Indiana Tribüne, Volume 14, Number 336, Indianapolis, Marion County, 24 August 1891 — Page 2
' r'HKil!;1' s'-.mm-Ji ' "rl J.i.:.i-::.;..;-i!:t:''ii fck N lfeWU- S'Vlir'' 'r:1! r'i'iii ' : 1 ? '"' ' ' ' -' ' ' : : v ;. .,' . .;. ' , iÄraitJffi: 4s' : üS :C1 , y 'Ifiti "l! !':!!. tli. "f:;ili-f - '. '.
'UM mm. ' WtjE
1
in I.'.' 1 w . f. o. j ,v lH m iA
Jndiana Tribune. Erscheint 3C U g l i ch und 5 o n n t n g o. Die tZgliche. Tribüne" kostet durch drn Träger MCents per SSocke. Hz SonntasS-,Tridünr- 6 CenlS per Wecke. Beide ju'amincjt löCcr.tS oder KS CentS per Monat. P?r Post zugeschickt in VorauSbezuhlug ?S per Jahr. Ofsice : 130 Ost Maryland Strafte. Indianapolis, Ind., 54 August 1891. NegtrauSwanderung nach Liberia.
Eine neue Lösung der Negersrage isi in Washington angeregt worden ; dort ist vor Kurzem em Herr Benjamin Gaston eingetroffen, der als Sklave in Georgia geboren, im Jahre 187 nach Liberia auswanderte und seitdem dort gelebt hat. Seiner Ansicht nach ist Liberia das einzige Land, welches alle günstigen Bedingungen für Aufnahme der Nezerbevölkerung der Ver. Staaten enthält. Um das Unternehmen praktisch zu fördern, ist in Liberia selbst eine Ein-wanderungs-Gesells tast gegründet mx--den, als deren Bevollmächtigter Gaston fungirt; Arrangements zur möglichst billigen Beförderung der Auswanderer nach ihrer neuen Heimath und mit der jSinna Fller, Tenivster & Co. in Liver. Pool, welche zahlreiche Dampfer im afrikanischen Handel beschastigt, verew hatt worden. CapitSn John Murray ist in den Ver. Staaten im Interesse jener Firma thätig und Gaston bat bereits in einer Washingtoner Bank einen oewissen Betrag als Sicherheit oepo nirt. Wie er behauptet, hat sein Project im Süden unter den Negern enthusiastische Aufnahme gesunden; mehr, a's zwei Millionen seiner Stammes genossen hat ten sich sofort bereit erklärt, nach Afrika, dem Lande ihrer Vorfahren, zurückzu kekren. Tie Legislatur von Liberia, wie der Präsident Cheeeman, würden Alles thun, um die Einwanderung zu unterstützen. Land sei bereits resermrt worden, und die Einwanderer würden die günstigsten Lebensbedingungen fin: den. Man hoffe in Liberia, daß die Ver. Staaten selbst die Auswanderung Farbiger durch Verwilligunz der nöthigen Mittel fördern würden. Ein friedlicheZ Zusammenleben von Weißen und Farbigen im Süden fei nicht länger möglich ; der einzige Ausweg, um schwere Conflicte ;n vermeiden, sei. daß die Farbigen nach dem Lande ihrer Vorfahren zurückkehrten. Auch Murran kalt die Chancen einer neun Colonisirunz Liberia'S durch amerikanische Neaer für sebr günstia: da? Klima fei gesund, der Boden sehr fruchtbar. Schon die Mahagonn-Wälder lieferten reich- Erträge, außerdem könnten Kaffee und tropische Früchte aller Art gezogen werden. Tie Schiffe seiner Firma seien bereit, sofort mit Auswanderern abzugeben: die Reise von einem Hasen zwischen New ?Zork und New Orleans nach 2i beria könne in etwa siebzehn Tagen gemacht werden. Sehr pessimistisch verhält sich aber Ersenator B. K. Bruce, Urkunden-Re-gistrator für den Dntrict Columbia, dem Project des Hrn. Gafton gegenüber, das feiner Behauptung nach unter den Farbigen im Süden gar keine Sympathie findet. Die Farbigen in den Ver. Staaten dächten nicht daran, das Land, in dem sie geboren seien, zu verlassen; sie zögen wohl, wie die Weißen, von einem Staate" nach dem andern, aber außer Landes gingen nur sehr wenige. Seit dem Bürgerkriege sei dies der funkte Versuch, eine Massen-Auswan-derung von Farbigen zu organisiren, der ebenso, wie die vorhergegangenen, fehlschlagen wird. Seit siebzig Jahren fei Liberia colonisirt, trotzdem lebten dort jetzt nicht zwanzigtausend amerikanische Neger. Möglicherweise wür""den einige Wenige sich durch die Versprechunqen, welche Gaston mache, verleiten lassen, auZzuttandern ; das Gros der farbigen Bevölkerung werde sich 'dabei nicht rühren. Als im vorigen Covgresse 100,000,000 verlangt wurden, um alle Neger in den Ver. Staaten in den Stand zu fetzen, nach Liberia zu gehen, haben die Führer der Farbigen , vor demetreffenden HausausschusseVklart, sie wollten eine solche Hilfe nicht, und die Bill wurde darauf einfach fort gelegt. Der Präsident über die Geldfrage. Präsident Harrison hat auf der Durch' ' reise in Albany. N. F.. eine Rede über 1 die Geldfrage gehalten. T:e Bundes regierung. so führte er aus. habe gewisse wichtige Funktionen auszuüben, an denen das Volk ein allgemeines Interesse besitze. Eine davon fei die Pflicht, für das Volk Geld zu besor gen. mit, dem es seine Geschäfte abwickeln könne. Im fernen Westen stehe . man häufig unter dem Eindruck, daß New York als ein meist aus Gläubigern bestehender Staat geneigt sei. mit , den Schuldnern im Westen hart umzu gehen! So engherzige Ansichten dürften aber nicht die Oberhand gewinnen; das Gesetz des Handels möge selbst- , süchtig sein, die Smatskunst aber müsse auf breiterer Grundlage ruhen. Die Bundesregierung habe nach der , Ueberzeugung des Redners unzweifel- , haft die Pflicht, dafür zu sorgen, daß ' ! nur solches Geld in Umlauf gesetzt i werde, welches immer und überall vollwenag ai zeoer ouar, oo er nun aus Gold oder Silber oder Papier fei. müsse unter allen Umständen so gut wie jeder andere sein. Niemand könne wünschen, daß wir denr Beispiel früherer Völker und dem eines füdamerikanischen Staate s ber jüngsten Zeit folgten, d. h. Geld zu verausgaben, da stark entwerthet oder ganz une'nlösbar fei. Der Handwerker, wie der von den Geldcentren entfernt wohnende Farmer müsse ein gleiche Interesse und zwar das größte daran haben, daß j .der Dollar zu jeder Zeit im c;ahre 100 Cents werth sei. Wenn es ? nun ; aber einen minderwerthigen Dollar, gebe, so könne man sicher frin, ; daß.der arme Arbeiter mit diesem
oezadlt werden würoe. TeZyald fühle er der Präsident sich für verpflichtet, ein für alle Mal zu erklären, daß .der Einfluß der Bundesregierung stets dafür in die Wagschale geworfen werden solle, dem Volke nur gesundes Geld zu geben und zwar so viel, als es zu bekommen im Stande fei. Unser Land gehe einer frohen, gefunden Zukunft entgegen. Denn wäh rend Rußland die Roggenausfuhr ver bieten müsse, um feinen Bewohnern die Lebensmittel zu erhalten, während Deutschland, Frankreich und England jeden Bushel unseres Ueberschusses an Getreide abforbiren würden, hätte sich unser Land einer fo gesegneten, in jeder Beziehung unerhört reichen Ernte zn erfreuen, daß alle Klagen, die jetzt noch laut würden, bald verstummen würden. Wo jetzt in der landwirth'chaftlichen Bevölkerung noch Noth und Elend herrsche, werde bald Freude und Zufricdendeit ihren Eunui haken. Eu
ropa werde uns nicht nur das Gold, ras wir verloren, zuruageoen, wncern noch viel mehr dazu zahlen müssen. Dieser herrlichen Aussichten für die nahe Zukunft müssen das Herz eines jeden amerikanischen Bürgers vor Freude schwellen machen. Scheußliche Schwiegermutter. Ungleich jener bekannten Confections, dame Paula Erbswurst, welch? .nicht vorgreifen will", hat vor einigen Tagen Annie Kobatska. eine polnische Jüdin von No. L0 Hesterstr.. New York, die ihr versagten Rechte einer bösen Schwi ' germutter in einer so brutalen Weise vorweg genommen, daß man fast bedauern Möchte, daß hier weder das Lynchen im Schwünge, noch die Vrn gelstrafe mehr ein gefeyliches Zuch!Mlt tel ist. Annie theilte ihre Wohnung mit einer 20 Jahre allen Tochter Namens Esther, und einem Boarver von SO Jahren, seines Zeichens ein Schneider Namens Louis Friedmann. Louis erwies der Tochter mancherlei Auimerkiamketten. und auf Grund dessen beschloß dic Mutter, der junge fleißige Schneider, welcher fast gar keine reriönlicb?n Bedürfnisse zu haben schlen un se:b'l von seinem Hungerlohn auch noch einige Ersparnisse machte, müsse ibi Schwigerfohn werden. Auch Esther batte nichts dagegen, ihn zu heiratb?n. Ja. wenn man der Mutter glauben will. liebte sie ihn sogar. Esther würde näm lich roth, sobald man den Namen Fried mann oder Louis erwähnte, und kam Louis die Treppe hinauf, so erkannt? sie seinen Tritt und trat ihm schon in rer Thüre mit einem freundlichen Lächeln und hochklopfendem Busen entgezen. Louis aber ließ die Wangen Schön EstherS" roth werden, ihre troy aller Ungevutztheit weißen Zähne blitzen, ihre Lippen läch'ln und ihren hoben Hu?en noch höher aufwallen, ohne Esther nach Wunsch näber zu treten. Ein solcher Zustand der Dinge behagte aber der wouM -Schwiegermutter Kvbatskn ans die Dauer gar nicht. Sie beschloß deshalb. Friedmann ein wenig mit der Naie auf das Glück hinzustoßen. welches er machen könnte und irisch zu ergreifen nun vielleicht zu blöde war. So fragte sie ihn denn am Sonntag gr gen Abend diplomatisch: Louis, wie gefällt Ihnen mein Estberleben?" ..Guit. Worum soll se mer nick gefallen?" Sein Se vielleicht gar verlieb! in's Esthercke. LomS? ..Wie hätt' iach Szeit ßu so Närrische leiten?" Wo baißt Narrischkeiten? Glooben Se. iach werd wogen Äcein. als Ihr fe wollt heirathen?" Wn kennt iach denken ßu beirathen als ein armer Tailor und noch niicht ßwanzig Jobr? I wo werd iach denn?" Mrs.K obatsky wurde darauf wüt kzend. Sie regalirte den kaltherzigen Friedman eine Stunde lang erst mit Grün den. dann mit leisen, endlich mir strengen Vorwürfen und schließlich mit allen Schimpfnamen deS jüdifch-deutschen Wörterbuches. Bis dahin hatte Fried mann artig zugihZrt. nun aber riß ihm die Geduld und er versetzte: Wie haißt?schimpfenZsoll iach mer lassen ?DenkenSe ich ßahl meinenBoard,um ßu werden angeschrien und geschumvien? Wollen Se oashören? Oder soll iach nni ven morgen friah?Wer kann mer d ü'ei. wu iach kriea Freitag faule Fisch UNS am Jontess fast Schlag dazu?Friedmann suchte feine Kammer auf. Mit dem erhofften Schwiegersohn auch noch den Boarder verlieren? Nein, das war zu harter Undank für ihre wohlmeinende Absicht, und das sollte Friedmann büßen. Und während die ent täuschte Mutter und Koftwirtbin vor Aerger und Hitze schlaflos dalag, reifte ein fürchterlicher Nacheplan m ibr. Beim Morgengranen schon stand sie auf, besorgte vier Quart Milch, brachte diese zum Kochen, schlich sich alsdann in die Kammer ihres noch ruhig und nichts ahnend schlafenden Boarders und goß ihm die kochende Milch über das Gericht und den Hals. Mit einem Ausschrei sprang der unglückliche Friedman em por, um von wüthenden Schmerzen überwältigt sogleich wieder zusammenzusinken, während die Megäre ihm triumphirend zurief: Esok Nu iS des schaine Gesiacht wohl nifcht mehr glatt, wiees ist ge Wesen? Wollen Se nun noch mehr jüdiche Mädchen die Köpf verdrehn? Warum sagen Se nischt? Friedmann eiite, sobald er im Stande war, sich aufzuraffen, nach der nächsten Apotheke, um sich pflastern und verbinden zu lassen; es sieht aber aus, -als wenn er Zeitlebens gräßliche Brand narben über das ganft Gesicht und den Hals behalten wird. Richter Rnan ließ die Kobatsky sofort verhaften und obgleich sie versuchte, das Unglück auf einen unglücklichen Zu. fall zu schieben, hielt er sie Mangels $1000 Bürgschaft zum Proceß fest. N. Y. Volksztg. Zwei Eiszeiten? , Die vor etwa 20 Jahren entdeckte Hermannshöhle bei Rübeland im Harz liefert, wie die .Saaleztg. schreibt, fort und fort unerwartet zahlreiche und mannigfaltige Thierknochen bei ihrer fortgesetzten Durchforschung, um welche sich namentlich Vrofessor Kloos in
Braunlchweig em namhaftes Verdienst erworben hat. Immer deutlicher bestätigen diese untrüglichen Funde, welche die besagte Höhle als ein wahres Naturmuscurn der llrzcit unferer Heimath erscheinen lassen, daß der Harz, wie Deutschland überhaupt, zwei Eiszeiten zu bestehen gehabt hat. als bereits der Bcenfch vier wohnte, eine große und eine spätere kleine Eiszeit, in welcher letzteren das wie ein ungeheurer Eiskuchen von mehreren Heklometern Dicke aus Skandinaplcn über die Ostsee nach ötußland und Norddeutschland vorgeschovene Inlandeis" nicht ganz soweit gegen den Fuß der mitteldeutschen Gedirge vordrang als i.r der früheren, lnd daß zwischen diesen beiden EisPerioden eine Ze,t der Steppendürre .ingescha???.' war. Die Rele der ersten, also der großen Eiszeit bestehen in unseren Harzer Höh. len aus Unmassen von Bärenknochen; ant ihnen lagern in der Hermannshöhle zuianimen Slecttlheile des HirscheS und des Löwen (Felisi spelaea), mch einer Antilope (wahrscheinlich der VemZe). Die feucht kalte Klimanatur ux Uederzletscheruugszeiten ist namentlich angedeutet durch das Vorkommen son Resten deS LenlmingS, also eines ZkagerS. der noch heute die Tundraöden zm 'ismeergestade bewohnt. Hiergeyn lieferte die Herinannshöhle als Zeugen der auch die Harzumgebung, ja Zhelle dtt Harzes selbst für lange Jahrhunderte in das nur sommerliche örüu der Gräserstur kleitenden Steppenzei: Gebeine des Vieilhasen (eines ,pringmauäl,n!ich'n 'cagers, wie er in ZlZenge nvch jet die asiatischen und südost europäischen Steppen, bevölkert) unö des Ham'ters, der stets den Wäloern ausweicht und im Laufe der Zeit bei UNS aus einem Wühler in der Naturfteppe zu einem solchen in der Kultursteppe" ver Getreldeftlver geworden 'st. Von der wahnsinnigen Kaiserin. lillöjzlich des Anzriffs der Ex - Kaiim Etiarlolte von Mexiko auf die Königin von Belgien wendet sich die lcmeiue Theilnahme wieder der unglücklichen Charlotte zu. Einem Brüsieler latt sind die folgenden mteresfanxstt i'i in hinhingen entnommen: Die Fürstin ist im Vergleich mit dem bcct?gravlgen Exaltationsstadium, in dem sie sich früher befunden, zur Zeit in ei:ie Vkriode relativer Ruhe eingetreten, in welcher sie sogar der lichten Augenblicke nicht entbehrt. Sie fübrt ohne jede Traurigkeit auf Scklof; Bouchont das Lehen einer Schloßhenin, die den Beschlu gekaßt hat. sich nicht mehr von ihrem Besitzthum' zu entfernen. Nichts im Innern des Schlosses verräth die Geifteskranklieit der Fürstin. Ihre Gemächer sind mit Comson vnb erlesenem Geschmack möblnt. In irem Salon sind zahlreiche Kunstge genstände angesammelt, und man findet oarin sogar die illustrirten Pariser und Londoner Zeitschriften und die neuesten Erfieinungen des Büchermarktes. Kaiserin Ebariotte, welche die Musik leidenschaflllch liebt, bittet tätlich eine ihrer Elnendamcn. sich an's Piano oder Harmonium zu setzen, und gibt sich oft
! stundenlang dem Genuß der Töne hin. ?a die Schloßh?rrin von Bouchont ferner die Tafelneuden gar wohl zu windigen weiß, ist eine ausgezeichnete tt ücke damit b?ichästigt. allen ihren kuliilan'ch.'n Wünschen zn genügen. ?ic Kaiserin dinirt in der Regel in Gese'üchast von zwei oder drei ihrer Ebrendamen und d?m Gouverneur des Schlusses. Nach Beendigung des Makes unternimmt sie oft einen Spazierganc,. Ihre Toilette ist einfach, aber eleqant. Die strengsten Maßregeln sind ouf Befehl des Kinigs getroffen, um die müßige Neugier romNuhesitz seiner Schwester fernzuhalten. ' Da die jährliiie Prozession von Bouchout. an der die Kaiserin Theil nimmt, und zu der bisher die Einwohner in den $.'ark des Schlosses Zutritt erhielten, von einigen Reportern benutzt worden war, um in das verbotene Terrain rorzudringen, erajnq der Ve'ehl, daß die Bewohnerschart' fortan nicht mehr einzulassen sei. Tie Prozession, an der sich die Kaiserin mit iUxex Su te betdeiligt. wird gegenU'rtig im Innern des Parkes und in einer gewissen Entfernung vom Gitter adehallen. Bouchout liegt zwei bis drei Nil?meter von Lae'en entfernt; der Si rniq und die Königin begeben sich im Turck.ich!?i',t drei inal lm Monat dort bin. Tie Kaiserin Charlotte, die ge aenwärliz tv! Jahre alt lst. ertreut ttch t'.XtC J ausgezeichneten physischen Ge fnntcit, i.nd lein Zug in ihrem Gesicht zeiat die Verwirrung des Geistes an; si? kat edle Aussicht, ein hohes Alter zu erreich?. '.am KelZiaen Noc?. Man schreibt aus Trier vom 6. Anruft : Hcvte früh ift der heilige Rrck seinem Brbültniß unter dem Hanpti'ltar des Domes entnommen und in die Tomichavkammer gebracht worden. Ä i 18. August wird man die Neli.-ue auf einer Lstrade neben dem Hockalkar aufstellen. Zu derselben sübrk eine breite Marmonreppe hinan und eine anlere von ihr binnnter. Di N'liuie wird in ihrer ganzen Breite unv Länge enn'altet.den Gläubigen dar gkbctfn. Sie befindet sich in einem lichrzieii, mit weißer Seide auSzeschlaoencn Reliiuienschikin. welcher vorn rnen 'st. Um diesen Schrei wird eine konb''.re seidene Draperie mit goldene Bett n und O rasten angebracht. De Wallfahrern wird Gelcgenhkit geoeben, zum Besten des DomeS. welcher der Nesiaurirung dringend bedarf, ein Scherflein m opfern. Wie die geistlicheu Behörden. Z sind auch die Prwat leiite Tr-erS im Begriffe, ihre Vorbe-reit-ingen für den Empfang der Pilger jchanren zum Abschlüsse zu bringen. In den Hauptsiraßen sind fast alle Häw fer neu angefir;chkn worden, die Ladenfen'ier wurden vergrößert und zahl' reiche neue Läden angelegt. Etwa 00 Arircitfeuten ist eine Ccncessivn mm WinhschaslSbetrieb während der WallfabrtZzeit verliehen worden, ungezählte andere siellen für die Pilger möblirte Zimmer bereit. Allgemach sind auch die Andenken der Ausstellungszeit. welche von den Wl.
gern gekauft wervcn wuen, serttg gestellt worden. Zumeist sind es Me daillen mit dem Bilde des heiligen Rockes, dann auch die einfachen Bilder der Reliquie auf Seide oder Papier. Im Allgemeinen sind diese Andenken geschmackvoll und würdig hergestellt worden. Nur der ultramontane Haupt Verlag unserer Stadt, die Paulinus druckerei des Herrn Kaxlan Dasbach. hat es fertig gebracht, den heiligen Rock als niedriges Reklameschild zu mißbrauchen. Sie hat ein kleines Bild der Reliquie erscheinen lassen, auf dessen Rückseite sich Reklamen für Wirthschaften befinden. Das beißt denn doch den Geschäftssinn ein wenig zu weit treiben, besonders da es von Seiten eines katholischen Geistlichen geschieht. Von einer wirklichen Begeisterung, wie sie in Trier bei derHeiligthumsfahrt im Jahre 1844 geherrscht hat.vermag man herer nichts zu spüren. Während sich damals 1400 Trierische Bürger meldeten, um bei dem heiligen Rocke abwe.selnd die Ehrenmache zu halten, hat man dieses Jahr mit Mühe und Noth 1000 Herren zusammengebracht. Dabei zählt Trier heute fast noch einmal koviel Einwobner, als im Jahre 1844.
Bom Jnlanve. Auf originelle Weise hat Polizei'Jnfpektor Byrnes in New Fort einen Einbrecher auf frischer That abgefaßt. Einer Aovokatenfirma waren seit längerer Zeit schon kleinere Geldbe traze aus ihrem altmodischen Geldschrank abhanden gekommen und zuletzt lenkte sich der Verdacht auf den schnzedi' schen Hausmeister Otto Thunstrom. Burne's Leute befestigten nun an der Rückseite deS GeldschrankeS emen elek irischen Draht, den sie nach einem im unteren Stockwerk desindlichen Zimmer leiteten, wo sie sich aus die Lauer legten. Als nun der Leitungsdraht das Signal ertönen ließ, eilten die Geheimpolizisten treppaui. öffneten da- Zimmer der Ad. vokalen mit einem Nachschlüssel und erwischten den Hausmeister dabei, wie er eben einen gezeichneten LO-Schein aus dem geönneten Schrank nahm. Er wurde sogleich verhaftet und gestand ein. im Ganzen etwa $180 auf die geschildert ei,e gestohlen zuhaben. Den Schrank . 'alte er mit einem Nachschlüssel geöffnet. Adezina Patti. die Diva. kehrt nun doch wieder nach New Aork zurück. Aber sie wird nicht etwa in der italienischen Oper, d. h. im Metropoli tan Opera House. sondern in Concerten, die in der neuen Musikhalle stattsinden werden, auftreten. Andrew Carnegie haben es die New florker zu verdanken, daß sie nochiuals die Patti bewundern dürfen. Dieser Kunstmäcen hat den Kunstspeculanten Mayer und Stern die Mittel zur Verfügung gestellt, um die Patti für eine neue amerikanische Kun't' tournee zu gewinnen. Herr Carnegie stellte nur eine Bedingung, nämlich die, daß die Diva in New Aork in der neuen Musikhalle singen muß. Die PattiConcerte werden wahrscheinlich den glänzenden Reigen großer Musikauf führunzen, welche in der Saifon 1891 bis i8ir in der neuen Musikhalle statt finden werden, einleiten. In drei Tagen haben wir ebensoviel Meldungen von dem grauen erregenden Tode von Leuten gehabt, die im Luftballon aufstiegen, um sich mittelst des Fallschirms aus schwir? delnder Höbe herabzulassen der Fallschirm schirmte sie nicht vor dem Falle sie zerschellten alle Drei zu Brei. Von den Zehntausenden, die solchen Ex perimenten beiwohnen, würden wohl die Meisten nicht begreifen können, wie die alten Römer dem ungleichen Kampfe zwischen Gladiatoren und reißenden Thieren zusehen konnten sie würden es barbarischer, grausamer Schaugier zusckreiben. Ist es aber weniger bar barisch, weniger grausam, ist es nicht eine krankhafte Schaugier, die jene Zehntausend? treibt, den ungleichen Kampf deS schwachen Menschenkindes mit den elementaren Naturkräften mitanzusehen? Im Innern deS MenschenHerzens lebt ein Stück wilder Bestie jetzt wie vor 2000 Jahren. Durch die neue Verfassung reiht sich Kentucky den Staaten an, welche das australische Wahlsystem angenommen diben. solcher Staaten sind es jetzt dreißig, von denen 27 Ge sammt Stimmzettel lpben. während drei (9to ??ork. New Jersey und Con necticut) besondere ParteiStimmzettel beibehalten. Von den Staaten mit den Gesammt - Stimmzetteln haben 1 Stimmzettel, auf denen die Caadidate? alphabetisch, mit Angabe ihrer Partei rc.. aufgeführt sind, der Wähler alfo die Candidaten einzeln markiren muß, für welchen er stimmen will; in )1 Staaten sind die Candidaten nach Par reien gruvvirt, und der Wähler kann die Candidaten individuell markiren oder die Partei bezeichnen, für deren Candidalc cr stimmen "wjll. New Sork ist demgemäß einer der Staaten, welche in dieser Reform halbwegs stehe? geblieben sind. Dies beweist wenig Vertrauen der Staatslegislatur zur Intelligenz und Schulbildung seiner Wähler. Es stellt sich bei nähere: Untersuchung des Unglückfalls, welches in New Aork die Bärge Revuhlic" $e traf und wobei 13 Menschen auf egi setzliche Arr zu Tode gequetscht wurden, heraus, daß Jupiters Blitze und Donverkeile damit viel weniger zu thun hatten, als die frevelhafte Nachlässigkeit sterblicher Meyfchen. Das Fahrzeug ist jn Folge seiner Gebrechlichkeit von emem gewöhnlichen Sturmwind zer. trümmert worden. Die Bärge yRepiblic war bereits LS Jahre alt und' das Holzwerk des oberen Theils durchaus morsch und faul. Wohl hat rnan sie vor jeder Saison ein wenig angestrichen; aber gründliche Reparaturen wurden seit Jahren nicht mehr daran vorge'yyn:inen. Dje Myers Ezcursion & N? vigation Co." mochte auf die Ausbisserung des alten Kastens kein Geld mehr verwenden, schon deshalb, weil keine gY setzlichln Vorschriften hieS verlangten, Für Vcrgnügungs-Ercursionen war der al:e Kasten immerhin noch gut genüge Hatte er doch Jahr für Jahr Tausende von frohen Menschen gesund und muater an ihren ieweiliaen BestimmunaSort
geöracht. An die Thatsache, daß viele Legionen von Auszüglern in veständi ger Lebensgefahr schwebten, weil die morschen Balken eines TageS entweder von selbst öder in Folge eines Sturmes Zusammenbrechen konn-
ten, dachte die Gesellschaft freilich nich'. ES ist eine eigenthümliche, aver we,ivcr breitete Aunassuna dieser seelenlosen Compagnien, daß sie für die Sicherheit des Publuums nur rn pwett sorge tragen müssen, als sie vom Gesetze ausdrücklich dam verpflichtet sind. Wo, wie iu diesem Falle, seine Bestimmten, ähnlichen Aorickristen bestehen, wird es den Herren von der erwähnten Navi . . . f -1 mf- L . l. 4 fe 4 gülions -Compagnie iciaii gcuiau;i, iiuj zu entschuldigen. Es ist leider wahr, daß unsere Ver. Staaten-Jnspektions-Gesetze sich zunächst nur auf Dampsboote beziehen. ' Nach einer gerichtlichen Entscheidunz sind die ErcursionS Bargen davon ausgeschlossen. Wir können uns ungefähr erklären, wie man dazu ge kommen ist, diese Fahrzeuge sich selbst zu überlassen. Zunächst sino hier Kessel Explosionen aus naheliegenden Gründen nicht zu befürchtn. Auch befahren diese Bote nur stille Gewässer, wo in der Regel keine Stürme die Zchisssahrt gesährden. Sodann mag man sich gesagt haben, daß es im geschäfllichen Interesse der betreffenden öcavigationS Compagnien selbst liege, für die Sicherheit der Personen zu forgen, welche sich ihn' anvertrauen. Daß sie baufällige kvayrzeuge verwettden würden, welche beim ersten Windstoß über den Köpfen der Au-stügler zusammenbrechen daran dachten die Gesetzgeber nicht, wie sie denn überhaupt sehr oft die Rechnung ohne die Hab' sucht solcher Geiell'schaften rächen. Nachdem das Kind unter so traurigen Umständen in den Brunnen gefallen ist, wird man ihn hoffentlich zudecken. So mg auch dieses entfetzltche Unglück dazu beitragen, daß fürderhin die Ex-cursions-Bargen gehörig infpicirt werden zur größeren Sicherheit des Publikums, welches auf diesen Fahrzeuseine Erholungsucht. Vom Auslande. Eine Familiengeschichtl in Pnn 'ncen konnte mzn dieier Tage in einem Blatte der Umgegend Berlins le'en. Die erste Anzeige lautete: Ich wirne Jedermann, meinem Mann. Adolf Schulye, nichts zu borgen, da, ich nichts bezahle. Auguste Schulye. geb. Büttner". In der zweiten Annonce hat der angezapfte Ehemann das Wort, sie lautet: Auf die Anzeige meiner Frau, mir nichts zu borgen, warne ich. meiner Frau nichts zu borgen, da sie mir weggelaufen ist. Das Geld hade ich. Adolf Schulye." Darauf ergreift in einer dritten Anzeige der Solm des Schultze'fchen Ehepaares ' folgendermaßen das Wort Da meine Eltern. Büdner Adolf Schultze mi: Frau. geb. Büttner, sich getrennt haben und auf meinen Namen Schulden machen, so warne ich Jeden. Beiden nichts mehr zu borgen. Ich bezahle nichts mehr. Ernst Schultze. Kossäth." Nach etwa 14 Tagen erschien nunmehr folgende? vierte Inserat: Auf die Anzeige unseres Sohnes Ernst, unS nichts zu borgen, wird wohl Jeder lachen, der uns kennt. Wir haben nicht nöthig, auf seinen Namen Schulden zu machen. Wer seinen Kmdern gibt da? Brot, und leidet im Alter selber Noth, den schlage man todt. Amen. Adolf und Auguste Schultze, geb. Büttner." Da also Vater. Mutter und Sobn erklären, sich in günstiger Vermögenslage zu De finden, scheint in der Familie nur die Grammatik nothleidend zu sein. Ueber die telegraphisch bereits erwähnten Judenverfolgungen in Podolien ist dem Wiener Tagebl." folgende Drahtmeldung aus Brody zugegangen: Am 2. Juli Morgens hatten sich in Jelisawetqrad mehrere Taufend Bauern auS der Umgebung der Stadt zusammengerottet mit der Absicht, das Judenviertel zu plündern. Unter fortwährenden Rufen: Nieder mit den Juden!" Schlagt sie todt!" strömte die Menge gegen das Judenviertel. Der Pöbel drang in die jüdischen Geschäftsläden ein und bemächtigte sich vorerst der dort aufgestapelten Waaren. Man raubte, soviel man rauben konnte, und was nicht wegzutragen war. wurde einfach vernichtet. Damit hatte sich je doch die brutale Menge keineswegs be gnüzt. Nachdem die Läden auSgeplün dert waren, drang der Pöbel in die Wohnungen. Kein Möbelstück ist dort ganz geblieben. Was den Leuten unter die Hände kam. wurde zertrümmert, und was .nicht zertrümmert oder zersplittert werden konnte, das schleppte man fort, um eS in'S Wasser zu werfen. Die Bauern gnffen Jeden an, von dem sie vermutbeten, daß er jüdischer Ab stammung sei. Auf dir'e Weise wurden zahlreiche Personen schwer verletzt, andere trugen nur leichte Verwundungen davon. Drei Juden blieben sofort un ter den Handen der Plünderer todt. Mehrere Stunden lan dauerte das Wüthen d.ee Menge. Unbeschreibliche Scenen von Brutalität und Rohheit spielten sich während dieses Zeitraums ab. allein die Behörden schienen kein Auge fü? die? Vorfälle zu baben. Sie ließen den Pöbel ruhig schalten und walten. Hoch dramatisch lä ß t sich eine Mittheilung an, die von einer Berliner Lckalkorrespondenz an die Zeitungen verschickt wird. In jener Mittheilung wird der folgende romgN' tische Vorgang erzählt :' Zweiundzwon' zig Jahre sind es her, aü'wc dem Keller des Meister? N. eine elegante Equipage hielt, auS welcher eine Dame stieg, welche rasch in dem unansehnlichen Geschäftslokale verschwand. Tu dort gepflogenen Verhandlungen betrafen ein wenige Monate altes Kjnd, welches N. als eigenes annehmen sollte. Das Abkommen wurde zur beiderseitigen Befriedigung geschlossen und ein kleines Mädchen spielte darauf zur Freude der U'schen Eheleute in dem Keller umher. Jahr auf Jahr verging, die Kleine entwickelte sich zur blühenden Jungfrau und war der Stolz der biederen Handwerksleute, deren Ver hältniß zu dem Kinde diesem ein Geheimfliß blieb. Vor wenigen Tagen nun erkrankte Frau N. plötzlich; die jetzt zweiundzwanzigjährigeEmma hielt getreulich Wache am Krankenlager ihrer vermeintlichen Mutter, und als diele
ourch den Tod abberuten wurde, dawar es wiederum das junge Mädchen, wel ches nicht von der Leiche wich. Der Tag der Beerdigung war gekommen. Emma stand schmerzbewegt mit ihrem Pflegevater an der Gruft, aufmerksam den Trostesworten des Geistlichen lauschend, welcher besonders hervorhob, daß die Verstorbene mit größter Auforserung und Entsagung an der angenommenen Tockter Mutterstelle vertre
ten habe. Diese sicherlich gut gemeinte i Rede enthüllte dem trauernden Mädchen ! das Geheimniß und mit denl lauten Rufe: Vater, Vater, ist eS dern wahr, das ich nicht Dein Kind bin?" fiel sie dem zustimmend nickenden N. in die Arme. Sei! dieser Zeit war Emma wie umgewandelt, verl esz das Elternhaus und suchte als Dienstmagd ihr Fortkommen. Unlänzst hielt wiederum eine elegante Equipage vor dem N.'fchen Keller, weiche bald darauf mit einer vorneh' wen Dame und dem schlickten Meist dem Aufentbaljsorte des Mädchens zufuhr. N. hatte nach dem Vorgange auf dem Gottesacker nicht geruht, bis er die wirklicke Mutter seines Lieblings zu bewegen gewußt hatte, diesen wieder bei sich aufzunehmen. Das Wiedersehen zwischen Mutter und Tochter halte sich N. freilich anders ausgemalt, als es thatsächlich wurde. Emma um stcrte die reiche Dame, um ihr alsdann kurzwea u erklären: Sie haben kein Nccht mehr auf mich: denn wer sich um sein Kind 21 Jahre nicht kümmerte, kann unmöglich mehr Ansprüche auf ; dasselbe haben." Die Mutter mußte j unvcrrichteier Sache von dannen gehen, ! und ihr Üind bleibt in dienender StelI lung. B or ein lg e n T ag en wurde in Zsebely, wie man dem Pester Lloyd" aus Temesvar schreibt, ein dortiger reicke? junger Rumäne aus Eifcrfucht und Rache ermordet und sein Leichnam in der eutsetzlichsten Weise verstümmelt. Unter dem dringenden Verdachte der Thäterfchzft wurde u. A. auch ein sebeli'er Insasse Namens Marku Loikitzan eingesteckt, welcher jetzt im Gefäugnifse deö Cöakvvaer Bezirksgerichts ieiner Bestrafung ent.-egen sieht. Am ünnnrrt'i rttt hm itt ffimtnnr lO.l.l .ViltilUtJ. Ult .'1.114 VI UUljlUUllllt iBeiuch bei den Häftlingen gestattet war, kam auch die ,;rau des Loikiyan und brachte ihremMann nebst sonstigen E Waaren einen Laib Brot, welcher dem Ge ängnißwächter wegen seines außer ordentlichen Gewichtes ausfiel. Man schnitt den Laib entzwei und sand darin einen scharfgeladenen Kavallerie-Revol-ver, an welchem ein Zettel mit folgen dem Inhalt befestigt war: hast Du schon Teiner Familie diese Schande angethan, so warte wenigstens nicht, daß Du gehenkt wirft, sondern befreie uns von der großen Schmach." Selbstverständlich wurde die Waffe mit Befchlag belegt und eine Unterredung der Eheleute nicht gestattet. ou gutem 15 iu a kann der Abgeordnete Atkinson in London sagen. Tersclbe verließ an einem Abend das Unterhaus, ohne seinen Ueberzicher mitzunehnien, in welchem sich Banknoten im Wende von 13,000 Pfd. Sterl. befanden. Erst drei Tage später fiel ihm feine Unterlassungssünde ein und daran denken und in schnellstem Trabe nach Westminster sahren. war eins. Er be gab sich sofort nach der Garderobe, in welcher cr das Kleidungsstück zurückgelassen, und fand daselbst zu seiner Freude nicht allein dieses, fondern auch seins Banknoten 'in berührt vor. Ein ergötzlicher Vorfall pafsirte dieser Tage in der Berliner Universität einem Bruder Studio. Jn dieser Zeit wird von den Docenten ihren Hörern bescheinigt, daß sie ihre Vorles'ungen regelmäßig besucht haben. Bei einer Zahl von Professoren, yje esn gro ßes Auditorium baben, ist es nun unmöglich, den F!e,ß der einzelnen Sludi renken zu kcntrolliren und sie tcstireninfolge dessen fast allen, die sich darum melden. Auf die' Unwissenheit seines Lehrers rechnete auch der Held unserer Geschichte, or dem Auditorium deß Professors Knoblauch, bei dem er mathematische Vorlesnngen belegt hatte, gingen in der Freiviertelstunde einige Herren aus und ab. Hoffend, in ihnen Kornmilttonen zu sehen, wandte er sich an einem der Herren mit der Bitte, ihm doch rofesior Knoblauch zu zeigen, er habe t;i ihm Cellegia belebt, aber kcins cebört. kenne khn auch durchaus nicht. Trotzdem glaube r aber, der H?rr Pro fessor werde es gar. nicht wissen, daß er überhaupt gefehlt habe. Der Gefragte schmunzelt? und fagte, daß er den Pro fessor wohl kenne, und indem er höflich ren Hut lüftete, sprach er. fy berichtet die Staatsb.-Zg.", zu dem in Verle genheit ersterbenden Bruder Studio: Mein Name ist Knoblauch?" Daß ihm testirt wurde, glauben wir kaum. Aus Hannover meldet man: Eine eigenartige Jstdystrfe hat sich in Duderstadt seit mehreren Decei?nikn entwickelt, nämlich dieHandsckuFabrikation. Dieselbe beschäftigt in unserem Städtchen nicht weniger als 25 Handfchuhmacher und ca.. 100 Näherinnen. HaMchuysabruen beiieheu drei, zu denen jetzt noch eine neue tritt. Der irrsinnig gMordene SZentier K. in Esen drang mit einem Revolver in daß Postamt, bedrohte den entfliehenden Beamten und erschoß einen berbeigeeilten Gensdarm. f AuS Göttingen Se ator Frölkinz in Bildungen, woselbst er Heilung von seinem langen, schmerzhaften Leiden gebucht, gestorben Die Gewerbeschule ,n Harburg wurde im versiossenen J?hre von 425 Lehrlingen besucht, gegen 560 im Vorjahre. Der erste Spüteustich fijr den Bau des Tortmund. EwShasen'Canali ist dieser Tage zwischen Lingea 'und Meppen gethan worden.-. Ein geborener Meppfner, der das Gymnasium be sucht hat und .mit Windthorst fehr befreundet wsr, hat dem Direktor des Gymnasiums die Summe" von 25,000 Mark in 3 kinhilb yroc. Konsels Staatspapiere) zur Verfügung gestellt, um dieselbe als Windtkorst-Stn-tnng jener Anstalt zuzuweisen, und zwar zum Zweck der Heranbildung von Geistlichen bezw. Unterftützunz braver Kinder aus Familien des Wahlkreises Meppen zum Studium der katholischen yeolrgke. W. T. Brown, Advokat, Vanee Block, Zimmer 23.
Die
I llulilla
?? uttc ist das einzige Blatt in Ändiana, welches die ! Interessen des Volkes gegenüber der Macht der Plutokratie vertritt. Als Organ des Volkes und nicht einer Partei ober Parteiin tcressen kämpft sie unentwegt für Freiheit u. Recht auf allen Gebieten deS LebenS. Die Arbeit des BolkeS ist die Schöpferin alles Wohlstandes und daru,n wirken wir für solche soziale Ncformen, welche die Arbeit zur freudebringenden Lust, statt zur Niederdruckenden Last machen. Jeder fortschrittlich Gesinnte, sollte es alö moralische Pflicht empfinden Leser der Jndiana Tribüne zu sein. Daö reichhaltige Sonntags Blatt bietet eine Fülle unterhaltenden Lesestoffes. Der Abonnements Preis der täglichen Tribüne ist lUc, des Sonntagsblatts Je, beider zusammen Z.J Cts., per Woche oder 63 Cts. per Monat. Durch hie Post versandt, kostet das Tageblatt $3, das Sonntagsblatt $2 per Jahr, beide zusammen ßtt in Vorausbezahlung. rnrkfttchen aller Art werden rasch und billig ausgeführt, Eintrittskarten, Quittnngen, Constitutionen, Necbnungen, Gesckaftskarten, Briefköpfe, Zirkulare, Programme u f. w. für Geschäftsleute und Vereine werden geschmackpoll ausgeführt. i I Indianapolis, Jnd,
Trw
II
Eisenbahn Tabelle
Ankunft und Abgang in vcrschk'dkNfn triftn kahnziizk im Union Xcyrt, Indianapolis. Banda!ia.
Wgang Poftzng 7 30 3irt trjrprcfc 1 1 .7 Vin djrprcsi 1 00 Äccomodation I ) Erpresz .... 7 0U9im tyj-prcjj . . .. .11 ) Ute Ankunft Expreß ") Am Erpreß.. . ...... IZVm Accomodatio Umkiin Srxrek 2 5 Vm Schnellz-.zg ft)m Äecomadation 7 4', R:n Elcveland, Eincinnati, Ehicago und
St. Louis. Indianapolis und Elcreland Tivision. Abgang Erpreß. E?pre Erpreß Limited Expreß. . . Expreß.. ....... Ankunft Erpresi ....... Erpreß .. .... ... li.TOSrn ... SKttttai ... ll 4.V&N ... 3&)nt ... i4älV: .. 7 in) i!:t ...11 1, Vm ...II . . . 5 u v!m 10 ;7) Tan Limited Erpreß Erpres; Erpreß ict. ouis Dirision. . Abganzz Erpreß .. . . . ... .... . . 7 Vt) Limited Expreß 1 2 ftt Am öxpren rW5im Exxrefz, täglich 10 55 Ankunft Ervreß täglich 3 20 Wm Erpreß 9 25 tm Limited Expreß 2 55 Vm Expreß tt B) Vm Ehicajio und Eincinnati Division östlich. Abgang Tchnellttlg 3 Vm Accomodation täglich 7 03 Vm Accon:odatio 1) 55 Srn Psstzug 3 00 Nm Accomod. (nur Sonntags). ki M Nm ölcomodation . . . ! 45 Am Ankunft NusyviUe Vlceomsdation.ZV M Vm VoKm ll 'Wn Ittd'plÄ 81. (nur Sint.).l2 & m Äccoinodation . 5 W vim 10 43 Am 12 15 - westlich. 7 10 Pm VZ 01 5 15 Tan n WVm 3 tO V:n Acco:nodation ... Schnellzug Ehicazo und Eincinnati Division Abgang Accomsdation Shnell'Po't Laayette Äccomadalion Schnell zuq Ankunft Cchneü zu q Lafayette Accomodajion ... 10 45 rn Schnellpost Z 5-) Am Accomodation 0 15 Pcoria Division westlich. Abgang Erpreß 7 45 m 12 m Nm r or ?!m 10 h'l m 3 15 Vm 10 40 Vm Expreß TanviUe Accomodation Erpreß Ankunft Expreß Danville ölccomodatkon Exprey 2 40 Nm Expreß 6 Nm Pcoria Division östlich. Abgang Expreß 3 35 tm Accomodation 5 ) B:n Expreß 3 05 Nm Ankunft Expreß ll 45 Vm Aeeomodation 9 00 Tu Expreß 10 30 Nm Lake Erie und Western. Abgang Expreß Erpreß Expreß , . Echnell'Erpreß. . . Ankunft SchnellExxreß Erpreß . 7 15 Vm . l'W N m . 7 00 Nm .ll lOSta . 3 20Vm .lOWVm . 2 m Nm Erpreß . Expreß tt W Nm Pittsburg, Cincinnati, Chicago und St. Louis. Indianapolis Division. AbzanA Erpreß 4 45 Eolumbus Accomodation.. . 00 Vm Erpreß 3 tt) Nm Richmond Accomsdation. . . 4 00 Nm Erpreß 5 30 Tim Ankunft Archmond Aceomsdatwn M Wm Schnellzug . 11 40 S-rn Erpreß Z2 50Nm Aecomodütion 3 45 Tw Expreß 6 ?tm Expreß S w Rm Chicago Division via Kokomo. Abgang Erpreß , E?prcß AnkunftErpreß ...... Expreß ..1105 55m u 30Jijn 3 & m .. 3 45'M Leuisville Dirificn. Abzang Expres 3 40 Vm Louisville A ccornvda tio n . . . 8 ißj ?m Schnellzug 3 55 Nm Acc omo da tio n 4 3 i 31 m Ankunft Accomodation ; . 10 25 Pzn Schnellzug .'....UWPm Accomodation f iUrn Spezial täglich . .. 10 50 9'im Cincinnati, Hamilton uh Jndiana" polis. Abgang Erpreß Einkinnati Accomodotisn 3 55 T m w 45 Vm ÄOON 3 30 Tm Expreß Erpreß Erpreß . . ., 30 NM Ankunft AccomodAtion ,. 15 Vm ' Expreß 11 15 Vm Erpreß 7 45 3iM Erpreß ; 10 55 Wrn Erpreß ....NNP, Indianapolis und VjncfnneK. Abgang Erpreß ' . ., it"AWi-äiL AMfA 1 7 m Vm 4 losriß v v h v i-w k- v in v jy U4 i v l -t LMiunii knceimcÄUcwlttSdytisnl l m Nky Expreß.. Cincinnati, Wabash und Michigan, Abgang Erpreß Erpreß Expreß Ankunft Erpreß Erpreß Expreß ....,1145 tm Ö 45 ll 10 Vm 5 M i'irn 10 50 Rm Indianapolis, Dccstnr und Western. Abgana Erpreß Afco:r.2dazZott (3hniXürnsfK Bmtm ... 4Ä')m : : 11 ißi Rttj Ankunft !SchneÜ.Expretz 3A) m Accomodauon .-. 10 w T'm Expreß..... ..... 4 45Bm Louisville, Sie Albany und Chicago. Abgang Erpreß 12 40 7m t 11 N tKoiiid Llccpinsdatl? .... 6 W iiM Ankunft Expreß . . . .. 3 25 txn Monon Accomodation 10 40 t-m Expreß : N 20 Nm EY si rmr& I ear MWHn f wor, . niiliy (-! buuc-nib-f, 'ty that t tiMnr um., irmiro ol!. n4 Hl Yhiftf WH lurVitjF, lfm rh hm. Ans"-!' W ftirnih wfTibm. tail So nh. H , tmm rM tmm ilo ihr mik.. . t.mtv lo Imik yvat tni aNi,I, .rH yu, i,ns to th mvrk. ht I iinrcw jml tnnf. ou j.rful Mm k 17 workw. . Luoct r r.nt,r fron Hi , Mi nfhta4 upyvC, ftd narftr llttuijrt.uc furch jom. U n. f,Ujmnt ad ttwcfe y o k IU. No inti-a ut 1 (iaka W. M uiUnuim tmHtm TJl i:fc.O.f l.lXA, UUi,
mm
, 1 - ' 2 I I i ) fc if15' ? . .Uni! "ry' f ' 1 V I
JM - l
.. ;!!!; J t'"' 'f: '-iliH'Si.jli" ' ::,f"i V ;ii;:'.;fö',;i'!"!i,::.i i !"!!," .,:';;;::,;!,: ":'slij'ii"-j::E:"J,-:ji::": Ji?! r. ' ' ' " iiS Y.i. ?s ' Siwlt:Ä 1 i.i , ! "1 .;!: i'i: .: irilS ii',; SK'äf .:!'::: 3 ! eS. v:',-, C'ia1" :.;rf"; Jf t l I Äiivt'WiilWjrV'vli afilKiüftl 1 (T ,"i"--''Ti'' V.-..i:"--TT1'.'1??! i ti..:!:'1;: .iL: ':!: :: "'s . '"."Wn .?'"!: C" "i '" .ZJmSMÜ
X
