Indiana Tribüne, Volume 14, Number 266, Indianapolis, Marion County, 14 June 1891 — Page 7

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,,,4,i ui Der Wnpoflverein n seine Geschichte. " f?:n Sfatl ch:nb,rS. Vor vierzig Jahren gab es m Köln a. Rh. einen Obcrpvftsecretär, ! dcr 'so recht ein Bureaulrat alten Stiles war und de:n wenn auch nur im ftcjürlilicn Sinne der Z?pj noch immer hinleu hmz. Er konnte deswegen auch einen jungen Poftsecrctär, fcca er unter sich 'hatte, nicht auZstchen,' der für allerlei Neuerungen. schn?Zrle und den Fort schritt des Posrwesens auf den Umsturz geheiligter Institutionen gründen wollte, dieser sonderbare Schwärmer war ein HandAerkersZohn aus Stolp, hatte daZ Gymnasium absolöin und dann das Vostfach eingeschlagen, weil sein Vater für sechs Kinde? zu sorgen hatte und ilint nicht die Mittel zum Besuche einer Hochschule gewähren konnte. Terzunge Ä'iann erfüllte gewissenhaft seine dienst Uchen Obliegeubritm retneb aber :ußerdcnz, dem Schlafe nur wenige Stunden gönnend, die vielseitigsten Studien, und sein scharfblickender Geist erfaßte die volle 5lulturbcdeutung des moderne Vostwesens. Das erschien seinem pedantischen Bor gefetzten als thörichte? Wahn und frei leö Ümsturzgelüste, und als kurz daraus der junge Mann von Köln nach Magde bur;i versetzt wurde, da gab er ihm ten wohlge:uöinten Rath, sich lieber einen anderen Berusskreis zu suchen, da et bei der Post doch niemals Karricn machen würde. Wie jener Oberpostsecretär geheißen hat, kann Niemand mehr intereZsiren,der junge Poztsecreta? aber ist de? jetzige Staats secretär Dr. v. Stephan, der Reformator des Postweseus, nicht nur im Deutschen Reiche, sondern auj der ganzen Erde, und der Begründet des Weltpostvereius, dessen diesjähriger Congrefz am 20. Mai in Wien zusammengetreten ist. Dieser Verein hst für die Post einen völkerrechtlichen Verband geschaffen, wie er für keinen anderen Zweig de internationalen VÄkerlebenJ vorhanden ist, ,nnv stellt snertanntcrmauen die größte Errungenschaft da, welche daZ Postweftn un) der gesammte Weltverkehr bisher auszuweisen hat. Die Post muß, um ihrer Bestimmung durchaus gerecht werden zu - können, gleich der Telegraphie und Eisenbahn eine Einrichtung universeller Art sein, die durch keinerlei Schranken eingeengt wiro. Sie stellt das umfassendste Medium des Verkehrs dar, und aus dieser wichtigen Kulturaufzabe geht die Noti wendigkeit hervor, das Postwesen in lle.: fernen Einrichtungen, nicht blos lokalen, provinzialen, oder nationalen Bedürfnisien anzupassen, sondern es von üllen Grenzyfählen unabhängig für internationale Beziehungen von Welt theil zu Welttheil geeignet und nutzbar zu mzqc;:. Das moderne Postwesen verlangt daher völlige Verkehrsfreiheit, ungehinderte Annähsrung der Völker und Beseitignng Alles dessen, was einem freien Joeentausch zwischen den Ä!atio' nen und Ländern im Wege steht. Diese theoretisch ' längst anerkannten Funda- ' mental sähe der freien Verkehrs beweguNg siRd aber erst in allerneuester Zeit im Postwesen thatsächlich zur Durchführung gelangt. Bis dahi hatten hc Unterschiede der Nalicnaliräten und -die .politischen' EisersücktelcieiZ zwischen Äen einzelnen Völkern hindernd 1 eingewirkt, desgleichen die schranken, die in der Verschiedenheit der postali scheu Einrichtunaen der Staaten, in der EngheMkeitche'deMhrechnung zwki e jt. :. k - .. . iirri. . ' . I cgcii szn .verjazieoenen vnver?ailungert untereinander und in der Hohe du Tarife ftr den intsrnationalerr Briefwechs:! bestanden. - - : -i Mehr und mehr . drängte. - der. sich schon vi btx ersten Hälfte unseres Jahr hundert anbabnenJe Aufschwung irr, Bau vp.n Straßen und Eifenbatznen. dann , die Hebung?, der Schiffahrt durch ..d!e,,Datnvf!raftidazu, die noch aus den: Mitte!e5t:r stammenden 'überlebte Formendes Psstverkehrs zu beseitigen. Immer beutlicher wurde es erkenudar, daß eine große Reform auf diesem Ge biete zweierlei anzustreben habe: innerhllb de? Gebiets der einzelnen Nationer, größere GeschZouhö5.''Unb"' etnhellÜHe Gestaltung des PostWesens, und dann die NegeZung des rtternationalen Vep kchrs nach allgemein geltenden, zweckenb sprechenden Grundsätzen. Line Vorbedingurg für beide Punkt War durch ,Nowland Hills denkwürdige B riefporte-Neförm gegeben worden die für immer , mit dem alten FiskalitätsPrincip brach, nach dem die Post vou Seiten der Rezierur-gen lediglich als Finanzquellc behandelt worden war; Fortan galt es als Grundsatz, die -Preise der Linzelleistungen der. Post ach der Gesammtfreauenz aller Leistungen zu bemessen, und. die Erkenn ''ß .brach sich Bahn, daß uuißige Poctb,k.-. diese Gesammtsrequenz steigern und daß damit auch die Einnahmen der Poft eine Steigerung erfahren müßten. Einen vielvLiheißenden Anfang für die Erweiterung des, deutschen Wirthfchaftszebietls machte die Gründung deS deutfaösterr?ichifchen Postvereiss. Ider am 1. Juli 1550 in's Leien trat. "Dieser Vertrag (evidirt am 1. Juli 2852 und 13. August 1860) gestaltete ckie dadurch vereinigten 16 Postverwab Zungen für ihren gesammten Wechselz?er!shr zu einem einzigen Postgebiei ivön LI,40Ä Quadratmeilen mit 72 Millionen Einwohnern, dessen Verhält misse inm PoftvereinZtZisland durch ein SeMVewäggeordnw -Nlr Im Jahre 1863 trat dann auf Au. , gunz des nordameriknischen - GeneLalpostmeifterZ Baird die erste Welt. post-Konstrenz zu Paris behusS einer Äorganisation deS inisrnationaleu JZoftverkehrs zusammen. Auf Einla. dung der uordamerikanischeu Bundes MegieruAzZ'saudt ihre Vertreter zu dieser Konferenz f . Belgien, Eosta Nica, Danemarf, Frank reich, Großbritannien, die Hassastadte, Ltaliert. die NiedkrlandeM Oesterreich, :fr"" ' : "' " "! z-.?::. . !'" !;W

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Portugal, Preußen, dle Sanowichmsem, die Schweiz. Spanien, Ungarn und, die Ver. Staaten von Nordamerika.'' Zweck der Konferenz war die Aufstellung einheitlicher Bestimmungen für deHnterz nationalen Briefpoit verkehr und in der That wurden zahlreiche rationelle und nützliche Festsetzungen getroffen, , nur vergaß man leider das Wichtigste: Die Feststellung eines einheitlichen Porio's für große Verkehrsgebiete. Blieb aus diesem Grunde die Konferenz praktisch auch ohne Nutzens so hatte sie doch thcoretische Erfolge, rndem die von ihr aufgestellten Grundsätze fortan bei Abschluß von internationalen Postverträgen berücksichtigt wurden. .Namentlich in Deutschland, wo "vom 1. Januar 1LL8 ab das Postwesen für das gesammte Gebiet des Norddeutschen Buuves eine einheitliche Verkehrsanstalt eingerichtet wurde, die dann die Verfassung des neuen deutschen Reiches zur Rcichspostvcrwaltung erweiterte, , schloß Stephan eine Reihe von Postverträgen mit fast allen euroräifchcn Staaten, um' .Erleichterungen für das mit dem Auslande correspondlrende Publikum durch--)tu setzen. Von ganz besondere? 'Wick,. trgkeit war der am 14. Februar 1872 zu Paris unterzeichnete Vertrag, der eine wesentliche ' Porto ermäßigung brachte, die bisherige Portotheilung be seitigte und an' deren Stelle den im deutsch - österreichischen Postvcrcm bewährt gefundenen Grundsatz setzte, daß jeder Staat - das , von ihm erhobcm Porto behalte. Endlich brachte er auch noch das Princip :de? gegenseitigen Transit sreihcit zur Geltung, wenn auch noch vorderhand mit einigen Bcschräw kungen. Auch mit Oesterreich wurde 1Sj2 der Postverkehr durch einen neuen Vertrag geregelt, auf den durchweg die inländischen deutschen Tarife Zur AnWendung kamen. Alle diese Verträge zielten auf eine Reorganisation des gesammten internationa'len Postverkehrs ab, die ein mäßiges Einheitsporto, die Transitfreiheij und die Portoverthcilung nach dew Princip der Eomvcnsation' zur Grund, läge haben sollte Schon "ISÜS stelltt eine Denkschrift des damaligen GeneralPostmeisters diese Gesichtspunkte mij aller Klarheit hin und brachte ' eine auj Grund derselben zu errichtende Vev kehrsgememschaft zwischen : denStaate Europas, den Kanarizchcn Jmeln und Madeira, den Vereinigten Staaten von Nordamerika, Canada 'und den übrigen englischen Besitzungen in Nordamerika und Grönland in Vorschlag. ' Im Anfange des Jahres 1869 geschahen die ersten diplomatischen Schritt bei den auswärtigen Negierungen zm Herbeiführung des ersten Weltpostkow gresses, dessen Zustandekommen jedoch durch den Ausbruch des deutsche französischen Krieges verhindert wurde. Auch die ersten Fahre - nach dem Frieden waren der Wiederaufnahme des Planes günstig; Stephan verlor sein Ziel aber miemals aus. dem Auge,.. und nachdem die Schweiz sich -auf Deutschlands Am fachen bereit erklärt hätte, die CongreßHeilnHmdr bei sich zu empfangen, ep gingen endlich , die Einladungen an die .europäischen Staaten und die nordame'rikanische Union, 'zuml. September m Bern zusammen zu kommen. Von - achten Staaten- erklärten sich w . . f-t-.-A i i er . i i-JJL für die nächste Jcit ab, die Türkei zögerte mit emer entzcheidenden Antwort, und Jwßland ' beantragte aus äußerlichen Gründen" eine Vertagung 'de Eongresse!' Unter diesen .Urnstan den befürwortete nun auch Deutschland ' eine Vertagung.. die. das Gute .hatte, daß allch Vorarbeiten deren Material :den Berathungen mit zu Grun g.'legl werden' sollte, gründlich erledigt werden konnten.? Im Verlaufe des folaenden Jahres sagten dann alle eingeladenen Staaten -lhre Betheiligung zu und ermannten ihre Vertreter, und so konnte denn endlich am 15. September 1874 M Bern in dem festlich geschmückten Saale des alten Ständehauses'der erste ,allgemeine Postkongreß durch MundesTath Borel eröffnet werden. pAm 0. October erfolgte der Vertrags' abschluß.der die große Verkehrögemeinschaft des Allgemeinen PostVereins", der 1878 ofsiciell als' Weltpostverein bezeichnet worden ist, begrünoete und öamitff einez Einrichtung von ; 'höchster cultureller, wirtschaftlicher und Politik scher Bedeutung schuf.' Das Gebiet des Vereins umfaßte gleich im Umfange 22 Staaten, tin Länderareal von etwa 7icM0 Quadratmeilen oder 37 Milliou.en Quadratkilometer 'mit üLer 35L MillÄnen Menschen, das fortan als ein einziges Postverwaltungsgebiet mit vollster Freiheit des internätionateR Verkehrs . und nützlichster Gleichmäßigkcit der Normen hinsichtlich der postali' sche Technik anznsehen war. : : ' Llls gMinschastlicheS Vcreinsportg .wLrd.e,der7Satz,,von,L3ßCentimeS ( 20 Pfennig oder 10 Kreuzer Oe. W.) für Briefe bis um Gewicht von 15 Gramm im Princips angenommen, wenn aua voreft für eine gewisse Uebcrgangszeit ein SaH bis zu 32 Centimes , gestattet wurde und ßir Seebeförderungen von mehr als 300 Seemeilen ein Zuschlag, porto hinzutrat. (Zur Begleichung sei angeführt, .daß noch kor 20s Jahren ein Brief von Deutschland nach Amerika 1 Mark 50 Pfennig kostete.) Bezüg. lich der Portotheilung unter den vertragschließeuden Staaten gelangte dcl Grundsatz der Compensatio schranken. zur AuerkennuLg. Jeder Staat whält die von ihm erhobenen Gebühren, urd eine gegenseitige Abrechnung d bei der Beförderung betheiligtcn Staaten findet nicht statt. Die Frcnlirunz erfolgt ausschließlich durch die' im. Ur. spruögslande geltenden - PostwerthzeiJL, "' 's chen. j;, . Am 2. Mar 1873 trat in Paris der i. rr f. .-JLrJL "r,:.:-v' .' . . ,tote Conar im 2 tn "(."TOT'M O I - w.;5 Bern begonnene Werk befestigte und den Vereia zu einem wahrhaften Weltpostvereive ausbaute, der nach und nach die übrige noch, aus stehenden 'Lander zij jl sich Sexai -0hx

sunizeynosorr , ozizw, errrercr .naoz Bern zu'ftnoen ; Frankreich lehnte aus finanziellen Gründen seine Mitwirkung

II Juni' abgegossenen Vertrage lann man heute durch einen einfachen Bries für 20 Pfg. eine Postkarte für 10 Pfg. und eine Druck sache für 5 Pfg. nach den Wohnstätten des ganzen Erdenrunds in Eorrespondcnz treten. Vor Begrün-, dunz des Weltpostvereins gab !sNn Deutschland allein für Briefe nach den jetzt zum Verein gehörigen Ländern 60 verschiedene . Portosätze , während die Zahl der Portosätze, die in allen Ver eins staaten für den gegenseitigen Brief verkehr in ' Geltung waren, über 120Q betrug. 1830 kam nochmals eine Eonferenz in Paris zu Stande, welche auf Antrag , T eutschlands (m auch x kleinere Packete (bis 3 Kilogramm) im internationalen Postverkehr zuließ. ; 1 I Der letzte Weltvostkongreß hat 1885 in Lissabon stattgefunden und abermals .n der Befestigung und Erweiterung cer innerhalb des Verbandes bestehen den Vereinigungen" behufs des Austausches von Briefen ; mit, angegebenem Werthe, ' vonPostanweisungen 'und von Postpackcten weiter gearbeitet. Ferner würd cn auch neue internationale V erfc einbarungen getroffen, welche in Einzie hünz von Geldern im Wege des Postauftrags, die Besorgung des Zeitungsbezüge s durch die Post. t die . V eröffentlichung der Annoncen durch Vermitt' lung der .Post, die Einführung von Ausweisbüchern und endlich' die, einheitliche Organisation der Poftstatistik betrafen. . ? -'S: Gegenwärtig umfaßt der Weltvost' verein ein Gebiet von etwa 87 Million nen Quadratkilometer mit 915 Million nen Bewohnern.,' ' Ihm ' gehören an: sämmtliche Staaten,, Europas; vor. Asien ; das asiatische Rußland, die asiatische Türkei. Persien, Britisch -Indien. Japan, Sjam,. die britischen' französischen, niederländischen portugiesischen und spanischen Eolonien.'so wie die britischen, franzosischen und japanischen Postanstalten in China und Korea ; von Afrika; Egyptcn, Alge, ricn, Tripolis, Tunis, Liberia,' Kongvi staat, sodann die Azoren, Madeira, die spanischen Postanstalten in Marokko mit den spanischen Besitzungen im Norden Afrikas, die indische Postanstalt in Sansibar, die französischen, italienischen,

ortugienlchen und spanischen Colonlen, rtr in rffi!f er srifnsficn fTrtTrmtn cland und Deutsch Südwestafri hit franko NsckeVvstanftalt in'Tamatave die französische Postanstalt in Tamatave (Madagaskar); schon yar aucy oie deutsche Regierung den Beitritt des deutsch - ostafrikanischen - Schutzgebietes vom 1. April 1891 ad erklärt; sämmt(iche Staaten Amerikas; von Australien; Hawaii, die Marschallinseln, das ganze Schutzgebiet der deutschen Neu Guinea - Compagnie, die französischen, niederländischen und spanischen Colonien. Aus dem bevorstehendcnWiener Eongreß soll dem Vernehmen nach auch der Anschluß Chinas, Transvaals, des Oranje-Freistaates und der austra tischen Cclonien stattfinden. ' jj ' Natürlich! hat " die Errichtung des Weltpostvereins auch eine ganz erstaun liche . Stc! gerung' des , Postverkehrs zur Folge, gehabt. ,1874 betrug der Briefverkehr auf dem ganzen Erdenrund etwa 3300 Millionen Stück; 1888 , wurde befördert : J 6920 , Millionen ; Briefe, 1550 Millionen Postkarten, 5690 Zeitungen, Drucksachen ; und : . GeschäftsPapiere, 100 Millionen Waarenproben, 240 Millionen Postanweisungen, Postauftrage und Nachnahmen im Betrage von12,100Millionen Frcs.,,260 Mil-, Konen Packete ohne und mn Wertyangäbe nm Werthe von 13,750 Millionen Francs ; zusammen 14,760 Millionen Sendungen ! , "' " ": ' . Der administrative . Mittelpunkt ist das unter dem Namen Internationales Bureau des Weltpostvereins" in. Bern errichtete Centralamt. :Tie Interessen des Vereins 'sollen auf periodi-t6-vrlL:L' 'i4-:hvrrJ-i':tT- ri imi'n, inieiixaiicnaieii uungrcjjcn ge wahrt werden; . ein solcher .ist. es, der nun in Wien wieder zusammentritt und dessen Berathungen wir das beste GeSeihen wünschen, denn mit Recht hat Dr. von Stephan von dem durch ihn m's Leben gerufenen Vereine gesazt: Er schlingt ein sichtbares Band der Einheit um alle, civilisirten Nationen." ;:.'" ,.' , - v ;ib. v-j,:. -ijsii 4 , Llus den Geheimnissen' von $ m '.is j-:ari$ " fftiit kt''''" :'" ":k$iä i;'lv! "i; Man schreibt ; aus Paris vom 18. Yft '"' ' ": ' ii ' iPlQll,.4.t,ß;t,, ii!i::ltill,,.iii:;;iji:!;i, ,,Ai;KS fjii, - l 1 Die gute Stadt Nantes weint um den ?rsten Eontralto ihrer Oper, den sie auf sehr u?gewöhnliche,aber für Pariser Sitten bezeichnende Weise verloren'hat. Diese Dame, die Juliette Georges hieß, aber auf der Bühne einen anderen Na men führte, war die Tochter eines ehrsamen Handlungsreisenden von Paris. J hreMutter dagegen war eine sehr lockere Person, welche Juliette schon früh auf die Pfade des Lasters führte, wo sich diese sehr wohl zn fühlen schien. Immerhin fand sie daneben noch Zeit, ih ren Gesang sstudien obzuliegen und dieselben zu einem guten Ende zu j führen. Der Vater trennte sich von seiner Frau und seiner älteren Tochter, , und behielt nur die jüngere Töchter Mathilde bei sich. Als diese . vierzehn Jahre alt war, gelang es aber den beiden Weibern, das Kind an sich zu locken, und es, gleichfalls des Laster in die Arme zu führen. Der Vater erfuhr davon und leitete eine Klage ein gegen die Altistin und ihre Mutter und diese sind denn auch, die erstere zu drei, die letztere zu einem Jahre Zuchthaus ver urtheilt worden und darum können die Opernliedhaber von S!äntes nun nicht mehr die .Favoritin,? noch den Propheten"'chörm.,d.,,.' Das Interessanteste im Proceß wär die Verlesung einiger Briefe, welche die Mutter und die Sängerin von Nantes aus an die jüngere Tochter, die m - . r . i " c 1 , m PQNS im scyllFe einer 5reunoiN7 zurückgeblieben war, die ebenfalls drei Monate Haft wegbekonmen hat, aey . , "fm. ,,w4;: .:;:;,!;,, , " schieben haben. ,pir.(f,:rt V Da gab z. B. die Mutter der Klemcn gute Rathe, wie man sich von einem Liebhaber ein Kleid schenken läßt:

Champagner-Mannes finde ich, du solltest, wenn du nicht wagst, Geld von ihm zu fordern, ihm sagen, daß du einen Anzug brauchst und ihn nach dem Louvre oder dem Printemps führen. Du mußt ihnIein'!? gemachtes Kostüm bezahlen lassen, denn du darfst deine Zeit nicht mit ihm verlieren und dich nicht mit ihm kompromittiren. (Was wohl die ehrfame Dame unter , dem Worte kompromittiren" verstanden haben mag?) Du mußt ihm also das sagen und ihm am gleichen Tage hinfuhren. ' Denn , wenn du. sagst: Wenn Sie das nächste Mal kommen, , so wäre es sehr nett von Jhnen, mir dies und das zu kaufen", so wird er nicht wiederkommend Welch tiese Erfahrung! Du mnßt ihm sagen : Kom men Sie heute, mit mir, ich muß das ha. ben." In Betreff deines Vaters ver. hindere ich dich nicht, ihn zu besuchen, aber wähle die Zeit so, daß es unsert Geschäfte nicht genirt, denn wir haben mehr als je Geld nöthig. Sei ver. nünstig, bezwinge dich, denn niemand liebt dich mehr, als wir Zwei., ,, Ich fasse dich herzlich". Ein andermal schrieb die Mutter mit edler Seldstverläugung,, Du hast recht gehabt, den Mexikaner nicht zu empfangen. Wenn du ihn abei siehst, so sage ihm nichts daß ich dewt Mutter bin sage, ich scr deine Cousine." Die Sängerin selbst schrieb einen noch viel, präziseren Stil.. ,Frau Georges vergaß übrigens über den Verhältnissen ihrer Töchter ihre eigenen Hcrzensbe dürfnisse auch nicht. Im Prozeß figurirte als Zeuge ein junger Rutscher, der die Dame in's Bois gefahren hatte und dem sie ihre Gunst selbst angetragen und längere Zeit bewahrt hatte. r Eine Weltreise auf dem Zwcirad.

. '! !:; iSi 1 (: "x In Wien ist jüngst ein interessanter Reisender, eingetroffen: .der russische Festungsärtillcrie Hauptmann Baron Wandalin 5Mefarnß, - der : seit zehn Monaten auf einem zwcirädrigen Veloripcde Rußland. Sibirien,, Afrika, Frankreich, Italien und Oesterreich durchfahren hat. . Im ' Juli ' vorigen Jahres trat Kelleskrauß, welcher' ?n der Festung Kowno an der ostpreußifchen Grenze stationirt ist, einen elfmonatlichen Urlaub an und fuhr auf dem Zweirad über Petersburg. Nowgorod, Perm, Jekaterinenburg, Tiumen ., nach ? Tobolsk im äußersten Sibirien.' Auf der Straße nach NiZchni - Nowgorod wurde der Fahrer um 12 Uhr Nachts von acht Strolchen in räuberischer Absicht angefallen. Hauptmann Melleskranß hielt ihnen seinen Revolver unter-die Nase und versicherte den Herren", daß er Officier sei und kein Geld habe. Warauf sich die Räuber aus dem Staube machVon Cannes begann am , 28. Febr.' d. I. die erste große 'Tour. .Der Radfahrer ging über, Toulon nach Marfeille, von da per Schiff nach Algier, auf dem Rade , nach. Biskra im Sudan And nach Algier zurüch und dann in die 'marokkanische Grenzstadt Oran, eine Fahrt von . 25 Tagen, binnen 'welcher 1500 Kilometer zurückgelegt wurden. Mit dem Schiffe kehrte Baron Kelleskrauß nach Europa zurück und ' landete an der spanisch. französischen Grenze in Port Vendres. Von den: Franzosen überall enthusiastisch begrüßt, durchfuhr er ihr Land, die Städte Narbonne, Montpellier, Marseille und Nizza passirend, wo er die ' italienische !' Grenze überschritt. Ueber Ventimiglia, Genua, Rom, Piacenza, Mantua, Verona, Casara und S. Daniele aina's dann der österreichischen Grenze - zu, welche der riri ? .t. iSi -, ,jm ' V'- r " ' f "V , , ! 'lilf eisenoe ver Ponrazer uoerjenle. In Oesterreich bildeten die Hauptstationen des Weltfahrcrs Villach, Kla-iitny'r-'it'-: co 'i'je''ii'l."i' vi-(mi.j'i iiuiuu, tfiicuuf, xjiuu mi vzzzjiuif Mürzzuschlag, Neunkirchcn,' wo Baron Kelleskrauß vorgestern übernachtete. Um 6 Uhr Früh verließ er Neunkirchen und fuhr um , 4 Uhr, Nachmittags in Wien ein, wo er beim Goldenen Kreuz" auf dcr Wieden abstieg. , Baron Kelleskrauß chat auf der Tour Eannes-Wien säst 9O00 Kilometer 'zurückaelcat. üü seiner Fahrt benüHt,ere1ne1Z? evgli sehe v r . rn . Jk '-ir"y i j:,,! ,''' 'caazine, wisi vto. x mir omgumnireifen die ein Gewicht von 22 Kilo besitzt. Die ganze Bagage des Reisenden hat ein Gewicht von 15 bis 20 Kilo. Baron, Kelleskrauß bezeichnet als die besten Fahrstraßen die Frankreichs, als -die schlechtesten ,bic Oesterreichs. Die Radfahrer aller Länder bereiteten dem russischen ' Champion den herzlichsten Empfang. In Wien hat der Club .Union" es übernommen, dem Baron die Honneurs zu machen. Der nordische Radfahrer setzt jetzt seine Reise über Gänserndorf, Oderberg, Warschau, Moskau nach Petersburg weitere 2000 Kilometer fort. Baron Kelleskrauß hat bereits im Jahre 1889 eine Radfahrt durch Deutschland und Belgien nach Paris zur Ausstellung gemacht. """ ,' ' ' l " ,, w de lwi l d. . Fräulein Lieschen ist schlank wie ein Reh, scheu wie ein Märzhaslein, dabei verliebt wie eine Turteltaube und auf Waldspaziergänge krvichtwZe?n Sie rst behende wie' ein Eichhornchen, hat sanfte Augen wie eine Ricke, fchreitet 'so leicht und zierlich ihres , Weges wie eine Bachstelze uud hält sich dabei so königlich wie ein Reiher. Fröhlich wie ein Schmetterling gleitet sie ! durch den Sonnenschein des Tages; die Männerwelt behauptet von ihr, sie ' sei ein netter Käfer; kemer hält sie für eine leichte - Libelle. Sie . singt wie eine Lerche, ist fröhlich wie ein Rothkehlchen und trotzdem ihr Vater ein alter Hamster ist, ist sie so anmuthig wie ein zierliches'Kätzlein. NGmznatürlich'auch daß überall auf sie Jagd gemacht wird. Junge Männer mit und ohne Assessorentitel stellen ihr nach, ältere Junggesellen legen ihr Fallen, kurz die ganze Männerwelt ist in sie verschossen. Und was das seltsamste ist trotzdem der Eine sie mit einem i Häslein, der Andere' sie mit einer Turteltaube, der Dritte sie mit einem Eichhornchen vergleicht Alle sehen in ihr, da sie eine reiche Erbin ist i nut das begehrenswertheste Edu ." .V. : :'.,:. ' , i , .." . :; Kj ., ' !, M , ;:, J :

Ein ZavanisÄer Fürst., . " Bandong ist die Hauptstadt dcrDre', anger Regentschaften aus Java. Die mächtigsten holländisch indischen und zavanischen Würdenträger haben hier ihren Wohnsitz. Der javanische Fürst, der Rahdcn" 2ldie Patie, bewohnt wie H. von Moltke in den Münch. N. N., berichtet mit seiner zahlreichen Dienerschaft und seinen vielen Frauen einen, stolzen Marmorpalast. ' Eine ' iMr'V t J rv V ' 1 V t- :l '" offene Galerie, aus Bambusstäben ; ge flochten, läuft rings um den Bau und schützt ihn vor zudringlichen Augen. In die inneren Räume dringt kcm Sonnenstrahl. Dort hockt der Rahden im berirauten Kreise, umgeben von " seinen Lieblings frauen, genau so (mit 'Mter geschlagenen Beinen), wie der geringste seiner Kulis. Vor den Europäern entfaltet der Rahden Adie Patie aber allen Glänz und alle Pracht, die ihm , die Holländer gutwillig gelassen haben. Er

fährt zu besonderen Gelegenheiten, Besuchen, mit sechs, ja, acht Pferden be: spannt ?,,und sein Gefährt- strotzt von buntschimmcrnden Farben;' der goldene Payong (Sonnenschirm), das Zeichen seiner Würde, wird ihm entweder voroder nachgetragen. Äewöhnlich zeigt sich der Rahden in Nationaltracht. . . ' , Der buntbemalte oder' mit' Goldund 'Silbersäden 'durchwirkte Sarong wird knapp und dicht um die Hüften gelegt und reicht ' bis hinunter! an , die Knöchel; die Füße stecken in kostbaren Sandalen. ' ,Die Kapaia wird abund, zu durch eine kurze Jacke mit Diamantknöpfen erfetzt und der Kris, A eine" 2lrt Dolch, flimmert und blitzt mit seinem glänzenden Edelgestein. , Die erste Frau des Rezenten hat Zutritt , zu ' f einen Festen, sie erscheint etwas später als wir zum Nachtisch und nimmt mit freundlichem, unbeholfenem Lächeln neben der ersten Dame der Gesellschaft Platz. Ihr Anzug ist halb europäisch, halb indisch, das tiefschwarze Haar ist mit , duftenden e Oelen durchtränkt,, sie sieht hübsch aus, wenn sie den Mund nicht öffnet. 5Die; javanische Sitte will es, daß die verheirathete Frau, damit der Gemahl nicht eifersüchtig wird, nach der Hochzeit die Vorderzähne abfeilen läßt; es bleiben so nur Stummel, die sehr bald ins Röthliche übergehen, weil, wie bekannt, dort Hoch und Niedrig der widerwärtigen Gewohnheit des Sirihoder Betel-Kaucns huldigt ; das raubt den Zähnen die Glasur und giebt ihnen eine braunrothe Farbe. Mit Vorliebe hält der vornehme Javane Tischreden. Seine Sprache ist angenehm, Lautanklänge an, das Romantische sind unverkennbar; sie ist leicht zu erlernen,' die Regeln sind einfach. Die Mehrzahl wird gebildet durch die Wiederholung des Wortes, z7,B. Njonja heißt Herrin, die Mehrzahl N jonjaN jon jaj; Ein solcher javanischer Trink svruch lautet in freier Uebersetzung fast immer so der .ähnlich: , Ich bm der geringste Diener meiner Herzensfreunde, die heute um meinen Tisch versämmettInd, Ich hoffe, daß ihnen meine Speisen und Getränke munden und sie mich arm essen vor Lust daran. ' Muhamed mit seinem 'Halbmond bewahre die Häupter vor dem Ausfallen ihrer Haare ( eine Glatze ist nach l javanischen Begriffen , fast eine Schande), sie , mögen so oft, bei mir essen und trinken und sich 3 wohl sein lassen, als ihre Häupter Haare zählen. Slaraat, Slarnat ! (Heil, Heil l ) ich habe gesprochen. , i'-M Im , , 'Slamat, LIamatZ" ruft Alles heiter und .lachend durcheinander, nur der Rahden bleibt ernst und tiefsinnig nach seiner gehaltvollen Rede; ein Lächeln von ihm würde an der Wahrheit seiner Wünsche zweifeln lassen. ' . Er setzt sich wieder auf seinen unbequemen Sitz, den Stuhl, und wünscht sehnlichst, daß seine Herzensfreunde, . die ihn arm" essen sollen, genug gegessen haben und von bannen gehen. , Dann setzt er sich im Kreise der Seinen mit übereinander ge-, schlagenen Beinen auf die Strohmalte am Boden und ruht, erleichternde Seuf zer ausstoßend, von. den Strapazen der europäischen Kultur. Mit seligem Behagen läßt er sich den alten Kittel, die befleckte Kapaia überziehen, schiebt das Kopftuch nach hinten, daß die schwarzen Haare in dichten Massen über die Schulter fluthen. Der Leibdiener bringt die Cigaretten und die" taii-api .Lunte), der Regent läßt einen schrillen Psiff durch die geschlossene Faust ertönen, die Frauen grupviren ; sich halb sitzend, halb liegend um ihren Gebieter, und hereinströmen in buntenReigen(die braunen Gesichter mit weißem Puder dicht überstreut ) die Tänzerinnen (ron gengs). Sie umgaukeln, umtanzen den einst allmächtigen Herrscher der Preangen, bis der Schlaf ' ihm winkt. t ':,! US' !" ,,."' II, " : ", f.,!",: .,..:.,, ,: 1 Kl AuS der guten alten Zeit :""' fy;. i i Der geographische Unterricht im vori-gm-Jahrhundert ein ebenso eindring, liches wie ergötzliches Zeugniß für die Bildungsverhältnisse der. alten guten Zeit wird in dem soeben erschienenen vierten Bande der fesselnden Biblicthek des Humors" nach der von Gottlieb Enderselder, Rector zu Friedland i. Schl., um das Jahr 1759 zusammengestellten kurzgefaßten Kindergeographie" beleuchtet. Enderselder führt, wie sich das für einen rechtschaffenen Verfasser ziemt, die Gründe an, welche das Studium der Geographie nothwen big erscheinen lassen, und citirt Alexander den Großen, der sich bei der Eroberung der Länder der Geographie bedient hätte, sowie Josua,' der mit ihrer Hilfe das gelobte Land eingenommen. Da Enderselder ein Verehrer der Sokratischen Unterweisung in Frage und Antwort ist, hat er seine Kindergeographie nach, katechetischer Art eingerichtet. ,Wem ist ein Mensch zu vergleichen, der die Geographie nicht versteht ?" heißt eine der ersten Fragen. .Einer Glocke, die? keinen Klöppel' hat, einem Blinden, der stets im : Finstern wandern muß," lautet die Antwort. We, führte die Landkarte in Egv,pten ein?-

,?!!!, , ' ;': 'l1"- l .;;! :: wsH.i . I Der König Sesostris," ..Aus was für einem Wagen fuhr er?'? ..Auf inem,'gHhcu,S, Waqen.", Wodurch wollte derSaian ' den Herrn Christum , jür ; Abgoücrd ' chrleiten 5",, Durch eine Landkar:e.- Wer ,,süchl diese Meinung zu verbreiten?" Hugo Grotius,' ein sehr gelehrter Mann." Was zeigte er dem Herrn ans derselben?ATAlleMchTideeWNt und ihre Herrlichkeit.", : j Doch gehen wir ein, wenig auf die rem sachlichen Fragen , ein, ., Welche Stadt ist der Mittelpunkt von Europa? Nürnberg." Welche Kinder sind auf's Lesen und Schreiben gar' sehr erHchi V :.Die Kinder in Portugal." Wer Enderselder, wohl' dies Märchen aufgebunden hatt) ' Welcher Wein chat Kleinen" Namcn von de'Ä' tedernen Säcken bekommen?" ' Der Sekt." Warum denn?". Weil er in ledernen Säcken ' verführet wird." Was karessirt das Frauenzimmer in Bayonne anstatt der Schooßhündchen? ' Die kleinen Jerkgen." ,, Wie jst'Jtalien illumiNlrct ?" . . Karmojlnroth." ' ..Wie . werden,' die ' , Meuchelmörder in Italien, genannt ?,", , Banditen." Mie gehen sie mit den Leuten um?" 'Sie todten dieselben ror's Geld." 'Wie sind in Genua die Gassen gebauet?" ;So enge, daß kaum zwei Frauenzimmer mit ihren großen Reis' röcken neben einander vorbeigehen können." Von Teutschland,, interessiren die verschiedenen -Viere ,den Rektor zu Friedland derartig, daß er den Ä indern einundvierzig Bicrnamcn zu lernen ausgiebt. Es muß recht erbaulich gewesen sein. ,wenn das adelige Frauenzimmer" die Biere memorirte und ihre holdscligen Lippen Wortungethüme wie Rum maldeus, Alteklauß. Klagitt, 'Biet den Kerl. Kniesenack, Schättelkopp, ' Klotzmilch und so weiter murmelten. , J'. "- 1 Wie siehet Böhmen- auf der Landkarte aus?" ,Es siehet einer

blühenden Nofe aynncy. , ,.aZ zeiget man in der , Stadt Prag Merkwürdiges?" , Eine Fleischbank, in welcher keine einzige Fliege anzutreffen ist, weil sie entweder,, der heilige Prv' kopius oder ein Schwarzkünstler daraus vertrieben haben soll." Welches ist die größte Glocke der. Welt?" Die Glocke in der St. Stephanölirche in Wien." Wovor- wird diese Glocke gehalten?" Vor die Großmutter aller Glocken der Wclt.5 Welche Leute sitzen in Lyon haufenweis auf der Gasse?" Sie machen, Spitzen, nähen und arbeiten- in Seide." Was geben sie unter der Arbeit an?" Sie singen die . schönsten Lieder dazu." Es müssen Sachen rn Städten und Ländern vorkommen, welche die Kinder aufmerksam machen und in Verwund erung fetzen. ' Dabei bleiben sie lustig und lernen nachdenken." behauptet Enderfelder und hat, dieser pädagogisch löblichen Ansicht folgend, Alles zusammenaetraaen, was er. für, das Kindergemüth als geographisch wissenswerth eracytete. "' . Ein kühner Pump. 'Von einem kühnen Pump wissen die Annalen der Unrrerntat Jena zu berichten. Zu Ansang des Sommerhalb jahres 1864 kamen auf 'einer ziemlich ausgedehnten ' Spritzfahrt" vier Kartellbrüder der, Thuringia" nach Jena und hielten sich nur kurze Zeit aus F. T. (Fremden -Pump) auf. Es kam dabei gleich am. ersten Tage - zur Sprache, daß sie Geld gebrauchten, das ihnen zur ' Verfügung gestellt , wurde; aber die Herren wollten einen Philister anpumpen" und wie S., zetzt Arzt in Hambura. sagte wenn' es 'der Großherzog selber wäre." Ueber diese tolle Idee flogen die Worte hin und her-; S. schlug eine Wette, vor, dast er selbst den Pump beim Großherzog als dem Rektor der Universität Jena, ,riskiren" wolle, und, die Wette wurde angenommen. ,,, ' Am. anderen Tage fuhr " man -nach fJX';-: l!:i; !$ .J.i'ti' "" Y ? ,"' ' f fr' Weimar. . craieir mir , leinen orei Corps brüdern die nachgesuchte Audienz sofort und trug sein Anliegen dem fr !;!lL-'ya -f- !' i. '"'! je r f!"jvv ' l!1ronyerzog oen er mir w. cag Ninzenz"' anredete, vor.' Sie wuzzten nicht, wohin ' sie . sich wenden sollten, rechneten auf die - bekannte Güte des Herrn Rektors"' und 'versprachen auf Ehrenwort, die Schuld mit '5 Thalern binnen acht Tagen zurückMahlen. Dieses , unverfrorene Verlangen mußte den Großherzog , weidlich cmüsiren, er lachte viel, ließ sich Zn ein längeres Gespräch mit den Studenten ein und wies den anwesenden Kammerherrn an, ihnen in seinem Namen gegen Ehrenschcin 25 fTi(rti(r J' AiiSrtftf t , -. $T n Tbaler ausruzahlen. , : stellte den Schein au5. erhielt das Geld und hatte geivonnen. yaier mitsammt Ehrenschein erhielt SIaber? nachdem er sein Wort glücklich eingelöst, zurück und zugleich ein Schreiben, in dem der -Herr Rektor" S. nur, ,,bit ten ließ, auf sein Wohl zu, trinken und die Quelle nicht zu verrathen, da er sonst wohl häusiger, als ihm lieb sein würdengepum r'l "Trii- . Ii.' ""' - , . , . X K fc 4f Jp ii5" Stimmungsbild. Ufa ii? !lli?"i!!?.i,)i"i"! "$&i't Gänse 1 watschelnd, pritschelnd. " schnatr . .lliiliiliil, .11,,.!,,,!!!,,!,!?? Ei! 'JH -il' 'l'lfSlSil , ",!!- ''llfülij: Segeln über'n Weiher quer; : Die Libelle flirrend flatternd Gaukelt d ruver hm und her. laiiiiHLlili" f 1'i Eine Dame lächelnd fächelnd ! m Sitzt am Rand : im Blumenflor,! 7's ' ' 2'r Und ein Jüngling frevelnd schwefelnd, Sitpxmt:tä 'liif ;?' !l,1.,:f:;;:;jl :':l!:f!Mlti:i:ii''!:J ftf tr'm m ' "i 'f,''' " i'U' 'f'"' T 's : 'l'! ' ''r:' " 1 ,',i" A l s K önzg I a k o b II. v on England auf feiner übereilten Flucht aus der : Schlacht von Boyen ! ( am 1. Juli 1699) die Burg in Dublin er reichte und hier, von Lady Tyrcannel an der Thür empfangen, zu dieser sagte: Ihre Landsleute, Madame, die tapseren Jrländer, verstehen sich aus's Lau fen!" mtgegnete die Dame: Dem Anscheine nach nicht minder gut, als Ew. .,.i;,rSSM'i;r!y Majestät, da Sle das Nennen gewonnenh.?

Til! wanselnde Lampe.

Ein junges Ehepaar hatte fifytüif. Kurzem in tlnemHauseder Lüberstra ßiZ in Berlin eine Treppe hoch sein Nestche gebaut und eitel Glück war der täglich,? Gast des trauten Heims, wenn mes eine kleine Begebenlse::? ausschließt, :b:t: eine Differenz zchlschen" den, Ehegattes " ; WT'L . y-V 'if''11 . ' -i"':t uervorner. n oemzeiren qauze woyn, hoch oben unter dem Dach eine junge, hübsche Schneiderin, die mit wenige? Mitteln -ne-. anmmhzgeToüette 13 mächen versteht. 'Das junge Mädchcz findet jedoch vor den Äugen der DZitK bewohnerinnen, des Hauses wenig Gnade, da man sich zuflüstert, daß duA Toilette der Schneiderin aus f remdez Tasche bezahlt werde. Der junge .Gei! mann hörte, daß sich sein Weibchen i! demselben Sinne äußerte, und nahm d:H Schneiderin wacker in Schutz, so daß d Frau Gemahlin etwas' befremdet aui ihren Gatten -blickte und beschloß, siq aufs beobachten zu legen. .M :a Der junge Ehemann pflegte nie vhneh sein Frauchen auszugehen und nur danz, eine Ausnahme zu machen, wenn ..nf Vereine.dercn Mitglied er ist, oder Ver sammluugen im Interesse ! des' öffentli- Z chen Wohles besuchte. . Letzthin hatt er sich auch in eine VereinSsitzung bege ben. : Die Debatten schienen sich sehr A auszudehnen, denn die zunge Frau, die $fj wie gewöhnlich aufblieb, um den Heim , kehrenden zu empfangen, wartete bis nach Mitternacht aber vergeblich. ,r Da sie sich endlich sehr müde fühlte, be J schloß sie, sich zur Ruhe zu legen, stellt, ; aber erst eine brennende Lampe in daZ Fenster desTreppenaufganzeslKum erst Geschoß, damit das liebe Männchen nicht in der Dunkelheit umhertappcu brauchte. ,, - y tU i Nun wollte es der Zufalls daß kurz darauf ein zwei Treppen hoch wohnen der Student von einem etwas lang aus gedehnten Frühschoppen ' nach Haus kam. Er freute sich der brennende? Lampe, crgnff sie mit unsicherer Hani und lallte::, Ein Tropf allein ve? z schmäht des Zufalls Wohlthat." Wer- , ter emporsteigend gewahrte er, daß du j Lampe. sein Gleichgewicht nicht beför derte, und setzte sie daher auf die Brü stung beS Fensters der zweiten Treppe. Später trippelte der drei Treppen hoch wohnende Herr R., derzhocIst vergnügt 'i von einem Stiftungsfest heimkehrte, du ? Treppe ' hinauf. Als er , die Lamp t ! sah, dankte er im Herzen tief gerührt für die Sorgfalt der Gattin und stre mil der Leuchte weiter empor. Unter Wegs gewahrte er, daß die Lampe eint fremde sei, und mit aller Sorgfalt stelltt er sie auf das ihm zunächst liegendl Fensterbrett. Noch einmal wurde 'tut nächtlich: Ruhe des Hauses gestört. Hoch oben., unter lemache,nebe de i Zimmer der Eingangs .. erwähnt Schneiderin wohnt der. Sergeant, wu er im ganzen Hause genannt wird. Er ist ein alter Herr, der eine ltM scheidene Pension zu verzehren oder' besser gesagt M vertrinken hat. De, Alkohol macht ihn schwerfällig, und wenn er seine Ladung" hat. haßt tt die Welt. , Dieser Haß . wird regel,.D mäßig jeden Abend lebendig. Er sto! pert ziemlich geräuschvoll , die Trepp hinauf, und als er zu der brennenden Lampe gelangt, denkt er, das Licht W für den bald heimkehrenden Bauwächte?, seinen heimlichen Erzfeind", hingeO stellt, und um diesem . einen Schabernack zu spielen, entführt er die Lampe unH stellt sie auf die Bodentreppe. Es war schon die Zeit, in welche? die Nachtwachtbeamten die Straßen verlassen, a!S . der junge Ehemann, den nicht , ein VerS einsabend, sondern eine äußerst inicr' cssante Skatpartie so lange von seinen Penaten fern, gehalten, nach Hause kam. Er schlich ganz behutsam in feine Wöh' nung so leise, daß . er deutlich sein w Bangigkeit klopfendes Herz pochen höi, ren konnte. Der ,belle Ta g' schMn?, Fenster, als die junge Frau erwachte. Zu ihrem, Entsetzen nahm sie wahr, daß das Bett, des Herrn Gemahls noch un-: berührt war. . ., 5 "1 ' ' M. m ' . - - -, V- ! ' f 'c ! ,: S:e springt auf und klingelt nach dem ' Mädchens ' Letzteres erscheint, kann aber ' die gnädige Frau" auf die Frage nach dem Herrn des Hauses damit beruhigen, daß derselbe völlig angekleidet auf dem : ,DoHa?im Empfan gszimmer lieg e. V,Di e J junge Frau freute sich, daß ihr theurer Otto die Rücksicht gehabt hatte, sie nicht zu wecken, und sich lieber mit einem unbequemen Lager begnügt hatte; aber einer Strafpredigt, einer sehr strengen, sollte.ev nicht entgehen.?" Während die Hernn , Toilette, , macht, tritt da 5 Mäd chen wieder ein, um die ihr unerklärliche Thatsache zu,,, melden, daß sie., a!S iie aus dem Boden nach der Wäsche geseken. unsere Lampe" auf der obersten Trev- ! 7tk ? 1 -.. .-'ittvl- 5f!:;l,!ki:' vcü iu & i c uiiuu uuue. 1 " j.ip innFrau vererbte stch; rhr Gatte hatte rd .... " . 1 , , . Vif ... . . .. ",..!''.'' ";::.' 1

verrathen, um jene Schneiderin 4 das lag klar zu Tage! Unter Thränt vollendete die unglückliche ? Frau ihl ? ,

Toilette, scörieb dann zwei Zeilen des'z ' ewZgen.LbAieb"si schluchzend zum, H ause, hinaus, um b ei ihren Eltern wieder eine Zufluchtsstätte zu suchen. Es war fast Mittag gew??-; den ehe der Ehrverlassene aus seinem tiefen Schlafe erwachte, um die Flucht der Gattin zu erfahren. , Wie die Neuesten MchrichtenÄ melden, unter, nahm er sofort die nöthigen Schritte. " f eirijt. :S33 eiB.dt) en 'lu ieber; 'fieirri jiift pien" und zu versöhnen, waö ihm auch glücklicher- t weise gelang, nachdem die Verkettung der Umstände, herbeigeführt durch die !j wandelnde Lampe, die ihn m so schMh , lichen Verdacht gebracht hatte, aufgelöst - M ' m m$jirm -t ,',,l!'!il'k,,.,'!Z' . ' ?'. Ati .'' 'fl'U, fL;' :i"'''".f ?f ) " '".''" !' . I..'"'" ; '7 El n e Fr a u, dl tm h ren ii,1' ,'!' :j , "!v i ;, ';. ',, . l s:', JL , einzigen Sohn im siebenzahrkgen Krre? der Armee nächschicken i mußte, war t L rüber höchst bekümmert. Der Predige? deS.iOrtes.c'ermner!eilsie.' um sie zu trösten an das Beispiel Abrahams. Von einer Mutter," antwortete sie, würde , i I"1 '"' 1 I 1 1 i ' "'i,1,!!' 'j, " 1 '' Gott ein solches 'Opfer' nicht verlansb 'Um Is ich de n An sang leicht zu machen, sangen V iele eine Sache 3 1 noe en.

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