Indiana Tribüne, Volume 15, Number 16, Indianapolis, Marion County, 4 October 1891 — Page 2
Vkensqen Kyttche Assen
. VeräNderungen im Knochenskelett, t nicht das Wachsthum bedingt, sondern die Folge äußerer Einwirkungen oder Krsnkheits Vorgänge sind, die sich arr Knochen abgespielt haben, hinter laffen für immer mehr oder weniger deutliche Merkmale, auZ denen sich die Natur des Leidens spater noch erkennen laßt. Diese Kenntniß benutzte Etienne Rollet, wie man nach der Mevue Scientifique" schreibt, um aus solchen Veränderungen an den Skeletten mtn schenähnlicher Affen auf KrankheitsVorgänge zu schließen, denen diese Thiere l wilden Zustande und unter ihren na türlichen LebrnSbedingungen am inei sten unterworsen sind. Von den 79 Skeletten menschenählicher Affen, die die Sammlungefl und Museen Frank reichs beherbergen, und die Rollet sür seine Zwecke zu"Rathe zog, stammten 42 von Schimpansen, 23 vom Gorilla und 11 vom Orang-Utang. Die Veranda rungen, die wahrgenommen wurden, befanden sich meist an den Skeletten von alteren Thieren, während 24 Skelette von jungen nichts Auffälliges erkennen ließen. Bezüglich des Knochenwachs thums ließ sich feststellen, daß eS sich unter denselben Gesetzen vollzieht, wie beim Menschen. Bemerkenswerth ist aber, das die Merkmale von Knochenbrächen, die allerdings gut und ohne die DebrauchZfähigkeit der Glieder zu fce schränken, geheilt waren, sich nur beim Schimpansen und OrangUtang fanden, während der Gorilla wieder auffallend häusiz deutlich ausgesprochene Erscheu nrrgei rh:umitischer Knochenerkran hingen zeigte, die beim Schimpansen und Orang-Utang fehlen, Diese auf fällige Thatsache ließe sich vielleicht aus der verschiedenen LebenZweiseder Thiere erklären.'' Nach den Berichten der Reisenden hält sich der Gorilla meist an dem Erdboden auf, verbringt die Nächte nieder gehockt am Fuße eines Baumstümpfe-, bewohnt mit Vorliebe dichte feuchte Wälder und zieht, das Halbdunkel dem hellen Tcg Glicht vor, während der Schimpanse als gewandter Kletterer. im lichten Gehölz auf dem Gebirge, und der Orang von Baum zu Baum wech felt, ohne jemals auf den Boden zu kommen; beide leben also in den Gi pseln der WaldeSriesen in einem Ueber sluß schönster Luft, und der Orang be deckt sich, wenn er schlaft, mit Zweigen und abgerissenen Blättern, wie man behauptet, um sich gegen die Nachtkühle zu schützen. In dieser verschiedenen Lebensweise konnte wohl die auffallende Verschieden heit der Knochenleiden bergründet seiitj bei den auf Bäumen lebenden Brüche und ausschließlich bei dem meist auf der Erde lebenden Gorilla (troglodjtes Gorilla) die rheumatischen Kiiochenerkrankungm, an denen ja der vorge fchichtliche, Höhlen bewohnende Mensch (trolodyte3 horno) auch schon gelit ten haben soll. Auch die Knochenver anderunzen infolge entzundllcher Vor ganae (Knochcnhautentzünduna, Kno chensran u. s. w.) zeigten dieselbe Er scheinungsform wie beim Menschen; allerdings ließ sich die Frage nach der veranlassenden Ursache naturgemäß nur unsicher beantworten ; ' in zwei Fällen kagen zedoch mit Bestimmtheit tuberku löse Knochenerkrankungen vor. DaS Vaterland dieser großen Affen (Schimpansen und Gorilla), die unge Heuren Wälder des westlichen Afrika, beherbergen also dieselben Krankheits erregter, die uns umgeben, und wenn alle jungen menschenähnlichen Affen in unsemm Klima an Lungenschwindsucht zu Grunde gehen, so darf man hiernach annehmen, daß dasselbe ebenso oft in ihrer eigenen Heimath vorkommt. Die ' Übrigen Fälle von Veränderungen durch Knochenhautentzündung u. f. w. schienen ihre Veranlassung in alten eiternden Geschwüren zu haben, besonders das Schienbein war, wie beim Menschen, suffällig als Lieblingsort bevorzugt. Lasten überhaupt die beobachteten Fälle einen Vergleich auf die Häufigkeit des Vorkommens der verschiedenen Knochen leiden beim menschenähnlichen Affen zu, so müßten allerdings die Assen außer ordentlich häusig von solchen Leiden heimgesucht werden. Sch eide n und Meißen. Nicht nur Bücher haben ihre Sckickfale. Eine ganz eigenartige Fülle dramati scher Verwickelungen und Zufälle hat, Jo wird aus der Rheinpfalz gesch ieben, ein Briestaubenpaar zu verzeichnen, das sich dieser Tage auf einer bekannten pfälzischen Brieftaubeastativnnach mehr als jahrelanger Abwesenheit wieder eingestellt hat. Im Monat Mai des vorigen Jahres wurde dieses Paar in Bremerhaven aufgelassen. Durch starke Winde, Höhenrauch und sonstige widrige Umstände verschlagen, wurde die Taube am Strande der Ostsee eingefangen, während der Täuberich bis zum Januar bei Kälte und Schnee umherirrte und schließlich in Belgien aufgesangen wurde. Der Besitzer der Taube ließ sich einige Monate später aus Bele gikn eineit Täuberich gleicher Rasse und Farbe kommen und erstaunte nicht wenig, als er beim Zusammensperren der beiden Thiere ganz auffallende Freudeäußerungen an ihnen wahrnahm. Er versag nun die beiden Tauben mit seinem Firmenstempel und ließ sie rann, m der Hoffnung, daß sie sich zusammenhalten würden, auSstiegen. Zu seiner großen Betrübniß kehrte das Taubenpaar jedoch nicht zurück, dafür langte nach Einigen Tagen Ms der Rheinpfalz ein Brief an, in welchem ihm der alte Besitzer mittheilte, daß feine beiden Tauben, die ihm schon lange gefehlt hätten, mit feinem Firmenstempel ver sehen, wohlbehalten auf ihrem heimathfachen Schlage wieder angekommen seien; er danke bestens für die gute Ver pflegung Das auffallende Benehmen der Thiere der ihrem Wiedersehen war dem Norddeutschen hiernach kein Räth sel mehr. TaS erstaunliche Gedächtniß der Tauben in de? Aufsindung der Hei malh hatte ihn aber um den ihm liedge wordenen Besitz gebracht.
Sovpelled.' Erzählung aus dem avxttu kanischen Leben. Dvn Jsle Trua.
Was für ein grauenhaftes Wetter!" rief Mr. George Walkott, ein kräftiger Herr in der Mitte der vierziger Jahre, und wandte sich von dem Fenster, an welchem er mehrere Minuten gestanden, dem Tisch zu, in dessen Nähe seine Frau in einem Wiegenstuhle saß. Ich bm nur froh, daß ich nicht nöthig habe, heute noch daS HauS zu verlassen. Hörst Du, wie es regnet, Frances? Und der Wind ist so stark, daß er einen kräftigen Mann umwerfen kann! .Ich zweifle nicht daran, denn selten arbeitet der Sturm so mit den Fenstern, wie heute Abend," erwiderte die Angeredete, während sie das Buch, in dem sie bis dohin gelesen, in den Schooß sinken ließ. Es liegt doch ein sehr angenehmes Gefühl in dem Bewußtsein, daß das schlechte Wetter uns wenig anhaben kann; ich würde jedem Sturm Trotz bieten, der den Frieden dieses Hauseö stören wollte! Mit Dir, Frances, und einem guten Feuer im Kamin kann ich mich nicht anders, als ganz gemüthlich fühlen,- fuhr Mr. Walkott fort und warf einen zufriedenen Blick auf das elegant eingerichtete Gemach. MrS. Walkott öffnete die Lippen zu einer Antwort. Bevor sie jedoch fpre 'chen konnte, trat eine Dienerin in's Gemach und meldete: Umen tm Haus flur ist ein Knabe, der mit Ihnen, Herr, zu sprechen wünscht." Führe ihn herauf, befahl Mr. Walkott. Doch schon im nächsten Mo ment rief er, die soeben ertheilte Wei sung zurücknehmend: Nein, er mag unten bleiben; ich werde zu ihm gehen und hören, waS er will." Er hatte sich während der letzten Worte" erhoben und verließ daS Zimmer. Dem im Grunde feines Herzens wohlwollenden und mitleidigen Manne war der Ge danke gekommen, der Knabe möge seine Hilse in irgend welcher Art in Anspruch nehmen wollen, und er hatte überlegt, daß eS gerathener sei, feine Frau den Bericht über Elend und Noth nicht hören zu lassen. Obgleich der Laut der Stimmen MrS.Walkott'S Ohr durch die offen ge blieben? Thüre erreichte, zeigte sie kerne Neugierde zu wissen, wer der fremde Knabe fei und was er wolle. In dem Augenblick, als ihr Gatte das Gemach verließ, sielen ihre Ärme fchlaff zur Seite herab, und ihr Kopf sank an die Rücklehne des Stuhles, wahrend ein tiefer Seuszer ihrem Munde entströmte; ihre großen, grauen Augen starrten auf den Teppich unter ihren Füßen, und ihre breite weiße Stirne lag in tiefen Falten. So fah sie. bis das e rausch der sich schließenden Hausthür? sie aus ihrer Verfunkenheit riß; sie er griff bastig das Buch und schien in dasselbe völlig vertieft zu sein, als ihr Gemahl eine Minute später eintrat. Wer war es," fragte sie, ohne auszublicken. Das ist eine höchst 'sonderbare Ge schichte!" antwortete George kopfschüttelnd. Ein Knabe, noch ein halbes Kind, kam hierher, um sich nach seiner Mutter zu erkundmen. Er behauptete. daß icb der Berather derselben in allen ihren Geschäftsangelegenheiten sei, und ich bin dessen sicher, daß ich in meinem ganzen Leben noch nie von einer Frau gehört habe, die sich MrS. Wardrop nennt!" ,, In dem Augenblick, in welchem die ser Name über seine Lippen kam, sprang FranceS von ihrem Sitze auf und sprach heftig: Wanim verlangte der Knabe nach semer Mutter?" .Er erzählte mtr, seine kleine Schwe ster sei plötzlich krank geworden aber was ist Dir, Liebchen?" Mr. Holt blickte erichrocken auf feine Frau, die. leichenblaß im Gesicht, ihn mit Augen ansah, aus welchen die Angst sprach. Es ist nichts! entgegn-te sie und machte diel'größte Anstrengung, ihre Ruhe wiederzugewinnen; ich fühle mich ganz wohl! Aber ich mutz zu dem kranken Mädchen, um nach demselben zu fehen!" Was? Du beabsichtigst, Dich zu ganz fremden Leuten zu begeben? Und noch dazu m solch' fürchterlichem Wet ter?" rief der Gatte kopfschüttelnd. Frances, ich fange an, zu fürchten, daß Du Denen Verstand verloren hast." Mrs. Wardrop und ihre Kinder sind keine Fremden für mich! Ich kennt dieselben schon seit langer Zelt." Aber, Frances, ich habe Dich- nie von dieser Tame sprechen hören; ws bast Du sie kennen gelernt und wer ist sie?" MrS. Wardrop ist eine alte Freunbin von mir; ich habe als Mädchen mit ihr lange dasselbe Zimmer bewohnt, und eS ist meine Pflicht, ihre Kinder aufzusuchen, wenn sie krank sind." 3ch sehe es nicht gern, daß Du in diesem Sturme das Haus verlaßt!" O, ich mache mir nichts us dem schlechten Wetter," erwiderte Mrs. Walkott, mit ihren zitternden Fingern an der Uhrkette splelend. Ich bitte Dich, George, widersetze Dich nicht me!nem Vorhaben! Ich welß, sie werden mich erwarten: die Kinder betrachten . mich wie ihre Mutter." I Wo wohnt denn diese Mrs. War drop?- fragte der Gemahl. Draußen in Härlem, antwortete ' FranceS, während sie bereits das Zim wer verließ, um Weisung zu gebend daß der Kutscher anspanne. Als sie eine Viertelstunde spater, m einen weiten Regenmantel eingefüllt, die Treppe herabkam, stand ihr Gatte an der Hausthüre im, Korrivor, mit ;: dem Hut am dem Kopf und dem Ueber zieher auf dem Arme. Ich denke, baß ,.. ich Dich begleiten muß, Frances,", sagte 1 er, ihren rrstaunten Blick bemerlend. ?!cin! Ick urot dazu nw pm Einwilligung geben !5 entgeg::tte sie in sehr bestimmter Weise; De"e Beglei tung würde ganz zwecklos sein. Und dann, die Fahrt bei diesem Wctter wäri
für Deine Gesundheit fchadlich und:
Würde, D:q leicht einem neue Glchtanfall aussetzen.- Sie hatte heftig ge sprechen, und bevor ihr Gemahl noch einen Widerspruch laut werden lassen konnte, hatte sie die Hausthür geöffnet und wieder hinter sich geschlossen. In der nächsten Minute hörte man, wie der Wagen schnell davonfuhr. Das sieht Frances ganz ähnlich!sprach Mr. Walkott vor sich hin, als er wieder nach dem Wohnzimmer schritt; in keines WeibeS Brust schlagt em liebevolleres und gütigeres Herz, als das ihre. Ich darf den Tag segnen, an dem ich sie geheirathet habe." Nichtsdestoweniger war Georae Wal kotts Verehelichung in den Augen seiner Zreunde der gewagteste Schritt semeS Lebens gewesen. Er war Ingenieur und der Inhaber eines angesehenen Brückenbau-Geschaftes in New -York. AlS solcher hatte er vielfach in selbst entfernten Theilen des Landes zu thun und mußte sich oft ta gelang an Orten aufhalten, die sonst wenig Anziehungskraft für ihn besaßen. Emes Abends, wahrend er sich m einer der größeren westlichen Städte OhioZ befand, ging er, um die Ant hinzubringen, nach einer Musikhalle, in welcher das erste von drei Concerten, die eine reizende Sangergezelljchazt dort geben wollte, stattfinden sollte. Die erste Sopranistin erregte sofort bei ihrem Auftreten sem ganzes nterene: er hielt sie für das weitaus schönste Weib, das er jemals gesehen, und ein gewisser leidender Ausdruck in ihrem Auge rührte sein Herz. Er bemchte auch das zweite Concert. aber nur, um FranceS Nobin wieder fingen zu hören und sich an ihrem Anblick zu erneue. Nach Veendwunq der Vorträge veranlaßte er den Kapell meiste?, dessen Bekanntschaft er inzwi leben gemacht, ,hn der ,unaen Dame vorzustellen. Ihr von einer guten Erziehung zeugendes Benehmen und ihre aeutreichen. wmn auch :n be scheiden Weise gegebenen Antworten verstärkten den günstigen Eindruck, den ihr schönes Gesicht und ihre klangvolle Stimme schon vorher auf ihn gemacht hatten. Er bedauerte,- daß seine gejchastlichen Pflichten ihn schon am ach sten Tage zwangen, von jenem Orte ab zureisen. Zwei Monate später mußte Mr. Walkott nach einer der nördlich gelegenen Städte des Staates New York reisen, und der Zufall wollte es, daß gerade :n dem Augenblick, als er vom Bahnhof nach emem nahen Hctel s hntt, ein Zettel an die hierzu bestimmte Fläche eines Hauses geklebt wurde, in welchem daS Austreten FranceS RobinS in einem Concert anaekündiat wurde. daS an demselben Abend stattsinden sollte. ES war ganz' selbstverständlich, daß er hin ging; aber statt deS erhofften Vergnügens brachte ihm der Abeud nur Schmerz denn in dem Moment, als die Sängerin ihren Vortrag beginnen wollte, versagte ihr die Stimme. Iran ces war erbleicht; aber nach wenigen Secunden machte sie einen zweiten Ver such, zu singen, der jedoch in einem Schre: so voll Schmerz und Berzwen lung endete, daß die Äugen Aller, die denselben horten, sicd mit Thränen fuu ten. Dann schritt sie nach rückwärts, aber sie wankte und wäre niedergestürzt. wenn der hinzuspringende Jmvressario der Gesellschaft sie nicht in feinen Armen aufgefangen hatte. Ohne das mindeste Vorzeichen hatte sie die Fähigkeit, zu singen, verloxen. Am nächsten Tage suchte George die Sängerin in ihrer Wohnung auf, und obgleich sie sich anfangs ganz entschieden weigerte, ihn zu empfangen, gelang eS ihm durch feine Beharrlichkeit, sie zu sehen. Er verweilte eine ganze Stunde bet ihr und suchte'sie nach Möglichkeit zu trösten; aber ihre Verzweiflung schien, statt sich zu vermindern, noch zrößer zu werden. Tage vergingen, während deren Frances stundenlang bleich und bewe zungslos auf dem Sopha in ihrem Zimmer im ottt lag; die Thränen cannen dabei ununterbrochen an ihren Sangen herab und ein Ausdruck der aronten Qual lagerte auf wem Antlitz. Mr. Walkott fürchtete, sie würde den Verstand verlieren, und sein Mitgemhl sür d Unglückliche hatte schließlich die Wirkung, daß er ihr einen Heirathsantrag machte. Frances bat zwar um drei Aage Bedenkzeit; , nach Ablauf , derselben beglückte sie aber ihren An beter dadurch, daß sie seine Hand an nahm. Mr. Walkott hatte den hastigen schntt bisher während der zwenahn zen Ehe nie bereut, denn Frances war eine vorzügliche Hausfrau, bescheiden m ihren Ansprüchen und stets uebenswur big ; er kielte sie auch, wie es Männer thun, die ihr Herz nur einmal im Leben vertieren können. Aber er wünschte oft. sie Ware lebhafter und aufzerauu ter; e5 bekümmerte ihn, ihr Gesicht Zo oft bewölkt zu sehen und m ihren Au zen eine nicht zu verscheuchende Schwer muty zu lezen. Sie kann den Verlust ihrer Stimme nicht verwinden," sprach er häufig zu sich selbst; ich würde mein halbes Vermögen dem Heukunstler ge den, , der ihr wieder zu ihrer Stimme verhelfen könntet" Jedesmal, wenn er verreisen mukte. erfaßte ihn ein Bedauern über diese Nothwendigkeit, und wahrend seiner oft mehrere Wochen dauernden Abwesenheit erfüllte ihn die Sehnsucht nach seinem geliebte Weibe. , Sein Geschäft hatte aber in den letzten zwer Jahren bedeu tend an Ausdehnung gesonnen und hielt ihn sehr oft von Haufe fern. Aber . auch FranceS weilte zu diesen Zeiten . nicht in der Stadt; am Tage ach semer Abreise theilte sie ihm jedesmal mit, datz sie beabsichtige, sich bis zu seiner Rückkehr bei einer ' Freundin, einer Mrs. ? stall, die in Greenville in , New Ickseu wohnte, aufzuhalten. Sie schien eine außerordentliche Nei ung für diese Dsm? zu empfinden, ob gleich ihr -Vs&Ut, diese Freundschaft nicht versiegn lvnnte, denn obzwar er MrS. Tunstall nur ein einziges Mal gesehen, konnte er doch beurtheilen, daß sie in
keiner Weise M FranceS passe. Wäd
rend die Letztere Bildung besaß und! sich elegant bewegt?, war die Erstere ein äußerst' gewöhnliches, schwatzhaftes und langweiliges Weib mit ungeöildeten Manieren; dieselbe konnte nur abstokend wirken, und er wunderte sich, daß seine Frau sie so oft besuchte. Bisher hatte er sich jedoch ihrem Boryaöcn noch nie widersetzt; er liebte sie zu sehr, um ihr die Erfüllung ihrer Wünsche zu versagen. Der Wagen, mit welchem Frances fortgefahren war, kam allein zurück, und der Kutscher meldete seinem Herrn, Mrs. Walkott würde erst am nächsten Tage zurückkehren. DeS Morgens mutzte George em Frühstück allein einnehmen; dann begab er sich nach seinem Geschäfte in der un tern Stadt. Ws er jedoch gegen Abend nach Hause kam, fand er Frances seiner im Wohnzimmer wartend. Nun", fragte er, nachdem er sie begrüßt hatte. warst Du bei dem kramen iimu von irgend welchem Nutzen V Ich bin überzeuzt, daß dies der Fall war," antwortete die Gattin." Ick hoste, daß Du mich nicht allzusehr Mix mißt hast." .Ich entbehre Dich stets ungern, Frances! Offen gestanden, ich wundre mich jetzt oft, wie ich bis zu unserer Verheirathung ohne Dich zufrieden leben konnte!" versetzte George, seme Frau küssend. Wie befand sich das Kind, als Du es verließest?" Es geht dem Mädchen besser; sie schlief, als ich fortging." .Und hat der ttnave seine Mutter gefunden?" fuhr Mr. Walkett fort. Es erscheint mir so sonderbar, daß er nicht wuße, wo erste zu suchen hat." Sie ist gezwungen, me?flens von den Kindern entfernt zu sein," antwortete Frances in ruhigem Tone. Eine gehelmnlßvolle Frau, mte Mrs. Wardrop Z" rief George. Also Du kanntest sie bereits vor unserer Verheirathung?" Ich agte Dir bereits geztern, dag dem so ist und daß wir seit vielen, dielen Jahren auf's Engste befreundet sind!" .War oder ist sie eine Concertsangerin, wie Du eS gewesen, meine geliebte FranceS?" Ja. ihr LooS, war ein sehr hartes,antwortete Mrs. Walkott. Aber frage mich nicht mehr über sie. George; eines TaqeS wirst Du Alles, was sie b trifft erfahren." Nun, ich bin überzeugt, daß sie Deiner Achtung und Zuneigung würdig ist," versetzte derGatte ernst. Du we'ßt. daß ich Deine Mildthätigkeit nicht beschränke; hilf ihr, wenn sie in Noth ist, so weit, wie eS Dir paffend erscheint, mein Liebchens .Ich weiß, daß Du die Güte selbst bist," erwiderte FranceS, an ihn heran- . . i , r w . iv tretend uno iyn lueno; reine irau auf der Welt kann emen besteren Gatten haben!" Am näch,tcn Tage, als Mr. Wauott bon- der Hochbahnstation aus seinem GeschästSlokal zuschritt, begegnete er dem Knaben, welcher zu ihm gekommen war. um nach Mrs. Wardrop zu fragen. Derselbe würde an ihm vorüber geschritten sem, ohne ihn wiederzuerken nen; aber George legte seine Hand auf deen Schulter und sagten Hallo Kleiner! Wie beendet sich Deine Schwe ster?" Ich danke, Herr ; Josie ist beinahe wieder ganz gesund," antwortete das Vürfchchen. Ich bedaure übrigens sehr. Sie belästigt zu haben! Die Mut ter hat mich dafür ausgescholten, daß ich zu Ihnen gegangen bin; aber ich wußte wirklich nicht, wo ich , sie suchen sollte, und dachte. Sie könnten mir dar über Auskunft geben, wo sie singe. Sit ist ' eine Concertsängerin, mein Herr, lnd reist als solche von Stadt zu Stadt so daß wir nie genau meit, wo sie gkvide weilt; sie kommt auch.me inals nach Hause, außer wenn sie kein Engagement hat." Unter welcher Obhut befindet Ihr Euch denn m Eurer Mutter Abwejen beit?" Sie hat eine alte Frau gemiethet, die bei uns ist," war die Antwort, und seinen Hut ziehend, eilte daS Bürfchchen fort. . Diese geheimnißvolle MrS. Ward rov!" murmelte der Brückeningenieur vor sich hin, während er seine Osstce betrat. Ich bm eigentlich neugierig ju wiffen, wie der Kleine dazu kam. vorgestern Abend zu behaupten, ,ch be sorge die GeschäftSangelegenheiten fei ker Mutter." . An demselben Abend, als er mit seier Frau bei der Mahlzeit saß, sagte er: Ich begegnete heute zenem Knaben, Frances. Welchem Knaben?" ; Demjenigen Deiner besten Freun Nn, der MrS. Wardrop. Er ist ein iettes und klu.,eS Burschchen; er er zählte mir, daß seine Schwester beinahe vieder gesund sei." Ich freue mich dessen sehr," versetzte a fti.. T'-.JL .i '1 grances ru vui um aus eiwas UndereS- zu kommen, George, darf ich nur die Frage erlauben, wann Du wie tt zu reisen gedenkst?" .Bist Du so begierig, mich auf einige . , '.. . , tage ios zu jeinr enrgegnete Mr. Walkott lächelnd. Ich bedaure sehr. Dir mittheilen zu müssen, daß ich bereits orgen , fort fahren muß; ich erhielt une Depesche, die jeden längeren Aufschub verbietet." Du wirst doch nicht lange vom Hause zvweieno zem, weorgd" .Bis zum nächsten Sonnabend, und Ich hoffe, Du wirst während dieser Zeit Dich nicht zu einsam " fühlen? Francs? Nach Greenville wirst Du doch in der letzigen Jahreszeit nicht gehen wollen; es ist draußen schon langweilig genug un Sommer, im Wimer mun es geradezu schrecklich fein!" ' , ,Nicht für mich!" Du mußt ein außerordentliches In i teresie für Mrs. Tunstall haben, um sie !m Winter zu besuchen; warum ladest Du sie nicht ein, einige Zeit bei Dir hie in der Stadt zu verbringen? Ich
denke, dies würde für EuÄ Beide viel angenehmer sem. und außerdem schulbest Du ihr doch die 'Erwiderung für ihre vielfach Dir erwiesene Gastsreund' schalt während der verflossenen zwei Jahre, die wir verheirathet sind." Ich will sie für sväter zu mir einladen, aber nicht jetzt." entgegnete FranceS; bitte, laß mir meinen Wil len! '
Mr. Walkott lächelte und sagte: Thue, was Du willst, Liebchen." Am nächsten Morgen reiste er ab, nachdem er seiner Frau nochmals ver sprochen hatte, den kommenden Sonn abend wieder zu Hause zu sem. Am ltel inner Nem anzelanzt, fand r. daß sich seine Geschäfte glatter und schneller abwickelten, als er erwartet hatte, und daß er bereits am Freitag wieder in New Fork sein konnte. Während der Rückfahrt bedauerte er beinahe sein verfrühtes Eintreffen, denn es schien ihm. daß fein Heim ohne FranceS, die noch bei MrS. Tunstall wohnte, ihm recht emsam vorkommen würde. Als er in Jersey City anlangte, kam ihm plötzlich ein eigenthümlicher Gedanke; warum scllte er nicht direkt nach Greenville fahren und sie abholen? Dies würde für seine Frau jedenfalls eine sehr angenehm Ueberraschung fein, zumal er glaubte, sich überzeugt halten zu dürfen, daß sie ihres Aufenthalts in dem kleinen Orte bereits überdrüiiia sein müsse. Fünf Minuten, nachdem ihm dieser Gedanke gekommen, saß er fc i ? , r J ä vereng in einem nacy zenem orze gehendm Straßenbahn-Wagin. In Greenville ging er die völlig mit Schnee bedeckte Hauptstraße hinauf, ohne einer einzigen Person zu begegnen, bei der er nach der Wohnung der MrS. Tunstall bätte forschen können, und er fragte sich kovh'chüttelnd. wie seine Frau es hier beinahe eine ganze äLocve aushalten könne. Endlich stlen er auf ein paar Knaben, die sich mit Schneeballwenen belustigten: bei diesen erkundigte er sich nach dem Hause, in welchem m Freundm seiner GattlN lebte. Einer der Kleinen führte ihn in eine schmutzige Nebenstraße, und wies nach einem sich in schlechtem baulichen Zustande befindlichen, hölzernen Häuschen; dann eilte derselbe zu seinen Spielkameraden zurück. Zu seinem Erstaunen fand George daS Haus vollständig geschlossen, und . rt 1 A em 2,'caocyen, vas aus oem acyvargebaude trat, theilte ihm mit, daß Mrs. Tunstau bereits seit einem ganze Mo nat verreist sei; dieselbe halte sich bei Freunden zn New Aork auf. Das war ein Neinfall!" sprach er vor sich hm, als er zur Prerdebahnstation zu rückschritt; wie wird Frances über mich lachen, wenn sie von meiner verfehlten Fahrt Hort! Aber eS ist doch sonder bar, daß sie nichts davon wußte, daß ihre Freundin in der Stadt Ist!" Als Mr. Walkott jedoch zu Hause ankam, fand er die Zimmer dunkel und kalt; seine Frau war noch abwesend und d'.e Dienstmädchen konnten ihm keine Auskunft über sie geben. Es ist recht eigenthümlich." dachte er. daß FraitceS nicht nach Haufe zurückgekehrt ist, nachdem ste Mrs. Tunitall Nicht anaetronen. Vielleicht hat sie sich zu den Kindern der Wardrop begeben. Er hatte seinen Aerger beinahe ver gessen, als ihm am Nachmittag des nächsten Tages in seiner Privatofstce eine Dame gemeldet wurde. Die in der nächsten Minute Eintretretende war Mrs.' Tunstall. Ich ging soeben durch diese Straße und sehe zu fällig Ihr Firmenschild. Mr. Walkott." bezann sie; da dachte ich, ich wollte einmal bei Ihnen vorsprechen, um mich nach dem Befinden Ihrer Frau Gemahlin zu erkundigen. Es ist schon lange her, daß ich sie nicht gesehen habe." Warum besuchen Sie nicht meine Frau? Frances würde erfreut sein, Sie bei sich zu sehen," erwiederte der Ingenieur. Wenn ich noch die nöthige Zeit hierzu finde, will ich es thun. Sie müssen nämlich wissen, daß ich mich beeilen muß, wenn ich mit dem Ordnen meiner Angelegenheiten bis zu meiner in drei Tagen stattfindenden Abreise nach Omaha fertig werden will. Mein Sohn, zu dem ich gehe, kommt mir bis Chicago entgegen und aus diesem Grunde muß ich zur bestimmten Zeit abfahren." Gedenken Sie für immer dort zu hleiben?" Ja." Dann beabsichtigen Sie wohl, Ihr HauS in Greenville aufzugeben?" Sicherlich, es steht bereits feit einem Monat zum Verkauf, aber ich glaube, s wird recht lange dauern, bis es an den Mann gebracht ist, denn es liegt leider in einem ziemlich vernachlässigten Theile des Dorfes." Ich muß gestehen," sagte Mr. Walkott, daß schon derganzeOrt an und sür sich auf mich niemals einen günstigen Eindruck gemacht hat, und lch wunderte mich deshalb auch oft, wie meine Frau so häufig nach' dort zum Besuch fahren konnte; aber natürlich ihre Zuneigung für Sie - Sollte Ihre Gattin mindestens veranlaßt haben, bei mir auf einige Minu ten vorzusprechen, siel ihnt die Dame erregt in's Wort. Können Sie mir sagen, wen Mrs. Walkott in Greenville besucht hat?" Ich verstehe Sie nicht MrS. Tun stall," versetzte George, dessen Antlitz daS größte Erstaunen zeigte; ich dachte immer, meine Frau fahre zLH Nen." l;:m?B i il, : stfüYK Dann waren S!e in einem großen Irrthum befangen ; ich habe 'Ihre Frau seit länger als einem Jahre nicht f v m -' '( Hi :l - lesehen.1, ;. f - Hat sie sich denn nicht im letzten Herbst drei Wochen bei Ihnen ausgehallen?"' , ' Nein, antwortete die Dame; Sie müssen meinen Namen mit einem anden'. rer:oech!eln.- . ''s,-'''-'.-Mr. Salloit sorana cttt t'ni al'der?5 ' Thema über, aber seine Geoanleii blieben an dem soeben besprochenen hasten, und nachdem sich der Besuch entsernt,
verschloß er die Thür hinter demselben, um ungestört überlegen zu können, was er nunmeür zu thun habe. Erst spät begab er sich nach Hause.
Frances war inzwischen zurückgekehrt und eilte dem Gatten in den Hans flur entgegen, um ihn zu begrüßen. Als sie ihr Anttch seinem Munde naher brachte, um den üblichen Kuß zu empsangen. drängte er sie jedoch beinahe mit Ge walt zurück; er schritt darauf, ohne ein Wort zu sprechen. Mit sinsterem Gesicht nach seinem Arbeitszimmer und machte die Thüre hinter sich zu. Jeder Schimmer von Farbe wich aus dem Gesicht der Frau; eine Minute lang stand sie wie zu Stein erstarrt da. dann schlug sie mit einem lauten Aufs schrei die Hände über dem Kopfe zu sammen, und in klagendem Tone kam es über ihre Lippen: Es ist gekom men! Es ist endlich eingetreten, was ich so lane befürchtet .hübe! Was soll ich thun?." Nach einer geraumen Weile hatte sie sich einigermaßen gefaßt und schritt, wenn auch noch immer mit leichenblaf sem Antlitz, zu der Thür des Arbeits. zimmerö. Als sie dieselbe öffnete, sah sie ihren Mann bewegungslos, die Arme auf den Tisch gestützt und das Gesicht in den Händen vergraben, dasitzen; er rührte sich auch nicht, als sie an ihn herantrat und die Hand auf seine Schulter legte. Ist etwas Besonderes vorgefallen, George?" fragte sie mit fonderbar ruhi ger Stimme. Ja," erwiderte der Angeredete, in dem er aufsprang und sie mit vor Zorn glühenden Augen anblickte, ja es ist etwas Besonderes vorgefallen. Ich habe ausgefunden, daß die Frau, welche ich wie mein Leben nebte, eme wan-' delnde Lüge ist! Du hast mich grausam getäuscht; ich weiß zwar nicht, welches Deine Beweggründe dafür waren, aber ich bin mir dessen bewußt, eine derartige Behandlung von Deiner Seite nicht verdient zuhaben!" Etwa eine Viertelstunde herrschte im Zimmer vollständiges Schweigen, bis dasselbe schließlich durch Mr. Wal kott unterbrochen wurde. Ich sehe, Du hast nicht einmal eine Entschulde gung sür Deine Aufführung," kam es in bitterem Tone aus seinem Munde. Du machtest mich zu Deinem Narren und fühlst nicht einmal Reue über den Schmerz, den Du mir durch Deine Täuschung verursacht hast!" In diesem Momente wandte sie -sich ihm wieder zu mit einem Gesicht, das fo verstört und entstellt aussah, daß er erschrocken zurückfuhr: So höre denn!" sprach sie, ich werde Dir Alles erzählen, und ' dann, wenn es Dir beliebt, weife mich für immer aus dem ause. Ich werde mich über den Urtheilsspruch, den Du über mich fällst, nicht beschweren, so streng derselbe auch sein möge, denn ich weiß, daß ich nicht nur Deinen Zorn, sondern auch Deine Verachtung dafür verdiene, daß ich feige genug war, ein Geheimniß mit mir her um zu schleppen, Patt den Muth u haben. es Dir vertrauensvoll zu beichten. Der Himmel weiß, daß ich keine böse Abncht dabei hatte, und wenn Du darunter leiden mußt, so geschah es gegen meinen Willen. Als ich sechzehn Jahre alt war, starben mir kurz hintereinander Vater und Mutter und ließen mich arm und freund los zurück; schließlich nahm mich eine entfernte Verwandte zu sich, die aber über jeden Cent, den sie für mich aus geben mußte, jammerte und mich stundlich fühlen ließ, daß ich ihr eine Last sei. Unglücklich, wie ich mich fühlte, war es ein Leichte?, mich zu einer Heirath mit einem ganz alten Mann zu überreden, den ich erst seit ganz kurzer Zeit gekannt. Zu spät erkannte ich seinen wahren Charakter, und es ist mir unmöglich zu beschreiben, waS ich während der fünf Jahre? die ich mit ihm gelebt, gelitten habe. Nach Ablauf jener Zeit fand ich aus, daß er noch eine andere Frau hatte, de ren Rechte an ihn, den meinigen vor gingen. Selbstverständlich verließ ich fihn augenblicklich, und eine gütige Vor sehung bewahrte mich vor weiterem Elend durch ihn, denn einige Monate später wurde er bei einer Rauferei in einer ordinären Schenke durch einen Revolverschuß getpdtet. Zwei Jahre lang erhielt ich mich und meine beiden Kmder durch meine Stimme, bis mir dieselbe, wie Du weißt, in Deiner Gegenwart versagte. Ich habe nicht nöthig zu erwähnen, wie ich durch das zuletzt eingetretene Unglück in die größte Ver zweiflung gerieth; ich glaubte irrsinnig werden zu müssen, als Du mich aufsuchlest. Einige Tage später trugst Du mir Deine Hand an, und ich sah darin, daß ich Deine Frau wurde, den einzigen Ausweg aus meiner traurigen Lage." Unter diesen Umständen hast Du michniömals geliebt, Frances. War es nur die Serge um Deine Kinder, die Dich meine Frau, werden ließ?" versetzte Mr. Walcott mit verhaltenem Athem. ' Es ist wahr, als ich Dich heirathete, liebte ich Dich noch nicht George, antworte:e sie, die Augen mit einem zärtlichen Blick zu ihm aufschlagend, und Wie hätte dies auch der Fall fein können, kannte ich Dich doch nur höchst oberflächlich. Aber Deine sich nie wan delnde Freundlichkeit. ' Deine selbstlose Liebe, die sich mir m tausend kleinen Dingen zeigte, gewannen Dir mein ganL ' n1'. " ,, c ' " zes Herz, vevor m nocy ein ayr oer ehelicht waren. O, wenn Du wüßtest. Wie ich die ganze Zeit über das Verlangen in mir getragen habe. Dir mein Geheimniß zu beichten! Mehr als hundert Mal lagen bereits die Worte mir auf meiner Zunge, aber ich ver mochte diesetben nicht über meine Lippen zu bringen." Du sürchtetest wohl den Unterhalt sür Deine Kinder zu verlieren?" fragte der Gatte mit einem Anflug von Hohn. N?n, üfin!"1 schrie FranceS, sich ?n'itu;i üaf.die Knie! Werfens und ihr Äesich: iCst Händen bedeckend, ;tch hatte nur Änzst, ich würde Deine Libe einbüßen, die ich über Alles in ttt Welt iu schätzen aelernt Kabel"
FranceS, ist dies wahr? rief Mr. Walkott, sie aushebend und in seine Arme ziehend. Ja. es ist die lauterste Wahrheit, so wahr mir Gott helfe!" erwiderte sie. Dabei sah sie ihn mit Blicken an, die mehr sagten, als tausende von Worten hätten ausdrücken können. Mit einem Schrei, in dem sich sein Glück kundgab, preßte George sie noch enger an sein Herz. Mein," sprach er dann, mein für immer und ohne ein solch' fürchterliches Geheimniß zwischen uns!" Und meine Kinder ?" kam es zögernd aus ihrem Munde. Ich werde dieselben nun als weine eigenen betrachten, und Deine beste Freundin, die Mrs. Wardrop, soll ebenfalls einen nicht zu kleinen Theil meines Herzens besitzen," versetzte er mit einem schalkhaften Lächeln um den Mund. Erwähne diesen Namen nicht wie der. George!" bat sie, zusammen schau dernd. Warum denn nicht, nreln Lieb chen?" Es ist der Namen enes ManneZ, dessen Andenken sür mich so bitter ist. Rodin war mein Vatername; diesen nahm ich wieder sür mein Auftreten als Concert-Sängerin an. Meine Kinder wissen nicht von meiner zweiten Verhei rathung mit Dir und daß ich meine Stimme verloren habe; während Dei ner jedesmaligen Abwesenheit verweilte jch bei denselben, und Richard, der für sein Alter von noch nicht neun Jahren ungemein geweckt ist, glaubt, ich ruhte mich bei Ihnen von den Anstrengungen meines Berufes aus. Dem Himmel sei
Dank, daß die Qual dieses Doppellebens für immer zu Ende ist!" In dem Herzen George Wallkott'S hallten die letzten Worte seiner innig geliebten Frau lebhaft wieder und er zog sie von Neuem an seine Brust, er preßte einen herzlichen Kuß uf ihre Lippen, als ein Zeichen seiner vollstän digen Verzeihung und. semes wiederher gestellten, unendlichen Vertrauens. Am nächsten Tage fuhr er mit gran ceS nach Harlem hinaus, um deren Kin der zu sich iu's Haus zu holen, wo sie fortan unter der ständigen Aufsicht der Mutter erzogen werden sollten, als oh sie die seinigen wären. Zerechlkgler Schmerz. w h ; WaS heulst so Peppi?" Jc woaßt, Onkcl, der Vater hat mi ge schimpft und hat asagt, ! sei so an sau dummer Bua!" Weiter nix?" Doch und des kränkt m! Meist; er hat g'sagt, i hätt' grad so 'n Charakter wie Du t" Er hat Nötitkuk. L." ' - h- b Gauner (nachdem er im EasthauK' ach Gefallen gegessen und getrunken): Zählkellner 'nauswerfen I" Ter ehrliche Finder. Schusterjunge: Herr Baron Ihre Dame oder Ihr Fuchs hat wasverloren l" Ober-Bayrrsche Sprüche Es gibt nur em böseS Weib auf der- Welt, aber Jeder glaubt er hat'S. Wer dem Teufel den Schwanz susreißen will, muß grob zufass'n!. Er wär' ein Hund, wenn er nur einen Schweif zum Wedel? flätt'! Eheliche Disharmonie. Aber Weibchen, was ist denn mit dir loS? Du hast mir heute Abend noch keinen Kuß gegeben und nicht ei freundliches Wort mit mir gesprochen? Laß mich, Emil, ich bin verstimmt. Verstimmt ? 1 Hab' ich vielleicht ein Klavier geheirathet? A ufrich 1 1 g. Hausfrau: Leug nen Sie es nicht, Sie haben mit mi nem Manne heimlich Rendezvous? Dame: ölon Dieu! In der ehrlichsten Nbsicht von der Welt er hat mir die Ehe versprochen, wenn er erst Witlwer sein wird. A u ö d e t R e 1 1 1 chule. Mitkerofficier: .He, Strohhobel, Sie sitzen mit einem Selbstgefühl auf dem Gaul, als ob Sie der einzige dumme Kerl in . ganz Europa wrcn!- " Um ifyt iiinnfMt Mlr ' hast Du denn Deinen Brillanlring?- ' B.: Ich trage ihn jetzt am Mtttelsingkr der kleinen Tänzerin."
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