Indiana Tribüne, Volume 15, Number 9, Indianapolis, Marion County, 27 September 1891 — Page 6

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Äfr'ikabeSu. Won Tho. Stclml.

Bier findet sich in fast allen Theilen ds nM, den schlechteüen Stoss brauen entschieden die Hottemotten. Da ste kein Getreide bauen, müssen sie wilde Nüturerzeugnisie benutzen, und rerwen den deshalb geniohnlich wilden Honiz; jenseits' des OrangeflusseA dagegen saulznelt man auch die Beeren der Grewia, aus denen man einen berauschenken Trun? herstellt. Im mohamedänischen Sudan bereitet man aus ge gohrenem Sorghumteig auf kaltem Wege die vielgerühmte Meriffu, auf warmem Wege und mit größerer Mühe den BUbib der Tokarir, beide Getränke würden aber unsere Kenner als nichts anderes ansehen, denn für gesäuerten Kleister. Als ein Kleister auZ Weizen mehl würde unseren Zungen selbst noch die Äusa der Egypter erscheinen. Ein besserer-Tttpsen ist schon das Bier der Tinka aus Moorhirfe, denen Casati das Zeugniß eines außerordentlich reinlichen Volkes ausstellt, auch wenn sie ihre Töpfe und Krüge auswaschen mit Kuhhorn. Gar eifrige Verehrer deZ GambrinüZ gibt das lebenslustige Völkchen der Wasoga in Usoga ab, auf die Peters auf seiner letzten Reise stieß. Bei ihnen wird der Biertopf nicht leer. Trommel und Flöte ertönen Tag und Nacht. Das abgegrenzte Ländchen, das man in seineu inneren Theilen mit Thüringen vergleichen konnte, treibt in erster Linie Bananenkultur in größerem Um fang. Tie Banane wird gebraten, ge backen, gekocht, roh gegessen und vor Allem getrunken. Und zwar haben die trinkfesten Leutchen verschiedene Arten, ihre Getränke zu bereiten. Das limonadenartige Ulueuge wird ohne Gäh rung aus dem ausgedrückten Saft der reifen Frucht hergestellt. Daneben braut man einen mit Mtama durchsetzten, stark berauschenden herben Trank, den man schlechtweg Pombe nennt, und ser ner ein mittleres Getränk, Mriffa ge nannt, in dem der Mtamazusatz fehlt. Wer gern Vergleiche anstellt, konnte hier unseren Hausmuss, das Lagerbier und das echte Bayerische wieder zu sinden glben. Tie Wasoga trinken oder saugen thre Viere von morgens srüh bis abends spät. Schon um Mittag waren Peters Freunde in der Regel in einem Zustand erhöhter Heiterkeit. Im Allgemeinen hegt man bei uns von den Kaffern keine allzu gute Meinung, dessen ungeachtet sind sie aber ganz ach tensverthe Bierbrauer. . ES ist hier das Kafferkorn, daß da? Material für das sorgenlösende Na abgeben muß. Ter Kaffer trinkt Utyalwabräu. Tie Bereitung gefchieht in ähnlicher Weife wie bei uns, indem man das Korn durch Anleimen und nachheriges Dörren in Malz verwandelt, das zerquetscht und in großen irdenen Gefäßen mehrfach aufkocht und an einem kühlen Orte zur Gahrung hingesetzt wird. Wenn diese hinreichend gewirkt hat, wird das Getränk durch einm von Gräsern geflochtenen Peutcl in Form unsere? Kaffeesilter geseiht uud das Bier ist fertig. Es stellt dann eine trübe Flüssigkeit dar vsn der Farbe dünner Milch'Choeoladeund von fäuerlichem, nicht unangenehmen Geschmack Berliner Weiße? Der Alkohol g:halt ist wechselnd, je nach der Menge es verwendeten Malzes, gewöhnlich -aber nur gering. Die starken Gebräue, wie sie die Häuptlinge für ihren höchst eigenen Gebrauch bereiten lassen, wir5en sehr berauschend. Da dem Kaffer nach Erledigung sei' ner täglichen Geschäfte noch eine lange Reihe von Mußestunden übrig bleibt, so ist entsprechend seinen gesellizen Neigungen, bestrebt, sie in Gemeinschaft mit guten Freunden in möglich dehazli' eher Weise zu verbringen. Die Bowle, gefüllt mit Bier, ist dann ein beliebter BereinZgunqIpunkk, um den die Ma nuen herumhocken, zeitweise ihren Durst rnit Calabrasien aus der. gemeinsamen Bierquelle stillen,- rauchen oder schnu pfen. sich Neuigkeiten abfragen, schwaz' zen und lärmen; ganz so wie bei uns am Stammtisch. Wir haben unsere Weinernte, wo am Rhein und in Grüneberg die ausge laffenste Lust -und Fröhlichkeit herrscht; in Afrika kennt man bei den Wapokomo zwar keine Kelterzeit, wzhl aber eine Bräuzeit. Im September ist das Getreibe vollständig herangereift, und dann ist die ganze Wapokomowelt in einer sehr fidelen Stimmung. Welche Un maffen von Bier genoffen werden, geht daraus hervor, daß sich vor Zeder Hütte drei Scheuern mit Getreide besinden, von denen der Inhalt der einen zur Berei tung von Speise, der der beiden anderen zur Herstellung von Pombebier verwendet wird. Es wird uns daher nicht mehr wunderlich erscheinen, wenn ti Peters auf seiner Reise ziemlich schwer wurde, in den Dörfern einen nüchternen Menschen anzutreffen, mit dem er rcr handeln konnte. Hören wir nun von einer Beßegnung, die' der genannte Forscher mit einem der Sultane hatte. Von Mafia schreibt Peters, manchirten wir am 33. September nach Burg, ebenfalls am linken Aanaufer gelegen. Hier trafen wir bereits um 11 Uhr Morgens ein. Ich ließ den Sultan an der anderen Seite- bedeuten, herüberzukommen, was auch sofort geschah, und zwar war der alte Herr, so früh die Morgenstunde war, bereits sehr im Dampf. Er und seine ganze Umgebung waren thatsäch' lich schon um 11 Uhr Morgens vollstan dig betrunken. Sie lachten unaufhör lich und machten die albernsten Bemerk langen. Ich schickte den Sultan in Folge dessen wieder zurück unb bedeutete ihm, er möge mir Jemand, schicke, der nicht betrunken , sei. - Da erschien - nach einer Stunde lein Bruder, der den . hoben Herrn mit frühem -Pombegenuß entschuldigte und beklagte daß er ihm regelmäßig zu sehr zuspreche. Leider Vußtx "irij Küch fe&t Müder Jteferirkstint niachrc: eS ihn: i Glicht 5?z;er geh? al5 .eraem Bruder,

!( Kornfurcht wird mehrere Tage lang in dem mit Wajzer gefüllten Braubomen, dem Boquoquo, gewässert. Alsdann nimmt man ihn heraus und breitet ihn auf einer Schicht von BananenblUtern zus. Kaum daß er gekeimt hat, läßt man .ihn an der Sonne trocknen; dann wird.er gerieben. Aus dem Mehl kocht man eine Art Brei, und dieser wird mit einer genügenden Masse Wasser verdünnt. Wenn die Gährunz in Fortschritt begriffen ist, wird die Flsisfigkeit auf das Feuer gestellt und erfährt ein langsames, leichtes Abkochen. Als dann wird das Ganze geleiht und in Gefäße abgezogen, nachdem man noch weiteres Mehl von keimenden Telabun beigegeben hat. Wenn später die Flüs sigkeit noch einmal geseiht wird, erhält man ein schäumendes Bier von, ganz angenehmen Geschmack, das rein und von schöner rothgelber Farbe ist. Die Krone aller Biere aber ist das Gebräu der Niam-Niam, die zu ihm die Getreideart Elensine verwenden. Das aas Elensine hergestellte Getränk," sagt Georg Schweinfurth, verdient in der Thaj und beanfprucht vermöge seiner Bereitungsart, ein Bier genannt u werden. Es ist völlig klar, von rotybrauner Farbe, wird aus regelrecht gemalztem Korn gebraut und hat auch ohne anderweitige Zuthat eine angenehme Bitterkeit aufzuweisen, die ihm v: W..f r-JLi- y. 4Y - ..idaist VIC UilllUt wUUlC vt? UlU). Trotzdem die Niam-Niam Kannibalen sind und ihnen ein fastups, knusperiges Stück Menschenlende bis größte Delikatesse ist, steht Georg Schweinfurth nicht an, emphatisch ihren Stoff zu bezeichnen alS: das beste Bier ln Afrika. Thalgeschichten. Wie eine Idylle liegt im anmuthigen Thüringerland der kleine Luftkurort Thal; von Ruhla aus, gleich berühmt durch seine Landgrasenschmiede. MeerschaumManufactur und sein Hügel reiches Pflaster, gelangt man nach kurzer Wagentour von der Gegend der Wartburg in das liebliche Thal. Es ist gewissermaßen historisier Boden, auf dem man sich hier bewegt, denn die seS Fleckchen Erde, welches mit seinen koketten Reizen zu wohliger Sommerruhe einladet, ist eingeschlossen von jenen sagenumwobenen Bergen, die in der Tannhäusergeschichte eine Rolle spielen. Im Westen die renovirte Wartburg und der Jnselsberg, südlich der Meisenftein und die Scharsellburg, östlich dle Hörselberge. Mit vollem Verständniß für die Sagen, die sich an die Letzteren knüpfen, hat em freundlicher Wirch die von ihm in Thal geschaffenen beiden Hotels Tannhäuser und Elisabeth ge er-.l fXaXtili4at yia ViAIliilUU. -ülti in int ii.unvi, vit iuf unlängst in Thal abgespielt, und deren Helden zwei Berliner und zwei Ber linerinnen sind, sprechen dafür, daß schon mancher minneeifriger Pilger hier seine Venus gefunden hat. Bei der Table d'hote im Tannhäuser werdend Vorgänge eifrig besprochen. Eine reizende blonde Amerikanerin, die alljähr lich mit ihrem Gatten nach Thal kommt, ein in der Gegend des Halle'jchen Tho reZ sehr bekannter Berliner Rentier und dessen joviale, rundliche Frau, eine plauderlustige höhere Tochter mit einem auffallend schonen Gretchenzopf und noch eine Anzahl mehr oder minder klatschsüchtiger Gäste haden reichnchen Unterhaltungsstofs. Das erste Eeschichtchen "entbehrt lei der nicht der Tragik, da ein klein wenig Ehebruch mitspielt. Nein, was in dl-scm stillen Thal stq eteignet,' meinte schelmisch die blonde Amerika nerin. als die Sache ruchbar wurde, Ja, es ist kem Ort so klein und kein Bau so weltabgeschieden, als daß nicht Liebeslust und Liebesleid das Herz des Menschen bewegen könnte. DaS sollte zunächst die Gattin eines Vlllenbesttzers erfahren, als ein flotter Berliner Arzt über die Berge in'S Thüringer Thal gewandert kam. Ich komme vom Gebirae her." sana er frohaemuth, aber nicht da, wo er sich nicht aufhielt, war das Glück, fondern da, wo er stch auf hielt; er blickte in die Augen der schZnen Frau, er sank ihr zu Füßen und flüsterte: Sei meine Venus, ich will Dein Tannhäuser sein." Die Villa war zum Hörselbera geworden, bis eines Tazes der Liebesrausch der. beiden Glücklichen durch die Dazwifchenkunst des Galten jäh vernichtet wurde. -Der medicinijche Tannhäujer floh, zunächst aus der Villa, dann aus dem Thal und fcaliiciri a fcüto vrl'n, während 5!?nuS fers rittlrtt d. h: fern jeat schonen TH5l

Worauf er naiv erwiderte, er sei noch der wenigst Betrunkene des ganzen Dorfes." Bier wird bei allen Begrüßungen in hohen Töpfen gereicht, und dem Wirth in ausgedehntester Weise Bescheid zu tbun ist die heili;e Pflicht des Gastes, und Bier fließt bei allen VersammZun gen und Beratschlagungen in Strömen. Wer denkt dabei nicht an die allen Deutschen, die auf Bärenhäuten lazen, an beidcn Ufern des Rheins saßen und immer noch Eins tranken? Oder wem kämen dabei nicht unsere Turner-, Schützen'. Krieger- und Sän gerfeste in den Sinn? Ganz ebenso wie bei den Wahokomo und uns gilt es auch bei de Manbettu nach Cafatis Berichten für eine ganz besondere Ehre, einen ausgepichten Magen zu besitzen. Deshalb iri es eine der gesuchtesten, ja fast unentbehrlichsten Eigenschaften, die einen Krieger, br sonders wenn er ein Fürst ist, auszeich nen, daß er ein starker Trinker ist. Die Ana, ein aus Korn, bereitetes Bier, mundet ihrem Gaumen am besten, sie ist das allgemeinste Getränk. Nicht Alle verstehen es, das Gebräu in vollenoeter Weise herzustellen, da es eine Menge Korn und große Sorgsalt bei der Arbeit erfordert. Mit gutem Grunde erfreute sich des halb auch bei Cafatis Anwesenheit die Uönigin Nenzima des Rufes einer ein sichtsvollen B rauerin. Der mehrmals gereinigte und gewaschene Telabun, die

Muße findet, an die verhängnißvolle NähedeZ HörselbergeS zudenken. Die

oben geschilderte Tischgesellschaft hatte! W f J rfV 1 rnaji lange Zen. uoer üietz mu auerHand pikanten Einzelheiten kolportirte Vorkommnis zu sprechet, denn bald wurde das stille Thal von einem neuen Ereigniß überrascht, in dessen MittelPunkt eine junge Wittwe aus Berlin stand. Viele von denen, die sich Ar jungte Wittwen im Allgemeinen und Viele, die sich für diese oft begehrenswerth.-n Menschenkender im Besonderen interessiren, werden die schlanke, brünette Dame von den Premieren und von den Rennplätzen her kennen. Die liebenswürdige Wittwe ist , im Besitz einer beträchtlichen Rente und versteht eS, dieselbe zu eigener Freude und zur eigenen Lust zu verwenden. In ihr ach so liebeleereS Herz zog im vergangenen Sommer plötzlich die Liebe ein. Es war in Thal, wo es geschah und wo sie ein schöner, stattlicher Mann, eiu fchneidi ger Assessor auf Weg und Steg beglei tete. Tie schöne Berlinerin entschloß sich, dort,, wo. sie . ihn zum ersten Male gesehen, ein bleibendes Denkmal zu setzen, und dasselbe sollte in Gestalt einer prächtigen ' Villa erstehen, ' in welche sie nächsten Sommer mit ihm als fein Weib einziehen wollte. Als in diesem Jahre der Frühling ins Land zog, wurde zu dem Bau. der Grundstein gelegt und als die Saison begann, sahen die friedlichen Bewohner Thal's, wie der Van schon bis zu den Parterrefenstern gediehen war. Eines Morgens blieb es unheimlich still auf dem Bauplatz ; kein Maurer kam, kein Steinträger erschien, und Mittags schon flüsterte man sich den Grund öiefer seltsamen Arbeitseinstellung bei der Table d'hote im Tannhäuser zu. Die blonde Amerikanerin kicherte und das Mädchen mit dem Gretchenzopf kräuselte die Lippen. O, über diese Männer! Was war geschehen? Aus allerlei Andeutungen erfuhr, man es. Die junge Wittwe hatte eine zierliche Zofe bei sich. Da der junge Assessor noch in keinem Geetzbuch gelesen, daß die Lieb? zu einer hübschen Zofe verboten fei. so glaubte er sich auch keiner Gesetzesübertretung schuldig zu machen, wenn er die K leine küßte. Eines Abends fühlte sich die Wittwe unpäßlich, sie blieb zu HauS und der Herr Assessor ging allem wenig , spazieren. Er blieb lange aus: Madame klingelte nach der Zofe, sie kam nicht. Ein furcht-' darer Verdacht stleg m ihr auf: mich drückte sie ihren großen Strohhut auf! die dunklen Locken und eilte xxt den Wald, an eine Stelle, wo ihr Geliebte? so gerne weilte. Plötzlich drang ein, gellender Schrer durch die stillen Lüste. Aus dem Wald heraus eilte die junge Wittwe immer vonvärts fort in itre Wohnung. Nach einer Stunde verließ sie dieselbe reisefertig. Auf dem Tische ihres Zimmers lag ein Zettel folgenden Inhalts: Den Mann, welchen ich mit meiner Zofe im zärtlichen tete a tete überrascht habe, kann ich nicht heira then." Am andern Tage waren die junge Wittwe, der Assessor und die Zofe aus Thal verschwunden. An den Bau' meiste?, der die Villa für ihn, den Ungetreuen aufführte, langte ein Brief aus Berlin an, in welchem die betrogene Bauherrin den Bau sistirie. So steht die angefangene Villa am Waldesrand zur Warnung für alle Ungetreuen. Der Bürgermeister von Thal aber will diefes Denkmal verrathener Liebe nicht stehen lassen und hat an die Wittwe eine Aufforderung gerichtet, weiter zu bauen. Sollte sie das nicht wollen, so werde er die Mauern niederreißen lassen. Nicht lange nach dem hier erzählten Vorfall, kaum, daß die Gemüther der Unbetherngten sich beruhigt - hätten, herrschte im Tannhäuser eines Abends wiederum große Aufregung. Zur TlHgesellfchaft gehörten seit einiger Zeit ein ttonfectionär ö sttrreichischer Nationlität, dessen rölhlich blonder Spitzbart ebenso bekannt i)t als seine Jaquetfason Grethe ; ferner eme junge Baronesse, deren Name auf den Straßen schildern Berlins zu finden rst. Daß sich eine junge Baronesse für einen Konfectionär interessirt. darin wird' Niemand etwas . Auffallendes , erblicken. Wenn sich aber dieses Interesse bis in den Spatadend ausdehnt, .den man in Aergesichluchten verbringt, so ist das etwas Anderes. So meinte auch die Tischgefellichaft rm Tannhäuser eines Abends, als Baroneß Flora und der Herr Konfectionär vergebens erwartet wurden. Man verabredete. , einen .Scherz" zu insceniren. ein Theil der Tischzeselljchzst bewaffnete nch mtt Blend- und Gartenlaternen,- der andere Theil umstellte das Hotel, um den Heimkehrenden, wie die blonde Amerikanerin sagte, eine Ueberraschung" zu bereiten. Ein Herr verschloß das Zimmer deS Konfektionärs und nun begann der Scherz. Tie mit den Leuchten Bewaffneten gingen auf die Suche nach den fehlenden Tischae nossen. Währenddem saßen diese" im dichtesten Waldesdunkel auf einer An höhe; ihre Herzen hatten sich schon längst gefunden, schon längst hatte sich der Konfektionär vorgenommen, seine neueste Fa?on Flora- zu nennen, schon längst hatte manch' zärtlicher Kuh das Bündniß bessegelt. Aber geheim sollte dies bleiben, die klatschsüchtige Badegezellichait sollte es Nicht ersadren. Als die Baronesse sich aus .einer heißen Umarmung loslöste, schrak ste yestlg zu lammen. Da mochte es sich den Berg hinauf, als ob Irrlichtes emporschwebten. dann wurden Stimmen laut und bald war den Liebenden es klar, daß sie überrascht werden , sollten. Schnell tauschten sie einige Worte, der Herr Konfektionär ver'.chwand ,m Dunkel des WaldeS.' flüchtigen Fußes eilte er auf unwnthlichen Wegen dem Hotel zu. Ein neuer Schrecken überkam ihn, als er dasselbe umstellt sah; schnell ent. schloffen betrat zt ein weiteren M, j 5,5. .im an bis :.;vrSv,Kt zu osU.te j zm. Dies glüA? teck er'ettöNc

er eine Terasse. von dieser au5 krock er an den Fensterbrüstungen entlang bis zu dem offenen Fenster, das in sein Zim-m-r führte und legte sich rasch zu Bett. Baronesse Flora war unterdessen eben falls auf Umwegen heimwärts gezan gen, sie langte mit den Suchenden ziem lich zu gleicher Zeit am Hotel ' än uud zeigte sich über den ganzen Vorgang sehr erstaunt. Jener Herr, der das Zim mer deS Konfektionärs verschlossen hatte, war hinaufgeeilt, um das Zrmmer wieder zu öffnen, doch, wer beschreibt seinen Schreck, als er den Konfektionär bereits schlafend im Bette fand. Wie jener in ds Zimmer gelangt war, das hat die Tischgesellschaft heute Noch nicht erfahren, denn der Held dieses Geschichtchens ist bereits wieder in Berlin und trifft Vorbereitungen, die Baronesse, die dieser Tage aus Thal kommt, würdig zu empfangen. In acht Tagen soll an die Tischgesellschzft. nach Thal ein Telegramm abgehen, in welchem sich Konfektionär X. und Baronesse Flora als Verlobte empfehlen. - Tie Säule dcö KöntgS Mtsa.

Im Pariser Louvre ist seit Kurzem die Säule des Königs Mesa von Moab zu sehen, von dem in den letzten Jahren oft die Rede war. Lm Jahre 1869 erfuhr der Kanzler des französischen Eonsulats in Jerusalem. Element Ganneau, vom Vorhandensein dieses schwarzen,'Mit 37. cingehauenen Zeilen verse henen Steines u Dhiban. Er schickte einen Araber bin, der die ersten Zeilen kopirte. Ihr Inhalt ließ den Gelehrten die große Wichtigkeit des Dokumentes erkennen. Er ließ daher von einem anderen, gebildeteren Araber einen Ab. klatsch machen, den diefer jedoch nur mit Mühe vollenden und nach Jerusalem brinzen konnte, weil der Argwohn der Bevölkerung von Dhiban erwacht war. Sie griffen den Sendboten Ganneau's th!tlich an und zerfetzten den Abklatsch. Das Angebot Ganneau's, den Stein cn zukaufen, hatte nur den Erfolg, daß tU Einheimischen denselben in Stücke schlugen. Alle Hoffnung, das Original zu retten, schien verloren, als zu An fang dieses Jahres kleine Bruchstücke der Säule Mesa's in Ganneau's Hände kamen. Andere Bruchstücke waren von einer englischen Gesellschaft, Palestine-Exploration-Fund, und dem deutschen Gelehrten Schlottmann erworben worden. Nun nahm Ganneau die Arbeit wieder auf und da er diö Priorität geltend machen konnte, so traten ihm die beiden anderen Interessenten ihre Bruch' stücke ab. So kommt es, daß wir nun im Louvre die geflickte Säule ziemlich vollständig vor uns haben. Neben ihr rnd die erste Abschrift und der zerfetzte erste Abklatsch, die vor der Zertrüm. merung entstanden sind, ebenfalls aus gestellt. Da, wo die Oberfläche des Steins intakt geblieben ist, sind die Schriftzüge ehr scharf und deutlich ausgeprägt, an den meisten Stellen ist jedoch.die oberste, geglättete Stemfchlcht abgesprungen und md die Schriftzuge aus der rauhen un eren Schicht nur noch in unklaren Spuren zu sehen. Die Inschrift selbst be stätigt zwar die aus dem zweiten Buche der Könige bekannte Thatsache, daA Moab nach dem Tode Ahabs, des KS nigs von Israel, sich gegen deffen Sohn Joram auflehnte, erzählt aber das Ende diese Krieges ganz anders. Nach der Bibel geriethen Joram uud die mit ihm verbündeten Könige im Judah und Edom zwar zeitweise in große Äedrängniß, behielten aber schließlich im Felre die Oberhand. König Mesa zog sich in seine Stadt zurück und opferte auf deren Mauern seinen erstgeborenen Sohn, um die Gottheit zu versöhnen. Dieser Vorgang erregte ein solche? Grausen unter den Belagernden, daß sie die Belagerung aufhoden und nach Haufe zogen. Nach der Stele, die Mesa aus Dankbarkeit dem moabitischen Gotte Kamos geweiht hat, t r - : iv ,r yaoen oagegen ole ccaouer ote rsraelitischenZwingherren vollständig geschlagen und ihnen sogar einige Städte weggenommen. Und Israel wurde zu Grunde gerichtet, zu Grunde gerichtet für immer," heißt es auf dem moabitischen Siein. Darin hat nun freilich der ruhmredige König von Moab Un recht dekommen, denn Israel hat Moab Jahrhunderte lang überdauert, aber wir dürfen ihm schon soweit Glauben schenken, daß Israel gelegentlich auch einige Hiebe eingesteckt hat, welche der Chronist der Königsbücher nicht eingeueyenwZllie. Im Kursaal eines franzostschen Badeortes so erzählt der Figaro" wird eine Sammlung für die Hinterbliebenen verunglückter Seeleute, veranstaltet. Eine der sammelnden Wirts! frlr UVU( VHH. fc.V.lVb JJW4fc .14. mit ihrem Teller an einen steifnackigen englischen Lord heran. Tanke! Ich habe schon gegeben!", tönt es ihr trocken, entgegen. Sie verbeugt sich .lächelnd, wie nur eine Pariserin , lächeln kann.' Da holt der Lord ein Goldstück heraus und legt es ihr auf den Teller mit den Worten; Pleasel DaS ist vor Ihr schoucs Auge! Ich hab', zwei, mein Herr!" entgegnet sie munter, und der Lord spendet unter dem beifälligen Lachen der Umstehenden ein zweites Goldstück., .,. , : -w Guter Rath. , Herr: Gna dige, ich mutz es, Ihnen aufrichtig gestehen: Ihr Hans ist ein recht unze;o gener Junge!" Mutter: Und doch ist er mein ganzes G.uck!--Herr: JStU ckes beim Schöpfe zu fassen ich Ihnen ormgeno rathen muchte!", ! Rücksichtsvoll. ; Was haben Sie heute ?- .Schönen Rost braten, -Beassteak, ,, englischen Braten "i 'i-.'i um '" .1 ... "ni I' ,''' ' 11 ' ",, , 1 , Varn, geben le Ml? nur etwas Einfaches und ' Billiges. Ich mochte heute nicht viel schuldig vleipn li ' l ' 4 I i it': All 'ä,-.. i ': 5 ' , mi Freunde gcmuia.

Zwi schen zw ei F reunden achten, beißt innht ,;tmMW FsiZrL'zwei Fr-'oÄ schlichtem, tziiHi

Londoner Seitengasse

London ist wie die sprichwörtlich Medaille, die ihre Kehrfeite har. Von Allem ist nur Zweierle: vorhanden, fein und ganz gemein. Diese Theilung er. streckt sich auf alle Dinge und alles Leben, das die Weltstadt umschließt. tna :n v- (- -ii 1 Doch ist das Feme nicht immer gut! und das Gemeine nicht immer schleÄ. s?i.r tt- snnn fn l ja die Englander selbst blo Klassen, was so weit ganz V V V rVV" 5 j fc W rtrCffi l SXS: Ltknfn ÄIS sind nun augenoaen. Wer ich m der -f .9 ..:r..v. ...r rt, v - (CrrtifnTt Prnnn rf On, I rn rniT J 7nlTi T.rZZ don eysichgewind:e Ueberzeugung, daß die Engländer auf den deutschen Theatern ganz vortrefflich kopirt werde und daß eine solche Darstellung selten, nicht einmal in der Vosie, eine ci xt,. :?t tn ....... r: . f.;- I 1 1 ' f S 11 f möchte. . . Selbst in der ,Pupvenfee" liefern Lord und Lada Plumpsterfhire mit ihren hinterdrein marschirenden Orgel' pieifen lein ubcrtrlebmcs Anzchauungs bUd von der Langweile und Langwei-ltgke-.t einer höheren Familie. ; D rum iu einem, wenn man mit fernen kngländern spricht oder auf ihren Soireen erfchemt, ziemlich sozu Muthe, als wohnte man eme? ponirlichen TheaterVorstellung bei. Man lacht die beweglichen Marmorfigurcn aus ,und bewundert sie dabei auch ein wenig. Ebenso entgegengesetzte Gefühle ergreifen ur.S. M. T . .c . t ryi t , c . I roenii wir oen onooner Pooeiiiuoiren. Entsetzen erfaßt uns, und doch können m:r oieiem 10 ungeyeuer royen oue unsere Sympathie nicht ganz versagen, Ja, wir würdm, zur Wahl gedrängt. wo wir lachen und wemen wollen, mit vbenn,Zehntausenden. oder. .mit de? Millionen, armer Teufel und Teufeach kurzer Ueberlegung den Mittellosen und Elenden von London zuwenden, welche noch viel schlechter sind, als ihr Ruf, aber auch viel besser. Weil die Armen den Reichen, die doch niemals die Seitengassen betreten, nicht Gleiches mit Gleichem vergelten, erscheinen uns auch, die elegantesten Blatze von London unsagbar wüst, be. jonders in der Dämmerung, wenn die schreiend und geschmacklos geputzten, brillantenstrahlenden Ladies zur Gesellchaft fahren; sie haben parfümirte Tachentücher gegen den überall verbreiteken Schnapsgeruch, doch keinen mitleidi. gen Blick für das Weltall von Gebrechen und Hilfsbedürftigkcit auf ihrem Wege. Die leichenstarren, stolzen Mienen bleiben dann auch im Theater und Concerte If T f riSsn-awS St sttn h(at

uviVty4, . vunv i'1 )&tXüuGivwt wie ole ngianLkr nicocMänner und Weiber auf dem Pflaster ren Standes überhaupt sind, zeichnen sie herzlich lachen können, sei es auch nur rzch auch durch die polternde Art ihres über den eigenen Witz und sei dieser Humors aus. In einem guten Hause" !5itz nichts weiter, als ein Fußtritt an mirÄ über die knarrenden Stiefel eines

ein Mitglied der erwerbenden Klasse, Besuchers noch Wochen hinaus als von einen Stiefelputzer zum Beispiel. Den einer unverzeihlichen Ruhestörung gegemeinen Engländer zeichnet vor Allem krochen, während das acmeinT Volk

eine edle Rauflust aus, die sich aus der Llutgier entwickelt haben mag, mit welcher unter den alten Königen im Tower mit Block und Beil gewirthschaslet wurde. Selbstdie Vornehmen lieben es , ja, sich zuweilen ein wenig herumzubalgen, und es ist ja noch un-

vergeben, oaß oer Herzog von am- ihren Umzügen die an der Spitze marbridge gelegentlich einer Truppenrevue' fchirenden Flötcnbläser von doppelt so :uf dem Felde von Wimbledon mit viel Trommel- und Vaukcnscblägen be-

einem ournauiien, pen oas Zuzcyauer:?dränge gegen ihn stieß, sofort zu rin;en begann Und den Mann der Feder i?'rflin itrrtl( fn itt TOnTtM ti1 vy.iij .vöv, V v. imukicnproceß gegen den Prinzen daraus tntstand., '' Um ,einen Abendspaziergang in Lonvon zu machen, darf man daher nicht zu einseitig sem, weder zu sehr Phnan throp, weil Einem über das schauerliche Kunterbunt von KrüppelhaftigZeit und hungerleiden das Herz brechen müßte, ttoch ausgesprochener, Moralist, da man angeucts der staunenswerthen Em pfänglichkeit unserer momentan satt ge Vorocnen armen ruoer uno come Ztern für' Menschliche Triebe aus dem Zeterschreien nicht herauskäme. Es ge hört , dazu schlechtweg ein naiveS Geknuth. um dem großen Elend gegenüber nitfühleud zu sein und' in rascher Ab - wechslung von semer nebenhergehenden seür beträchtlichen Komik Keiter oe stimmt zu werden ; man muß ferner über kl k.(.(niinitittan X'.nM ssU(ÄIf jlt VU4tVUtUllilV(U VtiVUtH.)UlllilCllCrt regelrecht erschrecken können, ohne des- :'. j 'iivi " . ihs;'.-:,,vV? . - . paio oic atouragc zu verlieren. iinoaa ist dazu ein guter, derber Knotenstock zu kMpierzien, ioic em 10105er in iiOstOCit . . w : . ... !' f, '"'..'? . . . - - .. -im r .- .

von jeoem womerzogenen Düngung ge- ziuuieuger liinmung Illllie, zlvercyieutragen wird, weil vorkommenden Falls 'rschütternde Wechselreden führen und v J-t 'rr-.x. . i- ix v, tJ. .tr. it v.C t.r

nnem &iipva ooer rzeoenien oie Entschlossenheit zu werkthZtiaer SelbstHilfe eine nicht zu unterschätzende Art oon kameradschaftlicher Achtung eins. : m i : r . . t . . . schaftlichen Handedrück, den man anjiandSlos gewähren soll, da ja Zear's Boa" und andere Reinigungsmittel naffe-hast im Handel stnd. - 1 Ein bischen kann man sich auch aus kchmeelei verlegen, denn nichts thut einem. Londoner Strüßenräuber se wohl, als wenn man ihn wenigsten? der Form nach als einen Gentleman behanöelt und beim Anrempelnmit geschwunzenem Knüttel etwa folgendermaßen intwortet? "Vsll, lear s!r, I heg rour pai-clon", aber ich habe Eile, und wenn Sie mich nicht vorbeigehen lassen, ziünte ich mir die Freiheit nehmen, hre Freundlichkeit mißzudeuten und .vnen ein Auqe auszuschlasen." Die Tngländer auch die gefährlichen sind tröße Freunde von einem qedieaenen NeinungsäÜstaüsch? ,k Hilferufe führen rf-T!Kir'V V- V'i ii-h-f - zewohnicy oie Polizei yerv, die ader zft Nicht schnell genug kommen ' kann, reil ja die Faust und das Messer des Kerls viel näher sind. Manchmal hat Sie Sache ursprünglich überhaupt nichts ...Sia4 .in CnfsM ' s? V ,"t (..."(.:.. Ai.Ut.t9 V" vfcHri, vltUVllUUiycI z?hiskylaune eines schäbigen Bürger nach emer Unterredung mit einem gutkleideten, dessen übermäßige Angst k 11s,s stitt.t 1 ( ! I,: 2 umi ui)tu :i: i 1 ' ' fi TFm":'5'TiiT ., Vnftt!rtffra,fvln: Irrten tSsr

uonr, uno cit zoeiresienoen oann ualr I eveioer geiooyncy im vrrnji. uic rar m: . - m " . I . f, j c 1 .T n

m Bvrze ooer oes Nauanoeis mchls zamste aoenmam u ino oer nucyiernue wderes verlangen als " einen freund Hausknecht sind mch immer burlesk ge

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nicht mehr nach Hause kommen)'' stammt

aus solchen , mißverstandenen Annähe rungsversuchen der , mit Füßen getrete- i nen Vroletarier. Hingegen aber sah ich zufällig , gestern aus einem . schürnden Schatten m dem gebogenen Theile von Portobello Road einen virtuos ""ü' uuueufu iininuym tTA zuruckgcWlagenen' wirklichen Lcauban' ffl fiZ J Su S on kaum zwanzig Qflbtox einem geführten Stockhieb eine ganze Kaskade von Schädelblut über Gefiazt und Nacken v..?,.. : rzltz..Si: ."I" W ViiJl": t1' lm dem herbeigeeilten Eonstabler den bcps SMrPn wobei Beide am Kragen deS Ariganten herzhaft in, das Blut hineingriffen und der Zug in den belebteren Gassen nicht wenig Aufsehen erregte. Es fehlte 1 --- rv 0"- - 1 -7 wwtä . w viv icwut auch nicht an sympathischen Zuruscu für den Helden dieses Ereianiffes. der gewiß , nichts sehnlicher, wünschte, als bald, wieder, ein solches Rencontre zu haben.,. Dergleichen Abenteuer passtren Einem selten in RegentStreet und Strand (wo es nur weibliche Wege laaerer mbt, unter den Auqcn der Volizei), wohl aber schon in den allernächfteit Nebengassen von Drurn Lane und überhaupt im ganzen großen London, 0 sich nur die wenigen Hauptverkchrsädern einer guten Beleuchtung erfreuen, Wer aber keine Nebenstraßen betritt, der bat London aeleben. Der Eindruck, den dieselben hervor . J rufen, ist ein verwiegend heiterer. i, vielen geahnten mit dem Tode ringen. ti. den Verlassenen liegen ja in unaufsiudbaren "Winkeln und hinter den erblindeUn Fenstern dieser trostlosen Ziegelbauwerke, und die noch bewegungsfähigcn Krüppel schleppen sich zu den Hauptstraßen, wo gerade der colossale Verkehr ärgster , Feind ist,, weil man vor uter Balanciren zwischen Wagenrädern, Vferdehufen und rücksichtslöfcn Lastträgern dem armen Bettelvotke, das sich überdies stumm verhalten muß und höchsten? Musik machen darf, kaum Aufmerksamkeit schenken kann. In den Seitengassen aber, vor den Hausschwellen der Armuth, tummelt sich die schmutzige Jugend in fast wahnsinniger Lebenslust. Es ist, als wüßten diese Binder, daß sie sich in dlesem glücklichen Alter ihre ganze Ration Frohsinn und Ausgelassenheit herausnehmen müßten, Zie sind natürlich unbeaufsichtigt. Die Eltern gehen arbeiten oder stehlen, Auch Vater und Mutter sind nach des aes Mühen ungeheuer lustig, doch müssen sie dazu erst getrunken haben. ' i . l r V ? -V - sich in einem Höllenlärm wohl befindet. Es ist auffallend, daß von allen Proselhtenmachcrn der freien ReligZonsübung die Heilsarmee am meisten beoünltiat wird' und warum? weil ue nicht bei sanften Harmoniumklängen' ZNondgesänge aufführen, sondern bei gleiten läszt. Firlitilili mit donnerndem Rumbumbum dabei aebt einem Enander das Herz auf. Das Wesen der I r a? x.l tr . . lv .CTV icguujie vingiiinmcn wivv am. iejjcuu sten von ihren Knockabouts-benannten Komödianten ausgedrückt. Das Trot toir vor jedem Bar ist eine Orpheumbühne, auf welcher es von unbewußten Clowns wimmelt. Den längsten Kerlen sind noch die Hosen ZU lang, dasur lber wieder den dicken und uuterfetztcn die leider" zu kurzz 'Hemden sind icht in der Mode und wo man glaubt. daß der Rock geflickt ist, dort schaut nur die gelbe Norveryaut hervor. Sehr beilebt sind große Stirnlocken, ! wie sie die polnischen Juden traaen. t aS vielleicht dader kommt, daß dme l Nanner kem Geld, erübrigen, um sich die, Haare schneiden zu lassen, oder eme ! cheere zu kaufend Die relativ Elegan'esten von diesen Leuten wurden in Wien ernste VerZebrsstockunaen verurfachen wegen des ZusammenlaufeS der I 1 V m tft f i"ifi. t1i4 ns.ftn.fa Om I ftfcll tu iil MVfcfc M(lfc4UVW jvfc' eissenheit. Viele sind so diel wie nackt I v l. iti X. c :. . JL k. j xno orocnuicg oionin vv ?cymuy. SS hat aber auf ein SpitzglSSchen Gin 1 !. i ... P?. t . l lerciaji, rooranj ic erausiieicn wno in I n jr.r: . j.r .rr 1 iat öu lujcriuaii. uuet viuflcin. Unter Brüdern sind zwei Millionen .Knockabouts m LvRdon, männliche lnd welbluie nur prügeln sich die I ... . t..f!i ! rf n rr. ' mg und werden - sich auch ' zu Geschäfts' hängen nie anders, als mit trappelnden I Tanzsprungen n Bewegung setzen. Das exzentrische Lumpenvolk vor den ttinkhausern aber gemahnt Mit semem lrkomischen Treiben an den Cirkus, so iaß man erst im Weitergehen daran enkt, daß diese armen Menschen eigentlich - tief zu bemitleiden sind. Würde kan aber vor sie hintreten und sagen: Meine Herren, so gründen Sie doch einen Dienstmännerverband, eS existirt loch keine solche Unternehmung in Lonson und sie könnte Ihnen guten und inständigen Erwerb bieten , was Ware bie Folge? Die drolligen KnockaboutS lnd beklaaenswerthen ' Hungerleider vürden sich in Wütheriche verwandeln lnd den Rathaeber lynchen, ü, Sie wol!en ' sich .unter allen Umständen freie t i s. , . - ' . urger von roLvruannlen nennen d dulden keinerlei GenossenfchaZts livree Nur einzeln kommen sie, wenn sie wieder durstig sind, auf den Psin ' . r t . . n . ew rn , ' und leisten schwerste Arbeit , sür einen ' l?i.riH rttT (S i4irtia ' Wrmai r.fsIvuiiij u vwyT ' Hiks,tuiu dendes, bornirtes Volk! ! 1 2 m I a ; lJen die Armuth wohnt, , sind für mich wie t t . i tffr :. i ein ivcagneien gepi.iai.rerr uno man r.. :4fi. Wr m,iXit ' r.,. , v - r.

in I --jjv.,..!. ""v", riXii der zuerst einen abgeglittenenStich gegen riajng iil i r0;ä Atr,u ,f.

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als im'GewÜhk der City;eilen.' welche? mich immer an einkWienerVolkssänZer,

Erzählung gemahnt, von welcher em Bruchtheil ungefähr folgendermaßen lautete: ,Das Drängen in der lZammersiraßen war sehr uubeuem. Es hat a Herr , a Watschen kriazt und waß gar nit, r:n wem I" Abzezehsn von der ewigen WderunaS' gefahr und der TodtschlazZmöglichZeit durch im Sturm vorbei getragenen, scharfkantigen Kisten und Balken, ar beiten dort die Pickpockets und andere Lang sing er, am -ungestörtesten, und ich war Augenzeuge, wie, einer Dame, welche einem blinden Bettler etwas schenken wollte, von einem clezant gekleideten Gauner gemüthlich Äe volle. Börse aus der Hand genommen wurde,' worauf er 'stracks unter der Masse der anderen Gentlemen mit lanzschSsitgen Röcken und Cylindnhüten verschwand. Welcher war's nun? In London ist man immer ein wenig ,in Gottes Hand, denn es hat schon auf den belhtesten Plänen am hellen Tage Mordend Mordversuche mit unentdeckt gebliebenen Thätern gegeben. In den EeucnuraLen aber gehen Einem wenigstens keine anderen ÄNdec über die Füße als die, welche die schmuhstarrcnd?n Ranzen schlagen, m rauf sie nach Zizeunerart einen enny verlangen. Die kleinen Mäzdlciu bie ten .Blumen" an. von welchem Handel man natürlich nur die Hälfte abschließt, indem man den Penny gibt. Mit großem Triumphgeschrei stürmt diese verwahrloste Jugend dann Zum nächsten Puddingdacker, gefolgt von dem Zufnedenen Blicke der vor den HauZthüren kauernden an Haut und Kleid vergilb ten Matrone. In zehn Jahren wird der Junge vielleicht ein Messer .führen und das Mädchen wahrscheinlich zu den Verlorenen gehören. Wer kaun das andern ! Was für ein Jauchzen. mik'Drehorgelklang irnternufcht tont von jenem Platze her, de? sich mit grellem Fackel lichte von oe? Dunkelheit der UmgLdunq abhebt. Ein altes Schaukelgerüst ist dort errichtet, in dessen fliegenden $5z ben sich zottige Jungfrauen, die tagZ über in Fabriken gearbeitet haben, ms zum Uebcrdrehen aufschwingen, bis der roprietor, zum Seichen, da die Zeit verstrichen, cmen Balken unterleK. der ihnen fast die Knochen aus den Schie nen brinat. Unter kannibalischem Freudengekreisch stei.it ein frischerTurnuS ein, während das Werkcl cinea Gigue krächjt. Die anderen zuwartenden Vorstadtfräulein stampfen diesen Nationaltanz in dem kothigen- Lchm. voden. auf welchem sie oft auszle:ten und hinfallen, wobei zum Gandium der , Zuschauer bemerkt wird, da sie außer dem unvermeidlichen- .Hu:", dem kein Veinlstierer" mehr Bcach tung schenken wurde, und au?r dem alten langen Mantel nichts rncar; an haben, wie auch, daß diese junzen Damen sich nicht nur nicht das Gcsicht, sondern auch die Beine nicht wasch.m. Ohnmächtiges Beginnen, eine iM& neralansicht von London zu zeichnen. Da heißt es Stoue von Skizzenbuchern vorbereiten, zu Einzelbildern für ei , ' , . . t " anaioenaivum. " Josef Siklosr. .. ,.- nii!:!!!,. schwelgerische Mahle. ""öjii1. Einer Studie über schwelaerizche Mahle des Mittelalters und der Neuzeit entnehmen wir die folgenden anzie henden Einzelheiten: Im Jahre 133S vermahlte sich Herzog Lionel von Cla? rencs mit der Pnnzefsia Jolante von Mailand. Auf der Hochzeitstafel er schienen bisher nie gesehene Ueberra schangen. So- wurden z. B. unter den Gerichten vergoldete Spanferke! mit feuerspeiendem Maule dargeboten. Bei einem Gaumahl, das Erzbischof Albrecht von Bremen (7 1395) vielen geistlichen und weltlichen Herren in Hamburg gab, kamen goldene Ha ser, Thürme und Berge auf die, Tafel; nr ihnen befanden sich Pfauen, Schwäne, Vuhner und anderes Geflügels nna.erupft gekocht und gebraten und doch au r . n ta f r. evr . r "'.. - ßerzi lazmaaaasi.. zcvayruaz' ein an umph der Kochkunst! Noch Wunderbareres wurde bei einem Schmaus in Litte (1433) geleistet. Statt der Suppenschüssel erschien : eine Kirche ; mit Glockengeläute, 4 Kantoren und Chorknaben, dann eine Riesenpastete mit 23 lebenden Personen im Innern, welche. Dudelzack.sp'elten. Daneben stand ein Schloß,, in dessen Graben Orangen Wasser lief. Sir Edward Russell, de? Admiral der , englischen Mittelmeerslotte Wilhelms III., veranstaltete am 25. Oktober 1694 jwo? ist nicht näher bekannt) ein großartiges Puuschsest. Die Bowle war ein gewaltiges Marmordecken. Zu dem Getränk hatte man 3 großi Fässer Branntwein, 8 Fasser Wasser, 23,000 Llmonen, 80 Pmteu. Citronensaft, 13 .iCentuer Zucker, 5' Pfund Muskatnüsse, 1 Pinte Malaga und 300 Biskuits gebraucht. Aus dem Punsch schwamm ein kleiner ahn mit einem ' schön geputzten Schiffsjungen, herum, welcher den Gästen den 000 Mann der Flotte das .Göttergetränk 'cernte "'.l1 M K"!' tm fiafi- jp icif'ffill . as:lr,,.;, , , i; ,..t ,,,,!,;;;.: .,,1 JgiJ ..!.), i mI!:m , l Oft m - t v 1 1 t tr.W , , .. c uc t uuiuiu vtuuiv erzienrath (bei einer Hoffestlichkeit zu seiner Gattin): Gott, was e' feine Gesellschaft Z ' Da , geht Seine Excellenz der Herr Marschall mit ' Seiner Eminenz , dem Herrn. 7. Seine Gat. tin: Und wer ist ' derdicke Herr, der skeben den Grasen anspricht ComK merzienrath: DaS : ist das ist Seine' Corpulenj !, der! HerrZ Geheuw' -i,t - vx-:, iiiiiM 4 K m:;Skyk:. rCU9 1 ,,,; -1 ;,.,;,;; :-;,F i& Mtm -Reclame, ' F...tzDieseKhoch interessante Buch sogleich anzuschaffen, ist dringend geboten, da mit Sicherheit, vorauszusehen ist. daß eine zweite Auf-, läge nicht gedruckt wirdl ' j;,,;3 ., -Ml , r V erschnäp p vSie wageit eS wohl nicht,, Ihrer . Frau zu wideo? I JX. 0 ' V? t,S'Ä UHHV;w4;.n.