Indiana Tribüne, Volume 14, Number 361, Indianapolis, Marion County, 17 September 1891 — Page 2
Jndisn TribüttK i
- Erscheint H q i i rind 5 o n n t :r g s. Die tZglick ..Trtt'üiki- f .ist fc.ird den Trär & Cents per Wockie, tie Zsnr!!azS-..Trtbüe'' öl '4tni& per Woe. 33ei5c juiarnn:;cn lZCcnlö oder SSCn,: per Monat Pcr'poK jzeiSr in Vor auSbezahtung $3 per Oa;:r;: Ossice : 130 Ost Maryland Strasze. Indianapolis, Ind., 17. 2cpibr Hermsnu flmfjsJiij. Proftssor Hermzn Vs:Äl in Ber kin. dessen fietmqtor Äbnrtstaa soeben j gestiert wurde, i vi eicht der größte in dem weiten Kreise deutscher SJiäiiner, welche zu dem uzk geheuren Aufschwünge der Naturwissenschaften in der Neuzeit ntttgewtr't haden.deni? er hat sich nicht aus j e i n Fach beschränkt, sondern sich ver schiedenen gewidmet und in jedem Epochemachendes geleistet. Nachdem er in der Vhizfik seinen !?ch2rssin:l und leise logisch: Kraft bewiesen, mnW er sich der Physiolozie zu unÄ errang hier I Trmmpye, inden er mit der aiartieti deh Mathematikers die größreAusdaue und Feinheit des Erperier.tirens ver band. Er hat die pbnolvZischs Akustik und Optik zu ihrer heutigen Höhe er hoben und durch die Erfindung des Augenspiegels der leidenden Menschheit einen unschätzbzren Dienst gele stet. Dann zur Physik zurückgekehrt, hat er eine Reihe von Problemen der Mechanik erfolgreich behandelt und die ErfsrZchunz der Erscheinungen und der Verwendiarkeit der Elektrizität, speciell der EZektrodynamik, wesentlich gefördert. -Von den ihn: gleichgelinnte:! und gleichgearteten Genossen in diesem Streben als Berliner Rud?lf Vircho:v und Emil du Boies'NeJuionÄ. In Potsdam gebore, im Lerliüer ; Friedrich -Wilhelms Institut für die militSrär;tlich? Lausbadn vorg'rildet. hat Helmkoltz diese nur fünf Jahre, bis 1848, verfolgt, h?rnacb war er Proses- ; sor tu Königsberg. Bonn, Heidelberg . ; endlich in Verlrn. Die Orden und Titel, d'e ihm zahlreich verliehen worden, und zu welchen auch d.v3 Adelsprädikat gehört, ehren ihn nicht so. wie die Früchte seiner Arbeit. Tas Gesetz der E rb a I tu n g d e r K r a ft, wel cheZ I. R. Mayer in Stuttgart erkannt. Helmbeltz 1847, ohne von der j MaJer'schen Entdecku'iq zu wissen, j flbstständiz nachgewiesen und zuerst j mathematisch begründet hat. setzte an die Stelle der Hypothesen über die Ent j stcbuna. die Erhaltung und daZ Ver- j schwmde der Weltkörper eine klare, mi: den sstionsmi'cb?n Ermitttlunaen harmsnirende Änsckkauunq. Es ergibt, daß alle Naturerscheinungen mtäsnv&t Borgange und, die nach den pbynkali schen Grundgesetzen flcö vollüeben. datz Ursache und Wirkuq. Kraftverluft und -Gewinn sich immer decken, die scheinbar ; verloren gehende Kraft nn? in anderer j Fornz w:eoer :n die Erschetnung tritt, also Beroegugg in Bärme, diele in jene sich umsetzen läßt, ohne dah etwas ver lon geben kann. So sind wir zu der j Erkenmnin der identischen Natur vsn ; Licht, Wärme. Vewecung. Elettncitat. organischem Leben aelangt. Z Ohne. .uz die Resultate der physio- ' logische Fo?Äunzt des Gelehrten hier näher ewgehen zu tonnen, erwäh neu wir seine Fe?t?!eüunqen über die Fortpslanzu'lzSgeschMRdigkeit der Ner oenre-zungen, die noch sein groger Lehrer Johannes Müller als ein dem menschlichen Geists ewig ver'chlssf'nes Räthsel betrachtet hatte. Nachdem velnlholtz durch die Erfindung deZ Lluenspiezels einem hochivichtigen Theile der Lrztlickm Kumt die feste Grundlaz?. welche ibin gefehlt hatte, gegeben, schritt er weiter zur Haftel lung eines vollen roinknscha?tlicken Su stems, welkes in seinen Sckriften über Pbnsikalische Optik und Phnsioloaische Oitif verlicat. Tann studirte , er die Tenznipfindunen und gab auch 1 hier mue AufMüye. indem er die stlangsarbe in den Gruudton und die Oberlrne zerlegte und das Wesen von Konsonanz und Dissonanz ergründete.' Ter ElektrizitätKlehre hat Helmboltz mehrere Schriften gewidmet, w .Ueber, die Äerthülunz elektrischer Ströme in körperlichen Leitern", tUber die Theorie der Eleltrodynlmik- und andere zediezene Abhandlungen über die versckziedensten wichtigen Frazen. die er ge legentlich berührt hak, zeigen, wie er lvielend die schwierigsten Gegenstände sich angeeignet, beherrscht und befördert dat. ,' Er versteht es auch, populär zu schreiben, ohne daß die Darstellung vissenZchaftliche Vertiefung und vor nkme Form vermissen länt. Seine vo,!e Turchdringunz der Materie gestattet ihm. leicht verständlich zu sein, nachdem Worte Fichte?, daß man das, toas man klar gedacht hat, auch klar sagen kann. Helmholtz ist kein weltentsagender Stuiengelehrter, sondern yeseülg. gastfreundlich, ein Mann ron den gewinnendsten UmgJngZf?r'en. Er weilt zur Zeit in Italien, um an seinem 70. Geburistazs in der Heimath nicht gefeiert zu werden. Ti Union PaelfZe-BahV' In eingeweihten Kreisen zweifelt man nicht länger daran, daß es, die Absicht ron Zay Gould und Genssm ist, die Union Pacific Bahn den Händen eines Massenrerwalters zu ü?emntwsrten und dann Ukit'er der ersten HqpLthek verkaufen zu lassen Die Bahn ist nicht dankerott. sie wird aber vcn Jaq Gould ' unÄ Ccosfen zu dem em ahnten Zweck bankerott gemacht. " Bekarntlich bat die Bundesregierung die ;wei:e Hypothek 'auf die Bahn. Diese Hyyöthtk wird in nicht ferner Zeit fällig und muß dann entweder abbezahl! oder verlängert werd:. Gould aber ha! weder zu dem einen noch dem andern Lust. Abbezahlen, daran denkt er schon gar nicht; wer würde überhaupt der Bundssrezie , rsnz etwas bezahlen, ohne absolut dazu gezwungen zu sein? Und oerläuzern lassen? TaS ist wied'.r mit großen Scherereien und Schmierereiö't im Eon gresse verknürft, wovon Esstt ebenfalls Uvn Freund ist.
Ta gibt t einen viel besseren AUS' weg : Man mach! die Äahn dankerolt, legt sie in die Hände eines Masienver Walters und läßt sie durch diesen unter der ersten Hypothek verlausen. Die In haber der ersten Hypothek sausen dann die Bahn ein und die Inhaber der zwei tcn, die Bundesregierung, haben das Nachsehen. Tie Bahn wirv durch diesen Verkauf schuldenfrei, ihre Besitzer brau chcn nicht länger Zur die Zmfen auf Hypotheken zu sorgen und sich mit der Auizdesregierunz und dem Congresje herumzuschlagen und erhalten ein siÄ gut rentlrendeS Eigenibum z'k meinem billigen preise. Das ist der lan vcn 5ay,ö'ou!d und ConsorZen. dr grgettnrcrtij it'ir:r Verwirklichung cntgegcngchl iins.rj-.-bri das Bolk nm die Kleinigkeit von 5 bs W MilliLnen Dollars gebracht werden wird. Ermöglicht wurde die Äusfüh' rung desselben schon vor Ja'cn. als der Eongreß die erste Hypothek auf die Bahn gegen eine zweite vertausch:?: ausgesüdrt wäre er wohl auch schon früher geworden, es fehlte nur aa dem Manne, der die nöthige Unverfroren heit zu diesem Millionen Diedstahle cm Volke besaß. Er hat sich $t in dir Person vvn Jay Gould gesunden. (Col. Journal-.)
lixUH für Lloggtitvrot. In den Zeitungen Deutschlands wimmelt es jetzt förmlich von Vor schläzen zum Erjatz des deutschen Rog' genbrotes. Hier einige Proben : Der billigste und beste Ersatz für Roggen mehl ist Gerstenmehl. Ätscht man zur Hälfte Roggen- und Gerstenmehl, so erhilt man ein ausgezeichnetes Brot. Reines Gerstenmehl gibt zwar auch wohlschmeckendes Brot, aber dasselbe wild sehr rasch trccken. Auf dem Lande, wo man nur einmal in der Wsche backt, nimmt man zum Äoggenmehl stets gekochte Kartoffeln hinzu, um dem Brot die Frische zu Hatten. Das Gleiche ist auch als Zuiay zum Gerste' mebl anzurathen. Ein anderer Vorschlag, der in der Presse auftritt, geht dahin, ein aus Rogg?n. Mais und Hafer gemischtes Brot derzustellen, welche Mischung sehr schmackhaft sei; auch reines Maisbrot sei zu empiehlen und werde vielfach, z. B. in Ungarn, verwandt. Fär d eben angedeutete Mischung wird nach den Notirungen der letzten Tage (Roz geu 250. Mais 1SS und Hafer 155 M. ) der Preis auf 810,50 3. (für HHK Kilogramm) kommen. Es würde das allerdings eine immerhin btträchtliche Ersparnis bedeuten gegenüber dem rei. nen Roggenbrot. Auch fügt der Ein fender hmzu, datz Brot aus solcher Mi schung nicht nur billiger, sondern auch nahrhafter fei, als das jeyt für das deutsche Heer versuchsVcije zur Verwendung kommcnde Weizen Roggen brot. Auch der Frage der Ätushcdung des Maiszclles könne näher geirttsn werden, um ein billiges und nahrhaftes, theilweiseS Ersatznuttet fär den jedenfalls übermäöig theuren und selost m guten Jahren in Teutschland nicht in genügender Menge er;eugten Roggen zu haben. Slt Hungersnot!? in NuKlattS. Den Unruhen in Schaulen und Wilna lvezen der verstärkten Roggeaansfuhr sin) gröjzcre in Witebst gefolgt, die ihren Anfang m Dunabnrg nahmen und über die Bahastationen Tritzna. Polozk sich nach Witebsk fortsetz'.en. Den Mittlnllungkn russischer B:ät:er, daß eine Bolksmenze, 'namentlich ran und Kinder, die bereits verladenen Rozgensäcke aus den Waggons schleppte, die Säcke aujjchnilt nnö das Getreide auf den Bahndamm schüttete, setzt die .Bossische Zettung Prioatmelsungen an die Seite, die weit ernster Kl nzen, als die Nachrichten über die Unordaungen in Schwülen. Währen) ein Bolts Haufen, bestehend aus Männern, beson ders Handwerkern. Frauen und Kindern, aus dem Bahnhos die Rozgensäcke aufschnitt, machte sich ein neuerer Haufe zur Ausgabe, in der Stadt einige jü&i sche Getreidehandler zu mißhandeln, welche seit dem RoggenauSfuhrerlag be deutende Roggeumasfea auffreicherten. Unterdessen war S':s dem Bäkznhof das Rachewerk vollendet, und von dort zog die Menge in die s.adt, um einen rer chen jüdischen Sxxorteur zur Rechew schuft zu ziehen. Zu seinem Glück fand ihn die erregte Menge nicht zu Hause. Einer der Tu multuanken zerschlug eine Fenster Zerbe und nach diesem Signal flog Stein auf Stein in die Fenster, die Menge drang in das Haus und war schon dabei, alles kurz uns klein zu schlagen, als das Er scheinen der Polizei iyr für wenige Minuten Einhalt that. Auch die Schatzleute wurden mißhandelt. Tie UnorS' nungen hatten bereits so großen Nnv sang angenommen, daß nur Einschrel ten des Militärs ihnen e-n Ei-d machen konnten. Die Masse nahm aber auch gegen die Truppen eine, so heraus fordernde Haltung an, daß diese genö thigt waren, Schreckschüsse abzugeben. Die Menge ließ sich jedoch durch d?e über ihre Köpfe hinwegsliezenden Ku geln nicht einfchüchkern und setzte ihr Zerstörungswerk ruhig fort. S!un erfolgte das Kommando Feuer" und drei, nach anderer Meldung fünf Tu multanten sank tödtlich getroffen zu Boden. Nun erst lief die Menze auseinander. Wie groß die Zahl der Bermundeten ist, wird nicht mitzetheitt. - Eine Zuschrift des Seniors Ljubo schischinski an die .Nowosti" eimoirst ein trostloses Bild von dir Lage der bäuerlich: Bevölkerung im Gouvecns. ment Tambom. Schon gegenwärtig sind die Bauern, um Brot kaufen zu können, genöthigt, -zu Mitteln zu gre sea. die ihre Wirkhfchtft zü 'OMde richten. In aller Eile wird Haser ge mahlen und mit jeden Preis loszefchla gen. Und dennoch dürfte -der Erws kaum hinreichen, bis zum Otto her das Leben zu fristen. Äermere. die ihre Hrfer vorrathe schon längst verkauften, veraußer ihr Biehdzs zu Schleuderpreisen von' Handlern gelaust wird, Für daö beste Schai, tas vorher 6 b; 8 Rubel eintrug, erhielt man in der letzteren Zeit kaum 70 bis $0 Kopeke.t ; das schönste ZZferd kann man selbst um den nieoeren Kaufpreis von 8 Ä!ubel nicht mehr an den Mann briinin.
Tie Leute flüchten daher aus den Be zirken nach, allen Richtungen. Das Dorf S?aßkoje, das noch Anfangs Juli über SO Familien zählte, steht nun öde und verlassen. Seit acht Tagen ist dort kei"e lebende Seele mehr zu finden. iir stehen erst an der Schwelle der ?iothlage," schreibt Herr v. Ljuboicht schinZki. Grauenhast ist der Gedanke an die Lage der Bauern im Winter und noch melzr im Frühiah? und Sommer nächsten Jahres, bis die neue Ernte eingeheimst sein wird." Die Nedeljabcickf,t sich e.ngehend mit der Frage, wie d'n Not!zleidensen am schnellsten zu hel r.i rjire. Eine vorübrgeh nde Hilfe' l".'?unz. eint das Blatt, beiße bei den c b waltenden Umständen ' so viel wie ki.-l,ts. D.rs,gan;e russische Volk erwarte dilzer vom Ministerium, daß dasselbe den Notdleidenden eine dauernde Beschaitigunz geben weröe. Es gibt eme ung:beure Anzahl von Straßen, die man schon seit Jahren zu bauen gedenkt. Auch die Inangriffnahme met rerer Eisenbahnlinien war schon seit längerer Zeit geplant. Jetzt wäre es ' . . f i F 's - lTI .
-it. oieie Äroeiien ausutuoren. or läufig kann man jedoch auf billige Weise den Hunger des armen ManneS stillen. Die Regierung müsse den seinerzeitigen Vorschlag des Profeffors Bogdanon) acceptire'n. und auf Staatskosten im Scdwarze.t Meere Fischfänge veran stahlen. Die Fisch? müssen geräuchert und dann unentgeltlich an die Bewoh ner der von der Hunaersnoth heimgesuchten Gegenden verabfolgt werden Wie e ? , heißt, hat die Regierung zwei MlUionen Rubel zu öffentlichen Arbei. un bestimmt. Auch soll der Vorschlag wegen des Fischfanges im Schwarzen Meere ausgeführt werden kc? ttmschwtZ tu Canada. ! " Tie unbefriedigenden Resultate ihrer Bol'szädlung machen den Canadiern dcch sehr schwere Sorgen. Es läßt sich daraus ziemlich genau nachweisen, daß während der letzten zehn Jahre an li Million Canadier nach den Ver. Staaten ausgewandert sind. Der Toronto Globe-, vielleicht daö einstuß reichste und ged-egenste Blatt der Dominion, laßt sich folgendermaßen vernehmen: Im Lichte der Censusresul tcte laßt sich die Existenz einer Massen Wanderung (Exodus) unserer Bevölkerung nach den Ber. Staaten gar nicht ableugnen. Es hätte übrigens dieser elsszählnng gar mcht dazu bedurft, denn jeer von uns Canadiern wird znzebcn. daß er viele Freunde und Ver wandte in den Ber. Staaten wohnen hat. In der That gibt es von Sarnia bis -.um Eap Breton, nicht ein einziges Hau, in dem sich nicht ein leerer Stuh benudek, der früher von einem Fami l-enmilglied eingenommen wurde, welch's jeyt in den Ber. Staalen wohnt." lind in der New Yorker Sun" setzt r'n lervorragenter Canzdier, Herr F. W. 'len. auseinander, daß der ExoduS firt dauern und daß bis zum Jahre in weitere lj Millionen Canadier in des Vec. Staa:en ein Heim gefunden hbl-n werden. Inzwischen bereitkt sich in unserem ?, cchdar!ande ein großartiger Politiker chn.'Ul'g vor. Gegen 70 Torymit gii'c-er des gegenwärtigen Parlaments st. o Anklagen weg?n Corruption in tonadiicben Gerichten anhängig gemacht lc,!dcn. Da die Gerichtsserien jetzt zu LiU'C ganzen sind, so werden jene Processe sofort zur Verhandlung gelan-9-". T ie T'arlamcntssiAe, welche durch !ie Entscheidungen der Gerichte vacant nrrvcn. müssen ioforl durch Neuwahlen w.eer besetzt werte. ES brauchen arer nur elf Liberale an Stelle von Tories gewählt zu werden und die jeyige Majorität der Tories ist dahin. Das aber ist gleichbedeutend mit dem Sturze des Torn-Cabinets. Haben die Liberalen eine Parlaments Mehrheit, wozu icbr gute Aussichten vorhanden zu sem scheinen, so wird der General'Gourerneur den liberalen Führer Laurier zur Bildung eines Cabinets auffordern, und das bedeutet nach Glens Ansicht den vollständigen Sturz der altengltschen Partei. Letztere habe in der letzten P-.r kam ents wähl nur gesiegt, weil sie die Wahlma'chine in der Hand hatte und in der schmachvollsten Weise ausnutzte. Ist diese Maschine aber in den Händen der Liberalen, so ist an eine Möglichkeit der Wiederherstellung des Toru-Regi-mettts gar nicht zu denken. Daö nächste Z;el der Librralen ist bekanntlich der Abschluß eines Handelsvertrags mit den Ver. Staaten. Die Rationalsäuld Canadas ist furchtbar groß. Man macht sich von dieser Schuld die beste Vorstellung, wenn man bedankt, daß die Ver. Staaten eine Schulden -aft von GC00 Millionen Dollars haben würden, wenn hierzulande ebenso viel aus den Kops der Bevölkerung käme, als in Canada. D'.e Trierer mache kein clS. T:e -Zlmknunz in der Bürgerschaft ?c Stadt Trier ist nicht besonders rosig. cie Hoffnungkn, welche man auf dil ,:th'cka?ilichs Ausnutzung der Wall' ahr:s;eil gesetzt hatte, haben sich nu, in geringem Maße verwirklicht. Aller nilkgs trest'ea tagtäglich Zehntausend, von Pilgern ein., jedoch nur, um vier bis fünf stunden vor dem Tome zu warten, an dem heiligen Rocke vorbeizuziehen und dann schleunigst die Stadt wieder zu verlassen Die Wenigen. welche dort übernachten, werden von ihren gtistkichen Führern in die Klöster rnd andere geistliche Anstalten geführt, welch? sich sämmtlich m Gasthäuser vermdelt haben. Die vm Trierifche Äürger. welche unter Aufivendung be. trächtl'cher Snnwen Gastwirchschafkkn eingerichtet haben, bleiben mit rhrem Wem und ihren Betten allein. Die. großartige-.! Wirthschaftöbuden, welche zu Tunctt crc'Ättk sind.' liegen ver. lass?. Die - Ladenmhaber verkaüw nichts, nicht einmal. Bilder und M, daillen des heiligen Rockes, denn Mei dies ist den Pilgern schon vor Beginn der CöÜf-het durch ihre Geistlich: bfr sorgt. -- T. Brow.t, Acvokat, Bancr Vlock, Zimmer 23. - Mccrscha'.:mpseifen, lange deutsche P'clsen Ei.iarrensvihen etc. bei Wm. Mucho, Sko.' 193 Ost Washington Str.
Vom 3!tt"e. Eine neue C o m o d i e Ä i l l v?'s The Cadi soll in der nächsten Saison zuerst im Premont-Theater in Boston über die Bretter gehen: Bill leitet die Proben dazu persönlich und versichert, daß er sem möglichstes thun dcrde, um 2!ang nicht auflammen zu KsstN Daß Edwin Booth in Folge zu starken Rauchens körperlich sehr her unter ist. wurde bereits berichtet; obw ohl der große Tragöde sich zur Erholung nach Vuzzards Ban, Mass.. zu rückgezogen htt. huldigt er doch dem Tabakgenuf e ebenso, wie vorher, so daß wenig Hoffnung vorhanden ist, daß er tm rolle Gesundheit wieder erlangen Unn. Juden Schisssbauhöfen der Ameriean Steel Bärge Co." in West'Superwr in Wisconsin sind von Buffalo aus Bestellungen auf vier neue
! Dampfer und zwci Barken eingelaufen, j welche ausschließlich für die Fracht fchifffahrt auf den Binnenseen bestimmt sind. Die Dampfer weroen je eine L.'.nge von 306 Fuß haben und im Stande fein, mit einem Tiefgang von fünfzehn Fuß je 3000 Tons Gewicht zu trageu. Die Mährischen Brüder, gemeinden unkerhalten eine Schule für Dinaren in Nazareth, Pa., welche be retts im Jahre 1741 gegründet wurde, also jetzt 1S0 Jahre alt st; Unterricht ist dort ununterdrochen, eine kurze Zeit während des Revoiuttonskrieges ausge. nommen, ertheilt worden. Das Haupt gebaute der Anstalt ist das von Graf Zinzenvorf gebaute sogenannte Pom wer che Schloß, daS im vorige Jahr hundert vielfach von Fremde? besucht wurds Nach langer Pause. Nichter: Sie haben erst vor Kurzem 12 Jahre verbüßt, und nun sitzen Sie schon wieder auf der Anklagebank! Anaeklagte?: Schon wieder? Ick meene, wenn man 12 Jahre lang nich mehr auf ihr jesessen hat, det wäre doch 'ne schöne Zeit. ertafseue Minen, welch, meist von den Spaniern ausgebeutet wurden, werden noch häufig im Süd Westen und Süden entdeckt: So soll in Edwards County, Tex., eine solche exi stiren. Em Mann ließ sich kürzlich in der von der Erdoberfläche hinunterfüh rende Leffnung hinab und entdeckte eine weite Höhle, an welche sich ein Gang anschloß, der schließlich zu einem großen See mit eiskalten Wasser führte. Um den See herum lagen Felsstücke, die aussahen, als wenn sie gesprengt seien. Einige Stücke, die mitgenommen wurden. enthielten reines Silber bis zu dreißig Unzen auf die Tonne. General Ab ner Dvuble ay, der den ersten Schuß zur Berthen iung Fort Sumtor's im Jahre 18til abfeuerte, liegt seit längerer Zeit in Mend ham, Morris County. N. I., schwer krank darnieder; er leidet an Abfcessen, welche immer wiederkehren. Folgende Tabelle spricht sür sich selbst: Bö!k.'?nZ. TeoLlteruvg. es Fort h,de ZS!d. tkit3fötemif!t Vi." ''1 5moni .'a-.tifi , Z5I S-1 lafota 8.W i. i:6 :iu'0 Ni ". j ;ju ttii X ZUs ,!ie aa tidüLiaa a,rs,.j Cttäta -j.67j.isi sutsiiUti m,m üetatPiir ltW,93 A i i.Mi,in y'oiuaa 13.!i r7 fsiüü Z.wa ... se.iwi.jth ji -UBfl . 6CI.703 LS'Ji -Html. ,371 Zaziz S?ua sn vt.h.& jTjanjtij Senatoren l.W3l,Mi Danach repräfentiren die zwanzig Bim desienakoren der eisten Rubrik über 32 Millionen Einwohner, die zwanzig Senatoren der zweiten Colonne reprasenliren aber nicht einmal zwei Mib lionen. Im New Yorker Hafen ist das Segelschiff Sunlight" angekom men, welches eine nur aus Zucker und Schlangen bestehende Ladung, die in Demerara in Guayana ausgenommen war, an Bord hatte. An Zucker waren 35 (h Säcke geladen worden und die Schlangen bestanden auS sieben- Gebinden Anakondas. Außerdem war da eine Kiste mit Leguanen, einer geschickt kletternden Eidechsengattung, mit gro ßen Stachelkämmen au dem Rückcn. langem Schwanz und Hau igem Kehl sack; feiner mehrere elektrische Aale, die für das Smithsonian Institut in Washington bestim nt sind. Viele vo den Anckondas ( Riesenschlangen ) siirä acht Fuß lang und von der Dicke eines Mannesarmes. Das Becdic't der Coroners Jury inNew Jork über die Park Placelcatastrophe ist nach jeder Richtung hin unbefriedigend. Nach mehrtägiger, erschöpfender Untersuchung und Anhören vieler Zeugen erklärte die Jury, daß der Bruch einer o)er mehrerer eiserner Säulen die Ursache des Einsturzes des Gebäudes gewesen, und daß der Bruch der Säulen durch einen Stoß von außen herbeigeführt worden sei. Ob eine Exvlonon stattgefunden, lasse sich nicht feststellen. Ein nichtssagenderes Verdick ist leiten gefällt worden; eS ist nichts anderes, als ein Weißwafchungsbericht, denn es läßt die wichtigste Frage, wen eigentlich die Verantwor, lang mr die furchtbare Katastrophe treffe, völlig unberührt. Außerhalb dieser zartfühlenven Jury, die Niemand wehe thun wollte, herrscht kein Zweifel darüber, daß die wahren Schuldigen die Eigenthümer deö Hauses und das von der Jury sogar gelobte Feuer-Teparte went sind. Erstere, weil sie das sprünglich nur sür Ossice Zwecke erriH tete Gebäude als Fabriklocal benutzen und mit schweren Maschinen , belasten ließen, uxd das Feuer e Departement, weil eS Jahre lang vor dem Einsturz keine Jnspection des Gebäudes vornehmen ließ. Der Statistiker deS De. partementS für Ackerbau berichtet über den allgemeinen Mand der Fcldfrüchte im Sept.mber wie folgt." Mais 91.1, Weizen 9;., Roggen 95.1, Hafer 90.7, Gerste 94 ö. Buchweizen 91.6. Der Mais in Minne'ota verspricht gute Ernte, wie der Correspondent meldet, wenn Frost fernbleibt: in mehr nördlich gelegenen Gegenden ist der Schaden aber, sehr groß. , Dasselbe wird aus l dea Dakotas gemeldet. In Iowa und Nebraska ist die Ernte, spät und wird , beschädigt werden, wenn Fröste vor dem ' 0. Seotember eintreten. Durchschnitts.
senchte öec Saaten sind nn Ällgemeinen hoch, die niedrigsten sind die in Michigan und Wisconsin, Mmnesota und NordTakota kommen zunächst, während Süd Dakota, Nebraska und KansaS Zahlen unier der Durchschnittsquvte zeign;. Mich?gan klagt sebr über Frostschaden, Wisconsin berichtet Verluste durch Zrost in den Tagen vom bis 28. August und in einzelnen Fallen nach früher. Einzelne Felder sino für Futter gemäht worden. Die Zahlen für die Hauptstaaten, welche Weizen produziren, sind wie folgt: Ohio 9S, Michigan 98, Jndiana 100. Illinois 100, Wisconsin 0, Minnesota 100, Iowa 99, Missouri 94, Kansas 83. Nebraska 98, Nord Dakola 94, Süd Dakota 99, La'ifornien 93, Oregon 97,
Washington 9 t, -9' Vom AttSlanse. Kürzlich hat sich inPariS ein sonderbarer Kauz in Adamskostüm am Eiffelthurm aufgeknüpft und in ab sonderlicher Weise über seinen eigentlich nur aus feinem Körper bestehenden Nachlaß verfügt. In Frankreich be gegnet man, wte du, .Köln. Ztz schreibt, gar nicht selten letztwilligen Bestimmungen, die geradezu phantastisch sind. Erst vor einigen Tagen hatte em braver Mann in Perpignan der dorti gen Musilkaoelle 1000 Fr. vermacht unter der Bedingung, daß sie seinen Sarg nnler patriotischen Klängen zu Grabe geleiten solle. Da 1000 Frcs. immerhin ein schönes Geld, so geschah nach seinem Willen und der Sarg wurdi unter den Klängen des hierzu jeZenfaüs sehr passend gewählten Chant du depart aus dem Sterbehause getragen. Später folgte dann die Marselllaise und selbst' .rerständlich die russische Nationalhymne. Ein anderer Sonderlin; wurde vor zwei Jahren in Paris begraben, dessen Sarg au? seine ausdrückliche Bestim münz bin wahrend des ganzen Weges ein Lei rkasten folgte, der ohne Ans hören die PompierS de Nanteuil und die schöne blaue D anspielen mußte. Vor drei I ihren ia'z der- Friedhök von Jvrv, einem Pariser Vororte, ein recht sonderbares Begrab niß: Einem reichgeschmückten Leichen wagen folgen ntchrere and5ch i;e 2v tragende nach dem Armenkirchh .'f, wo der prächtige Sarg in das gemeinfame Armenzrab versenkt wurde. Hit:e schon dies das Erstaunen dcr auf d m Friedhofe Anwesenden erregt, so w n derten sie sich noch mehr, als sich ploy lich die Leidtragenden nach türkischer Art mit unterschlagenen Beinen um das Grab herumsetzten und so ruh g . sitzen blieben. Als Beamte des Friedhofes sie darauf aufmerksam machten, daß eine derartige letzte Ehrenbezeigung denn doch etwas ungewöhnliches fei, erklärten die unentwegt setzhaften Leute, daß sie sich unter keinen Umständen aus die'er Stellung würden verdrängen lassen, wenigstens nicht vor einer Ver' telstnnde, da der Verstorbene sie nur unter der Bedingung zu seinen Erben eingesetzt habe, daß sie eine Viertelstunde in dieser Stellung um sein Grab herumhocken müßten. Sehr lustig ist die In, ßruction ausgefallen, die der humo ristisch veranlagte englische Admiral Fisher. unter dessen Aussicht das Arie nal in Portsmouth steht, den auswärtigen Journalisten zu Theil werden ließ, um sie für die ihnen zuertbeüte Mifsion als Führer und Dolmetscher bei dem Nundgänz der französischen Flotten Officiere vorzubereiten. Er hatte die Berichterstatter am Sonnabend zum Frühstück eingeladen; als man bis zum Kaffee und den Cigarren gediehen war, ließ er Arsenalpläne unter die Ge ladeney vertheilen und hielt dann eine mit lustigen Ausfällen gewürzte Vorlesung über die Schiffe und Tockemr:ch tungsn. die den Franzosen gezeigt wer den sollten. Auf einzelnen Thüren werden Sie das Wort geheim- angeschlagen finden", so sagte er, nach der Wiedergabe deö Correfpoudenken der Kölnischen Zeitung, gehen Sie nicht hinein, denn Geheimnisse sind dort keine drinnen. Es ist das auf Leichtgläuvig' keit des Publikums berechnet. Stören Sie sich auch nicht an der Menge von schweren Kanonen, die überall umherliegen wir haben ihrer so viele, daß immer aus Versehen einige liegen bleiden. Ich darf Ihnen nicht verfchweigen. daß die Brücke vom Arsenal zur Walsischinsel etwas wacklig ist; indes fen schicken wir jeden Morgen zur Prü sung fünfhundert Sträflinge h.nüber: seien Sie also unbesorgt." O du glückliches Licht ew steint K eine Steuern, keine Soldaten, .keine Barone neben dem Throne, denkt Euch nur. ohne!" Und bei alledem ein Fürst, der so wenig, wie er seine Unter tbanen zur Scklachtbank, auch nicht ein mal fremde zur Spielbank führen lassen will! Der Versuch aus Vaduz, der win zigen Hauptstadt des Miniaturreiches eineSatrapie des allgewaltigen König reich? Pharaos zu machen, istvor Kurzem wieder einmal gründlich abgeschlage worden. Dazu, wird einem schweizer Blatte von der höchsten Amtsperson" deS Ländchens versichert, daß vor vielen Jahren dem Fürsten eine Deputatton das Ansinnen auf die Erstellung einer Spielbank in Vaduz vortragen wollte. Kaum hatte dieselbe den Vortrug begonnen, so drehte der Fürst sich rechts um. und verließ den Audienzsaal, ohne die verblüfften Deputirten einer Antwort zu würdigen. Wer den Fürsten nur einizermaöen kennt, hatte sich von vornherein die vergebltche Mühe gesparr. Der braucht kein Gels., wie der alte Fürst von M naco, weder sür sich, noch das Ländchen. das auS den Zollerträgnissen sne Be dürsuisse deck: und seit 166 überhaupt kein Militär mehr hat. Der Fürst vr ausgabt zudem Hunderttauseude im Ländchtn für gemeinnützige Zwecke, sür's Kirchen , Schul- und Armenwesen. für jegliche Roth des Landes und sür einzelne Orte und Gemeinden. . Ueber die furchtbare Katastrophe von Martinique berichtet ein Augenzeuge noch Folgendes: Alles, was die Zeitungen bis jetzt über die durch CTtcklon, augerichteten Verheerungen geschrieben haben, erreicht noch inu mer nicht den vollen Umsang des Unglückes, welches die Insel getroffen h.rt. Der angerichtete Schaden beträgt ungefähr 60 Millionen. Von den u dort
vepehenden zuckenaorttcn, oeren zeoe ungefähr eine Million werth ist, nt bei' nahe nichts mehr übrig. Tie Holzhäu ser sind durchwegs zerstört. Tie solider gebauten sind bedenklich beschädigt. Die noch auf dem Felde liegende Zucker rübenernte wurde nach allen vier Wind-
richiunzen geschleudert. Ein großer. 5'?,.?' rS!.l..lrt. rTaj- n t - I i;viA iniiui. vum wi'iiut ui 9 jvud ytirszen. Tie noch stehende Oktoberernte ist ebenfalls verloren, da die noch harten Rüden gebrochen wurden. Dasselbe gilt von der ganzen übrigen Herbsternte. Aus dem Norden der Jn sel sind bis jetzt noch keine Mittbeilunaen über die angerichteten .erstörunaen angelangt. Man weiß also Nicht, ob WitW fflnrSln Hari.n I iai-i nM9 nü n wk. .iviwu viuvut vuiv, vuit. vv .., das Ausbleiben der Nachrichten dem Umstan e zuschreiben soll, daß auch dort jedz jlommunlkalion durch die umge stürzten Bäu;::e. welche die Wege unbrauchbar machen, unmöglich gemacht ist. Leider steint die letztere Annahme wahrscheinlicher. Das gesammle tete graphennetz der Kolonie ist unterbrochen. t Ueber antike Akrobatik hielt im Berliner Turnlehrerverein Schriftsteller Dr. W. Angerstein einen Vortrag, in welchem er auf ein rn der Neuzeit nicht mehr ausgeführtes Kunst stück altgrichischer Akrobaten hinwies: Ein an emer Axe in senkrechter Nichtunz sich drehendes, übermannshohes Rad wurde in lebhaften Schwung versetzt. Auf dem Radkränze kauerte, fest angeklammert, der Arnst, der die Um Drehungen eine Zeit lang mitmachte, dann plötzlich losließ, durch die Eentrifugal kraft mit mächtigem Schwung in d'e Luft geschleudert, nach mehrfachen Solomortales auf Händen oder Füßen wieder auf den Erdboden 'zu stehen kam: ein Stückchen, das heute wohl kein Specialilä:en!heater leisten dürfte. Auch die in Pyramiden bis zu 15 Personen übereinander gestellten Menschen fanden im alten Rom schon Anerkennung. Einem Blondin standen in keiner Weise die Seiltänzer nach, und eS war i',is Ungewöhnliches, mit verbundenen Augen auf seinen Schultern einen anderen Menschen über das Seil zu tragen. Ebenso waren Kunststücke auf dem schwingenden Drahtseile, das Turnen on einer Stange, die ein Anderer balancier, bekannt. Zu Neros Zeiten führten, wie Plinius berichiet, Elephanten einen Seiltanz auf; Kunstreiter werden von Homer beschrieben. Aegyptische Bildwecke lassen das Vor nebmen akrobatischer Künste erkennen, auch in Mexico hat man uralte Spuren davon gefunden Eine sonderbare Wette ist vor einigen Tagen in einem Berliner Restaurant zum Austrag gebracht wcrden. Herr A., der lange Jahre Koch beim Fürs:en Bismarck gewesen ist, hatte vor einigen Togen gewettet, er sei im Stande, in einem Zeitraum von sechs Minuten ein Huhn zu schlachten, zu rupfen, auszunehmen und gö' braten als leckeres Mahl seinen verehrlicken Gästen vorzusetzen. Man ging sofort an die Austragung der mit S0 Mark gehaltenen Wette. In dem dicht gefüllten Locale waren aus Tifchen und Stühlen Tribun? improvisirt worden, und Alles blickte gespannt auf den Raum zwischen Schenttifch und Büffet, die Arena, welche mit dem Glockenchlag Neun Herr A. bet at, sein zum Opfer bestimmtes Huhn über daS Hauot schwingend, damit sein lauteS Gegacker Jedermann beweise, daß eS lebe. Noch! Denn schon in der nächsten Secunde hatte ein scharfer Hieb den Kopf ihm vom Rumpfe getrennt, mit erstaunlicher Ge'chniindiqkelt war das Thier außen seiner Feiern und drinnen seiner Eingewv'ide beraubt, ein Geschäft, welches etwa eine Minule in Anspruch genommen. Mit dem Beginn der zweiten Minute hatte der Gastwirth sein Huhn auf dem Gaskocher im Topf, uud noch fehlte eine halbe Minute an den sechs, als es von A. zum Anknabbern" schön und sauber auf einer Schüssel servirt, den Gästen geboten wurde. Das Huhn mundete Allen vortrefflich, Einem nicht: dem Verlierer der Wette nämlich. Ein furchtbarer Orkan wüthete in der letzten Augustwoche über den größten Theil der britischen Jn sel.. An der englischen Ostküste war der Sturm minder stark, am heftigsten in Schottland und Irland. An der üste von Lancashire strandete der da nische Zchooner Geficn bei Southport; der Taaip'er Bickerstass" r t e e den Eapitän W gz, dessen Frau und die sechs Matrosen. Bei Bauenden, univeit Accrington, verursachte der unaufhörliche Regen einen Erdrutsch an der i u aueatylre' und der Forkchtre Elsen bahn. Ter Verkehr war einen ganzen Tag gestört. In Kunzdcn bei Blackburn wurden sechs Häuser niedergeweht. In Nord Langshire überschwemmten die Flüsse die Niederungen. In Flectmood temolirte der Sturm die neue, im Bau begriffene Markthalle. Dublin bekam die volle Gewalt des Sturmes zu suhlen. Das Gebäude der Blumenausstellung wurde zertrümmert u. eine große Menge werthvoller Pflanzen zerstört; Baume und Laternenpfosten wurden zu Boden gefchmettert. Bei Kingötown gingen mehrere Fischerbote unter. 17 Zelte des militärischen Lagers beim Vign house Fort wurden zerrissen und ih Inhalt m alle Winde zerstreut. Die Soldaten mußten m Hütten Obdach sur chen. In Cheshire und Nord" Wales hat seit Beginn der Woche fürchterliches Wetter ge.erricht. Montag srüh bcgann der Regen und dauerte' bis Dienstag Nacht. Der darauf sich erhebende Nordwestnurm steuerte sich tu einem Orkan. Die Ernte ist auf Tausenden ron Acres Landes völlig vernichlet. die Hatme sind dem Erdboden gleich. gemacht. Am Conway wurde eine Menge Heu fortgeschwemmt. In Tob geüy stand das Nasser zwei Fuß in den häufen:. In Sheffield demolirte der Sturm die neue C onzregationalist-n Kirche. daZ eiserne Dach derselben wurde buchstäblich abgehoben. Die Kirche sollte am 7. September eröffnet werden. Alle Gebäulichkeiten der Blu menausstcllunz in Newcastle , fiab um geweht worden, södaß die Ausstellung nicht abgehalten werden kann. In Kent ist der Hopfen vom Sturm und Regen vielfach geknickt worden. Der Verlust berechnet sich nach Tausenden von Pfunden Sterling. , r-' i. wm m i'iiiljil,"! fe Jiintfjlii'iLj tM. re.: i rtr.. 3. Feldgcschrci : Salem Aleikum. !
Eisenbahn Tabelle
Ankunft und Abgsng der verschiedenen Eisen badnzüge m Unien Tepot, Indianapetis. audaiia. Abgang Poüzug . . irirpreB . . 7. . . . Erpreß - Accomodation Erpreß 7 30 Vm 11 50 m 1 (X) Tim 4 00 Nm 7 Nm II w Nm 3 3) ?im 1 15 Pm 10 00 Am 2 50 ? m 5 20 Vm 7 45 trrprcjj ! MN-yres i?rpkkN ....... . . . j WrrnmrtSrtfirt Erpreß Schnellzug ... Accomadatio Elcveland, Cincinnati, Chicago und ?t. Louiö. Indianapolis und Eleveland Division. Abgang Erpreß 6A)Vm Expreß Expreß Limited Expreß . Expreß Ankunft Expreß ......... Expreß . . .... 9 35Vm ....11 45 Vm .... 3 SS Km .... 6 45 m . .. 7MPm ....II 10 Pm ....11 f,Vm .... SwRm ...!0 50Nm jcinmeo ujjpwjt... .... . Erpreß . Erpreß Er. LcuiS Division Abgang Expreß Limited Expreß... .... . Erpreß.... 7 30Vm 12 03 Nm SLONm 10 55 Nm 3 SO Vm 9 27, Vm Expreß, täglich . . . Ankunft Expreß täglich. iirprey . . Limited Erpreß 2 55 Vm Expreß..." 6 20 Vm Chicago und Cttkcinnati Division östlich. Abgang Schnellzug 3 55 Vm Äccomodation täglich 7 W Vm Accomodation 10 55 Vm Poftzug 3wUm Aecomod. (nur Sonntags). OORm Accomodation.., 6 45 Nm Ankunft Ztushville Aomodatlon.l0 3.1 Pm Postzug ; ....11 soPm Jndls Ace. (nurEonnt.).12 N Nm Accomodation S OO Nm Accomodation 10 4$tm Schnellzug 12 15 Nm Chicago und Cincinnati Division westlich. Abgang Accomodation 7 10 Vm Scbnell.Post 12 01 3tm Lafarzette Accomadation S 15 Nm Schnellzug 1Z 30 Vm Ankunft Schnellzug 3 LO Vm Lafayette Acconwdation ...10 45 Vm Schnellpost 2 M Nm Accomodation . . . Z 15 Nm . Peoria Division westlich. Abgang Expreß 7 45 Vm EMeß 12 03 91m Danville Accomodation 5 05 Nm Expreß 10 52 Nm Ankunft Expreß 3 15 Vm Danvme Accomodation. ... 10 40 Vm Expreß 40Rm Erpreß 6 35 Nm Peoria Diviston östlich. Abgang Expreß 3 35 Vm Accomodation 5 30Vm Expreß 3 05 Am Ankunft Expreß U 45 Vm Accomodation SOOVm Erpreß lO 30 Nm Lake Erie und Western. Abgang Erpreß 7 15 Vm Erpreß 120Nm Expreß 7 00 31m Schnell. Expreß 11 10 Nm Ankunft Schnell.Expnß 3 20 93m Erpreß lOSOVm Expreß LLONm Erpreß 20Nm Pittsburg, Eincinnati, Chicago und St. LouiS. JndiairapotiS Division. Abgang Expreß 4 45 Vm ColumbuS Accomodation.. . 9 00 Vm Erpreß 30QNm Richmond Accomodation. . . 4 00 Nm Expreß 530 Nm Ankunft-Richmond Accomodation SOOVm Schnellzug 11 40Vm Erpreß 12 50 Nm Accomodation 3 45 Nm Expreß 6 50 Nm Expreß 9 00Rm Chicago Division via Kokomo. Abgang Expreß Expreß , Ankunft Erpreß Expreß ....1105Vm ....U30Nrn ... 331Vm .... Z 45 Nm Louisville Division. Abgang Expreß 3 40Vm Louisville Accomodation. . . & 00 Vm Schnellzug : 3 55 Nm Accomodation 43) Nm Ankunft Accomodation 10 25 Vm Schnellzug 11 00 Vm Accomodation ß 00 Nm Spezial täglich WkNNm Cincinnati, Hamilton polis. und Indiana AbganüT-Erprev Cincinnati Accomodotion . . Erpreß . . . .' Expreß. Ervrek 3 55rn 10 45 Vm SwRM 3 30NM 30 Dn 9 15 Vm Ankunft Accomodation Erpreß . , .11 15 Vm Erpreß . , Erpreß . , Expreß . , 745 32m ....W55Nm ....12 35Vm ' ; Indianapolis und Vincennes. Abgang Expreß 7 3Vrn Vincennes Accomodation.. . 410Nm AnkunftVincennes Accomodationll 00 Nm Expreß 5 05Nm Cincinnati, Wabash und Michigan. Abgang Erpreß 630Vm Erpreß ..U 45 Vm Expreß 8 45Nrn Ankunst-Exoreß 11 10 Vm Erpreß. 500 3hn Erpreß I050 9trn ,znnlks etr ,,k yn-st 1 r'. " r,.v Abgang Erpreß 830 Vm Accomodation 4 20 Nm ' Schnell.Cxpreß Il00 3im Attkunft-Schnell.Cxpreß 3 30 53m Accomodatton 10 10 Vm Erpreß 4 45 Vm Louisville, New Albany und Chicagos Abgang-Exvreß .1240 Vm Expreß : 1135Vm Mono Accomodation. ...i. 520 Rm Ankunft-Expreß.. m 3 25 Vm Monon Accomodation .... .10 40 Vm Expreß 80 Nm 8 rwwrw ernri t mr tfkW Um f work. 1 7 nMlf u4 towto, br Imw ot VtiihH Mt. cf r l. b4 I Uff mm UxUin,w,krrwrwt tWy 6... Am? om u Ih. wwrlu Eujr t. Iwa. W tmnlih rrrUil V MM yom. Um rUk. T c irni nr tpwT uwiti, mr U fomt Um V tlr.irr)k 1W k u rutirnr ntm )4b4 knmt OudvIVa iww t wwrf wawkm. ad nn wsi neu iiwru. w au. Ibcklafc ra - rciaa mim wmmmg mm M 1 fmr rii IM unto. Ix ad twmeh jtm Hl t. 5 pM K AWUr Kf Vh
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