diesen Tagen die Cernirungskekte daselbst in Augenschein nehmen. .Zu besehlen, Ero. Excellenz, und ich erlaube mir, ganz gehorsamst zu danken." Ein unoerkennbarer Ausdruck sreudu ger Ueberraschung verttärte die Dien-st lniee bei diesen Worten, und keine Spur eines Bedauerns dämpfte ihn. Se. Ercellenz bemerkte es und es befriedigte ihn. Der Major ging. Im Hinausschreiten warf er noch einen Blick auf Jeanne. Sie lag leblos und bleich da, wie ein schönes Marmorbild, ' dessen edlen Zügen ein Ausdruck starren Wes aufgeprägt war. Blieb wirklich kcincr .. seinerGedanken bei ihr zurück?.., . , , , Die Weiber hangen an ihm, wie sie cn jeder leiblich anösehenden, bärtigen r 'Frahe hängen," dachte 4der; General aber er schert sich im Grunde den Teufel um sie. Nun, besser immer, man bringt ihn von ihnen weg. Wenn ich so forftahrc, sein Mißfallen zu erregen, verlasse ich Frankreich lS General, sagtet sich Asten. . Aber die Sorge für .mein Fortkommen, die er diesmal bethätigt, ist mir doppelt an genehm. Fort von diesem, unglücklichen ' Mädchens ' das sich nicht retten lazsen will! . . . . Wenn sie denn doch nicht auf miü hZrt, ist mir's lieber,, ich . .komme gar nicht in Gefahr, sie nutzlos zu war'r.en oder zu ermähnen. Im Laufe des TageZ erkundigte er sich nach ihr. Sie war in'ö Leben zurückgekehrt, befand sich leidlich; ja, ihre Verwundung sollte nicht einmal gefahr? lich sein. Aber sie fiel bei Zeder Erregung in eine sener tiefen Ohnmachten, in welcher man sie auf dem 5tamsfplatze rgefunden hatte, und. der Arzt erklärte, ke!a ZustanMabsoluter Ruhe! sei nothwen- ' dii., sollte sie hergestellt werden. Als Asten Belle - Fontaine verließ, hatte er eine Wiederholung jenes Gefühls seelischer Befreiung, das er bei der ersten ' Mittheilung von seiner bevorstehenden Entfernung verspürte. 'l " " . 4 Jnr Salon eines kleinen Schlößchens, ba nicht weit von VillepuitS gelegen wZ?, faßen einige Gardeofsizicre höheren 'NanzcZ, unter ihnen ein Major eines anderen Regiment. , Alfo sie haben wirklich Le Bourget . . befestigt? ..Dann erden ,, wir cS den ' RsckerS doch wieder abnehmen müssen!" sagte einer der Gardisten, mit dem bespornten Fuße einen qualmenden Holz klotz, der im Kamin zu weit nach vorn siel, über das elegante Schutzgitter rückürtsschiebend. . Wenn sich das GnüchtIewahrheitet, - wird in den allernächsten ' Tagen der Tsnz darum loSgehen,' bemerkte im zwtttcr. .Durchlaucht dürsten bald benachrichtigt werde. .Run, sagte der Fürst, mit den Vlicken den rauchenden Klotz festhaltend, t wird ja eine S th eilS ei ne ganz w illkommene Unterbrechung der Belagerung sein, die schon ansängt eintönig zu werden. Mir thut's nur leid um die armen Teufel,- die dabei wieder um ihre gesunden Knochen . kommen., , Die Geschichte hat jetzt so gar keinen Sinn mehr, und -Trochu, Thiers und 5rcnsorten müssen daS selbst langst eingesehen haben. Wir fämpscn eben nur noch der Eitelkeit deö Herren zuliebe, die daZ ' entscheidende Wsrt'nicht sprechen mögen. Und dafür noch deutsches Blut vergießen zu müssen, ist hart.D Allerdings, 5, sagte ein jüngerer Ossi z?er5 sich ,die erstarrten Hände reibend, dennoch muß ich sagen, ich trage meines beinahe noch lieber in's Gefecht, als daß ich es an diesem , nichtSwürdigen Kaminen erfriere. " .Ja, ein guter deutscher Ofen! Ich Habe auch gern den ganzen Plunder von Vergoldungen und seidenen Lappen, mit denen die Räume hier ausstafsirt sind, für einen solchen her, antwortete der Fürst. .DaS Schlimmste dabei ist, unsere Kerle verstehen mit den Dinger nicht umzugehen. Ich plage mich den halben Tag über selber mit dem Zeuge ,und glaube, ich habe im Heizen wirklich I schon eine gewiss Routine : bekommen. Sehen Sie, z. B. jetzt müssen die Stücke hier so zu liegen kommen. . . Und er neigte seine noch jugend- . liche Gestalt über das Feuer, und be gann frkg mit Zange und Schaufel zu hsntiren, trachte es ober nur dazu, daß von den hin und her ,, geschehenen Hölzern ein immer unerträglicherer Qualm aufstieg. Er kehrte sich endlich lachend nach dem jüngste seiner Gefähr ren um. Kommen Sie doch mal her, Asten. Ihr Geschick erfreut sich ja eine weitgerelsteneRufe vielleicht parirt. Ihnen m : "i u. 1L ; .i! , f das Teufelszeug!- 4 IDurchloucht'Bntwürftt'iletSRajor der am Fenster stand, ohne .der Aussen derung zu folgen,.. da sprengt etn Feld! jöger heran, auf schaumbedecktem Pferde.!! Der I.Mann muß wichtige . . Nachricht haben...." .Wo?- rief der. Fürst,' warf Zange und Schaufel hin und eilte an'S Fenster. .In der That,.meineHerren, ich glaube, die Nachricht wird uns warm machen, euch ohne Ofen....- , k ; -' Eine halbe Stünde darauf urhi zum" Antreten geblasen. Man brach aus ach L Bourgct. - .- . Wie man weiß, -f wa r die Einnahme MdkS DorfeS ' mit , großen Schwierigkeiten verbunden,"' ' da es unter dem " schützenden Feuer der vier Festunzen: St. Den!, Fort i l'chi. Fort

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mv d'Aubervillierk und Nomaknolllk -laz. Der Ort- war außerdem mit vielem Geschick verbarrikadirt und von hg' .her. steinernen Mauern umgeben, hinler denen die Häuser zu Miniaturfeftungen gemacht waren, aus deren Schießscha: ten unablässig wohlgezielte Schüsse sie len. Der Kampf um den Ort entbrannte demzufolge so heftig, als glaubte noch nicht ein Mann in Frankreich, daß der Krieg bereits entschieden. Leben um Leben siel dem erbitterten Eigensinn z um Opfer. Der Kommandeur eines Garde regiments fiel durch einen Schuß au3 dem ' Fenster eines Hauses, aus dem mit einem weißen Tuch gewinkt wörden war und an das er, um das Friedenszeichen zu erwidern, dicht her-, anritt. Seine Leute trugen ihn beiseite und versuchten ihm Wein einzuflößen und das aus der Wundi stürzende Blut : zu hemmen. Auch Asten hatte ihn fallen sehen und eilte,ihm zu Hilfe. " Er verließ sein eigenes Pferd und kniete neben dem Liegenden hin. Doch empfing er nur aus schwer aufgeschlagene Lidern den letzten Blick. Eben als er wieder aufstehen wollte, erhielt er einen Schlag über der linken Schläfe, unv ein eigen, thümlkcheS Gefühl von Wärme umfing ihm die Stirn. Eine Sekunde lang sah er nichts als ' tanzende Funken, dann sank alles in Dunkel, und sein Bewußtsein sank in dem Gedanken, .daß er dem Sterbenden das kameradschaftliche Geleit in die Ewigkeit gebe. . , Der Kampf aber toste weiter. Schüsse knatterten und dröhnten, das Krachen stürzender Mauern mischte sich in Kommandorufe und Signale, und Aechzen, Wimmern undStöhnen gaben die grauenvoll Begleitung zu den Grundtönen der furchtbaren Musik der Schlacht. Zwischendurch brach auch einmal ein geller Schrei, der den wüsten Lärm mit der Gewalt der Todesangst übertonte. SeitwärS aber in erstürmtem, osfenem Geh5ft lagen zwei junge MSnnergestalten lang ausgestreckt, reglos still, so als ginge sie all dies wilde Gewühl nichts mehr an. Sie hatten ihre Pflicht gethan für: , immer. Als das Toben verstummt war, lehnte der Fürst an einer zertrümmerten Mauer und tauchte fetn Taschentuch in ein ihm dargebotenes Glas Wasser, sein puloergefchwörztcS und blutbefpritztcS Gesicht damit reinigend. , - !, Das war ein wüster Tag. ".sagte er, ein Sieg, wie ich keinen mehr erleben mochte. . Wie viele fehlen uns, die miedet ihr Blut hergegeben haben, weil die Herren Franzosen noch immer mit der Tinte geizen!-ZalukowSky, Obstfelder. Reilen Haugwih der arme, junge Kerl! Graf W., nur zurückgekommen, um sich zen Tod zu holen, und mein Adjutant Ruprecht, wo ist mein Adjutant? Wissen Sie von ihm?- , , Er liegt neben jenem - .Todt?5 ( Ja, Durchlaucht. Er gehört zum Leichengefolge des tapferen Komman deurö.- , ES entstand ein Schweigen in dem Kreise um den Fürsten, das der Schritt einer Ordonnanz unterbrach. Auf einem hölzernen Tonnendeckel brachte der Mann elne Flasche Wein und ein GlaS, ei chem der Fuß abgeschlagen war. Der First goß ein, trank, goß abermals ein und reichte das GlaS welter. Die übrigen tranken schweigend und düster, als flösse der Wein einem Todtenopfer. Wenige Minuten später standen sie auf dem Hofe bei den Gefallenen. Da ertönte eine Frauenstimme in ihrem Rücken: .Und ich sage 'Ihnen: nein! . Er darf nicht todt seirU Er soll nicht todt sein!. Ich glaube Ihnen nicht, bis ich ihn selbst gesehen.- ; Die Offiziere wandten sich und sahen eine junge, schlicht gekleidete Dame, welche die weiße Binde mit dem Kreuz trug, den Hof durchschreiten. ... .Wo liegt , er?" fragte sie. .Ich meine Major von Astend ' .Hier,- antwortete mit einsilbigem Ernste der Fürst und deutete auf die kraftvoll schone Gestalk des regungsl Hingestreckten. i)n Die Dame öeugte sich über sie. .Nein, nein!- rief sie dann abermals uS; .todt nicht! bewußtlos, ja, aber n'cht todt. Es kann nicht sein! Ich nehme ihn mit mir!" Und sie umfaßte mit eigne Armen den' Oberkörper und sagte aussehend: .Helfen Sie mir! Legen wir ihn auf jene Bahre dort." In den Mienen der Ofsizkere drückte ich die Ueberzeugung von der Nutzlosigkeit deö Thuns aus. Doch schwiege sie, und zwei bückten sich und erfüllte den Wunsch , der Dame. In den Gesichkern der anderen aber zuckte eine namenlose , Ueberraschung auf. Denn eS war, als zwinge der Wille deS MädchenS den Todten, zu gehorchen. Seine bleichen Lider rührten sich ' und entschleierten sekundenlang die glasigstarren Augen. Dann sanken sie schwer zurück. Er lebt!- murmelte die Gräsin, und wie ein Echo gir.g S durch den Kreis der Umstehenden. ; .Ihr Muth hat dies bewirkt. Mo, gen Sie ihn sich nun auch retten!" sagte der Fürst mit herzlicher Betonung und schüttelte ihr warm die Hand, j .Ich hosse es, ",; scholl die Antwort entschlössen zurück, und sie legte sorgsam den blutbefleckten Kopf zurecht. Asten, hatte ein paar, dunkle Augen traumhaft über sich gesehtn. Ihr war nies Licht kam wle ein letr Gruß des Lebens zu ihm. Dann fühlte er sich von weichen Armen umschlossen. unÄ irostlich -jOttJ itttj Name durch sein Hirn: JeanU Machte sie, waZ e begangen, gut. incem sie den deut ! sche n V er wundeten nun wirklich p flegle? Der kaum gefaßte Gedanke ging unter, in einem dumpfen Schmerze, und kk wußte nichts wehr v?n allem, a "Sia; lhn her geschah. '' M ' ,;! ."il; y . , i., ; ;!:!f . ,' Ein i!e::rner Nsvemberhlmmel blickt curch da? Fenstlr, an dem. halb vcn einem grünen Seidensarhang versteckt, ine dunkelgekleidete Frauengestalt sitzt. Im Hintergründe des Zimmers liegt auk breitem, von grünen Vsrhlna.tn tzslb-

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mschlsssenenBette der Kränkeln reißen Kissen. Er ist sehr bleich und nur der braune, welchwallendt Bart und die dunkelbraunen , Locken, , die euS , dem Koxfverband 'quellen, ' heben' sich farbig von dem eißen Linnen: "Y Langsam richtete er den verbundenen Kopf. empor und blickte in dem fremden Raume um sich. Er erblickt aus einem Tische arznelzefüllteFläschchen, Limona: den" Salbennäpfchen; in Bronzeumrah, mung einen Schirm mit chinesischen Fratzen überfeinem Krankenlampchen, ein Sofa, auf roelchcm Kissen und Decken von dem Nachtdienst der Wärterin spre chen. . . . Und diese Wärterin selbst?. . . Seine Blicke ruhen auf der Frauengestalt unter dein Börhang. un das Herz in der matten Brust fangt an, schneller zu schlagen. Der Name kommt in das Bewußtfein zurück, mit dem es erloschen ist. Er sieht , eine schlanke Gestalt denrFenster zugekehrt, eine schmale gelbbräunliche Hand auf den dunklen Falten deS Kleides. dichtes, dunkles,' auf dem Kopse in einen kunstvollen Knoten verknüpftes Haar .Jeanne!- sagte er laut mit t '""'V ' 1t! '! "'" ihii 'lll I"1 -Pi!li' .L.'iil:- ' inniger Betonung. ,i , 1 . it Die Gestalt erhebt sich und schreitet auf ihn zu. Nein! es ist nicht Jeanne! Das., ist nicht ihr jugendlich weicher stolzschreitender Leib; nicht ihr. hlass:s. .,,klassifch,schö-, neS Gesicht mit den dunklen, räthselhaft blickenden Flammcnaugcn.. .. (ine andere kommt auf den ErwartungSool len zu. Ihre Gestalt ist nicht, so voll und, weich; ihr Gesicht, zeigt nicht, die wundervollen Linien der Französin, aber sie hat ein frohes Leuchten in den klugen Zügen und einen Glanz in ihren gleichfalls du nk len Augen, welch er ,, von warmer Theilnahme spricht' es ist Natalie! .Endlich!"' sagte sie, setzte sich an des Erwachten Bett und betrachtete ihn mit glücklichem Lächeln:' .Endlich wieder bei voller Besinnung!" Sie hält ihm die Hand hin und sprich! mit , gewinnender Waro.u& .Zötl, im Leben! mein geretteter Patientj,-.. " , .Gräfin, " fragte er. die ihm hin' gestreckte Rechte ergreifend, z,haben Sie mich gepflegt?- ' Y ' ''" - . " Auf die bejahende Erwidening zieht er die Hand an die noch ' blassen' Lippcn und murinelt: .Ich danke Ihnen.Er tst - zu ritterlich ' und hat zu viel Dankbarkeit in" der Seele, unz nicht die Enttäuschung zu unterdrücken, die ihm für einen ?lugenblick diese Retterin,, unwillkommen !s erscheinen, släßt. Doch Natalie legt den Zeigefinger auf ihre Lippen und sagt lächelnd: Nicht sprechen und sich nicht aufregen! Noch brauchen wir Ruhe und lange Scho. nung, um auch, nur einen Theil der alten Kräfte wiederzugewinnen." In der That fühlte der Patient sich müde, und das kaum wiedercrwachte Leben zieht durch feine ' Glieder) mit schmerzhafter Schwere. 1 1 Er legt den Kopf rückwärts in d!e wissen und schließt die Lider. Dann umfängt ihn ein Schlaf, welcher den ruhigen, erquickenden und stärkenden Hauch der Genesung über ihn ergießt. t , Natalie beobachtet vihn 'aufmerksam.' äa ihre Zügen ist der Glanz der Freude verflogen, ein gespann? ter Ausdruck liegt in' ihnen. Er ist dem Leben wiedergegeben, ist er eS aber auch ihr?. ... Nein ! Sie besitzt ihn weniger als vorher. AlS er bewußtlos war, gehörte er, ihr! "Sie hat diesen schönen Kopf gehoben und gebettet d!e trockenen Lippen getränkt die heiße Stirn gekühlt, den weichen, wallenden Bart mit äußerster Vorsicht gebürstet und gekämmt, , die im FleLer?üm ?sich greifenden Hände ! beruhigend in den ihren gehalten ..... . Damals gehörte rr ihr! .... Hilflos, wie ein Kind, hatte er in ihren Armen gelegen, und kein Gefühl, kein Gedanke hs.Zte von ihr zu einer anderen schweifen können! Jetzt

aber? Sein erstes Wort war der. Name einer anderen gewesen, und Natalie hatte en Wechsel in se i nen Z ügen w oh l bemerkt, als er entdeckte, daß nicht die, welche er genannt hatte, auf ihn zu schritt. . . . i , Der Kampf hub jetzt erst an; jetzt erst mußte sie ihn sich gewinnen.. . . Sie weiß es, und in ihren Mienen malt sich der alte,' Welche Willel Kein Mit, tel, das zum Ziele sühren kann- wird sie rj " ' iS' ' verschmähen. ' , ,( '!!"lf . ' . ' Behutsam erhebt sie sich und schreitet leise zu dem großen Diplomatcntisch, welcher auf der anderen Seite .des Zrm: merS sieht. Einem feiner vielen Schub: facher entnimmt sie ein Päckchen Post: karten und Briefe und fetzt sich mit dem selben zum , Kami. !' Zwei der Karten ' sind mit feinen, zierlichen Buchstaben! I fih(ff ftf?nW nnn 5trtyunifttnS Wm I vvmijivin u WtlvtyUkkV. ! Schlüsse steht auf einer jeden: .Fr. o. ,W.- Ein Brief zeigt die Auf schrift von gleicher Hand . . Ein Feuer flackert .im Kamin. Die Gräfin be: trachtet in' seinem Scheine Brief und Karten. Dann entsinken ' sie langsam ihren Fingern und gleiten in den Kamin. In diesem Augenblke'macht der Vermundete eine Bewegung, und der dunkle Frauenkopf wendet sich zu ihm. Aber er hat sich nur in den Kissen nach links gedreht, und die Gräfin blickt wieder in das Feuer. ? Die Flamme hat ' einen Theil deS fein beschriebenen Papiers ver, zehrt: jetzt aber erlischt sie, und in dem übrigen verglimmen die Funken, als hin: dere ein hämischer Kobold das Werk der Zerstörung. Das, Gesicht der Gräfin überzieht ein zorniges Roth. Ein hef, tizer Sto ß des s ch malen Fuß eS, und der Brief berührt den Kloy. der in - der Mitte der Feuerstelle kohlt. Ein xoal Funken sprühen heraus und zünden im Papier. , Noch ein Augenblick dann ist nichts ürrig ven dem Geschriebene,? als schwarzer Staub der Staub tu $8Mttitnilj$ I (3ind (eine Nachricht aus der.Heimath da?- fragt der Major wenige Tage darauf, während seine Blicke wieder durch das grüne Zimmer s schweifen. Der Novemberhirnme! drau? ßen ist noch immer derselbe, und in der greuzrünen DLmmtrunz überkommt den

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Kranken ine Melanchclie. "zsche ee vergebens zu bewältkzen sucht. v.O ja, - antworte: Natalie und reicht ihm ein Päckchen. Er. mustert d,e verfchiedenen Handschristen susmeresam und fegt die .Briefe dann vor sichchin. , .Weiter nichts?Nichts! Ein Zug von Enttäuschung geht durch das schöne Gesicht, der Zuz. den Natalie nün' schon kennt' aber diesmal bemüht ihr Patient sich nicht, ihn zu verbergend .Ich bin zu müde, um dies alles heute schon zu lesen,- sagt er und sieht über die Briefe hin.- Sie hat ihm also nicht mehr geschrieben, seit er Belle Fontaine verlassen hat?: Warum nicht? Hat sie ihn vergessen? ' Ist ihre Theilnähme erlahmt?. Der Gedanke ist schmerzlich. Denn der Kranke fühlt ein unnennbares Verlangen nach ihr. Das Fehlen ihrer Briefe sagt eS ihm so deutlich. wie ihr Eintreffen selbst eS ihm noch nie gefagt: über allem, was er in diesem Feldzuge erlebt hat, steht wie ein Stern, der seine ganze Seele zu sich hin aittieht, das blondlockige Mädchen, sieh! Fnederike Jeanne hat so tief nie in sein Empfinden eingegriffen. ' An die Pariserin hat , ihn das Fremdartige der Erscheinung gefesselt, der Wunsch, sie von ihren gefährlichen Neigungen zu heilen. Jetzt tritt sie wie etwas WesenloseS zurück, und als lieblichste Verkörperung deS LebenS'sieht er statt ihrer das peinende Mädchen, dem erversvrach, wenn Gott ihn beschütze, zu ihm heimzu kehren. - ' . Y -. Sollte ihr-nichtS mehr daran liegen, daß er sein Versprechen hielt? , Hätte siz. keine Theilnahme an seiner Verwundung gezeigt, sollte keine für seine Genesung haben? ;v,. , Sie ist sehr jung, und da ist dieser Pfälzer. . . . Mit der ganzen erfinderi fchen Sebftxeinigung der Liebenden malt sich der Träumende aus, was alles sie von ihm abziehen könnte .... Natalie spricht zu ihm; er hört zerstreut zu, antwartet verkehrt. Plötzlich aber geht ein Leuchten durch . seine Züge und erhellt das müde Gesicht. Es'fällt ihm ein: er. ist in . den Zeitungen todtgefagt worden. . Vielleicht bat sie nur das gelesen und den Widerruf nicht! Vielleicht hat sie umihn gtweinl, ja vielleicht vergießcn ihre lieben braunen Augen jetzt noch Thränen muhn... Es muß so sein, gerolßl , Hätte sie., fönst a Rande deS Grabes ihn ohne ein Zeichen der Theilnähme gelassen? . . . ; 1 Und zum ersten Male seit seiner Verwundung' drängt eS ihnu eigner Thätigkeit. , f'Ji$ möchte schreiben sagte er, sich seiner Pflegerin zukehrend, .darf ich Sie um die Güte bitten, mir meine Schreibmappe xu reichen?" I .Schreiben?: . . Sieselbst. . ; . Das dürfen Sie doch wohl rnchH entgegnet sie liebenswürdig wie ; immer. .Aber diktiren Sie mir. Ich bin gern bereit, Ihnen als Sekretär zu dienen. - Einen Augenblick zaudert er. Don sagt er, unter dem Einfluß neue? Gedanken: .Sie erhöhen meine Dankbarfeit, wenn Sie auch diese Mühe noch auf sich nehmen wollen. - .Aber ich bitte Sie, das gehört zum Wärterdienst. ' Wenn man ihn fo aufopfernd erfaßt wie Sie....- - .Gut. , Genug der Csmplimente. Fangen wir an." " Also bitte mit der Adresse. Sie setzt sich zurecht und sieht er ungSooll auf. .Nun?--iAn Fräulein von Waibach. - ' .Aal!" Es kommt langgedehnl von ihren Lippen; dann legt sie dle Feder hin, und ihr Blick umfaßt ihn mit mißbilligendem Ernste. 1 " .Ihr wollen Sie schrekben? Verzeihen Sie. wenn ich mich weigern muß, mich als Vermittlerin für diese Korrespondenz herzugeben. - .Und darf ich fragen warum?" sagt er, während aus dem dunklen Blau seiner Augen ein tiefer Ernst dem ihre begegnet. . ' , ' Ihr Herz drängt, gegen die Brust. Das ist die Stunde der Entscheidung. Jetzt muß eS ihr gelingen, die blonde Gegnerin zu verdrängen,., die Macht der Erinnerung an sie, zu bezwingen, oder sie erreicht es nie! Sie sammelt ihre ganze Selbstbeherrschung und nimmt äußerlich eine ruhige, richtende Miene an: .Friederike von VZaibach ist verlobt und ihr Bräutigam sehr eifersüchtig. Ich mogte also keinen Anlaß geben.. ..- , Asten unkerbricht sie.. , Denn das ist mehr, als er erwartet hatte, mehr auch, als er glauben kann. , ', Woher wissen Sie das?" fragte er gereizt. .Hat sich Fraulein von Wal, bach während meines Krankseins ver: lobt? ' , ... ;0 nein,- antworte sie kühl, .die Geschichte ist weit älter. Sie und Herr on Salteneck sind Brautleute seit -nun, lassen S mich veHneaU.?f!e lange ist eS wohl her? Ja. gewiß an die drei Jahre. Und der . Selbstständigkeitstrieb des Fräuleins allein läßt es nicht zur Verössentlichung der Verlobung kommtnl Im Vertraue weiß die ganze Nachbarschaft darum. Man müßte sonst , auch daS Verhältniß der B iden s ehr anstößig sinden.- . Ich weiß nicht darum," sagte derVeraundete wie vorhin, . .im Gegentheil, soviel ich mich erinnere, sagte mir Fraulein von Waibach, sie sei völlig srei.Eia iNerlegener Spott, spielte um NatalienS ausdrucksvolle Lippen: .DaS ist S ja eben! Sie kann sich nicht ent schließen. , diese seelkge Freiheit, von der sie , einen so ausgedehnten .Gebrauch macht auszugeben. Dennoch ist sie im Geheimen gebunden und " vereint durch den Schein dieser Freiheit nur noch für's erste chaS Iß (ic e ' m I r fcem IM nae rieS . 'iii.iüi.il-iii!;;.:::;!:::- iiiiüiiiüüi;!;. iIm:!!,,, ifgMSi--'1''- ::. : :: i ' - ;IlB-:: ',;,;.',: ... : ,-r ' i1 -.ij-iif .Was soll diese Aeußerung bedeutn?fragte der Kranke sehr bleich, und sein kluges Gegenüber berichtet: .Herr von Salteneck ist sehr vermögend :nd das praktische Friychen eine viel zu 2'u1e och in biöchen Selbstherrscher tu ge 'iklt bst. seini lchone. lchuldknfrcie Bei

ntzung mit ihrer arg verschuldeten zu rereinen. Vorher mag sie, sich noch gestatken, an einem, oder dem anderen vor übergehend ' ein größeres' Gefallen 'zu f-nden und ihm das zu zeigen, aber das hat nichts zu bedeuten.- '" . ,:; Der Majori sagt nichts mehr. - Die schlanke Pflegerin erhebt sich ruhig und Linnuthig und reicht ihm mit den vor nehmt, eichen Händen die Mappe h'In ' ' " ' . "'Wenn Sie'dennoch an das Fräulein schreiben wollen, müssen Sie eS schon selbst versuchen.- ' Er macht eine leicht abwehrende' Bewegung. Ich danke; ich fühle in der That, daß meine Kräfte noch nicht ausreichen würden.-' Nein! Seine Kräfte reichen nicht da zu. Die Erinnerung kehrt mit allen ihren Zweifeln zurück, fein ganzer Aufenthalt in der Pfalz sieht plötzlich lebendig vor ihm.. Wieder gäbe er eine Welt darum, die Gedanken in jenem blonden MLdchenkopfe ih lesen, jenem .. Vi . ':.,. .;. f.,.. I . 1 V ' relzenden Kopfe, der d,e seinen so völ lig gefangen nimmt. Wieder tadelt er hunderterlei an dem unfertigen eigenwilligen Wesen,' und doch' fesselt ihn hunderterlei an.ihm. Aber die Fragen, die sich stürmisch in ihm drängen und alle unbeantwortet bleiben, verzehren seine geringen Kräfte und - der Brief bleibt ungeschrieben. "Natalie geht hinaus und kommt mit Zeitungsblättern zurück: .Wollen Sie nicht die letzten Nachrickten vom Kriegs schauplatze hören?", ' Sie liest ihm vor und' lenkt sein 'Interesse auf Dinge, dieaicht ihn allein, die Tauscnde , bewegen. Sie hat eine angenehme Stimme, und ihr Geficht belebt sich und . wird intelligent und anziehend, wenn sie spricht. In den 'nächen Tagen hat Asten häufig Gelegenheit, ,, dies zu bemerken. Sie ist es ja allein, welche ihm die Oede des Krankenzimmers erträglich macht. In der grünen Dämmerung, welche das eine aussichtslose, vorhangverdunkelte Fenster um ihn spannt, ist das kluge Gesicht seiner freundlichen Wärterin das einzige, was den ermüdeten Mann erfreuen kann. Die Gräfin, fühlt, daß sie Einfluß auf ihn gewinnt, und jubelnde Stimmen erheben sich in ihr. Die . Strecke, die sie bis zum Ziele noch zurückzulegen hat, erscheint ihr nur noch gering. Ein Augenblick der Schwäche, die ja den Leidenden so leicht übermannt, ein Ausbruch sehnsüchtigen Gefühles, den sie geschickt benutzen wird, und sie braucht den letzten Trumpf, den sie in Händen hält, gar nicht einmal auszuspielen . . . Sie schickt die goldumränderten, mit zwei zierlich verbundeneu Namen bedruckten Karten in die Heimath, ehe sie selbst diese noch wiedersieht .... Sie verjüngt sich förmlich unter diefem triumphirenden Hoffen und wird hübsch. Ihr Gesicht hat trotz ihres Aufenthaltes in den Krankensälen einen rosigen, Hauch; ihre Augen,. zeigen einen hellglänzenden Schein. , Aber sie wird auch leichtsinnig in ihrer Zuversicht, sie läßt bereits ändere zu ihrem Kranken, sie gestattet ihm, Mtt der Außenwelt, die sie , sonst angstlich vor ihm verschlossen hat, wieder zu verkehren. ES ist, als ob eine innere Sicherheit ihr sagt: schon einer der allernächsten Tage wird die Kunde bringen, die den Ersehn ten ganz in deine Hände gibt. Und mit herzklopfcnder, freudiger Spannung erwartet sie dieselbe. Als sie in dieser Stimmung eines Abends durch das Haus ging, das mit seinen weiten Räumen in Friedenszeiten ein h errfchaftlicher Palast, jetzt zum Lazareth umgewandelt war, bemerkte sie in einem Flur einen Krankenwärter, den sie bis dahin nicht gesehen hatte. Der Mann schritt schnell an ihr vorüber. Er trug' über dem linken Auge eine schwarze Binde, und der untere Theil des Gesichtes war i,; einem schwarzen Backenbarr versteckt. DöS Gesicht kam r trotzdem bekannt vor, ohne daß sie eS schon gesehen hatte.- Da sie an ein Krankenbett gerufen wurde, vergaß sie den Menschen und wendete anderem ihre Aufmerksamkeit zu. Erst etliche Stunden später als sie ihrem Patienten Gutenacht gesagt und sich überzeugt hatte, daß die Wärterin, die den Nachtdienst hatte, bei ihm wachte, ging ihr, während sie ihr dunkles Haar offen über das Nachtkleid hin auskämmte, plötzlich der , Gedanke durch den Sinn, daß jener Mann, den sie im Flur gesehen hatte, derselbe war, der. verwundet im Hospital von Monpassier gelegen und ihr die Ge? schichte von Jeanne Beauvilliers erzählt hatte. ES war,,, der Franctireur, welcher den tödtlichen Haß gegen Asten hegt. Im selben Augenblick fiihlte sie für jenen die Gefahr, warf die Bürsten hin, ergriff statt ihrer eine geladene Pistole, die immer in ihrem Zimmer, lag, und stürzt, ohne sich zu besinnen, aus diefem in das des Kranken. ; ."" f Es war eine jener Mrnuten, in wel, chen man nur durch unüberlegte Eingebung das Nichtige trifft. . Hätte die Er schreckte überlegt, hätte sie über ihre jähe Angst gelächelt und wäre ohne Waffe, in gewohntem Schritte, nachdem sie ihr Haar aufgesteckt, vielleicht noch einmal hinüöergegangen, um der Wärterin Vorficht zu empfehlen, fa wäre Asten oerlo"t en g ewcsen'S-M :t l So aber flog sie, wie von ihren Gewä nde r n ge t r agen, andte TH Ü rM i ß di ese auf, fah hinein und gewahrte, chne zu erstaunen, einen Mann an Asiens Lager, welcher eine Arzneitasse' ln der Rechten hielt. Seine Linke lag um Astens Schulter und er schüttelte den Schlafen den leicht, um ihn zu ermuntern. Es war der Freischärler, welcher , dem d e ut sche riJ:M ao r 3;ct itToJge? schworen hatte. Die schwarze Binde ver b arg sein schielendeSAug e ..d t : tr ; S3 et x 1 veränderte sein Gesicht, aber Natalie er kannte ,hn . Luve?!- flüsterte e r und hielt die Tasse dicht an deS Verwundet en L'xpen. ' Dieser.Ä,ier.wach!ejI sah schlJftrMktKauf Wälter. In dem Halbdunkil. daS die

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Flamme deS KrankenlämpchenS spärlich erhellte erkannte er ihn nicht und fehle mechanisch die Lippen an den Rand der Tasse. '..In dieser Minute war er w körend denn die Tasse enthielt Gist, Natalie ahnte S, und der , Schuß aus ihrem Revolver krachte. Sie zielte nach der Hand, roelche die Tasse hielt. - En Schrei, ein Klirren, ein fraszö fifcher Fluch und der Kranke fuhr ent setzt in die Höhe. Auf den Korridoren .rührte sich's. Der Freischärler aber entwich unbehindert durch die zweite im Zimmerbefind liche Thür - Natalie ließ ihn voll Ver achtung fliehen und eilte an daS Bett. .Sie haben getrunken?- fragte sie in höchster Aufregung. .Nein .... Ich. . . . Die Tasse ist ja zerbrochen," antwortete der Kranke mit dem Versuch, sich zurechtzufinden. Sie legte - einen Finger an seine Llp pen; sie waren trocken.. Die Gefahr war von ihm genommen. DaS Zimmer füllte sich, und Asten sah mit Befremden die Vorsteherin der Anstalt, einen Arzt und einen Johanniter eintreten und betrachtete verwundert die! Gräfin.? deren dunkles Haar . über das weiße Nachtgewand fiel.' Die ersten, leisen Wortes die sie an die Eintretenden richtete, verstand er nicht. Glauben Sie wirklich, daß eS Gift war?" horte er dann ven Arzt zweifelnd fragen. .Hier ist noch ein Rest, in der Tasse. Untersuchen Sie ihn, - erwiderte sie. Der Boden der Tasse wurde vorsichtig aufgenommen; dann stellte der Arzt dieselbe Frage, die schon Natalie an den Kranken gerichtet hatte. Wer war der Mann? Wollte er mich vergiften?- fragte der Verwundete seinerseits. Natalie antwortete schnell: .Bewahre! Es war ein Wärter, der sich versehen hatte. Er gab Ihnen eine falsche Arznei, und diese konnte gefährlich werden. Zum Glück ward der Irrthum entdeckt, und wir können uns entfernen, wenn Sie von den Tropfen nichts genommen haben. - Sie machte den Umstehenden ein Zei chen, und diese verließen daS Zimmer. Asten versuchte es, darüber nachzudenken, waZ das Ganze wohl zu bedeuten habe, aber er schlief darüber ein, und alS er aufwachte, hatte er daS Ereigniß vergessen. Aber da kniete ein Wärter mit Waschbecken und Bürste dicht vor ihm und versuchte die Diele von Blut spuren rein zu reiben. Auch auf dem weißen Leinenbezug der Decke waren jene unheimlichen rothen Flecken ... .Was ist in der Nacht geschehet fragte der Patient mit einem dunklen Rückerinnern, und der Mann erklärte eS ihm. DU Dame muß viel Muth haben, - bemerkte er zumSchluß und unter drückte dabei ein Lächeln mit der Vezeichnung. dle er imJnnern für sie fand: Verflucht forsches Frauenzimmer!.... .Denn - sagte er laut, , . hätte sie einen Ccntimcter zu weit rechts gehalten, ging die Kugel, statt in die Hand deS nichtswürdigen Hallunken, in den Kopf deS Herrn Majors. - Asten dachte dasselbe, sagte aber nichts. Er hatte feit kurzem die Erlaubniß, täa. lich einige Stunden aufzustehen. AlS er in der Urnsorm, die ihm zu welt ge worden und lose. um die abgemagerten Glieder hing, im Lehnstuhle saß, hörte er seiner Neltenn Stimme. Sein Herz hub an, unruhiger zu fchlaaen. . Durch wie vieles hatte sich ihm oieses Mädchen fchon verbunden! W:e vieles für ihn gethan! Sie nahm draußen auf dem Flur der Ordonanz die Briefe ab. Beim Ein treffen derselben suchte sie doch immer noch anwesend zu sein und übte scharfe Kontrolle in Bezug auf die ein gehenden Sachen. " Heute war eS ihr besonders lieb, diese nicht außer Acht gelassen zu haben, denn die Sendung enthielt eine Karte von Friederike. Dieselbe war allerdings diesmal an sie, Natalie, gerichtet, aber doch welch' ein Glück, daß sie dieselbe nicht vor Astens Augen bekommen hatte! Ellig überflog sie, die wenigen Worte: .Liebe Natalie, lch wende mich diesmal an Sie. Unser ehemalige Gast und Hausfreund, Major von Asten, ist verwundet. Ich weiß dies aus denZeitungen, kann aber nicht erfahren, wle es ihm geht, ob gleich ich schon mehrmals geschrieben habe Sollten Karten und Briefe verloren sein? Durch einen Zufall erfuhr ich nun vor Kurzem, daß Sie ihn pflegen und bitte Sie recht sehr, mir doch Nachricht zu geben. Ich bin in Angst um ihn. Er ist ja für unS kein Fremder...." Weiter las die Empfängerin nicht. Es genügte ihr. Mit ihrem glücksstcheren Lächeln ließ sie die Karle in ihre Tasche gleiten und trat in Astens Zimmer. Sie ' wird diese Karte beantworte n, aber ' tni t der Nachricht ihrer Verlobung. , Und daS wird bald geschehen.. ..morgen vielleicht vielleicht schon heute.... Der Gedanke rief ein heiteres Lächeln auf ihre Lippen, alS sie sich Asten nahte. Der Kranke las nur ' theilneh meude Freude darin. .Wie fühlen Sie sich?" fragte sie, wahrend ? ihre? schönen, dunklen Augen in seine mattglänzenden blickten ' .Von Dankbarkeit erfüllt, " sagte er, indem seine müden Augen sich innig auf sie richteten' Sie scheinen dazu bestimmt mein rettender Engel zu s'in.. , ? .Ich bin so glücklich, daS Unheil verhütet zu haben, - sagte und neigte sich zu , " !Vt , V-"'. .i'; '..li,.:..' :,.: iK il v s f Wm&-l.yw&Hi; Er sah daS Leuchten ,n ihren Zügen, daß sie jugendlich machte, und sühlte ihr Q$ttit5)i dicht an dem seinen; s 0 dich daß ihr dunkles Haar die weichfallenden Locken seiner Stirn berührte und der Hauch ihrer Lippen sich dem seinen vereinte. Es ergriff ihn wie ein Scheindel. Erahnt e j' was sieroo SeMundlez war i h m. als Im ü sZ e" ? e rÄH rIeho rch c n müsse seine Lippen auf ihre ihm entge, gendcängenden j drücken u n oI damit ihr W l'.. x! j'.i't . , -ii.-iil:;:yi:iHiMiiiJ!!iix-1!M.:i!i"!Mi:i"i..ir:l-iai:iili;i uru un cziniai veiirgetn. l'fl'Sfi.i'Ä-; 'jSiji i!,.::;. tsH '"SS! (Fortsetzung folgt.)

t t.!,'?!1': ,i!il3iS!l!f ,.!! ,. IkHa 4" SaiiV-'i illt i--!! ''.?! :,i fmiif-'-jif! 1 11 ' i:!." ::;, .;; . ' ; &i&feÄsii2 s:-,.. .!;,'':. " r '! ; J... :" s QUt utz im Dunkeln. Cj . 5. ,,,. r.. .0, über die Unverschämtheit heukzutage Mit tiefem- zornizen Ausruf und ausnahmsweise geretheten Wange stürzte Tante Aurelie, wie man die ehrwürdige alte Jungfer der Kürze halber nannte, vom Flur her ins Zimmer. Herr Lehmann ihr Bruder, hob eiwas erstaunt denKopf von der Zeitung. Na, zum T...., was ist denn los, Aurelte, du thust ja gerade, als ob di, Jemand einen Kuß gegeben hätte? Die alte Dame warf ihm einen gift! gen Blick zu. Zufällig hast du den Nagel auf den Kopf getroffen, ich.komme vom Metzger her mit dem Fleisch.." - Du wolltest ja Wurste zum Abend essen bringen, warfHerrLehmann ein. Nun ja, mit der Wurst, und wie ich gerade das Haus wieder betreten will, springt in der Dunkelheit Jemand auf mich zu, umarmt und küßt mich !- , Tante Aurelie begrub, wie vcu Scham überwältigt,. daS Gesicht iu beide Hunde. .. , Y Herr Lehnlanu aber lachte und feine Frau winkte das Tienstrnädchcn, das ebenfalls leise Zircherte, zu sich inS Ne benzlmmer. Ich ahne den Zusammenhangs herrschte sie dieselbe an, der Kuß war für Sie bestimmt, und die Wurst die Aurelie in der Verwirrunz zurückließ, auch vielleicht längst versprochen; er ken Sie sich deshalb, entweder Sie geh' noch heute, oder während der nächste acht Tage thun Sie keinen Schritt wehe zum Zimmer hinaus! Tante Aurelie 'nebenan aber konnte nicht umhin, einen forschenden Blick noch in die dunkle Nacht hwauSzu werfen. " . - ES waren acht Abende verflossen seit dem Vorgangez Tante Aurelie kam vom Flur her mS Zimmer und Herr Lehniann hob wie damals den Kvpf vou der Zeitung. 9te, wieder vergeblich, Aurelie ?" Sie warf ihm. wieder einen bitterbösen Blick zu. Der Unverschämte. ..." Herr Lehmann grinste. Nicht wahr: nach dem ersten Ren bezvvus unsichtbar zu werden, trotz aller Gänge zum Metzger.Jetzt brach auch das Dienstmädchen in lauteö Lachen aus. Ja, nehmen Sie 'S schon nicht übel, Fräulein, aber daS zweite Mal läßt sich der Wilhelm mit Wurst allein eben uicht fangen.AuS Vem Familienlede auf Neu - Guinea. Der SJjährige Ncgerhänptling Jambs hatte die 17jährige Kalaika geheirather, welche ihrer hervorstehenden Backenknochen wegen als die erste Schönheit NeN'PommernS galt. Jambo raachte einst eine Reise. Während dieser Zeit empsing dle schone Kalaika die Besuche' des jungen Häuptlings Kicki. Eines Tages hSrte die junge Frau außerhalb der Hütte die Stimme ihres Gemahls. Schnell in den Nauchfang," rief sie, und Kicki kletterte thatsächlich hinauf., Sodann trat Jambo ein. Herzliche Begrüßung. Plötzlich sieht Kalaika einen Fuß ihre? Anbeters aus dem Nauchfang hervorragen. . Dieselbe Bemerkung macht aber auch Jambo. Kaltblütig, schiebt er den Fuß hinein Äkd MaP dk? zum Nauchsang führend Thür zn. . So-, sagt er, und nun koche mit Mittag. Du hast doch etwas im Hau se? .Ja erwidert Kalaika zit ternd, noch ein Stück Filet von dem letzten Afrikareisenden." Schön sazt Jambo und fängt an fei langes Schlachtmcer zu pottrea. WaZ sollte die arme Kalaika thun? Sie macht daZ Filet fertig, und Jambo ißt eS mit sichtbarem Akvetit. Mc& mrl ES ist nichts wehr vorhanden." Wie, und das Rauchfleisch im Rauch fange?" Ja, ich dachte nicht daran." Kick: ist inzwischea fertig geräuchert. Mit blutendem Herzen zieht ihn Salaika hervor und servirt ihn dem Herrn Gemahl. Halbtodt schart sie zu, wie ein Stück nach dem andern in dem Rachen des Häuptlings verschwindet. Schließlich kann sie . eS nicht mehr er tragen. Sie stürzt auf Jambo zu, kniet vor ihm nieder uno tust verzweifelt; Wenn du ihn schon auffrißt, laß mir doch wenigstens ein Stückchen übrig.- " Zu keiner Zeit hat sich ln England oder anderswo so schreibt man daS schöne Geschlecht lei denschastlicher mit Politik und Gesetz gebuug beschäftigt, als im Jahre 1770. wo im Parlament folgende Bill ringebracht und dann einstimmig zum Gesetz erhoben wurde: Jedwede Frau gleichviel, welchen Alters, welchen RangeS oder Berufes jedwede Frau, und sei sie noch so hochgestellt, jedwede Frau, gleich. viel, ob verheirathet, Wittwe öder Jungfrau, die vom Tage der Verkünd! gung dieses Gesetzes ., mit Hilfe . von WvhlgeruchenMmmken, Pomaden, ' fal sche n Zöpfen, Hackensch u hen, w elche eine Unterthan Seiner Majestät zur Heirath unter falscher Voraussetzung verführen wird, ist als Betrügerin zu bestrafenWnsbesondW HeirathSautraz, der von einem Mauve, dessen Sinne durch Wohlgerüche betäubt wurden, gestellt wurde, als ungillig uud nicht klagbar zu betrachten. : Der Gebrauch) von ParsumK fortan nur bei Begräbnissen ; gestattet, von der Ueberzeugung geleitet, daß bei sa ernsten, traurigen ttnlässen selbst bin tr1iiiitß fftrlirfi Sritttui i rtiiht 1 "a. o ' i i mim). 5j . stimmt sein werden, sicd ans der Schaar i nuKuyeuut uu jyti jKn, iifiihilfj! s4i?Z.,,,,,,.i,.,.i.. , ii-,;; ; : !' ii -W: .!!. n W 9 1,-1 A .il : ' ' ' Ii- i L 4k am . mm . m t- ! ii . r.. J. IMW 215 orjtcat. xl; wollen wie "'1 1- . i "P ' . uiui ; ; in v ctgciui icniiuc i peieqlZllS Mittaaes ei cehtn V 5R JYtai hr sn?i i, , i,:r.,i'. il -t Y.'i'- ,;.r. ,..! Vi : L 'L a i 1 . ar..tlJL lA.iL :' . ;' t -i: UU 1 1 IV U 9 , : UltCU , 4U yuja iU lUUil AM ''iiii''' '' .;: '!"' s'vi!' : .'::!:'' -i ': Ü!,' - .. " i".. ''!!

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