Indiana Tribüne, Volume 14, Number 307, Indianapolis, Marion County, 26 July 1891 — Page 7

ff Vii7n-'fin in V'-'-''-Zatecas. KZsuk JC'iRCiüi pc-Hfe&riefe an t5 Beil. TäV ZacaZecuZ, die erste wahrhaft große und wichtige Stabs, der wir unseren Besuch abstatten, liegt 2340 Meter über dem Meere ; was das zu bedeuten hat, wird man ermessen, wenn man sich er Jegeuwartigt. dah der höchstgelegene uirttich besuchte Ort Europas. Zt. Mo ritz im Engadin, nur 185 Meter h?ch ist. Der erste Blick auf die Stadt macht einen starken Eindruck. Jedermann,' der die hellen Häuser mit ihren flachen Dächern und den aufsteigenden schöngeformten TKür:nen, rings umschlossen von kahlen Bergen, die einen wellenformlgen Halbkreis bilden, Dar sich sieht, Muß sich die Tmpfindung aufdrängen, daß eine der uralten Knlturstatten des Morgenlandes vor ihm sich ausbreite. V?n den Bergen, die wir da vor ns fehcn. ist die Vusa. auf deren Höhc eins Wallfahrtskirche steht, die bedeutendste. Vom Zacatecas ans übt k freilich 'kein? allzu große Wirkung ; wird Man ihr aber spatrr durch die Bahn entrückt, und betrachtet man sie aus grSöerer Entfernung, so gewinnt sie an Mnieiiät. Der ianst aussteigende Berg it mit einem dürftigen Moos überzogen mnd wird von einem w'ldzerklüfteten Kamm gekrönt, der so intensiv grün gefärbt ist. daß es von unten wirkt, als sei die Höhe -mit dichtem Gehölz bestanden. Zacatecas gebort zu den wichtigsten Wilderstädten Mexikos, lieber dlsZah! der Einwohner schwanken die Angaben seh? erheblich, und bei dein gänzlichen Mangel an zuverlässigem statistischem Matttia! ist es unmöglich, sich hierüber genau Zu unterrichten. Die Mitthci'lunz, daß ZacateraS S0.000 Einwohner zähle, ist sicherlich übertrieben; es dürste kaum etVas :nehr als die Hälfte haben. Bis auf eine geringe Anzahl von 'stattlicheren Gebäuden, die im Centrum gelegen sind und mehrere Stockwerle besitzen, und oon denen ein knappes Dutzend sogar ein ganz groMädtisches Ansehen heben, sind die Häuser in ihrer ungeheuren Mehrzahl von unsagbarer An spruchs ksst gleit und Einfachheit. Sie bestehen eben' nur aus dem Erdgeschsb mit slackern Dach, das einige Zoll tiefer liegt, als die Mauern, und daher von ebener Erde aus gar nicht zu sehen ist, so daß sie öden offen zu fein scheinen. Mitunter sind größere Komplexe dieser jämmerlichen Behausungen von einer besonderen 'Mauer, die etwa dieselbe Höhe hat wie die Wohnstätten selbst, eingefaßt, und s) wirkt die Stadt wie eine Ansammlung kleiner Festuizgen. Dis aniecikanischcn Holzbauten sind nun ganz und gar geschwunden ; hier haben wir nur noch, abgesehen von den wenigen massiven steinernen Gebäuden, die ÄdobeS, die aus feuchtem Lehm zusaMmengekneteten Buden, die die Sonne Msdörrt, backt, wetterfest macht, und die mitunter noch mit Mörtel beworsen und mit einer Tünche hellfarbig angestrichen werden. Besonders beliebt sind die schreiend bunten Farben: hellblau, zeisiggrün, saffrangelb, rosa. Von kunstsinnigen Jndranern werden d:e Hanger auch mit unter mit buntenStreifcn oder mit würselartiger Ornamentik geschmückt. Die meisten tragen eine Äusschrist. Sie führen oft poetische und patriotische Namen: Blumenkönigin, Maisonne, Äbendkühle, Minnesänger, Mexikanische Tapferkeit, Vaterland, Freiheit. Der Name ist meistens das Schönste an ihnen, ja das einzige Schone. Sehr viele dieferAdobes haben nur einen ein zigen Raum, in dem die ärmlichen Infassen mit ihrem Vieh einträchtiglich zusammen wohnen, essen und schlasen. Die Begüterten, die sich wenig oder gar nicht zeigen, haben ihre Wohnstät ten nach dem Muster ihrer spanischen Herkunst eingerichtet, mit dem mehr oder minder hübsch geschmückten Pa tio", dem freien Hofe in der Mitte, ans der alle Wohnräume münden. Die Stadt ist auf sehr unebenem Bo den gebaut, die Stragen fallen und stei gen unablässig. In Folge dessen ge Hort das Vferv hier zu den Seltenheitm; mzn sieht fast nur Maulthiere und Esel. Es ist auffallend, wie Zacatecas trotz des ungeheuren Silberreichihums des Bodens den Eindruck des Erbärmlichen, Dürftigen und der Proletariernoth macht. In der Stadt merkt man von diesem Reichthum wirklich nicht das Geringste. Es ist mir nicht ein einziger Privatbau aufgefallen, der auf ein erhebliches Vermögen schließen ließe. Die reichen und wohlhabenden Leute, deren es doch unbedingt hier geben .muß, und auch die Angehsrigen des Mittelstandes scheinen sich hier zu der'kriechen; man wird ihrer Anwesenheit wenigstens nirgend gewahr. Die Leute, denen man aller Orten begegnet, sind ihrer ganzen Erscheinung mach arme Schlucker, die mit Mühe und Noth ihr Dasein fristen. Es sind wohl nur schlecht bezahlte Milienarberter, die die paar Realen, die sie in überharter Arbeit verdienen, am Abend in der Spielholle möglichst schnell wieder los zu werden . beflissen sind Am Markte sah ich mehrere dieser verdäch tipzt Lokale, die denen in San Autonis wie ein Ei dem ander gleichen. An gutem Trinkwasser scheint hin kein Uebersiuß zu sein. Der große Brunnen auf einem der öffentlichen Platze ist vom frühen Morgen bis zum Abend dicht umlagert. AuS der Leitung ergießen sich echt Wasserstrahlen in ein weites Becken, daS von einer niedri gen Sandfteinmauer umschlossen wird. Ueber dieser gemauerten Rundung liegen nun bäuchlings hart aneinander gepfercht Männlein und Weiblein, den Kops nach unten gebeugt, mit der linken Hand sich stützend und mit der rechten in einer eigenartigen Schopfvorrichtung, einem halbgeöffneten Kürbis mit einer breiten löffelartigen Anfügung das angesammelte Wasser auffangend. Das Waffer steht nämlich in dem Beb ken, das demLande zuetwas abfallt,

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sehr sticht. Sobald nun genug zuge-' flössen ist, um den Kürbislöffel zu füllen, wird es geschöpft nnd in das bereitgehaltene Gefä entleert. Es ist eine schwere, mühselige Arbeit ! Die Gefäße, in denen daS Wasser vom Brunnen weitergebracht wird, sind entweder viereckige geschlossene Eimer aus Zinn, die nur eine ganz kleine Oeffnung oben haben, und hie von den Trägern auf Querhölzern, an denen die Eimer befestigt sind, weitergeschleppt werden unsere Dienstmädchen aus der Zeit vor der Wasserleitung wissen von dieser anstrengenden Beförderung des nöthigsten Haus Halts bedürsnißmittels ein Liedchen zu singen , oder es sind große irdene, schöngeformte Behälter, Basen, die an das tiefste Alterthum erinnern, wie man sie auch heutzutage lrsch im Orient zu sehen bekommt. Die Türken tragen diese Gefäße uf dem Kopf, die Indianer und Indianerinnen auf der linken Schulter. Der Anblick des Marktbrunnens, dessen breite Rundung von diesem dich' ten bunten Kreise, vornübergebeugter Menschen gebildet wird, gewährt einen sehr eigenthümlichen und malerisch interessanten Anblick, ein farbenreiches, befremdliches Bild. Und wie die Gesammtheit, so fesselt auch jede einzelne Erscheinung durch ihr charakteristisches Aeußere unsern Blick. Es ist eine stupcnde Zerlumptheit und Unsauberkeit, die sich da in den Straßen vonZacateeaA herumtreibt oder vor den offenen Thüren der Jammerbuden herum lungert. Hat man einmal das Gefühl des Widerwillens, den der Schmutz nnd die Zerfetztheit ernfloßen, überwun.den, fo bemerkt man, namentlich unter den Weibern, auch manche wirkliche Schönheit: die großen, von schwarzglänzenden Lidern umsäumten Augen. das tieffchwarze üppige schlichte Haar, in dessen kunstvoller Anordnung sich mitunter die weibliche Eitelkeit verräth, und die wundervollen weißen Zähne. Und selbst die Kleidung ermangelt nicht einer Art von besonderer Anmuth, wenn man eben alle Ansprüche aus Appetttlichkeit fallen läßt. Das schlampige helle Kattunkleid, unter dem nicht viel andere körperliche Hüllen verborgen zu sein scheinen, umschließt knapp den unteren Theil der Gestalt. Der obere wird von dem dunkelfarbigen Umfchlagetuch. dem Reboso, das über den Kopf geschlungen bis zur Huste hinabreicht, bedeckt. Es ist die Entartung der von Spanien hierher verpflanzten Mantilla. Die schäbigen, verwitterten und zerrissenen Tücher, die ursprünglich wohl meistens schwarz gewesen zu sein scheinen, werden mit einer gewissen Talmi-Grandezza über den Scheitel ge zogen. Sie sind zum Glück ziemlich groß und bedecken viel. Denn wenn der Zufall ein solches Reboso lüftet und das, was die zerlumpten OberZleidei nicht bedecken, sichtbar werden läßt, f segnet man die dunkelfarbige Umhül: lung, die gnädig mit Nacht und Granen bedeckt, was der fremde Mann zu schauen nimmer begehre! Auch die Männertracht ist sehr pitto resk. Die der Aermsten und Anspruchslosesten besteht einfach aus eine, ursprünglich weiß gewesenen Jacke unt einer gleichfarbigen bauschigen Pluder Hose, die an der Hüfte durch einen Gurl festgehalten wird, einem Strohhut von lächerlichen Dimensionen und Sandw len. Die eigentlich mexikanische Tracht ist viel reicher und anspruchsvoller. DaS Nationalkostüm ist ziemlich kostspielig und wird deswegen auch rnit einet Gründlichkeit aufgetragen, von der wir uns in unserm Lande gar keine Borstel lung machen. Aztekische Stutzer unt solche, die es sein möchten, tragen eng anliegende, bis zu den Knöcheln herad hängende Beinkleider von gelbem Leder, die an der Seite mit farbigev Streifen, mit 'bunten Verschnürungen, mit schwarzen Stickereien oder, wen sie bosonders elegant sind, mit einet metallenen Ornamentik, bisweilen so gar aus echtem Suber, besetzt sind, manchmal mit umschnorkelten Knöpfen, manchmal mit Haken und Oesen, die in mir die Vermuthung hervorgerufen haden, daß diese Beinkleider an der Seih geöffnet und geschlossen werden. Dazu kommt eine dunkle Weste und das gleich farbige kurze jackenartige Röckchen, dii ähnlich wie bei den Rumänen und Bul garen mit einem wollenen Wulst und schwarzem Schnürwerk eingefaßt ' sind. Besonderen Werth legt der Mezikane, auf den Hut eine Kopsbedeckung, roii ' wir sie nur von den Karikaturen geckew haster Pfuschmaler her kennen; ganz unvernünftig hoch, zuckerhutartig nach ; oben zugespitzt und mit mächtige. Krämpe. Diese Krämpe ist mit breiter Schnüren oder mit Silberdorte umzogen, und um den Deckel sind dicke Kor .deln, gewöhnlich ebenfalls aus Silber. geschlungen. Dieser riesige Fuzhnt ii auch sonst noch mit Silberstickereien, tu zum Theil sehr kostbar sind, und bisweilen sogar an den beiden Seiten mit großen silbernen Initialen in grotesker Weise geschmückt. Das Charatteriftische der mexikanv scheu Männertracht ist aber das Sarape. die große wollene Decke, die gewöhnlich einen Schlitz in der Mitte hat, durch den der Kopf gesteckt wird. Der Mer satter, wie er im Buch sieht, schleppt daZ Sarape beständig mit sich. Entweder wirft er es über die Schulter oder et mummelt sich ganz darin ein. ES ip eine wollene Reisedecke in schreiender Farbe und mit abfälligem Muster. Als Grundfarbe ist besonders scharlachroth beliebt, als Muster an den Enden eine gestreifte Verbrämung in bunten Far den und in der Mitte verschobene gezackte Vierecke. Die meisten rothen oder violetter, Decken, die die schwarzen Teufelskerl, mit unleugbarer Gewandtheit zu tragen wissen, mit denen sie den rechten Arm halb, die Brust ganz und bisweilen auch noch dm Hals und das Gesicht bis zu, Nasenspitze verhüllen, oder die sie übet die Unke Schulter theatralisch protzig herabfallen lassen, 'geben dem belebten StraßmWdeetwas ungemein Lebhaf. ' - W in..... ' 0

M, arbiz Eigenartiges. Bon einer gewissen Entfernung aus betrachtet sieht das Gefindel in der hellen Gewandung der Einen, den dunklen Trachten der Anderen, mit den grellen, schreiend roihm Tupfen dazwischen, ganz famos aus. In der Nähe macht es freilich einen weniger erfreulichen Eindruck. Die Zahl der Krüppel, der Blinden und Lahmen und besonders der durch Pockennarben Zerfetzten oder, mit widerwärtigem Aussatz Behafteten ist erschrecklich groß. Und, dieser Schmutz! Diese Lumpen! Dabei schreiten diest Schnorreros" mit einer Gravität da. her, als ob 'e die Herren der Welt wa ren was freilich nicht verhindert, daß sie, gerade wie ihre Eroberer aus der Iberischen Halbinsel, sobald sie den Fremden wittern, sofort die Hand aus' strecken. Die Kerle machen allesammt einen Eindruck, der nicht ganz geheuer ist. Man hat die Empfindung, daß nichj gut mit ihnen Kirschenessen ist. Got, verzeih mir, wenn ich ihnen Unrecht thu' !" beeile ich mich hinzusetzen. Ihn tiefbraune, fast schwarze Gesichtsfarbe, .die scharfgeschnittenen Züge, das raben schwarze volle Haar, die dunklen blitzen, den Augen und die sonderbare Tracht, die an Rinaldo Rinaldini gemahnt, Alles das läßt in dem Fremden den Drang freundschaftlich gemüthluher Annäherung recht schwach wirken. Für das wenig geübte Auge des Landes--unkundigen unterscheiden sie sich, die vielleicht grundehrliche Arbeiter und kreuzbrave Menschen sein mögen, von den erweislichen Hallunken und Misse thätern fast gar nicht. Und auch von dieser Sorte wurden uns einige Dutzende in Zacatecas vorgestellt. Hier war jeder Zweifel ausgeschlossen. An der militärischen Ehrenwache zu Fuß und zu Roß, die diese dunklen Herren begleitete, erkannten wir ohne Mühe, daß sie zu Jenen gehörten, denen unser Dichter die Worte in den Mund legt: Denn. Dich kalt zu machen ist mir Wurscht." Die Gefangenen werden in Zacatecas nützlich verwerthet. Sie unterhalten die öffentlichen Verkehrsstraßen, sie werden für die öffent lichen Bauten zur Arbeit herangezogen. Augenblicklich bauen sie nn großes Theater. - Die MrußeterchaNrz dürfte sie, nach dem Zustande der V kehrswege in Zacatecas zu urtheile, nicht besonders anstrengen. Die

Zwangsarbeiter, denen wir begegnete, sahen kreuzvergnügt, aber ganz schauverhaft unheimlich aus. Gesangmy tracht gibt's hier zu Lande nicht, den Meisten hingen die Fetzen vom Lnbe. Einige waren mehr als halbnackt. Aber sie machten sich offenbar nicht vtel daraus und waren ganz und gar nicht zerknirscht nnd reumuthlg. De neu, die sie angafften, schnitten sie Ge sichter und streckten ihnen die Zunge heraus. Man muß bis in das Innere der Stadt vordringen, um sich den Anblick einiger ansehnlicherer Gebäude zu göm nen. Da ist vor Allem bemerkenswerth die mit sonderbaren grobsinnlichen Skulpturen geschmückte Kathedrale, ein Bau aus röthlichbraunem Backstein, sowie das imposante Zollhaus: die Aduana". Da find auch unter den oe deckten Arkaden die schönsten Läden der Stadt, unter denen einige wirklich recht hubzch und sauber gehalten sind, und das sind erfreulicherweise gerade die der deutschen Kaufherren, deren es übrigens nur tehr wenige hier gibt. Der weitaus reizendste Punkt der Stadt, ist die sehr freundliche, sorgsam gehaltene onentltche Anlage, die Ala meda, mit ihren schattigen Bäumen. einem Pavillon für Musik und einem Brunnen mit fließendem ZJasser. ES ist ein lieblicher, überaus angenehmer Aufenthalt. Da fühlt man sich leicht der Umgebung der schwarzen unhemm chen Gesellschaft und der pockennarbigen Werber rn Lumpen entruckt. Der, sau bere Weg, die grünen Bäume, die Ruhe, der Schatten versetzen uns wie mit einem Zauberschlage weit weg von der staubigen fonnegluhenden Wahrheit, in die kältere Zone einer feifenfreudigeren Gesittung und der Heimath mit ihren redltch verausgabten Kommunalsteuern. Außer der Alameda ist die Stadt, wie ihre Bewohnerschaft, hauptsächlich aus die Wirkung aus der Ferne berea net. Diese buntfarbigen Modehäuser sehen von Weitem überaus malerisch und interessant aus. Wie sie da mit ihren slcchen Dächern den unebenen Boden hinanklettern, diese Lehmqua drate auf unser enropärsches, Auge wirken sie wie eine von femduchen Ku

geln zusammengeschossene Citadelle, wie angelangt, bemerkte sie erst, daß sie in ein Häuserhausen mit medergebrannte?! der Eile die Brillantbroche im SchneiDächern. dergeschäft veraessen hatte, und beaad

Wkoderne Krankheiten. In einem interessanten Feuilleton deS Vudap. Tagebl." über moderne Krank' heiten" erzählt der Verfasser Gras Nikolaus Bethlen : Graf B. wohnt in Pa. ris, aber einige Monate im Somme, weilt er in Ungarn. Er erzählte mir unlängst über die Morphinomanie der Pariser Frauen Folgende: ist kein Geheimniß, daß zahlreiche Pariser Da mn stets eine kleine elfenbeinerne Spritz mit sich tragen; in diesem .erlichen BiM" ist Morphium enthalten, und man kann oft bemerken, wie die Damen ganz ungenirt bei jeder Gelegenheit daS rleine Bijou ergreifen und sich mit dem. selben einen Stich m den Arm versetzet Aber Salb genügen diese kleinen Stiche Nicht mehr, um die Nerven der ' Mor. phium-Damm zu animiren ; die Dosis ,st zu klein. ' : Nun heißt es, die in neuester Zeit etablirten Morphium-Jnstiwte aufzusuchen, wo die alten Frauen unter dem Namen: les morphineuses", ihr, Handwerk treiben und den Damen die Stiche nach allen Regeln der Kunst in Arm und Brust versetzen. Unlängst bat mich eine bekannte Dame, sie m eine dieser geheimen Anstalten' zu begleiten ; ich fügte mich ihrem Willen und sah dort haarsträubende ; Dinge. Wir fuhren in ein entlegenes Quartier ; ander Ecke einer finstern Gasse lieh die Dameden Wagen tzaltm: wir stiegen 1 '"" m hi .

i I rVffi! VIHüh-h : - US und gmgen zu Fuß weüer. Veacy 'beiläusig zehn Minuten erreichten wir em einsam gelegenes HauS. Nach Um gerem Läuten wurden wir eingelassen, aber unter dem Thore mußte die Dame ihre EmpfehlungZkarte vorzeigen.' ; Endlich wurde uns daS Appartement der Morphineuse" geöffnet. Wir Pas sirten einen langen, schmalen .'Gang und traten dann in ein großes Zimmer ein. In der Mitte desselben stand ein großer eiserner Ofen, dessen röthliche Gluth die einzige Beleuchtung des Gemache hlU dete. Um die Mauer ringsherum stajt den gepolsterte Bänke ; ich erblickte aus denselben mehrere Frauen sitzend oder liegend; sie boten einen abstoßenden Anblick ar. Ihre Augen waren trübe, ihre Ge sichtsfarbe fahl und blutleer ; sie sahen einander an, ohne zu lächeln, sozusagen tedankenlos, nd machten dabei zuckende Zewegungen, die ich mir nicht erklären konnte ; die eine hatte eine erloschene Ei garette im Munde und bewegte die nackten Arme rn der Lust ; die andere Us velte unverständliche Worte vor sich bin und schrie dann nnd wann so laut ach daß mir das Blut rn den Adern stockte. Eine reichgekleidete Blondine hatte den oberen Theil ihres Kleides ganz offen und preßte die Hände an ihre weiße, ab gemazerte Brust. Plötzlich öffnete sich eine Seitenthüre; es strömte helles Licht vom Nebenzimmer in das unheimliche Gemach, ern wunderschönes Weib eilte in leichten Sprüugen durch das Zimmer. Ihre Lippen waren pmpurroth, ihre Auen blitzten und glänzten. Auch ich werde in einigen Minuten so schön sem," flüsterte mir meine Dame in's Ohr und zitterte vor Ungeduld. Alle grauen erhoben sich und stürzten wie Furien bis zur Schwelle des NebenznnmerS ; dort erschien ein altes Weib mit ber Lampe in der Hand; sie war in einen lten indischen Sbawl eingehüllt und blickte mit Wohlgefallen dem forteilenden schönen Weibe nach. Mich ! mich!" lchrieen die Frauen und stießen einander mr Seite. Endlich nahm die Alte eine der Frauen bei der Hand und führte sie in's Nebenzimmer. Als sie dte Thüre schloß, hörte ich noch rufen: Wenigstens drei Stiche, Frau Clara, wenigstens drei Stiche in Arm und Brust." repromanse. Eine pikante Ehansonettensängerin, die auch in der Berliner Lebewelt bekannt ist. und die Gattin eines reichen, angesehenenWiener Bürgers werden sich demnächst m Wien vor dem Strafrichter gegenüberstehen. Die Bürgersfrau als Diebin, die Ehansonettensängerin als Zeugin und Bestohlene. Es ist ein interessanter Fall oder mehr etn Anfall von Kleptomanie, um den es sich handelt. Eme Dame, welche sich bei Allen, die sie kennen, der vollsten Achtung ersreute, hat sich wegen Entwendung einer werthvouen rMantoroche vor dem Richter zu verantworten. Es ist qeradezu unfaßbar, daß die Frau, die über so retchuche Geldmmel venuat, um sich Schmucksachen anfzuchaffen,ohnedabei die m.iZk uiat ; :c ... jpinsUruyfr vh.,m ,lvltl4Utig glxrn gu müssen, daß diese Frau zur Verbrecherin werden und sich fremdes Eigenthum aneignen könnte. Und dennoch ijt es o. Die glitzernden Brillanten, welche die Dame vor sich liegen gesehen, haben auf sie eine solche Anziehungskrast geübt, daß sie der Versuchung nicht zu widerstehen vermochte und die werthvollen Steine heimlich verschwinden ließ. Sofort wurde der Verdacht rege, daß nur die Frau die Diebin sein könne, und die Beweise dafür waren so gravirend, daß ein weiteres Leugnen von Seite der Beschuldigten vergeblich gewesen Wäre und diese alSbald der Beschädigten das reumüthige Geständniß machte, die Thäterin zu sein. Vor Kurzem, so erzählt das Wiener Extrablatt", besuchte die ehemalige Chansonettensängerin Frl. Cäcilie Schuhmann das GeZchästslocal eines DamenkleidermacherS uf dem Getreidemarkt. Beim Anprobiren der neuen Toilette legte die Sängerin ihre Schmuckgegenstände, darunter eine Brillantbroche, die bei einem Wiener Juwelier um den Preis von 1000 Gulden gekauft wurde, ab. Während dieser Zeit trat eine elegant gekleidete Dame, die Gattin eines im Rathhausviertel wohnhaften Geschäftsmannes, Frau S., m Begleitung ihrer zwanzigjährigen Tochter m das Local. Frl. Schuhmann drückte dem Kleiderkünstler über die neue Robe! ihre Zusriedenheit aus, kleidete sich dann wieder rasch in ihre Straßentoilette, raffte ihre v . - f.:pr. rn.. ' au vem ijcge rin ceoenzimmer uegen den Schmucksachen zusammen und end lernte sich. Vor dem Hause imtt I f. JL c t ..m sw . sny mieoer oaym zurucr. AUs ver Treppe begegnete sie der Frau S. Der Schmuck fand sich vben , nicht Frau S. und Tochter waren die einzigen Personen, die seitdem im Zimmer gewesen. Man , folgte 'ihnen, vorsichtig. Eine längere Beobachtung ergab, daß Frau S.' den Schmuck in ihrem Hause in einem Winkel des Kellerfensters ' verborgen hatte und Abends kam, um ihn zu holen. Sie . wurde vom Schneider und Frl. Schuhmann abgefaßt. DaS Gericht wird sich demnächst mit dem traurigen Fall offenbarer Kleptomanie besassen, die freilich vom Gesetz alS Krankheit nicht anerkannt wird. H Nöderne nnspeklung. ü BürgerbrSH Spatenbrart, ! Ealifornischer Wein, ' Czarda aus Ungarland, Wirthschaft aus Kram; ' "I : Holländische Schnapsboutique, : ; Chinesischer Thee. . i " Altdeutsche Trmkstub', , Us s -mt' fni"- ( , ,, Wtener Case; ! ' ' Zanzibar-Kneipe, ' ' ; ' " t iV'N ' fRisfrft;.r.nV 's. ,,W (vkv.v-. - :,,, Und dann a', klein'S bisserl '!' ! i'iijiijir S;:!' ä Im M B e sch eid en e s M'MttV Lxpeditor : Ba waren Sie heute den zanzen TagColporieur: Jch hat? li Abonnenten sesamelt.

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-Mii.i-.Slä'ihte-.N' Die Krisis. lCkizxe don iti W&Xtt. Er hatte den Arzt hinausgeleitet und kehrte nun in die dunstige Atmosphäre des Krankenzimmers zurück. Hüten Sie diesen Schlaf Ihrer Frau gut, Sie hüten ihr Leben! In diesem Schlafe , wird sie die Krise überstehen, schreckt aber irgend etwas sie auf, so ist daS Schlimmste gewiß." ; ,Das klang ihm noch in den Ohren, und auf den Fußspitzen gehend, schlich er geräuschlos an den Tisch, drehte dik Lampe' herab, und setzte sich dann aus einen Stuhl.der abseits vom Bette stand, von dem aus er jedoch die Kranke beok achten konnte. Ihr gelblich blasses, eingefallenes Gesicht, von den wirren schwarzen Lokken , umrahmt, schaute wie das eine? Wachsfigur aus den Kissen heraus ; nut daS zeitweise Vibriren der Nasenflügel verrieth ein schwaches Leben. Die durchsichtigen kleinen Hände, welche vor wenig Stunden noch im Fieber gezuckt,ruh ten matt geschlossen auf der Decke. Schreckt sie aber irgend etwas aus, so ist das Schlimmste gewiß!" Das Stimmst! Wäre es denn et. was gar so Schlimmes, wenn sie ja. wenn sie stürbe?! Seme Lippen spra chen das Wort nicht aus, aber durch setne Gedanken zog es, ohne ihn schau dern zu machen, jetzt vielleicht gar mi einem Gefühl des Bedauerns. Seil Wochen hatte er sich damit vertraut ae macht, daß sein junges Weib, welches er einst so heiß geliebt, sterben würde. fund obgleich sein Gewissen ihm rohen Egotsmus vorwarf, hatte er sich doch gesagt, daß es so am besten, daß es ein Gluck sur ihn sei. Als eme kaum aufgeblühte Knospt war sie ihm begegnet und er hatte fit frisch vom Strauche gepflückt. Sie hattt ihn wiederholt auf der Buhne aezchen. und schwärmte für ihn, wie nur ein Backfisch schwärmen kann, aber daß sie je sein eigen sein könne, daran hatte sie gar nicht zu denken gewagt. Da kam er in ihres Baters Haus, er saß neben ihr. plauderte mit ihr, nahm ihre Hand in die feine, flüsterte ihr hier und da ein Wortchen zu, das ihr Herz hoher schla gen machte. Ihn selbst hatte ihre Schönheit, ihr frisches, naives Wesen gefangen genommen ihre beinahe an Anbetung gren zende Schwärmerei schmeichelte ihm er hielt um ihre Hand an. Aber soleich ten Kaufes erhielt er sie nicht. ; Jh, Vater war ein hausbackener Burgers mann, der in dem Schauspielerberu durchaus keine Garantie für das Glüö semcs Kmdes sah. Er sagte nein! Am Tage nach dieser Abweisung wa ren die jungen Leute verschwunden und erst von London aus gaben sie durch lhre Vermahlungsanzetge cm Lebens zeichen. ' Das waren herrliche Wochen du Beiden gingen ineinander auf, wie zwei glammen aus einem Heerde aber du Neue kam! Er war leichtlebig, sie nicht Wirthschaftlich, ihre Verhältnisse wollten, trotz seines guten Einkommens, nicht in Ordnung kommen; es stellten sich wirthschaftliche Sorgen ein, raubten ihm die Stimmung, und die Triumphe, die er zu feiern gewohnt war, blieben auS. Auch so stimmten sie nicht zusammen, denn für seine Jdcale hatte sie kein Verständniß, dem Fluge seines Geistes vermochte sie nicht zu folgen und ihre oftmals kleinlichen Anschauungen drück ten wie Blei auf dessen Fittich. Dazu kam ihre schrankenlose Eifersucht. Sie sah in jedem Weibe, mit dem ihr Gatte nur em freundliches Wort wechselte, eme Nebenbuhlerin, und oft machte sie ihm Abends, nachdem sie ihn spielen gesehen, eine Scene, wo er ein anerken nendes Wort für feine Kunst aus ihrem Munde erwartet hatte. Die Fessel begann ihn zu drücken. ' Sein Spiel wurde matter, entbehrte tmmer mehr der Innerlichkeit, feine Kraft ließnach, die Engagements wurden schlechter und die Gagen somit niedriger. Sie waren kaum zwei Jahre verheirathet, da war sein Weib ihm eine Last und er behandelte es darnach. Sie war mit einem kindlich frohen Herzen in die Ehe gegangen, und nun war sie ein verbittertes Weib, welches der Gräm über sein verlorenes Glück auf das Krankenlager warf. Der Arzt hatte dem jungen Gatter gleich von Anfang an wenig Hoffnung geben mögen, ihn mit großer Schonung auf die Gefahr, in der seine Frau fchwebe, aufmerksam gemacht und ihn zu trösten versucht. Bedürfte er für diesm Fall des Trostes ? War es nicht ein Glück sür Beide, wenn der Tod dit leichtsinnig geschmiedeten Ketten brach? Er sah nur noch Heil in ihrem Tode, aber er wich nicht von ihrem Lager und pflegte sie mit größte? Aufopferung eine dunkle Regung feines Gewissens, über die er sich nicht Rechenschaft geben mochte, damit sie nicht klarer wnrde, trieb ihn dazu. ' ' U.rd nun wollte die Jugcndkraft siegen! Die Krisis trat ein, die Kunst deö Arztes ; erzwäng einen wohlthätigen Schlaf und dieser Schlaf sollte ihr Genesung bringen - wenn wernr er ungestört bliebt '. !: Er saß auf seinem Stuhle und" schauti auf die schlafende Kranke, deren einge fallene Wangen sich sanft zu röthen begannen, deren Brust sich in immer tieferen Zügen hob und , senkte.' In jedem Augenblick erwartete er, daß ihr Auge sich öffnen daß sie wieder erwachen würde die Fessel die Last! r Sie wird die Krise überstehen, wenn sie aus diesem Schlaf nicht aufgeschreckt wirdl Wenn sie nicht aufgeschreckt! , -! ' ' Ha! Wenn er nun Nein, nein! Weg diesen Gedanken l : .:: ',; ::" 1 :lL ! Doch soll er sich weiterquälen mit ihr' immer immer? Bis ans Ende? Soll er nie wieder der freie, glückliche Mann werden, der er gewesen? Soll er ewig einem ganzen Leben die Leidenschaft weniger Tage büßen?! -

Kiii!!!!;S!!i;:i!S,:E,!iMMiin:ü - '!Ud!l'Hi: - - i&.:K!iaiL v

Sein Herz pocht in lauten Schlägen,

seine Augen quellen hervor und ihm ist, ' rt nr.i uis aye er ourcy einen muilgrn lter. An seiner Kehle drückt und würgt es, der Athem quält sich pfeifend hindurch, eine unsichtbare Macht hebt ihn, zieht ihn an das Lager seines Weibes. Ja! Ein Stoß ein Ruck nur ein Ruf und es ist vorbei! Vorbei!" ringt es sich heiser zwischen seinen zusammenschlagenden Zähnen hindurch! Aber dann bist T ja ein ein Mörder ein Gattenmorder!" ruft sein Gewissen. Ha! Ein Mörder! Er schaudert und sein ausgestreckter Arm zieht sich langsam, ruckweise zurück. Kann er aber weiter leben mit ihr, kann er's ertragen? War sie nicht die Ursache' seines künstlerischen, ja seines moralischen Verfalls? Hat sich das Unglück nicht an feine Fersen gehestet, seit er den unseligen Bund mit ihr geschlössen? War sie nicht an seinem Unglück schuld?! Sie allein?! Hatte er sich gar nichts vorzuwerfen? War er, der zehn Jahre Aeltere. ihrer großen Jugend ein liebevoller Führer gewesen, hatte er je versucht, ihre Fehler zu bessern, oder sie zu tragen? Hatte er dieselben nicht vielmehr durch seine Ungeduld und Fahrig keit vergrößert, hatte er nicht jedes Zu sammenstimmen durch seinen großen Egoismus verhindert? Und nun sollte sie allein für ihr beiderseitig verschuldetes Unglück büßen, sie, die ' ihm mit ihrem ganzen Herzen voll Liebe entgegengekommen war, eine? Liebe, die nur nicht ausgereift und stark genug gewesen, um im Sturme Stand zu halten? Er griff sich mit den beiden Händen an dte Schläfe, als wolle er dte Gedan ken, die in seinem Hirne aufgestiegen, zuruckpressen. erdrücken. Ihre ganze brutale Verwerflichkeit wurde ihm aus einmal klar, seine Glieder bebten, er sank vor dem Lager rn die Kme und weinte heiße, bittere, reuevolle Thränen nuf die Hand der Schiasenden. Da hört er seinen Namen! Du weinst um mich? Du liebst mich wirllich-wirklich noch?" flüstert sie matt, aber in einem Tone, dem man die innere Seligkeit anhört. Ja ja, ich liebe Dich, obwohl ich dessen nicht würdig bur." O, dann möchte ich leben! Sie hat nur gehört, daß er sie liebe und den Nachsatz nicht beachtet. Tann möchte ich leben!" Du wirst Du wirst leben, mein Weib! Die Krisis ist überstanden .für uns Beide," setzte er ganz leist hinzu. Unbedacht In dem schattigen Parke herrschte kdyllische Ruhe durch nichts unterbrochen als die leisen Tritte des lustwandelnden Pärchens, das Hand in I Hand den kiesigen Weg durchschritt. Franz sprach von Liebe und Lomse hörte aufmerksam auf das, was Franz sprach. Sie hörte es mit Entzückert wie er in wonnigster Ekstase das Glü der süßen Liebe schilderte, wie er sei nes eigenen Empfindens gedachte und der Ton seiner Stimme dabei einen eigenartigen Schmelz erlangte. Sie sah ihm dann nur treuherzig in die Augen, und ihr unschuldiger Blick schien zu fragen: Gilt das mir? Er verstand diese Augensprache und beantwortete deren Frage auch sofort: Sie 'missen e5 ja recht gut, Louise, daß ich Ihr Bild ganz und gar in meinem Herzen aufgenommen; Sie wissen es ja. wie sehr ich beglückt bin, wenn mich Ihre Äugen eines Blickes würdigen, wie unaussprechlich lieb ich Sie habe. Ich sagte Ihnen das schon öfter, und doch sind Sie so kalt, so zurückhaltend.... warum?" Weil Sie letzthin schlimm waren," sagte Louise und erröthete. : Schlimm, ich ?1' Natürlich Sie. Wie kamen Sie auch ' auf den abscheulichen Gedanken, einen Kuß zu verlangen?" Verzeihen Sie, Louise, es war ja czar nicht .anders möglich z auch jetzt bin ich in die Zwangslage versetzt, einm Kuß zu verlangen. Gewähren Sie mir diesmal meine inständige Bitte ich werde Ihnen ewig dankbar sein!" , : Der Mond war gerade im Aufgange und sein fahles Licht zeigte Louise nur um' so blässer, wie sie es in dem Momente war. " Zögernd blieb sie einige Sekunden, ehe sie es wagte, durch den von wilden Weinreben umzogenen, künstlich gedeckten Laubgang zu schreiten. Franz forschte in Luisens Gesichtszügen und fand, daß darin weder Groll noch Unmuth, sondern schalkhafte Neckerei verborgen. Das ermuthigte ihn, seine Bitte zu wiederholen. Gut", sagte sie. Ich gewähre Jhnen einen Kuß, jedoch nur unter einer Bedingung.Nennen Sie mir dieselbe, theure Luise, im Vorhinein unterwerfe ich mich derselben, und wäre es auch das Herbste, was Sie von mtr verlangen!" ,.C so arg ist meine Bedingung nicht," lächelte Luise. Versprechen Sie mir mit Ihrem Manneswort, nieals wieder von mir einen Kuß zu begehren," , Jch verspreche eS Ihnen," sagte Franz unbedacht samerweife. Luise schwieg und rümpfte das Näschen. Aergerlich stampfte sie nach eirn gern Nachdenken mit dem Fußchen und sagte: Jetzt kriegen Sie erst recht keinen Kuß!"' Adolf Hatseck. In den Gerichtsferien. Mutter : - Ich sage ; dir, heirathe ihn nicht, du wirst sehen, nach acht Tagen laßt ihr euch scheiden. Tochter: Aber Mutter, , wir werden mindestens zwei Monate lang verheirathet sein, denn so lange dauern die , Gericht sserien, und während dieser, Zeit kann man ,doch keinen Ehescheidungöproceß führen. , , .i-'li.' "? -'s--... iu-.t'i !; r 11 - ODAlck:sIech j e rt mi i ii;. ..Die Genehmigung des Baues war mit verschiedenen Schmierigkeiten verbunden. ' -

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Der sJlae ißtpi Eine un ar tig e Krrr&anr g eschichte. Mein Freund, der Schrift! iMmM' - kiel, war ein sehr genial veÜOgÄZr: Mensch und in Folge dessen Mch frfc unordentlich. Jeden AugenbW WtD ihm etwa, entweder hatte- MoK? schmerzen oder ihm fthlte- der :sz: einem neuen Drama, vdev abr? gar den Schlüssel zu seinen Zxzj&ss WZ? pr "hslS Z ttmtc öttfis. WfW Wrw-rmm-w - w y - .--. Natürlich ist hier nicht von eiM-MML Yii tinir me'xrs -fcf V fV- V frV U.' w" mww .w - i.-"--war, wie bereits gesagt, litrzzz'SZ'zt: Tagelöhner, sondern von heWsWw ter, ,n welchem er seme SchciZe MWwahrte. Schaffe Dtr doch emmchM ring an!" hatte seine liebe Frmz mi$& fach zu Gänsekiel gesagt; ate MerzQ war er merkwürdiger Weise niM M wegen. Er mochte wohl, seirdM ztz verheirathet war, eine auffallende pathie gegen Ringe aller Art hÄbe,. der Gute! Heute also fehlte wieder mal ls Tresor-Schlüssel", und das war zchr - Sr&tlwrrt .1 (r.K V?. l ' V44ilU., WHU W VVJVHVV -f (M lyrisches Frühlingspöem "in demsclörn welches noch nothwendig heute H Druckerei mußte, sonst wäre die WM. untergegangen! Die Aufregung der ganzen Familie kann man sich also vorstellen! Wohl sämmtlicher Mitmenschen hmg jfr davon ab! Zwei Stunden hatte ian schon Alles aus den Kopf gestellt, hattec das Klavier auseinandergenommen, war in den Kamin geklettert u. s. w. Der Schlüssel war und blieb weg. Da fiel das Auge des Hausherrn aufseinen jüngsten Sproß, den kleinen Pepi, welcher unschuldig am Bvderr herumkrabbelte und sich aus dem le tin.f4(anVim ff.MfVrtt ri VUlillVCIl -wl-iilVyi-'a ijut4vyi, zu machen schien. Pepi! Pepele! rief der alte Gänsekiel plötzlich, tl wmn er ganz gegen seine Gewohnheit von einem Gedanken ergriffen worden. Wäre, sag mal, liebes Kind, weißt Tu vielleicht, wo der Schlüssel hingeratheD. ist?" Pepele aber blickte seinem Erzeuger 1TZm9 14 Ol" y. A . lWk tsMmw. in wit uytw uuv viiv stumm. Lieber guter Zucker-Pepi!" fuhr der Alte fort, ich sehe es Dtr an, mein kluges Kind, Du weißt etwas. KrmR tu Deinem alten armen Vava. kuL und fcct1 ihm, wo der Schlüssel liegt. frC ü .lnn jftvn7-m i-m u twvl uu unt ijvvp-, ChokoladeneigarreZ" Dieser Schlußsatz schien wie eZeUri rend aus den kleinen Kunden zu wirken und kaum hatte er den AnZangsbuS staben Chokolade" vernommen, ksz? stand Pepi vom Fußboden aus, schelte nach seinem Spieltisch und aus einem verborgenen Winkel d-: richtig den Unglücksschlüssel herrrQ Vrnif fSBitS Kl Wrt-? Xw. V WV. JJVWWVl. VVIf VHI li wohl über den vereitelten Wdta! gang, als auch über die Find:,??'' seines Sprößlings war eine übergreZ, Pepi erhielt seine riesengroß? DsW nudel,und Alles lobte ihn und bätschrlt das brave Kind. Am andern Tage war irai&sw&V--ger Weise schon wieder ber,,ßchlE??I Yntnl iSrnftf fnnr Wi 1 1'W-srrrmm'-tr w HIM W m x"" iSlf' aber Gottseidank nicht so grrU te: man verfiel natürlich zunächßt wiÄmr uf PeLs Spieltisch AbeTSrrM .uchen! Da hatte eine Eule? IrsrssenI, Wo hast Du d enn heute Isest TckilüNel bmaetban. Nevele?- ??WkkZe Vater Gänsekiel schlau, denn re HvKr, durch diese Art der directen Fross ttfWimn fissrnr nh 1pfap? zrr h?rtr - y jj m .r , v mm i 1 w mmmVerlorenen zu gelangen. PepeIe ber blickte ihn verschmitzt an und rcwivcrto ebenfalls im Fragetone: Tr?ezt PeK denn auch wieder eine Lalladenidarr wenn er es sagt?" ,,. Der Alte sann einen Augenblick na er tnnfVslTiftsTffnK. ' Sßn r .iVH.W V W..VWMVir . j TV ' eine Cigarre soll Pepi haben nn'v zwz? so'ne große!" Dabei breitete er beide Arme voneinander. ... . 5lM nächsten Auaenblik? war ts: Schläfe, aus der Sopha-Ecke ßerrorFekrabbelt. Der kluge KinderV aber nahm ohne Weiteres de Zangen.. fyfnnnei-n Csh'f T t4 ,,Z V Vtuuitiii mvtivu uu vut. wo m-'-sprach im ernsten Tone zn Zehnem Jüngstgeborenen: Sieh zna?, liebes Pcvele, wenn Dir' diese Uri,vDw großen Ctgairm nicht zu stark lein te, dann kannst Tu davon bt&mmr, soviel Du willst! Merke Dir Ufa mein Sohn!" Pepi jedoch JjerzichMc freiwillig. Als aber am barsuffVß genden Tage zum größten KrnnWer ttr Familie wieder der Schlüssel fehlte zzsh man sofort zu der langen Hasel;Cigr5 greifen wollte, da merkMidiZe?Weise fehlte auch diese gsnKsbgar und man mußte richt iz xzzzder auf die wirkliche ChokolabeN'CrM garre , zurückkommen, um Bewrs eaS. Pepl'S gütiger Hand zu erlangM?! Moderne Kindererziehung" nennt WM so etwas L Gänsekiel hat ' gerade nn Werk darüber in Arbeit, wenn itznr nsr Pepi nicht den Schlüssel wieder fort bringt! De r e r st e Ku ß. 'Dörnber, - -wie der erste Kuß schmeckt, $M bsKTagebuch einer jungen Dame selgendL Aufzeichnung: Am 20. Mai mich R. zum ersten Mal! Jcki fnhl mich wie in einem Kübel mit Rosen, fe in Honig, Eau de Cologne und f;zz pagner schwammen; als cb ttn?2s Diamantfüßen über meine Nerven ikfc -und diele kleine Gondeln mit Engelrr durch meine Adern st :omten, und cU ob durch meinen ganM Körper, ewKtag netisches Regenbogen-Licht sich ergösse! Auf d r Ho h e ' der Z er r. Mutter (ihre Tochter, eine Bühnes kilnNleriN. besuchend "$f lA6et:1iaetii.fixEK diese Perlen, Diamanten ' und werth' vollen Nippsachen kannst Tu Dir doch r rrv. f.t.u.u rtl - . lit f.(.i ret ciuci üiujcn vagc' angeschafft haben. Tochter: , Wie nah Du bist, Mütterchen! ,."Jch. für alles Edle und Schöne sebr tz fänglich. . f-.:-