Indiana Tribüne, Volume 14, Number 252, Indianapolis, Marion County, 31 May 1891 — Page 6

Na l) t U Ns Johanna WiNzrlK f A ' Uinseuchtwarmcr Frühlingstag nngte M seinem Ende zu. $n den Stranen jenes Stadüheils von New Fsrk, der l-t, , C : 1 M V jW'w.ri ixiuzi vucwicgeno oeullen VevOtkerung tficgen Klein - Deutschland 'genannt herrscht reges, belegtes Leben. 'Nicht ullein die Schaaren von der Arbeit He!mkehrenden.paren es, die denselben as Gepräge äußerst 'lesaften Mer kehrs veilichen. .Hunderte, die den Tag übertz, in idumvsen engen Wohn räume gebannt gewesen, hatten sich in's 8ie"$uÄ scho, nen Frühlingsabend draußen zu gerne ßen. ) """ Männer und Frauen saßen oder standen aus den hohen Vortreppen der kasernenartizen 'Miethsgebäude, ober' wätt? delten plaudernd aus und ab, während das Lachen und Jauchzen spielender' Kinder säst jedes ändere Geräusch , über tönte. j Es . war wie 4 ein Aufathmen nach langerHast.' ,TaZ gcheunrißvolle Schassen und Weben der wiedererwa chenden Natur wurde auch hier verspürt rbw.ohl das Äuge weit und breit' keinen sprossenden Zweig als sichtbares Zeichen des wiederkehrende Frühlings zu entdecke vermochte. Aus der Hausthüre eines hohen Te nementhauses trat eine schlanke Mädchengestalt, deren eigenartige Schönheit sie auf den ersten Blick als eine der Töchter Israel's erkennm ließ.! Schwarzes, welliges Haar lockte sich unr ein Antlitz von echt .orientalischen! Schnitt, aus Mm' ein paar -tlesduntte Augen - voll leidenschaftlichen Feuers leuchteten. Sie trat vollends heraus,, lehnte ihre schmiegsame Gestalt gegen das Geländer der Treppe und athmete in tiefen Zügen die milde Abendlust ein, wahrend ihre Blicke wie suchend über die Straße schwersten, ohne offen bar das zu entdecken, wonach sie späh ten. Es war weniger ein Ausdruck von Enttäuschung, als von ungeduldiger ErWartung.' der aus ihren Zügen sprach. Ihr ganzes Interesse schien nur von einem Gegenstände in Anspruch genommen zu sein. Was sonst um sie her vorging, beachtete sie nicht; die Vorüber gehenden oder in Gruppen beisammen Stehenden exisrirten offenbar nicht sür sie. Ihr Blick war unablässig aus denselben Tunkt gerichtet, die an der nächsten Straßenecke befindliche Hochbahnstation. Von der Allen Street berüber kündete - jeht ein dumpses rasselndes Geräusch das Herannahen eines von der unteren Stadt kommenden Zuges, der eine Minute später hielt!' Mit auss Höchste gespannter Aufmerksamkeit hing der, Blick des Mädchens an der Stelle, wo die ersten der dem- Zuge Entsteigenden sichtbar wurden. Plötzlich leuchtete es ' blitzartig aus in ihren dunklen Augen. Von der sich die Treppe herabwälzenden, dichten. Menschenwoge hatte sich die Ge statt eines jungen Mannes abgelöst, der eiligen Schrittes quer über die Straße, auf sie zugeschritten kam. In zwei Sätzen hatte er die Treppe erklommen und siand nun vor lern vor Erregung zitternden Mädchen. - RahchWeme süße Rahel, klang es unendlich zärtlich von seinen Lippen, während er ihre beiden' Hände zwischen die seinigen preßte. Das Mädchen blickte ihn an, mit , Augen, cuö denen eine grenzenlose Liebe und Hiuzebunz sprach." J&u habe ich mich gesehnt, nach dem Augenblicke, wö ,ich Tein Antlitz wiedersehen durste," szgte sie mit einer, weichen, wohlklingew i iim Stimme. Er zog ihre Hände verstohlen an seine Lippen und drückte einen leidem . sckaftUchen Kuß auf dieselben., Ein? Ewigkeit schien mir' dieser Tag," entxezncte er Innig. .Nun endlich dars ich Deine Hand in der Meinen halten und Tir indie wunderbaren Strahlen äugen z?T blicke::. Ein leises Liebesgeslüster entspann sich nun Mischen Belden, vorsichtig leise ' wie um die Aufmerksamkeit der Anderen t eicht zu erregen. ' ' ' !' Immer tiefer sank die Dämmerung herab, und immer lebhaster wurde es ß auf der Straße. Glühwürmchen gleich flammten bieGaÄHter,uf. ; Dicht 5n Der Ecke hatte sich eine Hr jetzt jsolyn '', pönten Straßenkapellen ausgestellt und spielte den Schunkelwalzer. Kinder jeden Alters hielten sich paarweise umschlungen und wiegten sich mit- unnach. chmlicher Grazie nach dem Rythmus der so beliebten Walzermelodie, Der köstlich milde Abend, - das bunt , ItXgßtt Treiben um sie her, die schmeieln Klänge der Musik, und dicht an hrem Whre leise, süße Liebesworte .! s Mlles wirkte vereint, um in der ' $jjJJ des Mädchens ein? unbeschreib :' 'wonnevolle Empsindung zu er OAkr. : .ahel!" ertönte da eine weibliche H? uulne aus dem Innern, des Hau2 . DiA.Gerusene fuhr empor. .Die .MutteM" sagte sie im Tone leien Bedauerns, aber ,", dennoch , , bestimmt. Wir Aussen uns trennen." Ueber das hübsche Gesicht des Manes glitt ein Ausdruck von Äerdruß. S früh schon, sagte e?. ärgerlich rnit dem Fuße stampfend.,, Deine Mutter könnte Dir wohl etwas länger Erholung gönnen." , SÄilt sie nicht,- erwiderte daZ Mädchen, sie hat Recht; droben war'töfnoK' eine Menge Arbeit auf , mich, die ich morgen abzuliefern habe. Es miß sein, d'rum gute Nacht, leb' wohl. Du Guter, aus Wiedersehen mor- :' W0l Er kannte sie zu gut, um nicht zr winen. dan ieder Versuch, sie zum Bleifcen zu üderreöen. nutzlos sein würde. , üiüiä einmal irenlc , er ihre Hand zart lich inder seinen.,, Morgen, morgen," " sagte er innig." Dann hatte das Mäd- ! cheu sich losgerissen und war im Innern , lU Hcuses verschwunden, während der iunae Mann. lüNöiam über die Straß, ' schlendernd, seiner Behausung zuschritt. . . ' . . . fj.- r..r. rtaljfl tflitc tniwiinjrn leiten tb

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I llt Treppe nach dem zweiten Stockwerke '' .:.. - ... r- - . - .'"

ermegen, ws jiq naq mmen yiv.aus ou bescheldene WobnuK librer Eltern fe i fand. ES war ein . dürstig möblirtes t's'?V r? :"'?.. . . k or..:

Zimmer, in., vasne emirar. Tnuism iian, MaiMngVzmriirugru, 'mwTische, der mit einer Anzahl nngarnir, : das Herz, diese Täuschung länger fortter Hutformen bedeckt war, brannte eine zusetzen. Nein, es wav " kein Zweisch Lampe, deren "trübes Licht den Raum daß der Zeitpunkt gekommen war, wo nur matt erhellte. In der einen Ecke, sie zu wählen hatte zwischen dem Manne in einem Lehnstuhl, der offenbar rn ihres Herzens und Derjenigen, die ihr einer Trödlerbude., erstanden war,, saß bisher Alles gewesen." ' eine Jüdin, Rahels fast gänzlich erblin- Lange nachdem' die Eltern sich zur bete; Mutter; ' Dicht am Tische, den Ruhe begeben hätten,?, saß Nahcl noch

Kopf in die Hand gestützt, in sich ver. . funken, lehnte die Gestalt ihres Vaters, ' Simon Jakobinsky. Er schien? das Eintreten seiner Tochter kaum' bemerki zu haben, wenigstens nahm er nicht bi geringste Notiz davon. Thettnahmlos .' r r i "' 's ' o blickte er vor sich nieder, hm und wieder !.:: ' tm i- -l" '''T''JL f. ogerizzene iusoric vor w) yxnmucmelnd. V , , ' .. ( Nahet sedke sich , an den Tisch, schob !

die Lampe etwas näher zu sich heran Posten und harrte seines Erscheinens, und nahm die durch Abendessen und die Doch Minute um Minute verrann, unkurze Erholung im Freien unterbrochene aufhörlich kamen die Züge der HochArbeit wieder auk. Aber ihre Gedan bahn herangebraust, aber der liebste ?en wanderten - zurück zu Demjenigen. Mensch, dem ihr Herz in heißer Sehndem ihr, ,ganzeö Denken, ihr ganzes sucht entgegenschlug, kam nicht. Immer Empfinden gehörte. So wie heute war dunkler wurde , es. , Zum ersten Male es jeden Abend, seit 'sechs Wochen schon, ließ Rahe! den Ruf ihrer Mmter unbewo sie ihm zum ersten Male begegne! achtet. war. , ' " Als sie eine Uhr irgendwo in der Bei einem kleinen AuSgange in nach- Äachbarschast schlagen hörte, schwand ster Nachbarschaft, den sie zur Besor- der letzte Hoffnungsschimmer aus ihrer gung der täglichen Bedürfnisse zu ma- Brust. In einer unbeschreiblichen Ge chen gehabt, war es gewesen, wo sie ein- müthsveriassung begab ! sie sich '-nach ander zuerst in's Auge geblickt hatten, oben. Ihr längeres Verweilen entAm nächsten Abend, als sie. wie ge- schnldigte sie mit heftigem Kopischmer;, wöhnlich, von ihrer Mutter hinüberge- Und sie sagte , damit keine Unwahrheit, schickt wurde, um zur Erholung der sri-' In ihrem Kopfe tobten die qnälendsten schen Lust zu genießen, hatte er gerade Gedanken. Unablässig warf sie sich die vom Geschäft kommend schon den Muth Frage auf, warum er nicht gekommen, gefunden, sie zu grüßen. Und wenige Gewiß, er , zürnte ihr, daß sie immer Tage später waren die ersten Worte noch schwanken konnte! ' Und hatte er zwischen ihnen gewechselt worden. Bald nicht auch Recht? Mußte er nicht wußte sie, daß er Hermann Walter daran zweifeln, daß ihre Liebe die heiße und !n einem der kleinen Privat- l wahre, echte sei, die jedes Hinderniß hauler, auf der sudern Seite der Straße" überwindet ? Stand doch in der Bibel wohnte. Sie hatten sich unglaublich selbst, daß das Weib Vater und Mutter schnell gefunden, so schnell, daß es Rahej . verlassen und dem Manne folgen soll, manchmal war, als wenn das Alles nur j Tann wieder fiel ihr Blick auf die ein Traum wäre. Und vor dem Er- Eltern, ; und unsägliches Mitleid erwachen aus diesem Traum ; war ihr an-; fasste sie. Ein Gefühl , heißer, thränenlänglich bange. Noch ahnten ihre Eltern erstickter Wehmuth stieg in ihr auf. ja nichts von ihrer , Liebe zu , k diesem Sie empfand den Schmerz, den sie ihnen Christen. Aber eines Tages mußten bereiten mußte, selbst in tiefster Seele sie es erfahren, und dann gab es nur mit.! Eine Beute der widerstreitendsten zwei Wege für Rahel, zwischen welchen Empfindungen, unfähig zur Arbeit, sie zu wählen hatte. Denn daß die suchte sie endlich auf den Rath der MutEltern, die noch tief in starren reliiö- ter ihr Lager auf. sen Vorurtheilen steckten, je in ihre Was Rahel in dieser Nacht gekämpftt, Verbindung mit einem Christen einwil- ' gerungen, gebetet hat, davon ist nie ligen würden, darüber gab sie sich kei- ein Wort über ihre Lippen gekommen. ner Täuschung hin. Nein, sie wußte ölls der Morgen graute und sie sich nur zu aut. , daß der Vater, ihren Tod erhob, hatte sie entschieden. Ter schone,

eber verschmerzt haben würde, als ihren Abfall vom Glauben seiner Väter. Das war der sinstere Schatten, der r r i r .c .ii. c v ! . t"-I;s' Nabels IM bedrskte. das. die Utim? lick wehrende Sorae. die sie niemals desselben sroh werden ließ. Wenn die . ' ' ' r. i stechenden Schmerz in der Brust. Wie undankbar, wie unwürdig solcher Liebkosung erschien sie sich! Ein Gesühl unerträglicher Qual verursachte es ihr, wenn der Vater sie seine gute Tochinr nannte, sie in warmen Worten ihres .. . w Fleißes wegen lobte.- Und doch ver-' diente sie dieses Lob voll und ganz. ... ' . - . -i ' -U. denn Rahels nimmer rastende Hände waren es, die die Exiftenzmittel sür die Familie besch asjten. fß Simon Jakobinsky verdiente nm selten etwas, nur hin und wieder, wenn sich die Gelegendeit dazu bot. -Für eint regelmäßige Beschäftigung hatte er nun vuwtiMU niub ukiwu ttuuuu uuui v Ja'iw VltlUlU VVVVfc VikmUllU IIVUI VtMVVkiMV. Sein ganzer Ehrgeiz gipfelt darin. irnhein ss'in.n ii rnmfcnnif I sn ""i, " , l einwMizte, Jsaak Löws Frau zu werden, würde dieser ihm die uöthigen Mittel daiu vorstrecken, daß sie sich bis'

zitternde, welke Hand ihrer Mutter ielvzr, iucqre ue lyren eigenen ?evaiue ihr zärtlich über die Wange, fuhr. ;u entfliehen. Mit geschlossenen Augen emvkand sie jedesmal einen beißen, hatte sie umhergehen mögen, nichts sehen,

tG vw, VfcVU.vii, vtn ife lH , , . i ":tr if .fr , , . , : immer, nch,.gewe1gertnihr,L.ßWKnd 'der lnMlme,nbrechem KWei.ng hma?.zzu'chieben gemui ÄLÄ'S&

h En hatte, machte ihm wenig Sorge. Das hielt er nur für mädchenhafte Sprodigkeit, die sich mit der. Zeit verlieren würde. Daß sie sich ernstlich, dieser geplanten ' Verbindung widersetzen könne, siel ihm nicht im Traume ein. If ii 'w. ii," ' ' ,.,-!Mi,,!iii ,j : ' i&itf , ', ' ""ii"' 1 War Rahel doch klug und würde bald genug einsehen, daß es ein beneidenswerthes 'Löos sei, das ihrer wartete. Denn 5lsaak Löw war nicht nur ein . T" SSÄSSffS War Simo klug genug, um n,ch, bestaudig m sie zu dringen r.elmehr de, Sache ruh,g .hrm Laus zu Kssen Eine n S kommen, Hatleasie doch deshalb daj kleine . pln.,che GrmMdlchm. wo es und die gefahrvolle Reise über den Ocean gewagt, als Jsaak, der als zunger Bursche ausgewandert war, in einem mM.t.iiüTs.'Ä r.:. rv-.-v. r r Z,WfT St SnS,K spielm angehalten hatte. Damals hatte WKf a. .. vku, ym. ufc. uvMiitw mwuwit sich dagegen in der letzten, Zeit erst im mer, mehr zurückweisend gegen Jsaal benommen. " Was Rahel im Stillen litt, davon ahnte natürlich weder Simon, noch sein Weib etwas. Nur die spärlichen Zu sammenkünste ' mit 'dem , Geliebten gewährten ihr reines, ungetrübtes Glück. Sobald sie aber dem Zauber seiner Perzönlichkeit entrückt war, kam ihr wieder das Peinvolle ihrer , Lage klar zum Bewußtsein. '.','" ,,! So war wieder eine Woche 1 vcrgan, gen. Nahel schritt, , nachdem sie sich vom Geliebten verabschiedet, eben die Treppe zu ihrem Hinterstübchen hi nauf. Heute Abend war ihr das Herz ganz besonders voll und schwer. Wie in der letzten Zeit so oft, war Herrmann heute wieder mit stürmischen Bitten iiv, sie qedrungen, endlich die Seine zu werden. Sie hatte ihn gebeten, nur noch ein wenia Geduld zu haben, vielleicht würde sich binnen Kurzem ein Ausweg für sie. sinden. Freilich glaubte sie selbst nicht daran, aber noch immer schreckte sie zu.

rück vor 'dem Augenblicke, der sie aus . fry-i -'!! i '"-"-l 11 C -

en?lg von oen Liiern rrennea urve. , Trok alledem kühlte sie, daß sie nicht die Kraft besaß, diesen qualvollen Zuri y. ... ?' ..X sinnend und sorgend, und suchte vergebens nach einem Ausweg, Z rnud) vic Nacht, die sie schlaflos ' zubrachte, ließ sie keinen kettenden Gedanken, finden. Sie sehnte den Morgen herbei, und als , dleier gekommen, wiederum ven, oeno, I. it.. . rti-;t. . ...v :i der ihr den Geliebten und mit ihm . 4...i.C. V h..!..!11!, (..Im j neuen y.'iu;y unu utuc uüjiuji gen sollte. Früher als sonst war sie ans ihrem Christen-Jüngling hatte den Sieg davonaetraaen über die alten Eltern. , Den ganzen Tag verbrachtem sie in .V ,!!.! . . "'"'.. t fi i. irr f. ... rr . einem Zustande höchster seelischer Er regung. Wie in einer heimlichen, unbestimmten Furcht, emer Angst vor sich t & si - r , . . ? -st c. denken, empsmden, yx traumloiem Schlafe die Zeit hinbringen mögen bis im Abend, dem Augenblicke, wo sie ihn unsäglich glücklich machen wollte, wo sie ihm durch das Ovser, das stezu brmgen bereit a toat den Beweis geben 1 . . " i i . W " 1 Z P ii' Z C '' f" z " 'Ji - wome, wM grog uno uq iyre ieoe , sei. 1 " I L , "t . I . . . . . S ?a ote erzlen amiien oer Dämmerung sich herabsenkten, erhob sich Rahel, um mit einer unbeschreiblichen Äangig keit im Herzen hinunterzugehen. Drau-, ßen in dem Gange blieb sie plötzlich h?chllufatbmend stehen. Ihr war in diesem Augenblicke zu Muthe, als wären ihr r s , , ,.,.. ,., v , t ' beide Eltern aeztorben so cm uniagbar . . ,w , . . r- t . , J 1 S4 9'äH45 meZ, schmerzliches Sthie entrang ' HA ,U-j, m.7l wRim Ä4tiMUUnmi if iiicv iui( f0t "!lwu?ir,H Mttunnuy bedanken verscheuche, ' und eilte dann leichten Ganges die Treppe hinab. Noch war das Licht , des-Tages vornnyuiij mm,r lii vwn vtv lyvuwuii kommenden. Aber auch bei völliger Dunkelheit würde sie dm erkannt haden, dem zu Liebe sie ihren Glauben und Bater! und Mutter aufzugeben bereit war. !llrrfr .,.,, f!f 'i'''.' Eine Viertelstunde nach " der andern verging. Immer 11 starrer; ängstlicher richtete,! sich ihr Blick auf die" Stelle wo seine Geltalt aufzutauchen pflegte. Watnrrt ti As ffllAÄ ntr nptf!fYt ) i Kn.7 ennlg ein Tag aushalle, ohne sie gesehen ,u h.. , Ein dumpser Druck legte sich ihr .s.z H und plötzlich kam ihr eine ' ,.Ls7'Agst. "d n?it der BlitzeZ. schnelle, des GesankenS ein Entschluß A , , Wenn er krank. hilfloZ.'Nnter , .n Mensche, ihr Pflege bedarf. I 3 wäre? Si ih!,Kei Macht der Erde wäre im Stande gewejen, sie zurückzuhalten! V 1 1 Eme Minute später stand sie athem. ' los vor dem Hause, in dem er wohnte, . hns lnrt cynn min,t öv ,d""i,vi! V'""' ",v ,,"!VM rc: -tmft t,(niiihri,WnMn Ita" QMlIVtf IWVMM Sjsnete ihr. fil'-lvifetl-'l Wohnt Herr Walter hier?-, fragte ZZahel laut klopsenden Herzens. Herr Walter? falte das Kindl O, der Herr mit dem, blonde Barte! Der wolsn! am nächsten Floor bei Frau Dl!cindardt." 1 sJiach einem flüchtigen Danke" stürmte ZZahel davon, die Treppe 1 nach dem zweiten Stockwerk hinan. Durch die sscnstehende Thüre eines Hinierzimmcrö sah sie eine ältere Frau am Lscn beschäftigt, die sie offenbar hatte komuen hören,! und ihr einige Schiille ent"jeHntsMZHWMZMÄW Sie entschuldigen," flamr-.ielte Rahel, .ich möchte gern Herrn Walter jprehen." Die ??rau ließ ihre Blicke ueugierig lber nicht unsreundllch über, dl Gestatt des jungen Mädchens gleiten. Herr Walter wohnt seit gestern nicht mehr in diesem Hause," erwiderte sie dann. Aus den großen Augen der vor ihr Stehenden traf sie ein so starrer ver ständnißloser Blick, daß die Frau hinzu-

zuMgen sich veranlaßt fühlte: gestern Vormittag, wo seine Frau aus Deutschland eingetroffen ist. , Er hatte sie sobald noch' nicht, erwartet." &

tf; Ein so ;; gräßliches gellendes Lachen ' i.. L . v c. .. , . . im'. . r , . . j j,. tonte durch das Zimmer, daß die alte teuu crinjrnrrPTT innirraenraui iuar. Und ich und ich wollte" Hochaufgerichtet, ein Strahl, glühenden, versengenden Hasses.in den schwarzen Augen, , mit emporgerichteten Armen, die Händeckrohend zusammengeballt,' stand das Mädchen vor, ihr: Elender!" kam es zischend von ihren Lippen... . i Aus's Höchste er;V rock?n war die Frau l ängstlich zurückgewichen. iiJm nächsten j Augenblick , aber veränderte sich der Aus druck ihres Gesichts. Tiefstes Mitleid spiegelte , sich in ihren Zügen. Denn schon stand, die Hände schlaff hcrabhäm gend, .das Gesicht mit leichenhafter Blässe überzogen, die Augen geschlossen, das eben noch so, leidenschaftlich erregte Mädchen da, den schwankenden Körper gegen die Wand gestützt. m . Armes Kind," sagte die Frau, ihr theilnehmend, über, die kalte Wange streichend. . , :- :- . .-j ! Eine fast maaische Wirkung übte dieses Wort.,. Die- dunkeln Wimpern langsam ausschlagend, richtete Nahel sich empor und stand ausrecht im ZimVerzeihen Sie, daß ich Sie erschreck! häbe, mgte sie mit starrer, fast unheim licher Ruhe., Dann, , wandte .. sie . sich und schritt . festen. ausrechten Gange! die Treppe hinab, um,, das Haus: zu verlassen. ; , - ; -i ! Wie , sie nach Hause in das Zimmer ihrer Eltern gelangt war, hätte sie nicht zu sagen vermocht, auch nichts wie es ihr möglich war, wie allabendlich auch heute ihre Arbeit zu verrichten. , Mechanisch, automatenhast war Alles, was sie that, als wäre alles Gefühl in ihr gestorben, jedes Bewußtsein geschwunden,-leer und todt Alles, bis auf das Eine: der große, dumpfe Schmerz, den , sie mit sich herumschleppte. Und dann kam die Nacht, in der kein barmherziger Schlaf, keine erlösende Thräne ihrem todtwunden Herzen Linderung brachte. , Ein strahlend heiterer Morgen folgte dieser Stacht. Nahes sah es nicht. Was kümmerte es sie, ob draußen, die Sonne schien! In ihrem Herzen war . es nun ja ewig öde 'Nacht. Als der kärgliche Morgenimbiß eingenommen war, trat Rahel vor ihren Vater hin. ßo fremd klang ' ihre Stimme, daß sie beinahe selbst davor erschrak. Väterchen," sagte sie ruhig, ernst, ohne alle Bewegung, während sie die Hände in einanser verschlungen, die Augen, in denen ein düsteres sZeuer glomm, . zu Boden gerichtet, dastand. Väterchen, geh zu Jsaak Löw, sag ihm, daß ich einwillige, sem SZeib zu wer-Vi-ii. u Wie heller Sonnenschein flog es über das Gesicht des alten Mannes. Aber Rahel bemerkte es, nicht. t Sie blickt Noch immer' zu Boden. Sie sah rntckj nicht auf, als er sie jetzt zärtlich in die Arme schloß. Ich wußte es, daß meine kluge Tochter zur Einsicht - kommen würde," sagte er triumphirend. Und Tu thust Recht, daran, meine , Taube. Ist doch . . , : . . - M ll' ) J" . der Jsaak ein brarer Mensch, der Dich wird auf Händen tragen.. Er wird Dir geben schöne Gewänder und kostbares Geschmeides er w!ra , Dich kleiden wie ' --. i - " 1 eine urjiin. : , Kein Zug in Nabels Gesicht beutete andaZsie iw verstanden. .Kalt und ruhig nahm sie, den !uß l)m, den er auj ihre Snrn drückte. , Wahrend draußen im Hau - stur schM'siine,,., Schritte verhüUleN,naMs's ,npchimmex unheVeglich auf der'eldcn Stcll?. , . ' ' Nahe!, wem Md. Geil segne Dich !",, r" La . L-i ' ; v . f ' : i -r-" . , ' : . :: es i'ii uHEfiuiiui iisiiij un j cer nnen yslp PP3 iftitstcr ' nTtt incirr ..ttiprnip,,, " " Tt w " r'Y:" !. . l: . ! T ?7 , Kändej strecktm sich ihr entgegen, die Hände, die ich:in& und segnend über ihrepÄ indheu.'. gewalte diechMeheHn und gepl!cgt in me eilender, se!b'i:lös?r Hiebt i " " -!;-- VI- 1 t-.wpfi . t-yi. ;i , . Mit einem, M;lHre;,.,sa,A Nahe!, m .. die nie vok n;rcc Mutter und barg laut schluäizer.a dru- Uopf in ihren Schooß. Der arrkramMHAiAöHu stau' ireY.,)HnAÄiöH durch leit1,,,,- ''MiAe ichlloÄI iu s Muttermunds 1 Jcht endlich fand sie Thränen, und sie wetltte lange heiß und schmerzlich, wahren) diealte Frau ihr unablässig tröstende Worte zusprach un) ihre zuterliöcn Hanoe 'liebkosend durch das dunkle Gelock ihres Zinses gleiten lie!;. c Und inmitten ihres tiefen Weh's fühlte Rahil daß , ,hr ,,uoch ein großes. Glück geblieben das treue Mutterherz au' dein sie alle Qual ihres Innern alles Leid ausweinen durfte. ' " ' ' Dui wirst glücklich werden Rahelleben,"! sagte die "alte 'Frau? weich. Trockne Te.ne Thränen, meine Tochter, weine nich." Sianel schüitelte den opf. Das ist es nichr, Mutter, was mir ! hier, drinnen so weh, so weh thut," sagte sie. wahrend sie das thräenbenezte Gesicht hob, und. mit einem unsägl'.ch traurigen f Ausdruck in die iieden, alten Augen blickte, deren Glan; längst erloichen war. ' Sicij, i& hatte fiiieit bösen Traum und in diesem Traume, habe ich auch so schweres Un recd! flelhan,' das; eö mir das' Herz fast addinckeuli mSckne,'-'und mir tf als wenn ich Euch bitten möchte: Aergebl, oergeyr,jnlMMIWZZeWMs heileres Lächeln glitt über die Ziige der Greisin. Uno darüber wemst Du Dir, Dene, schönen Augen au. horichteS lind, und es w.ir doch nur ta Traum. Tr.iume sind Schäume." Nahel sandle einen langen Blick durch die, trüben ',n'usterschclbe:i , nach dem klaren Jrnhlingsdimmel hinaus. Es war ja nur em Traum," hauchken ihre Lippen ganz leise, Träume sind chaumetkj Knrze Kritik. Schrisistcl lerin (nachdem sie ihre verchledenen Dichtungen aufgezähll): llnd was halte Sie für liiern bedeutendstes erk?" Kritiker: .Zwcijellos Ihr Mundwerk!

mn ' Plauderei vvu Atfred Fttedmn. , Wer,, erschrickt nicht, wenn er, sieht, ian l?in?r imlnimmf' 'hnn d?r " , " cit und Dummheit zu schreiben? , W sragt er sich, sängt Der an, wo hört er auf? vBei er' Erschaffung .der Welt? Ach nein, die war ja göttliche Weisheit! s Bei der Mahlzeit Evas? ' . .' Z T Und warum erzählt er uns nicht lieber. vom Gegen! h von menschlicher '"ct-t -,!iv ., i,,,,-.. e !,, i , Klugheit? r , Diese ist in Sammelwerken, Enchklo'pädien,' ' Konversationslexiken niedergelegt, in allen Bibliotheken und Hüchern zu sindeli. ' . -' ' Saat Jemand: OhoZ Ah, Sie meb. nen die Weltgeschichte, die AnfangsUrsachen der meisten Kriege die Für-sten-und Prolctarierthaten, die , Neligionskämpse und , Verfolgungen,, so manches, was alte, neue und neueste Klassiker geschaffen es gehöre nicht ins Capitel menschlicher. Weisheit, es verdiene vielmehr j. meinem Thema , beigerechnet zu werden? Aber wo fängt Weisheit an, wo hört Thorheit aus l W&r tIst wurde die Wewheit verlorer, i& -i-fi ;D Weise muß zu den Thoren geh'n, ' , sr Pt t t . v r . rvv - i .. t sagt der Weise von Wiesbaden . ? :! w, .!',." , ' c T' , 1y'''-f Es soll auch nicht, alles erzählt werden, was Nero, r Caligula,' : Heliogaba! vom Kaiserthron aus ' an NarrheitI geleistet ' Es Handell sich ;m.,; einige weniger bekannte Thatsachen, und- fragt Wer ein achselzuckend Weshalb" ? ' So geb' ihm Saadi sein Darm" ! Der , Weise wird kein einzig Scherzwort , , ,.r , ; hören. ' ""' -f '. Taraus er nicht Gewinn .sich "zog 'und Lehren; Doch Thoren kannst Du hundert Capi tel lesen, Selbst über WelsrMZi'lss'Hm Alles Scherz gewesen!" Aber ist Weisheit und Thorheit über Haupt abzugrenzen, festzustellen?, , Was dem. Einen klug .erscheint schilt!, der, Nachbar thöricht; was gestern gescheidt erschien. ist :, heute dumm. '. Mls die französische Nevolution sich selbst auf führte, siel es keinem Menschenz ein, sie zu verbieten. ' ' Stellt man heute, die Thatsachen von gestern , auf der , Bühne dar werden sie consiscirt ; siehe Tb ermidor! t Und was geschah nicht , alles unter ',der,' Schreckensherrschaft ? ; Die Sansculotten vertheilten am Eingange eines Nirch wss Büchleln betitelt : i- ife clroits cle riiornrno, MenZchcnrechte '" ;" . i I' ' ''-n-vi j " ' . J t sie wärm in Menschenhaut gebunden. welche man in Sevres und Meudon gerbte und zu denen Frankreichs Armeen den, Stoss" lieferten., Nach dem Aufhören' der . Schreckensherrschaft schlug man an die Pforte desselben. Kirchhofe einen Zettel an, Bul du Zephir" und tanzte dort, wo die Sansculotten Jean Eoupe-Tetes ihre, , Blutorgien , : gefeiert hatten. , ' ,;' , Die Büchlein aus Menschenhaut erinnern an den furchtbaren Liska, der im Hnssitenkriege seinen Soldaten seine Haut, vermachte für. eine Trommel, be, deren Klang', Kaiser , Sigismund noch zittern müsse, zittern vor, den sterblichen v . ' i ji" a .ap w . i Resten des , todten , Todt feindes! " An die Dichmgiskane und Tamerlane,,z die sich auf den mit der Haut ihrer Geaner überzogenen Thron setzten; an . jenen i:'. : 'c" " :'';L' ' - '' r ' , p. t -'. K cnig, der den , Richterstuhl : mit der Haut eines .ungerechten Richters überziehen Iie& z seinen Nachfolger zur Me? rechtigkeit zu mahnen ; an den heiligen HieronymuZ in einer italienischen Kirche, der, einem anatomischen Präparat aus Marmor gleichend, .seine ihm abgezogcne Epidermis in, der Hand hält; an den mit Reckt' von Apollo geschundenen Marsqas.'der falsch .slötete.! -Aber 'die Bücher au 5 Menschenhant der Franzo-. r F " "" I' '! i. ' ' "L ' '1 '" , V . i txt vewtl en voll) , oen , orlianitt ! oer ! 7?.??' ' t7;' - "") Menschyett. :'ii;;rl!:v? Ui Wir Tcutzche hatten zur Zeit .der Resormation unsere Bilderstürmer so MHie das . griechische Kaisertbum schon unter Leö III.. Jsaurieus. , Wie viele Ü unstwcrke der menschliche Fanatismus ein Synonym für Dummheit seit , dem Sturm zu Wittenberg loTZ zerstört hrt, ist unbereck'enbar Aber wohl ein zig in seiner Art , ist, der Gräbersturm,, den 1793 die französische, , so viel ge rühmte Revolution gegen ?ibre besten Todten in's Werk gesetzt. Damals erhob , sich, so , , sagt Chateaubriand, ein Wind' des Zornes gegen das Gebäude des, Todes, und die Volksfluthen strömten über seine Grundmauern, Knochen und Asche dcr.w'ohlverdienten Ruhe entreißend. Man entheiligte die Königs gräberj von ,, St. ! DeniS, man , riß die ttörper Heinrichs IV.,' Ludwigs XIII. und XIV. aus ihren Särgen. Der Erste schien noch wie im Leben, den Zweiten erkannte man besonders an seik nem Schnurrbart,, den Letzten an seinen grandiosen Zügen, die aber die Schwärze des Ebenholzes, angenommen hatten. Sonst wären sie alle gut erhalten. , Die Särge von Philipp von ValoiS, Karl dem Schönen, Karl V. enthielten jeder, außer den Skeletten, eine Krone, ,,, eine : Hand' der , Gerechtigkeit main de justicej und ein Scepter. Bei Jeanne de , Bourbon ' fanden sich noch eine vergoldete Spindel, ein goldener Ring und spitze Schuhe von Goldund Silberstickerei. Bei Karl VI. und Jsabeau von Bayern waren selbst Kronen und Scepter zerstückelt, und all diese Heiligtbümer werfen die birnrierbrannten Stürmer in ein großes Massengrab, (laus la fosse cornrnune, während sieb einige schlaue Sammler mit den Resten der königlichen Jnsignien bereicherten und daraus Sammlungen, die für Geld gezeigt wurden und zu sehen sind, bildeten! - 1 Man stieg, schreibt Chateaubriand, sür einige Zeit in das Reich der Ruinen und athmete den Staub der vergangenen Jahrhunderte. So wurden die Leichen des großen Turenne wie du Guesclins, denen die Ehre eines Grabes in St. DeniS geworden, sn'S Licht gezerrt, und sie hätten das allgemeine Schicksal getheilt; aber ein Gelehrter, der den Ersteren besser erhalten als die

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F- 's! T li" d" I 'j' ' . ' i F- A..,;f:W i ' .' .i; 1; k, r f ' anderen fand, bat ibn sich für das Na tienal-Cabinet vergleichender Anatomie, das Daubeuton gegründet, aus. ,Dort ''KifW'i i:V'Jr.J: LZ:? x;

, f!, -Tl vucu vct irger in . ven ajincjien Frankreich Z den klugen des, Publikums und der Antiquitätenfreunde ausgestellt, bis der erste Eonsul," dem diese Ernie. drigung der größten militärischen Glorie Galliens . zwischen , Mastodontcn ' uni Vierfüßlern 'eine Schande tauchte. d!k sterblichen Neste in-den nvälideZ" beisetzen ließ.' - ' vl " " ,,! Gehet bin, Generale und lasset Euch für Frankreich todtschießen! , Lenoir, der damals .Alles ausbot, un, zu retten, was zu rettm möglich, entnß der -wahnsinnigen Menge den Kop des Kärdmals Richelieu ! Es war in de, Sorbonne -Kirche. Der Mob wollte durchaus das herrliche Marmordenkmal nach Eirardons Modell in Staub ver. wandeln. Lenoir widersetzte sich, erhielt einen Basonetstich, behütete aber wenig' stens 'das Monument vor Zerstörung. Die Räuber entschädigten sich, indem ?i, den Sarg aus' der Höhlung rissen irnfc den Körrer auf den Dielen des Heilig' thums zerstampften. Lenoir schreibt : Der Kardmal, den ich selbst den; Sarg entnebmen sah, glich einer trocke nen. wohlerhaltenen Mumie. Die Ver wesung 'hatte seine Züge nicht entstellt Eine gelbe Leichenfarbe lag über seine: Haut " Seine Backenknochen standen vor, er 1 hatte dünne Lippen, rothes Haar,' weiße Hände. Einer der Gehib fen der. 1793er Regierung glaubte wohl, durch einen späten Schwertstreich die unseligen Opfer des 1042 gestorbenen Begründers der französischen Aka. demie zu rächen, schlug ihm den Kops ao, unv hielt diesen den Anseienden tu der Kirche hin!" i t Man weiß nicht, was aus dem Rumps des großen Staatsmannes geworden; aber das Haupt ist heute sicher noch' im Besitz eines Herrn Armez, welcher es von seinem Vater, einem Deputirten, erbte; dieser kaufte es von einem Ge Würzkrämer, der es damals aus jener Kirche mitnahm. Als er sich verhei, rathete, empfand seine Frau Angst und Widerwillen vor 'dem Leichenrest, und so bekam es Herr Armez, sür Geld natürlich. Als -die Bourbonen zurück kehrten, hatte es Armez Vater dem da.' maligcn Herzog von Richelieu, Ministcr der auswärtigen Angelegenheiten, angeboten: ob' nun der Serr Minister keine "Zeit hatte, der Kops blieb bei den Armez. 5m Iadre 1854 hatte dieses furchtbare Haupt, die Personinkation der ablolmen Monarchie. welche die aristokratische Monarchie zu roöten kam, noch keine Ruhe gesunden. sie transit glona mundi! Und wenn das alles nicht Thorheit ist, wo ist sie? Gleichzeitig ' riß ein limousinischer Patriot einer Marmorstatue desjelden Richelieu - von seinem Denkmal auf Schloß Mcllcraye den Kopf ab und benutzte ihn als Handgriff an einem Rystspießt, Sie werden sagen, all dies ist grausam, 1 aber nicht dumm. Es ist aber menschlicher, die Verirrunzen auf Rech nunz mangelnden Verstandes, als ent arteten Herzens zu : schieben. Es ist traurig, an das Thier im Menschen, die Bestie, ; la Bete Irnmaine, erinnert zu werden - -i ' Ist es glaublich daß in Frankreich vor nicht vier Jahrhunderten am Hofe Kämpfe: zwischen Blinden veranstaltet wurden, die man in Erz getleidet un) mißlangen Spießen bewaffnet ' halte? Man lach:e über die ungeschickten Stoße, wie man. 1848 noch, l akitike Gladiato-ren-und Stierkämpfe pärödirend in Rom z junge Kälber und Bucklige in die Arena treten ließ. Die Kälber erhitzien sich schließlich, der Noth gehörchend, , nicht dem eigenen Triebe, ebenso sehr wie das Publikum, das einem verwündeten Verwachsenen zuriefp Tödte, todte !" und nicht genug ! für sem Geld bekommen konnte. "4 - -;. ' .,!;:: ;;Iii(Zg si sapis; , " flache,' wenn Du weise bist, , sagt , Martial, ! und .,l:sos stultiiiam oonsüiis drsvvru", räth Horaz demVirgil; - - Fuge zum besonnenen Ernst einigen iM IU11; ';: " , , Unverstand;, Sütz ist Thorheit am rechten Ortt" ! , Thoren scheinen mir die, welche nichts oder nichts GescheidteS mit, ihrer Zeit anzufangen wissen. Ich erkenne einen Thoren an feiner, Langweile. Die Langeweile führt ihn auf die unmögliche sten Beschäftigungen ; die Thorheit liegt aber dann in der Disharmonie, Jnadä quatheit zwischen Subject und Arbeit Beschäftigung allein ist nie Thorheit, sondern ihre Zwecklosigkeit stempelt , sie ,njt,,düzHZHW?s.? i ft u Der Graf von Fleurien, Marineminister unter Ludwig XVI.. liebte, wie ein jüngst ' verstorbener österreichischer Älaarsmann, zu Niaen. r yais emes Abends ! Madame de GenliS bei der Anfertigung eines besonders complicirten Ballkleides.- Acsop spielte ! mit Nüssen. ' Der : afrikanische s Scipio ver tändelte , seine Zeit, Muscheln vom Strande , zu lesen und Mit , feinem Freunde , LaeliuS Eieincheu auf dem Wasser ! aufspringen zu lassen. :, Der Kaiser August uS s hatte eine , Wachtel, welche alle anderen im lkampfe besiegte, und als der Sklave EroS sie aus Äersehen briet und austrug,,, ließ er den Unglücklichen an 1 einem SchifsSmast 6'ujlgrii.Ä'Äi P Domitian schloß sich zu Anfang feiner Regierung täglich stundenlang ein, um seiner Lieblingsbeschäftigung, Mücke zu fangen, nachzuhängen. Wenn Caligula sein Pferd zum Range eines Consuls erhob, so ist von späteren Herrschern noch mancher Bock zum Gärtner, mancher Esel zum Minister gemacht worden. Unter Domitian leb:e ein Advokat NamenS ReguluS, welcher sich das rechte oder das linke Auge malte und sich ein Zeichen von weißem Stoffe auf die eine oder andere . Seite der Stirn , itebte, je nachdem er für den Kläger oder den Angeklagten plai dirte. Alexander Severus kannte kein größereS Vergnügen, als dem Kampfe der

.,, ' f V ,. Hunde mit Spanferkeln der bem den Wachteln und Rebhühnern zuzusehen., . , ' jä1'1 ' '' jr P ' -'! filjj, Karl IX war ein rresslicher HuseiMG lchmied. Der,.große Kritikern Scaliger' tanzte, ' in Waffen, ben MrrhizchenK Tanz. Ludwig XIII. glaubte rm Pa. ' stellmalen zu cxcellircn, und wenn er uicht musicirte, waökr nicht.ss?r5ber besser nicht that, Wck,KMWftkjn!t seinem Spickspieß. H,.OßeKende,! KW? Kalbskeulen. ' Der Cardinal von Michelieu! schlug seine Diener kämpfte mit ihnen, warf ihnen Bücher an den Kovf, ließ sie von bezahlten Dielen berauben, ja, er ließ falsche Zeitungen mit fälschlichen Anklagen gegen sie ,drucken, ,, um sie zu ärgern. fi Und dieseMWI-.. mann galt für' dett" ernstesten und größ ten Minister, den Frankreich jemals gehabt. ' . s Unter Philipp LV. . von Spanien Web ein Herzog von Abu drei Jahre , auf derselben '. Seite im Bette liegen, weil cr seiner Geliebten geschworen hatte, ..si'ch, ixm zu wenden, wenn, sie ihn besuchen käme. Da sie nicht kam, starb er so. Louis XV. pflanzte mit Borliebe Laltichsa'at und sÄremerte. Der bekannte Graf Brühl, der sich vom Pagen zum sächsischen Minister -aufgeschwungen, der so viele Perrücken und so wenig Kopf hatte, wie Fried rich der Große von ihm sagte, besaßt dreihundert vollständige An ;üge . und jeden doppelt falls an einem .etwaS . '. fehlen sollte Z,,? denn er zog sich minde stens zweimal am Tage an und wollte nicht zweimal im selben Avzuz gesehen werden. Zu jedem Kostüm, gehörte,, eine besondereSchnupstabaködose und ein

anderer Stock. Ebenso verhielt es sich mit den Schuhen. Jeden Morgen brachte der Kammerdiener seiner Excellenz eine Art von Hauvtbuch und nach ;. diesem bezeichnete er -Den zu wählenden Anzug. Der Fürst Kaunitz unter Joseph ll. wechselte wohl zwanüz bis dreißig Mal im Tage die Kleidung; er schützte die verzchleoene Temperatur als Anlaß bor. Um seine aus einer Unzahl von Locken : bestehende Frisur aleichAäßig , zu pudern, drehte und wandte er sich nach allen Seiten in einem' dazu bestimmten Zimmer hm nnd her, in welchem ein' Regiment von Lawicu, mit -Puderspritzen bewaffnet, ihn in eine Staubwolke hüllen mußten. Erasmus von Rotterdam hat das , Lob der Äarrhe:tHesun'zenaZ'Pre!ss' lied der Dummheit it noch zu HW ben. Dieser Welt Wei?heit , ist Thorheit bei Gott", heißt es zwar 1. Korinther 3, 19. Aber Matthäus 10, 13 mahnt uns, klug wie die. .Schlangen zu sein. Und wieder tönt die Verheißung: Seling sind die Dummen, (einsältizen Ke zens), denn ihrer ist das Himmelreich!Wenn nach Schiller mit der Dummheit selbst GoUer vergebens kämpfen, sa meint Gellert: Für Jörgen ist mir gar nicht bange, der kommt durch seine Dummheit fort!" , ' Die Zeiten, da der deutsche Michel lls Muster von Dummheit galt, sind nun vorbei. Dagegen erscheint es übercaschend, daß gerade das geistreichste Volk der Erde, die Franzosen ihren Ealino haben dem sie jedes dumme , Wort in den Mund legen und der gewissermaßeu als Personisiealion einer kitverzweigt en mcnschliche.t Eigenschaft gilt. In früheren Zeilen .hieß Calino in , Frankreich auch J ocnsse. Der Name wechselt der TyPsts stirbt nicht aus. Die Dummen werden eben nicht alle. Lluf der ttammcr. mvca, immer een oivien nin; und nio irff Irtrtft jtftiiÄ!ÄfpW iiemtfit1"&pr1& IM Uff die lumpigen 10 Dage, die mau Euch jeZt wieder injczogen hat, bleibt sich ja schnuppe, ob Ihr wie die Lords aus sehn dhut oder nich. Des Kaisers Rock schändet nich, un wenn cr auch noch so wtik ' is, verstanden?!" herrschte der j?ammer'UNterossiZier'di öbung hingezogenen Reservisten an, die bemüht waren, unter den defekten Uni vttk-t U, jlwy V1W VVV yv'jjvfi,. :F .Ei, sieh da. Helr von B . .1 . 1 Nanu! ' Ich dachte, det SicWqztMn Rezerve- , Spieß oöer sar, schon Sommer Lieute- 1 aant sein dhäten? Sie wollten ja. als Sie als Einjähriger ausgedient hatlcn, och mal nachäben. um mit alle Jewalt :i: Tressen zu kriejen. Det muroe aber vohl nischt, wat?" Ter Gefragte schwieg ' and sah verlegen zu Boden. Na, schaöet ooch nicht, Sie sind doch wenigstens bei l uns noch Jefreiter jewordcn," östete der Gestrenge den Reservemann rnd rief einen ihm bei dem Einkleiden iehilflichen Manne,,, zu: Jrcnadier össer, suchen Se mal hier for meinen Freund Baron eene Kleedasche rauS,mit die er den Kavelier mimen kann. So, Herr 1 v. B., nun helfen Sie dem Kerl suchen". Kaum hatte der also Begrüßte sich entfernt, so fiel der Blick des Capilain d'armS auf eilten anderen ehelnaligen Einjährig .Freimilligen, dessen Uniform gegen die der übrigen Neferoiste vortheilhaft ab stach. .Nanu, Kind, Sie sehen i so fein aus. Is das Ihre . eigene , Uniform ?" .Jawohl, Herr ' Sergeant !" lautete die Antwort. .Fa, denn müssen Sie den Feldwebel fragen, venn Sie die tragen woen. Uebrigens nuß ich Ihnen doch ooch noch kennen; sind Ste rnch der windige Malerproses' sor, , der immer bendixen dhat?- Der Vefrazte nlckte. No, det freut mir, in Ihnen eencn ollen Bekannten bekränzen , ;u können. Wissen Sie, w Sie mir ss ?hne die schwarz-wzißen Schnüre in ?dre jetzige dünne Jeitalt vorkommen? Bit wie so'n abjeruzp es Huhn,' pcrr!" Ein großes Gerüchte? folgte natürlich diesen Worten. ' " m m ' "' ' ,.. i. ..v?::,':" Ausgleich. Präsident: Hben Sie noch etwas zu dem Anträge des Staatsanwaltes zu bemerken? Anzeklazter: Ich bitt' schZn, mir die Pclieeiaussicht zu erlassen, da ich ohnehin schon verheirathet bin. " - Mäßig. Gnädige Frau: Sie trinken doch nicht?, m Diener: Sehr, vcnig, gnädige Frau, Wasser zum Bei lniel fast car m& 1

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