Indiana Tribüne, Volume 15, Number 9, Indianapolis, Marion County, 27 September 1891 — Page 7

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K7 sastssssR NarrNcke Stuf See Ttts zttZrn. Es war an einem zMZten TeptMber, soldatisch ?n Abvcichm geschmückt zu fiw d:n und vcu Zeit zu Zeit Böllerschüsse zu törnt. SeVan wurde gefeiert. Die Krieg vsn 1870 und aus früheren AeldzSqeA waren zusammengekommen zuerst in ttx Kirche, wo der Pfarrer predigt nah denn iW.Go!Lenm ÄS wen", 5?o der Schullehrer eine Rede hielt. Predigt und Rede waren vorüber. Jetzt cci Nachmittag wurde nur noch getrunken, und auch die Anderen, die mcht Veteranen und rnchf; Kriege? ' waren, tranken Mit. ' : Die Predigt hatte keinen rechten Eindruck gemacht. Sie war nicht kraftig genug. T er Pfarrer war zu alt. Für is eine Gelegenheit sehlts ihm In rechte SchwunJ. Von der Liebe zum Vaterland hatte er gesprochen, die ein Jeder haben solle, und daß wir 'mit Freuden des Tages denken könnten, in jokern er uns zu Siezern über unsere Widerpcher gemacht. Aber es sei doch ein Tag der Trauer sür so sebr viele MitmensKen, und der Tag eines grofxn MordsS, wenn auch in gerechtem Kampfe. Und so follten wir uns mit Ernst prüsen, ob keine Uebnhebunz, kein falsches Urtheil gegen Andere in unserer Brust sei ; und ob die Liebe zu den Menschen, ohne welche die Liehe zu Gott nicht bestehen könne, in uns wohne und der Friede dessen, der da sprach: Liebet euere Feinde. ... Und dergleichen mehr hatte der alte Pfarrer gesagt Ta war der junge SchulmeisZer ein k?der Mann. Der gab's ibnen, der Welsch?r, dem Erbfeind! Nicht nur dem Raxclern, Zendern Allen, Allen,! Wenn ein Hund dieft Rede verstanden hätte keinen Bissen hätte er mehr von einem ftr&noieit genommen. Und gegen die Franzosen brauchen wir das Militär und da Militär ist auch eine Schule, nämlich eine Schule für das Volk, in welche nur möglichst Viele und möglichst lang hineinzehen sollten und Krieg muß sä, sonst würdA alle ManneStugenv Untergeben und' wie soll man einen Krieg führen ohne Militär? Und wozu Ware das Militar, wenn's keinen KrW mehr gäbe? Deshalb haben .; diejenigen,, Unrechts welche meinen, man solle SchZachttaatZ '"üöeraupt üich!' alZ' Festtage begehet Im Gkgenthei!: Im Krieg, das heißt also in den Schlachten, zeigt sich der wahre Werth eines Volkes und em Sieg ist ein Güttesurtdeil. Tarum wollen wir gerade heute, gerade am Tag? einer großen Schlacht aus vollem Herzen jubeln .... Und dergleicken mehr hatte der junge Schulmeister gesagt. Auch im Erfolge unterschied sich seine Rede von der Predigt. Des Pfarrers Worte waren angethan, Einem allen Durft zu benehmen.- Aber was der Schulmeister ssate. daZ machte Einem Lust, einen Äaßkrug Zu erheben. Hoch zu rufen und dann dens?lvigen Maßkrug auszutrinken, damit er zum nächsten Hoch wieder gelullt werden könne. Ich war auf der Fußwanderung, mein beuties Ziel noch ziemlich weit, ünd da ich es noch vor Nacht erreichen wollte, konnt' ich mich nicht länger aushalten. Als ich zum Torfe hinausging, kam ich bei einem Anwesen vorüber, das aussah wie ein sehr ?lrmer, der einst sehr reich war. Ungepflegt, verfallen, mit letzten puren teuerer Tage. Vor'm Hause k 6sh, &i saß ein Weib in ärmlichem Kleide. Sie hatte ganz weie Haare; ihr Gencht. unbeweglich, war der untergehenden Sonne zugewandt. Ich erkundigte mich nach dem Wege, sie gab mir Bescheid; ich sagte ihr Einige freundliche Worte und fragte, warum sie nicht auch d'rin im Torf dabei wäre, beim Fest. - Tc können s' mich net brauch', 1 -ntgegntte sie mit einer Geberde nach ihren Blusen. Jetzt erst bemerkte ich. " dan sie blind war. .Närrische ' Leut' i setzte sie hintu :no bewegte langsam den, jz opf, wie elen Irrthum mißbilligend und zugleich den Irrenden bedauernd. Narnschs Leut'!" , ... , Närrisch? Warum?" O Jefses ! Statt daß f schrei'n warum macken f uet lieber, daß die Franzosen ehndcr völlig zahl'n?" $R a hfrtn s rtfiT , ? - 0 -.... n . Tie EntschäSigÄng . ö.weil s doch ' Krieg rerlcr'n had'n. Ich glaubt ' schon, daß se sich hart zahl'n an fünstausend MÄion', es is a schön'S Geld, aber jetzt zahlen f bald zwanzig Jahr' d'ran, jetzt könnten f bald fertig sein, da der Mich'l endlich heim!cmett that! Der Michel das ist wohl Euer Sohn?" .Freilich, freilich. Is a wahr's Glück, daß sein Vater schon verstorben is vor dem Krieg daß er die viele Sorg' LNd AenZsten net derlebt hat! Ich tob' so Zeitlang nach'n Mich'l, ich mein' eft. ich Halt's nimmer aus." . .Ja, wann kommt ß denn heim?" tret : kÄn.-'liSSwZn'? M Warie muß sich schien bald wie h Wittiö vorkommen und der Bua is schon selber bei der Militari und hat sein'z Vätern noch mit kein'm Aug' net g'seh'n! Aber der Mich! mutz noch im Frankreich ibleiMMitichSMderu bei der Okk Olk ja: bei der Okkepazion. Ich treiß jetzt net g'rad', wie viel Tausend noch d'rin sind bei der Okkepazio, aber der Michl muß bis z'lctzt d'rin bleib n, weil er halt gar so brav und verlässig - fcjfffiät die ballen alles b'setzt, bis, die 1,, i i SV t0 ' : Fran;o;m völlig 'zaolt hab'n. j ES 1 1 ia a gretze Ehr', natürlich, für's Vater? land thut ers 45 aber mein Herrgott. wenn ich s nur noch d erleb !

i( it. ' t'jfflagggK.T.' t ''raacarnggsaE

no 13 Mnoerte mc ?.esyaw Nluzi, rprach, rasÄ, wie UM irgend etwas zu t den ElAgaiiz des Wirthshauses, das rbüten, aber, in mildem Tone: ' i aachlt der Kirche der stattlichste Bau des Mst jct doch aus der Stub'n 'räu? i GebLrgHdsrfts war. mit Fahnen und hisfvint mit fremde ös 1

Meine Aug n sind nie net 'gutsg'wksn"7hntetzt, wo k wir sie hören können, und mit dem viel' G'flenu sind'ö völlig sagen.- ES schien lange so, als ob eS

d'rauf 'gangen aber ich wollt' ja nix sagen, wenn nur die Franzosen bald tm$ r,

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langwl A paar Jahrl'n wichs , n t SlSTfe P dauern, meint er. aber nacker, meint er. Urg. Bit haben rir Seoait die fiekimmt r g'wiß! - S.ende unseres strechuchtigen Geches ; Ich Wollte eben erwiedern, als eine ' nngekargt, dleser Agende, nach web mmrin berankam und die Alte an er der sranzoche Soldat ohne

Zollst doch net thun, schau !" Sie nahm sie bei der Hand und führte sie in'S Haus. , Aber ich bitt' dich, Marie hört' ich hie Alte noch sagen jetzt hätt' ich grad' srag'nimöZ den,.M.'V'bört hat. daß die Fwnzosen wieder a bisil 'was 'zaslt hab'n." Tie Andere kam sogleich zurück und sagte: Enischuldigen S', aber sie soll net viel mit fremöe' Leutdib k'rir'ü. Es' ls wegen. dem f , Dröhnende Böllerschüsse und tosen peZ Jauchen unterbrachen sie. Starr sah sie vor sich hm und sagte ich wußte nicht, ob sie zu mir sprach oder zu sich selbst:. V : ':- :! .Ja,t)it is der Tag.' Bei Sedan. Ich wollte zu ihr reden, fragen, trö sten, vielleicht - cm wenig helfen. Aber als ich das versteinte Gesicht sah, wandte ich mich ab und ging meines Weges. ' Noch weit vor dem Torse hörte ich den Jubel des Festes und, lauter als den Jestjubel, die leisen Worte der bei den Weiber: das grimmig trostlose Bei Sedan, bei Sedan" ... .und dann wie der, wie den Klang eines unendlichen öNitteidS' mit der ganzen Menschheit, der armen, thörichten : Zairische Leut', narrische Leut'.slaund Sedan. Emile Zola., dei r'r einigen Wochen das, Schlachtfeld Sedan besucht hatte,.! um Studien für seinen neuen Roman zu machen, widmet Sedan im .Figaro" einen Artüek. Er äußert sich ixl d?.m selben wie solgt : Heute ist der ..schrÄliche Tag. i Es' ist : undenkbar,, daß ein ökuliches Unglück je eine andere Nation getroffen hat. Seit 20 Jahren hat man diese Erinnerung nicht wach rasen können, ohne daß sich das Herz vor Scham und Zorn zusammenschnürte. Aber auf Kem Grunde des 'bitteren Ge fühls findet sich die Empfindung eines heilsamen Leidens und einer männlichen Heilung, eine ZZeinigung durch den Schmer; über die Große des Unglücks, Ja, dieses MluthadwarMötkig.z. Tie l!ectioT erscheint ' jetzt schrecklich, aber nützlich. Diese unserem Hochmuth ertheilte Okrftige, dieser Äderlatz tozi nöthig, um unsere Gesundheit wiede, herzustellen. Man hat viele Fehler begangen. Aber erscheinen diese Febler nicht heute als die zusammenhanglosen Er'-bniffe unseres krankhaften Zustan des? wichtiger als die begangenen Fehle, sind die physiologischen und psychologischeu Ursachen, die über das Geschick eines Volkes entscheiden. Wenn unsere sieben Armeecorps so unvernünftig zwi scheu Metz und Froschweiler aufgestellt waren, daß sie keinen Angriff vornehmen konnten; wenn MacMahon sich bei Froschweiler schlagen ließ, ohne vom HeraNnaheD des Feindes Kund zu haben ; wenn er später, statt den Feind vor Paris zu erwarten, wie Jedermann annahm und er selbst beabsichtigt dem unsinnigen Triebe gehorchte, der ihn veranlaßte, nach Sedan zu gehen ; wenn Bazaine sich vor Metz festsetzte, anfangs vielleicht aus Verblendung und Unsähigkeit, dann aus immer noch nicht aufge' klärtem Grunde: so muß man zugeben, dan alle diese wie zum Veranüaen an gehäuften Dummheiten nicht die Fehler Einzelner sind, die unglücklichen Gene rä'en. mittelmäßigen oder chrgeizizen Versonen zur Last fallen, sondern Ver brechen des Landesverraths, begangen von der ganzen Nation. Jeder von uns trägt einen Theil der Verantwortung an ihnen. Es ist keine Schande, heute diese Gewissensprüfung vorzunehmen. , Im Angesichts Teutschlands, das noch erfüllt war von fernem Siege über Oesterreich, verjüngt durch den Ausschwung nach seiner Einheit, das weile und gebildete Männer an seiner Spitze hatte, die bereit waren, sich beim ersten Signal zu erheben, da erschien Frankreich in seinem Innersten verfault durch die Unbeweglichkeitides' Stolzes seiner kriegerischen Ueberlieferung. DaS Kaiserreich hat sicher dazu beigetragen, das Uebel zu verschlimmern, aber die eigentlichen Ursachen reichen weiter zu rück. Unsere so ruhmreiche asrikanische Schule war hinsichtlich des großen Krieges, wie ihn die Deutschen verstehen, sehr weit zurückgeblieben. Warum - herrschte eine so vollkommene Un wiffenheit und Unfähigkeit unter unseren Führern, die so tapzer waren und doch zurückwsicheü mußten, ohne selbst zu mmen, warum sie dies thaten?' Sie fanden sich waffenlos. ,. DaZ KriegsMaterial war ungenügend. !Tie Truppen waren verschlechtert durch das Loskaufungsrecht, unbotmäßig und unsahig zu siegen. Ein Volk muß. um zu siegen, an der Svide der, Vöcker .sieben. Die WlnenschaZi die Kraft und daT Genie semerUcit darstellen.' Das hatten wir veraenen. Wlr.batten uns überflügeln lassen, - während wir in eitlem Selbstvertrauen Lauf unseren alten Ruhm pochten. .Und darum mußte Frankreich, das seine Fahnen siegreich ach allen europäischen Hauptstädten trug, als eS fcte Kraft und das Genie darstellte, am Schlendrian und an der Dummheit im Gesängnle von Sedan zu Grunde ?ge heu." chiMWWMWsGMM 7 !!":; i'Si).- i::. U !:! ,('! I1!!! " " --::!',, M CVU Dachdem Zola den VeM runz, die Verwirrung l m der Umgeöusg des Kaisers und die Uebergabe von &an geschildert, fährt er fort: Man MuZt Kiels Üarit und h'ültrt VSahr, t mit Frankreich zu Ende sei. Als ob i wir uns nicht wieder erbeben könnten.

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f . L. rVrt ... fc wf . f" " C . , i....-. CX-. m wruna, nur zum vergnügen auszog, um benachbarte Reiche zu erobern. Mit den neuen Waffen ist der Krieg eiwas Furchtbares. Man wird sich nur noch zum Kriege in der äußersten Nöth entschlie ßen, wenn man - Alles versucht hat, ihn zu vermeiden. Nur zwingende, unabänderliche Nothw?ndigleiten können heute zwei Nationen gegen einander werfen.... Man muß den Krieg ruhig erwarten. Wir haben ihn jetzt nicht zu fürchten. Tie Zeit hat für uns gearbeitet und wird jetzt gegen unsere Sieger arbeüeu.' Nichts bleibt in der Welt stehen. Alles ändert sich. Wer sich auf her Hohe vergißt, sinkt. Wir haben dies schwer büßen müssen, die wir in dem Augenblick, als wir dem Verhältniß entgegengingen, so vertrauensvoll auf den überlieferten Erfvlg unserer Waffen waren. ' Deutschland, das seit 20 Iah ren so groß ist, steht auf dem Gipfel seiner Macht. Scheint eS aber nicht, als ob man schon ein dumpfes Krachen hörte ? . . . .Der Altmeister von Sedan" muß eigenthümlich konstruirte Ohren haben, wenn er schon , das Ärachen der zusammenstürzenden deutschen Heeremacht vernimmt. Es wird wohl auch bei ihm der Wunsch der Vater diescr Sinnestäuschung gewesen sM Er dars sich im Uebrigen beruhigen. ; Auch in Deutschland wünscht Niemand den Krieg. SoM er aber kommen, so ist unsere Heeresverwaltung ebenfalls nicht müßig gewesene Es ist übrigens nicht ibre Art. auf Lorbeeren auszuruhen. ' Der Artikel Zsla's ist in Frankreich nicht ohne Widerspruch geblieben, namcntlich nickt diejenige Stelle, wo er den 5lrieg für unvermeidlich erklärt. Wörtlich hatte er geschrieben': Der Nrieg ist etwas Unvermeidliches. Die edlen Seelen, welche von seiner Abschaffung träumen und Eongresse einberw fen, um den ewigen Frieden zu prcklamiren, ocgmnen em-uroplzcues err. Früher, wo alle Völker nur Gin Volk bildeten, konnte man vom goldenen Zeitalter reden; aber wäre das Ende der Kriege nicht das Ende der Menschheit? Der Krieg. ja das ist ja daS Lebe selbst! Nichts ist in der Natur. nichts entsteht, wächst und breitet sich aus, wenn mcht durch den tt ampr. Man 4 Muß t) en und gegeben werden, damit -r U ' "! tV t . cte tastn teve. Nur megerrzcoe vtaiior neu gedeihen; eine Nation stirbt, sobald nesich entwaffnet. DerKneg ist d,e schule der Disciplin, des Opfermuths u. s. w. Tamr wnd Zola heute von Andre Hallays im .Journal des Debats wie solgt abgefertigt: Welcher ordentliche Zögling kann, nicht die gleichen Sätze entwickeln? Es ist die bekannte Theorie de Maistre's über denürieg. Seither hat man an lbr einen moderneren und wlssenschaftlicheren Anstrich gegeben, indem man v:e ?teue des Schlachtengottes den Kampf um's Dasein setzte. Aber es ist .rmmer cie alte Barbarei, deren Abschaffung von den Mystikern der Religion und der Wiffenschaft gleich eifrig verlangt wird. Mir scheint, daß Schriftsteller vom Talent und dem Rufe eines Zola gegenwartig etwas Anderes thun sollten, als solche Phrasen in das Publikum zu werm Tie hefte Art, den Krieg nicht zu vermeiden, besteht darin, daß man den Leuten vorredet, er sei unvermeidlich. Man darf nicht durch eine Art, von Be' Weisführung die Leute dahin : bringen, daß sie zum Voraus den Zorn oder die mörderischen Launen derer, von denen sie regiert, sind, resignirt über , sich ergehen laffen. Zola meint, den Krieg wünschen, sei ein scheußlicher Wunsch. ES ist aber auch eine scheußliche Sache, den alten Unsinn, .daß der Krieg etwas Unvermeidliches sei, wieder breit zu treten. " Denn dadurch lahmt man von vornherein den guten Willen und den Muth aller derer, die bereit wären, sür den Frieden und die Vertheidigung der Civilisation zu kämpfen. Der ftrieg soll unvermeidlich sein? Ja, wer weiß dies denn? Wer kann ' es beweisen? Zola meint, ., man müsse künstig einen Krieg nur .dann beginnen, Nvenn man 'alles Mögliche gethan habe, um ihn zu ..vermeiden. Vernünftiger wäre wyhl, jetzt schon zu sagen, wenn derartige Katastrophen zur Zeit noch möglich und sogar wahrscheinlich sind, so liege es doch in der Gewalt der Menschheit, sie für immer zu vermeiden. Hypothese gegen Hypothese, Chimäre gegen Chtmäre; diese wäre wenigstens die wohlthätigere. UebrigenS, ich weiß nicht, ob die KriegSpropheten schon beobachtet haben, daß in der Menschheit neue Ideen austauchen. Es handelt sich weder um Congrffe, noch um Utopien, noch um sentimentale Traumereien. Wie der SozialismuS in einem gewiffen, Theile des Volkes um sich greift, so bildet sich in andern Klaffen ein Kosmopolitismus des , Geschmack :s und der Intelligenz aus. Man sagt sich hier und wiederbolt es, daß der Krieg nicht mehr wie r . ' ; i . btV i r :'r f eueoem cie eugenNtti ijr, , ncy au Kosten freigebig geopferter Menichenle. den Ruhm zu verschaffen, und daß er i .IJr. jt.l!k. ::i J r 'tJ!" '" aiim nicui meyr wie zu oen jeuen. varbanscher Invasionen ein gegenseitiges Völkermorden ist; die kolossale Bornirtheit solcher Schlächtereien leuchtet Allen immer klarer ein. Man sagt sich und .wiederholt , es, daß die Nothwen digkeit dieser Blutbäder, in denen .die Völker, Kraft und Gesundheit wieder finden , sollen, nicht unwiderleglich be wiesen ist) und daß eS eine merkwürdige Art lit, nne Nation dadurch lebenSm higer zu machen, daß man die Blüthe ihrer Jugend in S Verderben fuhrt. Der gesunde - Menschenverstand empört sich gegen solche blutigen Sophismen, deren Vernunstwidrigkeit den civilisirten Nationen täglich klarer . wird. Man sagt sich und wiederholt eS, daß daS - nationales Gefühl ein mächtiger ! Spol zu Opfern und Tugenden se'

Uchen Gesetze, und da die Idee des Vüterlandes nicht untrennbar verbunden ist mit cm internationalen Blutbade. - Das Alles ist nicht Zehr neu; es sind ebenso veraltete Gemeinplätze wie die, religiösen oder biologischen Phrasen über das unvermeidliche Verhängniß des Krieges. Aber was wirklich neu. sehr neu ist, das ist der Umstand, daß diese Dinge direct gedacht und ohne Achtung vor der Menschheit ausgedrückt werden von Arbeitern Bürgern und selbst Berufssoldaten und es ist überralchend. daß gerade zetzt die Schriftsteb ler auf den Maistre und Proudhon zurückgreifen und darauf hinarbeiten, den Krieg unvermeidlich zu machen, indem sie ihn als solchen erklären.- Es ist demerkensweeth' daß es gero.de ein Iranzose ist, der in dieser Wetse dem Meister von Sedan den Text liest.

1W DaS arme Böhu5. Einen Bündel Mausefallen über die Schulter, den durchlöcherten Hut keck auf das rabenschwarze, .fetttriefende Lockenhauot gedrückt, so tritt ein dunkel äugiger ärmlich gekleideter junger Mann in das Amtzimmer des Berl. Schöffengerichts. ' ' Vors.: Wenn Sie hier hereinkömmen, haben Sie die Mütze abzunehmen." ' Angekl.: .Is sich jo bloö ane gon; tlane Hut, Herr kaiserliches Rath!" (entblößt das Haupt und legt seine Maare laut raffelnd auf den Boden.), Vors. , Auch dieses Zeug hätten Sie draußen lassen können. ES ist nicht gestattet,derlei mit hierherzubringen. Angekl. Herr kaiserliches Rath, bitt ich Sie, wo werd ich laffen draußen meinigen Woor, wo sich stehlen alle Berliner wie Mausekahe. Wois Josef Czech bleibt sich auch seinige Blech." Vors. Dieses Mal wollen wir es Ihnen so hingehen lassen.. Nun zur Sache! Sie heißen Josef Czech?" Angekl. .Jo. Vors. .Geboren?Angekl. .Jo." Vors. Merken Sie auf: Ich meinte, wo Sie geboren sind und wann?" Angekl. Holten S!" (indem er den Finger nachdenklich an die Stirne legt.) Jetzt bob ich's. Bin ich kummen auf dos Welt in Progerstadt, kleine Moldaustraßen Nummer neun, zwo Stiegen rechts. Hintenaus, um dreiviertel fünfer Nachmtttog." Vors. .Das ist keine richtige Antwort. Ich will Ihr Geburtsjahr wissen." 0 Angell. ' .Weiß ich nicht, Herr kaiserliches Rath. Wie ich bin kummen auf dos Welt, war ich noch ane ganz klane Kind." Vors.: Dann werde ich eS Ihnen sagen. Sie sind 18G0 geboren, am 20. Mai." Angekl.: DoS freut armes Josef Czech gonz grausig." Vors.: .Wir möchten Sie bitten, keine faulen Witze zu machen. Was sind Sie?" Angekl.: Ane Böhm bin ich, ich sog Ihnen Herr kaiserlicher Rath, ane Böhm, wie sich is noch kane h brav ge laust über Progerbrucken." Vors. : .Das möchten wir aber bezweifeln. Sie sind schon ein paar Mal wegen Hzusfriedensbruch vorbestraft. und nun haben wir wieder eine solche Sacke zu verhandeln. Sie sind 'also Händler?" Angekl. : .Jo, aber ane gonz ehrliche, brare und gebildete Handler." Vors.: .Warum stehen Sie denn deute wieder auf der Anklagebank?" Angekl.: Weil ich bin gesteigt mit linker Bein zuerst aus meiniaen Bettstodt. Ach jo, Herr kaiserliches Herr Ratd. ich bm ane Unaluckswurm. ane gon; elendige Pechvogel. Kumm ich hinein mit meinize Woor zu die Herrn von Pullezel und sog: Bitt ich S:e Herr Wochmann, brauchen Sie kane Folle für Ihre Frau, Gemoblin. wos Hot gonz gewiß zu Haus ane halbe Tausend Mäuse und Rattenviecher? Sem sie w gut und kaufen Sie ab, ane arme Böhm ane Maulkord für Ihrige Herrn Hund oder Fraulein Tochter, oder anen Kohlenschaufel für Ihriges Fräulein Braut " Vors. .Mensch. Sie reden ia einen fürchterlichen Unsinn zusammen! Sie lmd emsacy aus das Poltzelrevler gekommen, kzaben dort Ihre Waaren angeboten und mußten, weil Sie! auf wte derholte Aufforderung nicht gingen. gewaltsam hrnauSgebracht werden Angekl. Ganz richtig.. Bin ich Sie .tYT-.A v . j-Ti!.. i , gciiiegi oos liegen munier, wie anoeschoffeneS Sübnervoael. Armes Jösef Czech Hot gehobt ganzer vierzehn Tag ane geschwollene Leib wie großes Regimentstrummel, und Hot geträumt von leidiges Teufel und'Ende der Welt, vor Ack und Weh in seiniae Beiner. Wor sich ane gon; schlamperte Geschicht c. Pi r i" f. L .. m -f ' uno nun ueyk Uly oa, ors arme Aoym und bitt' Sie um ane klane Schmer zensgeld." Vorl.: .Was. Cchmerttnsaeld wol lcn Sie auch noch haben? Mensch, Sie sind ja des Hausfriedensbruches angeklagt und 'werden kaum ' ohne ' Strafe . ',fm . -!u m t l ' ... ' vavonrommen. , . i - : :v Angekl.: .0 du heiliges' Nep'omuck am roaerdruaen I Wird ich der Ge schicht immer schlamperter! Wos, ,, ich arme Böhm, soll werden bestraft ? Bin ich denn schon wieder gesteigt mit linker Bein aus meinigen Bettstodt? Kummt sich armes Josef Czech vielleicht .gor ymem in oen graustgen (Sesangniß, ff wo sein Mäuse und Rattenviecher j und. ler diae Teufel mit, bollische Groizmutterl Bitt' ich Sie Herr kaiserliches Ratb um ane, bissel Bormherzigkeit. Sperren Sie nicht hinein armes Böhm ,in ,den iVn"rt'HMl M - " . " - im !' '' ' 11 Wksangniß. ,,, f ; 1 m jjra. u i ,, . ,,. -" Der Gerichtshof war auch thatfächlich in der Lage, den armen Sünder für dieseS Mal noch mildernde Umstände ,ub illi gen zu können, und .. so würd e! denn rackere .Reftelbindtt" nur in 1 Ä?Nsiräfc vsn ZünUhzi Mark vnuÄ l theilt. .. - '

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Sine kulinarische Plauderei. Voik nni Vsik. Sage Mir. mit, wem Du umaehft. nd ich will Dir , sagen, wer Du bist," ist ein alter, wohlbekannter Spruch; aber: Säge mir, was Du lffest und trinkest, ss will, ich Dir fazen, wer Du bist," ist erst in verhältnißmäßig neuerer Zeit, von dem großen Brillat-Sa- : . n-i '' . m-r , ' t . varm, oem Vegrunoer oer Äeuyellr ver Eßkunst, erfunden morden. ' In England bat neuerdinaI eine kw linarljchmovellistische Schriftstellerin er stand in dem .'Weltblatte -Tb," Women's World" diesen Satz' in eb nem überraschende Sinne ausgelegt. Sie behauptet, daß em Mernch, i tiefer er moralisch und geistig sinkt, um w yoycrm Werth aus das legt, was er lßt. Also : da die Enaländer Wahl- und geschmacklos essen, darum stehen sie auf einer höheren Stufe der geistigen Verz vollkommnung als. die Franzosen, du gewählt und sozusagen künstlerisch essen. Von den Deutschen ist dabei nicht die Rede. ES steht zu vermuthen, daß die englische Schriftstellerin, wenn sie die deutschen Eßzustände berücksichtigte, uns den höchsten , Grad : von Geistigkeit zusprechen würde. Das ist auch ein Trost! ' - ' In Frankreich urtheilt man anoers. Jüngst : hieß , eS in, einer f aizösischen O -1 i.. . n. , . . . , ? Qeuunz: vtv riumpy oer srznzou' schen , Nation ist ihre ausgezeichnete Küche, Und der Schatten Vatels kann vollkommen ruhig sein, denn wenn Shakespeare die französischen Klasnker auch mitunter in den Schatten gestellt hat, so hatten die Köche Englands von ihm, d. h. von Vatel, doch niemals dik Gehelmme der kulinartschen 'Kunst erlernt. Auf. diese Schmeichelei kann die sranzösische Nation stolz sein. Sie erinnert an jenes Kompliment, welches einst am Schluß einer' Vorstellung einer bedeu tenden Sängerin gezollt wurde. Ei v:rr, der nch vor Beaemeruna oar nich! zu lassen wußte, trat an sie heran und sagte ihr, er hätte noch nie eine Sängerin gehört, die solch wunderbar weiße gähn: gehabt hätte. Dehnt man nun jene so überaus geistreiche Parallele zwischen den leibliche. r Ansprüchen der Engländer und Franzosen noch weiter aus, so käme man etwa zu folgendem Schluß: Shakespear: hat zwar den Hamlet geschrieben, dasü: ißt man aber bei Bignon die bester Gemüse. Oder: Wenn auch Sbakezpeare den Othello geschrieben hat, so machen die Franzosen dennoch die besten Omslötts? aux coiisitures. Oder: Was ist Shakespeares Winter marchen gegen ein Pariser Filet de Bote? .Wie aber sollte eS möglich sein," fährt die erwähnte Engländerin in ihrem Artikel fort, .daß zwei Nationen, die eine so total verschiedene Küche führen, je vollkommenes Verständniß für einander haben können? Wir Engländer können uns nicht an die französische Küche gewöhnen, die Franzosen können sich me an die englische Küche gewöhnen." Wirkliche Tafelfreuden lernen wir überhaupt nur kennen, wenn wir mal Frankreich einen Besuch abstatten. Der unS besuchende Franzose kann dies aber sicherlich nicht behaupten. Denn waS versteht er davon, daß es gesund ist, morgens zum ersten Frühstück schon frische Kresse und Tomaten zu verspeisen? Er findet eS einfach furchtbar!" Und das Frühstück ist noch das Wenigste, aber die englischen Dinners und Suppers sind für die Franzosen eine wahre Tortur! Prosper Merimee beschreibt, wie groß seine Verblüffung war, als er bei einem Diner, das ihm zu Ehren ' in Oxford gegeben wurde, eine ungeheure Menge von Krystall Aufsätzen und silbernen Schüsseln sah, aber nur ein paar simple Speisen, Er hatte ein reich komponirteSMenu erwartet, Die englische Küche begnügt sich damit, einen guten Braten auf, den, Tisch zu bringen, der mit seinem eigenen Blut und Saft begossen wird. " Aber dafür sind auch die engtischen Roastbeefs, GigotS und Beefsteaks die sich allerdings ohne weitere. Abwech' selunz in friedlicher Reihenfolge jeden Tag des JahreS auf dem Mittagstisch wiederholen, die besten der ganzen Welt. ' , Englische Gemüse 'werden einfach in Wasser gekocht, und man thut nach Beliehen Pfeffer und Salz hinzu. Eine Köchin, welche eine Kartoffel gut zu kochen versteht und ein Ei kann sür England eigentlich genug, und macht sie zum Ueberfluß noch einen Reispudding und eine gute Mintsauce zum Lammbraten.' so ist sie dort eine ausgezeichnete Köchin. 1 ; ' In Frankreich würde man allerdings etwas mehr von fqx verlangen. Die Engländer beschuldigen ihre Nachbarn aus der anderen Seite des Eanals, daß sie keinen Werth auf den Gebrauch der . Zuckerzange legen. , di Salzlöffelchen als gänzlich überflüssig bei Seite schieben und die Spargel, den Wilden gleich, mit den Fingern in den Mund stecken. ' 1 Die Franzosen , wiederum sind außer sich vor Entsetzen, weil; die Engländer im Stande sind, gleichzeitig und, in friedlicher Eintracht mit einander auf ihr'm Teller zu haben : Kartoffeln, Kohl, Spargel. Oder auch: Hammelbraten mit Siachelbeer-Gelee und Vraiensauee vermengt. 9i ,, Dieses erscheint ihnen als eine so unglaubliche Mixtur, daß bei dem bloßen Anblick selbst der , robusteste Appetit von dannen fliegt. -1 - - ' "''i 1 1 t t&. Die in England so beliebte Mintsauce, die bei keinem Lammbraten seh len darf, , ! nennt , ein .Franzose einen gleich :. schrecklichen Aufguß 'wie , einen' r . . . ' . , . ' ..! .I, ,'.:! j,. iscyweizcr uec. , , s i I brod und Butter besteht.

1 ' -ic: ngianoer oegr'.irLN r.:cnr, wie ä,:iiBi$ Tsvühff.äuu'ciiM '-&tätiM.U

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Die Franzosen wiederum finden t fürchterlich, schon. am frühen Morgen Fisch, gleich, Marmeladen und Eier z essen. " - : .. , Daß aber trotzdem die Franzosen in üppigeren: Lebensweisen doch viel von den Engländern gelernt haben, bewev sen verschiedene geschichtliche Thatfachen. - Zum Beispiel datirt die Einführung der späten Tinerstunde aus England und nicht aus Frankreich, , denn als Heinrich des Achten Schwester Mariz mit sechzehn Jahren die Gattin Lud wigS des Zwölften wurde, brachte sie als größte Neuheit an den französischen Hof die englische'Tageseintheilunz mit. König Ludwig mußte sich bequemen, seiner Frau zu Liebe seine sämmtlichen Gewohnheiten zu ändern und daS mag dem mehr als fünfzigjährigen Manne nicht leicht geworden sein. Bis zu. dieser Heirath war er ge. wohnt gewesen. Um acht Uhr Morgen zu diniren ihr zu Liebe wurde dies Mahlzeit auf zwölf Uhr Mittags gesetzt; und anstatt wie früher sich um acht Uhr Abends zur Ruhe zu begeben, durfte er dies jetzt nicht mehr vor Mitternacht thüm In England dinirte man zu Heiw richs des Achten Zeit um die zwölstt Stunde. Zu EromwellS Zeiten dinirte man bereits ' eine Stunde später, alsc um ein Uhr. und die Theater begännet Um vier. - " Das war hochfafhionable. Einige Jahre später dinirte wan erst um zwei Uhr. Und im Jahre 174 beklagte sich Pope in einem Äriese darm der, dZß Lady Suffolk eine ihm unertraglich späte Mittagsstunde bei sick eingeführt habe, nämlich vier Uhr. . Von 1745 bis 1760 speiste da ganz.

Highlue Englands zu dieser Stunde. Ungefähr im Jahre 1804 singen bi, Oxforder ' an, nicht vor fünf Uhr zr speisen, - und diese Stunde blieb lang! bestehen, erst nach . Waterloo beganr man um sechs Uhr zu diniren. In Paris jedoch speiste man.'wu Grnuod de la Regniere erzählte, noch im Jahre 1803 um zwei Uhr. Aller. dizgS blieb man mindestens drei Stun den bei Tisch sitzen, mitunter sog sunf. Im vierzehnten Jahrhundert sou pirte man in Frankreich um zwei ode, drei Uhr Nachmittags; die Gattm Lud' wigs des Zwölften fand diese Gewohw heit absurd und verlangte die Souper, stunde auf fünf oder sechs Uhr. Daß - man in England viel spätei foupirte, ergibt sich schon aus Share speare, denn Eatesby sagt zu Richari dem Dritten: "It3 supper-time, my Lord, it's nine o'cloclc." Nach diesem Souper zu Ludwigs deS Zwölften Zeiten um zwei Uhr Mittags gab es immer noch zu eiNcr späteren Abendstunde ein Mahl, , genannt .Banquet". Dieses wurde jedoch von allen Aerzten als der Gesundheit sehr unzuträglich verdammt. 'Ludwig der Zwölfte selbst fand die seZ späte Mahl abscheulich. Er selbst liebte, wie schon oben bemerkt, die früden Mahlzeiten und lebte nach strengen dtatetlichen Vorschriften. Um so trau riger für ihn daher, daß, als er den Launen und Neuerungen seiner jungen Gemahlin nachgab, er binnen drei Mo naten als Opfer seiner Gemüthlichkeit .. . L t ' uno oer yierourcy vegangenen laifeyler starb und sie somit in den Stand setzte, fast bevor er noch unter der Erde lag. ihre Hand dem Herzoge von Sus folk zu reichen. In Deutschland hat, es nie feste Regeln gegeben. Wie es seit zeher in Deutschland als das Recht des freien Mannes galt zu reden, wie ihm der Schnabel gewachsen" war, so, genauso hielt man eS in unserm Vaterlande auch iN der Fragen wann und waS ge gessen werden sollte. Bei uns ist stets das Wieviel die wichtigste kulinarische Frage gewesen; ob damit die höhere Geistigkeit" vereinbar' ist, don welcher die engliche Schriftstellerin, spricht, die ich Eingangs nUrte, ist eme Frage, dik ich Nicht zu entscheiden wage... Rath. ' . Banne den Schmerz, Daß von, der Welt nichts dein! Es kann das eigene Herz Ein' ganze Welt dir sein! , . . E. Pesch kau. -i i1'.;11 ': Von Zeit zu Zeit pflegt ier Emir von Afghanistan, einem alten Brauche getreu, einige Damen UNS sei nem wodlbezetzten Harem an die der dienstvollsten und tapfersten Ofsiciere seines Heeres zu verschenken. ' Da die Damen eine stattliche Mitgift erhalten, so werden jene Ofsiciere viel beneidet. Bor Kurzem hat' der Emir wieder eine solche Damenvertheuung vorgenommen. Die zu beglückenden Ofsiciere verfügten sich in dm ; Audrenzsaal des ! Palastes, wo der Emir, . umgeben von seinem rlegsminiuer und dem unucyen oeryaupl.l ne erwartete. n emem Nebengemache befanden sich die be stimmten HaremSdamen, acht an der '" r'Z. . ' t" . " , :' Zayl. ueru rrar oie zungue von iynen tief verschleiert in den Saal, sah die O'ficicre prüfend an und überreichte dem, berühr -am besten gefallen, eine Rose, cls Zeichen, daß sie ihn erkoren habe. DaS Pärchen verließ sogleich den Saal. "Nun . solgten'- die 'anderen Damen, je nach ihrem Alters und wählten. nch alelchiallS t einen Gatten. Er? wartungsvoll , lächelte auch der Letzte der Erkorenen feinem Glücke entaeaen.' W'rf 'r i" " - ' 'i .' ocy zou yler nicyr immer oer am besten lacyen, der zuletzt lacyt. ' " . i ... i -!. - ' ,,. , ..: '!' - ' Erkannt. A.: .Ich hab' Dich doch gebeten, mir 100 Mark zu leihen Du hast mir nur 'geschickt!" . L?cfl tattte ! tm T?rtrf fiftfi 1!,- p,- -'Vw jr ' Q - ich zurück behalten, zur Frankirung der Briefe, welche ich Dir schreiben muß, -j'-i'1;! i..'1'.!.11' !!c " . ... -J .. !: : I- : Mf m Mieoer zu meinem Gelde zu kom . ... . ,, 11; V i ,i ,,. :,. El fit ' "ii iilii!.!äilt!Sai i !., -V'V ' ,ö Sch muck. Sie, schenken Ihrer G Htmi keine Schmucksachen mehr ? ör Et$ Itxfäjt ä ich ' h &j'c gethan Hcnn war daör -Uls ich ihr den Trauring ga. i'-i!!l-'i"1','tl(l!t.

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Ter ?kath eiueö Praktiktrö. Romanschriststeller der alteren Schule benutzte zur Vermitteluna der ersten Bekanntschaft von Held und Heldin mit Vorliebe das dankbare Motiv der Durchgegangenen Eauipaqe". Schrei kensbleich klammerte - sich de? Kutscher. dem die Zügel entfallen waren, an sei nen Sitz, die Pferde jagten mit schnaub enden Nüstern und Schaum vor dem Gebisse die steile Bergstraße hinab, je. den Augenblick konnte der leichte Wagen an einem der Wegsteine zerschellen und seine Insassen dem sichern Tode üb;? antworten. Bleich, aber gesaßt, sah Ella dem anscheinend unvermeidlichen Schicksal m s Auge.' Da warf ich em zunger Mann, der bis daym träumerisch im Grabenrande gelegen hatte, den rasenden Pferden in die Zügel, ein Ruck :c. zc." Das liest sich lehr einfach und könnte manchen jungen Mann verlocken, sich vorkommenden Falles nur so in die cc fährliche Situation zu stürzen, ohne zu wizzen, welche Verhaltungsmadregew er dabei zu beobachten hat. Diesem Uebelstande hat nun ein Praktiker in solchen Sachen abgeholfen, ein Schutz-' mann, der bei feinem Dienste in 'den lraen BerlmS des öfteren ta die La gekommen ist. zwar nicht bleiche. dock gefaßte jnnge Damen, dafür aber c iwxwvc. jiuuec vuz einem euixqgeiJeii !en Gespanne zu retten. Derselbe schreibt in der Hippolcgischen Revue: enn vu emen urcvganger aus dich zukommen siebst, darfst du dich unter keinen Umständen dazu verleite lassen, von der entgegengesetzten Richtung oder von der Seite auf ibn loZmaeden. du wurdest bei dem erfolgenden Anprall ooxt uver den Hamen gerannt werden. rr.. tn. v: jt. ., - 4,u yai viu) vieimeyr Zunacyzr oaraus vorzubereiten, eine kleine Strecke niitzulausen. Bemiß zu diesem Zweck mit schnellem Blick die Entfernuna und be ginne den Lauf, sobald das Pferd etwa iu 6Uö von dir entfernt it mtt Wahrscheinlichkeit wird der Gaul eine nahezu schnurgrade Linie einhalten. Richte daher deinen Lauf so ein, daß du dem blind darauf losstürmenden Thiere nicht zu nahe kommst, ergreise in dem fr -m m ÄUgenvlick. wo die wilde Jagd an drr vorübersaust, den dir zunächstliegcndcn Zügel möglichst dicht am Kammreckel oder Sattel, neige den Oberkörper beim Mitlaufen etwas nach vorwärts, frage nicht darnach, ob du mehr geschleift wirst als rennst und oib dem mit eiserner Faust umklammerten Zügel ein paar Nuaer, daß es, wie man so zu sazen pflegt, nur so kracht, je schneller der Lauf, desto furchtbarer die Gewalt dieser Rucker. Kein Pferd, selbst daZ kräftigste nicht, verma denselben Widerstehen. Im Nothfälle nach einipn Schritten wiederholt, geben sie jedem Durchgänger den Gnadenstoß. Er muß auf die Hacken. Diesen Augenblick benutzest du, um ihm mit schnellem Griff der zügelfreien Hand die Nasenlöcher zuzuhalten, selbstverständlich ohne deshalb den Zügel loszulassen. Das weitere gibt sich dan von selbst. Diese Methode ist unfehlbar, wenn sie von einem entschlossenen und kaltblütigen Manne in Anwendung gebracht wird. Ein neues englisches Spiel. In der Times" schreibt ein Reisender ein neues Spiel zu Nutz und Frommen Derer, die dabei nicht unwissentlich mitspielen wollen, oder richtiger: die nicht wünschen, daß ihnen, wenn auch harmlos, so doch übel, mitgespielt werde. Unser Reisender saß allein in einem Eisenbahncoupe erster Klaffe, als zwei junge Herren und drei Damen, vermuthlich Schwestern der Gentlemen, einstiegen. Aus ihrer Unterhaltung." so erzählt der Einsender, entnahm ich. daß sie eine gewisse Station vor sich glaubten, wo sie ein Päckchen zu hinterlassen beabsichtigten. Ich hielt es sür höflich und angezeigt, die Gesellschaft darüber aufzuklären, daß wir an jener Station schon vorbeigefahren seien. Sie dankten äußerst verbindlich für die Auslunft, und der Herr, der zuerst die Rede auf das bewußte Päckchen gebracht hatte, mcch'e einen Bleistiftstrich auf seiner M n chette. Kurz daraus fragte eine der j mgen Damen ihren Bruder nach der Zeit; Niemand schien jedoch eine Uhr bei sich zu haben, und da sie enermüdlich hin und herriethen, was wohl die Uhr, sein könne, so erlaubte ich mir abermals, obwohl ich sonst ein Mann von wenig' Worten bin, ihnen mitzutheilen, waS sie nach meiner Annahme ernsthast wissen wolltet - Wiederum nahm ich wahr, daß die junge Dame, von der die Frage nach der Zeit zuerst , aufgeworfen worden war, verstohlen ein Zeichen auf ihrer Manschette machte. ' Meine Mitreifen, den schienen so unzureichend über den Weg, den wir fuhrcn,' unterrichtet, daß ich , noch, mehrfach auS, reiner Gutmüthigkeit Auskunft gab, ohne direct befragt zu sein, und jedesmal beobachtete ich, daß Jemand von den fünf jungen Leuten, sich dann em Merkmal niederschrieb. Zudem theilten sie einiges Geld untereinander., ,, Da,kam ich denn darauf, daß ich das Opfer deS Game of "Lurö" gewesen war." (Das eng lische Zeitwort to lure ist eines Stant meS mt to;teütjienjihiern' ; ATMS o "Lure" durste also etwa mit .Lauerspiel" zu übersehen fein. Die Red. ) Der Scherz ist ein sehr einfacher. Die Mitspielenden bemühen sich eine untereinander geführte Anterhaltung in ein solches! Fahrwasser zu lenken, daß ein Fremder verführt wird, sich unaufgefordert in'S Gespräch zu mischen. Der Starter", der die verfänglichen Themata aufs Tapet bringen muß, .lauert" i dann dem Unbefangenen auf, der hereinfallen soll Gelingt ' der Anschlag, so zahlen die Spieler dem .Starter" ; im Falle das unbewußte Opfer des Gesell, schaftsspielö nicht in die " Falle ' geht, zahlt der Starter" den Spielern. . i . ityih&Mvtiv vint!r"r:,i: vr iHs;.?i 'IU m :4 z ien Gwiun. Alle trgtftd sind ge halten, :e?i JBisxin in Ln:srstützen.

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