Indiana Tribüne, Volume 14, Number 245, Indianapolis, Marion County, 24 May 1891 — Page 7
: SiliilMji1!-':;!! ( " ' ' ff- ! i -
jijifvi ' W -ilipliili Ij!!,!:,; .j.;;!,: .' TVVVs ,1 's' f ä B: ? Mmwt' !pi M i! ' v . ' ! , 11 , . , ! ri'flHI? i. n -r : ;"" m- ' t ; ... iiM-J 1 !''S,fc. f-. iy!V SÄHIä m..; :--, ; 'fpv "fcisISsSiS !lJ.llfiSIS: ;'':-;''lfH'':vL10 iS"'!M)H:i;!i ;:;: .
'h
' " f A 9.
Sie Eröffnung der Jnierusttone len Kunst .ttSstellung in Berlin.
iTctllntx Börseu-C Am 1. Mai hat ü: Gegenwart deS KaiserpQqreZ d!e Eröffnung der Jnternationalen Kunstausstellung nur einer Feierlichkeit und einem Pomp stattgefunden, wie sie in Berlin noch nie zuvor einem solchen friedlichen Wettstreite der darstellmden Künste zu Theil geworden sind. .. Schon in den VonnittaAsflunde fanden bic mit Karten für die geier lichkeit , versehenen Personen Einlaß in den Park, dessen Baume und Sträucher unter den feurigen Küssen der FrühZingssonne . tausend zarte, junge Neime getrieben habm. Oben am Eingang d?r Straße Alt Moabit rauschte die Cascade, deren Wasser wls zerstaubteS Gold hinabriß Zelte, und zeigte sich Hundrieser' Gruppe zum ersten Mal enthüllt in ihrer trotzig-schonen Nacktheit. Die große Kuppel des dräuenden Eisen-und Glaspalastes hatte die buuten Flaggen und Fähnchen aller auf der Ausstellung vertretenen Nationen ausgesteckt wie eine CHZne, welche sich frohfarbe nen- Zierrath in' Haar nestelt, und oberhalb des baldachinüberwölbten Hauptportals, das heute verschlossen blieb, vereinten sich an der Mittelfront die Wappen aller Länder und Städte, die an dem WettstreitdeS Schonen theilnehmen, zu einem vielfarbigen Halbz rund, links mit einem blauen Schild beginnend, welches die BHstaben R. F. (Kepubliqu Franeaise)" trug rechts endigend mit dem "silbern-leuch. tenden Kreuz SavJyens auf rothem Grunde. Die große Rotunde war füj die Erögnungs-Ceremönie hergerichtet worden. Den Rahmen des Hauptpov : tals hatte man durch mattfarbige Glas scheiden ausgefüllt, durch welche ein ge dämpstes, zitternde Reflexe verstreuew des Lickt einfiel, und die einen vornehm wirkenden Hintergrund für die Kaisev Estrade abgaben. Ueber die Estrade ' i hinweg schwang sich in schweren Falten ine goldbesranzte dunkelrothe Sammet' Draperie, und an der Rückwand entfal tete auf goldgelbem Grund der Reichsaar seine Fittige. An den gegenüberliegenden Pfeilen waren zwn niedrige Emporen mit blaw sammtener Brüstung aufgeschlagen, fcu eine für die Vertreter der stadtischen Behörden Berlins, die andere für dik Decane und Rectoren der Universität einige von diesen Herren waren in der so mittelalterlich berührenden Amts' tracht erschienen und für Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Hochschuleit. Hier sowohl wie in den übrigen Sälen vervollständigten Palmmgruppen und Kugellorbeerbäumk slVI a ? t Bit iiusjicgrouaung. in oen Vor jahren, so ist auch diesmal wieder das gesammte gärtnerische Arrangement der Ausstellung von Herrn, Maerker mit ftlnsinnigstem Geschmack ausgeführt worden. In der Rotunde versammelte sich allmählich die glänzende Schaar der g Zadenm Gäste. An der Spitze der Dib nister bemerkten wir Herrn von ZedlitzTrühschler. Herr von Goßler, der dem CulwS der schönen Künste stets so viel wanae Förderung entgegengebracht hat, war, einem Ruf des Vereins Berliner Künstler- Folge leijkend, eigens zur h:utigen Eröffnung nach VerlinWoK m und in kleiner Uniform erschienen. Die hervorragendsten Künstler und Gelehrten, eine Fülle fesselnder Charakter köpfe, die fremdländischen Delegirten, Mitglieder des Bundesrathes, hohe Osfeiere im Paradcanzug,, Llammerherren in goldbetreßten Fräcken und umsederten Zweispitzen belebten das jeden Augenbltck sich reicher gestaltende Bild der Versammlung. Ganz vorn in der ersten Reihe steht Adolph Menzel, der kleine große Künstler, namentlich von ausländischen Kunstgenossen lebhast umdrängt, durch das Monocle um sich schauend, mit ernstem Blick das dichte Gewühl durchdringend überall der 'scharfe ml ermüdliche Beobachter des Lebens Links von der Estrade sammelte sich das diplomatische Corps in allen seinen Ab schattirungen bis zum dunkelfarbigen Vertreter Haitis. Wir sahen den amen kanischen Gesandten Mr. Phclps mit feiner Gemahlin, den österreichisch-un-zarischen Botschafter Grafen Szechenyi und die Gesandten Sachsens, Braunschweigs etc. So viel wir gesehen hahext, war der französische Botschafter Graf Herbette nicht zugegen. , , ,Von bekannten Persönlichkeiten neuum wir noch den Generaloberst v. Pape, ' den General von Rauch, den Commandeur des Gardecorps 'von MeerscheidtMarschall von Biberstein und den Ge eralintendanten Grafen Hochberz. In d Journalistengruppe, die sich aus den Redacteuren sämmtlicher Berliner Blätter und den Correspondenten der großen ausländischen Zeitungen zusammenV setzte, fielen zwei weiotiche CorresponL dentcn auf. welche Pmcenezbewaffnet, NWzbuH'WVleistiftM Hroßeu Thaten entzchlossen, dastanden. ,.Vmea 'eigenartigen Zug verlieh der J: Kunstausstel!unz das militärische Gepräge, welches beim Erössnungsact entfaltet wurde. " In den Sälen wäre Garde-Rezlment aufgestellt und' um :i dreiviertel zwölf ckte Mit klingendem t! Spiel die erste Compagnie, des zweiten Garde-öiegiments an,, welche vor der ?K Front des Ausstellungsvlatzes aufzog. WTieFahrt Hden, Kaiserinnen nach " der Kunst-Aus 6l stellung vollzog ' sich in glänzendster MWeise unter großer militürischcrZ(Ssh MMrte , Im Schloßhof hatte eine com Mbmirte Escadron des Garde-Kürassier-jßzMegimentS'zL WAuHellüng 'genommen? jlll schritt d ie Front ab und begrü ß teg die schweren Reiter mit einem kräftigen !ii:i ? . u 'i.vj.lii:.-' . !i- , ' ! Mtt' Muten morgen, !rura, Zieret" Dann stieg der Monarch, begleitet von seinem Ndjutantcn, dem Capttän zur See von Senden, in den vierspännigen Wagen
& Ia Daumont und gab das Zeichen zur Abfahrt.' Ein Zug der Kürassiere, web chem der Commandeur von Kirchhof! voraussprengte, setzte sich an die Spltze.' Ein Spitzenreiter jagte unmittelbar dem Wäzen des Kaisers voraus, neben welchem der Oberstallmeister in hellro them, goldbordirtem Rock - einherritt. Der zweite Zug Kürassiere folgte 'dem Wagen. - Die Kaiserin Friedrich und, die Kaiserin Augupa Victoria suhren im zwei ten sechsspännigen Wagen, welcher von einer combinirten Escadron der GardeUlanen begleitet wurde. Als der. Kaiser, von der Jnvalidenstraße her einfahrend, vor dem Ausstellungspalast er schien,' entstieg ! er schnellen Schrittes dem1 Wagen und '.ging, während der Präsentirmarsch ertönte mit der Be grüßung: Guten Morgen, Grena. diere!" an der Soldateureihe entlang. Dann wandte sich der Mouarch dem Portal 1 zu, wo Anton von Werner, Karl Hossacker und einige Herren vom Comite seiner harrten. Kaiser Wilhelm begrüßte, , die Herren mit Händedruck und die beiden Kaiserinnen nahmen aus ten Handen ' der Fran von Wernel prächtige Blumensträuße entgegen. . Der Eintritt des Kaisers in den Aus. ltellunaspalast machte einen sehr groß
artigen Eindruck und. gestaltete sich zu emer förmlichen Huldigung. Zu beiden Seiten des langgestreckten Sculpturensaales bis zur Rotunde hatten Berlinel Kunstacademiker in den flammendrothen Gewandern ': ttallemzcher Nobm und mittelalterlicher Pagen sich ausgestellt' vergoldete Palmenzweige in den Häw den. Durch die Wappenschilde auf deß Wammsröcken verkörperten diese Jiwgi linge, um deren Wangen langes, gold blondes Haar hinabwallte, jiebenzehn fremde Länder und fünfzehn deutscht Akademien. Mächtig rauschte de, Hymnus: .Heil, Kaiser Dir Z Dem blanken Taxwert!" angestimmt von hundertfünfzlg Sängern der Liedertafel" und begleitet von der Capelle deö vierten Garoeregiments, dem Monarchcn entgegen, als er durch die langt glühende Gasse der Nobili und Pagen, welche ihre goldenen Palmenzweige voz ihm zu Boden senkten, einherjchritt. Der Kaiser, welcher die Uniform d Garde-Kürassiere. trug und insolge d Armeetrauer für Moltke den Trauev flor um den linken, Arm gelegt halte, hatte den blinkenden Adlerhelm 'auj dem Haupte' und führte die Kaisetn Friedrich, welche in tieser Trauerkleidung erschien, am Arme. Zur Linken des Kaisers ging Anton von Werne: einher. Ganz allein folgte die Kaiserin Augusta Victoria, das erbprinzlich Meiningensche Paar, der Erbgroßherzog von Baden, verschiedene Prinzen des königlichen Hauses und eine glänzend. Suite folgten. Auf der Estrade bliei die Kaiserin Friedrich in der Mittl stehen: sie hatte zu ihrer Rechten der. Kaiser, zur Linken die Kaiserin. Als der Hymnus verklungen war, trat Aw ton von Werner vor, verneigte sich vol der Kaiserin Friedrich, dann vor dem Kaiser und verlas eine Ansprache. Bei den Worten welche Kaiser FriedrZch gewidmet waren, kämpste die Gab tin des unvergeßlichen Herrschers ersichtlich mit tieser Rührung. 2!ach den letzten Worten Anton von Werners wandte sich die Kaiserin Friedrich zu ihrem Sohn, der leicht das Haupt neigte. Dann sprach die Kaiserin mit leiser Stimme, so daß nur die Nächst' stehenden etwas zu hören vermochten. Anon von Werner ihren Dank aus für feine herzlichen Worte und sie sügtt hinzu, daß lhr Sohn, der Kaiser, fü, sie die Ausstellung eröffnen werde. Auch bei dem, Rundganz führte der Kaiser seine Mutter. Zunächst wandtt sich der Zug nach dem gegenüberliegen den Eaal der .Kaiser Wilhelm I. Apotheose.". Hier waren links am Eingana das Moltke-Portrait Anton von l Werners und die Zeichnung, welche I rrr " - l I .f ! tWerner am ooienoene oes k5e:omarschalls angesertigt hatte, umflort aup gestellt. Bor diesen Bildern blieb de, Kaiser längere Zeit im ernsten Sinne stehen. tzt Feuerwehrmann als Vrand fitster. Die SchwurgerichiSperiode des Land-. Gerichts 1 in Berlin schloß jüngst mit einer eigenartigen Anklage. Aus - bei Untersuchungshaft wurde der Feuer wehrmann Riemer vorgeführt, der vorsätzlichen Braudstiftung beschuldigt Er ist seit 24 Jahren bei der Feuerwehl angestellt und hat sich gut geführt, , bis er,, vor einigen Jahren sich dem Trunkt ergab. Er zog sich mehrfache Verwarnungen zu und zuletzt wurde ihm im Wieoerhotungsfalle mit Kündigung gedroht. Seine unselige Leidenschaft, zerrüttete auch sein Familienleben, er wuroe auf seine Ehefrau eifersüchtig und, es kam, zu traurigen Auftritten. Schließlich soll er sich dem Schnapse teujel ganz und gar in die Arme geworfen und die Flasche während der Nacht unter, seinem Kopfkissen aufbewahrt haden. Im December , v. , I. , , konnte die Familie das Zusammenleben , mtt ihm nicht länger , ertragen, ;, seine. Ehefrau trennte , sicy von ihm, nahm die vi Kinder mit und bezog eine Neine Wohnung im Hause Liegnitzerstraße 6. Riemer miethete , sich eine Schlafstelle ' iv derselben Gegend. ! In , der Nacht zum 17. Januar, gegen I Uhr, wurde Fra Riemer durch Brandgeruch und Stnl stern aus dem Schlafe geweckt. Su öffnete die Thür und bemerkte, daß diese an der ganzen Außenseite brannte. 1 , Es gelang leicht, die Flamme zu löschen; wäre das Feuer aber nicht recht' zeilig entdeckt worden, so hätte ein unabseybores Unglück entstehen können. Es zeigte sich, daß die ganze Thür mij Petroleum besprengt worden war, und es konnte kein Zweifel darüber bestehen, fyxß hier vorsätzliche Brandstiftung vorlag. Viele Verdachtsmomente spräche für die Thäterschaft Riemer's. E, hatte mehrfache .Versuchs gemacht,, sich mit feiner Frau auszusöhnen, war abn stets abgewiesen worden. . Anderer
Personen gegenüber hatte er Drohunger ausgestoßen, daß er seine ganze Familu in die Luft sprengen wolle u. w. Ani Abend vor dem Brande ft er im Haus, Liegnitzerstraße 6 gesehn worden, und! in seiner Schlafstelle fand man ein Bunt Schlüssel, welche zum genannten Hause, passen und dem Verwalter desselben kur; vorher abhanden gekommen wären! Riemer ist in der fraglichen Nacht auch erst um 3 Uhr nach Hause gekommen Trotz aller dieser verdächtigen That fachen bestritt er seine Schuld. 2h Schlüssel will? er gefunden und sich arZ jenem Abende in dem betreffenden Hause ausgehalten haben, um zu beobachten, ob seine Frau noch ausgehen würde. Da die als , Zeugin vernommene Wirthin ,Niemer's bekundete, daß derselbe häusig wirre Reden geführt und sich so benomk men habe, als sei es bei ihm .nicht ganz richtig", und da. ferner zur Sprache kam, daß er, imHerdst bei, Ausübung seines Berufes eine ' nicht unerhebliche Kopsverletzung erlitten,, so beschloß der Gerichtshof Aushebun der Verhäng luna. um Riemer aus seinen Geisteszu-
uano unierzucycn zu .laiie i m,!:.rC- J'-'iL'! rfrrr2 Mf'l': At - r ; tt Erfinder des Fahrrads. Auf Vielhundert - Fahrrädern be wegte sich dieser Tage langsam eil P !i4iV..:0 j;' ij; Trauerzug. hmter emem Leichenwagen, dem Fnedhose von Karlsruhe zu. Bei dieser Gelegenheit geschah es wohl zrni ersten Male, daß das Velociped, sonst derAlinse mnd luMHFührerimMeichj des Frohsinns, Trauerzwecken diente, daß der leichte blinkende Träger dej frischesten Jugend einem längst Dahin. geschiedenen das Geleite' gab an 'du Schwelle des. Jenseits. ' ' ; -: Der Heimgegangene hatte aber auch ein Anrecht darauf, von der Armee de: Radfahrer, deren eigentlicher Gründn unh yeren Wyflke er Zvar zu Grabe bracht zu werden. Baron -Drals wai , " !i 'Lf . 4 i-r - ' . ,t es, dem der seltsame Zug. hoch zr Stahlroß galt. Er hatte in der naä ihm benannten, seitdem vornehmlich voi den Eisenbahnverwaltungen im innern Dienst verwendeten . Draisine" daj Princip des Velocipeds, den durch du Muskelkraft des Fahrenden fortzubewe genden Wagen geschaffen. ? Für ' sid selbst, zum eigenen, persönlichen Ge brauch hatte er die Maschine vervoll kommnet und dem heutigen Velocipel sehr nahe gebracht, ohne freilich-an du gewerbliche Ausnutzung der Erfindung zu denken. So wurde uns ' denn auch in diesem Falle eine deutsche Erfindung von jenseits des Oceans als awerikani fches Fabrikat herübergebracht. Baron Drais, der eben zur letzte! Ruhe Bestattete, ist freilich nicht ettm eben erst gestorben. Vor dreißig Iah ren schon hat er das Zeitliche gesegnet obwohl er wenig Anlaß hatte, , die Zeit die ihn und seine Erfindung' nicht ver stand, und der als lächerlich galt, wa seitdem bewundert wird, zu segnen. ' Karlsruhe sammelt eben die Ueber reste aller seiner Großen aus dem neun Jriedhof, den es ZU einer Ruhmeöftätt, machen will und darum wurden untn ernstem - Gepränge auch die irdischer Ueberreste des Baron Drais hierhei überführt. , Er chätte e5 sich wohl , kaum jemals träumen lassen, daß die Nachwelt ihn dereinst so glänzend und feierlich daZ Unrecht abbitten würde, unter dem er. übrigens 'Nicht ohne- guten Humor, litt. Wenn er auf seiner gefügten Ma fchme, die er mu d fortbe wegte, durch die Straßen von Wann heim und Karlsruhe fuhr - oder viel mehr sich schob" da folgte ihm stetZ eine ganze Heerde - von Gassrnjungen. die ihm nachjohlten und machschrien, mit Hm um die Wette liefen oder ihn wohl gar überholen .wollten, und die er mii zornigen Jnvectiven vergeblich in dn Flucht zu treiben suchte. - ' Und wer ein mal den Gassenjungen verfallen ist,.de: ist eineMnrettbarMcherlicheMerson Sein seliger Vater, ja, das war etwas Anderes gewesen! .. Der Freiherr Car! Wilhelm von Drais, den man Ut Wohlthäter des badischen Ländchens nennen konnte, der , für ,,Arbeitshäusei gesorgt, für die Reinhaltung der Stra ßen von Karlsruhe gewirkt, eine bessere Beleuchtung eingesührt, die Rechtspflege .seni. ' rn.-.r ifj.- ' geCiigi unv numzorv U)e uppenan stalten ins Leben gerufen hatte, das wa, ein Mann, vor dem man den Hut ziehe, konnte! r " Und es war ein Glück für den gen" Freiherrn, daß ex, einen solcher Bater gehabt hatte, wenigstens verzieh man ihm seine Schrullen" eher, mal beurtheilte seine Sparren nachsichtiaer man läckelte nur binter seinem Rücken man verzieh",, ihm seine Maschinek Und dann war er ja doch von so altenl Adel, hoffähig, er sprach mit den Hohn Herrschaften, war Forstmeister und du Hofunisorm, die grüne mit den golden?: Eichendlättern und , glitzernden Ver zierungen und Stickereien sammt dei beordeten Dreispitz an Galatagen, stani ihm ganz stattlich. Aber diese holpernde kleine Radmaschine, die man mit, der Füßen fortbewegte und auf welcher dei msnschliche Körper gleichsam den Pul verkästen bildete! , Und heute, nach so vielen Jahren,, iv aus dem unscheinbaren Pstänzchen dez Anfangs eine ganze blühende Au ge worden, aus der Baumschule ein WaK, aus der vertrackten Idee ein Zeichen bei Qeit und eine ! Charakteristik des Jahr Hunderts; .' aus ! : dem Problem - ei Thatsache i;.;--Die Feierlichkeit in Karlsruhe ha also ihre interessante Seite gehabt sü? alle Welt. Wie von selber gestaltete i' sich zu einer Art Weltfeier und von nal und fern strömten die Club oder , einzelne Delegationen herbei, um dei. Spätgeehrlen die leyte in gewisser. Sinne wiederum die erste Chre zi geben. Gegen 10 Uhr, so schildert Em;? Mario Vacano, der in Karlsruhe leb', und der in seiner Neigung zu. alle Sport dem alten Drais eine besonderk Huldigung weiht, die Feier bewegte sict von der Durlscher Allee -ein endlose, Zug gegen Karlsruhe hin,', mit : gold glitzernden, bandumwehten Standarte
und Fahnen. Von Karlsruhe selbe, waren sämmtliche Fahrrad - Verein, vollzählig vertreten. Von Frankfurt. Freiburg, Psorzheim her, ja von Leipzic und Dresden, bis weit über die Gren zen des deutschen Vaterlandes her.warer Vertreter da der edlen Fahrkunst, auZ den niedrigen und hohen Rädern, mit den. bunten mi-parti Schärpen, ar denen aber Trauerrosetten hasteten, so wie aus den Standarten Trauerslön wehten; die Damen, , welche auf niedc, rem Bicycle'den Zug vervollständigten, waren ebenfalls, in Schwarz und setbsz Knaben auf Miniatur-Rädern, Knaber vom , kleinsten Kaliber bis zum Jünglingsalter hinan, hatten sich diesen sah renden Leidtragenden angeschlossen unt dazwischen fuhren zahlreiche Carrossn mit Fahnenjunkern und .alten Herren", denen das Vicycle nur noch eine schon, Erinnerung ist. Eine unabsehbar, Menschenmenge machte Spalier auf den Wege und folgte dem Zuge auf der neuen , Friedhof, wo sich ein belebtes Bild entrollte ein Bild der Trauer, das aber fast alle Allüren eines Feste; hatte. Es war eine Stimmung, wu bei einer Denkmals-Enthüllung. " .-'l!1, ,; i'ji !' ! r li '(ij "'' ',: ''i"'' ' t i Reden , wurden am Grabe , gehalten, schöne und gehaltvolle, voll Schwung nnd Bedeutung, welche den Verstorbb nen und die Bedeutung seiner Ersin dung würdigten. Von , den Männer - Gefangvereiner wurden Cböre gesungen, .die verschiede, nen Stanoartenträger' mit ) ihren Fahnen wurden photographirt zwischen den Gräbern und dann wurde der kleirn Sarg .(dieser neue Sarg, welcher na türlich i nur ein '3 Knochengerüst, morschte Kleiderlappen und die intact gebliebenen Stiefel !MMzed?rausg grabenen enthielt) in seine' diesma hoffentlich wirklich letzte Ruhchättk versenkt und ein Berg von Kränzen aw den frischen öüael gehäust. j, ' j:s , , , J& i ' :i , " !. ' ' mm fi ' m. Ein Sieg der F.au Man schreibt aus Zürich: Berechtigte Freude' unter den Irytekkoren,,,d,e FrauenstudiumS erregte bei dem Festakt der Stistüngsseier i, unserer Hochschule die bereits gemeldete i Verleihung des Hauptpreises für die Lösung einer wis. sen schastlichen Preis aufgäbe an eine snt etlichen Jahren, in Zürich . studirende Dame deutscher Nationalität. ' Die zweite Sektion der philosophischen Fäkultät ' der ' Züricher Universität stellte nämlich vor zwei Jahren ' folgende Preis aufgäbe: Es werden die Grund. züge einer vergleichenden Anatomie der Blumenblätter gewünscht, die in möglickst umfassender Art die ' Haupttypen der anatomischen Verhältnisse aus selbst ständigen Untersuchungen zur Anschau ung! dringen soll, wobei es dem Bearbeiter freisteht, rein physiologische und biologische oder auch phylogenetische Fragen in den Bereich der Erörterung gen zu ziehen." Aus bestunterrichteter Quelle ist nun Folgendes mitzutheilen: Auf den gesetzlichen Ablieferungstermin ist beim Rektorat der Züricher Hoch-, schule ein Lösungs-Versuch eingegän. gen, welcher von den Fach-Experten der philosophischen Fakultät begutachtet worden ist. . , i '-m JVt zweite Semon - vieler arutt hat nach Entgegennahme der beiden Gutachten und nach stattgehabter Cte culation der eingereichten Arbeit, sowie nach reiflicher Discussion, sodann beschlössen, zu Händen der Hochschule Zürich nachstehendes Votum abzugeben: Die unter dem Motto .laota alea ssto!" eingereichte Arbeit GrundZüge einer vergleichenden Anatomie der Blumenblätter ist als eine durchaus gelungene Lösung der Preisaufgabe zu bezeichnen. Der. Verfasser hat die Aufgabe nicht nur richtig erfaßt. soV dern mit einem ungewöhnlichen Un-tersuchungs-Material bewältigt und die gewonnenen Resultate anatomischer und physiologischer Natur derart zu beherrschen verstanden, daß die Wissenschast durch die vorliegende Arbeit eine namhafte, höchst verdienstvolle Erweiterung und neue Impulse zu weiteren Forschungen j erfahren hat: Besonderer Erwähnung verdienen die zahlreichen Illustrationen (40 Tafeln mit .Originalzeichnungen und Mikrophotogammen), die mit großer Sachkenntniß und einem bedeutenden Aufwand technischer, , Fertigkeit , hergestellt sind und der ganzen Arbeit das Relief naturwahrer Authentizität verleihen. Die eingereichte, Losung dieser Preisaufgäbe verdient in richtiger , Anerkennung ihrer, umfassenden , Ausdehnung sowohl, als in Würdigung der vertieften, Detail-Forschungen das Attribut ausgezeichnet" und ist mit dem Haupt.preis zu beebren."
Als vor oer aravemlcyen,,, Zcorperschaft im Festsaal das verschlossene Couvert erbrochen und als Name des Verfassers: Fräulein Luise Müller, stuä. phil., genannt wurde, ging eine lebhafte Bewegung durch das ' zahlreiche wissenschaftliche Volk, daS hier versammelt war. Für jene akademischen Lehrer, die nun schon 25 Jahre lang in der Sache deS Frauenstudiums an der Zü richer Hochschule eine Frage der Mensche llchkeit und weiteren Kulturentwickelung sehen und darum unverzagt auch dafür gekämpst haben, ist , diese PreisverleiYung eine freudige Genugthuung. , Die Preisgekrönte stammt aus dem Jndu-. strieort Hirfchselde m Sachsen, studirt seit einigen Jahren an der Hochschule Zürich, war einige Zeit auch Präsidentin des , hiesigen Studentinnenvereins, ' und ist gegenwärtig mit dem provisorischen Abschluß ihrer Studien beschäftigt.' Die üudirenden Damen dürsen ' für ihre Sache von dieser ihrer Mitkämpferin noch manches Ersprießliche erwarten; senn in die Hochburg allmächtiger Vorurtheile Bresche zu legen, kann nur getingen, wenn die thatsächlichen Beweise wt die Kapazität des weiblichen Gebirns sich zu einer Uebermacht an haukn, vor welcher das Vorurtheil männicher Hirne ehrerbietig . kapitulircn V'llb. mmm' ' "' -' W'ie seltlanl Den ganzen Ernst des Lebens mügm wir fahren, ckvitzigt zu ax '
l:1 st j Vflli yusedsr beim Otiergefecht W Sl'-i If'r's ifsll 'Hl.,. ":r'ii (Sftlint: .Lgi,r OlSltfr.) ; nirmf 1 . ' : 5 Herr Puseback: Nanu, Kinder,' paß auf, jetzt kommt das schönste von's ganze Programm: die Messe von Sevilla. ' Der kleine Puseback: Vater, det is das Land, wo die Apfelsinen herkommen, drei Stück for'n Nickel. -I Puseback: Unsinn, Du meinst det Land, wo die Citronen blüh'n. Was die Leipziger Messe sor Europa is, das is die M esse von Sevilla sor Spanien.' Der kleine Pufcback: Gibt's in Leipzig och Stiergefechte, Vater?. - -1 :' Puseback (verlegen): Dummer Junge, wofor haben sie denn den' Centralvichhof? , , ' , ,; - . ? Frau Puseback k Willem, et seht M Da tragt schon Einer einen Stuhl aus dielBühne-kM i-M--. .m Der kleine Puseback: Er hängt aber keene Schürze drüber, wie' Dusedann, wenn bei ihm frisch jeschlachtet wird. - i , Puseback: Scbafskopp! Det is doch hier' nich die Motzstraße, det is doch Sevilla. , ,, ........ ., . ' Frau Puseback: Äu stellen sie gar ein eisernes Gitter auf die Bühne, wie in die Menagerie. : v c -' ' ; Puseback: Jawoll. Tet jebildete Publikum muß von die Ochsen jetrennt werden. ,, l !Ein junger Mann- (an ' demselben Tisch) : Herr, Sie haben mich eben .' ' ' , l'ii . 7 i stxlrt,' als Sie von Ochsen redeten. Puseback: Is mir ja nich eingefallen. Wir haben von einen janz andern Ochsen 1 jered't! '. , Frau Puseback: l Von ' dem Ochsen hinter dem Gitter hat mein Mann jered't, lieber Herr. Jchi wundere mir von wegen dem ' Gitter, ich habe doch Cürmen im Opernhaus jesehen und da machten sie das Stiergfecht ohne Käsig. . - Der mnae Mann: Dort kommt za auch kein wirklicher Stier auf die Bühne. Hierüber hat die Polizei das Gitter angeordnet. ; Puseback: Um ? Verwechselungen zu vermeiden! : . . X . Der junge Mann: Herr, jetzt haben Sie mich schon wieder fixirt ! ' , Puseback: Aber bilden Sie sich doch nicht immer ein, daß Sie jemeint sind, wenn die Rede von Ochsen is. Et jiebt doch mehr Ochsen.' Wat wollen Sie denn eigentlich? Der junge Mann. ( wüthend) : Mein Name ls Mooskopf, ich bin Student! Puseback fsehr ruhig): Sehen Sie: ick habe jleich jemerkt, daß Sie kein Freund von Ochsen sind. Auch von Büffeln woll' Sie nischt wissen. - Mooskopf (verblüfft): Ne! ' Puseback: Aber mit Affen und Katern hab'n Sie öfter zu thun, 'Herr Doktor , ' Mooskopf (reicht ihm die Hand): Bravo, Herr Nachbar. Sie ynd mein Mann. Ich bringe Ihnen em, Stück! Puseback (zu seiner Frau): , Er hält mir sor einen Theaterdirektor mit Stücke. (Sich vorstellend): Willem Puseback, Privatier aus der Motzstraße nebst Frau Jemahlin un Sohn Herrgott, wo is denn Fritze? ; Frau Puseback: Er is in den Stall gegangen, sich die Stiere ansehen. Da kommt er schon wieder. Fritze: Vater, ick hab' 'nen Ochsen jeseh'n so 'ne Hörner hat er! . Puseback: Det hätt'st -Du hier am Tlsch viel bequemer haben können, mein Sohn. Nu setz' Dir und jieb' dem Herrn Doktor die Hand. ! , 'Mooskopf: Kellnär, noch einen Bock! Puseback: Stößt Sie der Stier? Hören Sie nicht den spanischen Walzer, det is doch keene Bockmusik. Frau Puseback: Sie verwechseln Se villa mit'm Dempelhofer B erg.' I- Fritze: Hurrah! Et jeht los! ' ,,r , Frau Puseback Janz wie in Car men"! Jroßartig! Puseback: Un die propren Mächens mit die ausjewachsnen Kleider! Mooskopf: Da sollten Sie erst 'mal die Alhambra kennen lernen, Herr Puse back! Frau Puseback: Die is och in Spanien, Herr Doktor? ' J , Mooskopf: Ne, in der Wallnertheaterstraße. Lllle Mittwoch großer Ball nette Automächens, sag' ich Ihnen! Frau Puseback: Aber, Herr Doktor! , Fritze: Vater, Vater, sieh' nur; da kommt Einer anjeritten und hat en Mächen uss'S Pserd jenommen. Wat is das? ' ' . Puseback: Det is en reitender Schutzmann von Sevilla un det Mächen bringt er über'n Damm.' 1 Mooskops,: ;;, Entschuldigen ' Sie, 1 das ist ein Torero, ,der seine Geliebte, Maja genannt, in die, Arena führt. , TaS 'ist doiUo eüfc!'::?:", r-Jj ? l"- ,' puseback: Det weiß ick, Herr Doktor.'"'" Aber man kann doch vor die Km der nich, laut sagen,, was" dort beidie MächenS Sitte is! :;:lVir Frau Puseback: Ein schöner Mann, der Herr Torero! , Aber er singt nicht! , Fritze: Vater, kiek die , olle, Spanfche ;ftf- " ' Puseback: ' Herrjott, die, kann; ja Kinderfrau bei Don Carlosfen jewesen ,sind!.!j'qzz.M , Mooskopf: Jetzt kommen die Padores, Banderillores, Matadores, Tor readoresWI!! Frau Puseback: Hören Sie , aus Doctor, mir wird schwindlig vor die 'ttetenorcS!;;f: MooSkopf: Und jetzt kommt der Toro, auf deutsch: der Stier. , , ;! i ,, Puseback: . Auf deutsch müßte 1 er eigentlich Kalb" heißen. , '., Mooskopf: Na, es kann doch nicht lauter große Ochsen geben! , , ' : , Puseback: , Keene falsche Bescheidenheit, Herr Doctor. Aber'Zürdie gegenwältigen Fleischpreise kommt mir der Stier zu jänzlich unjemästet vor. Fritze: Kiek, Vater, jetze halten sie dem Bullen rothe Tücher vor. Mooskopf: Damit machen sie ihn wild Puseback: Un dann kommt er als Rehziemer uff die Speisekarte. Fritze: Schwapp, jetzt schmeißt er
AM
t . G ' i - - -f,. :i f C " ii: :
l? filfnt 'emen vonAePiniadött ' Puseback: ' .Natierlich! Er wird doch nich so'n Rindvieh sein un sich Alles jesallen lassen! , "'-.f ; yj v,;::.f, Frau , Puseback: O Jott,. wie der crme Mann an die Wand, fliegt! Puseback: Darin unterscheidet, sich eben der fliegende iSpanicr -von .i die spanische Fliege!, ' Mooskopf: Au!l 5 r : ' .. J i . Frau Puseback: Aber er singt noch immer nicht der- Torero. ' Wo ist er , Mooskopf:,, Der kleine dicke Herr in dem feuerrothen Costüm s der von' den Anderen so absticht, das ist der Matador! ' i : ' Puseback: Wie beim Skat. Wer absticht, is, der richtige Matador! Fritze: Vater, kiek, jetzt zieht, er blank un fangt mit dem Ochsen an ! ' i Mooskopf: Sehen Sie nur den furchtbaren Blick! : ... i Frau Pufeback: Hu, wie er den Ochsen anstiert! ' Puseback: Na, er kann doch nicht den Stier anochsen! Det wäre ja janz verkehrt! . Fritze: Der Stier reißt aus, er loost ihm nach, sie spielen Zeck, da is tx schonst wieder na, wo is denn Ui Ochse? k . ' Puseback: Er hat ihn hinter di, Coulissen abgemurgst! Der-Matador (mit dem Degen falutirend ) : Yiva Allemagna! Viva Es pagna! Sennoreä Berlinores toro$ capores! Frau Puseback: wie heißt? , Mooskopf: , Der Stier is todt! Puseback: So was lebt nich ! Fritze: Vater, ich habe Hunger! Puseback : Mir appetitert och so ! 'n Ochsenschwanz in Madeira wäre mir jetzt lieber, als 'n Stierkampf in SeVilla. . Frau Puseback: Ah, jetzt soll woh das Gebummle losgehen? Puseback: Ich Versprach Dir einmal spanisch zu kommen,' mein Clärchen. So höre denn: Lsnnora Olara, 1Qerclia, Lcxlega, Tan-agcrna, buen retiro wer kommt mit miro? Frau Puseback: Ja, wenn Du so sprichst wer könnte da widerstehen? Puseback: Also, meine Herrschaften, ziehen wir los, meine Frau Jemahlin is einverstanden. Oder, um deps Spänische zu bleiben: 8 will ja! M. K, Der ZSttderschmuck der deutsche Sprache. In der von Daniel Sanders heraus gegebenen Zeitschrist, für deutsche Spräche" finden wir einen Beitrag von Hermann Schrader, der Versasser des tresslichen Buches Der BilderZchmuck der deutschen Sprache". Schrader spürt in diesem Aussatze der Entstehung der volkstümlichen Redensart: Brat BtiYtt Storch, aberde Beene recht knusp. rig nach. Der gewöhnlichste Weg, solche Redensarten zu erklären,- der von ihrem buchstablichen Sinn ausgeht und dann oft auf. geschichtliche Verhältnisse hinweist, die eine Deutung an die Hand geben, führt diesmal zu keinem Ziele. Wohl aber der andere, der weniger auf den zu erklärenden Gegenstand als aus den Sprechenden und seine Gemüthsstimmung sieht. ' ' Auf den verschiedenen Stimmungen bes Redenden beruhen hauptsächlich zahlreiche Ausmfungen: so auf die schmerzlichen Fluchwörter Sakerment, .Sapperment", Sakerlot", auf Unwillen, Verdrießlichkeit oder Verwunderung die Redensarten: Gott Strambach" (für: Gott strafe mich), Herr Gott von Danzig" (für: Gott verdämme mich u ähnl. So treibt es das Volk, heißt es dann weiter, ganz besonders einer unverhofften Ueberra schung mit einem, überraschenden Ausdruck entgegenzutreten oder nach einer gedrückten Stimmung sich durch ein überraschendes Wort wieder Lust zu machen oder seinen Unwillen durch einen überraschenden Ausdruck kund zu thun. Hurrah, die Enten!" hört man rusen, nicht etwa, wenn , einer großartige Aufschneidereien gesprochen hat, sondern wenn er etwa Eine langeweilige Geschichte zu Ende gesührt hat. Rusewie ,Na, da schlag' Einer lang hin!" Ach du gerechter Strohsack!" Na, da soll ja gleich eine alte Wand wakkeln!" ,smd ebenfalls Ui Ueberraschungen ganz gewöhnlich. Zu diesen Rasen geHort aüch: Na, da Brat mir Einer 'n Storch, . aber de Beene recht , knusprigl" Eben weil Störche nie gebraten werden, paßt diese scherzhaste Wendung so gut als Antwort auf eine überraschende Mittheilung. Glaublicher wird diese Erklärung durch einen kurzen Abstecher auf ein verwandtes Gebiet. Die , trockene Redensart: Das ist unmöglich", will dem Volke nicht über die Lippen., Drum wird es recht erfinderisch, diesen Begriff durch irgend eine Gleichnißrede kräftiger und , sinn fälliger auszudrücken. Man sagt: Er will den Schnee im Ofen trocken. Brot :,"''., . f. .' . r . V :r J. : .. :m lauen zsen vaaen, oen anun den, aus Sand einen Strick flechten" u. f. w. i, Aus dieser Art, wie das Voll zu denken und sprühen liebt, hätte man auch sofort das biblische Wort: dag ein Kameel durch ein Nadelöhr gehe" erklären und sich dann all' die wunderlichen,, verkehrten Deutungen, die man Znvtkl (rfiiAt lf "' f"rt ntiett I' Wilf4 IUty IUlVtt iViUlllt, , jl h , Auf der Suche nach möglich starken Gleichnißausdrücken für den Begriff der Unmöglichkeit, in denen man sich durchaus ' nicht genug thun kann, , greift da Volk immer nach dem Ungewöhnlichsten, nach dem, was am Entferntesten 1 liegt und geradedeshalb das ist sein Zweck den Hörer am stutzigsten macht. So spricht die biblische Redensart von einem Kameel, das durch ein Nadelöhr gehe", und wir Modernen gar sagen: Na, da brat' mir Einer 'n Storch, aber di Beene recht knusprig." (Wir glauben nicht, daß gelehrte Bibelkenner die. An ziehung des biblischen Wortes an diese Stelle uud ihre Erklärung für zutref send anerkennen werden. D. Herau5z.)
nsslsche Wolföhetze.
Mit lebendiaer AsAäullS?eit wiä in der WienerPresse" das SchauMU wer russischen Wolfshetze geichilderk, ' wie sie: auf dem ,WettrenNpläZe''dMg MoIkau. nicht eben zu den Seltenheiten ' gehört. aäZca na MIn" Kerkünj den " mächtige Plakate "üFdenRträ ßenecken der alten Zarenstadt, und Junz.. und . Alt folgt dieser Einladung nach der Arena. Hier stehen die gefangenen Räuber, in Kisten eingesperrt aus dem Schneeplan Tie.Mmge auf de Platzen ringsum wogt in lebhafter 83? wegung. Gendarmen zu Pferde halte , sie in Schranken. ' An langen Leinen führen die Jäger paarweise ihre WindHunde, die ziemlich theilnahmloZ ach den Kisten mit den gefangenen Wölse äugen. Jetzt geht brausendes Murmeln durch die Menge, ein blonder, schmächtiger, junger Mann der Jagd-, Herr Graf Sch. galoppirt auf einem Kabardiner Rosse in die Bahn, das Pferd nur an der Trense haltend, in kurzem Jagdpelz , und hohen Stiefeln, das Haupt mit dem Laschlik gegen die eisige Windsbraut, die über das Schneefeld braust,,, verwahrt. Nur mit einem Aatagan im Gürtel bewaffnet, schwingt er die Knute in der Lust und giebt dadurch seinen Jägern das Zeichen zum Beginn der Wtlföhetze. Die Militärmusik läßt Pauken und Trompeten erschallen man öffnet das Gitter der ersten Kiste und den Au gen des Publikums zeigt sich der erst Wolf. Er besieht sich eine Weile da5 ihm fremdeBild. Hünderttausesd Stimmen begrüßen ihn johlend und jauch zend, um ihn aus der Kiste heraus z locken dann erblickt er erschrocken in der Ferne die Koppeln seiner Feinde und in wilder Flucht jagt er das Schneefeld entlang, um zu entkommen. Kaum hat er sich auf einen Büchsenschuß von der Jägerkette entfernt, da lassen die 'Jagerburschen die Koppeln los, die Windhunde sausen, kaum den Erddoden berührend, über die im Sonnenschein erglänzende Rennbahn deA Wolfe nach, und ehe man sich dessen versieht, haben, sie ,hn im Nacken gepackt. Jetzt wendet er sich gegen seine Verfolger, man yeht seinen rothen Rachen und das gewaltige Gebiß dro hend gegen die Hunde gewendet, weißer Schaum und Blut tropft zu Böden, schon ist der Schnee mit dem ersten Schweiße des Wolfes gefärbt da packen ihn die Windhunde an den Ohren, werfen ihren Gegner wie einen Mehlsack in die Lust, sasstt ihn im Nieder, sallen an der Gurgel und ehe der Jäger in scharfem Galopp seine Hunde eingeholt hat, ist der Wolf schon erdrosselt, und schweifwedelnd lecken sie den bluttriefenden Kadaver. Unter lauten Hurrahrufen auf die Hunde wird der todte Wolf zum Sattelplatz geschleppt und daselbst als erste Beute der Hetzjagd bei den Hinterfüßen aufgehängt. , In derselben Weise wird der Insasse der zweiten und dritten Kiste zum Entzücken der Zuschauer ins Jenseits besoMrr, und Alles ist davon begeistert, wie bras die Hunde arbeiten". ' ,z , G Da kommt der Bewohner der vierten Kiste an die Reihe, ein Kapitalwolf, an dem eine junge Koppel von WindHunden ihren Muth zu erproben hat; sie sollen den Wolf nur dingfest machen, bis der Jäger herangesprengt kommt, um ihn zu fesseln und wieder lebend nach Hause zu bringen.' Das Gitter der Kiste hebt sich und mit einem Satze ist der Wolf auf dem Felde ' dann setzt er sich,, besteht sich ringsum die Menge und wählt für seine Flucht nicht die Längsseite der Arena, sondern die bedeutend kürzere Breitseite, da, ws die Tribünen dicht, mit Menschen beseht sind. ' Schon nimmt er m; gewaltigen Sätzen Anlauf, um die Menschenmauer zu durchbrechen, allein Tausende von Fäusten . strecken' sich ihm entgegen: merz vez negadaj! LüMpl'iHallunke!) dröhnt eS ihm auS Männer, und Weiberkehlen entgegen, und, da er sieht, daß sein Ansturm keine Lücke in der Menschenmauer schafft, springt er die Tribünentreppe hinauf, nimmt unter dem Angstschrei der Zuschauer, welche zu den oberen Zehntausend hören und im Nu auf die Bänke gesprungen sind, die ganzen Tribünen entlang Reißaus und die andere Treppe hinuntereilend, befindet er sich wieder in der,Aren5. Da erwarten ihn schon die Windhunde, und obwohl er zahne fletschend nach allen Seiten bcißt ist er bald in der Gewalt seiner gewandteren Geaner; iin selben Augenblick ist auch schon der Jäger zu? Stelle, springt vom Pferde, das ruhig ''stehen bleibt, packt wie, ein Stoßhabicht,mit ! sicherer Hand den Wolf am Halse, drückt ihn mit dem Nachen in den Schnee, kniet auf seinem Rücken und hält ihn so lange fest, bis ein zweiter Jäger , dem Wolf ein Holz queren den Nachen, stößt, diesen mit einem Strick verbindet und danu als ob gar nichts Besonderes geschehen sei. den gefesselten lebenden Wolf, an den, Sattel schnallt und unter dor.nernoem Hurrah der Zu 'chauer dem Sattelraume öUtrabt. ,j 1 ' 1 ' , y,Ä ; -"l Bescheidene Anfragend Kann ein Leichenbitter ein füßei Mensch sein? Kommt ein Mädchen, das unter die Haube kommt, auch unter ihres Mn nes Hut? :, 'miMIti Ku.m eine Dame, die. Handschuhe Numero zwolst trägt, sich ln's Fäu stch en lachen? " w , . -ffi ? Begeht sie eine Haupt sünde, wenn sie sich die Haare färbt?,, , Darf man einen Speichellecker einen Feinschmecker nennen? , Schmerzt es die Damen, wenn sie sich die Cour schneiden lassen? Die Versuchung. Knabe (seine neuen Stieseln in den Wasser psützen probirend): Komm doch auch herein, Hermann.- Nein, ich darf nicht." Warnm denn nicht? ' Ich bekomme zu Hause Sl;;jjv Of dr tlb .m xt-f'..;,'','d .'- X.. 3. , -X i la '' .:,,..' "- , v-i"!";i',,'r,''il.:v:IV "ilff , ".i'j.r itz:Mmmm: m n ä 1 .
WM
m : 'mir-. - w i'! fti;. 1 '!;!!; 1 :lr!, ' jt' m ' i ' i'h -!ti'i ' -iiilll' I '!: i .1 , IIS ,,! .; ! :- iijJ ist ijj;'!'!:; "tii'süii'vMs" I ' ii: ti,i!:i:; 'li'V m: - Sij -M)
