Indiana Tribüne, Volume 14, Number 266, Indianapolis, Marion County, 14 June 1891 — Page 2
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Die Lebtt SüderdrüslZgen. Ziemlich oft in mancher Woche zwei- oder drei Mal wundere ich mich darüber, daß so wenige Menschen sich umbringen. Nämlich: Verhältniß, näßig so wenige, angesichts des Um. standes, daß eine ungleich größere Am . zahl Personen Ich mit aller Entschie. denheit? Zur lebensüberdrüjsig erklärt.' Wenn man den euten so zuhört, möchte man meinen, neunzig Procent aller Er denbewohner stehen im Begriffe, sich ellernächstens aus der Welt hinauszu. befördern. Unaufhörlich umsummt Ei en die Klage .der verschiedensten an., geblichen Selbstmordcandidaten; manathmet erleichtert auf, so man eine Stünde lang keinem 'Geiste begegnet, welcher den Willen zum Leben verneint. ,, Oder richtiger: man hört diese Lernetnung allezeit wieder, aber es bleibt erfreulicherweise bei der grundsätzlichen Negation, während in Wirklichkeit der Wille' zum Leben uns üls entschieden besaht erscheint. Nach und nach bin ich , dahin gekommen, den Pessimisten, wel-'
ls Tasein hassen und ver achten, nicht mehr unbedingt zu alauben. Ersahrungen haben mich dahin gebracht, auf Versicherungen, wie zunk Beispiel: Ich habe das Leben satt. Sie werten nächstens Schreckliches von mir hören!" zweifelsuchtig zu antwerten: Sie versprechen Einem, was Sie denn doch nicht halten." Wer sich Mit offenen Auzen umthut, wird nach und nach von einem nicht unbegreiflichen Mißtrauen gegen die begejsierten Verehrer der Selbstvernichtung ersaßt; wer mit dem Leben fertig ist, der ist es auch mit den Nebenmcn schcn und legt keinen Werth darauf, sie von ' sei Ansichten und Absichten zu verständigen; wer sich . für den gesell schaftlichen Verkehr als Selbstmordcan-' didat zurechtlegt, der nimmt eine Pose ' für den lieben flachsten an und verläßt sicherlich nicht freiwillig eine Welt, in welcher es so viele Gelegenheit gibt, persönliche Eitelkeit zu befriedigen. Lessing macht die Bemerkung, man spreche von keiner Tugend so viel, wie ' von- jener, die man nicht hat. Tas' gilt nicht nur von Tugenden, sondern von Allem, was das geistige oder seeli sche Leben des Menschen betrifft. Viel leicht sogar das körperliche, denn Schwächlinge, die ein. Windhauch umblasen könnte, mochten als Athleten gelten, die Schwerhörigen ersuchen, man solle mit ihnen nicht schreien, die, Kurzsichtigen thun sich auf ihr treffliches Sehvermögen etwas zugute und wer nicht ,zwer Stunden Spazierengehens vertragt, macht Projecte für die gewag testen Äergbesteigungcn. . . . Die Lebensüberdrüssigen, die mit dieser ihrer angeölicben Gemuthsöer faffüng cocettiren, dürfen keinen Anspruch erheben, ernst genommen zu wer-den.- ,. Sie . , sind nur Selbstmörder im Princip, in paitibus insidelium. Sßti gegne ich einem von ihnen, so erinnere ich mich an ein' höchst ergötzliche Gestalt in einer Poffe von O. F. Berg: ein Mann, der den Anderen mit unvcrsiegbarer Beredtsamkeit klarzumachen sucht, daß das Lebm nicht werth sei, gelebt zu werden, daß sie die Anderen Nichts Vernünftigeres thun können, als sich zu todten. Er empsicblt die sie benswürdigften, reizendsten Selbstmords Mittel ; den Revolver schildert er, wre, das köstlichste Bijou, das Einem "nur' Vergnügen bereite; wenn er Cyankali" sagt, so schnalzt er mit der Zunge wie ein Feinschmecker, der von einem kostbar i seltenen Gerichte spricht; nach seiner Berechnung macht Jemand, der sich ertränkt, ewe erfrischende Wasserkur -dmch T'ie Pseudo-Lebensüberdrüssigen sind nach Muster der besagten Figur Aerzi?. teeEf Mikamente verschreiben, ab:? selbst Ze'nmen. Suppen-, "Hauer, der hzunntlich das Leben als ekwK WilgeS, sa Häßliches von oben herab, beurtheilt bat, bauste in Frank-, jte?IU?ttchf Lie deutsche Bundeshauptstadt wegen der da-elbft üblichen guten Küche nicht verlassen. Ins den Franlptrteö Weltweiienerufin K'rföMiejemgtt, welch eMs '-dadurch 'begreiflich machen rzöchicn, daß wir alle Ursache hätten, aus diesem Iamuierthale zu - scheiden. So oft Jemand mir die Löblichleit mei-, ncs eventuellen Selbstmordes auseinandersctzt. sage ich ihn in Folg? meiner guten Erz:ehung: Bitte, nach,, Ihnen.- Man soll StandespersoM,. immer den Vortritt 'lassen. " ""' ' "' " '" Jeder Tag brsngt uns Kunde von. Elenden und Unglücklichen, die freiwillig den Ausgang aus Verzweiflung der Ncth gejucht haben.' : Unser Herz zuckt ctjmcrjlt danken an die Verlorenen,' denen kein Ausweg ' sich '' mehr eröffnen wollte. Zuerst ., kommt, die Kunde, von ihrem tragischen (?nde ci$ unerwartet, denn das tiefste Unglück ist verschämt wie die tiefste Armuth . . . . Ich will nicht uniersuchen, ob ein anderer Ausweg nicht m den meisten Fällen doch wäre zu erreichen gewesen; die Realschüler und Gymnasiasten, die sich wegen schlechter Zeugnisse das Leben nehmen, profa.niren ihr Schickjal; der Engländer, der sich umbringt, weil es ihn langweilt, jeden Abend vor dem EHlafeNgcnZeine TasHenuhraufzuziehen, sein Landsmann, der es nicht, verträgt, sich täglich an- und auszukleidcn - sie mögen dem Bereich der Anekdote angehören, aber manchmal hat der Selbstmord keine dernünfngeren Gründe als das leichtsinnigste Duell. Nur eine Gattung Ä!enscheu tödtet sich nicht wegen Lappalien: die Lebens überdrüssigen von Profession. Wohl , werden sie nicht müde, Haß und Veracht - jung gegen ihre irdische Existenz in den heftigsten Ausdrucken kundzugeben, aber sie zeigen eine fabelhafte Virtuosität , auch darin, sich in der Ausführung ihrer unheimlichen Pläne behindert zu sehen. - Vor Allem sürchten sie den Vorwurs der Feigheit. Schade, daß sie die Stelle ! 5 laus , 'S chopenhauer vergeben haben : i"'1,,' yrvn"""' - '"S"ii"!i . WEs gibt gewisse allgemeine und fefl 47 --'
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accredirte. täglich von unzäbl:gen w:t SelbstverzNÜgenInachgeHrcchtnö' .Irrthümer. Zu diesen 'gehör: auch, der Satz : Selbstmord ist eine Sandlung" . . . .A!:o erwe:sen sie sich muth:g und leben sich wacker zu Tode. Auch schieben sie d:e Schuld an oer N:chtausführung chrer liebevoll gebegten Projecte Tritten '.n die Schuhe. Die überWiegende Mehrhett der ' vroe'sionellen Lebensüberdnisttgen beruft ttch aus die Pflichten gegen Weib und Ü:nd. Wer nichts Aehnltches Uut. und sich doch in der dankbaren Rolle des SelbstmordEnthusiasten gefällt, sucht einen modernen Tugendbock. Einer meiner Bekannten zum Beispiel redete sich. Jahre hindurch au? e:nen , in Amerika' ansässigen heißgeliebten Onkel aus ; diesen würde, erMeMettüM er einen uunatürlichcn Tod suchte freilich, wäre der amerikanische Onkel nicht, so würde er, der Neffe, längst an die Pforte einer besseren Welt gepocht haben. Eines Tages erfuhr ich. daß fraglicher Onkel langst, nicht ; medr im Lichte der Sonne wandle. '.Dem' Neffen schien dieser Mortimer sehr gelegen zu' leben ß . ..Die scheinbaren Lebensüb:rdrüjsigen. welche gerne mit Lcnau klagen, dan wir so viel Arbeit um ein Leichentuch" vergeuden, sie sind , im Stande, ihrem Nascur , zuliebe. die Last dieses Lebens fortzuschleppen, die Gutherz,gen'. Uebrigens können sie sich daraus berufen, daß HD Schopenhauer allerdingst behauptet, Jedermann habe das rZ I- ' 'hitS-3tr a-j, Recht, sich umzubringen, daß er aber von einer Vflicht dazu nichts verlauten läßt, ja da u tv sogar idie BchaULtung aufstellt, der Selbstmord sei etwas ganz Vergebliches. , Nach seinen Folgerungen zerstöre der Selbstmord blos die einzelne .Erfchei nung. jedoch nicht das Ting'an sich: den Willen zum ' Leben. Der, Selbstinord sei also eine thörichte HandluW im Hotel Schwan- in Frankfurt, too Schopenhauer Stammgast war. wurde ausgezeichnet gekocht ja noch
I mehr: der Pessimist solle dem armseligen Leben gar nicht die Ehre 'anthun,' sich eine Kugel vor me Stirne zu zagen oder einen Strick als Halsbinde anzule--gen. Weit entfernt", meint er vom Selbstmorde, Verneinung des Willens zu sein, ist dieser ein Phänomen starker Bejahung des Willens. Der SelbstMörder will das Leben und ist blos mit den Bedingungen unzufrieden, unter denen es ihm geworden." Das lassen unsere Lebensüberdrüssigen sich gesagt sein und verachten das Dasein, indem sie es grollend ertragen . . . In ihnen vereinigen sich nicht selten die grellste Gegensätze. Im vorigen Jahre wurde ich im Ballsaale einer reizenden, jungen Dame vorgestellt. Da ich sie nicht nenne, darf ich ihr öffentlich dieses Compliment machen. Die Netzende plauderte mit mir über ihre Melancholie: sie sei lebensüberdrüssig. trotz ihrer Jugend freue sie nichts mehr, sie möchte am liebsten hin ter Klostermauern den Rest ihrer Tage verbringen,, Trotz all' meiner Ersah, rungen fühlte ich etwas wie Mitleid, mit ihr, tröstete sie, so gut ich konnte, suchte ihr zu beweisen, daß die Existenz einige ; Lichtpunkte habe es half nichts, ' sie blieb bet ihrem ' düsteren Standpunkte. Da nahte sich ein Husa-ren-Lieutenant mit cocett aufgezwirbeltem 1 Schnurrbärtchen, bat s um einen Walzer fort raste sie mit ihm, Glück in den Augen, , Glück auf den Wangen, Lebensfreude in jedem Nerv. Und der Husaren-Lieutenant tanzte noch etliche Male mit ihr sie aber vergaß mich und ihren Lebensüberdruß es hatte sich nur darum gehandelt, da der Rechte kam; ich, der Mann mit der leise beginnenden Glatze, schlich beschämt gu der Brüder und Schwestern Kreise hinsns . ... ,,zÄie Jugend ha't zu genießen thut gerne so, als habe sic schön übergenug des Genusses, sie ,nimmt die Maske der Uebersättigtheit vor, aber dahinter lacht der pausbackige Appetit, der nur auf etwas Gutes wg?i tet, um tücbtiz hinemzubeißen. , Nein', Ucnn , ich es 'ehrlich sagen Zoll: ich glaube jat niemals den Lebensüberdrüssigen. die ihren Ueberdruß zur Schau, tragen, wie einen, neuen -Hut oder ein neues Kleid. Wir Alle, ob wir es Wort haben wollen oder Nicht, ivir leben gerue der Sieche und, vkr r ; Bettler sogar wollen leven,uno am yestigsien wollen es Diejenigen, die da5 Geaentheil behaupten, um interessant 'znsttk.' .Mff SIM Am stärksten wendet sich mein Mißtrauen wider die Lebensüberdrüssigen" im Frühling, wenn der Flieder duftet und Mes um uns und in uns Knospen treibt und ein allgemeines großes Werden sich regt. In des Lenzes Gold schimmer gedeiht der Pessimismus am übelsten; das ist jetzt die schöne, die hei lige Zeit, da der Jüngling, statt Blasirtheit zu heucheln, von rechtswegen im Abendhauche vor die Allerliebste hinknien und ihr sagen sollte: O Konigin, das Leben ist doch schön!" Und insgeheim, ohne sich zu verrathen, sinden sogar Diejenigen es schon, die es schon längst abgethan hätten wenn nicht u. s. w. . v- r o y. WlMZlti ,,,,,, ,-.,Jn,l, ei n e r Be r l iner 0c meindeschule bemüht sich der Lehrer, seinen Zöglingen den Unterschied zwischen gleichlautenden Substantive? und Adjektiven , klar zu machen. Er schreibt die Worte Weise" und weise" an die Tasel. Nun, Fritz, welches ist der l Unterschied zwischen diesen beiden Wörtern ?" f i fragte er einen i pausbackigen unaen. .Ja", antwortete .Fritze" :( mit Selbstbewußtsein, bet isj'ne große Weiße und det ZS Ae nirföi- ; M erkwürdi g. S t n dent: Merkwürdige Ideen von unserm Pro sesfor, um sieben Uhr Morgens Collec zu lesen! Da schläft doch jeder vernüns tige Mensch schon!" D Der Blick des Mannes richtet sich auf die großen Dinge in der Ferne. " : ' h, . - ä. ' r . a 'i- .. 4. das ÄUge ver trau nur oxamv , . - . . - m-t-i mgkelten in der Nahe. 'SiPMi itii'fr lir, Wfm,
D er Vater. m .k Vi 1 " !.,.. 1 ' 2. i ? n sNt rcn Nartk U onrav Namls. ii y$i &Xhr--m x i - ,'Die Keine, üvvige. nc6 hübicheFrau Klara Kares war Borsteher-.n einer Mädchenarbeitsichule. ..Frau Direktor- nannten sie ibre Schülerinnen, und das war ihr rech:, denn ihren Namen konnte sie nicht leiden. Es war ihr immer zuwider, wenn jemand ne Frau .er? h:eß ia so, der ewig betrunkene, gewis- , jhu - '-'" rill 'i Jt """"VJr ':" Mit:!. lernet? Äiann Mik vem Llauroiycn Besicht, der einst ihr MMDN MEs ist schon lange her, schon drei- , .,.,: ., ,.! ,,r ,' ,,i...,w, tyy,v' i'fl". ''iift,ii'l,iAsiil..:j!Ji.;i,:!Kt; zehn Jahre, dan er davon., ging., von ihr und den Kindern. Sie hieß ihn gehen, weil sie nicht mit einem Menschen leben könntkrHhrHeHKtiich war, und' er HKgfgern'stWrn. ' ' Die Frau war ibm ja so langircilig, so lästig, mit ihrem sogenannjen Anstand und lhrerlkMien Einengung. Die kleine Emma war damals erst ein paar Monate , alt. Julius aber schon ein verständiges 5lind von sieben Iahre?,'.das schon erschreckend TroßL Augen machte, wenn sich die Eltern zankten. Dann war Rube im Hause. Stolz, energisch und unermüdlich kämpfte die kleine Frau Director mit ,dem,Leben.B,'W K Die Kinder brauchten viel, sie wollte sie . doch gut erziehen und er" gab nichts dazu, konnte auch nichts geben, denn er hatte selbst kaum das Nöthigste. Schrei blchrer ! M!alligräph,ß nannie er sich! Tu meittGo'tr! Und das, Trinken, das viele,, Bier, odcr Weink " t" . i' , s: i v , Hii!: ,:,! " Hl iliJ1 ij,,. Und dann noch etwas - ' Einmal, es war ein oder zwei Jahre nach der Trennung, ging die Frau Direlto? spazieren mit den beiden m dern. ,,,. Da ging drüben, auf der anderen Seite der Straße. Julius erkannte ihn auf der Stelle. , Muttc da drüben geht" 'cht machte die Mutter und riß den Knaben an der Hand vorwärts weg aus seinen Blicken die Kinder brauch: cr nicht zu Zehen, der . Verfiti6t Und dann ' ' 'er' war nicht einulal allem! Das Weib da an seiner Seite Also doch!" murmelte Frau Karpf, ein wenig bleicher werdend. Beinahe hätten sich ibre Augen mit Thränen gefüllt. , Weinen?, Nein! Pfui. Also doch! ja, , ja, ohne ein Weib hätte er's nicht ausgehalten! Aber so ein jämmerliches Ding, so ,, ein häßli ches l'Also'das'genügtlihm! ri . :; Beinahe hätte sie gelacht, aber es war ihr so bitter im Munde. Die Kinder wuchsen heran. Die kleine : Emma kannte den Vater gar nicht, ' aber sie wußte, daß er lebte mit einer anderen Frau, die aber nicht seine Frau war. , Ihre kleinen. Freunz binnen erzählten ihr , das. .", Sie erröTif, jJyP''1 .J, 'fc'!'1,1" C-T ' i?-' thct und schämte sich, und sprach me mehr von ihrem Vater. ( , ( . Julius war sehr talentvoll, schon jetzt gesucht als Klavierlehrer, obwohl er erst zwanzig Jahre alt war. Aufgeweckt, klug, energisch, wie die Mutter. Manchmal schon war er auf der Straße dem Vater begegnet, allein, oder mit dem jämmerlichen Frauen-, Zimmer", das der Vater schon kannte, als er noch im Hause lebte bei der Mutter. heut' bin ich ihm wieder begegnet," sagte cr beim Essen. Wem?" fraqte die Frau Director. Na dem Karpf." So, so:" Die Strudel war mit ihm." 1 r spuckte aus. U U tz- M M Strudel 'hieß das jämmerliche" Weib. , : t 7r ' Ich glaub', er. war ' wieder 'be-' soffen w-:'; mfm$ Julius verachtete feilte Vater, er hielt das für seine Pflicht. Denn er wußte Alles : den namenlosen Kummer und Schm?rz der Mutter, des Vaters Herzlosigkeit, seine . Gewissenlosigkeit,' leinen Metalles!" , x-, f.r 7Tr '''rriwvfe! Die Mutter liebte er abgottisch. t , , Weiiii er den Vater sah, . cüfgeschwemmt, rothnäsiz. gemein, konnte .erj nie begreifen, wie MWschSnA'lDe ttuge Äwkter diesen Mann einst nehmen konnte! Und als Nachfolgerin , seiner Mutter-diese tztrub?!?, Das konnte er noch wenizer begreisen. " O pfui, das ist zu gemein." M "!; Dannztarb der Karpf. , Der Schlag ::,fl! Ä mum: rnfes ws1 wäc: hatte ihn getroffen. M$? tf ,? 11. !.!!i, :ii:;,.,"J !!..,. s ' .n ili , . Da kam, die Strubel zur Frau Dlrccter. 1 Zum , ersten M ale , standen sie sich gegenüber.'', Die kleine. Frau erblaßte vor Z?rn, als sie das rothge weinte W eib, mit dem auffallend en Traucrputz, vor sich stehen sah. Was wollen Ste ' j tss:mi U Ach Ihr Mann , ist gestorben", schluchzte die Strubel. , Ich habe ke inen M ann", erwieder te die Frau Director rauh. ':s ..Nun Herr Karpf ist gestorben." JlNach kleiner Pause: OchMNJ, lB'iWas geht das mich an!" iU.S mv& n Die Strubel heulte hinaus : &yl Ich habe kein Geld, ich kann ihn nicht '7 ,....iiiV,.,..w .,::lll;ii,,,:r- f;i'';ii,.A;i. i,ii!i?i.i!ii,i ;!!:'!.. in.. ,.i,.!.p! ectvigro.:lafm,? ,, Plötzlich schwieg sie, unter der Thüre stand Julius mit zornfunkelnden Au- ' M i !,.ri, .in,;;: : . "i,;,,,,; , , . U gen. f;i::?-:::,:i : 'ß- 1 ! Gehen Sie!" rief er das Weib mit bebender Stimme an. Belästigen Sie meine Mutter nicht. Was gehen uns Ihre Privatverhältnisse an! ,z:iv:- ' Die Strubel ging. .wm,, Die Mutter stand da und sah vor sich hin, dann ging sie läse zur kleinen Emma hinein, und erzählte ihr, daß nun ihr Vater gestorben sei. -Das Kind sah die Mutter ernsthaft an und schwieg. Dann, ganz allmahlich, füllten sich ihre Augen mit Thräneu und langsam liefen sie über die Wangen herab. Dann als ob sie sich besänne blickte sie um sich dann lächelte sie Ich bin aber dnmm, jetzt habe ich geweint, und ich habe ihn doch gar nicht g?tak:,,",,ittil Und fast stolz klang ihre Stime, als jihiiti'ii; '; r'i Ä!'. , TM!
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sie ihren kleinen Freundinnen erzählte:. ..Mein Va:er t gestorben! Ich bin nre. it ..U.iC. Ij:!ijifi:ni3i. Es war chr wie eine Erleichterung.' lgg?n zu können- Ich habe knnen Va:er mehr, er :n gestorben!" Wie d'e anderen Kinder, wie die aw ständigsten. Watitn gibts ja so viele. . ' llnd die, Leute bemitleideten sie auch nock. je?t da sie es dcch gar nicht mehr mW l;f fr "Y r t " 'fe' f A, ,,io:kiZiMt:e.,,,., Die Fru Director schickte doch., uach einilzem Besinnen, Geld nach Karpf's V,, 'N Ul- , , , ;tm Wohnung.' ., . : j. ,A, $-H ms, r Auf tzemeindekysten. wie einen Bett.i '"'.i'Ji'ti,. ,!,... m ,, 4 jj;:-.!! v- ,,!'., ,.',;: ',1 k !er.. beerdigen lauen, den a:er ihrer llinder! Das wollte sie doch nicht. Nach zwei Tagen sagte sie zu Julius: Ge' zum Bcgräbniß." Ncin Mutter, das thue ich nickt!" ..Tu gehst, sage ich Dir! Schau Deinen Vater noch einmal an. draußen auf dem Kirchhof und und verzeihe ihm." , Widerstrebend gehorchte Julius. Er trat auf die St einstufen, die man besteigen muüte. . .uni in' dl Leichenhalle schauen zn können. ' ' Eine Tafel war neben dem Sarg: Michael Karpf, Schreiblehree, 48 Jabre alt." Die Lichter brannten regungslos zu beiden Seiten, auch Kränze und Bluruen waren da. Julius sah durch's Fenster bincin zum Vater, lcküttelte den Kopf und las noch einmal die Tafel : Michael Karpf Schreiblehrer, 48 Jahre alt." , Ja, , ja, er war's wirklich., ! So bleich, so schmal. ' So edel schien ihm das Gesicht, mit dem leiie überlegenen Zug, den der Tod verleiht. So t, "'l iJ!i!it:".i- 'iHHUMh ....läJt'MW:: , n hatte er den Vater nie gesehen! .Ach hätte er doch diesen Vater im Leben gekanntl Er weinte am offenen Grabe und kam wie gebrochen nach Haule -! M MtUn der Vater war so, scöon." " -WV ' c Ui.-Z
so lajoiir wicoerooue Hrau iara ihtfj & -aJw ü"-: m Ja qanz anders als sonst, so schlank in seinem schwarzen Gewand cr sah wirklich vornehmr,ayZ.V?s verklärt ich hätte nicht geglaubt, dasi der Vater lo aussehen könntelStzch.... .J? ' ' Die Mutter nickte stumm. i i: Ich habe gcweim, Mutter!" I Mit einem tiefen Seufzer, wie wenn eine- Last von ihr genommen, blickte sie auf ihren Sohn. i&Uiy, Gott sei gelobt, so wird .er seinen Vater im Gedächtniß i behalten nicht anders." 1,, "',,,,, I Sie drückte die Hände zusammen. Ihr Geist sah in ferne, i ferne, Bergangenhcit da sie und er" jung waren und glücklich! Da er neben ihr stand, frisch und schlank und lebcnsmuthig, und er ihr dann den ersten süßen Kuß gab. Daran konnte sie seht, wieder lächelnd denken. jetzt da doch alles, . alles vorüber war. ES , war, wie eine längst ersehnte Erlösung der Gedanke an holdes Jugcndglück! Nie hätte sie gedacht, dan sie das .noch lönnte! 2ächetnd!..: ' 'r':i ' ' Wie gütig, mild, Versöhnung erzwingend ist doch der Tod! Wahrhastig, nie hätte sie das gedacht. Ein freuöigcS Wiedersehe. , .Ein pilfciner Herr war es, der an einem Vormittag 'im Franziskaner in Berlin bei einem Glase Bier seinem Nach--bar in breitspuriger Weise von seinen in Amerika erworbenen Schätzen, seinen noblen Passionen und seinen transatlantischen Erlebnissen erzählte. Durch die ziemlich laut geführte Unterhaltung wurde ein am Nebintische Menjier Ber liner Kaufmann auf den Fremdling aufmerksam. ' Wie ein Blitz schoß ihm der Gedanke durch den Kopf: Ten Mann solllcst Tu doch kennen." Er schnell seine Zeche, gab aus der Straße einem Bekannten einen Äink, den Fremdling nicht cM iA Ägen B?er!leren, und stürzte räch Hause; dort durchwühlte er seine alten Papiere und zog endlich aus denselben ein Schriftstück h:rvor,das mii5enHa?aciensti?chenWon ten begann; Im Namen des Königs!" Ein benachbarter. Gcrichtsvollzjeber war bald zur,, Stelle g erusen. . Mit ihm im Bunc zog d?x Kaumaun aus, den sein en H e?7II' ?? : cd cr auszu uch e n.M Durch oen Beobachter crlnelt man die Kunde. daß der Fremde sich cebcn nach dem Bahnhose Friedrichstrae begeben habe. Rechtzeitig vor NLgang des uges traz unser Kaufmann und seinlAdlatus, der Gcricktsvollzichcr, aus dcm'Vahnhos ein? sie sauden den noblen Herrn, wie er sorglos und guter Dinge aus dem Perron umherschlenderte. Der Ge richtsvollzieher näherte sich ihm , mit hoflichem Gruße und den Worten : 'Ich habe Ihnen ein rechtskräftiges, , sosort vollstreckbares,, Urtheil vorzulegen, und bitte, bei Vermeidung unmittelbar erfolgender Zwangsvollstreckung, um freundliche Begleichung der ; kleinen Schuld, die Sie vor mehreren Jahren bei Ihrer etwas plötzlich erfolgten Äbreise zu begleichcwvergesien haben". Was nutzte dem noblen Herrn da alles Sträuben und Zieren, , das Roth-und Blaßwerden." Das Mundspitzen halj nichts, es mußte gepsiffen werden. Und so zog er denn endlich sein Portemonnaie aus . ver Tasche. und entnahm demselben eine Reihe von Goldsüchsen, die er in des Gerichtsvollziehers Hand gleiten ließ, der, als die Summe voll war, als Gegengabe dem noblen Herrn das bewußte Aktenstück mit den kalliqraphischen Anfangsworten: Im Namen . a . n . fc. 5 . tw .. r r i oes Königs- unicx oxc zurme iazoo unc mit seinem Austraggeber sehr -t vergnügt von dannen zog. Ter noble Herr aber sprang in den bereits zur Abfahrt fertig gehenden Zug und verließ dii schöne Stadt mit den innigsten Segenshjutttöen : :ilifb;ßaüma:bi5ä den Abschied von hier sehr erleichtert . !,, . . 'ii.,1.;.,,..!! .is. 'tai,!',,.:'.;,,!....!,.,' '.'.I.,., j' i, 'im,. , 1. u' '. i' in,.'!, U attö. 'iS-'.ti i- ii1?1:: ' 1 ,: iii,if ,.:'.'. "' ;'x ''i: i. ' ': ' ,.i i dj-.-V e t I M a n n e i n , den en I das Se immer auf der Zunae sckwebt. ig es nie aus dem rechten Fleck zu finden .,; ,. ,:. ,,! . . l: ,:, j ,i: :; ;:svj, ! i;, .,iii'"!i,,!l.!. ::.;.,..: h'MAf: . ; -1,1,, ,i, m ;, , ;;:; "ä!',:;;,
zermarterte sein Gehirn lange Zeit I. i.v ... :fi js : : w. rtü-.i. ' ii;''i .,i !)f.i.Vi vergeb!, '. l, vlur einmal jubelte es in itm au?: Ich wb's!" Er zahlte
J!i Moderne Z a kj n he i l k u n o eKH Z: '"v' " :'i'i;f!f MM$ ftDÄ:mev Crefeld, ' der sich in itt .inedicimschcn Facultät der Bonner Universität , als Privatdoccnt b.abilitirt bat. hielt in der Aula seine öffentliche Antrittsrede über die modern? Zahnheilkunde und ihre Bcz'chuU7,en zur gcsammten Heilkunde". Der Vortragende ging von d:m ü'edankcn. aus daß' die moderne Heilkunde int Zcüaltcr der Specialisirung" steht. Den drei Svecialsäckern der 5kran!heiten am Kopf,Lder Augenheilkunde, der DhrenhciljÜnde) der Specialität sür Nasen- und,Ha!skrankheiten, die sich seit Jabrzehnten an den Universitäten eingebürgert haben, . schließt sich naturgemaß ein viertes an, , welches aber aufsalligerweise seitens der Gesammtmediein bis zum - heutigen Tage eme etwas gcrMschätzcude' Pehändlung ' erfahren hat, das ist die Zahnheilkunde oder die Specialwissenschast von den Krankheiten der Zähne und. des Mundes. - Dieselbe habe jedoch, im letzten Jahrzehnt einen
mächtigen Aufschwung in Teutschland genommen, i Die Anregung dazu , sei zweifellos von Nordamerika, der hohen Schule der Zahnheilkunde", ausgeAayU, gen; .bezüglich ,, der wissenschaftlichen Ausbildung der Studirenden seien jedoch die e amerikanischen e!!v von : den deutschen Schulen neucrdiugs . überflü pelt -worden. ,, Amerika bringe Zahnlünstlcr. Deut schland : . Zahnärzte her? " , 1. jl" " 'jf , ';, I '.. ' j-l ' Die großen Fortschritte, idic in der: Acraidcr Antisepsis. auch' in ,der ZahnHeilkunde , - gemacht worden,, sind - von Teuj ichland ausgegangen., , Die, wichtigste, Errungenschaft , aberist die Erkenntnii; von. der Abhängigkeit der meisten i Mundhöhlen.- Erkrankungen ,, von parasitären Einflüssen., :.,Die Groß-thaten-eines Joseph ,, Lister und eines Robert Koch.,..sind i auch sür die Zahnbeilkunde epochemachend ; geworden.", Die erste Frucht der -durch Koch ge-, schassen en exacten .balteriologischen UntersuchuugZmethodik war die 'Lösung der Fraqc nach der Ursache .der iwichiigsten aller Mundhöhlen-Erkrankungen, ja, der verbreitet sten Krankheiten . überHaupt, der , :, Zahnverderbniß, ,,, , wurde durch die ausgezeichneten Untersuchun-,, ß en Millers im Sinne der chemisch parasitärcn Theorie entschieden. . , -; c-' Ein weiteres Ergebniß bakteriologischer Forschung ist die Erkenntniß, daß i e m enschliche M und ho h le, d er ständige Ausentb.altsort einer, großen Zahl verschicdcnarliger, theils harmloser, theils im hohen Grade , krantheiterregender Organismen ist. . Äls, wichtigste Äbla g c run gs statten solcher bakteriellen Gifte , betrachtet , er den Verdauungstractus, ,die ,Atbmungsorgane und die mit der, Mundhöhle commuNicirendcn Lmphbabnen. , . Von , einer ungepslegkcn Viundh.zhle . aus gelangen bei jeder Nahrungsaufnahme .zahllose Mengen lebender Keime in den,, Magen, veranlassen hnr Esiigsäure- und ivttlchsauregähruustcn und sühren schließlich zu dem Bilde' der - chroniscken Dyspepsie.. Te Behandlung derartiger Störungen habe in erster Linie eine zahnärztliche zu f' 0Stfl ?. Ii.:i,,:i:',,: nv '-r ' '' ,,, ein. 'I; l'T., .. I I? !'!' I ' i f 'ili K i : V! i.l(!" jj : i:'!:- V ." ; ' " - - :: !,.Es erscheint irrationell. Kranke mit chronischem .Magen-, und Darmkatarrl) zur (5urnach Karlsbad oder Vichq zu senden, wenn dieselben anzdcr Eingangspiorte ihres . VcrÄauungsjvtems einen Jniccticn -berd ,mit, sich umher-. tragen, ,N'c!äicr die verdauende, Thätigkett des Wagens in cmppndl'.chster Weize schMgt-A!tÄtziMmn kr!r2::kcn $ icht,Kltm-,durchi dlrecte , In-' sect:rn vm wrMndhöhlensZ wie durch 'm,e ZuZaZttnsteMnzahlrcicher,; e:nH!ägigcr:V.?obachmngen.Hachgewiech ftnmrd. ISsitubin sprichtMedner: die n:a7.uiq suchen Erkranlü-igcn 1 des vmrh:änscs. welche duccz ZalznieidcNtz..!rrutiaKt!sHt:iden!ki iTes bei ffMdnn .HäuMeÄuRreZO Hrp,sch?.r npKzWnKnflÄ ist) iMcnM' ftnr HäLMrch cariösel Kvne,.öedinst. M tM M iMmi ' - Die Z'.!,7.hc:lkuude errciö;! il.re vorbeugende 'unabe aus zwc'.iacb Weis?, einmal durch lf;it;cl,u::g ,d:5 ,..auvtH 1 Wuti t-f- . t ' r V" ,, ist x in. llVil, nai5.w.Giiunv oer ;vniuhöhleKrhadenmMilrckVrgMSmM! nrk!!rnZGurchDcrnich!üüg der mit "! ist ? 4 ' -tt - ? 1 1 i r i ' ,v' iiiii,,.' u iU U i g x , i ,( v j l y t 4 l Kelme. Das lencrfi: c.!cnu.p.i;vco; nnehmc:boc id-e,T?5 n.fcc?:p:t dcrMunV't höhle n:cs) ;cccr 9k:)rrr.n?auf:iahme: reifen, insbeM'dne tcr Zwizchenräume :i . i,;,iin4' 'f'Jj''1: I ''istili" -::M-;" t- ' : '' ' -'"' l ": b,-,V .... 0 . h ,i , f. Y , VI '' ( n i1. , ,ii, iah.:":;.;!. : !ll.!il l V - li U .1 r ( Ull l liUU,l'l i V; ; is .lli jl tsyrriijli tier'fttfcWiSgca ist die Aussckaltung aller (l raMelt Shcrbi d cr MuMMe. Zahnrcste und Zzhuivurzela, deren I Haltung aussiä't-lcs erscheint, sind Erzu entfernen, die übrigen Zähne sind, sorgwltia'auf das Vorbandeuscin von cariö''en Hcrdcn zu untersuchen und jede Höb.5e, auch die kleinste, ist. mit einer Füllung zu vcrstbcn.' Tank dem Fortschritt, den wir seit EinZül'rttNg der Antisepsis in die Zabnbeillunde in der konservativen Behandlung der Zähne gemacht haben, sind wir heutzutage in der Lage, weitaus die größte Zahl der Zähne, 1 ; die früher rettungslos der Zange verfallen waren, mit Sicherheit zu,'erhaltenSsDM MHKArM 'mk I Zum Schlun spricht Nedner über die Nothwendigkeit der Hebung . des zahnärztlichen k Stand ?s j Daß die Zahn beilkunde den ihr zukommenden Platz unter den mcdicinischen Specialitäten noch n:cht voll und ganz behauptet, hat seinen Grund ein zig und allein darin, daß ; staatlicherseits an die Zahnärzte genngere Änsordernngen bezüglich der humanistischen und wisscnschastlicben Ausbildung gestellt werden. Will der Zahnarzt die ihm bis heute versagte, aber dringend wünscheuswerthe Gleichberechtigung mit dem ärztlichen Stande erlangen, so steht hierfür nur ein Weg offen, und dieser heißt: gleiche humamstische Vorbildung und gleiche Dauer derzUniversitätsstudien. sie vom Arzt? gefordert werden. Erst dann i ttkavnö Specialfach der Medicin wer :., I . . ii' ! . w: ,: i;.,; ijjvl ;,' , :1V:1-!!!! ,?li,,,i!;i' ';:i:m ty wird die Odontotogie ein augemein an
der St"crJi;aticn des Mundes durch zwasniähie ; antisevü-che Lösungen bat einemechasch ? Rcinigr.n g der Zahn
den, wie , die Olhologie und die Laryn-
t i ' ptu: .if'iJ' ili'jli! Yi-:?.. Gefangen. Ein Bäuerlein, nur eine Handtasche tragend, tritt aus der Babnhofhalle in Berlin auf die Straße und bleibt dort unschlüssig stehen. ' Bald gesellt sich ein robuster, nur wenig städtisch gekleideter Mann zu ihm, frägt ihn, woher er komme, behauptet in der'9!ähe der ge. nannten Ortschaft Verwandte zu b: sitzen und plaudert so,, freund lich, daß der Bauer bald zutraulich wird und er zählt, ein dringendes Geschäft habe ihn hergeführt und er wolle. sofort die nöthigen Schritte machen. wenn er sich nur erst ein wenig gestärkt habe. Ter neugewonnene Freund erbietet sich, ihm ein nicht theures Local zu zeigen und .sührt ihn in ein kleines KaffeeRestaurant wo es sich Beide bald gut schmecken lassen. "Zusällig betritt auch ein Freund - des Führers das Local, Deinerseits ebenfalls von einem Bckann ten begleitet. ; Bald sitzen die Herren vereint an einem Tische und erzählen so interessante und lustige Geschichten, daß der Bauer,, vor Erstaunen und Lachen gar nicht recht zu sich kommt. Tann werden zur Erhöhung der Lei--terkcit Kartenkunststücke gezeigt und end lich ein Spielchen Kümmelblättchen" und dergleichen arraugirt. Der Bauer gewinnt anfänglich, dann wen det sich 'das Blatt. Er verliert. Es haben sich übrigens noch vier weitere Tbeiluehmer an dem Spiele, gefunden, die auch im Verlust sind. Als die Anzahl der Spieler sich immer mehr erhöhte, war die rosige Laune des Herrn Vetter" sichtlich im Schwinden. Vielleicht irritirte ihn auch sein Pech, genug, er war wortkarg und nachdenklich c,e worden. - Endlich, als sein letztes Geldstückerlorcn war, schien er auj's Äeue in eine Milde r Lustigkeit auszubrechcn. scht" nichts",, schrie ,er, Jdj werde mein Geld schon wieder zurückaewinncn. ÄMit denn?" kragt der Bankhalter ironisch, geborgt wird nlcht bei uns." .J st auch gar nicht nothwttt' big", erwiderte der Landmann stolz, ich kamt mir gleich . zehnmal so viel Geld verschaffen, als ich verlor. Und dann spielen wir weiter. Kennt Je mand.vrn- Ihnen die Firma A. ?" -Gewi", meint der Bankhalter, das ist ja ein sehr bekanntes HauS und gleich nebendran in der nächsten Straße." 'So, in der Nähe auch noch? Da gehe ich gleich hin." . , - . f S'ü mir einer , der Herren den Weg zeigen?" Gewiö" lautet die freundliche Antwort und Einer von der Tafelrunde crbieter uch zur Begleitung. Binnen wenigen Minuten sind sie, an Ort und Stelle. Der Bauer verlangt zu dem , Ehes tes Hauses geführt zu werden, da? er ihm personlich einen Brief zu übergeben habe. Sein Wunsch wird erfüllt und er in das Zimmer des Geschästseigenthümers geführt, während sein Begleiter in einem Vorraum wartete. "Was wünschen ..Sie, lieber Mann?" srägt der Herr freundlich, bleibt aber sofort ganz' erstaunt stehen, da sein Besucher eine Perrücke vom Haupte nimmt.'auf ihn zutritt und sagt: Ich bin Geheimpolizist. Hier meine Legitimation. Ich bitte Sie im Interesje der guten Sache um , einen Dienst. Es handelt sich um die Verhaftung elni gcr der gefährlichsten Bauernsänger. Gegen meine Voraussetzung denn ich fahndete nur, aufzwel habe ich es mit einem balben Dutzend , zu thun, kann also allein nicht vorgehen. , Ich brauche Sulkurs. Erlauben Sie. daß ich Ihr Telephon benutze und hören Sie mein Gespräch mit an; damit Sie mir vcui;. v?7'.rau?n." ' , ! . x Der f Kaufmann . , willigte selbstver ständlich ein und reruabm nun., wie der cSUöM 's c xr t ei;" i:!l,";f ixT:ic rfc: Q t'v: -;i ;"o ? p ir t agnolctrt ' wnrdc, 2 sein Unternehmen meldete ' " und schließlich ?.ehn Mann Lache in das bewußte Kaffcerestauran! erbat, die binuen eincr halben Stunde m, Aktion treten - sollten. ,. .. Dann. letzte, der Detectiv seine Perrüe wieder zü recht, dankte demHeschaftsmann? für MtMnierktutzuKHolkö' aus i Utmtu bcrgcuen Rocktasche eine Anzahl, Banknoten:und'chct?atpchicse..ZIN den Händen haltend, den Vorraum, um wieder ganz zum Bauer" geworden, dem harrenden Begleiter zuzurufen: So, da ist Geld! Jetzt werden wir sehen, ob , ich meinen Verlust 'nicht MünK Das Spiel ist wieder zm besten Gange und die Theilnchmer sehr lustig, denn das 'Bäuerlein. läßt sich rupfen nach allen Regeln der Kunst. Plötzlich stürzt der Äiith schreckensbleich in das Gemacb. die Spieler springen auf und drängen nach den Ausgängen. .. Aber Polizisten treten ihnen .entgegen und als sie einer , geheimen Thüre zueilen, steht das Bäuerlein dort und hält ihnen zwei, der Handtasche entnommene Re- .,., .. ,i, . ,1",,.'" !i, j- '' . i'if ... i,i;ij.v ,. . " volver unter die Na)e. Bald war die ganze Bande bewältigt und ist nun wohl-für längere Zeit unschädlich ge n n rf f -wvi'feVi'iiil; '"i!f"' älÄi!"J- ' 1 :iliS; 5,11 i:' lli!il:!El"i,i:,: ' UBiafcv! rf,."f iii-i-fl- , - ' - V k ,j' Verschnappt. Baron : Dies ist dasselbe Pferd, das - ichIMder Schlacht bei Gravelotte ritt, wo meine ganze Eskadron zu Grunde ging. Gräfin: Also, Sie blieben allein übrig? Baron: Ja. obgleich das Pferd unter mir erschossen wurde. Gräsin: Aber, Sie sagten doch, d asselbe Pserd .... Baron: Ah Pardon! ' Wollte sagen, das PZerd blieb, und :ch wurde fr W"- Jmf.-J.Jrs :-!i!!!? ;:,.:?:::;. is CXI CbOll eXT"'"1'-1' ; 'ii!';i::::ii;1;r- -i',!N:ji,.i!:!l:ii,ilv,1.M:!ii ',:.i:,,i:.:is,i!!:!!'i,A! Z) T? . t' 1 ' ', ---r ? ',i ?' -,A .,!!?! , .,: .ftijn!,, ',fh-' , :! fmß cksälli g. Rechtsanwalt: Ich habe es also jetzt , zu Stande ge bracht, dab Sie vom Diebstatzl sreiqe sprechen sind nun müssen Sie mir aber auch einen Gefallen thun. Anaeklagter: Gern Was soll ich für Sn .stehlen (i'SlW EWSEt'nUEH,re (zum Wirthe, dem er die Monätszeche schuldig geblieben ist): Diesmal zahl' ich nichts. Wirth : Ja, aber das haben Sie schon vorigen Monat gesagt. -.ii jL I'I,!.: f -r i. : i m Gast : Nun ave :cy uwa meyl )o MSmSS
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tp&äfc Mit armen Primadonnen wir sind zu beklagen heut!" heißt etz in einem alten Walzer. Besonders die Primadonnen in Berlin können ein Liebchen davon singen: die Signora Patti haben sie ausgepfändet, und die' Signora Onoria haben sie auSgepZzffmr Signora Onoria behauptet allerdingsdas Gegentheil und hat ' deshalb den Director des Chantants.persietgm ihres Mißerfolges sosort ., entließ, ans
eme ., ENNchaOlgungszumme von fflaxt verklagt. Und so 'wurde denn kürzlich vor der ö. Eioilkammer desköniglichen Landgerichts der Beweis er. hoben: ' ob Signora Onoria D. beb ihrem Auftreten im Berliner Ehantant- , Theater ausgepsiffcn worden sei ! Der Fall' Onoria bat eine recht !n'tcresiaute Vorgeschichte. ' Ter Director eines größeren Ehantant-Theaters, der seine GeZangsSpWäKä!e:t Mrect von der Quelle" bezieht, kattc , c:ncn Agm? ten in Mailand beauftragt, ihm eine waschechte ' italienische Primmadonna von 'Schönheit und Ruf Zu'' sendend Der Agent schickte Kild und Nepcrtoir einer Sängerin ein. ' deren ENericur dem Besteller so wohl gefiel, daß er sie sofort acccptirte. Tenn eine derartige Beaut, mußte, ein Kasscnmagnet für Sein eörfjtcrbc" ::t f. Sehr unangenehm berührte ihn deshalb, ein späterer Brief des Agenken der ihm kurz und bündig mittheilte, das? die von ihm engagirte Signora nicht . . .:k':ii,:'.k.Ri..i,,-...,,i" ii,,,!. ,:? ,1. ?!!' . eintreten werde, sei für längere . Zeit v erg r i ffe n" ÄHM,iPtM,fi Monaten frei", wie., , die , ärtistischeir ' , ;., '!,!':: ii' !:?,.: :JiiAv. t Kunstausdrue lauten. , j Eiue -Dame' aber, die erst nach MH naten frei . wird, vaßt nitbt . für da4 Rendezvous der Leöewelk. Darum", schrieb der Agent, wndte ich Ihnen Umgehend eiue'vorlMlichPrimadolül die ich 'Zufällig, auf 'Läger hatte Sie ist-noch besser und echter als vas-be musterte Exemplar sie wird Furore nachen." . . . . Bald darauf traf die avifirte Prima, donna' . ein,'. Signora Ouvria D. !' Se schön sie sich aus der Eutferuung ri Mailand ausgenommen hatte, so wenig lieblich soll sie in der Nähe ausgesehen haben. Wenn man den Bekundungen unparteiischer Zeugen trauen darf, sogleicht sie wie die BuckchäNdler sagen), dem wohlerhaltenen Jahrgang eines' ehemals ! viel verlangten Werkes, daK wohl- auch heute noch seine Liebhaber findet, in Wahrheit aber nur einen imaginären antiquarischen Werth lt sitzt.- . ,, Der Director erkannte auf den ersten Blick, das; ihn der Agent mit dieser SurrogatSrimadonna schlecht bedient hatte, aber er lietz sie trotzdem austreten, und da? war ein Fehler Signora Onoria kam, wurde gescwn und sang der Reff ist Pfeifen ! Das Publikum war über die Erschcinung der Sängerin gewaltig cnU täuscht und vergaß die fromme Lebre, datz man über das Alter nicht spotten soll. So lange die Signora im Schleppe kleide erschien und Bravour-Arien sen ling et noch," wie ein Zeuge erklärte. Es fielen nur einige halblaute Bemen kungen; ein Enthusiast, der die Sänae rin mit der Hälfte eines alten Schranbendampsers verglich, fand allerdings' begeisterte Zustimmung. Als aber Onoria lm, kurzen, ! koketten Rockchen hereintänzelte, brach mit cinern Sturme der Entrüstung zugleich ein hohngelächtcr der Hölle los. , Und dn soll es hauptsächlich em incognito auftretendes Mitglied' der bewaffneten m .... . j, w cat gcmezen zem, oas oen iscylacvt ruf anstimmte, unter dem Italien fiel:. .Großmut t e r w ill tanzen! Das ungalante Beispiel verdarb die zuten Sitten oer übrigen Gäfte. Der selige Methusalem, der. doch ein alter f- 4 ' ' ' "''""".':!," 'W!H rri .-i.,t,-i.ii ,.. .,!,,,,. m; ili, Lebemann gewe en x wird wohl m seiner über ein Jahrhundert langen Praris keinen ähnlichen Lärm gehört ' haben, wie thn die inngen Lebemänner. volljührt haben, um die Signora whin luszugraulen-i, ,,:.,,..,, , ,,,,. Es war eine offenbare und unzwei deutige Ablehnung, und nur eine emzize Person verstand sie nicht, und daS war , Onoria nZbst! Sie träumte von unerhörten Triumpben, und als ihr des Director auf Grund des sogenannten Mlösallensparagraphen" sofort kündigte und sie nicht mehr auftreten ließ, verklagte sie ihn aus eine EntschädigungS summe von 080 Mark Revanche und Schmerzensgeld Zur die .Groß mutter!" ,,,, ..,,1I,,III,,,,, ..I,,. , M ,II, , ' , nf Der Beklagte bestand auf seinem Schein, der ihm das Recht gab. eine ! !!!.' ' !,' . .9 . vangerin, vie auzeuig MiZZlallen" er regte, sosort zu entlassen. Und um seme Berechtigung zu erharten, trat er den Beweis an, daß die ihm unterschwbene Surrogät-Primadonna thatsächlich ' ausgepfiffen worden sei. Selten ist wohl einem Gerichte eine schw ierigere Beweis aufnähme zugemu thet wordm.und der ersten Vertagung der Sache werden wohl noch mehrere folgen ehe es gelingt, der unglücklichen Prima donna dcn vollgiltigen Beweis ihrer Niederlage beizubringen. Man wird noch hören von dieser caus? celedre l :P!!i: 3 'ii '5 37? a t sa it t! V a5cr:,!,::, i i "''i 'b er Anstifteralles Uebels ; irab I lacht jetafalls herzlich über den Fall Onoria pardoa j über den Durchfall Onoria! , , i M
NiiT he a't'e'r''. Börsen blatte s.ÄWilhelm,' Tell.HM Drama in fünf Abschlüssen vLm'DrMäÄ lieferanten Schiller. IDaS Theater erSK'J öffnete in schwankender Haltung, wurde " i aber nach dem zweiten Abschluß fester. r ' Geringere Schauspieler gingen mit tlti , -; nen Beifalls salven ab, längere Tiraden , , , ( erzielten ', höhere 8cifdIfipreif,-&8K4SSS( tige Betonung und Deklamation eisl-f gehücft.'tßflc.ntmdw j:?v ffnn Hon zum Zwanzigsten SRaliT.ßipg'ni'ääft Betrunkenheit bestraft srdnC: On":; geklagter: Leider fällt'S aber NiemandHg',. ein, mich wegen meiner',! Nüchternh ei t?W"
fr:e auch h:e und da mal verkommt, zr bttf&nt&0H tf" i ': !!:' . 0k & whm-' W 1,1 i! 11,11 ii i iii'ii ;,: ii'iiii,,, ,;,:,: Ii; , ii, 1 ,,11 ,:,ri',i ,. ,.,..-. i!ll! Mi.-?.,1- . 'i'!"i'ii!!!!!:i Pl.ji 'üäfiifeil. .iiiiaiii, jiiiii !ir rUt ii ü;rt:-t: i ' ä i uiil Iü : ' :i i'h Fi ia i: äli?j' iliu ifiisHll! i i : s;ää! i.si! ;ä i i i: j. iäiiil: !:.:.:
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