Indiana Tribüne, Volume 15, Number 23, Indianapolis, Marion County, 11 October 1891 — Page 3

Das Srrtzche. Srzähkunz von Gräfin M. Neyserling. (9. Fortsetzung.) Er hielt ein beschriebenes Blatt Votier und zeigte es: .Ich habe diesen Brief und Ze?tunzen bekommen, " sagte er, ein Ballon hat sie auS Paris r bracht. Meine Freunde! S sind Mar tyrer. die da drinnen! Märtyrer für die höchste Religion, die Neligiott deZ Va? terlandeS. Sie oerachten die Barbaren, die sie umlagern, die eS wagen, Parts anzugreifen. ParS. die Hauptstadt nicht allein Frankreichs, nein! die Hauptstadt der Menschheit! Sie haben Pläne, wßt ihr. große, um diese Barbaren zu vernichten, uir das Vaterland zu befreien. Aber sie rechnen auf uns. daß wir ihnen bei der Ausführung dieser Pläne behilflich sein werden. Brüder, auch wir sind Iran zosen.. . Sind Franzosen. wiederholte die Menge in dumpfe? Begeisterung. .Was verlangen sie osn uns? WaZ was fei len wir thun? Der Sprecher blickt? wild um sich und fuchtelte mit seinem Blakte in der Luft. Hier ist ein Vorschlag. ES sind viele VorschlZge, . aber ich lese euch nur 'diesen vor, denn cs ist der beste: laßt nicht nur die Männer, nein, laßt auch die Frauen auf die Preußen koSl Ja. die Frauen! Wir haben Frauen, die oater ländifch gesinnt sind wie wir. und die dummen Barbaren vertrauen ihnen. Wohl, laßt sie diese VertrauenSsicheren vernichten Wie das zu machen ist? Jede Frau, jedes Mädchen bewaffne sich mit dem Finger Gottes, und er wird ein furch ersiche? Nachesinger sein. Versteht ihr? Jede nehme einen Fkngerhut von Kautschuk, aus dessen Wölbung eine kleine Kaxskl engebracht ist. welche BlausZure enthält. Aus der Kapsel rage eine scharfe, hohle, kaum wahr, nehmbare Spitze, welche sich zu jener verhält, wie der Zahn der Klapper schlänge zur Grftblase -des Thieres Der Preuße naht sich euch, ihr streckt die Hand mit dem Finger GetteZ auS. be rührt den Feind mit seiner Spitze, und er ist todt, kalt gemacht, gefährdet nie' mand mehr, ist gefallen hahaha' Eine einzige Frau häuft auf solche Weise einen ganzen Wall von Barbarenlkiche um sich, macht ein Bataillon von $iin den unbrauchbar! Das war Blödsinn, ober Ixt ZuhZrkl nahmen ihn ernst. mindestens fi:ps schütteln und Ame.feln entgegen. tZ'r.igt roischten Thränen von den JBtMBtrn Andere schüttelten be Faust? und nur wetten zustimmend? Jz. de, Finge, Gottes! Unsere Frauen werben as! rächen! Sagt 'hnen. . . " Jeanne stand mit ihrem bke'chen. marmornen Gecht tchweigend da. Wa? mochte sie denken? CN war an ?hrem GesichtZauödruckk r.'chk zu erkennen Letzt ergriff sie der Sprecher xlktzkkch. hob sie empor und stellte sie auf' den steinernen Tisch: Hie: haben wir eine, die wird 3 sie lehren! rief r. ,das

ist unsere uyrerln? öte, cie w'r er ählen. S:e hat versprochen, die Feinde zu vernichten. Sie wird Wort halten! Sie heißt Jeanne! Jeanne ist der Name, der für, Frankreich heilig Ist, der schon einmal der Schrecken seiner Feinde gewesen ist! Eine Jungfrau hat ihn roachgerufen und eine Jungfrau soll nie der Fahnenträger! unseres Krieges sein...." Der Wahnsinn in den Reihen der Blousen durchbrach nun alle Schranken: Sie soll uns gegen die Preußen such ten!" riefen sie, drängten sich um Jeanne und suchten ihr Kleid zu erHaschen. Wir wollen sie niedermähen, ausrot ten. zerschmettern! Wagen! Gebt unS Waffen! Jeanne hatte die dunklen Augen, wie vom Entsetzen vergrößert, weit geöffnet: sie glänzten wie zwei Todesfackeln in dem bleichen Gesicht. Asten meinte alles an S " dere als Siegesgefühl in ihnen zu lesen. .Brüder " huben die farblosen Lkp . m an; aber die Aufgeregten wollten -selber sprechen, mehr! sie wollten den Anfang von Thaten sehen. .Laßt unZ ausziehen, wie Saul gegen die Philister ! Wie David gegen Goliath ! Feldsteine seien unsere Waffen ! Werkzeuge, die uns sonst ernähren, so! len uns rächen ! Laßt uns Schaufeln, Spaten und Hacken nehmen l Auf ! die Vaterlandsliebe wird stark sein in dem Schwachen ! In dem Schuppen da," rief Einer, finden wir Eisen ! Laßt eZ uns mit dem Blute unserer Feinde färben f Und er stürzte gegen den Holzbau vor. .Halt I schrie Jeanne, und die Angst gab ihr Bewegung, Ueberlegung zurück. Brüder, ihr seid Franzosen !...." die Männer stockten .seid Führer der Civilisation.. Sie keh ren die Gesichter ihr zu. .Europa sieht auf euch! . . . . - , Sie drängten gespannt zu ihr zurück. " ;Es erwartet, daß ihr euch des 19. Jahrhunderts würdig zeigt! . . . . , Der Schuppen mar vergessen. ' ' .Was erwartet es? " Was sollen wir thun?" . .Ihr sollt Waffen tragen, wie sie der Geist dep höchsten Kultur erfand: giftn ten, Gewehre, die das Feuer eures heia uschlaqens Holt eure versteckten Kara biner, drückt sie km Dunkeln an eure Herzen, schleicht euch an, erwartet den Llliaenbllck! ytät cstl itSoannr hen ''5; Hahn. Ulid'Äcnn ihr den Feind erspäht, . .!.;":''. .i'f v r 't zagr 19m tujt öiugetn in. cen eiv. sicher, ohne Zaudern, ohne Wanken.. . Eine Bewegung ! fiu ,G ein Fall .... kein Schrei l kein Zucken Z ke!a Röcheln. Nichts soll euch verrathen, als der Leichnam, der im Tageslicht stumm vor den gebenden liegen ird 7." .Vor den Hunden liegen wird ! Jede, Kugel mitten im Herzen K. stumm, sicher im Dunkeln! nichts soll unö verrathen l wiederholten wie im Taumel 7 - ' .:':; ,5Siri:iS

Ugen Zornes entsenden, die euch den )er ajcr empfano den Zebya

Sieg . sicherstellen, . nicht über, wie Zunfch, tit zene zu beenden. . Schweikiehüter w:t Schaufel und Hacken lJch habi 'jedenfalls Ursache zu gl

die Einzels und sahen mit jr V munderung glühenden Blicken aus das Mädchen. . In diesem Augenblicke setzte ron der Straße her einer über ven Zaun. Es war auch in Blousenman'n. .Die Preußen!" rief er. .von der Stadt her. rechts. Sie rücken gerade hierher, müssen Wind gekriegt haben! Flüchtet! die blauen Preußen! " Im nächsten Augenblick, iah Asten nur noch Ferfcn. ES wäre schwer geisc sen zu, sagen, waS schneller zerstob: daS racheschnaubende Häuflein oder fein Kampfesmuth. ES mar den Leuten fedenfall Ernst gewesen, aber letzt lie hen sie ihre erwählteJnngfrau im Stich. Das Mädchen tauschte. Es vernahm! wirklich von fernher ein Geräusch, wie den gleichmäßigen Schritt anrückender Infanterie. Die Horchende flüchtete flicht vor ihm. Sie hob entschlossen beide Arme, zog die Zweige des Apfel baumeS nieder und pflückte die rotbä ckigen Früchte eifrig in ihre Schürze, als habe kein G:danke an sndcresNaum in ihr. Der Marschfchritt der Vannschasten war jetzt nicht mehr zu hören. Sie umringten jedenfalls da Gehöft und versuchten sich einzuschleichen. Es ge lang; denn Jeanne hatte noch kein Du hend Aevlkl in ihrer Schürze, da .zeigten sich auch schon in Hos und Garten die doppelt? Anzahl blauer Uniformen. Es war ein Zug Bayern, die ein Haupt, rrann führte. Zu seiner nicht geringen Ueberrafchung icch Asten Natalie neben letzterem. Sie sind fort!- rief hU Gräsin ver drosfen. .W'r kommen zu spät. ES bleibt Ihren kein anderer FZ'.'g. Herr Hauxtmann, als das Mädchen. ' Jeanne hielt mit den Händen die aus gerafften Zipfel ihrerSchürze und kehrtk ihr Gesicht der Sprechenden zu. Wünschen die Herrschaften ttraal von mir?- fragte sie mit einem leichten

Zittern derNajrnmige!. welches verrieth, daß sie innerlich nicht fo ruhig war. wie sie erscheinen w?llte. Der baarisch: Hauptmano war van ihrer eigenthümlkchenSchsnhkit betroffen und stand zögernd da, eh? er französisch antworietk' Ich bedauere. Mademsi felle. ober Sie sind beschuldigt, einer Versammlung von Fre'jchärletn hie aufrührerische Neden gehalten zu haben. Ich muß S'e verhaften . . . . " .W?r bejchuldigt mich?" Diek, Dam, HZ,r Für ein, bekund trafen de rler schwarzenMZdchen2ugeu ineinander. a!S sollten sie sich ri. ihren Flammen ver ;hrn Haß set Verachtung sprach auZ denen Nalaltens. ein fragkndeS B?' fremden su? den 'Augen der Französin. , Führen Zch die Frauen .Krieg?' tragt? sie .Ich t?mt diePkcht. me:ne Land' leute gegen Verrath zu kchüen." war die kalte" Antwort. Jeanne erhob die Necht? und zeigte suk die Bknce mit dem Kreuze. Die 'S Band spricht von anderen Pflichten. S rcrjxrichk Milde." Natali, kehrte sich mit einer brüsken Bewegung zu dem Hauptmanne um. .Haben Sie die Güte, dem 'Padchen sein Vergehen klar zu machen. - .Es ist bekannt." sagte de? Bayer, .daß jedes Gemeindemitglied verpflicht tet ist. die Anwesenheit von FrancttreurS auk dem Gemeindeterritonum anzuzek, gen DerVerkehr mit diefenMordgefellen ist verboten, ein Verbergen und Begüu ftigen derselben wird mit dem Tode be droht. Ich ,vrlhaske Sie. Mademot: f '" f'V: ; I ' Jeanne . vergaß die Aexse! in ihrer Schürze. Sie hob die HZnde und fal tete sie siebend: , .Größer Gott!" mur melte sie. ES w, clS werde sie jetzt nfl der Schwere ihrer That sich bewußt. Die Früchte rollten' zur Erde, gleich zeitig aber rollte auch der Holzblock vor dem Schuppen, von eknem gewaltigen Stoße geschleudert, fort. , Asten trat aus de? Thür. Er ging schnell auf den Bayer zu und sagte in französischer Sprache: .Ich bitte Sie. von der Verhaftung Ui Fräuleins ab zustehen. " ,,, , Ah!.....,sagk5 der völlig verblüffte Offizier, .Herr Major, darf ich bitten, aus welchem Grunde?- v 1 .Sie hat jene Reden nur gehalten, um die Aufrührer von mir abzuziehen. Die Narren wollten in deu Schuppen. um sich mit Gartenwerkzeugen zu bt nzaffnen.? ';f"s .Darf ich fragen, wie Sle tn den Holzstall kamen?" - 7' .Mademoifelle verfteckte mich darin, als ihre Landsleute mich bei meinem Be suche überraschten, sie versteckte auch mein Pferd, daß Sie noch im Stalle deS Pfarrers sinden können. .Ah," sagte der Bayer abermals, .und jene Reden sollte die Dame nur gehalten haben .Es war barer Unsinn, was sie den Leuten vortrug. - unterbrach ihn unwillig Asten. ..Je nun, das bewiese noch nichts. Die Herren Franzosen lassen sich am. leichtesten durch Unünn begeistern, - ant wertete der Baner bedenklich,, .indessen, wenn Sie dafür bürgen, baß allein die Besorgniß für Sie dem FrLuleln jene Worte eingegeben.. Jeanne sah aus, als würde sie kn der nächsten Minute in Ohnmacht7sinken. Zten au den, da d:e Dame ein mindestens eben so warmes Interesse sür mich habe, wie , für ihr Vaterland, sagte er aus deutsch. .sie ist, während sie ' mich schlafend waynte, tn mein Zimmer gekommen, um die Thür eines unterirdischen Gan, ges, von welchem ich nichts wußte und durch welchen die FreischZrler leicht hZts ten in daS Haus dringen können, zuzu nageln. Erst diese Handlung venieth mir den Gang sowohl,' wie die aeheime Thür. !7 Ich habe über die Entdeckung Bericht erstattet Die Gesichter der Betheiligtcn hat. ten sich wShrend dieser Erklärung auffallend ' Verändert. AS der strenge ' 1 ' : -

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Ämksmlene des Bayern war ein gemSth licheS Lächeln' .'worden: .Danach werde ich freilich öte Verhaftung unterlassen müssen.- sagte er, .und thue wohl auch besser daran. Jhrren ble Vermahnung Madem-tfelliZ zu größerer Besonnen, he . . . ' Je?nn- unterbrach khn. S? hatte sich au? jhre? Anwandlung willenloser Schwäch? cuszerafst, und in sinrrer Unwille bMte in ihren nschtschwarzea Auaen " ."Sogen 2i auch, daß unserr Bezfehungen rein treundschaktltche zeweses sind. - rief sie. .Gern!" testZZigte Asten. .Ich hab? Mademoiselle n da? Hau? de? hiesig?!' Pfarrers zebracht, weil S mlr unrechi schien, zu dulden, daß lhr Nuf. wel cher verdient, ein sSllkg reiner zu sein, unter ihrer oereinsa?nttn und schutzlosen Stellung litt." .Herr Major. Mademoiselle, ich habe die Ehre, mich Ihnen zu empfehlen, -sagte der Bayer und sammelte seine Mannschaften, um den Hof mit ihnen zu verlassen. .Wir wollen sehen, ob wir die Mordbaien noch anderswo u wischen. - Er hatte die Absicht. Natalie auch seine Eskorte anzubieten, aber diese hatte den Garten' bereits verlassen und;t ihr Pferd bestiegen, wahrend die beiden Ossiziere die letzten Erklärungen ge-. tauscht hatten. War eö derAerger über ihr überflüssiges Einmischen, der ihren N'tt beschleunigte? Der Hauptmann dachte, es sei allerdings ärgerlich, semand retten zu wollen, der schon gerettet war. und das 'gleichfalls von schonen Händen. Ode? sollte die Gräsin von der An? Wesenheit dS Prußen nichts gewußt haben?.... Sie hatte bei der Angabe nur di, Versammlung der FreischMer ermZlznt. jedoch auffallend zur Eile ge drängt Der Hauptmann hatte seine Gedanken und mußt sich 'allein in ihnen

zurkch! finden, denn ahrend it den Höf verließ, sah er idie, mit welcher er sich beschäftigte, schon weit im Felde. Natalie rvar in böser Laune und ihr Pferd bekam e zu fühlen. Nie in hrem Leben hatte sie cinen. verfehlteren Ritt gethan und hätte jetzt viel darum gegeben, wäre er unterblieben Sie zügelte und xeltschte denn auch ihren beiblütiaen Renner. 6:1 dieser bie Sache übel nahm und zornig steil in die Höhe stieg. Tann kam sie zur Besinnung, und daS Thier dünkte sie km Rech! zu fein. In nach denklichem Grimm ritt sie es daher ge: räume Zeit im Schritt. y Asten trat, sobald die Bayern das GehZst verlassen hatten, zu Jeanne Sie saß aus der Bank unter dem Apfelbäume und starrte mit dem Medusen, blick der halbgeschlossenen Augen aus den Ktks, ,. .Wr muffen Abschied nehmen. sagte der Offizier, .es ist das letzke Mal. daß ich zu Ihnen spreche. Nzch dem. was hier geschehen ist, kann ich nicht mehr zu Ihnen kommen, mochte e auch nicht. WaS ich aber wohl möchte, daß ist. Sie dem Wahnsinn zu ent, reißen, der Sie einem entsetzlichen Schick sale entgegenführt. Ich habe nur eine Minute dazu, aber in dieser einen, letzten hören Sie mich!... Ich habe zurückgezahlt, was Sie mir erwiesen, ich habe Sie gerettet für den Auaen: blick.... für tie Zukunst. slelleicht"für die allernächste schon nicht .... Sie wer den bewacht werden, vergesien Sie es nicht. Dies Geh3s! wird beobachtet werden ; der Verdacht ruht aus Ihnen, und bei dem ersten Vorgang, der ihn tu stätigt, wird man Sie gefangen nehmen und Sle in Untersuchungshaft führen. Ja, man wird wahrscheinlich aus neue Ereignisse gar nicht einmal warten, wird verlangen, daß Sie die Namen der FranctireurS angeben, die hier gewesen sind, ihre Wohnorte angeben .... Was werden Sie darauf erwidern ?. . . . Ich beschwöre Sie. Jeanne, bedenken Sie Ihre Handlungen l Kehren um aus dem Wege, dem lebensge? fZhrlichen, den SU gehen ! - Täglich mehren sich die Mordthaten der Zranctireurs, täglich erlassen wir stren gere Gesehe gegen sie und jene, die ihnen beistehen. Täuschen Sie sich nicht, wenn Sie zu den Verbrechern stehen, droht auch Ihnen die volle Strenge des Kreis gerichts: Gefängniß im besten Falle, im schlimmsten der Tod, der ehrlose Tod, der Verräthern wird . . . . Er schwieg und suchte in ihren Zügen zu lesen, welchen Eindruck seine Worte auf sie machten. Sie war so bleich wie die Steinplatte des TischeS unter ihr, und ihre Lippen bewegten sich kn nervo sem Beben. Er neigte sich etwas tiefer zu ihr. i cv x ci ".-. - . : x -. : - .jvy viii yucii 111191 giniijuuijj. Wenn ich Sie nun bitte: thun Sie es um meinetwillen? t Mit welcbem Gefühl müßte ich durch das Leben gehen, mit welchem Gefühl fallen, wenn mi, dies bestimmt ist, denken Sie daran, wüßte ich; ich hätt eZ nicht möglich gemacht, Si zu retten, obgleich Sie tn Ihr Verderben gingen? Jeanne, es liegt in der Natur deS Wel beS. für einen einzelnen mehr zu thun, zu fühlen, als für die Menge; such Sie haben heute bewiesen, deß dieser Zug mächtiger ln Ihnen ,ist als der. Wahn, dem Sie sonst folgen . . . Gehorchen Sie in Zukunft auch der Stimme der Natur.- Jeanne,- halten, iSle sich von dem verbrecherischen Treiben Jener, die unter Ihnen stehen, fern! Um meiner, willen!, Thun Sle es für, mich!Er erhielt keine Antwort, und ihre zuckenden Lippen schlössen sich krampfhaft rner. lz laa cm Gellandn k biesemDrucke, das derMund sichweiaerte. zu sprechen: ein Schrei ein Flehen des .' Herzens, das von dem Wille des Mad-

tt, aber auch ihre ine Hand schloß sich üm die seine, fest,' mit übergewaltigem Schmer,. Es laa ein Gefiändnik" in

z chenö jium : Verstummen,,? verurtheilt i;jlU4, f.,,. . tß ;i ..... ... , .. . :1, iuh . wurde. Asten ermiderte , es mit. wärmerem Blicke. .Ich nehme diesen Händedruck als - ein Versprechen, ein Versprechen, . bas heiliger ist älS ein Wort, weil es sich uS der Tiese ibreS HenenS zinat. t . .'U-llil . i

Adieu. - , Er fchied. aber es wurde kchwer., ES war etwas ln ihm, was ihn bei dem Mädchen zurückhielt Die Kenntniß ihrer Schwäche, welch lktztere eine sort dauernde Einwirkung, einen srken Schutz gegen Lie ihZrichte Hälfte -'hreS Selbst so nöthig machte, schien den Wunsch ,n kchkferttzen. ihr diesen Schutz zu gewahren. Ja. wr es nicht unüberlegt" gewesen, sie nach Boissz zu bringen, 'wo in dem nahen Gehölz treffliche Schluxfw'nkkl tür d:e Frei? schZrler gegeben waren Wäre sie nicht 'n seiner NZhe geistig ud körperlich ent' fernier rwn ihnen geblieben ? . . . . Viel, leicht war er zu fkrupulös gewesen, hatte sie gerade dadurch dem Verderben nt gegerrgetriebün ?..'.. Würde sich setzt nicht schon ihr Stolz gerade gegen das empören, was er hatte zu Hülfe nehmen müssen, um sie vor der' Gefangennahme zu schützen, das Verrathen ihrer Neigung für ihn ? Er ritt scharf, wahrend er diese unan' nehmen Fragen aufwarf. Hatte er doch noch eine Pflicht zu erfüllen, freilich eine, zu der ihn kein Zug des Herzen? drängte, immerhin indessen eine Pflicht, die er nicht zu vernachlässigen wünschte. Natalie war schutzlos fortgeritten, und auch sie halte sich um seinetwillen in Gefahr begeben, iwenn er auch keine ge nügende.. Nothwendigkeit hierfür einsah. Er mußte annehmen, daß sie die Bayern geholt, um 'hn auS den Händen der FranctireurS zu retten, falls diese sem Versteck entdeckt haben würden. Aber unnöthig oder nicht, sür die Absicht mußte er sich dankbar zeigen. Er erreichte die Neiterin indessen erst eine kurze Strecke vor dem Schlosse. Er sah dann, daß ihr Pferd schaumbedeckt war. sie mar also auf Umwegen und mit großem Ungestüm geritten. .Darf ich den Vorzug haben. Sie zu begleiten? fragte er ehrerbietig grü, ßend, mit jenem wohllautenden Brust: tone, welcher ihm die Sympathie der grauen nicht Tenige? ali seine oorlheil: haste Erscheinung zuzog. Die Gräsin hatte ihn kommen Hörer, und war gefaßt genug, leicht zu tv widern: .Gewiß! Es wird mir ein Vergnügen fein, den letzten Theil meines Weges wenigstens in Gesellschaft zu machen.Kein Wort über das Vorgefallene, kein Tadel über sein Zurückbleiben, süße, diefem kaum merkbaren, in der kurzen, höflich gegebenen Erwiderung. Sie war entschlossen, sich den Anschein zu geben, als ob sie feinem Verkehr mit Jeann, gar kein Wichtigkeitbeikege. Noch hatti sie ihn fa nicht fo weit, daß sie hofsev konnte, ihn durch in Zurückziehen zu kränken und ihn zum Aufgeben der Iran: zösin zu bewegen. Innerlich aber be: rechnete sie die Zeit, die er bei Jeanm noch geblieben war, und kämpfte mit verzehrender Eifersucht. .Die Gegend hier Ist eigentlich wun: derhübsch." sagte sie indessen wie vorhin, .und recht verlockend zu weiteren Ritten. Wenn sie nur nicht so furchtbar .einsam wäre. Dies laßt 'sie immerhin bald langweilig erscheinen.'' .Und auch nicht ganz geeignet zu Spazierritten sür'eineDame ohne männ-. liche Begleitung,'' antwortete er. .O. mich schützt die Binde mit dem Kreu." .Nicht vor allen. Schurken achten sie nicht. Änd daß es deren hier gib ha ben Sie eben gesehen. .ES blieb Ihnen vorbehalten, mir diele Erkenntni, 111 vermitteln." trieb der Zorn, den sie vergebens zu be kämpfen suchte, nun doch über ihre Lip pen. .Ich hatte Sie nicht gebeten, mir zu folgen," drängte eS sich auf die seinen aber er verschluckte 3 und sagte statt des fen: .Auch vor den Geschosien deS FortS Jvry, die sich leicht über Feld verirren; kann das Kreuz Sie nicht schützen." Die Reiterin rümpste verächtlich die Nase. Sie fand eS unter ihrkr Wurde, auch nur auszufprechcn, daß .sie Furcht nicht kenne. Astcn bemerkte eS, und eS blieb nicht aus, daß ihm dieser Muth ges'.el. Kii war überhaupt etwas ihrer heutigen Laune, das anziehend aus ihn wirkte. Das Pulsiren eines echten Gefühls geht beinahe immer tn große rem oder geringerem Maße auf den Partner über. Und ein solches bemei sttkte für den Augenblick die heißblütige Geäsin. Sie vergaß über demselben sogar, mit dem schönen Begleiter zu ?m quettiren, und übte nicht einmal ihr Au-, genspkel an ihm. .Eine gewöhnliche Natur ist sie jedenfalls nicht, überlegte er, und so mußte er wohl ander? mit ihr ch nen als mit einer solchen. Er betrachtete sie aufmerksamer. Sle saß brillant zu Pferde, hatte eine leichte, elegante Hal tung und lenkte das Thier mit ruhiger, sicherer Hand, durch kaum sichtbare Be. wegungen. Das gewann den Kavalle ritten in ihm. Freilich FriederikenS Sitz hatte sie nicht. Die saß, wie in Schnee? flocke aus das Pferd geweht, und S ging unterlhc, als fühle ek nichts von seiner Last. Hier war alleS durch dacht, erlernt; dort eine natürliche, wtlde Anmuth, die sich -nicht lehren, nkchk erlernen ließ. Die blonden Locken fla gen beim Galopp von Stirn und Wan gen und drängten eilend wieder darauf zurück, fo als ob sie es nicht erwarten könnten, dies feine Eesichtchen auf' neue zu berühren. .. ... .Haben Sie Fräulein von Weibach vor Ihrer Abreise auS Deutschland noch häusig gesehen?- fragte er, dieser Erin nerung folgend. '' .Häufig? Nein. In ihrem Leben war kein Platz für mich und meine Interessen; ich meine für die, welche mich nach Frankreich trieben. Sie jagte und jagt jetzt jedenfalls noch durch ihre Weinberge und, Felder, im Knabenkleide) und meint etwas Große "zu leisten wenn sie einen Bauernbuben herunter 'ruh, der eine Weintraube stibitzt, oder cinen Knecht an die Arbeit , treibt, der mit seinem Mädel scherzt. Ueber die oler Grenzpsähle von Ebereschenau binaus reichen ihre Gedanken nicht."

sagte er tttifl. Halten Sie kZ mlr

.Wirklich nicht?" fragte der Major. ... .Nein! Ich meine, das hätten Sie doch auch merken , müssen. , , ' JL ' , i-..a'n ilii .iijj,:,; s-.ni, 1 J, .j Er merkte ganz ttmi anderes, was allerdings nun nichts Neue? mehr für ihn war, und pachte an die-letzke Karte von FriederikenS Hand,' die im Quar tie? bei ihm lag. .Gräsin Walden ha: uns heute verlassen, stand darauf, .die Glückliche! sie darf dahin, wchin ich alle meine Gedanken schicke. . . Wie oft frage ich mich: liegen denn auch nicht meine Pflichten etwa dort und sollte ich dürfte ich nicht meinen Wünschen fglgen? Sobald ich ein .Ja" auf die Frage sin?e. wird mich hier nichts mehr hallen können. Wenn die blonde Schwefleramazone dieses .Ja" fände und wirklich eines TageS hier erschiene, was würde die Gräsin wohl dazu sagen? Asten kehrte den Kopf ab, um daS Lächeln zu verbergen, das ihm bel dem Gedanken um die Lippen spielte. Vor .dem Portal deS Schlosse grüßte 'er militärisch und warf sein Pferd nach rechts.. Aber sie trieb das lhrkge noch zu ihm und" reichte ihm über den Zügeb die Rechte hln. Wann werden wir Sie wieder sehen?" fragte sie.' mit einem entschlossenen Ver-, such, die. Antwort mehr ln seinew Augen als in seinen Worten zu sinden. ' Wieder blieb der suchende Vllck nicht ohne Eindruck aus ihn, und er antmor

tete, sich verneigend: .Ich hoffe, meinen Besuch bald erneuern zu können. Wir n-s. : . stxjtt a liuu ju JiuLyuain. - Dann aber wagte er plötzlich die Bitte.,die er auf dem Wege unterdrückt hatte:' .Sie würden mich verbinden. Grasin, wallten sie einstweiten von dem, waS si heute gesehen haben, schweigen. Ein Zufall führte Sie in die Versammlung der Freischärler ; ich möchte nicht, daß dieser Zusall der Be sitzerla deS HauseS, in welchem ich Quartier genommen, verderblich würde. " .Sie schützen ble Aufsteg'erin 1 .Jeanne BeauvillterZ verdient diesen Namen nicht. Sie ließ bis jetzt W Freischärler nur gewahren, und euch dies nicht einmal, sondern bemühte sich, wahreud sie dem Anscheine nach ihre deutschfeindlichen Pläne unterstützte, sie unschädlich zn machen. Das verdient an anerkannt zu werden." .Und belehnt? Nicht 1 fragte höhnisch die Gräsin. .Ich fürchte, es ließe sich kein Lohn sür Mademoiselle BeauvlllierS sinden. Sie ist ein sehr unglückliches Mädchen, aber eine durchaus reine und edle Na tur, " sagte er ernst. .Sie werden, wenn Sie dies wissen, nicht versuchen, sie in's Unglück zu bringen." .Sie nehmen beinahe übereifrig ihre Partei. Kann Ihnen selbst aber diese Parteinahme nicht gefährlich werden?" fragte sie, immer noch mit spottischer Schärfe. .Ich glaube. Sie mißverstehen meine Beziehungen zu dem Mädchen," antmor tete er mehr ihren Gedanken als Worten. .Ich will Jeanne BeauvillierS kein Uebel zufügen, aber weiter gehen meine Wünsche in Bezug auf sie nicht." Eine leichte Nöthe der Scham und deS Unwillens färbte NatalienS dunkles Gesicht. .ES'geht mich im Grunde nichts an!" sagte sie herb, .und ich habe auch die Absicht nicht, mich irgendwie weiter damit zu beschäftige. . Adieu. " Damit kehrte sie ihm den Rücken. Sie fand jedoch eine.halbe Ermuthkgung in seinen Erklärungen. , Denn sür auf richtig hielt sie ihn. Wenn er versicherte, aus Jeanne. sich nichts Besonderes zu machen, so konnte man dieser Versicherung wohl Glauben schenken, gleichviel, auS welchem Grunde er sie gethan. ES siel ihr, wahrend stt die Treppe hinanstieg, selbst auf, wie der KampseSmuth, den sie besessen, als sie den Major kennen gelernt, verflogen war. Sie hatte zetzt nur den Wunsch, jede Nebenbuhlerkn von ihm zu entfernen, ihn einmal allein sür sich u haben. Er schien so viel auf körperltche Schönheit zu w ben, und die freilich, die hatte Natasie nicht in so hohem Grade wie diese Jeanne, wie Friederike. Aber durch ihre anderen Vorzüge mußte eS ihr gelingen, ihn für sich zu gewinnen, konnte sie nur feine Blicke einmal ganz auf sich lenken. Sie. war deshalb auch entschlossen, Jeanne zu schaden, falls sich eine Mög lichkeil dazu böte; ein Versprechen, daZ sie daran hindern konnte, hatte sie ja nicht gegeben. Und jedenfalls fällte die Dörflerin ihr nicht fortdauernd den Weg zu AstenS Herz verlegen. Asten ließ unterdessen, unklug wie ein Mann, ihre Leidenschaft auf sich wirken. .Ich mochte wissen,ruZs an lhr ist." dachte er, .mehr gewiß, als ich anfangs glaubte. Muth. Energie, Festigkeit deS Empfindens scheint sie zu haben; auch Klarheit in beiden. Ich bin neugierig, llesex in ihr Inneres zu sehen. Wenn sich von ihrem Aeußeren darauf schließen laßt, muß manches fesselnd an ihr sein. Denn sie ist zwar nicht hübsch, wohl aber unbestreitbar in Vielem an ziehend. Eine imponirende Erschel nung. pikant, schon dadurch, daß sie eZ wagt, immer bis an die Grenze des Er laubten zu gehen niemals darüber hinaus. Schließlich kann ich sie ja österS besuchen. ES wird hier langwellig genug werden, wenn wir nicht bald anfans gen, die Einnahme der Capitale de la Civilisation ernst zu betreiben." Was war daS für ein bunter Wimpel,' der da auf dem Wall des Bicetre wehte? Er war. sonst, dort nicht zu - sehen.. Asten erinnerte sich gehört zu haben, daß vor dem Ausfalle des 19. Septembers ein' solcher Wimpel aus der Feste cufgehißt worden war. Er halte damals den' außen liegenden Truppen und Freischärlern ein Zeichen gegeben, sich mit den Ausbrechenden zu vereinen. Sollte die Bemannung tt Festung daS Zeichen wiederholen Und, also die Freundlichkeit haben gleichzeitig den Deutschen War. nung zu geben? Asten vergaß Natalie und Jeanne und ritt schärser, um sofort mit den Sei i nen das Signal zu besprechen und alle I Vorbereitungen zu tressen. : j . " !i 1 c ; , j jj,,,.:- ; f . " . : ' "

In der Nacht schon kam der Befehl, sich in'GefechkSbereitschaft zu halten, und am nächsten Tage kämpfte man um L'H'ay. Die Bayern im Verein mlt den Preußen behaupteten es und trieben die Ausgebrochenen zurück. Der Ausfall hatte also weiter nichts zur Folge als viel unnutzes Blutvergießen. .. , - Asten war unoerwundet geblieben, aber eine große Unruhe quälte ihn. Er hatte sagen hören, an dem Ge fechk hätten sich auch Freischärler de, theiligt. Daß die geflüchteten Bewoh ner von BellekFentaine unter ihnen gewesen, schien außer Zweifel. Ob auch Jeanne? .... Als er heimkehrend über daS Gefechtsfeld ritt, geschah eS in der

unheimlichen Furcht, plötzlich das schone, bleiche Gesicht mit den dunklen Augen vor den Hufen seines Pferdes aufragen zu sehen. DaS blieb ihm erspart, er hatte aber zu Hause noch nicht eine Stunde Rast gehalten, als er den Befehl bekam, sich tn daS Feldlazareth No. 105 zu begeben. Sein General warte dort auf ihn. Er traf den Kommandeur in einem Raume, tn welchem Verbandzeug, ärztliche Instrumente, zerschnittene Uniformstücke und Blutlachen bezeugten, daß er als Ncthplat für Operationen benutzt worden sei. Der General war, als Asten eintrat, mit einem Hauptmann in den Vorraum allein. Er entließ die sen alsbald und betrachtete Asten mit der knurrigen Miene, welche durch fein bloßes Erscheinen hervorzurusen der junge Major gewohnt war. .Ich habe ine dienstliche Frage an Sie zu richten." Der Major stand ohne zu zucken und sah gerade in die stahlscharsen Augen. Sie haben Beziehungen zu einer Franzosin, einer gewissen Jeanne Beau villierö. Das Mädchen steht im Ver dacht, sich an einer Verschwörung von FreischLrlern bethelligt und gestern inmitten der letzteren in daS Gefecht eingerissen zu haben. Was wissen Sie davon?" .Alfo doch! verwünscht!" dachte der Angeredete. Er erwiderte: .Nichts, eS fei denn, daß die Freischärler Anstrengungen machten, das Mädchen für ein Zusammenwirken mit sich zu gewinnen; aber ln so planloser, in's Unbestimmte zielender Welse, daß der Versuch ganz ungesahrlich schien." .Er scheint doch schließlich plan, gemäß ausgeführt worden zu sein, da die Bande dem Aussalle von heute früh cntgegengekommen ist." .Wenn dieS geschehen ist, so wird eS Zufall gewesen sein. Daß Verbindüngen von Freischärler in hiesiger Gegend vorhanden, habe ich bereits gemeldet, daß dieselben sich an jedem Kampfe ansfallender Parifer Truppen bctheiligen würden, wird daher stets zu erwarten sein." .Unter der Führung dieses Mad, chens?" .Ich weiß von nichts.DaS graue Gesicht nahm einen noch knurrigeren Ausdruck an und sein Trager schritt zu einer Thür, rief etwas hinans und kehrte zurück. Gleich darauf riß ein Lazarethgehllfe die Thür auf und begleitete eine Frauen, gestalt, herein: Jeanne Die mächtigen Augen blickten voll starren Schreckens, medusenhafter denn je; Schulter und Arm der linken Seite bedeckten blutbespritzke Tücher; der Mund war schmerzhaft zusammengepreßt und blaß. Ein leiser Laut entglitt ihm,nls sie Asten entdeckte: .O, mon Dieu!" Und die Lider sanken in der Bewegung furcht samer Abwehr, jenes Sichverschließens vor allem Liebsamen und Unliebsamen, welches der Deutsche so ost an ihr gesehen. Die . grauen Augen deS Generals wanderten eifrig von letzterem zu der Erbleichenden. Kaum eine Sekunde lang, denn sie versuchte ein paar Schritte, wankte und siel. Der Lazarettsaehilse ergriff sie und bettete sie auf ein Bund Stroh, das an der Wand cufgeschüttet mar. Sie lag regungslos; daS schone Gesicht war jetzt völlig lelchenhast bleich, kein Hauch bewegte eS mehr. .Nun? Eilen Sie ihr nicht zu Hilfe?" fragte der unzufriedene Kommandeur. .Ich glaube, die Hilfe eines ArzteS wird ihr nützlicher fein, entgegnete Asten kühl. .Aber die Ihre vielleicht erwünschter. " Der Major blieb in militärischer Haltung stumm stehen. Wieder fragte spottisch sein Kammandeur: .Worauf warten Sie?" .Auf Ew. Errellenz weitere Befehle." Ich habe keine. Thun Sie, was Sie wollen." .Dann erlaube ich mir, mich zu emxsehlen." .Was? Ohne nur abzuwarten, ob die Unglückliche todt oder bewußtlos ist?" . Ueber des Majors feierliche Dienstmlene legte sich ein Schatten. .Vielleicht wäre ersteres besser, wenn die Unglückliche wirklich verleitet worden lst, an dem verbrecherischen Treiben der Freischärler theilzunehmen. Wenigstens wüßte ich nicht, was ihr dann Besseres zu wünschen wäre." Holm Sie einen Arzt, " herrschte der General den Lazarethgehllsen an und fuhr dann nicht viel freundlicher fort, sich wieder dem Verhörten zukehrend: .Sie ward auf dem Schlachtfelde Jefunden, verwundet und infolge starken Blutverlustes ohne Besinnung. Ob sie zufällig , dahin gerathen und dabei verletzt worden ist, oder selbstkampfend ein, gegriffen hat, ist, da sie jede Aussage Verweigert, noch nicht festgestellt." Ah! " stieß Asten unwillkürlich erleichtert aus, und die Excellenz knurrte: .Hm.... Atso doch Nicht ohne jedes menschliche Fühlen. " .. DeS jungen Majors Gesicht legte abermals seine steife Dienstmiene cn, und dä sekn Kommandeur sich abwandte, legte er die Rechte vorfchrifiSmaßig an sein'Muhe, doch der Vorgesetzte rief ' rauh ! .Warten Sie! Ich habe Ihnen noch etwas zu sagen. (Fortsetzung sorgt.) 1 's,,'!

Sljjlomatle des OchwiegertaterF, Er hatte sie kennen und lieben gelernt und mit der Eile, die des Elektricitätsjahrhunderts würdig ist, die Verbindung zwischen ihrem Herzen und dem seinen hergestellt, Sapa 0, es war ein so guter Papa hatte geschmunzelt, als der junge gutaceredltirte und wegen seiner Solidität wohlberühmte junge Mann seinen väterliche Segen erflehte und auch dieser schAunzelte, wenn er es auch zu verbergen trachtete, als Papa mit dem Segen zugleich die Zusage einer Mitgist gab, die sich mit ihrer staktli. chen Reihe von Nullen überall blicken lassen konnte. Ein süßer LiebcZfrüh' ling mit allen seinen Wonnen begann dem brautlichea Paare zu blühen. Wenn sie sa im lauschigen Erker saßen, .Hand in Hand und Aag'' in Auge, dann plauderten sie wohl von der Zu kunft und wie sie sich ihr Nest so recht warm und wohlig einrichten wollten. .Er erschrak wohl manchmal, wenn sie, die junge holde Braut, dabei kleine, oder belser gesagt, große, sehr große Wünsche äußerte, die ihrem Gefchmack und ihrem 8tat für Schönheit und Glanz alle Ehrt machten, derer? Erfüllung indeß dem glücklichen Bräu tigam weder mit dem Bestände seiner Kasse, noch mit. der HLhe des ihm i Aussicht gesteMen Heirathsguteö, nsch auch mit feinen Grundsätzen vereinbar erschien. Aber er beruhigte sich wieder, und während sie holdselig von echten Smyrnateppichen plauderte und nicht minder echten Meißenern- und einem Boudoir ganz in Blaßrosa", da träumte er von der kleinsten Hütte, in. der Paare, die sich wirklich und ohne Nebengedanken lieben, nach dem einwands freien Zeugniß eines namhaften Dichters Raum und Befriedigung sin den sollen. Er suchte und fand auch bald die .kleinste Hütte. Ein freund. licheS Quartier cn der KrauSnickstraße dünkte ihm geeignet, sein junges Lie besglück aufzunehmen und zu beschützen vor der Unrast der Welt und dem Ge triebe der Menschen. Sie paßte ihm so recht, die Wohnung, und freu.de strahlend eilte er zum Bräutchen, um ihr gehorsamst Rapport zu erstatten. Bräutchen aber rümpfte die Nase. .Krausnickstraße? sagte sie. KrauSnickstraße ziehe ich nicht. Ich habe eine prächtige Wohnung in der Linlstraße gefunden, spottbillig, kostet nur 7000 Mark und ist Berlin W." Und mit diesem W begann aucö daS Weh für die junge Liebe. Er wollte nicht nach der Linkstraße, sie nicht nach der Krausnickstraße, und eS wäre schon damals bald soweit gekommen, datz JedeS von Bei den seme eigene Straße ging, ull Papa.... Ja, es war wirklich ein guter Papa, dieser Papa. Er giug heimlich zu dem Wirth in der Linkstraße' und bat ihn, seinem Schwiegersohn die Wohnung für 5003 Mark anzubieten, er selber, der gute Papa, werde, ohne daß es Jemand erfahren dürfe, für die ganze Tauer des Tontraktes die fehlenden L0O0 Mark pro anno aus eigener Tasche bezahlen. Der Schwiegersohn war nun zwar über das plötzlich so herabgeminderte Ange bot des Wirthes erstaunt, miethete aber die Wohnung natürlich sofort mit dreijahrigem Eontrakt. Die Wolken am Himmel seiner jungen Liebe verzogen sich für eine Welle, bis schließlich doch man spricht nicht gern davon, aber es muß gesagt werden die in den verschiedenen Ebarakteren der beiden Brautleute begründeten Gegensätze sich immer mehr zuspitzten und drei Tage vor der Hochzeit die Partie zurückging. So etwas kommt alle Tage vor. ÄlS aber dann der Exbräutigam sich entschloß, die so billige Wohnung in der Linkstraße nun doch zu beziehen, da erzriff den Exschn?iegerpapa ein gewalti zer Schreck, muß er doch nun für drei lange Jahre dem ungetreuen Eidam a. D. die Miethe bezahlen helfen. Und so etwas kommt gewiß nicht alle Tage vor. Aber man hat geschworen, tue wieder ein guter Papa zu fein.

Pierre de L an 0 bringt imPa. tiserJigaro" eine Reihe vouArtikeln,in denen er verschiedene charakteristische Begebenheiten vom Hose Napoleon's IIL erzählt. So schreibt er über die erste Kammerfrau der Kaiserin Eugenik, NamenS Pepa, und erzählt, daß dieselbe über ihre Herrin eme derartige Macht besaß, daß der ganze Hof, ja selbst der Kaiser darunter zu leiden hatte. Wiederholten Versuchen, Pepa aus den Tuilerien zu entfernen, widersetzte sich die Kaiserin derartig energisch, daß man sich schließlich darein füge und Pepa als ein unvermeidliches Uebel betrachte mußte. Die gezammke Vermaltun der Vrivatkasse der Kaiserin, sowie die Aufsicht über deren Garde robe sielen der Kammerfrau zu. welche natürlich auch alle Einkaufe besorgte, obei sie die Geschäftsleute zu oft un erhörten Geschenken veranlaßte. Wagte eö einmal Jemand, hierüber der Kaiferin Vorstellungen zu machen, so sagte diese immer: Wnrn Sie wollen, daß wir Freunde bleiben, so verleumde. Sie meine arme Pepa nicht In ihrer Wohnung im Pavillon de Flore hatte Pepa ein ganzes Magazin von Kleidungsstücken, welche die Kaiserin nicht mehr trug. Diese Kleidungsstücke verkaufte die Vertraute der nunmehrigen öxKaiserin um sehr hohe Preise, Al5 der Mann Pepa'ö, ein Unterofsicier, starb, Um 3 zwischen der Iammersrau und der Familie ihres verstorbene Mannes zu Erbschaftsgreitigkeiten. Lei dieser Gelegenheit stellte sich heraus, daß Pepa, die, als Kaiserin Euzenie och Gräfin von Montijo mar, in dere Dienst als armes Land mad chen eintrat, ;m Vermögen von'nahezu drei Millio n besaß. , DieRezensente nsind zu be Hauern; ihre, Lage , bleibt immer eine kritische. Eine Merkwürdigkeit. Der Hirsch ist das Schwein der rujsi sichert Juden.

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