Indiana Tribüne, Volume 14, Number 252, Indianapolis, Marion County, 31 May 1891 — Page 7

Wi " . .::"'::':! ,Im' 'i1; h !;h "'!Mj!!i:i!!l SSSSÄE Siö Nvenituer in Sex ersten Maiennacht. Em lustiges Abenteuer ist in 1 bei Nacht des ersten Ma! einem Wien Mimen, der an einem ersten Vorstadtlheater wirkt, passirt. Herr X eilte, k nachdem er sich abgeschminkt und das Phantaftychi Gewand, das ihm seine Aolle seit Wochen vorschreibt, mit den , Alltagstteideru vertauscht hatte, dem Prater UW um womöglich noch ein Stück von dem Kolossclbild, das sich am 1. Ma! im Prater ol.. 'spielt, zu erhascheu, in der bestimmten Absicht aber, im Kreise guter Freunde etwas Lust und Sonstiges zu kneipen. Im StammwlrthZhauz .jst die Tafelrunde vollzählich beisammen und man freut sich, im Freien sitzend, des balsamischen Odems, den der erste Mai nach so langer Winerstarre wie mit einem Zauberschlage M's Land gebracht. Ei.. man ist in der Gesellschaft anwesend, u. während sich rings die Tische alle leeren und es ! stille wird im Pratergebiet, fahren hier ' erst die breitbauchigen glaschen mit den Snberhalsen aus. Man trinkt und trinkt, bis endlich der Wirth zum Ausbruche drängt und im Osten sich schon ein röthlicherSchim-, zner. der Beginn des jungen Tages, zeigt. Freund X. aber hat des Guten zu viel gethan, sein Tritt ist schwer und unsicher geworden und am Praterstem angelangt, verladen ihn die Freunde in ein Comfortable, der als letzter noch Auslug nach einem Zufallspassagier ge mft Muwuu Endlich ist das Gefahrteän Ort und Stelle angelangt und der Hausmeister läßt den verspäteten Bewohner ein Der Hansmeister selbst über ist' ein liorno iiovus, er war erst am selben Tage, da sein Vorgänger den i Dienst verlassen, ,n's Amt getreten und so dauert es eine geraume Weile, bis er das Thor wieder regelrecht geschlossen Mittlerweile ist Herr X. in den Haus gang, der zur Stiege führt, gelangt, sein unflcherer Schritt läßt ihn an eine Thür .anwandeln" die Thür ist aber ossensie' gibt nach und Herr X. stürzt acht oder zehn Stufen hinab: in en Keller. Einen Moment liegt er da,, dann nber erhebt er sich und unter lautem Schellen über so eine Mordsschlamperei" sucht e? die Treppe, die er ebenso rasch hrnuniergekommen, langsam und schwersällig mieser zu erklimmen. Mit lerweile ist aber auch der Hausmeister in den Gang gelangt und ein Entsetzen überläuft ihn er hört . die Stimme putz vem Keller. Rasch tritt er zur Tzür, im Zwielicht sieht er einen Mann ohne Hut kein Zweifel: ein Dieb, ein M, Är, ein Mörder, ein Einbrecher! X;:iß nun entsteht eme tragilomische WÄe; der im Keller sucht die 5hür aufzudrängen, der Hausmeister aber stemmt sich mit aller Kraft Lagegen nnd Beide schreien aus LeibesKästelt, der kne:. Räuber, Dieb 1? der Andere dagegen: Sie Ochs, ich bin ja kr Herr von X!" zc. Rasch Zvird'S im Haufe lebendig, alle Thüren sffuen sich, Leute stürzen herbei und nun ließ auch die, friedliche Lösung des kleinen NaHtabnteuerS nicht mehr lnge arten. Herr X. hat sich's abersür längere Seit verschworen, NachtZ im Prater zu viel Luft zu kneipen. Der Unaussprechliche. (LorcSi von Johanne Smmer, ,; Vier Wochen hindurch hatten wir un ier winterlichen Launen des lieblichen Mai's gelitten. Da' brach endlich ein Sönnlsgs morgen an, so hell, so glanzvoll und tvaru?. das; es zum Äerzweifeln war. Fur mich nämlich, der ich just nach' drei freien verregneten Sonntagen heute . Dienst hatte. Ich saß Nachmittags in meinem Bureau, und sah zum Fenster auf die verlassene Strafe hinaus; ver geblich erwartend, daß sich ein Leiden? genösse zeige, der ebenfalls ' dazu verurtheilt wäre; innerhalb der Thore zu blci tyn, Wo u in alles Welt , däSte ich,:, nun ich armer Polizei-Commiffär hier mich langweilen, da es doch scnnen- ,, klar" ist, daß nicht nur alle anständigen Leute, sondern sicherlich auch die Spitz buden heute draußen Kor den Thoren sich befinden ! f k f tjf,ll !hlJ In solchen Stunden ist man selten gekann! zu arbeiten, und auch ich vermochte es nicht, ernstlich ö der die Acten nachzudenlen, die ich durchblätterte, um wenigstens die ungewohnte Stille des AureanS durch das (öeräusch Knitternden PapiereS ; zu bannen. Ich kritisirte dabei schlechte Handschriften mein Collegen, Ungenauig?ei!en der Auskünfte fremder Ae hSrden, die Unklarheit von Steckbriefen und dergleichen, als der Burcaudiener eintrat und ich glaube, halb schlaftrunken meldet, der Agent Willmann ,, sei draußen" und habe einen ,.Fang-, gemacht. 11 Wird etwa? Rares sein",, bemerkte ich gerwgschänd, obwohl innerlich erfreut, denn auch der ,, harmloseste . Vagabund wäre mir jetzt als Zerstreuung will f kommen gewesen. ..Soll ein , CasuS sein," erwiderte, dn Diener', was so viel bedeuten sollte, als lrin)ö " ffiiiri, wollen , sehen; Willmann soll ' hereinkommen." Der Agent Willmann war noch nicht lange in unseren Diensten: er zeigte ungemein viel Eifer aber ,wen,g Gewandtheit und hatte - schon mehrmals Ungeschicklichkeiten begangen. Er hatte, wie man zu sagen pflegte, eine UnglucklichtHand Der Agent trat ein und erstattete seine Meldung. Er war heute auf den Westbahnhof entsendet worden um, wie es gebräuchlich ist, die ankommenden Nei- , senden , zu beobachten. Unter denselben befand sich ein Vtann, der sofort beim Aussieigen bei dem Siationschef die Anzeige erstattete, eS sei ihm während der Fahrt die Brieftasche mit Geld und Papieren entwendet worden. Der Mann war sehr aufgeregt und machte Scandal, so daß der Beamte drohte, ihn gewaltsam aus dem Lokale entfernen zu lassen. Dem Agenten war der Mann aufgefallen, es schien ihm, als stimme die Personalfceföttrtujija ints Steckbriefes auf den-

iifSi;

Sj :::r tü 'pi.Wßif0l4 "tsW m j: iHiii' !:..;;,,li'"i i; ii i. if ;ü W'H:s i; r r jSF ,lliill'SsK'!l' SiMäaiäili!!:''!!? i ' i:,1" k---T-VfS'i selben. Dieser Steckbrief Hzog pch auf den Bürgermeister eines Landstädtchens, ' welcher nach UnterschlanD von! Ge7 meindegeldern sich geflüchtet hatte. Willmann richtete daher einige Fragen an ihn ; woher er komme,' wie er heiße)' wohin er reise u. s. w. Als Zweck seiner eise gab er an, daß er seinen hier weilenden Schwiegersohn besuchen wolle. Äuf die Frage, wie dieser heiße habe nun der Mann neuerdings zu poltern begonnen, und behauptet, den Namen könne er nicht nennen, da er für ihn uns aussprechlich sei, er habe Namen und Adresse auf elnen Zettel aufgeschrieben -der ihm eben mit der Brieftasche gestoh.. lcn werden sei. Dieser Umstand, daß Jemand den 9iamen seines Scbwieger-. sohnes nicht kennen sollte, erschlen dem Agenten so verdächtig, daß er den Mann aufförderte, ihm auf das ! Polizei-Com-missariat zu folgen. Als derselbe sich nun weigerte und über die wohlthätige,,, Institution der 1 Polizei ungebührliche Ansichten ausdrückte, verhaftete! ihn der,, m. ...ä. t s::,iJ, ' Dies wären dieMittheilunM mann's. Ich suchte nun vor Allem den betreffenden Steckbrief hervor, er war, itnter jenen, über deren Unklarheit ich' mich geärgert hatte und lteß pvarm den Verhafteten rufen. ,! ! . ' Pustend Und schnaubend n Folge von Aufregung und Hitze trat ein behäbiger, wohlbeleibter Herr ein, der fortwährend mit einem großen ' rothen lSacktuche sich seine geröthete Stirne wifchte und ohne viel zu fragen, den , Hut auf den Tisch warf Und den nächststehenden Stuhl in Beschlag nahm. . .. , :i f : Äit Ihnen, icherr, Raih, wird sich Wohl ein gescheites Wort'! reden lassen; die vermaledeiten E"'Z! l: t ., 5 : Benehmen Se sich vor Allem an , ständig !" mahnte ich,, , i :i: ' . ' Da soll der Mensch ' anständig ble den, wenn Einen, so etwsD passirt, den Spitzbuben lassen's laufen und den ehr lichen Mann sperrend ein, da soll doch " Ein Faupschlag auf mein Pult mächte den Schmßpunkt. Ich muß Sie noch einmal eriw nern " , t ,, f v : Entschuldigen Sie, Herr Rath," uw terbrach er mich, ich weiß schon, was Sie sagen wollen. Anständig benehmen! Ich, bin alleweil ein anständiger Mensch gewesen habe me etwas mit dem Gericht oder der verfl Polizei Entschuldigen ßWdaS war! nicht so bös gemeint zu thun gehabt. Und jetzt ! via, und daö Alles wegen solch' eines polnischen Filou's." s Ich hatte den Mann aussprechen lassen da ich hoffte, es werde ihn ruhiger stim men, wenn seinfgeprestes Hez er leichtern könne. Nun wollte ich meine Fragen stellen ; aber er ließ mich kaum die erste vollständig aussprechen. Ich weiß schon, jetzt kommt das Verhör; kenne das, bin ja selbst lange ge nug Bürgermeister gewesen." I , In S., fragte ich rasch und dachte dabei: Also hätte Willmann doch den ' wichtigen ertappt." ' 1 : Das Nest kenne ich nicht. Ich bin aus N. Dsrt kennt mich jedes kleine Kind," gab er zur Antwort. Lassen (bt? sich jetzt die ganze beschichte erzaylcn, Herr Rath ; so twasi assirt,qnicht' alle Taae."'' k I! I & ;; :;' Eine Geschichte, dachte W wird Dir wenigstens die Zeit vertreiben; ich lehnte mich auf. meinen. Stuhl zurück und sagte : Also erzäblen Sie." Wissen Sie, Herr Rath, ich bin der i Feldbcrger; Josef Feldberger auZ N., Nealitätcnbcsitzer, und, Gemeindeausschuß ; was zwischen dem Bach und dem ararischen Wald in N. natürlich liegt, gehört mein. Meine. Selige, bis jetzt . schon acht Jahre unter oer Erde A'li ii!' 't''f v t" ' 'cn"'t'A-n liegt, Gott geb' ihr dlelwlgeHuhe,i, mir hat sie keine gegebenmeine Selige hat mir ein Kind hinterlassen, .die Hed wig, ein sauberes Mädel, gan N. war stolz auf sie, denn weit und brett war sie die Schönste, und dann gescheidt! Herr Rath ! Ich habe sie auch danach erziehen lassen,fünf Jahrs war sie in Riedenbürg bei den Klosterfräuleins. ES war schon ausgemacht daß die iHedwlivmn', sie in die Jahre kommt, den Jgnaz hei rathen soll ; den jungen Hoffelner äm lich, dem die Sägemühle gehört. Der Hedwig war es damals auch recht und so weit wäre alles gut gewesen; da kommen auf einmal Ingenieure und Istecken die neue Eisenbahn auSWch hatte gerade nichts dagegen gehabt)Iei .der Gelegen heit habe ich ein paar miserable Grund stücke recht gut verkauft, na d ie Eisenbahn geht daber nlcht zu (Srunv, weu , ich va bei Etwas, verdient habe. In N. war die Bauleitung, und auf meinem Hof haben einige Ingenieure gewohnt : Mst recht liebe, lustige Herren,nur Einer war dabei den ich nicht leiden konnte. Er war sonst ein recht netter Mensch, und die Mädeln haben ihn extra schön gefunden, auch ordentlich, solid, die. Anderen baben ihn , als den Gescheidtesten hingepellt, kurz und gut, es hätte sich nichts gegen ihn sagen lassen, wenn er nur nicht einen solchen polnischen Namen ge habt hätte, den sich , kein Mensch merken kann., Wenrr ich ihm- begegnete und ,! sagen 1 i wollte : 1 Guten " Morgen ode? Guten Abend Herr da hatte ich mir die Zunge verrenken können ehe ich den Namen herausgebracht hätte, und das hat mich oft fuchsteufelswild genlacht. Das Ware schließlich kein Unglück gewesen, aber das reine Malbeur will's, daß die Hedwig sich in den Menschen verschaut ; na, Herr Nath, Sie wisien ja; das einzige Kind, ein bischen verzogen auch noch dazu; die Thränen, das Bitten und das Schmei' cheln, kurz, eS ist mir nichts übrig geblieben, als Ja und Amen zu sagen. Geärgert hat es mich genug, aber es war nichts zu machen. Denken Sie sich, Herr Nath, nur den Scandal am Hoch zeitstaze. Erweist uns der Herr, Prälat von M. die Ehre und 1 kommt zur Hoch zeit. Nun, lieber Feldberger," sagte er zu mir, wo ist der Herr Schwieger söhn, stellen Sie mir rhn doch vor." Wir in N. wissen auch, waS Lebensart ist, ich rufe daher meinen Schwieger söhn und will ihn vorstellen: Ich nehme mir die Freiheit, sage ich, Euer Gnaden, meinen' lieben Sohn, WladiSlaw von .......... da. bleibt mi, daS Wort stecken ich räuspere mich, es nutzt nichts, und es bleibt mir nichts übrig, als dem lieben Son einen Stoi

tfljüi!

:!ii't M all 'iiiri1! ißi

;?:;!!: L . !(!.!.:: i, : ' -.i-"i!:!M i,!M!!!!"!lh ., t iSjjlf. : t;mi:lMiW y! zu g&mtjwN Du denn V Der Prälat hat gelacht. Alle Haber gelacht und ich war der Blamirte. Hw den auch nicht wenig gespöttelt bei dem Mahl, daß mir fast kein Bissen ordentlics schmeckte. Als die Bahn fertig war, iß mein .Schwiegersohn hierher übergesie delt.' : Die Hedwig hat nun keine Nuh gegeben, ich sollte sie hier besuchen unl sehen, wie glücklich sie ist, einen Vubn hat's nämlich auch schon, der aber nich Wladislaw, sondern Josef heißt, unl so habe ich mich endlich entschlossen, her auf zu reisen. .. In A. ist mir das erst Malbeur passirt, ich steige aus, i um eu Glas Vier zu trinken ; rch verweile micl ,kin wenig, betm Emtteigen , komme iq nun rn emen andern Zug, der mub zwat auch hierher gebracht hat, aber aus eine anderen Bahnhof. Mein &üt$txd)i erwartete mich auf dem Südwestbahw Hof und ich komme fmfdemeftban, Hofe an. Das hätte schließlich auch nichj viel gemacht, wenn ich nicht meine Brief, tasche verloren hätte, das heißt, man h sie mir wahrscheinlich gestohlen." J derselben Mr nämlich Name und Adresst meines Schwiegersohnes aufgeschrieben j und jetzt sitze-ich da und weiß nicht eim mal, wie der Kerl heißt und n?ö ti wohnt." : ' gute Feldberger trocknete sich de Schweiß von der Stirne und sah mich wehmüthig an. ' ,; Daß der Mann der gei suchte Verbrecher nicht sei, davon war i$ eigentlich j schon überzeugt, obwohl du Kennzeichen de Steckbriefes so ziemlich auf ihn paßten. Einige Fragen bestärk, ten mich neck in meiner Ansicht, aber ich durste den Mann doch nicht entlassen. ehe er sich legitimirt hatte. Und 'dann XkftH AM tm .. jt'' Wiik't Ct)iJi maIma'' Vmit uuty yuv iHiuj.g iuciuc U(t in Anspruch zu nehmen, um den uns aussprechlichen" Schwiegersohn aufzu sinden. MlSelStellungbeZleidetJhrSchwie. gersohn .' i; Er ist jetzt Beamter bei einer Bahngesellschaft." 'Bei welcher?. 7 ,.Ja mein Gott, das weiß ich nicht." . . Das war allerdings unangenehm, in unserer Stadt leben etwa zweitausend Vahnbeamte; unter diesen den Nichtigen 9 ' ' ' . f r ' yerauszunnoen, vraucyie es ett. Wissen Sie wenigstens den Anfangs buchstahen seines Namens, fragte ich weiter ; ' - : . Ja !" rief er fteudig aus, mit einem M., glaube ich, fängt der Name an." Wenn Sie den Namen gedruckt lesen würden, dürften Sie ihn wohl erken nen," sagte ich, indem ich nach dem Adreßkalender griff, welcher die Namen sämmtlicher Bewohner unserer ' Stdt enthielt.,' u&' ' - Ei freilich Nun, dann setzen Sie sich hierher und suchen Sie in dem Verzeichn! unter M." .Ich schob ihm das dicke. Buch , zu und er begann nun den Buchstaben M. durchzustudiren.. Mehr als eine halbe Stunde wär ver gangen, endlich sah er auf und fagte mit kläglicher Miene: Ich habe Alles genau durchgesehen, er ist nicht darin." Vielleicht unter, dem Nachtrage", sehen Sie dort nach." . Auch im Nachtrags war der Schwie gersohn nicht zu sinden. Ich begann doch wieder-, etwas mißtrauisch zu wer den. ' - , : , Ja, Sie' Unglücksmensch, was soll ich mit Ihnen anfangen !" tief ich. ', DaS weiß ich selbst nicht," erwiderte er kleinlaut, so daß ich lachen mußte. 5 ... Vielleicht fängtz der Name mit einem anderen Buchstaben an," begann ich nach emer lpauze. . - ' Möglich wäre es schon : , es könnte ' " is!f:t ! : u auch em L!. sem. , . , ,, Nun, so sehen,, Sie halt daö N. durch." r: : , '." .,. . " Wieder verging eine Viertelstunde, ich sah ' indessen zum Fenster hinaus. ' Da schrie er auf: Ich Hab's, ich hab' den f. rr ' a !, ." :r r-j .: Hallunken." . ; Neugierig trat ich naher; da stand deutlich : Niestrzembski v.'Wladislaw, Beamter der 3!ordbahn," und die Adresse dabei. ' Na, Herr Nath," sägte 'er, kann man'onf'eineMsansiändigeÄMensch'; verlangen daß er sich diesen vermaledeit ten Namen merke."- ' : vr? ' Nein, das ist zu viel verlangt," gab ich lächelnd zur Antwort. Sie müssen sich setzt noch e!n nzenilsebulden'ühr ich fort, ich wuß fJhnHttrn'.SHkjie gersohn rufen lassen, damit er Sie re cognoscire. - Meine, Verantwortlichkeit zwingt mich, so zu handeln." Ich sandte den Agenten Willmann zu Herrn v. Niestrzembski welcher nach ei ner Stunde auch wirklich erschien. Die Familie, welche den Vater vergeblich aus dem Südwestbahnhofe erwartet hatte, war inzwischen in einiger Vesorgnih ge Wesen, welche durch folgenden Umstand begründet war : ,5 Die vermißte Bliefta sche Feldberger's war nämlich in einem Coupe gefunden worden ; der Zugführer ? a ti c b U sei B i i b c sn St a t icnS G 1) f aB gegeben, der zufällig ein Freund Niest rzembski's war. sa in der Brieftasche desien Kart?, sowie ein Brief von ihm sich fand, so hatte der Beamte dies dem auf dem Perron anwesenden Freunde mitgetheilö der dieM gemhum seines Schwiegervaters kannte. Natürlich gerieth man auf die verschiedensten Vermuthungen darüber, WaS mit dem Eigenthümer derselben geschehen ' seiMd die BestürumL Zier, als derAÄent Willmann 1 erschien und' Herrn 'NiestrzembZ kiWDbÄWraÄZssa,, m. . rr ' r ,"" " r r ,l"!,,,,,,r .!.,. n . rmt venes. sjtc ueverrazcyung okSeZ' teren war nicht gering, als er bei mn seinen Schwiegervater fand, der ihn mit ?inem grimmigen : Na, Du haft mich in ttne schöne Patsche gebracht !" herzlich umarmte. ftISÄ-'Ä 'zW verblüIe Miene, als er seinen Vcrbafw ten frei hinweggehen sahMWie Miene wurde etwas freundlicher, als ihm der alte Feldberger eine M drückte, freilich nicht ohne ! bemnken: ß,Schauen Sie sich ein anderes Dtal die Leute besser aH bevor Sie EiW arreti. ttnit m :. imm mm ''S' mii m ; m''f. !;!!SjB.5ö ew u deren remals dr e )a::d l eines MWchenS denn sie könnte

S-s:?

wch zrel snn.

äWSär il V1' J, 1 ,

I l''l! ::' f if H: EZMheilrer M. i'itl r !,; 3ft i ,j I; Vite Eine heitert Geschichte hat sich lchter Tage im DirMionsbureaü' eiuer Wie ner Eisenbahngesellschaft - zugetragen, eine Geschichte, die zur Warnung ; für allzu weltgehende Spaßvögel - erzählt zu werden verdient. ' Im besagten Buteau sitzt' !fZn Beamte de mit 'einem staunenswerthen Appetit, nebenbei aber auch mit einer Verdauungsfähigkeit gesegnet ist, die seinem Magen das ehrenvollste Zeugniß ausstellt.: Kaum daß die Amtsstunde ? ( Morgens :j begonnen, regt sich in dmrLeamten auch schon der wüthendtte Hunger, und mag das Gollasch dann ' frisch 1: oder alt, weich oder zäh, mag die Wurst von 'zweifelhafter Provenienz sein der Mann mit dem Straußenmagen verzehrt und verträgt Alles. Bauend auf diese Eigenscha't sollte , der Alleöeffer jüngster Tage das Opfer eines SpaßeS werden, - den ,' seine Collegen ausgeheckt. In sein Frühstücksgollasch wurde ein kleiner schwarzer Gummisrosch hineingeschmuggelt' und die verdorbene' Collegenbande harrte königlich vergnügt deö Moments wo die seltene' Frühstückszuthat von dem Ahnungslosen werde verschlungen' wor- . , , -T ,,, i den sein. ' 1 ' Das geschah auch wie sie meinten, und auf die Frage der College, wiedas Frühstück gemundet, gab der Gummifroschesscr seinem ganz besonderen Behagen Ausdruck. Darob selbstverständ. lich - schmunzelnde 'Heiterkeit ' im' Kreise der Collegen. Nach einer Viertelstunde über ändert sich das B ild. Der Frosch-, esser beginnt zu ächzen und über wüthende Magenschmerzen zu klagen und den Collegen' steigen die Grausbirn" auf. - Vielleicht war ' der ' Frosch mit einer giftigen Farbe' gesärbt", meint Ewer und allmälig zeichnet sich bleiches Entsetzen auf den Gesichtern Aller. Der aber, mit dem Frosch im' Mägen,? wimmert und stöhnt immer arger, er windet sich förmlich vor Schmerzen und ruft schließlich jammervoll nach einem Arzt, der auch sofort durch die in Angst Vergehenden, von denen aber noch ' keiner das Geheimniß zu lösten wagt an Ort und 1 Stelle gebracht wird. ' Der Arzt zieht sich mit dem Patienten in em leeres Nebenzimmer zurück; nach geraumer Weile erscheint er wieder und ordnet an, daß sofort eine Flasche Champagner geholt werde; Gefahr sei im Verzüge. Die Collegen schienen sofort den nöthigen Fonds zusammen und aus einem ade gelegenen Hotel wird rasch eine Flasche Pnmasekt herbeigeschafft. Der Leidende beginnt zu schlürfen und in der That, tin Zustand bessert sich glücklicher Weise zusehends. Wie! er aber beim letzten- Glase angelangt zieht c? schAUNZelnd den Gummisrosch aus der Tasche und mit den Worten Ter Frosch soll leben!" leert er das Glas. Mit der Angst, aber auch mit der Heiterkeit- der hereinsallenen Collegen war's selbstv,rstäudlich ' rasch zu Ende. - .AüS dem LsbbnerÄknedmen , Q)c!t Englands " ,: v? ;;!. bringt die Post" von ihrem : londoner Verichterstütter recht anmUthige; Geschichten.' 'Zur Probe dessen, was in der vornehmen" Presse mit-Behagener zählt wird, theilen' wir , das Äachfol gende mit: Von Jemandem wider sei-' neu Willen Geld .herauszuschlagen, bezeichnet man in England nnt: : einen Zahn ausziehen" (to draw a tootli); Der Ursprung dieser Bezeichnung wird auf dcn ' lebenZlustigen Kwg',.John" zurückgeZübrt, der eine' elgemhümllche Art, sich Geld zu beschaffen zwenn stinej Börse leer war. praklizirte. : Er ließ einfach einen Hebräer, den er in' Besitz von Ätttteln ' wähnte, einsangen. ' Ich brauche 5GOO Pfund. Gott Gerechter, 50tt0. Pz'und! Ich hab' kein Geld! Auch gut. Der Köniz schickte, ihm seinen Hofzahnbrechcr, der sofort mit.den damals' noch nicht schmerzlosen" Werkzeugen und dem Protestirenden Hebräer unter Assistenz zweier Handfester Landsknechte einen Zahn auszog. Hast Du nun Geld? fragte - det zu' rückgckehrte Nnig. Ich ,hab',, blos Piund! jammerte der Gequälte, der : wohl wlivte das; König John die Gcwobnbeit hatten stets das Bezahlen zu beritejii 5i ßat f inbciTctt i ittditd 5 der Zahnbrechcr mit-der fürchterlichen Zange erschien wieder auf der Scene, und Schwul pumpte. ' if- r-;,, ä. . uh, ' Dieser Tage stand' eine Dame im iZicrichtshose, welche ihren Gatten der Untreue , besckuldiate und - Scheidung jne : verlangte., i Also : Zahn ausziehen ! , Die der, Vorstadt , eine "v, Nacht zugebracht hatte. ,, Der Wirth des Logirhauses identincirte den Mann, aber, wie die i . . 'a"l,.l,"'i t i Loanw'.rtbe sind: sobald es vor Ge richt geht,, fehlt ihnen das Gedächtniß, besonders wenn eine Anzahl .blanker Zovereuins ihre Sinne hat fesseln hel' fen. , Die Dame hatte weiteres Material " n:chl;!:iN4 sich einen Zzbnbrcer und ainq ' zu dem .'', V'ii i :tia':'j jffrf-1" . Vi - H ' ' " Lognwirlü. , ' Hier liegen suns ZehN' Vsundnoten. l , Gib :n:r dafür , einen ftem seine Zähne,' blinzelte begehrlich auf die Erzeuqnisse der Bank os England und ,- ha " i1 'fr siii i'tvv i "' ''S1!'1'1 J '' -! 11 ' -' -:: ir " TT v. wenigen Minuten hatte die Dame ;t 'S :il!f',i,:, 'tj i'iZ'' -f ;!, i sii,,:" ' 'H '' M f Ax, ' j: ' " " ""'''" erncit Zahn, den s:e sorgsaltlg emwlk iele''lnfejrnitj:!:sich TagiSer' Gerichtsverhandlung kam. Nichtig Wt. Jones, der wohl auch den AdvoMen des ungetreuen Gatten gesehen haben ui och te. erinnerte sich nicht g tnau", Letzterem schon begegnet zu sein oder sich im Stande zu sehen, die Dame zu recvgnosciren. Da trat der Anwalt der beleidigten Frau auf.' " Machen Sieden Mund auf, Mr. Iones; wir wollen versuchen, ob dieser Zahn hineinP.ifct! Der Zahn kostet sünszig Pfund. MrHZonMKenlken jetzt?- Mr. Jones kratzte sich den Kopf, gab klein bei, und den ungetreuen Gatten kostete das jährlich tausend Pfund Sterling.

maw datte cmes Taaes , Wmd erhalten, !,dzß ,i!.r , Gatte mit , seinem sträflii AeU' ..VerWliAA in einem Loairbause

ljj::;ij:lij!!lHii

l! f jii' '

't'&AifWW- 'M wMA'Mtif;

!,!,,!, !! IM ptM0 rrc ,MN(f,ll Kt 1 - .Luuu. ,f - ' .: i j il!''il.il il t- 'S;:, W-'ß v-m-HlU MlVilliUIIUI il'llllii ' l'l?!'! il- st)t Von Sul lnUreun k.' iiins,!'!"1:..:; - i :f'i' Junger Privatdocent sucht eine ab solut ruhige Wohnung (Zimmer und Kabinct). Havptbedingung : , Es dars in der Nachbarschaft nicht Klavier ge- , spielt werden !' ' ' ' i'Z , s w i 1 ; t-.'' -'1 .' 'H jj i, i' :!i m '.''1' Das Jnzeral hatte große Wirkung gethan, unzahlige Offerten waren eingelanfen und der junge Historiker Dr. Westermeyer 'konnte nach 'Herzenslust wählen zwischen kleinen, gemüthlich mtf berechneter Schein tf Eleganz ausgestatteten ::; : Malens; Qroischeit ; StraßenWohnungen und Gartenwohnungen, wischen aristokratisch nen und redseligen Plaudertaschen, die allen Ehrgeiz darein setzen, bereits anr dritten Tage über die intimsten Angelegenheiten der neuen Zimmerherren unterrichtet zu sein. ' K Westermeyer hatte den ganzen Westen durchwandert, Straße für Straße, hatte in die ' merkwürdigsten Häuslichkeiten flüchtige Blicke geworfen hie und da wäre ihm auch eine Wohnung recht geWesen, aber stets im Momentes des Abschlusses ;,, horte , sein geschärftes Ohr die leisen Klänge eines mehr oder minder entfernten Klaviers, die :, ihn nervös machten, die ihm trotz , aller Zartheit ,zn Posaunentönen anzuschwellen schienen und ihn wieder ' hinaustrieben auf die Suche : nach einem stillen Vlätzchen zn friedlicher, ungestör-, ! ter Arbeit. ' Endlich schien ' dies Vlätzchen : gesunden. . Schönes, ' einfaches , Zimmer, im ponirend : großer Schreib- : t i ich, prächtige Bücher-Neposito ricn, vor den Fenstern ein harten und was die Hauptsache war . Ruhe, vollkommene Ä!uhe, absolute Klavierlosigkeit. Bei dreimaligem Besuch hatte er keinen einzigen verdächtigen Ton gehört, er glaubte also" den Betheuruugen der Wirthin und zog ' ein. ,:: Ah. ' wie Wohl ihm war! ' So gut batle er's in seinem ganzen Leben noch nicht getroffen ! Kein kleines Kind im Hause, keine zankenden Eheleute, - keine, . knarrenden e Thüren, kein Verkehr auf der Straße! Wundervoll! , Ihm war. als ob ein neuer Kopf j auf seinen Schultern säße, so leicht ging ' ihm die Arbeit von Statten. , Bogen auf Bogen bedeckte sich unter feinen eifrigen Händen , mit engen Zeilen, er brachte in den ersten drei Wochen Mehr zu Wege als früher in ' drei Atonalen. -Diese Resultate versetzten ihn in ' eine wunderbar' rosige Laune und so kam es, daß er als eines Abends die sehr ärmliche! Wirthin in sein Zimmeri trat, ihm ihre materielle Bedrängniß schilderte und zagend um ein kleines Darlehen dat folgende höchst unüberlegte Rede hielt: . v ' , - i.,f V - !:!f!; '; !; y , - .. Ich bin mit der Wohnung glänzend zufrieden, Zrau Schulz, und freue mich daher außerordentlich. Ihnen gefällig sein zu können. ' Ich habe gestern mehrere Honorare' erhalten, bin sehr gut bei Kasse und erlaube'' 'nur, Ihnen dcn Zins auf ein halbes Jahr'im Boraus zu entrichten! Damit it uns beiden geholfen! Sie sind aus Ihrer momentan nen Verlegenheit heraus und ich werde durch die Üebersülle des Mammons nicht in Versuchung geführt, diese stille Klauie : allzu häusig zu verlassen und die kostba ren Stunden der Nube in der Kneipe zu vergeuden. Sie haben mir nichts zu danken. Frau Schul;." ,::, Vesgeruyttzoz ncy o:e 0 onz - . .. , W - t rf . ' t W . :! 1 zurück undMenermeyer legre iq ritoty f ifsZ-''!'.!..:-': I iictf nieder, jiiu v(ui ciuujiijcm, tuic ;ute That vollbracht zuaben.',,,.!, ! 1 ' Wie aber erwachte Westermeyer?!, Ein seltsames Klingen und Klimpern weckte ihn am nächsten Morgen aus den - mfP II, , !'wlüä- i,al suezten Traumen. -P ,,.;,. -i; l,1j!l!,,!i ' jj-li1;!'1 fß'XP'W '"!' IS ' ' 1i Er spitzte die Ohren, sehte .sich mit einem energischen Ruck im Bette auf und blicke nach der Decke. Seine Züge nahmen erst den Ausdruck maßlosesten Schreckens an und verzerrten sich , dann zu wildester Wuth., - ' " ., ,: ,1 f . -Z-- i- i" , 5 , ,, , !, , Il , !,, !.. 1 r... i;:i.il':JlMh- : !' i! üi'-'l'-': shj!!i.! ji !!" ' ii . V"' .! l'l j! !; ' , ' !' i - Das wMotixet;:;; Man fpielte den Gas ärone-Walzer. Man spielte ihn noch dazu mörderlich fal sck. ' "': ,; : Rasch schlüpfte der Privatdocent in lSchlaZrockmnd !PantyffetnMdstÜrAt !n die Küche. ? m -JA f.'$ts&4 wrau Sck.ulz 1 1 t n i 'i rM h. n Herr Westermeyer!" im-i "mM" Er deutete mit dem Jinzer nach der , - - 4 - ' V ' "' Xtüu - yt&&hMv'- ' ' "": M, . AM t '"''' L. ' MM " : ,i',,Was,st,,denn da Q ni.m Ein Kla vier" stammelte die erichrockene Wirthin. . Ich kann nich:s dasür. z dieLeute sind gestern erst eingezogen." hs,'f , . Ich kündige ! Geben Sie. mir mein Geld wieder!" 7 tfm g$ . Das hab' tnimx0t r-: . Wüthend warf der Doktor die, Thür ixt d?tdsunb' ter Löwe in, seiner stillen Klauie auf ,,und'a'.Dazu,ön unWn'öbeuHi 'n!ede'7Z . Mit der Ruhe war' eS vorbei ein ' für allemal.. DZs alte Fräulein im oberen Stoäwerk klimpeite vom Morqen bis zum Llbend, wenn sie vergnügt war, den GatzparoneMälzerkch wenn sie traurig war,- die - Kloster-Glocken." Mehr konnte sie nicht. t. ! , Mit verbissenem Ingrimm fügte sich Wes'.ermeucr 'in fein Schicksal. Nach emlgest WgenlhaftnMser)Verz hersuchte, er wieoer zu arbeiten, das !gzngierI;J befseUundMäH kaum mehr, das. Jemand über ihm denG asparone- Walzer und die K lo sterKWGMMMMMM Aber die Wohnung war ihm doch verleidet ; er war ein Pedant und ließ sich von einmal ge'afzten Entschlüssen nicht abbrinze! Er suhlte sich in seinen Rechten geschmälert, so zu sagen über's Ohr gehauen und deshalb kündigte er vier Wochen vor Ablauf deö kichtsinnigerweise voranZ bezahlten halben Jahres die Wohnung und setzte wiederum das wohlbekannte Inserat in dieStunsWWWWK! iii WM Junger InvätdözenN solut ruhige Wohnung ( Zimmer und Kabinet). Hauptbedmgung : ES dars

h'M'fx äfBtSS 5ll!:!E m"i -I!!l!f, f

äcvi

' ''ttlll'iMrllal .ajstrSbfe-i25f " :l ' ' j i Bis hierher ' bietet mnn?Mne,Mi schichte, wie ich mit Beschämung einge-, stehenkmuß'Äicht Außergewöhnliches' Jetzt aber kommt die unerwartete, tragi komische Wendung die mich veranlaß! 'hat, Freund Westermeyers Leide crzahlenswerth zu sinden. k ifl ;: ' ifl Der Brave, hatteunerwarteieS Olück, 'tt, fand das Ideal einer Gelehrtenwoh nung. , , Zwei Zimmer , in ememHarks' Pavillon. , Kein Klavier im Hause, kein Mechiel?derM!eiher;n'Äussichr,' in, Umkreise ' von ' ' zehn : Minuten, kleine menschliche Wohn ung 1 1 Glückstrahlend zog er ein und hoffte, sein Werk hier im Fluge vollenden zu könnend :fi ' " " ' " " Aber was war das ! . ' , ' Seine Gedanken schloffen sich nicht so fügsam aneinander, wie früher, er spürte eine seltsame Schwerfälligkeit im Denken, sein Gehirn funktionirte augen. scheinlich nicht ganz normal, er kam sich ost vor wie vernagelt. ' ' ,, , ,,Dic Feder , , rostete,,, und , die Tinte trocknete ihm , ein. Angstvoll grübelte er über , die Ursache dieser seltsamen Erscheinungen nach, ohne eine Ausklä rüng zu finden. Da verirrte! sich eines Tages ein Leiermann in den einsamen Park und begann vor dem Fenster des Pavillons den Gasparone Walzer" zu spie len. Und plötzlich hob sich ein Schleier von Westermeiers Hirn, .er fühlte sich klar, frisch, angeregt, arbeitslustig die Aufklärung war gefunden! Er hatte sich, ohne es selbst zu wissen, tit den derMenen sechs Monaten an den Gasparone-Walzer und die Klosterglocken so gewöhnt, wie der Maschinen wärtcr an das Sausen der Mder, , wie der Müller an , das Klappern der Mühle, wie der Uhrmacher an das Ticken seiner hundert Uhren. Zu dem, was er momentan unter dem Worte Muhe" . verstand, , gehörten eben . der Gasporone-Walzer und die KlosterGlocken, er hatte das Geklimper ge: Wezu nöthig, um im gehörigen .Är beitsrakt zu bleiben. Wenige Tage später war er bei der guten, braven Frau Schulz wieder eingezogen. ' Daö Spiel in Monte Carlo. Dem Spielsaal in Monte Carlo Widmet lomo" im Pest. Ll." eine prickelnde Schilderung. Es weht eine eigenthümliche Lust in diesem Maum, schwül, betäubend und reizend dab?', als waren ungezählte Batterien von ! Eleltricität entladen, die Elektricität von auf's Höchste gespannten Menschennerven. In vier maurisch decorirten Prachtsälpn wird an 8 bis 10 Tischen gespielt. Fünf- bis sechshundert Spieler, deren ganzes Seelenleben in diesem Augenblick auf einen Punkt gerichtet ist, sitzen oder stehen an den langen grünen Schtachlfeldern Man ver nimmt kein Leben in dem Saale. Nur die Croupiers rufen - in kürzen Jntervallcn trocken und geschäftig ihr faitez vos jeux, , messieursl" oder der harte Zlschlaut eines, ns va rlus!" meldet rasselnd und durch ein darauffolgendes Knistern, wie wenn neue Eletlricität ausgelöst wird, das Herannahen des vcrhangnigvollen Augenblicks. Und brttttf ! tinrt mftn hnSL stich 1n tinn ITuf ,! T m 1 w - vv sg, Iig ÄÄbauquy und das mm von ü Z, v v. Gold. Schnell wird, als war ae,todlenes Gut, v:e ' goldene EMLflngeheimst, die Emvloyes schau' sein die Einsätze ein, werfen sie häuflings in eine bauchige Holzschüssel, und gleich darauf schleudert der zahlende Croupier den .Gewinnern, ihre Äapoleons zu. ,,, ,,,z - , :Ein J ongleurkun st stück, wie da jedem Gewinner, hart neben seinem Einsatz aus drei Finger Entscrnung ein Goldstück nach dem anderen zustiegt und sich zahm und fanst p!a!t ems um's andere hinlegt gleißend,' sinnberückend. . Mir pochte das Herz im Leibe, daß ich's hörte und eine ganz unglaubliche Auft nzungörfriMmiH ' Ich hatte lange zu thun, bis. ich sehen und hören lernle, und ich cegriff,, daß man hier alle, seine Sinne,,," im Sehnerv -? z zusammenfassen müsse, "ümnicht in d en fatalen Ae yn-' lichkeiten eines , mechan:sch geschnarrten .UN flftnx" itrfh tiftiif M v. , . V;irfW,"h . glWanfanaZ elend zu Grunde zu aehen :r i f" ; -, der That war um m:ch herum alles e-' ben erstarrt und nur die Äugen lebten ? Ich werde niemals Aufregendercs,."er' .'". . 1 S '' , f :,4,i it !:iL'i venerzchutternoes erieoen, als dlezes Oblongum von über .hundert funkelnden, stackerndsn,' stechenden, brennenden Augen, hunder: Augen, aus welchen rn einem gegebenen Augenblick,, alle Euer--1 ji'ijj'N'W,--. ü1 i1" '-'' ;i 1. j , nie, ane nerventrafk, : alle, nnloeN', In stinkte der bet Znitnam und auch alles i" :.- ,rt"':'" . :U ..'!' v ,C ' "". ' possen, auer a:eoensmuly. ane raume von stacht, 1Glück ,undBröße, herausleuchteten. '-. ,, . . . , , ßSDochl!;HasHZlt "nür für den großen Auzenblick. Gleich darauf hatte alle Welt mit sich zu thun. Einzelne Herren L von etwas verschlissenen Allüren, "profe3seure ies jeux'!; wie sie : sich nennen. Erfinder und Inhaber unsehlbarc'r Spielpläne, gleilen sachte an die iftViien tlntn'e.g i!)lReit:!ja"nj;j;gM KöHHwnunöDan ;ewme WpIelerh!!VtzenI jpttr'Ni'ltmitli und Farbe, st i U. 1 11 itt'1;:;1'!! n per D ro :ffmi;:;;e itj; langen Mcnatcn den Moment erwartend, wo sie die Bestie" erwürFn werden. Dem Spieler ist nämlich sein Tisch ein lebendes Wesen, irgend ein hiN:erlistiges, mildes, grausames We- ' en, . das denkt un) sieht und rechnet und lauert, das seine Elienrcl" kennt und seine kleinen Eitelkeiten be.itzt, kurzum ein Wesen, dem beizukommen l,t. nicht aber em blindes, taudstummes : - . tiinjiiü'i '' , ."::::;,!,. ,f '';: ; ; , ,: . ,. ' !:, i '' fj angnt, gegen va s man w:e mu KöpfWechdieDäMMW MMMckftlMÄWch cunde, die zwischen zwei Unglücks fällen lcg I . ''0 1 :; g ';: ;; :m i 'mSM

!,

3 i Is r. "i ;m l ' W v;!!S fi!!:fli!äf ' &? M,s. 9 im. 'willmWimm J.Iil..a .... tn iriuiQSF wrwwf t-sil ;,' ,8 Ti , .Lfc ' ,Z ' V , " M iLEtfv .. .Die ganze . Welt, Weiß, daHMnle ,en SpiritismAs ,,,ebgeschwsren Mfy ' U , 1 ' !, V: t ' j t ' i 1 rl 'ii ':-'" (i t seitdem sie verhelrathet ist., .Wahrfchcinlich ihrem Mann zu Liebe, nicht wahr?" Llch das wohl flicht,LdenA ber hat aar nichts, dagegen Wer fo bald sie mit Tischklopsen ensing, ? IttatiSl tt regelmablg Botschaften auS dem Jcn seitS von seiner erste Frau." SZerlwürdige Gespenster.

?A , 5;

i.s.

. ,, yl . p , lH'U4x?W" , ; ' ' S yr P v 'ydPiM :ESkf '$AV$i. v. 1 P"t fz ' " ' : :'" ,i, .'-, , ix- - H'Iüi'ir --'J'" 'Miä "

Der Echneidermeister ' , KeM'Hattr schon lange den Wunsch empfunden , ,

einer spiritistischen Sitzung deizuwohWZ nen, und als er auf den Plakaten fsl- ,, , gende Notiz las: " " ; " 5 . " M

Verem Pythia. Heute Abend 7 8 Uhr im RestaurantWestphalBerkm

(Sebastianstraße . 230) fpiritijiWe , Seance. Gäste willkommen ließ er sich nicht halten und ging in da5 genannte Restaurant. Im flüsterndes r Tone fragte Kessel den Kellner, wo der .Verem" läge und ber , beschastigte Ganymed wies auf eine, mit buntem Schilde behängte Thüre. 'Da es inneu sehr laut herging und sein - Klopfen nicht gehört wurde, öffnete er schüchtern die Thüre und trat ein, duckte sich aber sofort nieder, in der Voraussetzung, es würden ihm. Kartoffeln der Schinken knochen an den Köpf stiegen. . Als die aber durchaus nicht geschah, vielmehr in der Versammlung vollständige, Ruhe, nur von Ausrufen deö Erstaunens unterbrochen, eingetreten war, richtete er sich aus und befand sich einem etwas korpulenten, gemüthlich aussehenden jungen Manne gegenüber, .derihu, , ' lächelnd fragte, was er wünsche. Habe ich die Ehre, den Vorsitzenden beS Vereins ' " " , . Uer bin rch. tm9t Gaste willkommen, be? "!:',, Wenn Sie als Gast bei unsbZeibe wollen, bittet sagte der Vörsihend? Mb ' wies dem Schneider einen Stuhl an? Als der Kessel sich' gest hatte, rief ,, der Präses Silentium" und läutete mit einer Glocke. Alsbald trat Ruhe ein und ein Vorhang im Hintergrunde theilte sich. Es erschien ein Marn ist ; Jagdcostüm mit Bogen und Kocher, und fing an zu declamiren:,. Durch diese hoble Gasse muö er kdmmen Entschuldigen Sie," flüsterte Kessel Ä keinem Nachbar ,zu, wer iß daß 5" r ,r Wilhelm Tell." " ' '" , , Mha, derHcistbes Wilhelm, dachte der Schneidermeister, der sieht aber merkwürdig lebendig aus. Und er überlegte, ob er nicht zuspringen und den Geist als Menschen von Fleisch und Vlut entwv n solle. " ,,, , . Der Leser wird, bereits' errathen aben, daß der Schneidermeister nicht in den soiritistischen, sondern in den dramatischen Verein" gerathen ist, dessen Zimmer gegenüber dem,, des spi ritistischen Vereins gelegen war.' und dessen Biersitzuvz durch l'dramatiuhklassische Solooorträge gewürzt wurde. Tell halte seinen Monolog beendet, machte eine tadellose Verbeugung lund ftr ,- .. ''rf ,1t urt., 'Jr' ' , '! ' ' k

rvoule uch hinter oen oryang Zurua- z Ziehen, als mit Donnerstimme Halt gerufen wurde. Alle "sähen' "e welcher aulgesprungen war vnd rief: Ich bitte den Geist des Herrn Wilhelm Tell, noch ein Weilchen zu dlciöen.7 ; 1 , In der ThatchliebderGeift l üöM xascht stehen., - , '

" Darf ich," wandte sich Kessel an ' den. Borsitzenden, dem Geiste ewige I , ' fragen borlegen?" ? u M j

u Staunen und Gelächter. SMDH ... Mein Herr, wo glaubm SieIch zu befinden?" .... tv- ,.-r,Mi'M 1 " v ""' ; tL " A a fr "' l,:' ''! Nun, m dem spirrtrzttfchen Verein St'tüia." '"" ' ""' ' ''''f'ijf-ri DieserWereinIt.' ,Jß esindet sich aus der anderen Seite.wollte der Vorsitzende sagen, er beZan sich jedoch eines Besseren. Dieser Vereins fuhr er fort,' indem feine Freunden zublinzelte, ist allerdinqs ein spiritistischer, d Jedoch antwort en? die mmen Meiner nur oann aus Fragen, t" ' jvt j' 1 " ""-'".,' Venn sie emMlaszÄter erkalten haveu. TS ist Sitte ! bei uns. ,,däß der FroQmde sowohlzd seö Vereins "je nGlaSOZerHzu! Lesten äibt! ?Ta Sie nun wohl Jl. ft'.tn Il riijt:-m.r: ''i j icnicoenc eiiicr ürag?n ; rivzien roersen, -..isi. .!! ..-it . ',ii"!r,ifv'ii'.jl ''f, r !' ' '" ., . : zs' 'zeoes WMtelne,.age,!,V,;er:,iouet. . e-f-Fn. i ., ' M ..,'' !l;.' is'i i;if liilv ' p schlage zy onen vor. gleich ein gan zeMZertermM,n?MasseW ? Unler allgememem Jubel st:mmte de? ZchncidtridlescmÄorschlage'ste Sann rntermewle er nach Herzenslust William Tell, K arl Moor und Nattzan denWesiäA iästes,'Holl,,,',nisL seinen Zroßvater aus dem JensettS ciürt zu sehen. Jedoch der Vorsitzende erklärte. i ' i- ' " f - 7 i1 '' ", ,a " li r, . . oag aueWetner pereii,, jchiaten geganO eiie;;Änv jijchej'friststiid: ersordkreMNnemMieacr Ease e:ne Tasse Schwarzen zu trin mw. : ?' kÄlMnster'RWk'klln'r W ,,'K',i'!,,,,"'! "f":':, -'), f'm- r, i uiide nach Hau e kam, soll ihn se:ne im " !'. '!:"i .if"- ;t ;U ; iM ',:. v . . , jrau durch c in e I a n c, fi5 ar brnenpr c5 t .ü oH tili c u v!f p 1 1 1 1 1: 1 1 i 1 dj eii':',:,,-1 u? anbi tut ,1 : 1 tU k 'ir'J-' I' : ... ' '". " :':'' " ' " ""' " ""-t " , ', , titm iav'en. vr: ;r' !',! -ji ' "". ::!! -,!,, ' .. , 1. li ' .11 i,i!' Ir i?f Ij-f f ''; iiii.i!!1',!!?:!!,?! im ' ' ,:.!!. -' M M-:!;ifc1i.-'i -ffc denn tzd ä s IM i e, .ma chc n'AttöfJ eine schwarze Nase! : Äler: Entschnkdi. zen Sie, gnädiges Fräulein, das ist de? ein Scheiten! z fmmm V,rc,,Ki!Mroscssor 33a t r b I j es c n ! iiii? i r;i; i-ü c n h ; i in : . p ri f li -.Kegentäge!Meginnen ?"i.:5"tutcati! .Nette TiZmenlÜLchml-

schatten ame : Vich waS,chatten! üüf unserer ganzen hochadeliM SämtWMMeMieiM

'X,

i il 4M ,1s .mfovBiölS li . I M',- ,!! I t 1 Jl ipA ,!;;. m 'I:

: .'"'1 ; ;::! m'A .-..,!.' .;!;';;!, Mit 4 : t i 'hA mp.r f j j

' '