Indiana Tribüne, Volume 15, Number 16, Indianapolis, Marion County, 4 October 1891 — Page 6

Ter Laudfrosö),

tn TZatUn Vehr. In der Selekta herrschte große STuf regung. Ter Streich, den die jungen TameK" ihrem Literaturlehrer gespielt hatten, war der Vorsteherin zu Ohren gekcannen, und diese spie Fetter und Flamme-, wie Gertrud Schröder sich auszudrücken beliebte. - Es war aber auch gar zu bunt, was da mal wieder auZgefrsssen" worden war. Unter Anführung von Gertrud Schröder hatte man einen jungen Laubfrosch in den Hut des Lehrers gesetzt, der, als der Candidat feine Kopfbedeckung am Ende der Stunde von dem Schranke nahm, wohin er ihn stets zu setzen pflegte, diesem in kühnem Satze in's Gesicht sprang. O, wie man dieses Vorkommnis allZeitig bedauerte, und wie man sich derwunderte, daß der Laubfrosch in den Hut gekommen war. Aber dieses Mal Güten die Selektanerinnen die Rechnung ohne den Zorn ihres Lehrers gemacht. Spornstreichs war er zur Vorsteherin geeilt, und hatte ihr mitgetheilt, wie weit man sich vergessen hatte. Fräulein Erica Weigbrot hatte bei der Erzählung die Brille hin und her geschoben", was stet? ein Zeichen von großer Erregtheit bei ihr war, und eine eremplarische Bestrafung der Mifsethäterinnen zugesagt. Sie war dann hinaufgegangen in die Selelta und hatte Aufklärung verlangt. Aber trotz ihres Zornes und troy ader Drohungen war nichts zu erreichen. Die jungen Mäv chen blieben bei ihrer Behauptung, daß sie nicht wußten, woher der Frosch ge kommen war. .Wissen Sie es auch nicht, Gertrud Schröder? fragte die Vorsteherin mit besonderer Betonung; und ein ganj gewiß nicht" war die Antwort. Die Vorsteherin wußte genug. Mmlieh, daß sie doch nichts erfahren werde. Aber ungestraft sollte diese Freveltbat doch nich: hingehen. Die ganze Klasse mußte zwei Stunden nachsitzen. Man denke. Die Selekta, d!e ganze Selekts zwei Stunden nachsitzen. Mäuschenstill war es geworden, als die strenge Lehrerin die Strafe diktirte. Und dann werden Sie Ihren Lehrer um Verzeihung bitten, verstanden ?" lntte sie hinzugeseyt, .und Gertrud Schröder wird Ihre Sprecherin sein." Das war zu viel. Um Verzeihung bitten und Gertrud Schröder die Sprecherin! Und dann war der gefürchtet Tag gekommen. Sie hatten alle ihre Strafe abgesessen in stummem Trotz, und jetzt sollte die Literaturstunde beginnen. O, wie Gertrud das Herz klopfte! Warum geschah kein Wunder? Warum that sich die Erde nicht auf, um sie zu verschlingen? Und dazu noch die fülle Schaden freude der Mitschülerinnen! Die Thür wurde geöffnet, und hcreiu trat der Mann, dem sie, ehe der Unterricht begann, ihre Bitte im Namen der ganzen Klasse vortragen mußte. Sie schluckte mehrere Male etwas, das ihr in die Kehle gekommen war, hinunter und begann dann zu sprechen: Im Namen der ganzen 5llaffe bitte ich Sie, Herr Toctor, um Verzeihung für das Unrecht, das wir Ihnen angethan, indem wir in der letzten Stunde Ihnen" weiter kam sie nicht. Der. Lehrer war erst überrascht, als e? bemerkte, daß Gertrud Schröder, die Unbändigste von der ganzen Klasse, ihn, der keiner Fliege etivas zu Leide thun konnte, um Verzeihung bat. Dann siegte seine Gutmüthigkeit, und lächelnd aus das wie mit Feuer übergössen? Mädchen zutretend, bat er die Sache auf sich beruhen zu lassen und zum Platz zu geben. Gertrud athmete auf und eiligen Schrittes kam' sie der Aufforderung nach, um dann in heftiges. Schluchzen auszubrechen. Seit der Zeit hatte' der Herr Candibat Bruno Arm lcder Ruhe vor seinen Schülerinnen. Keine dachte mehr daran, ihm einen Streich zu spielen, denn Gertrud, die sonst Nimmermüde im Aushecken böscr Streiche, ließ die Flü' gel bangen, und die Anderen waren zu wd'sserenl. Als der Frühling seine ersten Voten, die Sonnenstrahlen ins Land sandte, und Ostern gelommen war, da verließen die meisten Schülerinnen der Selekta die Anstatt; und unter ihnen war auch Gertrud Schröder. Die Sitte verlangte es, daß die abgehenden Schülerinnen von ihren sämmtlichen Lehrern Abschied nahmen, und gern wurde dieser Vorschrift nachgekommen. War es doch den meisten jungen Madchen ein 3ap dium, sich von ihren Quälgeistern, wie sie die würdigen Herren, und von ihrem Oberquälgeist, wie sie die Vorsteherin nannten, zu verabschieden. Auch Gertrud fühlte ein geheimes Wohlbehagen, als sie zum letzten Male vor ihren Ledrern stand. Nur als die Neche des Abchndnehmens an den letz ten. den Kandidaken kam, da befiel sie eine große Unbehaglichkeit; und einer vlöhllcken Eingebung folgend, machte sie Kehrt und entrückte der Schule auf Nrmmerwiedmehen. ' Ein volles Jahr war ins Land a ganqcn. Gertrud hatte ihren ersten Ball, aus dem sie sich köstlich amunrt hatte, längste hinter sich, und hätte beinahe sogar elnen Nord ausgelheilt (5s war aber nicht dazugekommen, weil T Hella Land, ihre beue Freundm, dem Anbeter, der so .furchtbar" ungeschickt wir, einen Wink gegeben batte. Die teibeii Freandlnnen hatten sich hierüber erzürnt, dmn Gertrud Hatte Thetla Vorwürfe über tot Verhalten gemaütt, und diese batte sich das nicht ge allei lassen wollen. Es war aber auch zu ärgerlich. Einen Korb zn ertheilen ist sür ein iunaes. kaum der Schule ernwaänenes Madien keine Kleinigkeit, und sich daru! gebracht zu sehen, kann selbst ein Lamm m Zorn .bringen; und Gertrud .Spröder war durch ms kein Lamm. S uutte ihre Freundin dann gänzlich, aver uuch gänzlich ignorirt, bis diese ich mit einem jungen Arzte

verlobte. Da siegte die gute Natur Gertruds. Voller Freude war sie zu Thekla geeilt und hatte sie umarmt und geküßt und von ganzem Herzen Glück

gewünscht. Tann kam der Bräutigam .strahlend wie em junger Gott", und es begann ein Plaudern und Scherzen wie zwischen alten Bekannten. Im Lause des Gesprächs kam man auch auf die Schulzeit zu sprechen, indem man sich die Freuden und Leiden dieser Periode theilweise in's Ge dachtniß zurückrief, theilweise mittheilte, Natürlich wurde auch die Froschge. schichte erzählt, wobei man sich herrlich amüsirte. Doch als der Name Bruno Armleder genannt wurde, da horchte Franz, so war der Name des jungen Verlobten, hell auf, und dann in ein schallendes Gelächter ausbrechend, meinte er, daß dieser sein bester Freund sei, dem allerdings so etwas leicht passiren könne. Aber ein herzensguter Mensch ist er-, setzte er hinzu; und Sem hättet Ihr eigentlich nicht solchen Streich spielen sollen." Gertrud und Thekla sahen das allerdings auch ein, aber an dem Faktum war leider nichts mehr zu ändern. Zudem waren sie der Schule entwachsen (Thekla war ja sozar verlobt), was sollten sie sich also mit solchen Angelegenheiten noch ab zeben. Die Vorbereitungen zu der Hochzeit wurden mit großer Energie betrieben, denn, da der Bräutigam eine Stelle als Assistenzarzt an einem namhaften Jw ilitut in der Residenz angenommen hatte, so mußte, wenn das junge Paar ;ur rechten Zeit eintreffen sollte, Eile zemacht werden. Gertrud kam sich ungemein wichtig vor. Ihre Freundin berieth Alles mit ihr, und mit einer Sicherheit, als wäre ihr das Verheirathen ihrer Freundinien eine tägliche Beschäftigung, nahm u die Führung der Geschäfte in die band. Ein Glück nur, daß die Mutter' !hekla's da war. Es wäre sonst wohl :in sehr buntes Arrangement geworden. Und dann war der Dag der Hochzeit da. Früh Morgens war Alles auf den Beinen, und soviel war zu thun, daß an kaum fertig war, als es zur Trau ing ging. Die Kirche war gefüllt mit Sochzeitsoästen und Neugierigen, und Vertrud fühlte in der allgemeinen Rüh cung, die auch sie befiel, so etwas wie den Wunsch, recht bald ebenfalls vor Sem Altare zu stehen und mit dem Manne ihrer Wahl für's Leben verbunden zu werden. Man war dann zum HochzeitZsaalge fahren, wo die Stimmung allerdings tlicht niehr so feierlich war, wie in der kkirche, dafür aber einer heiteren Laune Llatz gemacht hatte. Der Knäuel, der lich um das eben getraute Ehepaar ge bildet hatte, löste sich allmählich in klei aere Gruppen auf und die Vorstelln. zen begannen. Auch Gertrud machte teue Bekanntschaft und plötzlich stand :in Herr vor ihr, den sie sofort als hren früheren Lehrer, den Kandidaten Bruno Armleder erkannte. Sie war zanz befangen geworden, als er ihr die Hand zum Gruße bot, und mit stockender Stimme gab sie auf seine Frage ach ihrem Befinden Auskunst. Es war aber auch zu fatal, daß diese Begegnung hier stattfinden mußte. Sie mochte gar nicht aufsehen zu dem großen, stattlichen Mann, der ihr jetzt zanz anders vorkam, als zur Zeit, da sie noch seine Schülerin war, Sein Wesen war überhaupt ganz anders geworden. Er war gar nicht mehr so ungeschickt, wie in der Schule, wo er den unbändigen Mädchen gegenüber eine so eigenthümliche Rolle spielte. Er sprach und benahm sich so sicher; ganz anders als früher, und sie fühlte, daß sie sich ebenfalls anders benahm; aber zu ihrem Nachtheil. Sie war besangen diesem Manne mit der großen Ruhe gegenüber, nnd das ärgerte sie. Am liebsten wäre sie heute auch davon gelaufen, wie damals aus der Schule; aber das ging doch nicht. Sie hätte sich ja unendlich blamirt. Und .jetzt sing er sogar von ihrer Schulzeit an zu sprechen, und sragts sie ganz ruhig, . . tt r r r . warum ne oenn vel cer nozq'eoszeier, ohne ihm Adieu zu sagen, fortgeeilt war. Sie wußte es nicht mehr genau. Sie glaube, sie sei von emem plötzlichen Unwohlsein befallen worden. Sie hatten sich inzwischen gesetzt. und Gertrud wurde immer unbehaglicher zu Muthe, und er redete immer mehr auf sie hinein, und plötzlich sagte er qanz naiv, daß sie doch Nicht lmmer 1 1 ihren Schooß sehen solle, und doch vergessen möge, daß er 'einst ihr Lehrer . i r gewesen war. ie argerre uca uoer diese Bemerkung, und mit aller Krast nahm sie sich zu,ammen und schüttelte ihre Befangenheit ab. Sie lachte und plauderte mit ihm und sah lhm lnS Gesicht; denn sie war ja eine Dame. und er war ein Herr, der zufällig mal früber ihr Lehrer war. Freilich, daß r Bf... ' -i.:j. j.rr.fi. sie !ym vfiers einen öirnaj gcipieu hatte, zuckte ihr dann und wann durch den Kopf, und dann mußte sie sich jedesmal zusammennehmen.um ihreWurde zu bewahren, weil sie sich schämte. Pah, warum wohl! und dennoch: sie fühlte sich immer und immer wieder befangen und wünschte sehnlichst von dieser Gesellschaft befreit zu sein. ES konnte h auch gar nicht lange mehr dauern, daß man zu Tische ging, und dann wollte sie r .. 4. . 'i c - irjr. jica enitchaoigen uuo mir xgreui ,ijaj Herrn Champagner trinken und Knall bonbons entzwei reißen uud überhaupt aufathmen. Denn jetzt war es gerade zu schrecklich. Endlich nahte der ersehnte Augenblick heran. Ein Diener hatte gemeldet, daß angerichtet sei, und nun ergoß sich der Schwärm der Gäste in den Speisesaal. Bruno Armleder war ebenfalls aufgestanden und mit einer eleaanten Verbeugung bat er Gertrud um ihren Arm, da ihm die Ehre zu t r i '.i'jw- a Xveu geworoen tf it zu izaze zu fuhren. O. v'e schrecklich! Das mußte ihr passireu, ihr, die Alles arrangirt hatte j und nicht einmal, wußte,, daß dieser ent setzliche Menzch überhaupt geladen war. und jetzt sogar an ihrer Seite pgen

sollte,, mehrere fürchterliche Stund lang. Sie wären dann zusammen zu Tische gegangen und schweigend verzehrten sie die Supve. Er hatte ihr dann ein Glas Wem eingeschenkt, und sie mußte mit ihm anstoßen und trinken. DaZ war schrecklich, aber eö half doch etwas über die Situation hinweg, denn de? Wein that seine Schuldigkeit; und bei dem zweiten Glase wurde sie schon et. was aufgeräumter. Dann wurde d erste Toast auf das junge Paar ausge bracht und Gertrud stieß wieder an und nickte ihrer Freundin und deren Gatten zu und diese nickten wieder, als besteht ein leichtes Einverstandniß zwischen ihnen. Als die Tafel sich dem Ende näherte, befand sich Gertrud in einer Laune, du gänzlich von Befangenheit frei war. Su stieß mit ihrem Tischnachbar an und riß Knallbonbons entzwei, ganz wie sie eö sich vorgenommen hatte. Nachdem die Tafel aufgehoben war. ging man in den Garten. Bruno hatt Gertrud den Arm gereicht, und sie lach ten und scherzten, als hätte es nie einer Laubfrosch geaeben. EioentbümliQ.

wie der Herr Candidat sich aber auch m emem Jayre verändert hatte. El trug daö Oaar nicht mebr wie früb glatt an den Kopf gescheitelt und war. wie sie jetzt erst bemerkte, überhaupt ein hübscher Mensch. Besonders wenn n lachte. Dann kamen seine herrlichen Zähne wieder zum Vorschein, und um seinen Mund legte sich ein so hübscher, gutmüthiger Zug. Und lustig war er. und erzählte Schnurren und Geschickten. daß man sich ausschütten mochte vor aeyen. Ter erste Tan aebörte natürlick ihrem Tischnachbar. und als sie xum zweiten Male mit einem andern tanzen mußte, oa amustrtesle sich garnicht, und freute sich, daß Bruno garnicht tanzte, sondern vom Büffet eine Erfrischung holte, die er ihr dann, sobald sie wied sap, überreichte. Es war dock ein berrlicker Taa worden. Viel schöner als sie geglaubt yatke, und sie hatte ich von dieser Hoch' zeitsfeier sehr viel versprochen. Ve sonders wollte sie fick von all' de schneidigen Herren tüchtig den Hof ma chen lassen; und jetzt, wo Alles ausgeblieben war. verminte üe es aarnickt. Wie das wohl eigentlich aekommeu war? Sollte sie vielleicht für Bruno, ihren früheren Lehrer, so viel Jntereff, gefaßt babe. dan sie die Anderen aar nicht vermißte? Nein, nein! Das konnte ja garnicht angehen. Und den noch, es war so. eS mußte so sein! Ein wonniges Gefühl kam über sie, als sik vie Vorgänge ves ueuttgen Tages an ihrem Auge Revue passiren ließ. Sie batte aarnickt gemerkt, dan fi neben ihm saß, und daß er sie unver, wandt ansah, und jetzt leise, .ganz leise ihre Hand faßte und heimlich drückte. ' t! r f f- c ein, zlSttMlltj VIS ic icg oaralls er tappte, daß sie den Druck erwiderte. Und plötzlich war es gekommen, u mutzte nickt wie. dan sie draußen in? dunkeln Garten stand, wo der Fliedei duftete und die Nachtigall sang, und n neben ihr, und ihre Hand gefaßt hatte. Und vlödlick kalte er sie in seine Arm, genommen und sie auf die Lippen gelu&k, unv sie hatte es gelitten und dann Kuß um Kuß mit ihm getauscht zäh lige mal. Ein Jahr spater war Gertrud du Frau des wohlbestallten Pfarrers Bruno Armleder, und war clücklick: so glücklich, wie nur wenige Menschen, bis ihrem Lehrer einst einen solchen Streich gespielt hatten, wie sie. An Sie, oderLieve überwindet all Htttderuifse. Und würd' ich am Nordpol segeln. Und Du hätsst am Südpol Quartier Ich kratzt' mit den Fingernägeln Mich durch den Globus zu Dir. Und wenn eS Dein Vater nicht litte, Weil ich nicht so reich bin wie Tu, Ich sammelt' Cigarrenab'chnttte, Ais mir, die Million fiele zu. Und wenn auf, dem Meeresgrunde Du wohnte?, und ich am Strand, Ich würde mit eigenem Munde Austrinkm das Meer bis zum Land, Und läge auf Deinen Wangen Der Puder auch noch so dicht, Ich würde Dich küffend umfangek. Bis reinlich wär' Dein Gesicht. Ein tüchtiger Jagd Hund. Als ich vor zehn Iahren noch in englischen Diensten stand, erzählt der Seecapitän Buller, benutzte ich einen längeren Urlaub, um auf meinem Gute in Hampshire der Jagd obzuliegen. Eines TageS stand mein Hektar, ein vorzüglicher Vorstehhund, vor einem Volk Hühner. Eben will ich schießen, da kommt ein, Bote von der Admirals tät, ich solle mich sofort an Bord begeben und absegeln. Ich gehorchte na, türlich. Nach einer einjährigen AbWesenheit kam ich wieder auf das von mir zuletzt bejagte Feld. Und was finde ich da? Das Skelett meines Hektar in derselben Stellung, in welcher ich ihn verlassen hatte. Ich hatte damals vergessen den Hund abzurufen, und im Eifer semer Pflichterfüllung war er stehen geblieben, bis er verhungerte. Postalische Findigkeit. An den Prosezwr, M. kam em unbeschriebenö Eouvert, in welchem ein uw beschriebener Briefbogen steckte, mit de. Qsitflrfirtf f flsfTt iAf itt ?IiK"Jfc MMllb7M jrvHlu l,,"V ö nvu. Nach langem Grübeln und nach "ein gehender Prüfung des Papiers mußii sich Professor M. sagen, daß er wirklict Absender dieses unbeschriebenen und um adressirten Briefes sei. Aber wiewun ten Sie es, fragte er den Postdirector. daß ich der Absender ' bin? Nun, w wäre hier am Orte sonst wohl so zer streut, einen Brief abzusenden, den e, zu schreiben vergißt?,- , H i n t e r s i ch bringt, wer etwas vor ncn oringr.

Ein billiges Oild. Nach dem Franj?stschen do P. S.

ES war bei einer letzten Gemäldever stelgerungen im Hotel Drouot. Herr Maurice, ein unermüdlicher Liebhaber und Sammler von Gemälden, hatte ei nen kleinen Prudhon um den Preis von 7057 Francs erstanden. Nach beendigter Licitation übergab Maurice dem betreffenden Auktionator 7000 Francs a conto m'k dem Ersuchen, ihm das kleine Meisterwerk so bald alS möglich zu übersenden, damit er tl in seiner Bildergalerie aufstellen könne; zugleich bat er ihn, er möge ihm die Quittung auf nur 57 Francs aukstel len, damit seine Frau, welche die Passion ihres Gatten nicht theilte, über den Preis des Bildes getäuscht werde. Der Beamte befolgte 'aufs Genaueste die Weisung des Herrn Maurice, und einige Minuten nach dessen Heimkehr erschien auch schon der Eommissionar, öer ihm das Bild nnd die gewünschte Quittung überbrachte. Juue," sagte Maurice zu semerFra-, .gieb mir gesällizst ö? Francs, Du wiru 10 viel Kleingeld in meinem Zimmer iinden." .57 Francs für ein so kleines Bild!" rief Frau Maurice aus, nachdem der öommisiionar sich entfernt hatte, 57 5aare Francs ! Du weißt wahrhaftig licht, was Du mit dem Gelde ansangen Ich wem schon, was ich thue, liebes .... Sind; sei ohne Sorge. Ich habe ein sortreffliches Geschäft gemacht, und venn ich das Bild verkaufen wollte, vürde ein hübscher Gewinn herausschauen; aber ich bitte Dich, laß zu Nsch decken, ich habe nen Zeyr achtvaken Hunger." Man setzte sich zu Tisch und speiste nit Appetit: aber Madame Maurice. )ie noch immer nicht überzeugt und :twas ungläubig war, hatte immer die 57 Francs und das Bild, vor Augen, as sie ganz abscheulich fand. TagS darauf erschien Madame Mau , v "i....' c . ic nee ganz ireuoezirayieuo vor iyrem Nanne. Umarme Deine Julie, lieber Mann, :!ef sie ihm zu, sie hat soeben ein glan jendeS Geschäft abgeschlossen, Du weißt och, Dein kleines Bild, das Du gesteru lach Hause brachtest." Ja wohl, nun?Ich habe, es dem alten Anselmus tm 157 Francs verkauft." Dem alten Anzelmus?" fragte Naurice in fieberhafter Nnruhe, wer st der alte Anselmus, wo wohnt er?" .Aber, lieber Freund, was hast Du enn? Der alte Anselmus ist der Schwiegervater meiner .Näherin und vohnt in der Ehaussce d'Antin No.C8. Maurice gibt weiter keine Antwzrt, sondern stürzt die Treppe hinab, wirst Zch in einen Fiaker und eilt, um den llten Anselmus auszusinden. Bei der Zcaherln seiner Frau erfahrt er, daß ihr Schwiegervater nicht bei ihr wohne. sondern in der ölue Monsieur le Prince flo. 37. Rasch, Kutscher, nach der Nue Monneur le Prince, ruft Maurice dem Fiaker zu, tummle Dich, fünf Francs jür Dich extra, wenn wir rechtzeitig ankommen. Der Kutscher gehorcht, und in kaum iwanzig Minuten halt der Wagen vor der Wohnung des alten Anselmus. Er trifft ihn glücklicherweise zu Hause iöer eine neue Enttäuschung wartet seiner, AnselmuS hatte bereits das Bild einem Kaufmann vom Boulevard Leaumarchais für 1000 Francs ver lauft. Indessen versprach er ihm, das Bild zegen eine geringe Draufzahlung wie er zu verschaffen und erbot sich sogar. chn zu dem Kauxer zu begleiten. Aber auch hier war es ,chon zu spat. enn der Kaufmann hatte das Bild einem bekannten Freunde aus Lyon für ZO00 Francs verkauft, und dieser Freund var soeben abgereist. Sein Name? fragte Maurice. Nicolaus Palu, Kaufmann auZ Lyon."' ,Und er ist schon abgereist?" Leider ja. er ist schon auf dem Bahn jofe, ich selbst habe ihn zum Wagen be Leitet." Da bleibt nichts übrig, als ihn ein mholen: wohlan, Monsieur AnselmuS, : r m " j segieiien Wie nncy zum Vaynyos. Rasch wie der Blitz eilt der, Fiaker hahin, man kommt auf dem Bahnhöfe in, und eben soll der Zug den Bahnhos verlassen., Es ist unmöglich, sich durch die Menge" der Packer und Bahnbeamten durchzudrängen, um den Gesuchten aufjusinden. Es bleibt nichts übrig, als- schnell eine Karte zu lösen, in den Wagen zu Zeigen und mitzufahren. Da," sagte Maurice zu AnselmuS, .geben Sie diesen Zettel an den Conrierge für meine Frau', aber kein Wort Von unserer Spazierfahrt, noch von dem Bilde, hören Sie!" .m ! Maurice hatte auf den Zettel nichts :ls die Worte geschrieben: Ich reise nach Lyon." - Ganz mit seinem Bilde beschäftigt, machte Maurice dle Reise, ohne auch aur ein Wort mit seinen Reisegenossen zu wechseln. Sein stummer Aerger erregte ein gewisses Interesse bei einem Mitreisenden, her sich an ihn mit den Worten wandte: . Nun werden wir bald an's Ziel gelangt sem." , , , Ah, ja wohl," erwiderte , .Maurice, der aus seiner Lethargie erwachte, ja, lvenn . ich nur meinen Mann fiaocn koNNte." Wenn Ihr Mann ein Lyoneser ist." meinte seimRelsebegleiter,. so will ich ihn in vierundzwanzig Stunden aussinbig gemacht haben vorausgesetzt, daß eS ein halbwegS bekannter Mann ist," , Er ist ein Kausmann. ,, ,, Kaufmann bin ich selber; wie heiß,' er denn?",, "d Nicolaus Palu. i NicolauS Palu?" : ": ;.r;;t .Hie kennen ihn?- 'J, Ich habe keinen besseren Freund,

Er, seine Frau, seine Kinder, seine Familie sind Diejenigen, die ich mehr liebe als Alles aus der Welt. Gut, gut; aber es genügt mir nicht, mit ihm blos zusammenzutreffen. Wird er wohl den Schmerz würdigen, den Jemand empfindet, der sich eines Bil des beraubt sieht? Denn sehen Sie, mein Herr, ich bin in dieser Lage." Trösten Sie sich, wie ich Herrn Palu kenne, wird er Ihren Schmerz zu würdigen wissen, und Sie sollen Ihr Bild sofort zurück erhalten." - Sofort? wie verstehen Sie das?" Ich verstehe darunter, daß Sie das Bild erhalten können, ohne daß Sie den Wagen verlassen brauchen, vorausgesetzt, daß es ein Prudhon ist." Ein Prudhon." ruft Maurice freu, big aus, ja es ist ein Prudhon, aber woher wissen Sie das?" Ein Prudhon, der gestern auf dem Boulevard Beaumarchais für 3000 Francs gekauft wurde?" Ja, aber mein Herr, woher wissen Sie das Alles?" Das ist sehr einfach, denn der Herr, mit dem Sie sprechen, ist Niemand an dereS. als Nicolaus Palu!" Ah. mein Herr, und Sie wären wirklich so gut?" Ihnen Ihr Bild zurückzugeben, so. balo wir aussteigen, es besindet sich unter meinem Gepäck." Maurice wußte nicht, wie er seinem liebenswürdigen Reisegefährten danken sollte. Ich habe schon mehrere Prudhons und kann diesen leicht entbehren; ich habe ihn mit 3000 Francs bezahlt. Sie sehen hier die Quittung. Er steht Ihnen für dieselbe Summe wieder zur Verfügung." Herr Maurice bezahlt die Rechnung und kauft so sein Bild zum zweiten Male; kommt auch damit nach Hause, aber diesmal nicht heiter und triumpbi rend, sondern sehr, sehr verstimmt und mürrisch. Alle Fragen seiner Frau läßt er unbeantwortet, und diese zer bricht sich noch immer den Kopf, wie die merkwürdige Geschichte denn eigentK (ich zusammenhängt.

Dle Braut deö Millionärs. Folgende kleine Geschichte spielte m Ems; die Hauptbetheilizten sind drei in Berliner Schauspielkreisen bekannte Persönlichkeiten: In Ems weilten die Schanspieler L. und R. Sie begleiteten einen abreisenden Freund zum Bahnhof. Dem ankommenden Zuge entstieg ein sehr elegant gekleideter Reisender, der den Schauspieler R. mit oen Worten begrüßte: Mein lieber R., wie geht eS hncn. kennen Sie mich nicht mehr, ich bin der Baron Stieglitz" (bekanntlich einer der reichsten xnlTu schen Millionäre). Jawohl", antwartete Herr R. und stellte den Baron seinem Begleiter L. vor. Sie gehen zusammen in die Stadt, geh?n in ein feines Restaurant, dort wird soupirt; mehrere bekannte Herren und Damen, die zufällig in demselben Lokale erscheinen, werden eingeladen, der Sekt fließt in Strömen. Inzwischen ist es spät ?tachts geworden, der Baron hat noch keine Wohnung, er zieht auf Veranlassung des Herrn R. in dessen Haus, m welchem auch eine bekannte, frühe? cra fi-f" nC-i- i ? vriiuxj öcaier engagitic, iscgaupieie rin Fräulein Be., wohnte. .Diese lernte der Baron kennen, zeigte sich mit ihr sehr oft auf der Promenade; sie fuhren zusammen aus und kamen in das Gerede der Leute. Als Herr R. dem Baron deshalb Vorhaltunzen machte, erklärte er : Niemand hat daS Recht zu sprechen, ich habe mich mit Fräulein Be. verlobt." Die Schauspielerin war die vielbeneidete Braut des weltbekannten Millio närs Stieglitz. Die kostbarsten Ge schenke, werthvolle Geschmeide, Juwelen ze. wurden ihr in Hülle und Fülle von dem Bräutigam überreicht. DinerS, Soupers, rnil-coatcLPirilw wechselten mit einander ab. Inzwischen war in dem Hause, in welchem der Baron Stieglitz logirte. ein älterer Herr eines Tages ganz früh am Morgen vorgefahren und wollte den .Baron- Stieglitz sprechen. Man führte ihn zu demseb ben, und einige Stunden später machte der Baron Stieglitz am Arme des alteren Herrn einen Spaziergang durch die Stadt, was nicht auffallen konnte. Der Weg führle zum Bahnhof, beide Herren fuhren ab, Man erwartete in der Wohnung vergeblich die Rückkehr deS Baron Stieglitz. Er war verfchwunden! Jetzt macht der Schauspieler R. seinem Freunde L. das Geständnis daß sein Gelv alle sei, weU er seinem Freunde Stieglitz zweitausend Mark ge. borgt hätte. Eine Menge von Gläubigern fand sich ein, ' Juweliere, Modisten, FuhrwerkSbesttzer zc. Zwei Tage später tt schien der altere Herr wieder, lieg alle Gläubiger zusammenrufen und bezahlte deren Rechnungen (im Betrage von 31,000 Mark) auf Heller und Pfennig. Nun wollte Jedermann wis. sen, wer denn eigentlich der ältere Herr s, der sich hier als Wohlthäterdes Baron Stieglitz erwies. Meine Herren," sagte der ältere Herr, ich bin der Jrrenhaus-Direktor von, Nassau, d Herr, der sich Ihnen als Baron Stieglitz vorgestellt hat ist meiner Obhut auvertraut, er ist ein barmloser KeifteSkranker, der sich einbildet, der Baron Stieglitz zu sein, selbst aber sehr reich ist und der jährlich ein- oder zweimal solche 1 heimliche Exkursionen aus der Irrenanstalt unternimmt, bis ich einige Tage spater, wenn ich über den Ort seines Aufenthaltes unterrichtet bin, ihn wieder zurückhole." Der Vorfall ist r- er . irl.if .'( i . r . ' zur aue eiocillglcn oyne wniece Jwischensälle abgelaufen, - nur Fräulein Be. scheint von demselben, wie der Eonfectionair meint, tiefer ergrissen worden zu sein. Sie hat sich nach Amerika ve leben und em Engagement in Mil waukee angenommen. Kein Wunder, daß man bösen Menschen keine Thränen erpressen kann.

DaS Lächel,

Wladerci von Tt. Walt?. Das Lächeln steht Ihnen entzückend, meine Gnädige! Es bringt mich aus die Vermuthung, Sie hätten das Geheimniß dieser Kunst Ihrer himmlischen Schwester, der Sonne, abgelauscht! Ein leichter Schlag mit dem Fächer bestrafte meine kühne Huldigung. Sie sind ein ' unverbesserlicher Schmeichler! schmollte meine schöne Nachbarin. Und warum? wagte ich zu entgegnen. Gibt es wohl etwas Bezaubernderes als ein Lächeln von schönen Frauew lippen? Es entstammt ja dem Pani dies. Wissen Sie das so genau? fragte sie lachend und mit sichtlicher Neuerer. Ich gerieth einigermaßen m Verlegenheit, was ich -darauf antworten sollte, denn, offen gestanden, in all meinen vorgeschichtlichen Studien hatte ich nirgends auch nur die leiseste Andeutung gefunden,, die meine Behauptung gerechtfertigt hätte. So half ich mir denn mit einem diplomatischen Schachzug, indem ich die directe Quellenan vorsichtig umging. Es unterliegt doch wohl keinem Zwei sel, erwiderte ich, nur in den seligen Gefilden des Paradieses konnte das Lächeln erstehen und wir verdanken diese holde Gabe unserer liebreizenden Stammmutter Eva. War sie wirklich so schön? unterbrach mich meine wißbegierige ZuHörerin. Selbstverständlich war Eva eine Schönheit ersten Ranges, ging sie doch unmittelbar aus der Hand des SchSpferS hervor. Und um ihre Schönheit zu einer unwiderstehlichen zu machen, verlieh er ihr noch ein besonderes Geschenk: aus ihren Lippen erblühte der holdeste Zauber des WcibeS sie lächelte. Und mit diesem Lächeln schlug sie Adam in Fesseln, brach sie dem strengen göttlichen Gebot: Er soll dein Herr sein!" für alle Zeiten die Spitze ab. Was sie dann bei der Vertreibung aus dem Paradies auch zurücklassen mußie dieses Lächeln nahm sie mit und vererbte es auf alle Töchter der nachfolgenden Geschlechter. Freilich ein Tanaer-Geschenk, denn wer könnte sagen, welche Verheerungen das oer? führerische Lächeln eines schönen Frauenmundes schon angerichtet hat! Vielleicht nicht mehr als falsche Liebesschwüre von Männerlippen! parirte meine Nachbarin sehr geschickt den Schlag. Sie hatte nicht ganz unrecht, das mußte ich gestehen, und da die Ga lanterie mir verbot, mein eigenes Ge schlecht zu vertheidigen, so beschloß ich, da? gefährliche Gebiet zu verlassen und eine harmlosere Saite des Themas an zuschlagen. Ich kann Ihnen allerdings nicht unbedingt widersprechen, meine Gnädige, sagte ich daher, obgleich sich ja darüber streiten ließe, auf welcher Seite mehr Unheil angerichiet wicd Aber ich denke, fuhr ich fort, ohne ihren kämpflustigen Blick zu beachten, wir lassen uns nicht darauf ein, fondern beleuchten das Lächeln in friedlicher Weise von einer andern Seite. Elektrisch? warf sie ein. Nur mit dem Schein der Diogenes laterne! gab ich zurück. Sehen Sie, aus dem ersten Paradieses lächeln haben sich im Lause der Jahrhunderte eine Menge Abarten entwickelt, die man aber rech! gut sämmtlich in zwei Kategorieen eintheilen konnte. Ah! lachte meine Zuhörerm spöt tisch, haben Sie glücklich wieder einen Stoff für Ihre ElassisicirungSmanie gefunden? Ich sehe eS kommen, daß Sie dieselbe demnächst auch noch auf den Duft aus Blumenkelchen und den Staub auf Schmetkerlingsflügeln, aus die Thauperlender Wiese und die Son nenstäubchen der Luft ausdehnen,, w den. x DaS Ware allerdings ein reiches Feld für meine Forschungen, aber ich fürchte. mein kurzes Dasein wurde für so ver wickelte Arbeit nicht ausreichen. Wie schade, eZ muyte so interessante sein! Nun. vielleicht machen Sie wenig stenS den Versuch, sei es auch nur, um; mich zu belehren. Sie- sah mit schelmi schen Augen zu mir herüber und fuhr dann fort: Doch nun lassen Sie mich hören, in welcher Weise, eS Ihnen gelungen ist, den leichten, flatterhaften Genius- des Lächelns zu zergliedern. Wie ich Ihnen bereits sagte) begann ich, gibt es zwei Artendes Lächelns: das Herzens- und das Verstandeslächeln. Ah! Das erstere gedeiht nur auf der Son nenseite des Gemüthes? es strahlt die innere Seelenstimmung getreu und drückt mit stummer Beredsamkeit die Gefühle aus, die uns bewegen es ist wie ein Lied ohne Worte. Oft huscht es nur unmerkllch wie tm Hauch über das Antlitz, wie ein Strahl, der kaum aufleuchtend auch schon wieder erlischt. Aoer trotz dieser Flüchtigkeit besitzt eS eine wunderbare Zauberkraft, verklärt selbst daS unschöne Gesicht und vermag den härtesten Zügen einen mildern Ausdruck zu verleihen. Es kommt vou Herzen und geht zu Herzen. Und daS - andere, daS Verstandeslächeln? O das wachst nur auf der Schattenfeite unseres Innern, da, wo der, Ver stand sein berechnendes Spiel treibt. Es ist so recht ein Erzeugnis d,S con ventionelleu Lebens, welches unter dem Deckmantel der Berechtigung mehr Sünden begeht, als ein Priester abzol: Viren kann. Mit rarnnirle Gewandt heit hat es der Mensch verstanden, aus dem seiner, innern Natur noch so offenen und ehrlichen' Lächeln ene Maske zu fertigen, hinter welch ler mit L.'ich:igkeit daS Gegentheil von dem Verbirat. i i ..... . . was xr,zu5u,a.. iragr. f - - - " Sehen Sk, das ist das Verstandes lächeln, und man könnte darauf recht . Q : m . ' i . louüi mu einer kleinen narmlion oas 4 geflügelte Wort Tallevranhz tuden und sagen:

DieseS Lächeln ist dazu da, um du Vesuhle zu verbergen." Sie urtheilen zu scharf! Wie oft lächelt man ohne jeglichen bösen Hintergedanken. Das gebe ich zu, trotzdem aber ent springt es weit öfter der Absicht, den Nebenmenschen über unsere wahren Empsindungen zu täuschen. Erlauben Sie mir, Ihnen ein naheliegendes Bei spiel anzuführen: Sie sind vielleicht emes Morgens mit heftiger Migräne erwacht, hatten dann verschiedene kleine Verdrießlichkeiten und befinden sich in der denkbar schlechtesten Stimmung. Da klingelt es Iran und Fräulein . lassen sich melden. Sie sind zwar durchaus nicht zum Empfangen ausgp legt, aber besondere gesellschaftliche Rücksichten verbieten Ihnen, die Damen abzuweisen. Und was geschieht? Mit dem freundlichsten Lächeln begrüßen Sie die Ihnen im Grunde genommen unwillkommenen Gäste nnd bis zum Schluh des Besuchs behalten Sie Ihr liebenswürdiges Lächeln bei, so lästig Ihnen auch die Störung ist. War Ihr Lächeln nicht Maske? Ja, allerdings! nickte meine schöne Nachbarin Zustimmend. WaS Sie da schildern, ist mir schon oft vorgekommen. Nun wohl, so geht es durch alle Pha. sen des Lebens. Mit dem verbindlich sten Lächeln ertragen wir die unbe quemsten Zumuthungen anderer und belachen in höflichster Weise die faden Witze eines langweiligen Schwätzers. Am feinsten ausgebildet ist das Verstandeslächeln wohl in jenen Sphären, wo Hoslust weht. Von dem unterwür sigen Lächeln des Lakaien bis zum ergebenen des Kammerherrn, welche Fülle von Empfindungen muß es verbergen! Neid, Haß. Intrigue, gekränkter Ehr geiz, beleidigter Stolz, alles flüchtet sich hinter die glatte Maske des Ver. standeslächelns. Doch wohin bin ich gerathen? unterbrach ich mich plötzlich. Statt einer kurzen Erklärung halte ich Ihnen da einen langathmigea Vortrag und ziehe mir am Ende noch den Tadel zu, Sie gelangweilt zu haben. O nein, von diesem Vorwurf spreche ich Sie frei! war die Antwort. Ihr Vvrtraz hat mich lebhaft interessirt. Dann lohnen Sie ihn mir wohl auch mit einem gnädigen Lächeln, aber bitte von der Sonnenseite! Und sie lächelte, ein bezaubernd an muthiges Lächeln! War es wirklich auf der Sonnenseite erblüht? Ich weiß es nicht, und wenn ichZ wujzte, wutde ich es doch keinem verrathen.

ElektrieltätS-Tletttzerungen in der Sahara In einem Aufsatz über Elektric! täts'Aeußerungen in der Sahara-, den Gerhard Rohkss iu der pZeitschrlst sür wissenschaftliche Geographie" verLszent lickt, spricht er den Wunsch aus, das; die Reisenden in den Tropen und auch in der deutschen" westafrikanifchcn Cvlonie sich-künftig besser mit Instrumenten versehen möchten, um über die auffallenden Elektricität erschemungen iu der Wüste genaue Beobachtungen anstellen zu Im nen. Bisher liegen nur wenige Mit theilungcn vor. Der englische Eapitän Lyoiz, welcher zuerst auf die elektrischen Erscheinungen in der Sarahcr aufmerksam gemacht hat, sowie Henri Duoeyrier berichten über die Entladung elektri scher Funken m den Handen und Sllci dern. sowie aus den Schwänzen der Pferde, wenn sie damit Fliegen versa gen, und Nachtigal beobachtete das Er' schem von knisternden- Funken beim Streicheln eine! Hundes. Die Trocken heit der Luft begünstigt außerordentlich die Elektricitätserzeugung- Man findet nach Rohlss namentlich nach einem t tigen Samum, daß alle Gegenstände mit Eleltncüät geladen sind. Auf der Reize nach Kufra befand sich unser Forlcher am Z S. Februar 1873 m So Ina. Sein Be gleiter. Dr: Stecker; hatte mit seinem Diener emen Ausflug nach? emem venachbarten Orte gemacht. Es herrschte starker Samum, so d2ß Stecker und 'sein Gehilfe nur mit Mühe das Zelt ausrecht erhalten konnte. Die Elektricitätsanhäufnng war so bedeu tend, das die fast ein Tecimeter langen' Haare Steckers- wie- Borsten zu Berge standen und sein- Diener ihm mehrere Eentimeter Funken aus dem Körper lockte, ja, dazz Stecker an der dem and stürm ausgesetztem Wand- des Zeltes durch Tarüberstreichen mit dem Finger feuriae Sckrifouee hervorbrachte. Wäh rend des Sturmes befanden sich Nohlfö und sem. Diener tu ihrer- Wohnung in Sokna; der seine Staub durchdranz alles, obzchon dre Berdeu umiltelbar wenig vom Sturme bemerkten da die Wohnung fest eingekeilt zwischm ande ren Häusern lag. In der Liacyl ronn ten sie nicht eine Minute schlafen: ebenso erging es den meisten eingeborenen T:e . K- 5 .." nern. nozus vrmzr oieze sanajiojig' keit mit der Elektricität in Verbindung ; er habe häufig genug unter den Trope?: uch in nicht wüstenhafter Gegend die Beobachtung gemacht, da schlaflostg Kit fast immer in Begleitung von hcfti gen Tornados oder Gewittern auftritt. Mit den großen ElektricitalsMÄlzen steht jedenfalls auch der starke Ozonge halt der Wüstenluft iu Äerbindunz. .j j ' Tröstliche Aussicht. Frau Gebeimrath (zu der nctenzagir-. ten Köchin): Sie waren cso früherbei dem Grafen X. Nm. da wird jaein so exorbitant feiner Tssch geführt,, saß Sie sich wohl gar nicht darem sin bett werden, hier bei unl einfache HauS. Mannstost zu kochen, Köchin: O doch, gnädige Frau, ich kochte indem Gräflichen Hause'auch für die Dienst boten. Günstige Gelegenhei t. Nun ist mir doch so, als ob ich im WirthShause etwas vergessen hätte waS mag das nur sein? Hm! Hm! Aha, nun weiß ich'S. ich habe vergeben, daß meine Frau verreist ist und daß ich nun ein paar Stunden länger kneipen kann, da muß ich doch gleich zurück gehen.