Indiana Tribüne, Volume 14, Number 307, Indianapolis, Marion County, 26 July 1891 — Page 2
Im Llffentyealtr. Hinter die KulisZen des Affen kheaters laßt uns ein jüngst erschienenes Buch Wandernde Künstle? von Signor Dzmino" einen Blick thun Ich Vabe stets bedauert so schreibt der VersasZer , daß Director Broekmann Istsne Vorstellungen nicht auf einer Bühne ohne Profzenium gab ! Zum Beispiel mit einer durchsichtigen Glaswand statt der festen Vorderwand, welche das Publikum leider hindernden höchst interessanten Schauplatz zu beiden Seilen der Bühne zu überblicken. Das Leben und Treiben der vierhändigen Bühnenkünstler dort bildete ein noch ungleich fesselnderes, eigenartigeres Schauspiel, als selbst ihre bübschestea Kunstleistunaen auf der Bühne. Wie eine Gesellschaft wunderlicher Gnomen oder Liliputaner sitzen dort die Kunstler wohlkostümirt, wohlgesittet, jeder in regelrechter, aufrechter Menschenhaltung auf seinem Stühlchen, jeder mit unge -rf. m r i V
ryenier nusmeriiainieil unu Spannung den Vorgängen auf ai Bühne folgend, um den Augenblick seines Erscheinens, der von keinem je verpaßt wird, zu erwarten. Kein Wensch ist in ihrer Nahezu sehen, kein Diener oder Wärter, der nur ihre Aufmerksamkeit zerstreuen würde. Es bedarf für sie keines Souffleurs, Zemes Inspizienten, der ihnen im rechten Augenblick zuflüstert: Fräulein Lehmann, passen Sie auf, Sie kommen gleich 'ran" Herr Schultze wo ist Herr Schultze rasch, rasch, Sie Msfen 'raus!" Jeder kennt seine Rolle vollkommen, jeder kennt den Gang der Handlung und den Augenblick, der ihn ruft, auf das Genaueste. Ohne Stichwort, ohne Wink des aus der Bühne beschäftigten Directors, erhebt er sich, wenn feine Scene gelommm, von seinem Stuhl, läuft hinaus, spielt ' ferne Episode, kehrt, ohne durch eine Verbeugung für den Beifall des Publikums aus der Rolle zu fallen, nach seinem Stuhlchen zurück uud nimmt wieder Platz, um mit tiefem Ernst uud großer Aufmerksamkeit weiter zu warten, bis ihn seine Pflicht wieder auf die Bühne fordert. Selbst be! diesem Warten hinter den Kulissen, ganz sich selbst überlassen und unbeaufsichtigt' außer durch den gelegentlich über sie hinZchweifend.'n Blick des auf der Bühne thätigen Direktors, fallen diese Thiere hier nie sö weit aus der Rolle, auch nur ihre emporgerichtete Haltung auszugeben und auf allen Vieren zu laufen, oder in AZfenmanier niederzukauern, oder in jener quecksilbngen Beweg Zichkeit", die in ihrer Natur liegt und ein Haupthindernis bei ihrer Dressur bildet, Allotria zu treiben. Noch ein Wort über diese Dressur selbst. D Mensch ist für den Affen ein fremder, unverständlicher Begriff", jo erklärte Direktor Broekmann dem Verfasser, ich mutz mich so viel als möglich seiner Anschauungsweise nähern. Der Äffe irnirj in mir seinesgleichen sehen, einen Affen wie er selbst ist aber einen stärkeren Assen als er, dem er daher gehorchen muß! Das begreift er, er lebt sich viel eher da hinein und gibt sich viel bereitwilliger Mühe, mich zu verstehen, als wenn er ein fremdes, ihm Unverständliches Wesen in mir sieht, das auf ihn ungefähr den Eindruck machen muß, wie auf den Menscheu ein Ungeheuer aus erner anderen Welt. Deshalb passe ich im Verkehr mit dem Affen Alles, was er begreifen oder was besonderen Eindruck aus ihn machen soll, möglichst seiner eigenen Art und Weise an, und insbesondere be kämpfe ich ihn, wenn er nicht gehorchen wA, mit den Waffen, mit denen er mich bekämpft ich schlage ihn nicht, denn er schlagt nicht, sondern ich beiße ihn, den? er beißt." Amerikanischer Humor. D er Champion-Faulenzer. Mrs, Fizzletop ist unzufrieden mit den FortschrMen ihres Sohnes aus der Texas-Nniversität, weshalb sie bet dem Director sich erkundigt : Professor, wie kommt mein Johnny mit seinen Stu--dium vorwärts ? Ich setzte große Hoffnungen auf ihn, Madame, ja große Hoffnungen!" Das freut mich im endlich!" Yes, Madame, er ist von phänomenaler Faulheit Wie, Sie sagten, doch, Sie hegten Hoffnungen.. Gewiß, Madame! Zch bin über zeugt, wenn er einmal zu lernen begiw neu sollte, daß er dann zu faul sein 'vixb, um jemals wieder aufzuhören!" Einer unserer größten .Dudes" besuchte kürzlich eine junge Dame in ihrer Wohnung. Das irische Dienstmädchen, welches noch sehr grün" war, öffnete die Hausthüre. Unser Elegant überreichte ihr seine Karte und sagte dabei: Ich wünsche Miß L. . . . zu sehen." Da erwischte ihn das Mad chen beim Rockarmel, zieht ihn mlt einem Ruck bei der Thür hinein und ruft: Gehen Sie nur hinein! Wir gebrauchen hier keine .Tickets"! Gehen Sie nur hinein! DieSorgen eineSNewFor' k er Miethers. St. Petrus lim Himmel): Well, weristes? Page: .Es nt Rones mit seiner Familie aus
der Stadt New fZork." St. Petrus: h a; hab' geHort von ihm. Warum laßt Du ihn draußen warten?" Page: Mr. Yones will erst wissen, ob Sie auch Kmder aufnehmen." Ein unwiderlegbarer Einwand. Unternehmende Schwester: yStth, wie hübsch . sie ist mit diesem olivenfarbigen Hintergrund. Jetzt ist eine sehr günstige Gelegenheit für Dich, Zrank. Gih' hZaem und sprich zu ihr, sie ist allem.- Furchtsamer Bruder:' Y-e-e-s, aber wenn ich dort hinein gehe, dann ist sie ja nicht mehr allein!Z .' " . ... :' ' "' K asernenh of b l ü t h e tu Feldwebel (zu den Aekruten): Jht Courage Iungens! Alexander der , Große ist auch in einem Tage 'nicht Feldwebel geworden l
Nr. 3251.
V,Sellung'NveÄekle von Jutt Jre. Leise, ganz leise klirrt die elektrische Glocke gerade, als wenn Jemand nur zaghast mit schüchternem Finger aus denKnops gedrückt hätte. Drinnen, im sckiattenküblen Erkerzimmer, springt : . s (.v aiJrtXrfcon rrtssfi Ysnm im junges?, uivuvca iyiuwujv Sessel empor, wirst die Handarbeit x Btitt nnd eilt in's Entree, um zu ß" n Ein rascher Blick durch das Ü'ein Gucksenster, dann nesteln tue rvöscu schmalen Fingerchen an der rcrfcii kette, der Schlüssel klirr $ hür springt aus. . , In der Spalte ttr tin sonnengebrauntes Männerz aXf Um ein melancholis herabhängender, in zwei Sp'tzen ausgedrehter Riesen' Schnurrbk vergeblich ein martialisches Aussehe geben versucht, unter dem riesisia Kalabreserrande lugen Zwei na-schüchterne Augen mißtrauisch her Vor und eine durchaus nicht besonders kouragirt klingende Stimme stammelt halblaut: Darf man?" Die Kleine reißt die Thüre weit aus nd macht eine komische Verbeugung: Ja man darf, Hasenfuß!" Er traut sich noch immer nicht. lber-Dein Papa?"" $ch bin allein!" Ganz allein?" Ganz allein.Mlt einem Sprung ist er d'rZn. Sieh mal. Schad" er dreht verlegen den Kalabreser zwischen den Fin gern Du darfst mir diese Bedenkliche keiten nicht übel nehmen. Meinen Korb babe ich nun einmal weg, ich weiß ganz m . - genau, vajz meine Segmmarr yier a:s höchst überflüssig empfunden wird und da ich schließlich nicht gern direkt hinausgeworfen werden möchte " Gerade deshalb 'habe ich Dich ja benachrichtigt!" unterbricht ihn das MSd chen ; wir sind heute ganz, ganz ungestört. Papa und Mama haben sich end' lich zu einem Besuch in der KunstAusstellung aufgerafft, das Dienstmädchen mußte aus meinen Befehl in die Markthalle marschiren, wir sind allein, ganz allem. Eiue glückliche, einsame Stunde haben wir vor uns " ,, die wir ausnutzen wollen, so gut wie möalich!" vollendete der auf emmal höchst muthig aussehende Jüngling und prevt den melancholischen Schnurrvart unternehmend auf zwei schwellende rothe Lippen, die sie ihm nicht versagen. Diese stumme Konversation dauert eine geraume Weile und erst nach etwa zehn Minuten in einer größeren Kußpause kommt der junge Mann dazu, mit einerNachricht hinauszurücken, die ihm schon vom ersten Augenblick dieses Zusammentreffens ab heiß aus den Lippenund in der Brusttafche brennt. In besagter Brusttasche fleckt nämlich' ein höchst accurat zusammengefaltetes Exemplar der Vossischen Zeitung", und dieses Exemplar enthält eine Kunstkritik. in welcher mehrere Sätze sehr energisch mit Bleistift unterstrichen sind. Der junge Mann reicht dem Mädchen die Zeitung, indem er mit dem Finger auf die ultramarinblaue Stelle deutet: Du Elfe, mein Bild hat enormes Glück! Lies mal, was Ludwig Pietsch darüber schreibt!" Sie prahlt vor Entzücken und er verwendet keinen Blick von ihrem lieblichen Gesichtchen, das im Widerschein der Freude zu noch frischerer, hellerer Schönheit aufzublühen scheint. Ach bravo, Paul, bravo ! Da ist eS sich:r auch schon verkaust!" Dieses weniger!" Erscheint plötzlich sehr herabgestimmt, und auch ihre Stimme klingt etwas kleinlauter, als sie sagt: Ich meinte nur wegen Vater auf den hätte das sicher großen Effect gemacht." Ach Dein Vater." Er schnippt geringschätzig mit den Fingern und zwirbelt dann die Enden seines Schnurrbarts, der wieder, einen unsagbar melancholischen Ausdruck annimmt. Plötzlich spitzen Beide die Ohren. Draußen klappert ein Schlüssel, die Thür knarrt in den Angeln, schwere Schritte stampfen durck's Vorzimmer. Regungslos, mit angehaltenem Athem lauscht das Mädchen. Mein Gott, mein Gott wer mag das sein?" Vielleicht Einbrecher!" flüstert Paul, indem er eine kampsbereite Steb lung einnimmt. Viel schlimmer, viel schlimmer!" stottert die Lauschende, als nunmehr ein wohlbekanntes Räuspern an ihr Ohr tönt, es sind die Eltern!" Diese No. 3231t Diese vermaledeite323l!" poltert Papa Kanzleirath im Nebenzimmer, und : O diese 3231 ! Ich wollte, ich hätte sie nie gesehen!" haucht Mama's Stimme in deren Zit tern, noch deutlich die Nachwirkungen eines hysterischen Anfalls zu erkennen sind. Wahrscheinlich eine Lottenenummer, die sie verkaust haben und die Nachtrag lich mit dem großen Loose herauöge kommen ist!" bemerkt Paul. ' .Sebr lelcht möglich !1 wispert Else. In dieser Stimmung darf Dich Vater nicht erblicken. Verschwinde über die DienstbotenTreppe. Ich will versuchen, den Sturm abzulenken!" Und mit gut gespielter Unbefangenheit tritt sie über die Schwelle deö Wohnzimmers den Eltern entgegen. Aber sagt mir, um Himmels willen, VaS Euch so rasch wieder nach Hause reibt?" Nummero 3131 !" schimpste der Alte, ndem er mit großen Schritten im Zim mer auf und nieder rennt. t . , , lt .Nummero 3231? Ja wa5 ist denn das 7 .Ein Bild, vor dem Deine theure Mutter einen hysterischen Anfall bekommen hat!" Ein entsetzliches Bild! ergänzt die würdige Tame. O. diese' Spanier I
Mtes .eideneKrönungSgewänder nppe. Daneben nn verrückTJlJt der von den Hosschranzen ki!u. ' aß sie dem Skelett ihre Hul. Me? M darbringen. Ueberall schlotternde l itclten, uerstorte wachsweiche Gesichxx. Einem armen kleinen Jungen, der
I ganz nahe bei dem schauerlichen Thron sitzen muu, treten .vor Angst die Augen aus den Höhlen. Weiß Gott, mir ist's nicht viel besser ergangen! Diese Knochensinger in den Handschuhen, die. ser nackte Schädel hinter dem-Schleier, dieser " Na kurz und gut", brummt der Alte. Mutter sieht das Bild und eins, zwei, drei bekommt sie ihre Zusatte ! So was müßte die Polizei verbieten!" . Meine Zufälle?" I. Gott bewahre.ich meine natürlich das Bild." Keine Macht der Erde bringt mich ein zweites Mal vor diese Leinwand !" betheuert die Mutter. Und mich auch nicht !"schwort der Va ter. indem er zwei Finger in die Höhk hebt. Ich bin kein Freund von öffent lichen Ohnmachtsanfällen und habe vor' läufig überhaupt genug von der Ausstellung."' , '" ; " : ' ' Elfe aber schreibt., eine' halbe Stund später ihrem Schatz die inhaltsschweren Worte: Endlich giebrs in der Ausstellung ein ungestörtes Plätzchen, wo wir trotz unserer FamilienAbonnementskarte vor Vater und Mutter völlig sicher sind' Mr.rgen Nachmittag. Puntt fünf Uhr. erwartet Dich Deine Elise im Spamfchen Saal, dicht bei Nummero 3231." Ein Paar Wochen später. Wie ein ertappter Schulzunge stehi Vaul vor dem zornrothen Vater seiner Angebeteten. Man hat mir hinterbracht, daß Bit sich seit langer Zeit, mein strenges Ver vok mllzachteno, yeimncy mit meiner Tochter treffen. Stimmt das?" Jawohl, Herr Kanzleirath!" Ter Ort dieser höchst unpassinden Zusammenkünste war meistenteils du Kunstausstellung?" Immer, Herr Kanzleirath!" Darf ich vielleicht um eine näher, Plahbezeichnung bitten?" Jawohl, . Herr : Kanzleirath ! Wir trafen uns vor Nummero 3231!" Der Kanzleirath machte ein Gesicht. als hätte man ihm soeben einen Löffel Rhabarber iN den Mund gegosien. : Vor Nummero 3231 also! Vor dem scheußlichsten Bild auf der ganzen Ausstellung?" " , -;; Vor emem der besten Buder auf der, ganzen Ausstellung! Seien Sie, bitte. etwas zurückhaltender mit Ihrer Laienkritik, Herr Kanzlelraty!" ! ; Mein Herr!" - - 1 Mein Herr!" Wie dieKampfhähne stehen sie einan. der gegenüber denn der Maler, sowie es sich um Kunstfragen handelte, verlor ganz seine Schüchternheit. ' Ja, wissen Sie denn überhaupt, Herr Kanzleira suhr er in steigender Erregung vag fort, geradeSie eine ganz vortrffliche, Lehre aus diesem Bilde zie hen könnten, daß es förmlich dazu ge malt ist, Ihnen Vernunft beizubringen und ZZHr schlummerndes Vater-Gewis. sen in heilsamster Weise aufzurütteln?! Herr, mir scheint, Sie sind Wahnsinn nig geworden?" Nicht zm geringsten Wissen le, wer Jnes de Castro ist?" Neut, vm auch gar Nicht neugierig , Scblimm genug, Jnes de Castro ist eine historische Persönlichkeit, Jnes de Castro ist die vermoderte Dame mit den Glacehandschuhen und dem Spitzen schlerer, Jnes de Castro ist Nummero 3231!" Mensch, bringen Sie mich mit die ser Nummer nicht zur Verzweiflung!" Das werde ich wohl thun, Herr Kanzleirath! Wissen Sie, warum besagte Jnes vor der Zeit elend vermodern mußte und nun die gespen. siische Mission erfüllt, hysterischen Damen auf der Internationalen Kunstausstellung" zu gefährlichen Ohnmachts anfallen zu verhelfen? Wissen Sie, warum? Weil, sie der Vater ihres königlichen Geliebten im Jahre 1355 ermorden ließ, so daß sie ihrem treuen Dom Pedro, als er endlich den Thron seiner Väter bestieg, beim Huldigungsakt nur nech in skelettirtem Zustande und in höchst mangelhafter Weise asisti ren konnte. Warum erbleichen Sie, Herr Kanzleirath?... Unser Fall liegt ähnlich. Auch Sie drangen sich mit gewaltthätiger Hand zwischen ein liebendes Paar. Zwar haben Sie durchaus keine Aehnlichkeit mit Alfons dem Vierten" von Portu gal, und ich bin weder Ihr Sohn, noch sonst ein portugiesischer Thronsolger, aber wenn Sie glauben, daß Ihre Tochter meinenVerlust überleben würde, so irren Sie sich gehörig, Herr Kanzleirath! Jbr Nein" ist Mord! Denken Sie an Jnes de Castra und besinnen Sie sich eines Besseren!" 1 Jhr Gleichniß hinkt! ES hinkt furcht, bar!" ruft der geangstigte Kanzlei rath. . ' '"'t''": Gleichviel," beharrt Paul, wenn es nur zum Ziele hinkt, zum Ziele unserer Verlobung!" , ; Dem Kanzleirath triest der Schweiß von der Stirn. , Ueberwältigt von der Suada des Gegners, kann er nur noch fragen: , Mann, wo nehmen Sie auf einmal die ungeheure Courage her?" Woher?", Paul greift in sein, Brieftasche.,,, AuS, diesem Check auf die Reichs dank! ' Ein , außerordentlich verdrehter Engländer hat heute Vormittag in der Ausstellung mein Bild für den Preis von fünftausend Mark angekauft." ; Der Kanzleirath reißt beide Augen weit auf und prüft den Check durch die scharfen Brillengläser und rust plötzlich indem er die Arme schwiegerväterlich ausbreitet:
,Mer PaulcheNx ' warum hast Du denn das nicht gleich gesagt?" Der Beweis war erbracht, daß man von der Malerei eventuell auch leben konnte. Ein vaar vaar Minuten sväter win
det sich Paul aus denArmen seiner zart l i -i 1 1 v,:- i Deaueirn uzwikgermutter, ic in ücin Augenblicke, als sie das Wort Check" fallen Körte die Portiere Ziurückaescklagen hatte und rasch näher getreten ! WÜW Ich muß Zn die Ausstellung, um Elsa zu benachrichtigen,entschuldigle er sich, sie erwartet mich vor Nummero 3231! Und als ihm auf der Straße ein guter Bekannter zurust:Herrjeh, Mensch' Du siehst ja aus, als ob Du in der Lotterie gewonnen hättest!" Da antwortet er seelenvergnügt: Jawohl, das große Loos! Aui Nummero 3231!" Wiener Theater im vorigen Jahrhundert. DaZ Publikum der österreichischen Kaiserstadt, welches jederzeit nicht wenig stolz aus seine Theater gewesen ist, hatte im vorigen Fahrhundert einen recht traurigen Geschmack. So wurde z. B. im Jahre 1783 im kaiserlichen Theater vor dem Karnthnerthor eine Comödie Der Haushahn" aufgeführt, in welcher die Schauspieler als Hähne und Hennen verkleidet auf die Scene kamen und ihre Sätze und Arien nach Herzenslust krähten und gackerten. In' derartigen Co mödien, wie z. B. der Jackerz zu St. Marx", Die drei Hanswursten von Salzburg", Basilico de Bernagosso," Die Macht der Fee Galantine", Die galante Pilgerin oder zwei Hanswurstttt", welche immer sehr gut besucht waren, während ein gute's Stück stets vor leeren. Bänken in Scene ging spielten natürlich tanzende Teufel und Hexen, allerlei Thiere die Hauptrolle. Zu reden hatten die Mimen mit der Zunge sehr wenig, aber desto mehr mit ihren anderen Gliedmaßen. Danach richtete sich auch ihre Bezahlung. War ein Schauspieler einmal auf der Szene in die Lust geflogen, so erhielt er dafür einen Gulden, war er ins Wasser ge gangen, dasfelbe; für empfangene Prü gel setzte es nur 24 Kreuzer; eine Ohr feige und ein Fußtritt wurden schon besser mit 34 Kreuzer bezahlt. Hatte nun ein Mime an einem Abend viel derartigeAMehmlichkeiten durchgemacht, die ziemlich ernst genommen und schon mehr Wahrheit als Schein waren, so verdiente er ein für damalige Zeit recht hübsches Stück Geld. Ein Wiener Theaterzettel vom Jahre 1767, nach damaliger Sitte mit Karikaturzeichnungcn versehen, läutet; Heute, Dienstag, den 29. December, wird , auf dem Kaiserlichen privilegirten Theater nächst dem Kärtnertßore aufgeführt werden eine, wohlinttiguirte überaus lustige und ' sehcnswürdige Hauptburleske, betitelt: Die größte Thorheit der Welt ist eine unbegründete Eifersuoht zwischen vernünftigen Eheleuten, mit Hanswurst, einem lustigen GastWirth, eifersüchtigen Ehemann, lächerlichen Prokurator des Hausfriedens, neumodischem Frauenzimmer, Hochzeitsbilder und brutalem Trakteur." Dabei müßten die Wiener das Vergnügen des Theaterbesuchs ganz gut .bezahlen. Im Jahre 1772 waren du AbonnementSpreife im deutscben Thea ter folgende: Loge im 1. Stock 600 Gulden, im zweiten Stock 500 Gulden jährlich (im französischen Theater 700 Gulden); Parterre noble monatlich 21 Gulden, jährlich 150 Gulden; gesperrter Sitz (Sperrsitz) monatlich 25 Gulden; 3. Stock monatlich 16 Gulden, jährlich 100 Gulden; 2. Parterre monatlich 9 Gulden, jährliches Gulden. Kaiser Joses II. suchte im Jahre 1756 sda er noch Kronprinz war) den Geschmack des Wiener Publikums zu veredeln, indem er das Burgtbeater unter sein Protektorat nahm und nur gute Stücke aufführen ließ. Die Folge war, daß die Abonnenten größtentheils ausblieben. Doch ließ sich Josef dadurch nicht beirren: Nur so fortgefahren, sie werden schon kommen!" sagte er zu seinen Schauspielern und schenkte Manchem, wenn er in einer Rolle besonders gut gewesen, die ganze Tageseinnahme. Auch belohnte er den Fleiß und die Strebsamkeit der Burgschauspieler dadurch, daß er ihre Bildnisse, die sie in ihren besten Rollen zeigten, in der Burgtheater-Galerie aufhängen ließ, ein noch heute herrschend Brauch. Gedankenfpäne. Willst du den wahren Charakter deier Angebeteten kennen lernen, so heirathe sie. ' 5 ' Bedenke: Alles frommt nicht! Was man sich wünscht, daS kommt nicht, Und wenn eS kommen sollte, . Ist's selten wie man's wollte. , ,, . Traue nie den Zuckersüßen, . Die sich immer sanft dir zeigen! ; Das Umarmen und das Küssen War ja schon dem Judas eigen. M. Stichlberger. - Ab geführt Geck: Neulich habe ich ein interessantes Buch gelesen, meine Gnädigste. ES wird darin erörtert, welchen von den fünf Sinnen man am leichtesten entbehren könnte. Welchen würden Sie wohl am leichtesten entbehren, wenn Sie einen , verlieren sollteu?" Dame: Das Gehör." Geck: .Und weshalb gerade dieses?", Dame: Um nicht, so alberne Fragen hören zu müssen!" 7 !; '- 4,; ! Ein Schlauer. Lotteriecollecteur:,, Wollen Sie lieber ein Loos der Pserde- oder Kölner Dom-Loitene? Bauer; Geben Sie mir lieber ein Loos der Pferde - Lotterie; was sollte ich wohl mit dem Kölner Dom anfangen, wenn ich den gewinnen würde?
,Wrn 7 .;:;lf Hzmr?Zke von Ad duiZaV S a. ,,
Frau Wanda gehörte zu jenen Witt wen. die Alles in sich reremen, was einen Mann zu sesseln vermag. Sie war nur ein Jahr an einen obendrein kränklichen Mann rerheirathst gewesen, hatte in der Pstege desselben em genügend gutes Herz bekundet und sein Erbe angetreten, ohne sich dessen im eigentlichen Sinne bewußt Zu , sein. - In Wahrheit Frau Wanda besaß nicht mehr Prätensionen, 'als einer hübscken und dabei klugen Frau nun einmal von Natur eigen sind. In auten VerHältnissen ausgewachsen, hatte sie weder den Mangel noch den übertriebenen Lurus kennen gelernt. Ihr Reichthum behinderte sie deshalb ebenso wenig, wie er sie zur Einnahme einer besonders hervorragenden Stellung verleitete. Sie hatte dem Trauerjahr, das sie in stiller Zurückgezogenbeit verlebte, ein paar Jahre der Reisen, die sie mit einem älteren Anverwandten' unternahm, folgen lassen. Seltsam junge Wittwen haben anscheinend ein helleres Äuge für die Gegenstände um sie her, soweit diese Gegenstände männlichen Geschlechtes sind. Und so kam es, daß Iran Wanda nach zweifellos hübschen und interessan ten Reifen in die Mittelstadt zurückkehrte, die neben einem ziemlich starken Dragonerregiment, auch noch eine königliche Reitschule besaß, deren zu ihr kommandirten Ofsiciere in der mU litäriscyen Gesellschaft den ersten Ton angaben. . Nun war X. nicht groß gcnug um zwei große getrennte Gesellschaftskreise nebeneinander bestehen lassen zu können. Und so hatten sich die tonangebenden civilen" Gesellschaftskreise mit den militärnchcn höchst einträchtig zusammengefunden. Dank ihrer guten Erziehung, ihres tadellosen Rufes und vielleicht auch ein wenig ihres Vermögens wegen war Frau Wanda Mitglied dieser Gesellschaft. Ja, sogar cm vielumwörbeneS im Ansang wenigstens. Denn damals hatken noch alle jüngeren Ofsiciere der Garnison Leib und Seele daran gesetzt, um einen freundlichen Blick, eine kleine gesellschaftliche Auszeichnung von Frau Wanda erHaschen zu tonnen. , Alsbald aber waren zwei Cavaliere in den Ningen um die Gunst der jungen Wiltwe in den Vordergrund getreten, welche die jüngeren Elemente" veranlaßten, den Sturmangriff einzuschränken. , Und das war der etatsmäßige Stabsosficier, im Tragonerrcgiment und der Husarenrittmeifler, der zur.Reitschule commandlrt war. Und Frau Wanda ? -Nun, die so offen Zur Schau getragene Lust der beiden Cavaliere, sie zur Frau Major resp, zur Frau Rittmeisterin zu machen, war schmeichelnd genug, und die junge Wittwe hätte ' trotz ihrer Ersah rungen lein Weih sein müssen, wenn nickt die Huldigungett in ihr eine gewisse Befriedigung erzeugt haben sollten. Aber ihr Herz ? Ja, das dumme kleine Ding sie hatte es noch nicht einmal befragt und aus eigenem Antriebe sagte es nichts. Beide Ossiciere waren Junggesellen . und trugen altadelige Namen. Frau Wanda wäre in jeder Beziehung würdig gewesen, in den Schutz ihres Wappens zu treten und keiner von ihnen hätte sich besonnen, ihr dieses und den alten Namen zu Füßen u legen. Wir wissen nicht, ob der zungen Wittwe Reichthümer von besonderem Einfluß auf jenen Entschluß gewesen sein können, Thatsache ist jedoch, daß der Dra goner mit den Achselraupen, wie der Husar mit den Rittmeisterabzeichen sich in der Lage befanden, einer Vergol dung ihres alten Wappenschildes nicht mit ganz ungünstigen Augen entgegenzusehen. Da kam der 1. April heran Und was die Hechsaison in der Gesellschaft ihr nicht gebracht hatte, sollte ihr der ominöse 1. April bringen Erklärungen nämlich! Manche Dame, die eine Erklärung ohnenden Herzens erwarten und erhoff sen mag, muß längere Zeit darauf war ten. Wittwen sind glücklicher daran. Und Wanda schlug alle anderen Vertreterinnen ihres Standes um eine doppelte Länge. Der I. April brachte ihr nicht eine Erklärung, sondern deren zwei. ' ' " : ' - i Am Morgen eine, und cm Nachmittag eine, beide unier etwas seltsamen, begleitenden Umständen. Die erste fand nicht in ihrem, und die zweite in einem sremden Salon statt. Frau Wanda hatte einer Dame ihres Bekanntenkreises einen Besuch machen wollen und diese zwar nicht angetroffen, aber die Auskunft erhalten, die Rück kehr derselben müsse in wenigen Augen? blicken erfolgen. Weiber bleiben Weiber! Hätte irgend ein konventioneller Anlaß den Besuch herbeigeführt, Frau Wanda wäre sofort wieder aufgebrochen. Aber so halte eine Toiletlensrage ihren Besuch herbeigeführt. ' Natürlich blieb sie. Und da war's, wo der Tragonermajor, der nur einen konventionellen Besuch machen wollte, sie antraf. Der blieb auch: Sein Grund dazu aber hieß Wanda. ; Sie waren so hübsch allein. Kein eugieriges Auge, kein lauschendes Ohr, störtet Und da floß denn die erste Erklärung vom Stapel. Der Major öffnete sein Herz, vielleicht; ganz gewiß aber dieSchleußen' seiner cavalieren Be-, red samkeit und die, bekannte Vorsrage aller späteren standesamtlichen Consequenzen erfolgte mit" gebührender Schneidigkeit. " ii Frau Wanda hatte die Arme leicht in den Schooß gelegt und hörte. Wirklich, das, was der Major sagte, interes sirte sie. Aber, als er geendet, , geneth sie in Verlegenheit. Während seiner ganzen Werbung war ihr nicht eingefallen, waö sie anf dieselbe eben zu erwidern hätte, und deshalb ' schaute der gute Majors schließlich etwas verblüfft darein, als Wanda sich erhebend sagte:
Jhr Antrag ehrt mich sehr, Herr Major aber " .Aber Er trifft mich völlig unvorbereitet - und deshalb feien Sie mir nicht böse! kann ich augenblicklich Zh nen keine Antwort geben." Und wann darf ich Morgen, Herr Major!" Und Wanda ging. Die Toilettenfrage war auf ein 3!ebengeleis gerückt. Der Abend brachte die zweite Werbung. Der Winter war lang gewesen und die Vallfaifon hatte sich mit ihm ausge dehnt. So war denn auch em ersten Apriltage noch eine Loire clansants beim Kommandeur-des Dragonerregi ments. Wanda und die beiden Anbeter waren natürlich geladen. Dem Dragoner folgte der Husar eigentlich eine falsche Ordnung der beiden Waffen ! Aber desto kecker ging er aus sein Ziel los. Mitten im hellerleuchleten Ballraume, während emer Tanzpause, die der übrige Theil der Gesellschaft dazu benutzte, um sich plaudernd in die Nebenräume zurückzuzie hen, kam die zweite Erklärung. Sie war etwas unvermittelt, aber das entsprach ja dem Husarencharakter. Frau Wanda war zum zweiten Male überrascht, aber jenes geheime Pochen m allen Herzenswinkeln, das der kleine Liebesgott, hat er einmal sich daran niedergelassen, zu veranstalten pflegt, blieb auch hier wieder aus. Und so ward denn dem Rittmeister derselbe Bescheid wie dem Major: Morgen!" Frau Wanda verließ früher, als sie beabsichtigt hatte, den Ball. Sie wollte allein sein, um eine Enticheidung treffen zu können. Kurz vor ihrem Ausbruch
traf sie auch den Rechtsbeistand und Verwalter ihres Vermögens, den jungen Rechtsanwalt von Soden, den eine Pro cchangelegenheit bis zum späten Abend ferngehalten hatte. Herr von Sodm war in der Gesellschaft eine rmrecma ratissima; die Mütter überhäuften ihn. den Undermählten, mit Artigkeiten, und die jungen Damen hätten fast alle durch die Bank ihren Namen mit dem seinen vertauscht. Herr von Soden sah im Antlitz der fchonen Wittwe die Erregung, in welche die beiden Anträge sie gesetzt, sich widerspiegeln. Noch nie war ihm die juncze Frau so anziehend erschienen und ein seltsames Gefühl machte sich in ihm geltend, das sich noch verstärkte, als Frau Wanda mit raschem Entschlug auf ihn zutrat und mit ihrem gewinnendsten Lächeln sagte: Jch freue mich, Sie noch zu sehen, öerr Toctor! Würden Sie mir 'im Laufe des morgigen Vormittags ein halbes Stündchen widmen können?" Eine ganze Stunde und die oben drein mit Freuden, gnädige Frau!" erwiderte Herr von Soden und führte hie Hand, die sie ihm reichte, an seine Lippen, 1 Herr von Soden sah der Enteilenden nach. Was war es nur, das so plötzlich sein Herz, das so hübsch ruhig, wie es sich für einen Vertreter des Rechtes gehörte, schlug, zum lebhafteren Schlagen brachte? Die mit heirathsfähigen Töchtern gesegneten Damen fanden den sonst so intereffanten" Herrn von Soden heute recht einsilbig und die Herren, die ihn in ein Gespräch zogen, schüttelten den Kopf. Nur der Major von den 'Dragonern und der Rittmeister von den Husaren landen nichts auffallendes in seinem Wr'en, denn das ihrige entsprach just dem seinigen. auch sie beide waren zerstreut und einsilbig in der Er Wartung der Entscheidung des morgigen Tages. Der Tragonermajor hatte den ihm genau bekannten Herrn von Soden schon einige Male wie prüfend angeblickt. Jetzt schien er zu einem Entschluß ge. kommen zu sein, denn er schritt plötzlich auf den jungen Rechtsanwalt zu und zog ihn in einen Winkel. Liebster Soden sind Sie nicht der geschäftliche Vertreter der Frau Wanda von ? Nun denn, ich will mich Ihnen anvertrauen. Ich habe heute Morgen der Dame mein Herz und meine Hand zu Füßen gelegt." Herr von Soden schaute auf. Sein Blick blieb aus dem schon stark gelichteten Haupthaar seines Gegenüber haften. Sonderbar er dachte in diesem Momente nur an das eure: Das ist ja unmöglich!" Liebster Soden, man sagt wohl nicht mit Unrecht, Sie genössen das . vollste Vertrauen der schönen Frau. " Ich darf mich dessen rühmen. Aber eine Frage, Herr Major! Hat Frau 3. sich sofort entschieden?" Wem, sie erbat Bedenkzeit bis morgn." Wieder eine sonderbare Empfindung bei Herrn von Soden: das Gesühl als falle ihm ein Stein vom Herzen. Es ist wahrscheinlich, fuhr der Majorsort ' daß Frau X. Sie mit dem Geschehenen bekannt macht " 'Sie hat mich morgen srüh zu einer Unterredung zu sich gebeten!" . Sehcn Sie! Nun, liebster Soden nicht wahr Sie unterstützen meine Werbung?" , . Und dem ob dieser Wandlung äugenscheinlich erschrockenen Rechtsanwalt die Hand drückend,, ging der Major eilig dem Commandeur des Regiments entgegen, welcher in das Zimmer getreten war und ihn heranwinkte. Ehe nochSoden sich von seinem Erstaun nen erholt hatte, stand schon der Husarenrittmeifler, zum Aufbruch gerüstet, vor ihm, schlug ihm cordial auf die Schulter und flüsterte ihm zu: Einen Liebesdienst, Soden habe heute der schonen Wittwe X meinen Stammbaum zu Füßen gelegt. Will mit dem Ausheben bis morgen warten. Stehen ihr ja als Verwalter ihres Vermögens sehr nahe lieber Soden Ihr Fürwort ist nicht ohne Bedeutung ' Kann mich wohl dessen, erfreuen, nicht ! wahr? Keine besondere Versicherung, glaube es Ihnen schon so! Adieu! Adieu l" Und der Rittmeister glNst, Herrn
von Soden in einer fassungslosen Stim' mung zurücklassend, die endlich in einem so kräftigem verflucht! sich Lust machte, daß eine alte Anstand sdame, die just das Eemach betreten wollte, ganz erschreckt zurückwich. Die SZacht schlief Herr von Soden miserawl. Er sollte die Werbung zweier Anderer unterstützen und im seiben Moment, in welchem die Bitten darum zu ihm drangen, ward ihm klar, daß er selbst im Bunde der Dritte" sei, d. h. Frau Wanda ebenfalls Herz und. Hand anbieten mochte. Auch die junge Wittwe schlief recht schlecht. Die beiden Werbungen beunruhigten sie. Ja, wenn es noch ihr Rechtsanwalt gewesen wäre, der schöne Soden, für den' fi langst 'ein Faiblefühlte. Aber der war, eis herzig und hatte kaum einen Blick für sie. Am audern Mvrgen stand Soden in einer wirtlich moralischen Katerstimmung vor der schonen Frau, die allerlei belangloses Geschäftliche mit ihm besprach. Endlicö eine Pause und nun ermannte sich Soden. Er wollte des Majors Werbung unterstützen. Und so begann er halb scherzend: Sie sollten einen natürlicheren Vertreter Ihrer Interessen suchen, gnädige Frau Wie meinen Sie das " Sie sollten beiratben!" Eins Blutwelle übergoß das Antlitz. Wanda's. Herr Trctor! sagte sie leise. Und dann, wie von einer plötzlichen Empsin dung überschauert, fügte sie hinzu: Glauben Sie, daß ich noch einen Mann glücklich machen könnte?" O," sagte der junge Jurist rni! Ire fern Gesühl. Sie sind das Glück selbst sür denjenigen, der hoffen dürste, Jbre Neigung zu finden. Sie sind so jung, so schon " Er war. hingensicn von dem Zauber ihres Blickes, der ihn m diesem Augenblicke traf, einen Schritt auf sie zugetreten und Kalte ibre Hände gefaßt. Diese bebten, und als nun Soden fortfuhr, Worte zu stammeln, halb willenlos, da war es plötzlich geschehen, das unerwartete Wandas Kopf ruhte ait seiner Brust und seine Lippen suchten die ihren ! Weißt Du, mein Freund, sagte sie glückstrahlend, daß es die letzte Minute war, die Deiner Werbung vergönnt war. Der Major von Z. und der Rittmeister von O. haben um mich angehal ten." . ' Es war gut, deß Frau Wandas Au gen in diesem Augenblicke an einem ans" deren Gegenstände hafteten, als auf dem -Antlitz des RechtsanwalteI. denn sie. hätte dort die grenzenloseste Verwirrung gesehen. Aber diese Verwirrung machte baldwieder dem strahlenden Glücksgcsühl. Platz. Wer das Glück Hai, führt die Braut heim!" dachte er und, preßte die schone Frau nur noch inniger an sich. ... - : Die beiden Caraliere aber, denen ein. Kärtchen von der Hand Wandas mit einem aus Zierlichen Phrasen Zusammen gedrechselten Körbchen Zuging, trösteten sich. Nur bebaurtetcn . sie: Soden ser. ein ganz verfluchter Kerl, der ein un verschämtes Glück habe! TetvinSky als Sachverständiger. Eine heitere, aber seltsame Geschichteist dem Characterjpieler des Wiener Hosburgtheaters vor Kurzem begegnet.' Ein Beamter der Eisenbahn hatte sicheine Uebertretung seiner Borschriften schuldig gemacht und dafür eine Rüge--im Beamtenleben, Nase" genannt' zugezogen. Besagte Rüge war sehr energisch gehalten und gipfelte in der,' Äuffordcrung, sich über die, dieselbe veranlassende. Ursache zu äußern, beziehungsweise sich zu rechtfertigen. Der Betreffende, welcher es einerseits nicht nöthig" hat, zu dienen und der anderer-' seits de.r Dienst eines Eisenbahners bereits satt hatte, kam dieser Aufforderung in einer bei den Beamten der verschiedensten Kategorien nicht sehr gebrauch lichen Weise nach. Er schrieb an die vorgesetzte Direktion Folgendes: Auf die mir mh Zahl so und so viel zugegangene Aufforderung, : mich über den Fall Zu äußern, auf den sich der Inhalt 4 des Dekrets bezieht, babe ich sonst nichts zu erwidern, als:. Götz von Berlichln gen, IV. Act, 7. Scene." Die Tirection war selbstverständlich über den In halt dieser Aeußerungsganz außerordeutlich betroffen; eS war dies der erste Fall in ihrem Hause" und sie be schloß, den Beamten zu entlaffen.' Nun handelte es sich um eine gründ- , liche Motivirung ihrer beschlossenen SMöBttSetag, 'ennWr1r)(xdj, dir" kernige Apostrophe deS Gotz, ' welche in der Eingabe zitirr sein wöllte männig ! lich bekannt, so schien ihr dieselbe denn doch nicht vollkommen ' nachweisbar sür den Fall, l daß der Betreffende etva'H versuchen sollte, sich hinter Ausreden zu perschanzen, die Sache als nur aus ein Versehen .oder RMibverstündniß!! bern hend hinzustellen. ,"" In den gedruckten Büchern ist ja bekanntlich die betreffende Kraftftelle pun?. tirt. r Es handelte sich für die Direktion daher darum, den Wortlaut derselbm Z durch die Aussage einer, fachmännischen Autorität aus dem Gebiete der tlaM- ..!' m. - ""',',,.'',,''!! l i :.,,!Uii?!;
!Mn Literatur festzustellen. UlS solche Mhlte-mtm!,HeMÄtvmKkK welüer sckriftliS um die KoÄQentrrun der punktirten Stelle, das heißt um den, H Wortlaut derselben und" eventuelle Be- S weise für Richtigkeit der :5ttbrWl :l tion angegangen 'Ärdrj3,9tirgifi theaterkreisen gab eS keinNeineSQÄllvh' t r.4: st., v- ixxtJt.iJi.if.l2i '.'r m-,"iM UlS cwnivlu wu urc wuyiujcii crzaytte. Der Künstler ist aber der ebrenden Lk5. sordcruna bereits, und Ziwar mit veinli cyer emiucnyaliiJleir, nagetommen und de? frivole Beamte wandelt daher auch, schon alS er Gespritzter" in der Mitte feiner Mitbürger. r ' ji . r . fi? . t i : "'", !' M ' ' ..!! i: :;.!' ii iii; VWASW terosncier: Donner und Dona! Wenn doch nur ein Windstoß diesm dämliche Rekruten rechtZum" blalmMchtelK j
