Indiana Tribüne, Volume 14, Number 273, Indianapolis, Marion County, 21 June 1891 — Page 7
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Die russischen Juden w Chsvlot' tenburg. SBor Luzwtg Gtet!fZ;s!m.
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Der Bahnhof von CharlottenbMg 5!egt am äußersten Ende der Stadt. Er ist ein Bahnhof wie jeder andere; "ooch wenn seine Steine reden konnten, pi wurden nur von endlosem Jam?er und Hepzörechedein Leide erzählend Tenu von hier aus werden die Leute, dene das Vaterland die nothwendigen LebenShedmgungc nicht bietet, nach HaM' bürg und Brcnicn befördert, 'von wo a ans schwankem Schiff einer -neuen Well , entgegenstener?:. eu einer-Woche ab 'sind die weiten für Auswanderer, dc stimmten SalKn überfällt. Wir sefjcn fremde Gesichter. An rmser Ohr tönt 'eine fremte Sprache. Wer sind diese 'hungernde und durstenden Mensch?? 'Es sind die ruisifchen Juden. Ich habe nicht im Cnne, die Absicht ten der russischen Regierung zu so? schen oder ihr eine Vorlesung .über Humanität zu halten. Von den vielen schönen Schriften über Menschlichkeit, die seit hundert und mehr Jahren den Stolz der öulturvölke? bilden, wird wohl die eine oder die andere ins Russt sche übersetzt und in weitere Kreise verbreitet worden sein. Aber Zum Mind:sten ist es doch eine ausfällige und interessante Thatsache, dafz man eine breite Volksmasze vom Boden der Heimath losreißt und sie zwingt, unter den traurigsten Bedingungen das Vaterland zu verlassen und ein neues zu sucken. Bedeutet das eine Strafe? Es muß wohl so sein, denn ein härteres Schicksal, das wird Jeder zugeben, kann es nicht geben, - als gehetzt nd verfolgt zu!N?erden. Vom BennhosZperron hat man einen schönen Blick übe? weites, grünes Land; Wald zieht sich am Horizonte lzin. Hellblau wavder Himmel,-die Luft rein und malenwarm. Em Zug kam dahergerollt und als er anhält, entstiegen ihm Sckaaren von sremdartig aussehenden Fahrgästen. Alte weißhaarige Man :er trugen schwere Säcke mit Bettzeug, .zarte Frauen suchten mit Wort und Blick die Schaar kleiner Kinder zusammenzuhalten, von denen sie eins vd zwei im Arm trugen. Die meisten um ren jammerlich gekleidet, die Wangen boül und blasz. Einer nach dem andern kam nun heraus; NIQN machte ihnen klar, daö ste nur gradeaus gehen sollseit. Ant Ende des Bahnsteiges befinbei sich ein IchwarzerSSlzerner Bau, über dessen Thür die Aufschrift steht: Für Auswanderer. Durch diele geht man über eine steinerne Treppe hinunter uns gelangt unter die Stüdtbahnbvzen, tüd&t mit Tischen und Bänken zu einem schützenden Aufenthaltsort umgewandelt sind. Von außen macht, daö Ganze einen düsteren Eindruck, und so ist eS .leicht begreisiicb, da sich viele scheuten, in daZ noeifelhaitz Dunkel, hinabzustei gen. Wußten sie doch.uicht,'was ihrer unten erwartete. die Babnbeam ten -ihnen indeß . bestimmt wenn auch freundlich sazten, daß sie die Thür zu 'schließen hätten, so, mußten denn alle hinunter; die Bcttiackz rollten nach, man half idnen das Gepäck trafen, was freilich zuerst gleich fallöit Mißtrauen .halb abzclchnt wurde. Unten, in -den genügend hellen Räumen entwickelte sich ein äußerst lebhaf tes Treiben. . Die Kinder spielten fröhlich und unbekümmert. Alle waren 'freundlich und liebevoll -untereinander. Auf den Banken, fanden iicb Familien .zusammen. .Eine Anzahl Damen .und! Herr: aus .Berlin und Charlottenburg ,wr . lebhaft beschäftigt, .in das' Chaos, inige .Ordnung zu bringen. Wie" Machte man .es, nun möglich, .'diese Uw .glücklichen, dievier Stunden später weiilersahren sollten und zum Theil von aallem Gelde entblößt waren, zu speisen, .zu-trünkenzund zu kleiden? Man han'digte Jedem, auch dem kleinsten Kinde, ctin rothes Kärtchen ein, worauf mit .hebräischen Buchstaben stand, daß er da'für einen halben Laib Brot 'erhalte, dann. ein gelbes Kärtchen, das für em Getränk gilt, und ein drittes, .auf welches Kleioung werabsolgt wird. Die Fremden begaben sich nun alle zum Vaünhossrestauran! und erhielten entweder Bier,, Thee oder Kaffee, Wer weiß, seit wie -langer Zeit sie nichts Warmes genossen chattenk ES war eine Freude, zu sehen, -wie sie wieder auslebten. Die meisten zogen es vor, Thee zu trinken; auch die russischen Kinder sind an dies Getränk gewöhnt, wie die Zairischen an's Bier. Uebrigens wußten sie sich leidlich deutsch zu verständigen, wie überhaupt die Auswanderer, die an diesem Ncrch znittage ankamen, fast durchweg den Eindruck guter Menschen machten., Was waren das für Gesichter! Ja) sah einen Mann, den man mir als ttnra Rabbi bezeichnete; eine feine, schlanke (Äest.-.lt, mit kleinen Händen und Füßen, lockigem Haar und Bart von dunkelbrauner Farbe und Auges, in denen eine Klarheit und ein Schmerz lag, tote, ich es nie gesehen. Weit fort gingen seine Gedanken, zurück !n's Vaterland, wo Frau und Kinder noch weilten;' aber er erhofft von seinem Bruder in New Iork die Mittel, um jene nachkommen zu lassen. Wo waren j denn alle . jene schmrchstarrenden Scheusale, von denen man uns so oft erzählt hatte? Ja, die russischen Juden, so hört man immer, das sind breite, 'dicke Kerle mit verfilz, tm Bärten und irZefenM Ättaen; diese Leute, die man hier sah sie kamen ernst aus der Gegend von Kiew konnte man nur mit Wohlgefallen betrachten. Schwarzes Haar sah man venig' blond und rothbraun herrschte vor; der jüdische Typus erschien viel it Merkmalen slavischer Mischung; gleich jenem Rabbi aber sah man viele Leute) in deren Adern unbedingt reines semitisches Blut rollte. Und nun staunte man wieder über die graziöse und vor-, nehme Art ihres Dankes. . Nur wettige druckten ihre Unterwürfigkeit disrch Handküßen . aus, die meisten neigten das Haupt. Mag, sein, daß auS ande ren ' Gegenden Rußlands, Menschen auswandern, die wirklich im Schmus
leben, und vom Wasser 'nichts wissen wollen; daZ ist aber rmmer noch lim Grund, sie schlecht zu behandeln. Nn begann die Brotvertheilung; auch hier dieselbe Freude, dieselbe Dankbczeigung. In einer hinteren Kammer waren unterdeß die reichlich eingegam genc Hemde, , , Hosen, ' Stiefeln, Frsuen- und öindcrkleioer u. s. w. sor tirt; einer der Reisenden nach dem andcrn ward hineingelassen; man sah und fragte, was er bedürfe und gab es ihm. Die Meisten wurden vollständig nee eingekleidet. Da kamen Mütter mit sechs Kindern und mehr, die oft nichts am zartm Leib hatten als e'n zerfetz' tes Kleidchen: And so ging es mit ehrerett hundert Menschenkunde jeden, ber sich um sie ' bemüht?, scben' sie wit solch' herzlicher Freundlichkeit' an, 1)aß man sich der Rührung kaum' erwehren lonnte. ' - ' . ' . Beie.ts hatte man eine ' Anzahl von Leuten herau-gefund'en. welche von Rußland bis Berlin gelängt waren und nicht wußten, wie sie weiter kommen sollten. Zum Glück war man durch mitleidige Gaben schon so gestellt, da man ihnen Bahn- und Cchiffsahrt ,bezahlen und einen kleinen Zchrpfennig beifügen konnte. Jm Büreau, wo man diese Karten kaufte, sah ich cherzbewegeude Scenen. Ein Mann l)atte zwar em Billet nach Amerika, für sich, aber nicht für seinen Sohn. , Als ihm das Geld, wofür er die Schiffs karte kaufen konnte, auf die Hand Zezählt wurde, fing er an, zu schluchzen. Ich hatte bis dahin keinen der Leute weinen gesehen. Ergebene Fassung bewunderte ich an allen. Die ersten heißen Thränen weinte ein Mensch, um dessen Herzlich vielleicht schon eine Eisrinde gelegt hatte und der sich nun. wieder 'besreit und erlöst fühlre. Viele erHoden die Sande und erflehten Segro auf ihre Wohlthater hsrab. Das habe ich auf demchavlottenbucger Bahnhof unter den Stadtbahnbögen
geschett und gehört, und tich wünsche manchem Juterfeind, daß er einmal unter diese Menschen ginge. Die Konsequenz des Antisemitismus ist die Bertreibung der Juden aus ihrem Vaterlande. Wer aber solches Elend sieht und sich klar macht, daß er an übnlichen Zuständen auch nur die geringste Schuld tragen könnte, und vermag die Nacht ruhi zu schlafen, den will ich nicht um seine Menschlichkeit beneiden. Wer aber ein Herz im Busen suhlt, der helfe! Wir sehen mit Hoher Befriedigung, wie man in unseren (Äesänzmsien Diebe Und Mörder verpflegt,, ihnen Arbeit gibt und sie heilt, wenn sie krank sind nun, was man dem Dieb und dem Morder thut, das versaqe man nicht de?n unglücklichen, verfolgten. russischen c, i k Tie Erblichkeit bei Kranken. Von Dr. Wtar Cljttrzautu Zu den Aufgaben, welche die vssei. lich: Gesundheitspsieae sich gestellt hat, gehört als vorbereitende-: die Nachforjchung nach den Ursachen und Quellen der Krankheiten: Da Hat sich manches Interessante gefunden, so das es wohl derMühe lchm,das 3!esultat der Beobach wngen, so weites möglich'ist, auch grö ßeren Kreisen zugänglich & machen. Es ist dies um 10 leichter, du es sich nicht um gelehrte , Dinge, , sondern um ganz leicht verständliche Verhältnisse .handelt. ,. Als nächstes Ziel faßte man den Ein fluß der Erblichkeit von Krankheiten irl's Auge und erforschte die! Bedingungen, unter welchen die Gesundheitsverhält Nisse der Eltern auf ihre Nachkommen von schädlichen Einwirkungen waren. Dieser Gedanke , ist von vornherein ein naheliegender, wenn man den Einfluß von Eitern auf ihre Nachkommenschaft in Bezug auf Ähnlichkeit des Körpers, und der geistigen Eigenschaften etrach tet. Da ist m Figur, Haltung, Gang, in Mienenspiel, Haarfarbe, Tempera ment meistens große Uebereinstimmung vorhanden. Bald geschieht die Ueberer- - bung im entschiedenen - Maße mehr von Seiten des Bäters, bald mehr nach bei Mutter. Sehr selten sind die AuSnahmen. Wo dies nicht der Fall ist. Schon allgemein bekannt ist es, daß die se Aehnlichkeiten eine Generation über? springen können, daß hervorstechende Ei genschaften Von Großeltern erst bei ihren Enkeln wiederkehrten. Ja, häusig. ge nug bört'Man, daß Neugeborene ihren Großeltern ähnlicher sein sollen, als ihren Eltern. Ganz in 'ähnlicher Weise pflanzt sich die Neigung zum Erkranken an gewissen Krankheiten fort, von denen in erster Linie zu nennen sind : Schwind sucht, Krebs, Rheumatismus, Gicht, ge wisse Formen Z?on Frauenkrankheiten und Geisteskrankheiten, in zweiter Linie Schwächen einzelner Organe wi? Schwer Hörigkeit, gewisse Augenerkrankungen, Sprech fehler, nervöse Zufälle und einige andere mehr. " Diese Zkenntniß ist nicht umsonst, denn aus ihr entspringen die Mittel und Maßregeln, um solche ererbte Krankheiten oder die Neigung zu ihnen aus der Familie zu entfernen, oder, wo das nicht möglich ist, dieselbe zu fchwä chen. , ; Wenden wir unsere Aufmerkfamkeü auf die Neigungen und Begierden der Menschen, so finden wir unter ihnen gleich guten und bösen auch gesunde und kranke. Auch diese erben sich fort, der? anlassen nach' und nach krankhafte Zu stände des Körpers, die von den verHang' nißvollsten Folgen für die Nachkommen begleitet sind: Ich gedenke davor Allem der Trunksucht. Die Trunksucht ist eine erbliche Krankheit, nur mit dem verhäng, hißvollen Nachtheile für die Nachkommen begleitet, daß sich nicht etwa allein die Neigung zum Trinken fortpflanzt, nein daß die körperlichen Schwächen des Trin kers in direkte Krankheiten der betroffenen Organe auf die Kinder übergehen. Daö sind besonders die Schwächungen des Gehirns. Beim selbstmäßigen Trinken leiden durch den ! Wechsel der Blutwal lung, Congestionl alle Gehirnfunktionen Artet dies zur Gewohnheit , aus, so erbt das Kind eine gleiche Neigung zu Eon gestionen, auch ohne im späteren Leben selbst der Trunksucht zu verfallen. Na menloses Elend ist dadurch schon übel sehr viele Familien gekommen. JSin
? enbarkeu des Gemüthes und des Eba rakters, , Widerstandslosigkeit gegen du tf..r',rtl2.t-"ll.?rxi..ix. ' 3 01 V0tn .eve, Hn Biegung gegenüber, ja selbst Blödsinn und Wahn ' sinn sind auf diesen Einfluß wröckzufüh' ren gewesen. Trunksucht in Verbindung mit Geisteskrankheit ist das unheilvollste Erötheil als Belastung für die NÄchkom' mensch aft. . . , , ' , i,..s Tin anderes b eftmderS günstiges Moment für die ' Fortpflanzung .von Krankheiten Durch ' Vererbung bieten die Falle von Heirathen unter Blutsverwandten. Be sondere Eigenthümlichkeiten, es brauchen nicht einmal Fehler zu sein,'m schlimm sten aber Eigenthümlichkeiten bösartiger Natur pflegen bei den Kindern solcher Ehen in zaz besonderem Maße intensiv aufzutreten. Die Folgen sind dann, gar häufig Schwächen -der moralischen Ei' genschaften. Hang zum Laster, anderseits aber auch Schwächen des körperlichen Organismus, mit best?nderer Anklage vx Krankheiten, wie ? Schwindsucht Taub stummheit und anderen. Einige Eiw zelheiten dürften wohl wichtig genug sein,' ausführlicher beschrieben zu werden. Bettachten wir , zunächst, was wir über die erblichen Verhältnisse der Lungen schwindsucht wissen. . Die 'Lungenschwindsucht, nächst dev Cholera der gefährlichste Feind des Men schengeschlechtes, 'ist ganz besonders, eine Krankheit, -welche: vererbt wer den 'kann. Man wende mir nicht ein, 'daß sie eine ansteckende Krankheit sei, durch den -entdeckten Schwind sucht-Bacillus verursacht die Gesund cheilspflege sucht alle Arten der Verbrei tungivon Krankheiten zu erforschen, nicht .die einer einzelnm. , Damit soll aber nicht' etwa gesagt sein, . daß Jeder, wel tchernn seiner Familie einen Fall von Schwindsucht gehabt hat, nun fürchten 'mu, daß unterzseinen Nachkommen so i gleiche selbstim zweiten oder dritten Gliede Schwindsucht auftreten müsse. Unnö thige Aengstlichkeit sollen diese Zeilen nicht hervorrufen. Es wird ja nicht jeder Soldat in einer Schlacht ' erschossen oder verwundet; nur die Möglichkeit, die Gefahr soll mit dem Gesagten ange deutet werden. - .Es ist aber gewiß kein Fehler, zur Kenntniß dieser Gefahren beizutragen, im Gegentheil kann es nur von Vortheil sein, die feindlichen Verhält nisse zu wissen, denn nur dadurch können Wir Mittel zur Vorbeugung und zur Ab wehr- erlangen. Ein Beispiel möge dies erklären, Es handelt sich um ein Kind, das öfter am Husten leidet. Man denkt junächft an Erkältung. Wie leicht ! Wie verführerisch ! Ä!an braucht sich gar Nicht - im t Denken dabei anzustrengen ! Ohne Weiteres huldigt man dem Gedan ken. Denn was man nicht erklären kann, das sieht man für Erkältung air ! Wer aber ' erst über solche Fälle nachdenkt, kommt zu ganz anderen Resultaten. Der Forscher überlegt, warum es gerade die jes oher jenes eine Kind ist, das immer wieder diese eine Form de,r Erkrankung zeigt, warum dies nicht auch bei ande ren Kindern der Fall ist. Schließlich weiß er, was auch Andere wissen sollten, daß eS eine Art Schwäche, eins Reizbar keit gibt, welche bei manchen Kindern die Neigung zum Erkranken gerade die fes einen Organe?, der Lungen, bemerkstelligt -Wenn man dies einmal weiß, nimmt man ein solches Kind weh, in Acht, man beachtet mehr die leisen Än r 1 m m zelcyen von Hünen, und gerade zu solcher Zeit läßt man oaö Kind bei Nordluft, Wind und Staub nicht hinaus, schuh: es gegen sogenannte Erkältungsurfachen, und kann dadurch die Freude erleben, daß.eine, solche Disposition zum husten im Laufe der Jahre geringer wird- daß eS .seine fatale Disvosition allmählich verliert,. und ,zur .gesunden Frau, zum kräftigen Mann emporblüht ! Als- mehr !nAchtnehmen,nicht Abharten wollen", wie eS im Allgemeinen heißt, ist die Lo fung. Gerade wie der Soldat demFeinde gegenüber Deckung sucht, und nicht wie früher schonungslos ohne Deckung sein Leben in :die Schanze schlägt!' Solche Nrsachen, welcke.bei Kindern in svateren Jahren 'leider Reicht zur Schwind, u,: führen, sind : Tanz, Schlittschuhlaufen, Trinken, Arbeiten in Fabriken, nament r c ... r , r r r . . . M tlcy oa,wo vier Vrauo yerrscyr, vumpze, schlechte Wobnunaen. Ünd im 13. 24. Lebensjahre : zu frühes Heirathen. Wie chaufig habe ich esan 12'lahrlaerPrans, UheilS in Deutschland, später in Amerika beobachtet, daß Blutspucken bei jungen Mädchen nach Tanzvergnügungen auf trat, bei jungen Leuten nach hartem 'LVqanen am age, wenn sie sich des Abends nicht die nöthige Ruhe und Erholung gönnten, sondern im Genusse des Lebens dahinrasten l Dem frühen Heirathen gebe ich serner die ' : Schuld, daß so manche junge Mutter im ' Stillen ibres - Kindes dem Siechthum der Schwindsucht zum. Opfer siel! Viele dürfen dies ungestraft thun, die Gefahr ist aber einmal da und wehe denen, die '... . . , ervtlcy oeiazle: nnv l - ' Die Frage der Tubereulose ist m wicb tig, um nicht auch folgendes anzuführen: Kommt Schwindsucht in einer Familie vor, so überschlägt sie zuweilen eine Ge neration die Ursachen weßhalb, sind ebenfalls Gegenstand der - Untersuchung gen Auch die Enkel sind wieder der Gefahr ausgesetzt, schwindsüchtig zu wer den. ' Da soll man ja Acht haben, wenn solche Kinder leicht Husten, namentlich aber, wenn sie eine Lungenentzündung bekommen hatten. Man muß da fürch. ten, daß das spätere Leben, die zwanziger Jahre, -Schlimmeres bringen. Daher nehme man sie in Acht, bürde ihnen je nach den Umständen : nicht zu viele Ar beiten auf. Solche Kinder lasse,! man nicht in Fabriken sitzen, man lasse sie auch nicht zu lange aus den Schulbänken. Kinder der Art passen auch nicht zu den geistig - aufregenden und körperlich an greifenden Aemtern als Schullehrer oder Geistliche. Wie manche Familie muß auf die Erfüllung ihres Wunsches, ein geistig , begabtes Kind studiren zu sehen, Verzicht leisten, mit Rücksicht "": auf d ie leichte Disposition zur Erkrankung der Vrustorgane. Es ist i nun nicht nöthig, daß die Schwindsucht in ihrem ganzen Umfange die erbliche Anlage wei ter auf die Generationen verbreitet, es gibt vielmehr da eine große Menge von Graden, je nachdem der betreffende Mensch mehr oder weniger von ihr ae ! troffen oder nur gestreift wird.. ES gibt i:Ti.;,'tx?J7Z-. vi . .' - "v--
roß? Reihe ' von "Fällen' vö Fallsucht,
ia auch . Streiswunden l Die letchtesten
Fälle sehe wir in der Neigung zu dem, ... - 'i..1 l it. C.f.f.' Jl' , .. J" ,jf ::."''r if 'S. was wir ciopyu'e , neniien; rn lelcy ten Haütausschlägen, , Drüsenanschwel lungcn der Kinder. Die ! schwersten Fälle sind, die im mittleren Lebensalter in rascher, fieberhafter Auszehrung ' ihr phes Ende finden. - - Wir müssen uns noch einmal zu einem anderen, nicht , minder traurigen Bilde, zurückwenden, das , uns die Trunksucht ausmalt. Es ist gar nicht 'einmal nö lhig, daß ' dieselbe in ausgeprägtem Maße vorhanden ist. ' Sie braucht nur mittleren Grades zu sein, um dann schon auf die l nächste Nachkommenschaft von schädlichem Einfluß zu sein.' Es ist ja nichts nöthig, daß immer, gleich die extremsten Schäden eintreten,, auch min der erhebliche find schon schlimm genug l Mehr oder weniger Trunksucht der El tern, oder eines derselben ist im Stande, die geistigen Fähigkeiten der Kinder zu alteriren. Hier ist die Folge eine Nei gung zu Gewaltthätigkeit des Charakters, dort zum Gegentheil, . einem Mangel an Energie, einem Mangel an Kraft, die Leidenschaften zu bekämpfen. In schlim men Fällen , wissen wir, daß diese nd andere lasterhaften Gewohnheiten und Neigungen der Eltern bei den Kindern in der einen oder anderen Form sogar in verstärktem Grade auftreten. , Höhere Grade der Trunksucht bei den Eltern führen bei den Kindern zu jener Schwä che im menschlichen Verstands und Ge fühlsvermögen, die wir mit ' dem Aus druck Wahnsinn 'oder Blödsinn bezeichnen. - - ' . ' ; -Ein Trinker hat also nicht allem seine eigenen Gefahren,, sondern er ladet auch noch die schwere Sünde auf sich, einen unheilvollen Einfluß auf seine Nachkam men, die kommende Generation' auszu übe. Bei diesem Stande der Dinge braucht Niemand sich zu fragen, wie die sen Gefahren begegnet werden müsse. Die Antwort liegt ,ja auf der Hand : Man braucht sie nur zu kennen, man braucht Alles dies nur m wissen, so kann eine Abhilfe wohl im Bereiche der Mög lichkeit liegen. Ein englischer Forscher spricht es geradezu aus, da, eine jede Generation eine nngebeure Macht hat über das Wohlergehen der ihr folgenden Generationen. Ererbte Eigenschaften, gute wie schlechte, können zu bleibenden werden, wobei jedoch die guten sich nur langsam entwickeln, dle bösen dag en lc gleick) dem Unkraute überall guten den sinden, 'sich schnell verbreiten, und nur Mit Schwierigketten ausgerottet werden können. Eine Entartung (De generation) kann nicht nur Familien afsieiren, sondern auch in immer größer werdenden Umkreise ganze Gemeinden in Akitleidenschast ziehen und sogar so weit gehen, daß ein ganzes Volk voll ständig entartet und aus der Äteihe der Nationen verschwindet. neveö Sntsssvau. Von unserem MqrinetechnNer.) Die erste Autorität' des MarineWesens in Deutschland, Herr v. Hollmann, hat bereits hervorgehoben, wa? rum unsere neuen Panzerfahrzeuge nicht allzuschnell fahren; es ist gut, daß sie nicht mehr; als 15 Knoten pro Stund laufen, denn liefen sie schneller, . so könnten unsere alteren Panzer mchj mitkommen." Aber auch die Geschwindigkeit von 15 Knoten scheint uns noch eme stark uber triebene zu fem : die See ist kein Renw platz, und die Fixigkeit mag Wohl die Zierde der Windhunde, der fliegenden Mottalaser und der Wiener Flaker du den, gereicht aber einem deutschen Fahrzeuge keineswegs zum Ruhme. Es muH dafür gesorgt werden, daß unsere Seesfnciere bei jeder Küflenfahrt tters zum vollen Genuß der landschaft. lichen Reize gelangen, welche ihnen die Ufer bieten; dies ist aber nur dann möglich, wenn das Schiff, selbst bei An- .. . r f 'r Spannung auer ampilraire, , sn ixa langsamen Tempo bewegt. . . V Im Falle des Seekrieges ift es nichi nur erforderlich, daß die Schiffe veralteter Coastruction bequem mitkommen können, sondern man muß ihnen Am siands halber jederzeit den Vortritt gonnen. Vergegenwärtigen wir uns, daß unter allen Tugenden eines Seehelden 1.:. tn.tcrrj.f-ri. t n.ti vir vjilulell ovenan uno oan keiner seiner etwaigen Fehler auch nur annähernd so' peinlich wirken würde, wie die Vordcinglichkeit. . h, Von einem Seelöwen verlangen, wn das Dämliche - würdevolle t Betragen, welches den , Landlöwen , auszeichnet; und hinein mit bedächtigem Schritt ein Löwe tritt," singt der Dichter, hierdurch andeutend, daß dem Muthigsten und Stärksten die langsamsten Bewegungen ziemen.' Um diese zu ermöglichen, ' müssen wir zögernde Schiffe bauen. : , 5:.;: ,,5 : nM&wl; Auf alle Fragen aus Abgeordneten--kreisen, wie wir mit dem Bau der neuen Panzer vorwärts, kommen, muß der Marinechef erwidern können : Ich danke, L geht!" nicht aber ich , danket Sf-'Ut '- ,,- . .... , ' " - '".1 .!,,. 1, rennt." ""' i 'Also reichen die 15 Knoten für zwei Schiffe, so daß auf jedes - 7j ' kommen. Machen wir es : ahnlich, wie Alexander der Große: hauen wir die 15 Knoten durch! (Berliner Wespen.) , '&;&flitTi tiZl&$iifytn Dorfschule : von Anno dazumal. Km derchenS, Jhr mißt mir scheene ufpassen, daß Ihr nich so viele Pfahler macht in der deitschen Sprache, besonders abersch bei mir und mich. Ich werd' Euch den Unterschied ganz genau erklären, also paßt uff: Mich ist immer der Singular, z. V.: Heeßer Kaffee schmeckt mich scheene :- Mir ist dagegen aberscht allemal der Blural, z. B.: Mn Sachsen sprechen daS reenste Deutsch." ZH, , ,,, i,:D a s Gedu rtsta g s g e -schenk. Vater: Also mein lieber Junge, ich wünsch' Dir von Herzen Glück und zur Belohnung für Deinen Fleiß und Dein gutes Betragen soll Dir der Toctor hem' den alten bösen Zahn aus ziehen, der Dir so viel Schmerzen ge macht hat." V 'ilt'i lilif,"
Um die Welt in SS Tagen.
Lo &. Reigeröder. ii .in' 4tTrain for St. Petersburrj, Berlin, Vienna, Paris and London" ist ein Kuf, der sonderbar genüge m unzeren Bahnhöfen klingen-wird, wenn er zum '.rsten Male daselbst ertönt und doch ist itlle Aussicht dafür vorhanden, daß wir diesen Fortschritt im Weltverkehr noch Irieh; r. '1 Die Bahnlinie von ' San Francisco über Canada, Alaska und Sibirien nach , Moskau. . St,'Petersbura. , Wien, Ber. Cin 2c. ist nämlich wie die nachstehenden,, Ausführungen zeigen, weder so gesahr- , lich,' noch so unausführbar, als sieau den ersten Augenblick erscheinen mag. :i In der That sind die Anfänge zur Aus führung dieses Riesenprojectes schon gemacht. ' ' is- ; ... ' Es sind drei Linien geplant, um Asien dem Weltverkehr mehr zugänglich ;u machen, als es setzt ist., und obwohl, für unseren Zweck, wenigstens, nur die A dritte in Betracht kommt, so, wollen wir der Vollständigkeit , wegen auch die an-, deren beiden kurz erwähnen. Da ist: 1.' Die Bahn nach Bagdad, von da durch das Tigris-Thal längs des perfischen Golfs, an das Arabische Meer durch Beludschistan nach Sakkar, wo sie Anschluß , an das.? englisch ostindische Bahnnetz erreicht. .Diese Bahn ist that sächlich schon in , Angriff genommen; doch sind in Folge des chronischen Mangels an Geldüberflnß im türkischen Staatsschatz bis jetzt nur 90 englische Meilen von Skutari nach Ada-Bazaar in der asiatischen Türkei fertig gestellt. Wie schon bei so Sielen früheren orien talischen Unternehmungen, wird es wohl auch m diesem Falle deutschem oder eng-, lischem Kapital vorbehalten' sein, i die hochwichtige Linie zu vollenden. L. Dle sog mannte central-asiatische' Linie, welche von den französischen Ingenieuren Cottard und Äesseps geplant ist. Diese Bahn , geht von Ocenburg durch West-Sibirien nach Taschkend, Turkestan, Samarkand, , Kabul und Peschawar in Ober-Jndien. Trotz der ungeheuren Wichtigkeit dieser Bahn, sowohl in commerciellcr, als auch politischer Hinsicht, ift. noch nicht darüber bestimmt, wann sie begonnen werden wird. 3. Die bedeutendste und für uns interessanteste von allen: die große sibirische Bahn, an welcher schon sehr fleißig gearbeitet wird, geht "von Usa zunächst nach' Jrkutsk. Die Ingenieure haben. den Bau rn Sektionen eingetheilt und die ersten und schwierigsten derselben sind bereits vollendet. Sowie der Fchienenstrang, was bald der Fall sein wird, die großen Ebenen des südlichen Sibirien erreicht, wird die Arbeit noch bedeutend schneller vorwärts gehen, als bis jetzt der Fall war. ' , , ,; ; In Jrkutsk zweigt sich die Bahn nach zwei Richtungen ab: die eine durch die Amur-Provinz nach Wladivostock, even tuell nach' Pekin vorausgesetzt, daß der Widerstand der Himmlischen Regierung gegen ein solch' riesiges Eindringen der modernen Civilisation, 'namentlich der russischen, , in ihr Himmlisches Reich" gebrochen werden kann. , Die andere Linie, und .das ist die Weltbahn, . geht nördlich von Jakutsk und von da. in nordöstlicher Richtung, thcilweise längs des .Ochotslischen Meeres, nach der Berings-Straße. rDie Ueberbrückung der letzteren wird bei der Höhe, auf welcher unsere moderne Jngenieurkun st steht, welche erst vor kurzer Zeit mit einem Aufwand von $10,124,000 (eine verhältnißmäßig sehr geringe Summe) d 8,296 Fuß lange Fonh-Brücke für die North Bri tish Railway gebaut hat, keine besondc ren Schwierigkeiten bieten., Ebensowenig ist derEisenbahnbau in Ost-Sibirien und Alaska ein Ding der Unmöglichkeit, Wieder Bau der Bahnen beweist, bei welcher noch größere Terrainschwierigkeiten zu überwinden waren. ' " Von Alaska geht die Bahn südlich über Canada nach Vancouver, Tacoma und Portland, wo sie sich an die Cana-'. dian, die Northern und die Southern Pacisic-Eisenbahnen anschließt. . ' -, Ist diese Bahn, welche es uns ermöglichen wird, eventuell, sogar ohne, Wageuwechsel, von hier aus nach irgend einer der am Bahnnetz liegenden euro päi sehen Continental Hauptstädte zu fahren, einmal vollendet, so ist nicht einzusehen, warum nicht auch der Rest der Welt mit eisernen Schienen umspannt werden soll. , Von San Francisco aus fährt man jetzt schon mit allem Comfort, welchen Pullman und ' Andere für ! uns erfunden haben, nach der Stadt Mexico :c. Die Zeit wird kommen,' in welcher wir von da aus, ebenfalls per Eisenbahn und ebenso , bequem, nach Rio' de Janeiro, Valparaiso, Buenos Ayres und selbst Patagonien reisen kön. nen, wenn es uns gelüsten ,: sollte, die ! dort lebenden Vielfraße zu besuchen, i ; Doch um wieder osuf unsere Weltbahn zurückzukommen, so ist gleichzeitig mit dem obigen Projekt auch noch eine an 1 dere Bahn geplant worden, und zwar von Quebec ,! (Canada) nach der St. Charles Bay an der Küste von Labra-, dor. Dieser Platz liegt Europa am nächsten, und von hier aus 'können die europäischen Dampfer ihre Fahrten nach dem anderen Ufer des Atlantischen Oceans in vier Tagen machen. Angenommen daher, daß alle' bei der großen Um-die-Welt-Bahn" in Frage, kommenden Züge mit, einer Schnelligkeit von etwa vierzig' engl. Meilen per Stunde fahren (was nicht einmal eine große Leistüngjrst,! denn viele der sogD nannten f,BIitz:Züge :ra regelmäßigen Verkehr und die Extra-Züge unserer Eisenbahn - Magnaten machen bedeutend mehr), so kann in Zukunft die Reise um die Welt in 23 Tagen gemacht wnderu tTiWk pd'i-r Was die Zeit betrifft, innerhalb wel cher dieses ungeheure Bahnnetz vollendet werden kann, so ist dieselbe nicht allein nicht so lang, sondern sogar bedeutend kürzer, als manch' anderes Riesenwerk von Jngenieurkun st, welches wir vor unseren eigenen Augen entstehen und vollenden sahen. Wir ermnern nur - . ' ... .. : , . . -Jte..v ... ...
I. V. an die Brooklyner Brücke, welche tm Juni 1870 begonnen und ,m Mai 1883 eröffnet wurde, mithin 14 Jahre in Anspruch nahm. ' , 1 " ' ; Die sämmtlichen Eisenbahnen der Welt haben eine Länge von ungefähr 370.500 englische Meilen. " Nach, den statifti schen Tabellen der . letzten zehn Jahre betrug die Durchschnittszunahme, d. h. die Zahl der, neugebauten Bahnen, etwa 15,000 englische Meilen per Jahr. Zu einer directen Verbindung von New York und. London via Alaska und Sibirien in der oben angegebenen Weise ist der Neubau von nur 9800 englischen
Meilen, also etwas mehr als die Halste der- jährlichen Gesammtzunahme der Eisenbahnen der Welt nöthig. ' Vor . .. . ip'1. . f rtf i r i 4. ' . rrr Jt. ausgeicyr, oan, in noeiracur oer Dichtigkeit dieser Linien, durchschnittlich 1500 Meilen per Jahr gebaut werden, so könnte - die ganze große Um'die Welt-Bahn" in etwa c Jahren fertiggestellt sein. , ,r Soviel über den technischen Theil des Unternehmens, welchem nach dem! Urjbeil der erfahrensten Eisenbahn 'Ingenieure nirgends unüberwindbareSchwierigkeiten entgegenstehen. Etwas anders verhält es sich mit der sinanziellen Seite des Projekts, welche allerdings etwas problematischer, aber doch nicht ganz hoffnungslos aussieht. Nacb oberflächlicher Schätzung wird, die Große Sibirische Bahn etwa zwcrhundert Millionen Dollars kosten; doch wird, man bei . der russischen Art zu bauen und namentlich hei den großen Schwierigkeiten, mit denen der Trans Port deS , Materials durch die Steppen verbunden ist,, noch reichlich Hundert Millionen zuzählen dürfen, was also nne Gesammtsumme von $300,000,000 ausmachen würde, eher noch mehr, als weniger. Eine Riesensumme und doch wie klein erscheint dieselbe im Vergleich mit den ' ungeheuren Absatzgebieten, welche die projectirten Bahnen der europäischen und amerikanischen , Industrie :röffnen werden. Würden die russischen Klöster, deren Reichthum geradezu unermeßlich ist, ihren Beutel aufthun und ihrem Väterchen" diese Kleinigkeit vorstrecken, so könnte die russische Regierung die sibirische Bahn allein bauen. Da jedoch bei den Popen, wie bei den meisten an deren Menschen, im Geldpunkt- dieGemüthlichkeit ausbort so müßte eine Anseihe aufgebracht werden. Bei 'den großen Vortheilen, welche das sibirische Bahnnetz den meisten europäischen Nationen gewäbren wird ist es mehr wie wahrscheinlich, daß die Anleihe gezeichnet wird. Namentlich, wenn sich die russische Regierung dazu entschlösse, eine Art von internationalem Verwaltungs. rath (aus den Haupt-Actionaren oder den Vertretern der hauptsächlich interes sirten Nationen oder wie immer zusammengesetzt) ein kleines Wort bei der Verwaltung der Bahn mitreden zu lassen. Daß die zum Bau der Bahn auf unserer Seite des Paciftc-Oceans. also Alaska-Canada, nothwendigen Gelder in kürzester Zeit flüssig würden, nnterliegt keinem Zweifel. ; Wenn wir auf die Fortschritte zurückblicken, welche unser Verkehrswesen in verhältnißmäßig . kurzer Zeit gemacht hat wer hätte noch vor 25 Jahren z. B. geglaubt, daß wir einst in wemger als sechs Tagen in eine? Art von feinem Hotel auf Rädern von New Fork nach Satt Francisco oder in der. selben Zeit in einem schwimmenden Pa last nach Liverpool fahren würden? - so gibt es in Bezug auf das Reisen, mit Ausnahme des Luftballons, Nichts mehr, was wir für unmöglich' zu halten brauchen. Also wie Kaiser Wilhelm der, Zweite sagt rn ewigen Jahren (bis dahin sollte" ja auch unsere North Niver Brücke vollendet sein, doch wird die sibirische Bahn wohl etwas schneller fertig) werden wir eS in unseren Bahn, Höfen hören: rain for'St. Petersburg1, Berlin, Vienna, Paris and London." Schade, daß die Rund' reise-Billets etwas kostspielig sein wer, den! i- ' : . " i i Kleine Notlzen. ' i Nachdem der Erzbischof von Korfu und . der, . oberste Staatsanwalt von Athen die Erklärung abgegeben hatten, daß das in Korsu ermordete Mädchen eine Jüdin, keine Christin sei, sehen sich die Kreuz und die StaatÄürger-Zei-tung in Berlin genöthigt, zur AufrechtMünz ihrer Behauptung, daß in Korfu von den Juden ein ritueller Mord an einer Christin begangen sei, ein jüdisches Kochbuch verfassen zu lassen, aus welchem klar hervorgeht, daß zum Kuchen backen Christenblut genommen wird, i O . .. : . ' ' ' , Seit der Fürst Bismarck in den Ruhestand getreten ist, arbeitet er fortwäh' rend. un aber hat er beschlossen, , sich einige Erholung zu gönnen und daher für ' etliche Wochen in den Unruhestand u iicicu. 'i k rm - : : ; t, Der Gewinn der Spielbank in Monn Carlo , im laufenden Monat hatte am 20. bereits die Summe von sechs Selbst norden erreicht. . , W-f: ' . ,1 , , : in I H :y- . . Durch eine amtliche Statistik ist festgestellt, daß 1890 in der englischen Armee 5814 Kriegsgerichte stattfanden, welche !ich mit der Untersuchung von 9153 verchiedenen: Anklagen Izu befassen hatten, die mit Verurtbeilunaen m Gefänanm endeten. In Folge dessen hat England kemAstehendes sondern nn sitzendes &ttt$k!M lliif t;!.';!;);! -1111:111 iiiilll. ! l'ir, , ,11 jp yiiK" l::1!. Mi Sli ' f e hrr HsfkB,?5 i tmirK j .. utuvwrnt. wHtvv Vfc, ausgezeichnete Schriftsteller Vierre Loti plotzncy unsterdttcy. ! H.i 5 .ItiiSri'ifi'',.;!,' 1 . O ,,, t " T; ;,;. ' :H N'f'llHi'iiilil. "iViii'1 1! .r- ; ii: ...j-iJ c ji'l Der Architekt 5vl. welcher in Maim von Ofsizieren lebensgefährlich ver vundet w orden ist,, gedenkt Mainz zu verlassen, so daß dann die dortige Sicher heit heyllos ist. (Verl. Wespen.) liri.!,!jP :iSi':"i!lM '"ii1!1'1' I'fl'i1'? ''S' Sjiffinls? f! 'S1'';" i!.i'',. -:'''!... ' Die Freude tragt unö, das Leid müssen wir traaen ...
Dle Studien ttny. Die nachstehende eine Geschichte ist buchstäblich wahr: ES ist ein Studmtenhistorchen gelungenster Art und werth, auch außer dem Kreise der Wif senden" belacht zu werden. Was ihrem Helden, einem Mediziner, ganz unvor hergesehen passirte, das war thatsächlich noch nicht dagewcsen,so weit auch dicErin nersng der 'ältesten Hauser" reichen möge. Besagter Bruder Studio nämlich, 1 herS ohn eines wohlhabenden Land man neSinBöhmen,leidet,trotzderreichlicksicn Beldsendungen. an bestandigem Man 3 gel an M00S". Wie diesem Uebel c& wohnlich abgeholfen wird, ist ziemlich , allgemein bekannt. Die I bewährte Methode ist immer die gleiche: bald na ß Pump, bald der Austausch entbehrlicher , Utensilien aegen klingende Münze. Aber damit ist schließlich nur wenig geholfen. Wer also nur halbwegs iu der glücklichen Lage' ist, an seine Familie appelliren zu können, der schreibt nun, sA oft es nur geht, nach Hause und erbittet Vor-, Zu und Nachschüsse ; aller $fcfc& Em Student braucht gar zu viel. Und nun gar ein Mediziner! Diese Instrumente, diese theuren Bücher, diese
Gelder für Kollegen und Kurze, duze Taxen und sonstigen Spesen! ES ist' jammervoll! Nun, auch unser Brudc, k Studio hatte unermüdet aus dem Boru des väterlichen Säckels geschöpft, bis er . schließlich vor lauter Bedarf gar nichi f mehr wußte, wofür er noch Geld t&l langen , sollte. Doch .bald kam die Er ' (i leuchtung über ihn, und er bat den Äa-H ter ebenso kurz, als dringlich um die H rasche Znsendung von 60 oder mehr Gulden, damit er- mit dieser Summ eine Kuh kaufen könne, die er unbedingt zu medizinischen, speziell aber zu Impf. ,,M ftudien benöthige. 'Papa Bauer scheint nicht an der Nothwendigkeit des Stn , dienobjekts, wohl aber' den Viehkennt nissen seines Sohnes gezweifelt zu ha ' ben, denn raH entschlössen fuhr er nach Wien, suchte einen bekannten V lehhändln , aus erstand nach reiflicher Ueberlcaunz
eine prachtvolle Kuh und eilte nun erst in die Wohnung deS Sohnes, um ihn rnii seinem Erscheinen und , der Meldung von dem glücklichen Einkaufe freudig zu überraschen. Da der Mediziner nicht daheim war, kinterließ der Vater ein Z5ttel mit den nöthigen Mittheilungen und ging dann spazieren. Abends er schien er wieder, aber der Sohn w wieder nicht da, obwohl er einmal z Hause gewesen und die betreffende Nachrichten gelesen hatte. Er,, ist auch heute noch nicht zurückgekehrt und sei Vater sucht ik seit vier Tagen Ä sämmtlichen Gast- und Kaffeehäuser die er ZU frequentiren pflegt und cZ sind deren Zehr viele aber vergebens. Bruder Studio läßt sich nicht blicken, obwohl er bald da, bald dort von Kollegen gesehen wird. Vielleicht lieft n diese Zeilen und stellt sich reuig bei dem Vater ein. Sein Studienobjekt frißt ja täglich ein Heidengeld aus! Eil steht ja noch im Stalle. Und wenn er es nicht benöthigt, so möge er bedenken, daß eine Kuh immer , verkäuflich ist. Nur l arf e- ihn nicht geniren,! wenn der Erlös sür sie nicht in seine Tasche stießt.. 11 111 '! 1 V .'.. 1-1 H l, I , Der Telegraph und die Tykerrvelt. Der TeZeraph spielt auch , in bn Thierwelt eme gewisse Rolle. Jeder Jäger weiß, und die Bahnwärter wif sen es auch, wie viel Rebhühner sich jährlich an den Tclezraphendrähten di. Flügel wund, stoßen oder den 'SchiMz einrennen; aber nicht bloS Rebhühner, sondern auch zahlreiche andere Vögel, besonders solche, die auS Ländern kom. men, in denen sie mit, den modernen Kulturinstituten bekannt und vertraut zu werden wenig Gelegenheit sindcn. So haben sich namentlich viele Faust Hühner (Sjrrliapt3) mit ihrem ungestümen. Jlug an den verhangnißvolleH Fäden den Tod geholt. Aber wie über all in der Welt, so heißt eS auch: hier: Wurst wider Wurst-. In Indien und ' im tropischen Südamerika sollen bis Assemdie durch die Urwälder gelegten Drahtwege möst Stangen 1 für aller liebste, eigens für sie hergestellte Turn geräthe halten und den entsprechenden Gebrauch, der für : diese Einrichtungen nicht gerade der beste ist, davon machen. Neuerdinas sind auch Svecüte und RZ. ren als Gegner des Telegraphenweseni aufgetreten. Die englische Zeltschrist Nature" brachte vor einiger Zeit ein, interessante Notiz über eine z Beobach tung eines Herrn Pasteur, Jnsvectvr? des Post und, TelegraphenwesenS Java. ,. f- . , , " lT-r;?:. Dort lassen sich Spechte verleiten, dn Telegraphenstanzen . es sind meist lebende Kapoks und eisenharte Teak. bäume, die dazu verwendet werden in der Nähe der Isolatoren anzuschla gen und tiefe Höhlungen in das Holz mit großer Mühe zu meiseln. Sie scheinen zu denken, daß das summende Geräusch, welches man so leicht bc merkt, wenn man sein Ohr an einz Telegraphenstange legt, von im Baum nagenden Insekten herrühtt. Auf da elektrischen Ausstellung in Paris, 1881. wär ' ein Stück Telegraphenstange anz Norwcg en- ausgestellt, das ein Spech! durch -.einenZ-. siedenCentimwbreiten Gang vollkommen , quer durchbohrt hatte. Ebenfalls , in, Norwegen hatt man sich lange Zeit den Kopf über d Urheber eines anderen groben Unfugs der an deni schah,, vergeblich zerbrochen. Dort sinl nämlich , die Telegraphenftangen uni :"!v t '' " ,i -!'" 1 ' 1 . am Boden der stärkeren . Befestigunz halber mit Steinha nun fand man : fost auSeiitandci: gezcrrt und abgetragen. Wer war der Thäter? Endlich kam man dahinter Bären. Diese horten auch den ihnen wohlbc kannten Laut, nämlich das edenr Su ' mtn der Hummeln sehr ähnliche.5Ge rausch, und . vermutheten. , auf ihre Er fahrung gestützt,' ein . Ne dieser Jnscd ten, auf deren Honig sie überaus lüstern sind, zwischen den Steinen, singen aa H ... ZrrL'U.- .ri nacy oeiuznoen zu incen uno zerjrreu:en die Hausen natürlich bei dieser. 0clo .aenbdtiiiiiiii!!,';! l!,ilf!f " f !N'::iSN;iS i,;, , ..
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