Indiana Tribüne, Volume 14, Number 266, Indianapolis, Marion County, 14 June 1891 — Page 3

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Snhne. Novelle von Konrad Telman,.. (7. Fortsetzung und Schluß.) Und was nun folgte, weißt Du, Ottomar, wenn Du auch durch lange Wochen nicht ahntest, wie eö in mir aussah, was ich an Qualen und Gewis--ser.Lmartcrn durchlitten habe. Ich hatte eiixe grauenvolle Angst vor der Cntbeckung meiner That. Ich wußte ja, daß sie als Mord gelten, daß sie Anderen nicht in dem Lichte erscheinen würde, in iem ich selber sie gesehen. Und ich furch, tete mich vor der Vergeltung. Als dann Untersuchung lange ohne jedes Resultat blieb, . kein leisester Argwohn sich gegen , 'mich richtete, begann ich wieder aufzu--athmen. Ich sah den Willen deö Him'melS darin, daß meine That gerecht 'sei und ungeahndet bleiben solle. Dann kamst Du, Ottomar. Als ich Dich zum ersten Male sah. beschlich mich 'ein seltsames Bangen. Ich sagte mir, 'von Dir wcrds mir Unheil kommen, Du .werdest entdecken, was bisher Keiner zu -entdecken vermocht habe. Deine Augen schienen mir in der ersten' Munde bereits ' irij, die Tiefe meiner Seele 'zu! drfogen, ' rund ich fürchtete mich vor - ihnen. Da gcrieth ich auf einen gefahrvollen Gedanken. Ich nahm mir vor. Dich in mich verliebt Zu machen, damit keinVcrdacht gege mich in Deinem Innern auf'steigen könne; Deine Leidenschaft sollte Dich blind machen, weil mir vor Deinem Scharfblick sonst graute. Aber das Mit tel, das ich anwandte, um mich zu retten, schlug gegen mich aus und wurde zu meinem Verderben. Nach 5turzem wußte ich schon, daß ich selber Dich liebte, daß ich von heißer, wilder Leidenschaft für Dich verzehrt würde, von der ersten Leibenschaft meines Lebens und von der lchten -. Nun begannen für mich furchtbare Kämpfe, Ottomar. Auf der einen Seite meine Verehrung für Leopold, der mich Äus trauriger Existenz erlöste und einem ; mich befriedigenden, alle meine Kräfte in Anspruch nehmenden Dasein zuge, fuft hatte, -auf der andern mein ungestümes Begehren nach Liebe und $Huck, nach dem Höchsten und Köstlichsien des Daseins, daneben mein Schuld bemußtsein, meine reuvolle Angst vok der Entdeckung, die Folterqualen meines Gewissens, Alles das tarn zusammen, um mir Tage und NZchte zu bereiten, wie ich sie selbst Dir in ihrer ganzen grauenvollen Wirklich seit nicht schildern kann. Und dazu noch immer ein Lächeln ans den Lippen haben sollen! Manchmal hab' ich gedacht ich hielte es nicht aus, ich müsse dem Allen gewaltsam ein Ende machen, und immer schien eS mir,' als hätte ich, durch! das, was ich litt, daZ, was ich gethan, genug sam gebüßt. Ich hatte nicht den trohk gen Muth, Leopold zu verlassen, auch nicht den, Dir anzugehören, ohne Dik Alles einzugestehen, und wußte doch, daß ich Dir nie angehören könne, wenn ich es that. Dazu wurde mir das Zusammenleben mit Leopold bei all' tnt'u er Dankbarkeit und Achtung für ihn inun zur Citat. Ein Weib, das liebt, 'fühlt sich immer geschändet, wenn es .einem anderen Manne, als dem, dessen Bild sein Inneres erfüllt, angehörev ,. Früher war das ander gewesen. Auch die Angst vor einer Entdeckung :rneiuer That durch Dich schwand nicht. Immer wieder und wieder trieb mich an die Stelle im Walde, wo das Furcht bare geschehen war. Immer wieder .glaubte ich durch das Niederlegen eines 'Reisigs auf jenem Platze den blutigen Schatten des Ermordeten zu beschworen, 'daß er mir in meinen Angsttraumcn der Nacht nicht erschien. Unb, wenn Ich D) ich 'sah, war jedesmal mein erster Gedanke: 'jetzt weiß er Alles, jetzt wird er mich 'fraaen, ob ich cJ gethan habe, und 1 ich kau nicht lügen ihm gegenüber nicht. Dan:: aber, wenn ich ihm die'Wahrheit .gesagt habe bin ich veNoren. Ich und, vielleicht auch er. Denn ich wüßte ja, das Du mich liebtest, Ottomar, und mir mußte wohl grauen vor dem KoM flikt,, in dem mein Vekenntnift auch Dich stürzen würde. , Wie,, dann. Alle! anders gekommen, als wir gedacht, brauche ich Mr nicht zu wiederholen. Nur eZzztz muß ich Dir., noch - cingestehen, Ottomar. Als der' furchtbare Auftritt mit Leopold vorüber war, er mich aus seinem Hause verjagt hattet wie eine Dirne, kam mir der Ge; 'danke, ich könne Dir dennoch angehören, ohne Dw zu gestehen, daß ich Menschenz blut vergossen hatte. So gewaltig war meitiJegeh reu nach dem Glück an Deiner Seite, Ottomar, so verblendet war s H in meiner, Leidenschaft., Als ich zu jt kam, dachte ich noch. cS ließe' sich , !i Meicht ein Vlück, ausbauen aus einer '' A '"K, nn'iv " f i Luge. Der Wille jener geyelmnl'zvollen Macht, die über unser Aller Schicksal fvsaUtt, hat es verhindert, daß ich .solchen,, sreoelhäft leichl fertigen Versuch machte. Ich müßte O Bir s in letzter Stunde in's Ge ficht schreien, was nur andernfalls die Brust zersprengt" hattet Ich ich habe ihn ermordet ! , . ,, . , s. , , ,; Es ist qut so, wie es gekommen ist, eS durfte nicht anders kommen. Für unS gab .. :JT,t--m" arHiti-ri' : " ai?22" '1. v 3 retN 2Hua, uuwnir, zu uuu ZU Schweres ist geschehen. Und ich muß Ruhe Habens Ruhe etwas Anderes brauche ich nicht mehr. Du aber kannst weiterl'ben, ' Ottomar, ' und sollst es. 3):3$4 j geh' ich.' ES ist die "einzige Lösng, die eS in diesem lchaurigen Konflikt och giebt. Und so lebe wohl! Gedenke Meiner ohne Groll, enn du kannst, und verdamme mich nicht.,, Werde glücklich, nenn Du dereinst überwunden hast, wenn Dein Schmerz unter r dem lindernden 5in flusse I er Zeit sanster gew orden ist. Ich hatte viel Leid im Leben zu erdulden nd habe wenig Glück erfahren; aber mich dünk; irr dieser Stunde dennoch, daß ich Dich lieben durfte und mich von Dir ge, Siebt wußte, sei reiches Glück gewesen und ; 8' habe sich verlohnt, um deswillen ZU : :. jeden, war schon, . Ottomar, und ;ä3chöN Wl MfÜC&&Mtät iBtyl JWwchll ' . Helene. -

m'w ' wwk , gmw " Ich habe diesen Brief seither noch sst and ost gelesen, wie die schweigsamen Jahre mir weitergegangen sind, und immer hat mich die schlicht? Darstellung dieser Tragödie eines FraucnlebenS, das mir das theuerste auf Erden gewesen, tief in? Innersten ergriffen. Damals mag wohl gar eine Thräne auf die VläUer gefallen r ;i : " '' , i'i'S'i,- '"'i jt'il !'-' 'H f-ii':"!''' sein. Ich habe mich damals durch den Doktor, den ich mir zum Zeugen auswählte, Leopold Häselcr zur Verfügung gestellt und ich hätte wohl gewollt, da& er mich im Zmeikampfe niedergeschossen. Mir bot daS Leben nach dem, was ich erfahren, keinen ?keiz mehr. Aber Leopold Haseler lehnte einen Zweikampf jetzt mit Entschiedenheit ab;' der Doktor sagte mir, daß auch er zach den Erlebnissen dcS letzttn)TageS ein gebrochener Mann sei. -So hatte ich hier nichts mehr was mlch hielt, und gemaltsam drängte es mich fort. Mit einem Attest de Doktors in der Tasche, fuhr ich in die K. iöstadt hinüber, um mir persönlich bt )em Präsidenten dcö Appell Uonsgeric ö einen sofortigen Urlaub zu erwirken, 'cn ich auch erhielt. Ich bin bann langt in der Welt ruhelos umh?rgejogen und nach Pollnow nicht wieder zurückgekehrt. Die Untersuchung gegen,,dcn unbekannten Mörder Plancks mußte als resultätloS einschlafen unPnle ,hat ein. Mensch erfahren, welch" düsteres Geheim iß der Waldsee barg, als man Helenes Leichnam daraus cmporgczogen. Es sind lange Jahre seitdem hingegangen, und mein Haar ist grau gcworvcn. Ich habe Helenes letzten Wunsch, glücklich zu werden, nicht erfüllen können; ich bin unoermählt geblieben, und habe sie nie vergessen. Ende.

. r i ,Eitt,,, ' j, Kind dos Meeres. Roman von Vilma Liudhe. " 'p ,." , .,.; f .1- -V- . -i'?: Luksrijlrte Ucbkrfrtzurg auZ dem SchwedlZche dos Laura Iehr.. ' ' Anf einer kleinen Insel weit draußen km Meer liegen am Fuße eines , jähen, zerklüfteten Felsens, der gegen die NoM und Nordwcstwinde Schutz gewährt, eine Anzahl dicht aneinander gebautcrHütten,' ln denen gegen hundert Menschen wohen, die dem Meere ihren dürftigen, unsicheren Lebensunterhalt abzuzewinnen suchen. Ueber ihren Häuptern hängt der Fels mit losgerissenen, gleichsam durch Zufall dorthin geschleuderten Blöcken. welche jeden Augenblick hinabzustürzen drohen 's a i A a, mi i: AW s'iTA X fY , uiik tii.t. uiivuitit .u;uiiit uuii uU uu steinen die kleinen Hütten in ihrem Falle zu begraben, die übermüthig unter dc? Klippe Schutz gesucht haben. i Tief unten braust das Meer gegen Westen und Norden erstreckt es sich so weit das Auge reicht, aber nach Osten und Süden zu ist es .mit. unzähligen kleinen Felseninseln, den sogenannten Schären, übersät, die sich, - verworrenen Garnsträhncn nicht unähnlich, meilenweit hinziehen. ' Wenn der Wind westlich ist, brechen stch die Wogen mit donnerahulichem Ge töse gegen den Fuß der Klippe, und der salzige Gischt 'bltbeZ! ArhffdA W den Fenstern der Hütten; aber dort unten in der Bucht, hinter dem Felsenoorsprung. liegen geschützt die Fischcrböte. Sarauf wartend, daß der Sturm sich lege, damit der Fischfang seinen Anfang nähme. ' Zwischen dem Gestein wächst hie und da eine ' vereinzelte Vermuthstqude und hinter den Gerathschnppen VüHern,ßaneMaMAon"Nesieln nebst ein igen Himbe e rM n d'FH agcbuttenstränchern, aber die Insel bietet keine Weide für die Schase hat man solche, dann werden sie nach zdenZ, südlicher gelegenen Inseln gebracht, wo sie bis Einbruch deZ Winters sich selbst überlassen bleiben. Lon dorther wird auch von den. Frauen soviel Gras ,nach Hause aeschant, dasj Sie Kühe unter Zugabe von einigem, Mch ? U nd , l i ch a b s a llc n g c f u t t ?rt w erd en können? 'Die Männer befassen sich nicht ' '''-i.i -.h-. jii.'i 'ii .. i.. 'ii -'iiii'-.'ii.'M')!'! 'i'i. iH ' ' ! , .''""n !s! J,:j'.T--i'i!- "-i'mit solchen Dg?itr;! die, Fischerei giebt ihnen gcnuz zu thun, und eigentlich bringen die grauen auch nicht viel andereS fertig, als, ihnen dabei zu helfen und ihttKnderMhoqtMDzHMW ! ElstR,ein abgehärteter Menschen'tii!1'!!'!,!,!',,,!,, ''ll-!:'!' , , . , ; : 1 1 1 1 ; ! , 1 1 i j ! : ! V ''f; i' . .!l!1! ' '!. schlag, den man hier sindet, breitschulterige Männer von starkem GliederbäUF wettergebräunte, hochgewachsene Frauen '"' 'i'iK::,;1'1: f :- . sti . ' , ..:.tf:lf!'ltfi mir cialilscyein ang uno zcvyaslen Augen und ganze .Schaaren frischer slachshaariger Kinder vor 'den Hütten.. Es ist auch ein hartes Leben voller Entbehrung, das hier geführt wird, doch daran zu denken, laßt sich Nlcmand Zeit, und vielleich! mochte auch Niemand es anders haben. J,., fC ,, !: Im Winter, wenn der HenngSfang ergiebig ist, wenn die Walsische., an der Insel vorbeistreichen, ist alles hier Lebcn und Thätigkeit; f d a ! wimmelt 4 1 s vo n Ankäufern,,, und in der , Bucht hinter dem Fellen liegt Boot an Boot. Blanke rti:.ß.tf fc:.c:i5- tuil at ":. ouvz un uixij 'ii , ju'.uci 1:1 y ic 1 v ;iPtru t ij . die Taschen der Fischer und schillernd Fisch schuppen glitzern an den Kleidern, den Böten und dem Gerath; Cognac, Bier und Branntwein sindet guten Abkatz, und am Abend schallt Gesang, lautcS Schreien und Fluchen bis weit auf'3 pm " li:i''!Hä!'!V.- ;'. '"" "" jutccr uinaus. , , y"'"' yt t ":H i "ii'l.w .4 ;;"": !' Man lebr von der Flscheret und schläat dieselbe fehl, dann gestaltet sich das Le: den auch darnach auch hat man in den guten Tagen Nlcht sparen gelernt. Dicht unter der Insel läuft das durch Balken markirte Fahrwasser; Segler kreuzen hier unaufhörlich, groe Dampf. schisse ziehen vorbei, und mehr als ein Passagier rümpft die Nase über den Geruch von Thran, Theer oder Fischen, der von der Insel ausgeht." 7 '" ''"!P!l Mitunter zur Zeit des Hauptfan: ges sieht es auS, als sei i eine' große Wäsche zum Trocknen auf den blinkenden, von der, Sonne , erhitzten Klippen ausgebreitet. Es sind lange Reihen mit Salzlake gesättigter Kabeljau. Dorsch oder knochiger Rochen die hier für den Handel hergerichtet werden 1 und dazwi scheu bewegen sich Frauen mit kurzek

Rökkm ; und wirrem, ungekämmtem Haar; Kinder jeden Alters, die? sich am wohlsten fühlen, wenn ihnen daK Hsar um die ungewaschenen Wangen? flattert und sie die nackten braunen Füße direkt vom glühenden Felsen ab in den erfrischenden Meerschaum tauchen können, wenn das Meer spiegelblank daliegt, nne goldig schimmernde Fläche, in welche die Sonne so flimmernd roth und glühend hinabtaucht, daß mar? fast erwartet, den Dampf um dieselbe emporzischen zu hören.. ES kommt vor, daß die Leute hier nicht besonders alt werden; denn das Meer, das so vieles giebt, nimmt auch dann und wann ein Leben als Ersatz. Crr ist untergegangen geht eS dann von Mund zu Mund; eS wird nicht viel

,nm davon gesprochen, aber c wird anch nicht vergessen. ' m ES war Ende September. Die Sonne schien matt und röthlich durch die warme, neblige Luft, und das Meer lag dz wie em Sptegel, gleichsam ruhend, oder über neue Großthaten brütend nur hin und wieder schlag eine lange, machtlose Welle mit leisem Geplatscher an das User. 1 Wie Sucher waren wm draunen auf dem Meere und wurdei? alle Augenblicke zurückerwartet; kein Mann war auf der Insel zurückgeblieben, und die Frauen trieben sich in schläfrigem Nichtsthun umher, auf das Uebermaß von Arbeit wartend, das ihnen bevorstand, wenn der Fang glücklich gewesen war. Als die - Sonne unterging, stand Andreas Kasperßons Gattin, Iana, eine kräftige Frau von starkem Gliederbnu, j r,,v :,,n;VV -ixij 1. 1 K'mteJm . - . mit scharfen Zügen und schwarzen, leos haften Äugen, am äußersten Rand des Kllppenvorzpruuges.,,, i Zum Schutz gegen die' Strahlen der scheidenden Sonne beschattete sie die Augen mit beiden Händen, und unter diesen hervor spähten jene über die endC . i ,;i - l. , ill.'i, 1: :w t lose Wüsserwüstez . ;i j-3 QU? Hinter ihr lagen die Berge und Klipv en in wunderbarer B eleuchtun $,1 durch den ' steten - Wechsel zwischen l purpnrn, blutroth, vlolett und zchwarz-grun einen herrlichen Anblick gewährend, und- vor ihr auf dem bleigrauen Himmelsgewölbe völlführten kleinfeuerrothe,' phantastische Wölkchen einen wirbelnden Tanz, i ii: Sie aber schenkte diesem allen, das sie schon so oft gesehen, ohne weiter darüber zu denken, keine Beachtung; als aber im selben Augenblick einige, Tümmler sich überschlagend landeinwärts schwammen 4 sagte sie mehr zu sich selbst, als zu dem nebenstehenden Mädchen: ,Bei Gott, eS giebt wieder Sturm!" Man Hort ihn schon," erwiderte das Kind 'und wandte das ' Ohr lauschend dem Meere zu, das eine seltsame schwarzliche Färbung angenommen hatte und gleichsam unter einem unsichtbaren, feindlichen Druck zu erbeben und zu seufzen schien. Ein wunderbar rauschender ein sin. gender, klagender Laut, ein Schnauben oder P seifen, wie von einer Dämpfmä-' schine oder' einer - Riesenorgel erfüllte ringsum die Luft. Die Möwen kreisten schreiend den Scharen zu, und ein Zits kern, ein angstvolles Leben schien durch bie ganze Natur zu gehen, aW plötzlich ein heftiger Windstoß über die Wasser? Düste dahinfuhr. ' "" Siehst Du Etwas, Andra? ' . ,Ne e", lautete die gedehnte Ant wort, während die großen Augen de3 Mädchens die schnell hereinbreckende Dunkelheit durchdringen zu wollen schienen. ' Ihnen ist er jedenfalls günstig; wird er zu stark, ' müssen sie einfach vor dem Winde segeln. Es nützt nichts, hier stehen zu bleiben", sagte, Jana mit harter, bitterer Stimmen , rs c 1 & ' 1 . - ; - Sie hatte hier schon so oft gestanden, zitternd und wartend, bis es ihr zur Ge? wohnheit geworden war, und sie gelernt hatte, die Sache ruhig ' zu nehmen aber Die dem nun, auch sei, etwas von der Bitterkeit deS Meeres hatte sich unmerkkich nn ihren frischen,' gestählten Sinn kingeschlichen. Ti- &öml Nun, kommst Du nicht. ''AnSra?" ) rief , sie unfreundlich, t: indem sie sich ', entfernte; aber das , Mäd: chen , machte keine Miene, ' dem Rufe ;u folgen. Sie stand och; da," als der rn 0 tr 0 1 f;;; t ir c; 1 f en,:'::;;: ant n t er sie ri':;: a nb" deS Horizontes verblichen war;' sie stand noch da, als Windstoß auf Windstoß ihr kurzes dünnes! Kleidchen peitschte und kin feines, durchdringendes Naß ihr das lange, schwarze Haar an Kopf und Wan? gen festkleben machte. I M&mtfi w4 U 5 ,Die See ! schlug schon hoch . über der. Fuß der Klippe; der unbestimmte)!' klagende Laut hat sich in ein betäubendes Getöse ,, umgewandelt sie wußte, Z wie eS draußen stand, denn sie war mehr als einmal mitgewesen. I Der Sturm ; war so unerwartet gekommen und mit ihm eine undurchdringliche Finsterniß. ' Sie erhob sich vor,ir5Äie eine,,Wand als stimmten Legionen klagender Geister ,au,S,l höhnenden, herzzerreißenden Ebsr. an. I Ihr wurde angst. Dieses Gefühl war ihr nie gekommen, wenn sie mit dem t i-' c t! liifi-'E P"" "'M1!!!,-, lV 'i', Vater draußen war. Ach. hatte sie ihn begleiten dürfen ! z aber er , h atte es s ich t frlautt,;: m ZjzSie Oleandra oder Andra, wie sie der Kürze halber genannt wurde war 0 n fl ''"r f e i ri 5 r l ä r t er i c & l in g-;.?t nb.' e i n c , gewisse Abgeneigtheit machte sich zwischen ihr und den anderen Geschwistern qel- . 7: '1,1,1-, U :s n.t"v' '.7 . ' 3 " tend , sie waren ihrer acht, das jüngste nür'sechs --Monate alt.M MWZ?! f (5ie: roaV'aüf dem Meere geboren, auf einer,, ,Neise nach Skagenzvor etwa zehn Jahren. Ihr selbst unbewußt, war sie stolz darauf, denn stA erzählte es jedem Fremden. r23ic alt bist Du, Kind?" war di, stehendeFrazeSDf tmMMM DaS Alter variirte, aber der Zusatz &K&ditöe Meere geboren. Der Vater sagte, es sei I bei ;; sch arfem Nordwind und hohem eegang'gewesenT1:; Der Vater ar ihr Orakel, ihr A und O. , Kj-iNi1?';!!"''

.)W.i-m 'A 4 ii'l'äi';'';!'! p:l J . G,SchJNtz,slsssganz NttneS Kknb pflegt sie im Vsrdettheil seines Bootes z hocken, unv seine kleinen, wasferblauen Augen ruhtnx gar oft blinzelnd auf ihr, während ein Lächeln übevZsein wettergebräuntest barriges Gesicht flog. So konnten fif stundenlang sitzen, er rm Steuer, se?z? kurzes. Pseischen rau chend, sie auf da3 Meer hluauSschauend, ganz in stille Bewunder,zg versunken über das launenisfte ,Spie! der Wellen, oder- laut auflachend," weis der Gischt übe7 den Bug heinschluF. Mitunter faß sie auch zu semen Füßm und dany plauderte sie unaufhörlich sie fragend, er antwortend. Als sie älter wurde, durfte sie baö Nuder führen und beim Fischfang helfen, f Sie liatte wunÄdUeä) Glück ,in allem, ,PsiQhaH und Abergläubisch wie Fischer KaSperßo gleich anderen Seeleuten war nahm er das Kind oft mit hinaus als ein glückli, chss Omen. Jana. die ihren- Mcnn liebte und mif Oleandra eifetsüchtig war erlaubte ,.rkm 'WinS t li:t t ' ihr rncht immer Mitzufahren; aber. eZ nnar dann doch eins der Kmder aus dem Weg." unddicseThatsache hcstimmtt die geplagte Frau am häusigstcn, das Kind ziehen zu lassen. , s , ! ; Einmal der Wind war ungunftig,1 halbwegs Sturm und der Vater hatte selbst gesagt, sie solle zu Hanse bleiben hatte sie sich im Rusf unter einigt Oeljacken versteckt und kroch erst, als man weit auf der See draußen war'aüs rhrem Versteck hervor, wie eine Natt, aus ihrem Loch. Sie war auf einen Schwall von Flu: chen vorbereitet und derselbe blieb auch nicht auö, aber hinter dem strengen Aus: druck im Gesicht des Vaters gewahrte si

ein schelmisches Lächeln, und es kostet, sie Mühe, während ::53e,,$irwnfeicrnj( auszusehen, am liebsten wäre sie ihm so; gleich in die Arme geflogen. , Es war das erste Mal, daß sie aus dem großen Fischfang mitgewesen war und niemals seit Menschcngedenkcn wai dieAusbeute so reich: gewesen.,, , .,, , , zkDasiGW des Vaters hellte' sich immer mehr auf, und sie verstand wohl, was er und die Vootslente mit einander flüstertsii, warettdsitÄMlhtzheMöers schielten - sie hatte sich zwischen cinigcu seercn Fässern verkrochen, um nicht?, im r -r I I ..i rf ';. ff .... . , ' .1 '' ,.y , f,t ,",,,.. . Wcze zu mMi'miv,k0u " Als die Abenddämmerung hereinbrach und der Anker im Schutz der Schäre ficl , nahm man die Mahlzeit ein, unc it$ Schnapsflasche "machte , fleißig Mi Runde. DaS Mädel muß auch einen Schluü haben, sie hat, ihn meiner Seele ehrlich sberdienrK Meinte Morgen, einer d !MtsGtWK $ Ja, das hat sie!" stimmte ihm bei Vater zu und hob sie auf fein 5?nie. Da faß sie den ganz:n Abend, biß bit Sterne einer nach dem andern an dem dunklen Abendhimmel zum Vorschein kamen aber,,, im Voot, herrschte ein lustiges Leben. Eine Laterne am Mast warf einen röthlichen, Schein auf die er hitzten, groben Gesichter, und . lustig Geschichten mit Flüchen gewürzt, und lauter besang tönte durch die Stille der Nacht als Begleitung zu dem regelmäßi, gen Tosen der Brandung. , Schließlich wurden ihr die Aucem lider schwer, sie sah alles wie durch einen Nebel, , und das letzte, dessen sie sich er, innern konnte war, daß der Vater sie-i den Nusf hinuntertrug und daß er dabei fortwährend strauchelte und überall ans stieß. . : ' - ':' Als er sie auf eine Bank legte und mit einer groben, warmen Decke zudeckte, flüsterte er: y iV - ' Hab' Dank. Kind, Du 'stehst im Bunde i.nt der Meerjungfer; wenn Du zugegen bist, trotze ' ich dem' ärgsten Hundewetter." F':: -: yfhK ' Dieser Worte gedachte. Oleandra, als sie einsam auf dem . Fclsenvorsprung 'stand. 4 - ..'r tf-i ; Ach. warum hatte in an sie nicht mit, genommen!, Gesetzt. der.Vater sei in Ge, lsahr und bedürfe ihrer ! I ; Angst und Entsetzen erfaßten sie plötz, ! lich und schlugen sie in eisige Fesseln so -daß , sie weder Hand noch Fuß zu rühren vermochte; aber im nächsten, Augenblick gaffte :!, sie, sich 'aus der r Erstarrung auf und eilte, bald klimmend, bald laufend, den wohlbekannten Pfad entlang. vDe: pcgcfi schtüg ! tt in C5?cntc Iipfcri waren naß und schlüpfrig; aber vor? ':MrjsginM welt hiniveg dem! elterlichen' Hause zu, ,wo, menschliche Wesen ihre Noth würden mitfühlen können. .V,, ?vf: ; Ekam ihr vor, als ob die kleinen Hüttcnlich fester als gewöhnlich an 'den schützenden Felsen angeschmiegt hätten. In den meisten war cS schon dun man war zusammengekommen und hatte vom Wetter alleS gesagt, was zu sagen war, und suchte jetzt im Schlas Veracs-. uno i)luye. fff tMm j Alz Oleandra die Thüre der cltcrli, ch en Hü t te ö ffnete und über d ie Schwelle trat, erkannte sie. daß , alle schlicscn; aber das Bewußtsein, daß sie wieder .; " .?.. ,.,.: - ,j 'ii ' - :!,!, . K . f. i ' JlC ,:. ii,. : in der warmen Stube war. genügte, um ihr kleines Herz mit einem Gefühl stillen Glücks und Friedens zu erfüllen. I ii ,,,Kct F:r . tf' f,.,,-.P. j,i 'ii' I ;i:f',' i:,:(Cu',:'il 'i: Auf dem Tijch neben dem einen Fen: ster standen die Ueberreste der AbendMahlzeit; ' einige geschälte Kartoffeln unVä der einen unangenehmen : Geruch ; verbreitete.' ' '; ' X .u, ,,,:,,; ;'i ' !. i. i ,,,,;:! j'i'p;,!!,. ' ,pp t- ff-' ' : Sie hatte keinen Hunger, aß aber doch gewohnheitsmäßig "einige Bissen, bevor sie das nasse Kleid abstreifte und die hölzerne Schlafbank aufsuchte, in der bereits drei der kleinen Geschwister mit den Füßen gegen einander gekehrt schliefen. Sie nahm ihren gewohnten Platz neben ihren kleinen Bruder Sven ein, zog die Decke über den Kops, denn sie zitterte vor Kälte, schlang behutsam ihre Arme um den. HalS des K leinen und drückte ihn fest an daS klopfende Herz. Sie war weder verzärtelt, nöch weinte sie leicht, aber die Thränen stüzten ihr aus den Augen, und sie weinte, ohuezu wissen warum, währendsie dachte: ES rann oemater nichts luslofeeri; renter i'.:L.i.it t'-a!"'.:: - : . ' ' v - es wie er, vas.Zuoot zu leiten. - ! z t x t : c v r. ,;i,v' -t c . rii '!v r? ' . "!: v.

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KiÄttS; aber dsrt vom Bette herM dem Jana lag, horte man dann nnd wann ein Stöhnen, wenn der Sturm hestiger als gewöhnlich an Thüren und Fenster rüttelte.. " , , Als der Morgen anbrach, lag die ganze Insel in ewen dichten Nebelschleier gehüllt, den das Meer gewoben, auch regnete es und tropfte und sickerte von den Dechsirsten und Felsenvorsprüngenz flachshasrige Kinder wateten in den Wasserpützen, und durch allerlei Küchenabfülle rcnlnreinigtes Wasser rann über den Fuß VrS Felsens- in's Meer Geerr Mittag klärte es sich auf. Die See ging immer noch hoch in gewaltigen, grüben, schaumgekrönten Wellen, und um die Schären herum sah man nichts als. den hochauffpritzenden, schäuinenden, glänzenden Silbergischt; aber die Sonne- schien ;;! 'oTirnboieT Lufr war so wunderbar rein und erfrischend. Auf dem Felsenvorsprung standen die Frauen dicht zusammen, von ihren indern umringt die kleinsten auf dem Arm. Alle plauderten und drängten sich durch einander, denn mehrere Bote wur, den draußen sichtbar, vor dem Wind segelnd es war ein herrlicher Anblick. ; ' Je nachdem sie sich näherten, vermehrte sich , die Aufregung , unter den Frauen, denn jetzt stand es außer allem Zweifel, eS waren die Fischcrböte, die zurückkehrten. Eins, zwei, drei, vier. fünf, sechs," eS kam' nicht' mehr heraus, wie man auch zählte daS siebente, war nicht dabei. Es ' mochte nichts bedeuten viel? leicht aber auch alleS und die Herzen schlugen vor Unruhe und Freude, als schließlich Boot auf Boot unten in der

Bucht anlegte, und man die heimkehren-. den Lieben begrüßte. 4 -,,, , ,,f , ... . S?üicoS;. Andreas .5 KaSperßon? ging es wie ein lciseS Geflüster durch die UDie Männer schüttelten ernst und mit bedenklicher Miene die Köpfet Er hatte schon zeitig am gestrigen Abend die Rückfahrt anqctrcten und war so dem ärasten kt- l f ' 1 ' i r " i ; ' ' r ,:; '' - '"' L ' "Ü1 Wetter ausgesetzt gewesen, die andern hatten einen Nothhafen aufgesucht; noch aber brauchte man ihn.nicht verloren, 'zu '! -i-l !::;! ,, 7 , ! Ij' 'ili,, - j ,:: jl ' ,,-V geben und d i e $ Mä nner , ' wette: fcrten, Jana über das Ausbleiben ihres Mannes zu tciuriisicti: ; :' -'fS'r f s si w 5! ' -- : & k fe.iL.si i'i;.-!!!! t: Jk ! Den türm und das Gemurmel der Menge übertäubend, vernahm man plotzlich einen gMenden Schrei der Verzweifluna.' IßV ater, Vater! " erklang eö wi ld ' 5" t : " -!;!.'-,;: i,,- "jl '--if' !iiV" und herzzerreißend, und dem iahen Ufer zu' stürzte ein kleines bleiches, schwarzhaariges Mädchen, als wolle es sich dem Vermißten 'mach in, dle!raüsendeTiefe! mFiV ' !!?:!! wer en. ü- '8. ! i tv r r . ' . c, '! t Jana sing sie. m ihren Armen auf, aber von diesem Augenblick an hosfte man- nicht langer;: die Gewißheit, daß ' ii'-'t'l ' . ' tl' ' C'' ' ein Unglück; geschehen sei, stand 'lu den Angett Aller zu lesen. Noch ein paar Tage wartete man und , hoffte auf ein !, IK, ' -','. j. (1in'" V"iV:--"!'':,jp, i'1' 'l' , 'i',, , ; ' , . 1 ''' ':V -. w- i'. 1 i- ' Wundes dann verbreitete sich da? Gerücht, daß die, Trümmer eines ÄooteS zwischen den Schären gesunden wordeu seien. ' Mehrere dieser Wrackstücke erkannte man wieder etwas Näheres: über das Unglück aber erfuhr man.niemals. 1 In der guten Stube saß Jana, die Arme über die Brust gekreuzt, den Oberkörper mechanisch hin und her ie a end, als könne dies ihrem Schmerz Linderung verschaffen. Die Kinder verkrochen sich scheu m vte Wmkei, und dte Frauen der anderen Fischer kamen,' eine nach der andern mit Geschenken um indieser Weise ihre Theilnahme an den Tag zu legen.. Der Kaffeekessel brodelte den ganzen Tag,' und während Jtassk ; auf Tasse geteert wurde, erzählte man sich" im Flüsterton von traurigen Schifsbrüchen und Unglücksfällen,' -die sich vor kürzerer- oder längerer Zeit ereignet hatten. '. ; r' " ,Wo ist Andra?" waren die einzigen Worte, die Jana hin und wieder emsuhren? Es war unmöglich, das Kind zum Daheimbleiben zu bewegen, und man besü rch t e r da ß es ' : ! Zn, seinem " heftige n, maßlosen Schmer; sich Roch nnmal etwas zu Leide thun würde, ta.is j'!!""!' n -lWfL """"' " "itai:,lV" ? Auf dem außerstenIand des Felsen: oorsprungS stand Andra, , auf'S Meer, hin ausspähend, das, wie sie immer noch f'ftl 'Zi'X-m.tn' , f. V'',Ji!!'H't hoffte, ihr den Verlorenen wiedergeben müsse Z!idi lieber gestorben, als daß sie ihren Posten verlosten hätte, wenn nicht schließlich ein klter Seemann sie auf feine starken Arme genommen und zur Muiter ' getragen hätte, an deren Brust sie.ln em : lautes Keinen ausbrach, daS lhr Linderungiicrfcaffreff:;:!!;i;r jip-ih mlM jmtä 00tM; GDietilTageZ kamen und gingen, man hatte keine Zeit, sich dem Schmerz zu überlassen. Nicht genug, daß Andreas dahin war, , das große Boot war auch oerloren und mit ihm der ganze Reichthüm der Familie. - - -ffis' ' Acht Kinder! Da gab'S freilich zu I h u n u nd I an a w u rd e b ald diesel be w ie). ;uoor nur noch mürrischer und schweig-, samer; Oleandra aber ging umher, das Herz voll bitterer Gedanken, denn sie permo se1kien'gewoiiken.Mang Vater dahin war, sie konnte der Mutter nicht verzeihen, daß sie ihre Zeit nicht mit Klagen und Weinen zubringe. , . ! !s ? Ein strenger Winter folgte, und eS wurde schwer, sich durchzuschlagen; aber es war .auch nicht einer unter I den Fischern der Insel, der nicht Jana von seinem Fang mittheilte, und wenn die SluSbeute an Heringen gut war, hatte sie ölrbeit vollauf ja sogar die älteren Kinder konnten dabei ein Geringes ; verdienen. Als der Frühking h?ransam, sing sie n, mit Hummern und Fischen zu hanbeln, und da sie ihre Waare für einen SpottpretS einkaufte, verdiente sie recht zut dabei; aber eine mühsame Arbeit er es, denn sie mußte zum Festlande hinüber rudern oder segeln und dann auf die Dörfer zu den Herrschaften herumgeen, um die schweren Korb: so schnell die möglich' fr ichs u machen. Oleandra sollte die kleineren Geschwi!cr beaufsichtigen,! wahrend die Mutter

HÄufe fort &sr;i lübtx ,,1'puin'pf nd gleichgiltig wie sie füDMess war, klu den die Kleinen sich Zanz selbst überlassen. Eines TazeS war Sven dr Ertrinken nahe. Er hatt? sich in einem der kleinen Böte geschaukelt, die inder Mhe des Geräthschuppens lagen, während Oleandra am Felseuhsuge sich ihren Träumereien überließ. (Bern Schreien erweckte sie, wre ein Pfeil war sie im Boot uztten, machte cZ bs, erfaßte einen Zipfel feiner Jacke nsd'zog ihn in's Boot. Von diesem Augenblick an wurde sie wsch, den Knaben aber ließ sie nicht von j ihrer Seite. r v, ''"H Eines Morgens, ! im Anfang des Frühlings, als Jana mit ihren gefüllten Körben zum Strande hinunter ka?n, um zum Festlande hinzufahrci? siß ,Oleandrcr bereits im Boot und Sven lag zu ihren Füßen auf einem Sccgraöpolstcr mit einer Jacke des VaterS zugedeckt. Von dem Tage an besorgte sie das Rudern und , nun wurde sie sich selber wieder ähnlich. Das Mädel ist gerade so tüchtig wie unsereiner!" dieS waren die bewundernden Worte, welche die markigen Fischer, ihr nachschickten, wenn sie dasaß und Segel utid Schote mit der' sorglosen Sicherheit des geübten Schiffers Handhabte. Sie begleitete nicht die Mutter auf ihren Wanderungen. Es war sast, als fürchte sie sich vor den Dörfern und den Menschen dort. Mitunter lag sie in dem Boot und fchlies. zuwcilcn angelte sie und verkaufte ihren Fang an vorüberfahrende Fischer. Der Sommer kam mit warmen, sonnlgen Tagen und goldigem Glanz über Land und Meer. , Die jungen Eidcrganse und Enten hielten ihre SchwimmÜbungen ab, um die Inseln herum, und die Seehunde sonnten sich anf dem Sande. t h r j 1 zHs'war Än, lmeMTage deS Au Just monats, das Meer lag tiesblau im Sonnenschein glitzernd da, die weißen dcr rothbrauncn Segel hoben sich scharf von demselben ab, und ein wolkenloser Himmcl wölbte sich azurblau und durchstchtig über diesem Allen. T'''- ,r 'Ein Lustkutter hatte bei der Insel an-' gelegt ' und in JanasHütte besand sich vornehmer Besuch. ' ? ' i - Alles war festlich darinnen, denn sie hatte den Besuch erwartet. , Der Estrich war mit. weißem Sand bestreut, über das ,: Bett war eine """ bumgewürfclte Decke künstlichen Gewebes gebreitet, und anf dem Tisch standen je eine Balsamine und eine MonatSrose in ihren AnchoviStönu- ' r1"3'-' "' rrs1'""'? " !! ?r' 5,'- " ,5 chen. , Die lockere Erde war mit zierlichen kleinen Z)!uscheln bedeckt. In der innern Kammer, zu der die Thür offen stand, sah man eine Schlafdank, die fast ganz bis zur Decke deS ZimmerS mit Betten angefüllt war. und an den Wänden hingen - die Sonntags'flttd'erder Dadrinnen fanden sich außer einigen größeren" Muscheln und Schnecken auch verschiedene Kunstgegcnstände Kaffeetassen mit Inschriften, ein Schwan aus Zucker, eine Denkschrift von irgend einem Begräbniß stammend nebst zwei Bildern: ein Ehristus im blauen Rock und rothen Mantel, und ein feierspeicnder Berg mit so schreienden Farben, daß einem die Augen schmerzten, wenn man nur hinsah., - ' , - , 'ES herrschte eine dumpsige, ungesunde Luft in den beiden Stuben und die Fcnster ließen sich nicht einmal öffnen. Man meint, . man habt hier in den Schären Luft genug und verschließt sich dagegen so gut man kann. Jana saß auf einer grün angeZirichcnen Sophabank in dcr guten Stube und neben ihr ein kleiner gedrungener Mann, der sich häusig seines großgeblümt en sei-denen-' Taschentuches ' in ' geräuschvoller Weise bediente. Er war modisch gckleidet, aber die Züge waren grob und daS rundes kupfcrigö Gesicht mit dem Bocksbart und dem- kurz ' geschorenen Haar hätte geradezu kzaßlich genannt werden müssen, wenn nicht die blinzelnden Augen und ds breite Lächeln demselben " etwas ': Gutmüthiges verliehen

hatten, das Vertrauen einzloßte. , ,t'a f . : " '. -r.- ;!; " jj; " ;. ,.' Den harten, breiten Händen sah man HM, aßHe.'ln, der Welt etwas gcfchast hatten, .,wemiAe,jctzt auch ruhten, und die massive llhrkette nebst , den goldenen Knöpfen in dem , etwaZ unsaubcrn VorHemd deuteten an, ' daß der Besiher derselben erst nach , wohl geborgener Ernte sich zur Nube gosebt hatte. ' SiSstnalaSbstV den Oxerkörpcr- wicgcnd, sie- hatte voN' Andreas . gcsprachen) , ,,, '. -r . .; Der Brukspatron) oder . Patron AdamSjon", wie er am häufigsten genannt wurde, war cigcnS nach , dcr Insel gekommen, um zu fthcn, wie cS hier ehe. Jbr Mann Hatte unter ihm :f ? , . j 7 ' t 11 5 f ' il!" ' ii; -'i - ?e i ' aedient, als er , e,ncn . Okundiensalzrer . X'JAi ! & j & i-.r I ! l : 1 ! l i führte, u n d ,.' er i hatt c san ci i s ruh e r en Bootsmann nicht '., vergessen, ;, denij ,,Fr iiiv vi.i. -isiiiinf'ij; M.m'r t.fM1 jh'M -j i warme Freundschaft ;, entakaennebracht t '". .,?,. ,. '.,, ,7.i ..Ja wohl, ein brover Mann war er. . ',', 'i 4n ;:, l ":" j'i, J. I fr ,1! P .'j iill !' ".fj' J' 1 . " '8. "V " der Uaspernon und vor - allem im tüch tiger Seemann," sagte der Patron und schneuzt sich laut er als gew oh nli chM A'Jadas wohl sagen " Jana hielt inne sie gedachte de's neuen Titeis, der ihr ebenso fremd als unbegreiflich war. - . ., - ; Sagt nur immer Kap'län, daS höre ich am liebsten . ': ?t . üp f- .:, Es entstand ZneVaüse JM'a wiegte den Oberkörper - kÄehMhZaMbSDk? Patron machte sich ' mW seiner Nase zu schaffen. ' " .Mmi P&tJ Und das große Boot ging rrloren?" Ja das war daS PlleL.aWß,'S Andreas hatte vielleicht et-aZ zurück? iclegt?" , '-Mm;m- ! .Sieht's darnach aus?":' M G ..Aber Ihr schlagt EuDurtzM ! t ? a v i: 1 1 1 f 1 ' :4i' !:.! .. .;::'!,' 'V ; . .'ii.jlliiä. ' . , Ii' . ' ,,. 1 1, "!',. ' ,11t ) Der Besitzer twn Fabrit ftV Kst, I? t; CqjWCCCO. ; : ertsetzung folgt.)

ZA, ttspltcl vn ökn Necpay5

clrungen. Vsr kurzer Zeit vermißte die GsM eines Berliner Banquiers em pa BrillQZtohrriNge', di?, wie sie genau ZU wissen glaubte, nach dem letzten Qe brauch? von ihr selbst in ein vor dtti Tvilettenivieael siebendes SSm:!ckkäst eben gekegt worden waren. Ttr Verlust izt ein dovvelt unanzeneynrer? twmu . . w ,n f lino vt rzrrmge nn ezeni litUt Hend' und ihr Werth beziffert sich immerhin aus mehr als teusenh Mark. unÄ dann mußte sich der Ä erdacht, die Brillanten eräwendet zu ha. den. aus d- Dienstboten, xwei Mädchen. , lenken, d lange Jahre der HerrZchasttreu): gedient hatten und deren tt&ttjtg : feit anscheinend P außer jedem Zweifel -stehlMD' Dame theilte den Miidchtt .. ihre Äakrnekmuna mit und die aanzt Wobnung wurde auf das Peinlichste . durchsucht! Jeder Winkel, sämmtliche Behälter wurden genau ,sgezeyen, die Betten duröklopft, kurz, nichts, m säumt, um die kleinen blitzenden Ding er aufzufinden Alles umsonst, die Ohrs ringe sind verschwunden. Natürlich lagerte sich auf der ganzen Hauslichleil eine gewle. allseitig unangenekm em pfundcne Schwüle. An einem der jüngsten Tage unternahmen die beiden Söhne des Hauses, junge Leute von 19 und 17 Jahren, einen AuSflug nach dem Grunewa!. Plötzlich stößt der eint Bruder den anderen an und zeigt aus eine vsr ihnen hergehende, anscheinend guten? bürgerlichem Kreise angehörende Frau und sast wie aus einem Mundt ertönt das geflüsterte Wort: MamaS Ohrringel"' , , , Sie merken genau auf, gehen wieder holt an der ruhig und harmlos dahin wandelnden Frau vorüber es sind die vermißten Ohrringe der Mutter. Die jungen Leute handelten nun sehr besrn nen ; sie versolgten unauffällig die ihnen völlig unbekannte Frau, um über ihre .Persönlichkeit irgend welchen Anhalt zu gewinnen, da plötzlich gesellt sich zu jener ein Mann, anscheinend der Ehe mann, und die jungen Herren erkennen in ihm sofort einen Tischlermeister, der in der Zeit, in welcher der Verlust der Brillanten, bemerkt und eingetreten war, Mehrere Tage in der Eltern Wohnung beschästigt gewesen war. An ihn hatte man merkwürdiger Weise bisher gar nicht gedacht. Iedt .theilten sie ihre Wahrnehmung exnmf Vslizeibcamtcn mit, der aber irgend welches Einschreiten ablehnte. Nach Hause Zurückgekehrt, wird die ganze Angelegenheit aus das Tmachendste durchgesprochen und beschlössen, den Meister, auf dem nunmehr ' " . , . e j ocr onngenone Aeroaqr ruyie, mn n ner Familie nicht unglücklich zumachen, sondern nur die Herausgabe der Ohrringe von ihm zu . verlangen. Die Dame beschließt, selbst zu der Tischler frau zu, gehen und bestimmt .ihren Schwager, sich ihr anzuschließen. 7 Die Herrschaften begaben sich zu dein Tischler; der Meister ist abwesend, und es wurden nun der Frau die nothwen digen und nach Lage der Sache auch durchaus gerechtfertigten Eröffnungen gemacht. Die Tischlerfrau ist wie vom Tonner gerührt; sie ist empört, wü thend, außer sie, schreit laut auf, schimpft, tobt, reifer ihre Eommode auf und erklärt, sie habe eine Menge Ge schmcidc und neben mehreren Gold szchen kommen auch ein paar Brillantvhrringe", vermuthlich aber wohl Simi lidiamantcn zum Vorschein, welche den Vermißten zwar ahnlich,' aber keineswegS dieselben sind! Die Herrschaften sind natürlich auj's Aeußerste verbküfst.' müssen den Zungenschlag der erregten Tischlers frau über sich ' crgehciF lassen. ' bitten um Entschuldigung und 1 gehen nach Hause Kurze Zeit daraus erscheint der Ehemann der "gekränkten Frau, der Tischlermeister selbst, der nun. seinem zornigen Herzen Lust machte aus eine Weise, daß ihm ernstlich die Wege Zewiesen werden mußten. Endlich verließ cr die Wohnung mit der Trohung, wegen der seiner Frau angethanen Bechimpsiing Kläge zu erbeben. So liegt die Sache, jetzt; jedenfalls ein merkwürdiges Zusammentreffen eigenthümlicher ti,nsf,?p ' !' iilnnaitse. , ,. . r. 4 mim: !f üfm tmä Elia r ak terz ua Friedrichs öes Großen. So manche charakteristischen Zuge sind uns von Friedrich dem Großen, trhalteiv gebllcbcnebie'U'der :lrt und Weise wie er das Ganze im Einzelnen zu beherrschen vermochte, wie ?r alle einzelnen Zustande mit scharfer ' ,,..' , . . v " Vi:;imen;ntnteit verzolgle, wie er unrer ruckt nur die Sorge sür das Wohl seines Volles im Äuae vemelt Zeaa niß geben.' Nachs:edend sc: einer cr'lväknt, der, so unbedeutend er erscbeint. doch vorzüglich geeignet izt) lern sicheres Eingehen aus die Äcrwaltungsangelegenbetten und die Art seiner Gesinnung zu vergegenwärtigen. Edward' hm" einst die Bestätizunz' der Wahl eines zLandraths zur Unterschrist vorgelegt. Dei dem Namen des Vorgeschlagenen stutzte er und verlangte den Minister zu sprecht!:. Er äußerte sich ungehalten über die' WaI,! wä dieselbe zu rechtfertigen und die löblichen Eigenschaften des Gewählten zu entwickeln suchte. Friedrich jedoch lieft sich nicht irre rnüchen.' Cr Gefühls W besonderes AUenückous HeÄ l?ammergericht . herbeizuholen, und täh thit darin cnth alleneV erhandlun z au A V wt tzltxA sprach er nun zu 1;..: Minister, dieser Mann ha! mit seiner ' leibliche:: 'Mutler um ' einize Huf::: Ncer ein.'N weitläungcn ?ro:? gejährt, ', und die alte Frau hat u:.r zltt 2u;. . fzxei aus ibrc: letzten ln!?nlr " täJSfiv lann'kichTponA K?m H?rzcn erwarten, tzj erpirU:, Ucite r.ieir.:r Unterthan:.: :xr ..: :n? ,

m; f'T i--,'":r- ifi-Z-Ji vxIuh i'liJ k,U;i?j . l..-.. j , r - '' v.; -' " ;'f V: tit-fi ' üW. - , 4 i ... -'" ,!, . . P. a c r n c n 0 1 i r r 0 0 e. Ur.Urcsficirt: Ihr l'cr!.'. ir s:id j-: tzZ sön?, n:rc cJlrmet rzx ni. : t;:itd. für "uch wär:? ir;,:r.b ein cH:: . ' r -V ' , r... r. , f.-- - ... J L- "

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