Indiana Tribüne, Volume 14, Number 245, Indianapolis, Marion County, 24 May 1891 — Page 2
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pi MmsH, per NNeö wissen mutz. ', Die hohe Stint, das nach hinten gekämmte Haar, daS bartlose Gesichts ?urz, die ganze Erscheinuncz kmnzeichnete den Mann als einen Gelehrten, der sich seiner Würde und feiner Verdienste um die Wissenschaft wohl bewußt war. Mit ftkim Schritte betrat er das GeHaude und mit . einem Herrscherblicke fragte er den Druckerjungen. ob der Redakteur sprechen sei. Der Junge zeigte auf eine Thür, an der das Wort privat" (nur kurz zu sprechen) geschrieben war. und dorthin lenkte der Fremde .seine Schritte. . Er klopfte. Herein!" rief der Redakteur und sah fragend den Fremden an. Mein Name ist Schulze und ich habe soeben mein Examen bestanden, begann der Besuchers Und ?" meinte fragend der Redakteur. ; Ich will mich der Journalistik widinen. Ich borte, daß Sie einen Brief-kastcn-Redakteur brauchen einen Menschen also, der alle Fragen Ihrer Leser beantworten kann. Ich glaube, daß das eine paffende Stelle für mich wäre." Der Redakteur sagte hocherfreut: Sie sind ganz richtig informirt. Wir brauchen einen Briefkastenmenschen, da unser jetziger sich seit Kurzem in einer Gummizelle befindet ! In einer Gummizelle? .Ja! i Wo denn?" Im Irrenhauses I st er denn : verrückt ? Natürlich!" Was war denn die Ursache, daß der Arme-. den Verstand' verloren hat?" fragte blassen Angesichts Herr Schulze. . (Einer unserer Leser verlangte zu wissen, wie viel Haare ein Chinese auf dem Kopse hat, und : er drohte, daß er, fall; die Beantwortung dieser einfachen Frage nicht in der nächsten Nummer zx folge, die Zeitung abbestellen würde!" Bekommen Sie viele solcher Fragen?" meinte der Fremde beklommen. Nun ja, es geht, entgegnete der Redacteur, indem er nachlässig einen ganzen Stoß 'Briefe zur Hand nahm. Hier sind so einige Proben", meinte er leichthin, und wir können ja gleich einmal einen Versuch machen." Er öffnete die Briese und las seinem Zuhörer gleich die gestellten Fragen Hör. Wisse Sie das Datum der ersten Schlachvder Ammoniter?" Nicht augenblicklich aber ich kann achsehen!" bm!" fuhr der Redacteur kopfschüttelnv sorr. Hier ist etwas Anderes: zu welcher Relsgion bekannte sich eigent lich Cagliostro?" ' Ich kann es augenblicklich nicht sagen aber " Tann, bitte, sagen Sie mir die volle Länge und Breite der neuen Forthbrücke, wie viele Steine zum Bau derselben gebraucht worden und wer zuerst über diese Brücke ging?" Ich weiß es nicht", gestand Herr Schulze kleinlaut. Ein Briefkastenmann muß aber Alles wissen! Vielleicht können Sie eber diesem Fragesteller, eine Cur für Schwindsucht,. Kopf- und Zahnschmerzen angeben?" Ich habe keine Medizin studirt," antwortete der Mann mit der Denkerstirn. - Ein Briefkasten - Redacteur muß Alles studirt haben," entgegnete ernst der Redacteur. Hier sind noch einige Fragen; sehen Sie, oö Sie diese beantworten können: In welchem Jahre ließ sich Martin Luther einen Schnurbart wachsen? Ist ein Gesetz vorhanden, welches Jemandem verbietet, die Nichte seiner Großmutter zu heirathen? Auf welchen Tag siel der IS. November im Jahre 902 vor Christo?" ' " Alle Farbe war nach und nach aus dem Gesicht des Herrn .Schulze derschwunden. Fast weinend wandte er sich zum Gehen, indem er zu dem Redacteur sagte: Ich glaube nicht, daß ich den Posten eines Brieskapen-Redac-teurs annehmen' kann 1" .... Ganz niedergeschlagen verließ er das Redactions-Bureau, und der Redacteur muß weiter alle die sonderbaren Fragen, die an ihn gestellt 'werden beantWorten oder aber. iil. den Papierkorb werfen. Der Nachruf, den eine rme Wittwe ib?m Heimgegangenen Gatten widmet, hat uns tief ergrissen: Schon ein Jahr ruht er in süßen Frie-$-fy. " den ; . . : Aufs neu mit Zähren muß mein Auz fe,v- ; ' sich netzen. , Doch das Schlimmste, das uns ist beIst das Geschäft gehörig forzusetzen. O , mochte das geehrte Publikum Mich freundlich unterstützen; Ich werde mich bemühen immerdar, : Jedermann, so viel ich kann zu nutzen." , , , Caroline G. ; ji l!'1; ; - : -J i - - ."' 5 ,'!'" ES wäre mebr als hartherzig, wenn tzaS geehrte ''ifarn einem solchen LZunsche nicht w . " D e v o t. . Gu. Zerrin: Die Erbfea sind sehr schon zeratben. . . Verwalter: Ew.. gnaden haben an' Blies, großartig : aber die Erbsen sind kigentlich mehr Linsen, denn Ew. GnaHa wissen eh, wenn dö Erbsen mehr flach sind, da nennt man's Linsen. Sind tber die Linsen mehr rund, dann hnßen's, wie Ew. Gnaden richtig bemerk ZWMz..VWM Ein n e u e r L i q u e u r. rf al, lieber , Mann, 1 was versteht man Vcnn eigentlich unter Spirituss familiaris?" Ja, was soll darunter zu btx stehen sein? Das ist eben ein Familien te'&äifchi
NaturwissenschaMiMlaUd ms . ien. ; T' j Otolithen.? TstX innern Ohr des Menschen sinden
sich merkwürdige Nebenorgane. Aus dem sogenannten Vorhof, der mittlern Hohle deS Labyrinths, ragen drei halb kreissörmige CanAe hervor, und im Innern desselben trifft man kleine Steinchen an, Kalkkrystalle, welche, eingebettet in ein faserig-schleimiges Ge webe, feinen Nervenendigungen auflie gen. Jedes Ohr hat zwei Gruppen derartiger Steinchen. und man nennt dieselben Gehörsand, Ohrensteinchen oder mit dem technischen Namen Otolühen. Die halbkreisformlgen Eanale lassen wir hier bei Seite, weil zu ihrer Besprechung ein genaues Eingehen auf den Bau des innern Obres erforderlich wäre, z Die Otolithen finden , sich nickt V -a. t . f. -..j". 105 oer Waugeimeren, zonoern uull weit tiefer hinab in der Reihe der selbstständig beweglichen Wesen. Die ' Vögel und Amphibien besitzen drei Gruppen von ihnen auf jeder Seite, auch bei den Fischen sind sie vorhanden, theils in Gruppen, wie bei uns, theils als einzelne, solide, knochenartige Stücke. Den Gliederthiereu fehlen sie nicht, und man trifft' sie in schöner Ausbildung bei den Weichthieren und den Quallen. Möglich, daß bei noch niedrigern Wefen wo wir sie zur Zeit mcht kennen, später ähnliche Vorrichtungen entdeckt werden. Das Bedürfniß nach kleinen Steinchen, die in irgend einem mit Nerven ausgestatteten Sack liegen, scheint jeden falls ln der Natur recht aron m sein. i f r" v i. Manchmal wird es auf eigenthümlicht Wnze vesnevigr. In ven logenanmen Ohrensäckchen krebsartiger Thiere fand Farre Ohrensteinchen, die sich in jedeZ Beziehung wie gewöhnliche Sandkörner verhielten, und er sprach die Vermm thung aus, die Krebse füllten sich du Ohren wirklich mit gemeinem Sand.' So überraschend dies klingt, es wurde von Hensen durch den Versuch unzwei felhast bestätigt. Zwar aeläna es nicht, die Tbien direct beim Einfüllen zu beobachten,' aber das folgende Experiment ist be weiskräftig: Die, Ohrensäckchen bei Krustenthiere sind eingestülpte Anhängt des äußeren Haüptpanzers, Und sie wer den, wie dieser, bei der Mauser er. neue. Vavei zieht sich dle Jnnenyam des Säckchens als Ganzes nach außen und nimmt die in ihr vorhandenen Steinchen mit. Ein snick aemauiertel Krebs hat also in seinem Ohrensack remeteme. Setzt man ihn nun w ein Gefäß mit Sand, so findet man in seinen Säckchen bald eine Anzahl von Sandkörnern; bringt man ihn aber in ein Gefäß, in welchem statt des Sandes künstliche Krystalle eines chemischen Präparats den Boden bedecken, so sieht man nachher in seinem Ohrensack diese künstlichen Krystalle; er hat also seine Ohrensteine offenbar nicht selbst erzeugt, sondern aufgelesen. Früher hielt man das innere Ohr für ein Hörorgan - schlechtweg und dachte,' alles, was sich in ihm findet, müsse bei der Schallwahrnehmung be theiligt sein. Dementsprechend nahm man auch an, die, Stelle, wo sich bei einen: Thier Otolithen finden, sei immer ein Ohn Dabei pellten .sich aber Schwierigkeiten heraus ; , einerseits , konnte man den vbengenannten An Hangsapparaten keine bestimmte, physikalisch begreifliche ' Mitwirkung beim Hören zuschreiben, anderseits fanden sich, z. B.bei Mücken und Krusten thieren, deutliche Hörorgane, die mit den Otolithen nichts zu thun hatten, und endlich zeigten Thier,, die wohlentwickelte Otolithen besaßen, keine Spur von .'Horsähigkeit. .Da. sprach 1870 v. d. Goltz, gestützt auf Versuche, die Ansicht aus, die halbkreisförmigen Kanäle seien nicht zum. Hören,. sondern zur. Orientirung bestimmt. Ueber die. Einzelheiten dieser Theorie wird noch gestritten, aber das darf als feststehendes Ergebniß aus den Forschungen der letzten zwanzig Jahre gelten, daß das sogenannte Ohr der höheren Thiere nicht blos ei Werkzeug zum Hören ist, Zonder daß seine feinen Nervenapparate noch eine zweite, nicht minder wichtige Verrichtung .üben:, sie , belehren uns über das Gleichgewicht, über die Lagen und Bewegungen , des Körpers, im desondern , deS Kopfes. Im knöchernen Binnenohr sitzen Theile, welche eine außerordentlich feine Empfindung für Lagen- und Gleichgewichtsverhältnisse haben; diese ihre Empfindungen theilen sie durch den Gehörnerv" dem Gehirn mit, und nach ihnen' beurtheilen -wir zu einem- wesentlichen Theil -die'Lage, in der wir uns befinden. Es würde zu weit führen, alle die genauen Elnzelbeobachtungen durchzugehen, auf welche .sich diese, Behauptung stützt; wir können nur obenhin das Wichtigere erwähnen.' Die Theorie des Drehschwindel kann nur angestreift werden. Versetzt man einen Menschen allmählich in Drefjünct; so spürt er die Bewegung, auch wenn er die Augen schließt und keine andern Anhaltspuncte für sein Urtheil hat. Ist er einmal in gleichmäßiger 1 Drehung begriffen, so hat er, wenn alle derartigen Anhaltspuncte vermieden sind, keine Empfindung von der Drehung. Hält man ihn aber danu Plötzlich an, so wird ihm schwindlig; er glaubt, der Booen drehe sich unter ihm. Die wahrscheinlichste Erklärung dieser Thatsachen liegt darin : daS Wasser, mit ' welchem die halbkreisförmigen Canäle gefüllt sind, folgt der beginnenden Drehung nicht sofort, sondern, erst allmählich. , Ist aber die Drehung in ruhigem Ganze, so läuft es mit, und hört sie pSylich auf, so fließt es m, der einmal angenommenen Richtung noch eine kleine Weile weiter. Der ' Mensch empfindet nun, ohne es zu wissen, die Bewegung dieses Wassers. So lange es hinter , seiner Bewegung , zurückbleibt, werkt er, daß er gedreht wird: wenn es die volle Bewegung angenommen hat, ist es relativ zu den Canälen in Ruhe und er
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empfindet nichts mehr; wird aber der Mensch still gestellt und fließt das Wasser noch weiter, so' empfindet er wieder ein Drehungsgesühl, und da fein Mus-, kelgefühl ihm sagt, daß er in Nuhe ist, entsteht ein Widerstreit zwischen der Aus" sage der Muskeln und derjenigen der Kopforgane, der sich in dem unangenehmen Schwindelzustand äußert., v , Schneidet man einem Thier den Hör- . nerv durch, so besteht die nächste , und ' auffallendste Folge des Eingriffs in stürmischen Schwindelersch einungen, rollenden Bewegungen, Kopfverdrehungen und dergl. Tritt einige Zeit nach der Operation eine ruhigere Periode ein, so nehmen viele Thiere eine auffallende Lage ein: ein Frosch z. B. auf horizontalem Tisch streckt die beiden Beine der rechten Seite starr nach außen und halt sich mit ihnen von der Tischplatte ab, während er die linken Extremitäten an sich heranzieht.. Er steht i dabei; schief, die rechte Seite höher als die linke M I das Thier hält sich gerade so, wie es sich ' auf . einer, nach rechls unten geneigten Platte halten würde; d. h. der Frosch ihat das Gefühl, auf einer schräg stehenden Platte zu liegen; das Bewußtsein des Gleichgewichts aus wagerechtem Boden ist ihm gänzlich abhanden gekommen. , .. Entsprechende Dinge , kommen? bei Menschen als Krankheitserzeugnisse vorl Ohrenerkrankungen, die mit Druck aus den Vorhof verbunden sind, können furchtbare Schwindelansalle erzeugen. offenbar weil der Druck die Gleichgewichtsorgane stört. Am lehrreichsten ist das was man bei Taubstummen beobachtet. Bei vielen von diesen ist das ganze , innere Ohr mit Inkrustationen ausgesüllt, also nicht blos der Hör, son dern auch der Gleichgewichtöapparat unbrauchbar gemacht. Dem entspricht nun einerseits, daß viele Taubstumme (mehr als ein Dm tel) überhaupt nicht schwindlig zu ma chen sind. Diesem Vortheil steht aber auf der andern Seite ein ebenso bemer- , kenswerther Nachtheil gegenüber. Unter gewöhnlichen Verhältnissen ist der Mensch nicht blos durch seine Kopforgane, sondern auch durch mancherlei an-' dere Wahrnehmungen über seine Stellung orientirt. Insbesondere wirkt das Gewicht. des Körpers in der Regel 1 vorwiegend auf bestimmte Körpertheile j (Füße oder Gefäß), und aus dem Druck ' des Körpers allein können wir bestimm ! men, in welcher Lage , wir sind. Das hört aber auf, wenn wir uns unter j Wasser begeben; denn da wird das Ge- ; suhl der Schwere völlig ' unbestimmt, weil das Wasser gegen die ganze Unter- ! stäche des Körpers trägt., Trotzdem weiß der normale Mensch beim Tauchen unter Wasser jeden Augenblick ohne Anstrengung, in welcher Stellung er sich befindet. Anders viele Taubstumme. Für diese ist das Unterwassersein eine schreckliche Lage ; sie wissen mcht mehr, ob sie waaerecht oder senkrecht, ob sie s nach oben oder unten schwimmen. Einer ! -t , . - r c' m l. .... M vericyier, oay er, aus oem ooen eines nur zwei Fuß tiefen Wässerleins sofort nachdem Tauchen alles Bewußtsein von oben und unten verloren hatte; wäh rend er über den Boden hinkroch, hatte er das Gefühl, als ginge , er an einer endlosen senkrechten Wand in die Höhe. ' ' - : Aehnliches berichten viele dieser KranZ ken, ' wenn sie den Versuch gemacht ha-, ben, sich unter Wasser aufzuhalten; es fehlt ihnen also . offenbar em beim normalen Menschen vorhandenes Orientirungsmittel. Uns sagt eine vorhab dene Einrichtung instinktim wie wir gerichtet sind, beim Taubstummen ist die- ! selbe zerstört, und deshalb hat er nichts l mehr, wonach er sich richten kann, wenn die gewöhnlichen Schwerempfindungen kür ihn aufgehoben sind. -Und daß grade l Vw, iT :!''t i'i'l "i( !'. I.' I- . . ,i-v.!i;,r 'lr f - beim Taubstummen dieser Mangel em tritt, beweist wieder, daß der fragliche Gleichzewichtsaj)parat in engem Zusammenhang mü dem Ohr steht. - Man ist nun in neuerer Zeit daraus aufmerksam geworden, 'daß grade die Otolithen geeignet sind, bei derartigen Orientirungsvorrichtungen eine wesent liche Rolle zu spielen. Denn sie sind abhängige, schwere und harte 5törperchen, deren Druck auf die Nerven-Enden verschieden ausfällt, je nachdem das Thier sich hält. Bei einzelnen Wesen ist ihre Anordnung so einleuchtend, daß kaum ein Zweifel an ihrer Obliegenheit bestehen kann. Bei den Rippenquallen p B. findet sich in einer, besondern klei 'en "Höhle ein einzelner Otolith, der ICI i.v.i. i , . Ii ? ! '."'.'"" nn . iug)zu vier anijazen, mir cerven verjehenen Plättchen frei, aufgehängt ist. hat'das Thier , seine regelmäßige Lage, so drückt der Otolith gleich stark auf alle vier Plättchen ; neigt eS sich nach einer Leite, so drückt er stärker nach dieser. Die Otolithenkammer ist also ein kleiner Druckmesser, den, die Natur nach den selben Grundsätzen eingerichtet hat, nach welchen wir, Millionen Jahre später, Dynamometer und Seismometer(KrafN und Erdbebenmesser) bauen. 1 Zerstört man der Qualle ihren Ap parat, so weiß sie nicht mehr, wie sie gerichtet ist; sie schwimmt unregelmäßig und in allen Nichmngen, wo,,, sie nichts zu suche hat, z. B. senkrecht in die Tiefe. Der Analogie nach ist zu schlie-. ßen, daß die Steinchen bei höhere Thieren dieselbe Wirkung haben, , und wernt' man' sie dort vernichtet, ist auch die Wirkung dieselbe. Ein Frosch z. B., dessen Ohr oder Hörner zerstört, sind, schwimmt ebensowohl auf dem Rücken, wie auf dem Bauch, was ein aesunder j Frosch nicht thut, und wenn er zufällig . in der Rückenlage , auf dem Boden seiI nes Behälters anlangt, : bleibt er auf Z dem Rücken liegen;, er, hat eben kein , Vesuyi meyr zur oben und unten. Zerschneidet man bei einem Haifisch, wo tue Operation veryältnißmäßig leicht zuszusühren ist, vorsichtig die' Bogengänge des , innern OhrS, so bemerkt man keine auffälligen Erscheinungen; berührt man aber seine Otolithen zerrend oder drückend, so nacht er sofort rollendr Bewegungen, die auf Schwindel deuten. Mit alledem begreift sich die weite Verbreitung der Otolitheii; sie sind
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eben als OrientirungZmittel von rat schatzbarem Werth, unersetzlich namens lich sür Thiere, die in der Meereöströmung schwimmen; diese würden ohne sie aar. keine Anhaltspunkte für die Lage ihres Körpers bbsitzen. Bei Menschen sind sie, eben ihrer Wichtigkeit wegen, in der festesten Knochenkapsel des Kopfes, im innern Ohr, untergebracht; bei den niederen Thieren werden sie,' weil die Gehör-Organe dort im allgemeinen mehr nach außen rücken, vom Ohr abgesondert ' und schließlich auch, noch da. erhalten, wo das Eehör-Organ überhaupt fehlt. ' Wohlthätige Erfindung. ';!, mmmmmmmmm Ungezählt sind die Unfälle, die beim Rangiren i der Züge den damit betrauten Arbeitern namentlich bei Gelegenheit des Koppelns und Bremsens der Wagen zustoßen. Wie überall aussen Bahnen der ganzen Welt, ist auch hierzulande ein Verbot erlassen, wonach die Bremser und Rangirarbeiter nicht eher koppeln dürsen, als bis die Wagen zum Stillstand gekommen sind. Natürlich, wie jeder Eingeweihte weiß, , kann dies Verbot niemals beachtet werden, denn sonst würden die Arbeiter überhaupt niemals mit dem Rangiren zu Ende kommen. Die ganze Bestimmung- hat einfach den Zweck, die Vanesellschaft von ihrer Hastpflicht zu befreien, '.wenn ein unglücklicher Bremser schwer :ver-, letzt oder gar getodtet wird,- und sich dann herausstellt, daß die zu koppelnden Wagen sich zur Zeit zdes Unfalls ein wenig ,'n Bewegung befunden, der Werunglückte also gegen seine Instruktion gehandelt hat. t -i m Das deutsche Reichsgericht hat schon längst durchschaut, daß dergleichen Instructionen weiter nichts sind, . als trü-' gerisch: Fallstricke. Der arme Arbeiter steht vor zwei Alternativen; entweder beendet er seine Arbeit binnen der kurzen ihm zugemessenen Zeit unter Riskirung seiner Gesundheit vielleichtseines Lebens, oder er nimmt ? sich die nöthige Zeit, um alle Gefahr? zu vermeiden, wird aber nicht fertig und wird natürlich ; als unbrauchbar entlassen. Mit Recht legt das Reichsgericht namentlich auf die mit dem Eisenbahndienst nothwendig verknüpfte Eile und UeberHaftung aller Verrichtungen und die Gefahren der Dampfkraft das Hauptgewicht, und erachtet jene, sich mit der ersten Pflicht des Arbeiters, seinem Dienst pünktlich und schnell nachzukommen, sich in Widerspruch fetzenden Instructionen für ungültig und unverbindlich, namentlich wenn der BetriebsUnternehmer sich hinter denselben zu verschanzen sucht, um Entschädigungsansprüche abzuwehren. Allerdings gestaltet sich bei uns die Arbeit dieser Leute nicht ganz so gefährlich, wie in Europa. Denn wäh-, rend sie dort zwischen die, Wagen kriechen und die Koppelung zu Fuß zwischen jden Wagen herlaufend herstellen müssen, können sie bei uns, dank verbesserte? Einrichtungen, vom Verdeck des Wagens aus koppeln. Doch ist dies Keineswegs gleichmäßig durchgeführt. Trotzdem sind Unsälle der Bremser hänfig genug. Denn dieser Rangirarbejter muß von Wagen zu Wagen springen, und häufig genug springt er zu kurz, fällt herab und wird zermalmt. Dasselbe gilt auch von den Kopplern, die nach dem verbesserten System vom Verdeck aus koppeln. Um diesen so häufigen Unfällen ein für alle Mal ein Ziel zu setzen, hat ein Erfinder,' Namens Thomas Tyrrell zu Glendive in Montana eine ebenso einfache, wie finnreiche Vorrichtung construirt, welche mit wenig' Kosten an Güter- und Personenwagen angebracht werden kann. Sie besteht,', wle die obige Abbildung zeigt, aus einer Plat sorin, welche aus zwei durch Ehariiierc mit einander - verbundenen Theilen besteht und dicht am Dache der Wagen angebracht ist. Die am Wagen befestigte Platte kann wagerecht , gestellt oder auch heruntergeklappt werden, während der Haupttheil aus drei an Endstücken befestigten Stäben besteht, , welche unter sich verbunden und mit Wellblech bedeckt einen sicheren Anhalt für die von Wagen zu Wagen gehenden Rangirarbeiter bilden. Seitlich an der, , Wandung des Waggons ist ein Hebel angebracht, der mittels, einer , mit Gelenken versehenen Stange an der Platform befestigt ist und welcher die letztere aufrichtet und in ihrer Lage festhält. Das Uebrige ergibt bic Abbildung. Jede Platsorm ist natürlich nur halb, und ergänzt sich mit der andern ebenso construirten ihr gegenüber befindlichen Platsorm des an dern Wagens zu einem Ganzen., .. Ivi'i I V f '''-' IJI . l"rllll'T1.,. " 'i1 ;IV ': . ''"i! Sehr einfach. Herr: Das sind ja ein paar allerliebste Kinderchen; nicht wahr, das müssen doch Zwillinge sein? Kindermädchen:'. Nee, das haben Sie doch nicht gerathen, Drillinge sind'S! ' Herr:,,! Machen, Sie doch keine schlechten Witze!! ,Die beiden Kinder können doch keine Drillinge sein! Kindermädchen: Natürlich können sie' das! as dritte ist nämlich zu Hause geblieben, weil es unpäßlich ür! Aha!, SchisfZeapitän: Also Du willst , Seemann werden und aus meinem Kauffahrteischiffe dienen?" Knabe: Ja." Schiffscapitän: Was bill Du denn von Hause?" Knabe: ÄuZgerifsen, Herr Kapitän!"
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:M OS Qelnsatz MUg H Ve 0 ezternbttß. ii 4 !' I' "!j ,i;f Rabbi Nathanael Katzberg hielt seine erste Predigt. Die ganze Synagoge war gefüllt mit Bannern und Frauen, welche andächtig lauschten. Ein leises Flüstern war durch den hellerleuchteten R aum gegangen, , als der hüb sche stattliche Mann die Kanzel bestiegen hatte, und das Flüstern wiederholte' sich lauter und freudiger als er dieselbe vrrließ. - .,. . , Die Gemeinde von Kurowice war stolz auf den jungen hübschen und gelehrten Rabbiner, den sie sich erobert hatte und mehr als ein Mädchen gelobte sich an diesem Abend, z ihr Netz nach ihm auszuwerfen. Er war für acht Tage das Ideal aller Herzen, die ihm begeistert und hoffnungsvoll entgegenschlugen. 1 Dann trat eine 'werkliche Abkühlung zein, denn man erfuhr, daß Rabbi Nathanael, wie dies bei den polnischen Juden Brauch, schon als Kmd verlobt worden sei, und die Hoffnungen der jungen Mädchen welkten ebenso rasch dahin als sie emporgeblüht waren. In der That hatte Rabbi Nathanael bereits eine Braut, die schöne Batilda Mandelkern, , Tochter des Rabbiners Simon Löwenberg in Naratin, und sollte schon in den nächsten Tagen hinfahren, um die Brautschau zu halten. Vorher besprach er , sich mit seinem Freunde Mesrog Honigmann, der. ihn eigentlich nach dem Orte seiner jetzigen, Wirksamkeit gebracht hatte, nrnd die Beiden brüteten einen gar lustigen Plan aus, vie Braut auf die Probe zu stellen. , Mesrog war von der Natur arg vernachlässigt. Trotz dem Geist, Zer aus seinem gelblichen Gesicht sprach, war er entschieden haßlich, . trotz der gutmüthigen,, braunen Augen gab ihm die große krumme Nase einen Zug von Bosheit, und seine kleine Gestalt war nach allen Richtungen . hin gleichsam verbogen und verdreht. Die Freunde beschlossen deshalb, daß der Rabbiner Kutscher erscheinen und Mesrop an seiner Stelle als Rabbiner in Naratin austreten sollte. - Vier Tage später fuhren sie unter dem Schutze der Dunkelheit ab, Mesrop in dem langen Talar, dem schwarzen Sammtkäppchen und dem hohen Hut eines polnischen Rabbiners. Nathanael dageaen in dem Anzug eines galizischen Landkutschers. Um Mitternacht auf halbem Wege rasteten sie in Burstin und während die Pferde gefüttert und getränkt wurden, traten sie in die jüdische Wirthschaft, welche, mitten, im Orte lag. Mesrog, der falsche Rabbiner saß in der Schenkstube und unterhielt sich mit dem Wirth und seiner Frau. Siathanael dagegen, semer Rolle als Kutscher getreu, trat in die Küche, um seine kleine Pfeise auzuzünden und setzte sich hier in einen Winkel auf eine Holzbank, wo er ein für ihn ungemein interessantes Gespräch be lauschte. 1. , In der Küche be.m Herd befand sich die Tochter des Wirths im lebhasten Gespräch mit einer Freundin, und aus dem Geplauder und Gekicher der beiden Mädchen, die mit Batilda Mandelkern, befreundet waren, entnahm der Rabbiner, daß seine Braut, die sich auch nicht ohne Weiteres dem Beschlusse der beiden Väter fügen wollte, genau dieselbe List ausgesonnen habe, wie er. Auch Batilda hatte eine Freundin, Sarah Feinsilber, welche nicht eben zu den Perlen des ' schönen Geschlechts gehörte. Sie war klein und unansehnlich, hatte einen krummen Rücken, ein Schmales Gesicht mit harten Zügen, pärliches Haar und befand sich mich nicht mehr im Lenze des Lebens. Nathanael lauschte ohne nur im Mindesten zu verrathen, wie sehr ihn das, was er horte, interessirte. , x Als die beiden Freunde wieder im Wagen saßen und ihren Weg fortsetzten, wendete sich Nathanael zu dem hinter ihm sitzenden Mesrog und theilte ihm mit, was er soeben erfahren hatte. Mesrog, welcher der geborene Humorist war und stets bereit zu ' jedem lustigen Streich, sobald derselbe in den Grenzen des Erlaubten blieb, sprang vor Freude förmlich im Wagen auf und rief: Das ist herrlich, das ist köstlich! Jetzt.gibt es erst einen großartigen unerhörten Spaß." ' :-' - -; - i Am frühen Morgen kamen die Freundt n und , , begaben ' sich geradeaus zu dem Hzuse deS Rabbiners Mandelkerns von dem sie an der Thüre freundlich empfangen wurden. Nachdem Mesrog, über dessen Aussehen der Rabbiner nicht wemg erstaunt schien, sich als sein zukünftiger Schwiegersohn vorgestellt hatte, wies er auf Nathanael, der noch immer auf dem Bocke saß und sprach: Ich bitte Sie, mein lieber zukünftiger Schwiegervater auch für das Wohl meines Kutschers auf das beste zu sorgen.- Dieser Mann ist nicht das, als das Sie ihn wohl ansehen ,; Es ist eine ! Art homerischer Pferdelenker, ein ebenso großer Gelehrter und Talmudweiser wie Kutscher vor dem Herrn." Es ist nicht das erste Mal," sagt, der alte Rabbi, daß mir Aehnliches keq'gnet. War , doch einer der berühmtst n Mathematiker, den die Petersburger, Academie der Wissenschaften zu ihrem Mitgliede erwählte, ein einsacher 2dijcheHut)Ä Mährend Mesrog von dem Rabbi in sein Haus eingeführt wurde, empfahl der Letztere zu gleicher Zeit dessen vermeintlichen Kutscher seiner Frau, die gleichfalls erschienen war, um den lieben Gast zu begrüßen. Die kleine, dicke, gutmüthig aussehende Frau Mandelkern nahm sich denn auch mit wahrhaft mütterlicher Sorgfalt Nathanaels an, wies ihm eine gute,, freundliche Stube an und ließ ihre Tochter, welche die Küche führte, auch in Bezug auf Nahrung bestens für ihn sorgen. Nachdem man sich über alles Nothwendige ausgesprochen hatte, verließ Mesrog mit Nathanael das Haus des Rabbiners. um daS Städtchen und vor Allem die Synagoge und den weü und breit '
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berühmten uralten jüdischen FrZedhos SnÄsehenZ ;.'S3v! r'iV .i mm tiSLi ij-ii" -! ..;!- . ,Es , war Mittag, als die beiden Freunde, zu Mandelkern zurückkehrten. ?! Beim Essen erschien Sarah Feinsttber und wurde Mesrog, . welcher , Mühe hatte, das Lachen zu verbeißen, als Batilda vorgestellt. Die beiden sahen sich erstaunt an, denn er gestand sich, dab er noch nie ein haßlicheres Mädchen gesehen habe, während sie den Bräutigam ihrer Freundin einfach abscheulich fand. Während am Tisch das Gespräch seinen Anfang nahm und Mesrog in toi ler Laune der häßlichen Sarah glühend den Hof machte, war Nathanael in der Küche erschienen, wo Batilda die Rolle dcv Köchin , spielte und " gerade beim Herde beschäftigt war. Er grüßte sie und zündete sich dann eine Pfeiie an, indem er aus der Gluth des Herdes eine kleine Holzkohle nahm. Sie also sind der Kutscher, von dem mir erzählt wurde, daß er ein ebenso großer Talmudist als Pferdelenker ist," begann Batilda spöttisch. In der That, mein Kätzchen," gab Nathanael lächelnd zurAntwort. Mich wundert es nicht, daß mein Ruf bis hier in diese Küche gedrungen ist z um so erstaunter bin ich aber, hier eine Köchin zu finden, die es auch verdienen Würde, schon um ihrer Schönheit willen weithin Am Lande . gepriesen zu werden. Ich hoffe .übrigens, daß Sie eine Jüdin sind. Denn ebenso wie mein Rabbiner suche auch ich eine Frau, und Sie scheinen mir ganz geeignet, einen Mann wie mich glücklich zu machen." , , - ' V , . Batilda '" sah Nathanael erstaunt an; sie wollte ihm spöttisch antworten, aber sie erinnerte sich der Rolle, die sie spielte und zu gleicher Zeit mußte sie sich gestehen, daß der Kutscher in der That viel, viel hübscher war, als der Rabbiner, ihr vermeintlicher Bräutigam, und "da er auch als Talmudist einen so großen Ruf hatte, so fand sie seinen Antrag mit einem Male gar nicht so lächerlich, als er ihr im ersten Augenblick erschienen war. , Nathanael aß mit Batilda in der Küche, und unter Scherz und Neckereien stahl er sich mehr und mehr in ihr Herz hinein. Das arme Mädchen wußte gar nicht mehr, wie ihr eigentlich wurde. Drinnen saß der ihr bestimmte Gatte, und hier an ihrer Seite plauderte mit ihr ein fremder Mann, der mehr und mehr den Wunsch in ihr erweckte, an seiner Seite durch das Leben zu gehen. Als Batilda dann das Geschirr abwusch, half Nathanael ihr redlich dasselbe adtrocknen und ebenso bei andern Verrichtungen, welche sie des Nachmittags über vornahm. Als endlich der Abend herankam,, und der Rabbiner Mandelkern mit seiner Frau, dem falschen Bräutigam und der falschen Braut wiederum beim Nachtessen saß, konnte sich die schöne kluge Batilda der neuen süßen Empfindung, die sie gefangen genom. men hatte, , nicht mehr erwehren, und wie nun Nathanael, während sie beim Herde stand und in einer Pfanne fleißig rührte, sie plötzlich um den schlanken Leib nahm und auf den zarten weißen Nacken küßte, wehrte sie ihn nicht ab, sondern sagte nur erröthend: Was thun Sie? , Ich kann ja doch niemals die Ihre werden." Warum nicht?" 'fragte Nathanael lächelnd. Weil ich bereits verlobt bin, und weil, mein Vater niemals zugeben könnte, daß ich die Frau eines Mannes würde, welcher sein Brod, wenn auch redlich, auf der Landstraße verdient." 1 Ihr Vater?" sprach Nathanael. Der ist wohl meschugge? Ich denke, ein .Kutscher ist ein ganz passender Mann für eine Köchin." Aber ich bin nicht, wofür Sie mich halten," flüstert Batilda,mehr und Mehr verlegen und erröthend. Was denn?" Ich bin " ' ' " . l Das schönste, beste und i klügste Mädchen, daß - es auf fünfzig Meilen im Umkreise gibt," rief Nathanael, und eben deshalb lasse ich Sie nicht mehr tos.7 ' In dem Augenblick, wo er die schone Batilda von Neuem umschlang und einen langen Kuß, der nicht enden zu wob len schien, auf ihre rothen Lippen preßte, trat gerade Rabbi Mantelkern in die Küche, um seiner Tochter zu sagen, daß sie den Thee bereiten möge, und schrie auf wie ein Verzweifelter, als er feine Tochter in den Armen des vermeintlichen Kutschers sah. ' Hast Du den Verstand verloren, Batilde?" rief er laut. , WaS thust Du? Welche Schande bringst Du über dieses Haus und Deine Eltern?" Verzeihen Sie," sagte Nathanael, aber Sie irren sich, Herr Rabbi, wenn dies Ihre Tochter Batilda ist, dann habe ich ein Recht, siezu küssen, denn ich bin Rabbi Nathanel Katzberg, und dies ist meine Braut." , Während, Batilda mit einem Schrei zurückfuhr, fragte der Rabbi erstaunt: , Und wer ist denn der Andere, der drinnen sitzt und Sarah Fein silber Liebe und Treue gelobt?" , , , DaS ist mein Freund Mesrog , Ho nigmann, der erste Spaßmacher in unseWWlWnd : .:. ; f Nun nahm das Lachen , kein Endel Der Rabbi führte das Brautpaar in die große Stube, wo feine Frau mit Mesrog und Sarah be: Tisch saß und alles klärte sich nach Wunsch auf. Nur Eine ging bei der Sache leer aus.' 1 , Die Hoffnungen, welche Sarah Feinsilber in Folge der Huldigungen Mesrogs gefaßt hatte, gingen leider nicht in ErfüllüngMMMWßWMM MMSMWMM?WWW Wenige Wochen später fand die Hochzeit des Raobi Nathanael mit Batilda statt. Die Gemeinde Kurewice hatte beschlossen, dem Brautpaar ein Weinfaß zu verehren, und es war ausgemacht : worden, daß ein Jeder von den Ge-! meindegliedem eine Flasche Wein in ein l großes Faß schütten sollte, das zu diese ' Zweck im Gemeindehaus aufgestellt wer'
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den war. Bei aller Liebe zu dem Rabbi kam aber bei dieser Gelegenheit der Egoismus zu seinem Rechte. Unb ein Jeder dachte: In einem so große Faß macht eine Flasche, keme Unter schied. Und so goß denn Jeder statt seiner Flasche Wein eine Flasche Waffer m das Faß. Der Rabbiner bekam also statt eines Faß Weines ein Faß voll MaM und als seine junge hübsche Frau ein paar Tage nach der Hochzeitzdassclbe , abzogt kam der fpaßhaste Betrug zu 'Tage. Batilda, die Kluge, errieth sofort, wie dieS gekommen war. Sie zeigte sich auf's Höchste erbost und drohte ihrem Gatten mit allem Möglichen, sobald er sich dies ruhig gefallen lassen wollte. t Immer wieder erklärte der RabbiI er könne nicht die ganze Gemeinde beleidigen und das Faß zurückschicken; aber er werde schon ein Mittel sinden,' den Scherz mit einem noch besseren zu vergelten. Trotzdem schmollte die schöne Batilda mit dem unglücklichen Nathanael, und dies war um so schmerzlicher für ihn, als sie ihm jetzt als junge, mit der Stienbinde und dem Häubchen, in ihrem rothseidenen Schlasrock und der grünsammtenm mit grauem Pelzwerk besetzten Jacke, noch um vieles reizender und verführerischer erschien, als vor der Hochzeit. ' 1 Mindestens dreißig Mal täglich machte -der Rabbi den Versuch sie zu versöhnen, und ebenso oft erlitt er eine schmähliche Niederlage. Doch es kam der Tag' der Vergeb tung. Wieder predigte Rabbi Nsthanael und mitten in seinem Sermo sagte er salbungsvoll: Ernste Tage stehen unS bevor. Ja, ein Unglück droht der ganzen Gemeinde, weil einer sich in derselben befindet, der einen großen Betrug begangen hat an dem Diener des Herrn und statt einer Flasche Wein eine "Flasche Wasser in das Faß, das demselben verehrt wurde, gegossen. Wie sollen wir dieses Unglück abwenden, meine Freunde? Ich will den Mann, der so schweres Unrecht begangen, nicht nennen, ich kenne ihn aber und gebe ihm den Rath, daß er, um seinen Betrug wieder gut zu machen, heute Nacht für die vorenthaltene Flasche Wein zwei Flaschen Wein und zwar guten Weines liefern soll." Ein Jeder in der Gemeinde glaubte stillschweigend, daß er gemeint sei und keiner zuckte mit. einer Wimper, um sich ja nicht zu verrathen. Aber in der Nacht brachte ein Jeder heimlich statt der Flasche Wasser, die er iu das Faß gegossen hatte, zwei Flaschen Wein und der Rabbiner hatte jetzt statt einem, sogar zwei Fässer ,Wein als Heirathsge' schenk erhalten. Als der Scherz, den der Rabbiner sich mit der Gemeinde erlaubt hatte, offenbar wurde, vergaß Batilda -mit einem Male ihren Zorn und siel kachend und jubelnd ihrem Gatten ' am den Hals. , Niemand war glücklicher, als Rabbi Nathanael, der sein reizendes Weibchen wieder versöhnt in teil feien hielt. Doch auch Merog ließ seiner Freude laut die Zügel schießen, denn er war es ja, der im Verein mit feinem Freunde Nathanael der Gemeinde diesen bösen lustigen Streich gespielt hatte. AuS demLcven Papa WrangelS" Die Figur des Papa Wränget" ist unter den Lebenden eine Allen bekannte. Von den ihm zugeschriebene Histörchen sei hier nur eine kleine Auswähl mitgetheilt. Der Hosgärtner Fintelmann auf der Pfaneninsel bei Potsdam zeigte,,, dem , General eine Palme mit dem Bemerken, daß der Baum wohl 700 Jahre alt sei. ' Ja, wer't gloobtt" war die Antwort. . Als ihm der Nachtwachter des Revieres, in welchem er wohnte, zu Neujähr gratulirte, sagte er: Ick danke Dir, mein Sohn, gleichfalls! Wieviel haft Du denn bet vorigte Jahr gekriegt?" Nichts, Excellenz!" Jla, denn wollen wir't dies Jahr ooch dabei" belassen!" ' Als bei einem Manöver ein mit seinem Reiter durchgehendes Ofsicierpferd grade auf Wrangel losgeht, ruft er dem Reiter zu: Reit'st Du mir um, spunnickDirinl" Auf einem Hofballe fragte ein Eavalier den alten Wrangel, indem er auf eine junge Hofdame wies, die stets ; in sehr tief ausgeschnittenen Kleidern, ging: Haben Sie so etwas schon ge " sehen Excellent?"! seitdem ick ent-, wohsit bin, noch nicht" antwortete . Wränge!. Bei einem Streite an der Tafel des General Möllendorf, ob man richtig , deutsch sage es Keucht mir" oder eö, deucht mich," sagte Wrangel: 'Da kann man sich ja leicht helfen! Man sagt einfach: ich bin die Meinung!" .4- Als er bei einem herzlichen Hän ,, bedrucke des Königs darauf aufmerksam 1 gemacht ward e, daß er vorher die Hand-, schuhe hätte ausziehen sollen, sagte er: Den Händedruck meines Königs fühle ,, ich auch duWdem'Leder"'ß' : '. ,;4- Auf die Abonnenientslisten zu beHH Opcrnhausbällen schrieb er: Ich kom ti me anf allen Vieren". Kindchen! Dem Kleid ist oben zu kurz!" sagte er zu einer stark dekolle tirten jungen Hofdame. Als er dem General M., der ver. gessen hatte sich zu rasiren, auf einer Revue sagte: General M., Sie haben sich heute nich gewaschen!" und als dieser beim Könige wegen diese? Aeußerung sich beschwerte, sagte Wrangel: Kurioser Ä!ensch, der M., sich wascht er nich und gegen mir beschwert er sich. ' Sein Lieblings spruch war: Mit Beharrlichkeit kommt man am Ziele. Preis aufgäbe für Buchd ru ck er. Eine alte Frau, deren Augen die Sehkraft fast verloren hatten, kommt in eine Druckerei, bringt ihr sangbuch mit und bittet freundlich, da sie kaum mehr in der Kirche aus der kleinen Schrift mitsingen könne, sie möchten ihr doch die Buchstaben in ihrem cZefangbuche etwas größer n&&?n.
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