Indiana Tribüne, Volume 14, Number 231, Indianapolis, Marion County, 10 May 1891 — Page 6

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. Ich wnß nicht, ob Tu, freundliche? J2der, schon einmal das Gesühl gehab: . chast, eine Berühmtheit zu sein. Ich Hesaß eS in der vorigen Woche. Es ist ja schwierig, die Grenze festen stellen zwischen dem Dunkel gewöhn- ' liche? Sterblicher und dem SicKtglan; . wer Berühmtheit. Aber ich besitze sin ' Erkennungszeichen, und ich will es Dir ; mit Freuden mittheilen, damit, wenn Du in die Lcze kommst, es zu 6entrr fen. Du auch fefsrt weißt: heute bin ich berühmt gewoiden. Früher nre-mte ich freilich: berühmt ist. to'er m der Zeitsnz siebt. Ja. et wäre es jeder Mensch, der in 'den ersten Stunden seines Daseins dem Publiksm die Visitenkarte abgegeben hat. Da war ich e in erhöhtem MaMbe tr.it vier Jahren, als ich während einer Jllumi? , natiou meinen Eltern abhanden gekommen War und diese mich öffentlich aus bieten ließen. Da war ich es mit größerem Anrecht, als ich eines schönen Tages, um einem tiefgekühlten Bedürfniffe abzuhelfen, ein Sveditions-, Commissions- und Jnkassogeschäst" etablirte, und mit noch größerem, als ich, zehn Jahre später, wegen allzu gute? Geschäfte, die Löschung der Firma in dcn'Zeitungen bekannt machte. Es gibt ja übrigens noch andere Zeichen, aber die greifen in der Regel zu weit. Wessen Name im Konversa tiONstexilou steht, wegen Bild ihm aus einer Austritten Zeitung entgegenlacht, wessen' Wachs stgu? "im Panoptikum aus gestellt oder als Brunnenfigur gemeißelt ist, wessen Name einer Straße, einem Restaurant oder einer Hutmode zu Pathen, gestanden, hat: der ist be- . rühmt, aber wer kann und will denn

immer, so lange warten? Mein Krittrium ,st viel einfacher und präziser: Tu brauchst auch nicht bis nach Deinem Tode zu harren, um es zu erleben. Dle Stunde, die., Minute, m welcher Du zum ersten 'Male von einem Dir sonst nicht perlonuch nahestehenden Auto graphensammler um einen Beitrag gebeten wirst, drückt Dir den Kranz der Unsterblrchkttt aus die Locken. Der, Lust, Autographen Zu sammeln, liegt mehr zu Grunde, als ein seelen loser Sport. Denn in der Handschrift offenbart sich das innerste Wesen des Mensche. Darum billigte ich von jeher diese Beschäftigung, zumal in voriger Woche, wo mir eine schöne Unbekannte die Echre anthat, mich um ein Autograph anzugehen. Es ist, streng genommen, nicht das erste Mal, das; mir diese Freude zu Theil wird. Einst, in der Knabenzeit, lang, lang ist's her, als ich meine ersten Rrmertraaodnn tret nach LlvlUs dich tete, ersuchte mich eine Dame, welche bei -uns im Hame ichnerverte, um ein Auto gravh. Entzückt durch dieses schmeiß chelhalte Ansinnen, brachte ich das M nuseript eines auf großem Concevtbogen geschriebenen, Zweimal umgearbeiteten Trauerspiels herdezseschleppt. Zu nie ner nicht qerinaen Kränkung mußte ich nachher Zeuge sein, daß das studige Fräulern eine ganze Neihe Schnittmuster aus meiner Dichtung geschneidert hatte. Auf .meine entrüstete Anfrage gab sie mir lachend den Bescheid, daß sie auf andere Weise wahrscheinlich von nur fern Papier hatte erlangen sonnen. So feierte meme Lavinia ihre Auferstehung als eine Ermolme und Jacket mit langen Aermeln. Diesmal aber war es ernst. Eine zweifellos reizende junge Dame, Louise ton Z. die Discretton gestattete ihr jedenfalls nicht, den vollen Namen zu verrathen wrech mir in kochst ehren der und schmeichethastcr Form auf 'einem quadratischen slärtchen den Wunsch für im und ihre drei Freundinnen auZ, ein Aittograph von mir zu besiyen. Jeocr Menzch ist eitel, warum sollten die, welche den Beruf haben, dem Leben den Cpie;el vorzukalten. ihren Mitbürgern in der Eitelkeit nicht noch um einige Striche voraus .sein? Ich machte . daher einen hohen Freudensprung, als ich das Kärtchen gelesen hatte. Meine Frau glaubte zuerst, ich hatte den Schmer Z?reis bekommen. Sie nahm aber dann das autcgraphische Gesuch als Ab schlagszahlttng auf den Ruhm mit gro ßer Genugth:mnz entgegen und ließ, das gezch.ehr der uns stets gewizzev maßen an Stelle eines Dank- und Freu. dencpfers, zum Vesperkassee Streuselsuchen holen. Ich setzte mich sofort an die Arbeit, schrieb der Wortführerin der vier Grazien Zurück, daß ich mich wegen Zeitmangels, längst darauf beschränken , müsset den Stoß der täglich einlaufen " , - " - '

ven iulograpyengezucye ouraz memen ,' Secretär beänlwörtm zu lassen, daß die Bitte von schonen Damen mich jedoch

mit meinen Gepflogenheiten zum ersten Male in Eonstict dringe. Wenn ich mir ein Gegengeschenk ausbitten dürfe, so sei es das Bild der liebenswürdigm Schrcibcrln, für welches ich mich natür lich sehr gern zu revanchiren bereit sei. T- Der ganze Nachmittag war der Ab fassunz der vier Autographen geividmet, die ich dreimal umichrieb Zuletzt in einer L alligraphie, die meinem seligenZchreib . T ' ' . ' . i r . leyrer, ver zu ie:nm eozeuen nienr viel von meinen Fähigkeiten , hielt, Achtung sbgezwurgen hatte. Dann suazte ich mir aus der Sammluna meiner Kar tons ich besitze eine ganze Muster- , farte tin bezonders schönes Eouvert 1 , beraus und schrieb die , Adresse mit , Rundschrift postlagernd nach jenem i 1 Städtchen, von dem ich weiter nichts , wußte, als daß es in dem Berzeichniß 1 gleichnamiger und gleichlautender Post- , crle eine große Rolle spielt, daß es' seit zwanzig Jahren, bisher aber noa) immer vergeblich,, den Anlauf zu, seinem dreitausendsten Einwohner nimmt, daß es in seinen Mauern eme weitläufige Tante den mir, beherbergt, mii welcher ich seit Lndenttichen ' Zeiten nicht mehr zusammengekommen bin und daß es von' Äerlm innerhalb weniger Stunden bequem erreicht werden ?ann. Dem letzteren Umstände nicht minder, lls dem Eifer der jungen Tarne ver

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dankte ich dass bereits am li Morgen em B rief einging, der zwr leider Nicht 'oas erbetene Bild. Vohl aber an deji.n, Stelle, da der Schreiberin augenblicklich die Photographien fehlten, eme Art Nationale enthielt. Sie schrieb: Jivur: aro und schlank etwas eckig. Haar: hellbraun. Augen: blanf.rau.. Nase: gewöhnlich, mit söge-u-nten Küssen des Sonnengottes. Mund: etwas über Mittelgroße. Oh ren: dito. Alier: bitte zu errathen.- . Sie hone, daß' diese Merkmale das erbetene Portrait mir ersetzen würden. Das war nun freilich Nicht der pir, aber das gelungenste Oelbild hätte meme Phantasie nicht so ausregen lonnen.wie diese Zückenhaften Angaben. M zeichnete die Schreiberin mit dem Blei. stttt, mit der Feder emmal. zweimal, zehnmal. Die etwas eckige" Figur wurde pikant, die .blaugrauen Auqen" blitztm, die gewöhnliche Nase" zeigte Laune und Schalkhaftigkeit, und die Kusse des Sonnengottes, die ich austuschte, um ein lebhafteres Bild zu gewinnen, gaben dem interessanten Gesichtchen, einen besonderen Reiz. Diese Thätigkeit, die etwas ' an die Nckonfiruction des pergamenischenAltarfrieses aus seinen einzelnen unvollkommenen Werkstücken erinnert, nahm mich so vollständig in Anspruch, daß ineine Frau,, um mich von dieser Unruhe zu befreien, den mit Freuden aufgenommenen Vor schlag machte, nach dem Stadtchen hinüberzufahren und den Löwen, richtiger die Löwin, in ihrer Höhle auszusuchen. Am nächsten Morgen. Sonntags, lösten wir ein Retourbillet andere Billette werden überhaupt niemals dorthin gefordert und um 10 Uhr dröhnten unsere Schritte über das bergige Pflaster des schräganpeigenden Marktes von N. r Die Geschäftsleute traten vor ihre Läden, die Fensterchen öffneten sich zu ebener Erde uud im ersten Stock, als die Großstädter mit umgeschnalltem Plaid und dem mitgebrachten kunstvollen Bouquet vorüberzogen, und ein ganzes Komitat von Gassenjungen schritt zur Seite und voran, um uns den Weg zum Hause unserer Tante, einer stadtbekannten Persönlichkeit, zn geleiten. Als wir in.den Laden derselben hineinfielen, , der Fußboden lag nämlich zwei Stufen unter dem Straßenniveau, und die wüthende Klingel, die durch das Oeffnen der Thüre aus dem Schlafe geweckt zu sein schien, sich einigermaßen beruhigt hatte, trat uns die Tante aus dem Halbdunkel ihres Gewölbes mit glitzernder Brille entgegen und fragte nach unserem Begehr. Als ich mich ihr in Erinnerung zu rückgerufen und meine Frau vorgestellt hatte, war sie hoch erfreut, schloß ohne weitere Umstände das Geichäftslocal und führte uns über die steilen Stufen der hellen, gewundenen Steintreppe nach der behaglichen und vielzimmrigen Wohnung. Es gab da Gelasse im Uebcrfluß, denn die Kinder waren seit dem Tode des Onkels sämmtlich verhelrathet und lebten außerhalb,,, bis auf den Jüngsten, einen hoffnungsvollen Tertianer, von dem uns die Tante klagte, daß er jede schulfreie Stunde über oen Büchern sitze, und den sie heut nur mit Gewalt ein wenig in's Freie getrieben habe. Es war, nun ' etwas peinlich, die gNte Frau vorzubereiten, daß unser Besuch nicht ganz' interesselos fei, daß wir sogar auf ihre Hilfe rechneten, um unserer? schönen Unbekannten auf die Spur zu kommen. Die Tante hielt natürlich in ihrer Vorstellung noch bei meinem Speditions-, Eommijsionsund Jnkassogeschäst", wollte sich ausschütten vor Lachen über die Veränderung meines Standes und gab mir den eben heimkehrenden Sohn Ludwig mit dem schmeichelhaften Kosenamen auch so ein verdrehter Mensch", als Amannensis für meine Entdeckungsreise an die Seite. Ludwig war ein lang aufgeschossener, überhängender Jungling von jenen eckigen Manieren, w hinter denen sich Schüchternheit, Verlegenheit und kolossales' Selbstbewußtsein verstecken. Die schlichten Haare genial aus dem som mersprosflgen Gesicht gestrichen, drehte er an der Stelle, an welcher sich rvraussichtlich dereinst ein Schnurrbärtchen erheben dürfte, mit den Fingern hin und her, entflammte bis zu dem brei ten Halskragen als die Tante ihn in unS seinen Verwandten vorstellte, wurde rothglühend, alS diese ihm meiae Vornamen nannte und gerieth m'S Weißglühen, als sie ihm den Zweck meiner Reife mittheilte. Ein Fräulein Louise von Z. war nicht zu ermitteln, obwohl meine Tante ' den ganzen Adel der Umgebung, mit welchem sie durch ihr Geschäft " in Verbindung stand, an den Jingem aufzählte: die Handschrift der Briefe, die ich natürlich als werthvolle Jndicien bei mir 'führte, war Ludwig nach ; semer Erklärung noch nicht vor Augen, getreten: die Tante selbst erklarte sich' in Handschristen für nicht kompetent.'- Wir beschlossen zunächst zur Buchhandlung zu gehen, in welcher sich doch wohl die Geister des Kreises ein , R end ezvo us z geben tnu ß t cn. m Der Buchhändler, bei welchem ich mir, um mich leinigerm aßen zu empfehlen,' zu nächst 'eine Tüte Marokkaner Datteln kaufte denn das geistige Centrum füh, t neben Sortiment und Leihbibliothek noch Schreibwaaren, Manusacturcn. Eolonlalartikcl un) vertritt eine Feuerversicherung " ging sein ganzes Kundenregister durch, ohne mir auf die Spur helfen zu können. Seine Bibliothek, die übrigens nicht über Eugen Sue und Jda v.'Düringsjeld hinausging, würde wenig vom Adel benutzt: dieje Herrschaften besäen sowenig Patriotismus, ihre geistige Kost sich von Berlin liefern zu lassen, durch dessen Buchhandlungen sie auch an den.Journalcirkeln theilneh men. Hier könne natürlich nur der Herr Postverwalter Auskunst geben. Ich ließ mich von meinem jungen Freunde, der m einer Ecke des Laden S die ' Marokkaner Datteln verspeiste, zu diesem geleiten Er weigerte sich , aber

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hier so entschieden mit Hineinzugehen, sprach von Verleitung zum Veretzen des Postgeheimnisses und machte, ?,o ge waiyame imwanoe, oa$ üt iyn in Gnaden entließ. Nachdem ich den Herrn Postverwalter. der 'cm ' großer, vier schrötig:r, gemüthlicher Herr in einem Käpxchen war. ; durch. Mausen , seines halben Markenöorrachs vi eine Vorzugliche Laune, gesetzt hatte, leitete ich mit kühner Wendmig das Gespräch auf den Versandt ' von Zeitungen, Journalmappen, Büchern, endlich auf das Abholen von postlagernden Briefen über. Der Herr Postverwalter schien sehr: erfreu! zu sein, sich einmal mit- einem Manne von Fach über diese Materien unterhal. ten zu können, bot, mir, mehrere Male eine Prise an, behauptete, daß man den Wedars an geistiger Nahrung in der Provinz weit uMrschzW gab mir statisti'che Daten, schien aber jede Frage, die mich meinem Zwecke näher bringen sollte,, beharrlich zu überhören. Als ich ihn darauf zu meinem Vertrauten machtk und die ominösen Briefe vorlebte, lachte er pfiffig in sich hinein und verwies mich auf das Nachmiltagsconcert im Schützenhausgarten, wo ich die, ganze llnte yoleo der Stadt uud Umgebung treffen und' meine Verehrerin herausfinden werde. Wie ich nun heimkehrend meiner Frau von der Erfolglosigkeit meiner Exposidion berichtete, äußerte' sie etwas von Fühlhörnchen, welche nach Sardou dik Frauen befähigten auf einer Stelle sitzend, sicherer ein Verlorenes , auizu? finden, als die Männer, die systemlos suchend umherliefen. Sie zog in Folge dessen auch vor. nachdem gemeinsamen Mittagessen das für eine Schaar hungriger Wölfe - berechnet zu sein schien, daheim der Tante in ihrer Gartenlaube Gesellschaft zu leisten. Auch der Tertianer entschuldigte sich mit dringenden Arbeiten, und so eilte ich allein dem Schützenhausgarten zu, in welchem ich endlich meine vier Verehrerinnen zu treffen hoffte. Ich meinte sehr früh zu kommen, aber ich fand bereits die grün und weiß gestrichenen Tische rings um das Orchester mit sonntäglich geputzter Gesell schuft, , gro 'stenl Heils Damen, umkränzt und wär fast geblendet von dem Glitzern der im Sonnenschein nach" dem Takt des Gäsparonewälzers auf und nieoertauchenden Stricknadeln. Den unter Hut und Halbschleier hervor nach dem Fremden mit dem breitkrämpigen zerknillten Filzhut gerichteten neu gierigen Blicken setzte ich einen antiken Gleichmuth entgegen. Ich bat sogar einige Damen, auf einem von ihnen mit Mänteln und Schirme:! belegten Stuhl Platz nehmen zu dürfen, was diese gegen ' meine Versicherung, daß ich vor dem erwarteten Hausvater das Feld räumen würde, artig ge währten. 'Die Mama, eine Tante, 'eine Schwie. gertochter und ein schlankes Töchterlein wünschten natürlich gern etwas über den Eindringling zu wissen, ein Wunsch. '.'"' . oen man in einem rammen ganz na türlich finden muß, in welchem einst em Durchreisender, der in die Colonne des Fremdenbuches Zweck d er Reise" : zum Vergnügen" ' geschrieben , batte, als, dringend i verdächtig verhaftet , worden ist. ' Ich aber wollte mein Geheimniß möglichst theuer verkaufen und das um so mehr, als mir auch das junge Frau lein, "ebenfalls Louise die gesuchte Per-' son zu sein schien. Sie war groß und schlank, sogar etwas eckig, und auch die anderen Äterkmale trafen zu. In ihren hübschen graublauen Aigen glaubte ich ein warmes Interesse für die Schriftstellermelt verschleiert zu finden. Nur daß, je l:bhafter ich wurde' die Damen sich immer kühler verhielten, bedrückte mich, und es verstimmte mich tief,: daß meine Karte, mit der 'ich jeyt als mit meinem letzten Trumpf ' herausrückte, auf keiner Seite einen Eindruck machte. ' ;Als aber nach "einer ' längeren Pause mich die Präsidentin des Tisches recht geschäftsmäßig fragte, ob 'ich in Wem oder Cigarren reiie, da glaubte ich meme Ze:t gekommen und schmollend zog ich mich aus der Haute volss nach einer einsamen Bank 1 am ; Waldrande ' zurück wo ich während des Miserere. aus ' dem Troubadour, nu'e Napolecn nach 'der Schlacht von Belle -Alliance schwermü thi ! die Arme kreuzte unö ! traurig über einen neuen Fe.dgsplan nachdachte. -Ha, schoß es mir plötzlich , durch den Kopf. Hat dieses Fraulein Louise von Z. in ihrer Neckerei' nicht vielleicht einen absichtlich irreführenden Steckbrief 1 von sih entwerfen? Ist sie' vielleicht dick jratt dünn, klein stakt lang, schwarz statt hellbraun ? ' Und da kam'auch schon der HerrPosthalter, jetzt in Eivil und hohem Hut, und ihm zur Seite eine kleine, schwarze,' volle, bewegliche, junge Dame das Gegenstück von meiner Personalbeschreibung. aber um so mehr die 'Gesuchte eme nach Abdera verpflanzte Athenicnserin, kurz eine Erscheinung, der man, um juristisch zu sprechen, die in Rede stehendem Handlung zutrauen konnte. . ' Wir saßen bald an 'einem Tischchen, nnd die Unterhaltung war im besten Gange; aber oie crme.ntliche war eine schweizer B onne, die H bei? einer dem Herrn PostHalter befreundeten Familie auf dem Lande in Stellung war, , uur gebrochen deutsch sprach und. als ihr Begleiter mich ihr als deutscher ölutor vorstellte, sich sofort erkundigte, ob ich vielleicht Monsieur Henri Heine" sei, der einzige, vo r dem sie überhaupt je ttwatgchött m-'mi'' Das war also auch nichts, und nachdem ich mich noch an den Herrn BuchHändler, den Doctor und den Apolhetcr herangeschlängelt u.id bei alle.! a:iwesenden Damen ineine inquisitorischen Tastversuche angestellt, hatte, trat ich beschämt und muthls den Rückzug an : Als ich zu Hause eintrat, stand meine Frau, völlig reisefertig, an eine Thür gelehnt und winkte mir, leise aufzutre ten. ' Sie horchte die Thatsache läßt sich nicht beschönigen; aber sie hatte verdächtige Ameichen aesammelt. und ur I Ermittelung der Wahrheit ist ja auch j dieser Weg gestattet. Im Nebenzillmer

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tagte Der Neue Mimbund, ein aus vier Tertianern bestehender li:erari,cher Verein, auf deren etwas.' dürftigen Schultern - d geistige , Neugeburt .des Städtchens ruhte. Wahrend die Tante ' ' . T. ' ":1 " . : '". ' ' in 'der Speiiekammer.beschattigt .war, uns für die zwciftüudlge Rückfahrt eine voltaische Säule von Butterstullen am znschichlen, hatte meine Frau - hier alle Gattungen Poelie und alle erdenklichen Strophen über sich ergehen lassen. Jetzt trat ich an die Wand und hörte meine eigne Schande. Liebe Kollegen!" vernahm ich Ludwigs jetzt sehr flotte Stimme. Ich bin Wieder in der Lage, Jedem von Euch ei Autograph zum Präsent zu machen, das ich mir durch eine wohlgelungene List, unter dem Namen eines im Auftragen? ihrer drei Freundinnen schrei benden Fräuleins Louise von Z. heraus. gelockt habe. An sichvollfländig bedeutungslos, gewinnen diese Autographen minoruin ontmm doch in der Menge als. Austausch.obzelt einen gewissen Werth, zumal ich die Absicht habe, diesen mit Autographen so freigebtgen Herrn weh ihm. daß er mein Onkel ist! noch recht oft und recht ausgiebig anzuschröpfen!" Wofür ich mich ' vorkömmend zu Ihren' Diensten halte", konnte ich'nicht üb:r mich gewinnen, durch die jetzt gevssnete Thür als Abschieosgruß dem Verb ü ften Reimbunde zuzurufen. Im nächsten Moment hatten wir uns bei der arglosen Tante verabschiedet,' und ein Viettelstündchen später saßen wir eingehüllt in unsere Plaids und den tiefsten Groll im Herzen in dem heiM sausenden Waggon. Meme Freudt war hin, mein Herz war schwer! ,Wenn aber doch einmal eine echte Autogravhensammlerin mich beehren sollte, nichts mehr ohne Photographie, und die muß amtlich beglaubigt sein. .,AuS pyarmazeutifcher Vorzeit in Wort und Bits" betitelt sich ein zweibändiges Werk von Meters, dem öer Sann. Cour." an sprechende Einzelheiten entnimmt. Ueber die Materialien der alten Apotheken gibt der Verfasse? folgende Aufschlüsse; Mit vielem Gethier geriethen die alten Apotheken m Fehde: denn es galt ab zujagen: dem Wolf die Leber, dem die Lunge, dem Hnc;ch die Ruthe Z'no das üreuz. den Huhnern das n nere Häutch:n des Magens, dem Hecht den gezähnten Kiefer, dem Hasen die schnelle Ferse, dem Och'en die Gallensteine. Die schwalben. Zaunkönige usd krpln? hstten, ehe sie würdig tvaren, im Reich? der Aeskulap zu bie neu, einen Röstproceß durchzumachen. Ja,, selbst seine Mitmenschen sah wahr scheinlrch der Apotheker vom Ende deS Uh Jahrhunderts nur mit Neid in ihrem Feite sitzen, denn in seiner Apo theke durfte ein Topf mit Armensüw der" Feit nicht fehlen! Sehr gesichert waren die Apolheker jener Zeit vor dem Vorwürfe, bei Ausübung ihres Berufes den schadet nicht gebraucht zu haben; denn die mensch ltche Hirnschale war ein hochgeschätztes Heilmittels Aus den menschlichen Gebeinen ward ein heilsames Ocl destillur; selbst die ägyptische Mumie müßte zum 'Wohle der Leidende.! ihre taasenZj'ihrige Rahe aufgeben, und der ..mediciniiche Kannibalismus" fabricirte Men'chm'ichrseb spiritus" und 'Nenichenknochsnsplri' tus"! Unter den Pslaiizen wird ein mit a's Heilmittel aufgeführt, wel' 's bei uns als Genußmittel sehr geschltzt ist, der Tibak. In Nürnberg taucht derselbe un zum ersten Male anr, aber schin im Ansanze des 17. Jahrhunderts gab es Passionsrauch:r", ja ihnen geh Zrte auch Wallenste..., öer Frie)!änöer", denn in einer gleichzeitigen Schnit über feine Ermordunz ,w:rd äusdrüklich bezeuzt, daß er an diefem Tage Tabak gesoffen" hibe; Aus dem Steinreich war d.'r fabelhafte Oftölan, ' der unsichtbar machm sollte, besonders geschäht, und als ttnivcrial' mfttel zur Verlängerung' des Lebens diente ein kostbares Elinr ans gestogenen Gemmen! Daß diese werthoollen Exzcuznissc antiker Kunsttyätigkeit von nnieren Vorfahren verspeist worden sind daran hat wohl noch kein Archaologe gedacht. ' - 5i ,Von ,ctm Metallen wurden im Mittelalter besonders das Gold und Silber für ärztliche Zwecke, und zwar meistens innerlich verwandt; wir spotten heute darüber, aber vielleicht, kommt lnch uns ein naemeises Geich'ö'hf, welches eben so,, höhnend über unsere -heutigm Elst'. Präparate die Nase rümpit. Besonoers unterhaltend Isind die Kapitel über Fälschungen . von Genußmitteln" und Quacksalbereien". , In Bezua aus den ersten Punkt kannte die alte gute Zeitl dur-üaüs,' keinen Spaß: AuacnauZstei chen . und Verbrennen, das warea so S:rafen für die Fälscherdie recht häu äg vIrkamen." Besonders vrüaA,waren zu allen' Zeiten die Weinfälscher.,. ,-Schon der berühmte Humanist Eellis' plädirk für , den Feuertod, der Gö.vissenlosen. ,,, f ,."".-.,.( Pfn "ll - -IV !.. !,!;;. 0,1.1. : ",!, - Darum muet Ihr." so ermähnt er . ', . i!-i 'l.nlK Jd'. " f.-m t I' L!''ii ,V. die Mazi?tra:e, nicht nur die Gemue erschla'n und solches Gift in Euren Flus; schütten, fondern ,, auch die Eln 'chenker dieses Weines lebend auf den ,, ärt'tltÄ!,Mt41f,",';ltX i' 'l'Ya,!..' mZr,!L '.' u);itH''!vik''w Hl CUtfc lUtllCtl. m Anbetracht nich : w .'Niger dieses Gip teö als der Spiydäberel!", ,? , ,rj, t llj! i. ! ,!::':'! i i iii'f 'ti i 511 L-Z umam',e'rr k'a n Kunstzoll. , Ein 5k,:n'tler, dcnn es mch.' gelungen, die alte Welt von seiner- Bedeatuilz - zn überzeugen, wandert nacv Amerika aus. Beim betreten des BodW'derAcaen'!eltÄerd selten der übtichen 'Zollrevision untere 1porfen5kvllbca:n!erbie , Studien-ma-ope durchblätternd): Diese Gegen stände müssen verzollt werden". Maler: So! Als was denn?" Zollbeamter: )cun. als Kunstwerke natürlich! Ma le r t Dem Himmel sei Dank ! Endlich einmal "eine Anerkennung :"..' : - -: i5:"i;',(!'' :l.Sir..ir "L";. cr-i : , .; f . L: !,;. : :V'':';! rr,.1-', l,!:f,;iflr:,Ui m c 11 eM zum , Bewußtsein dev wahren Werthes einer , tv-.f vits Ct ,k 0uuf ...v ivvii JVW UUwy im besten Faöe unterschätzen.

:'cif!s-ii:.lÄi!!::'f mif-nß W'P N'" H" ':'- '-: " ''':!"' '- '' .U'ü;i;it ii.ii"- . - iiUi(u:i t; rli..;iTif ..MiK.nt-HtiHf t;t-W;' tVt II J'i" ili:;'f Sie elchlcht, einS FächerS. Bon Smmq Nossl. Im Jahre 1809 veranstaltete eine Commission im Kensington-Museum zu London ' eine Fächerausstellung. Die ironigm von England, die Prinzessin von Wales und die derzeitige Kaiserin der Franzosen Eugenie hatten wahre Prachtexemplare brillantengesch:rückler Fächer gesandt, deren' Preis-aus Hunderttausende geschätzt wurde; die kunstliebende Baronin Rothschild in -Paris stellte eine Nouveaute. einen breiigegliederten Elfenbeinsächer dessen einzelne Stäbe mit den herrlichsten Ge tnälde-Miniaturen bedeckt waren, aus; Mcisfonier, Carlo Duroc, Lepietre und cndere Großen des Pinsels mehr hatten mit' ibrer kunstvollen ' Hand schrist" sich der schönen Baronin in bies eigenartige Salonalbum eingeschrieben. Riesenfächer, von Indiens ViceKönig gesandt, aus dem farbenglänzenden Rad des Pfaues, und im Stiel mit indischen Diamanten incrustirt, ' andere aus dem schillernden Gefiedern der indischeu Papageien, , wieder - andere aus runden Goldreisen, die mit einer Schaar Kolibris, nicht gröper wie Maikäfer übersäet ; waren, concurrirten mit den echten Brüsseler Spitzenfächern, die, in lautr"lief . gearbeitet, die Lilien, der toourbonen oder die Veilchen der Näpoleoniden im Wappen zeigten. Kunstbolle, Schnitzereikn, ' Emailkunstwerke, auf Goldgrund sich wiegende Blüthen Und Schmetterlinge, sandte eine damals regierende Pariser Fürstin der Bühne, d.e Großherzogin von Gerolstein" von Ossenbachs Gnaden, , im Privatleben den deutschen Ursprung verrathend:. Hörtense Schneider! " -'". ' ' 'r. jDie russische Fürstin- Gortschakoff ( eine Cousine des späteren Kanzlers ) stellte., nur. einen Fächer aus; im Vergleich zu all der Pracht von Diamanten, Federn, Skulpturen und Malerei erschien er auf den ersten Blick fragwürdig einfach, und er wurde, gewiß von der Hälfte der zahllosen Besuchsmenge überst hen, dennoch war es ein kleines Wunder, welches sich dem Kennerblick bot, ein Fächer , aus milchigem hellen 33ern stein, dreizehn Stäbe, sünsunddreißig Eentimeter lang und elf Centimeter an der obersten Breite messend! Wenn man bedenkt, wle selten selche große Stücke gefunden werden, begreift man erst den unberechenbaren Werth dieses Unikums. Eine handschriftliche Erklärung in franzöfiiche? Sprache besaqte, daß im Jahre 1 or die Fürstin Daschkow. Natalie Daschkow, HLn Süperbe", durch den Fund eines 'riesigen Stückes Bernstein auf' iren ' Besitzungen am 7 Weichsel strand, ans die Idee gekommen wäre, daraus den Anfang eines Fächers zu bilden. Da? erste Stück ergab die drei ersten Stäbe sie tragen ganz fein unten am schmalen Fuß die Jahreszahl 1701; ES muß eine lange Zeit vergangen sein, ehe sich wieder solch' seltenes Stück fand. ' Die schöne Daschkow war Wittwe geworden, als die Kunde an ihr Ohr drang, ein Ossicier der sogenannten stiArrec,, flctändc ; sich im Be? sitze des - '?chnüchtsvM gesuchtekBern steins. Sie reiste, trotz der Januarkälte, silbst den weiten Weg in's wüste Land bniein, und sie traf den Ofsicier Borgas Rutven auf dem Wege zum Juwelier, der itzm zum Hochzeitstag für sein holdes Bräutchen emen Sxangcnschmuck daraus Miserttgen sollte.' Er hatte nur ein bescheidenes Gutchen, daher 'verkaufte er der ch:n vornehmen Frau willig seinen Schah für den Preis eines Prachtedelsitzes. LaSnperbo legte außerdem einen anderen Bernsteinschmuck um den Nacken ' der - schönen Polenbraut uud e?lte glückselig heim vier wei'ere Stäbe, die mit ihrer Jahreszahl 1714 ' bezeichnet sind, 'gewann sie aus diesem erkaujten Bernsteinstück. ' l' : : i Ein einiges Jahr später nur tauchte in ier cleröburgcr Hofgesellschaft 'ein junger Mann auf, dessen Eleganz und Schönheit ' bäld " Tagesgespräch war. Er nannte iich Marquis de Berkoud, der iranchsische Gesandte wußte absolut Nläts ton, seiner Herkunft, doch wer konnte damals alle Adelszeschlcchter im Kopf fähren? Genug, daß die tonang. b.'nde Natalie , Daschkow 'ihn zuerst einführte.' das; er elegant tanzte, ritt, spielte und conversirte im Grunde är er ein ganz gemeiner Abenteurer, ar Kammerdiener' eitles EöelmanueS zcwe cn. nach dessen Tod er sich , das Aoclsprädicat und dessen Namen zulegte. Der Zauber, - womit er . die ,.us)srbo" einnahm, war außer seiner Person , ein herrtiches Stück Bernstein, er gerieth außer sich, ' als die reiche Wittwe von Verkaufen" sprach, er wollte es ihr schenken knur schenken für ein Gegengeschenk ' ihre wcc Hand, ihr goldenes Herz. ' zu ' ; 5ic zäh'.te wohl zehn Jahre mehr als dicur lfranzösiphe Galan, sie war frei und rücksichtslos. Am Sonntag s nach Ostern hieß sie Taschkow-Vertoud und h:clt den köstlichen Bernstein in Händen. Einige Monate? später beschäftigte esnel seltsame Angelegenheit das französische GeZanzdschastsamt.'' In Danzig ' . war aui.dem .Rathhause ein seltenes Stück Bernstein gestohlen.man muthmaßte als Dieb den französischen Tanzmeistcr Bertoud, der die Sprößlinge der Patriziersamilien dort, im alten Rathhaussaal, nach dem zitlang seiner Fiedel emst die zierlichsten Paö lehrte. O.Petersburg ist ein hübsches' Eudchcn ,von Danzig entfernt, dort wußte man, nichts vrn einem Tanzmeister und gestohlenem Gut! Die alternde Fürstin deckte mit ihren goldstrotzcnden Röcken den vielgeliebten schönen Gatten, den geborenen Edelmann, und die vier Stäbchen mit der Jahrzahl 1714 verrathen nicht, daß sie zu demSPracht Dan? erwirk: e die verliebte Gattin für den Gatten die Erlaubniß, daß er fortan den Namen Daschkow führe, der andere Name Benroud verschwand mit dem Dampfer reitenden Boten und ist nur wohl noch in den Atten des bestohlenen RathhauseS zu finden.

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in' yiü SZt ErI 5 '? wcht.L'lunSkn. mehr oU eme nnzlge Deckichalk zu sinden. Ein arnler , Handwerksburche aus OstPreußen, der von dem Wunsch der Für N ö den endlosen Mk , rgebensluch der halbverhungerte und zerlumpte Mann Wpman unkundig, verstand man sein ewia wie iuu juvuu. -otv vu derholtes Wort: Bernstein" nicht, bis gegen Abend lag er auf der Schwölle des Hauses, obgleich man ihn Zwanzigmal weggejagt! . Da , fuhr die Fürstin in eine kaiserUche Soiree. Sie war mcht mehr ia C .. j C: - jf jr ! . t . .. j" C I DuperDe, cic Wlumge von ver yano des , geliebten Undankbaren lagen ihr als , breite Furchen um Mund und Wanken. Der ostpreußische Geselle richtete sich noch einmal auf. . Bern-' stein ! rier er und hielt seine Zitternde , Hand mit dem gelben Stem zum WagensenIer.,.' , ! Die Fürstin verstand sie ließ öffnen, nahm ihm den ersehnten Schatz "" '- a - rg av uno mg e dem Porner: eor iym warme Speise, und ern gutes Lager, reine Kleider und bedient ihn mit Achtung, denn dieser Mann ist mein , Und zu dem armen Burschen: Ich danke Dir, morgen will ich Dich belohnen!",,,!. .' . j Aber am Morgen" war der arme Bursche todt. , ': Der 'Marquis", jetzt Fürst Daschkow, ließ' den Portier und die halbe Dlenerichaft durchpeitschen, die den gu. EffirSffiS SÄM sie dle Sterbemessen! Der untröstliche Wittwer verheirathete sich nach Iahresfrist mit einer Prinzessin Teganoff. Die Ehe blieb linderlos; der Fächer ging nach demTode der Fürstin in den Besitz der Gortschakoss'schen Familie über. Wie die zweite Schale, die hundert und drei Jahre , später gearbeitet, und durch welche der Fächer vollständig wurde sich fand, erzählte mir unter Diskretion we Erzieherin des kleinen Bringen mit der ein Zufall mich im Kensinzton - Museum bekannt machte, . 1 . . - n . , ... jUa Die Veiyelilgien aue langir geziorden sind, stehe ich nicht an, den Vorfall zu erzählen. Im Jahre 1837 besuchte eine Priw zessin Gortfchaksss, die an hochgradiger Nervontät litt, den damals erst in primitivsten Ansängen stehenden Badevrt Zoppot bei Danzig. Die balsamische Luft, der ozonreichen Waldungen bereits Wittwe war. Bald blühten auch die Rostn auf ihren bleichen Wangen auf und vertieften sich oft zu dunkelstem Inkarnat, wenn sie den Sohn des Wirths, bei dem sie Logis genommen, Christian Ulbrich, sah. Er war der Abgott des , Hauses, ein starker kräftiger Burzche von herkulischer Ge -r-ry-."---:- - vallzuviel Gel t, aber ernen reinen VerrS i,wS n.nS,..t2 sitf.f i iutiy uuv y luiivHtkv y w-jmvw I Mit der Ärmze nn Ankunft vollzog sich in ihm das Wunder der ersten Liebe. Diese köstliche vornehme Frau, so zung und lieblich wie eme knospende Junz frau, vers doch war ehrung in Wun che zu formen er war schon , glücklich,, wenn er das reifende Wesen auf seine Arme', heben und in oder aus dem Boot tragenwenn er sie hinaus m das rauschende Meer fahren oder durch die , flüsternden Wälder begleiten durste. Und bei solchem Spaziergang, durch DanzigS Nähe veranlaßt, erzählte sie ihm emst die Geschichte ihres BernsteinfischerS und zeigte ihm die zwölf Stäbe, denen der dreizehnte fehlte, wie sie lebhaft bedauernd hmzufügte. Nun war der arme Junge dem Zauber des goldenen Ambras vertäuen. , Zuerst spürte er bei allen Händlern umher, unter den Aronlem ver Vaggereien, selbst unter denen, die nicht immer das Recht haben, - zu, verkaufen, was sie sinden". 1 Alles vergebens ! 1 Eines Abends Nebel gingen über das wogende Meer, und der ,anste Somtnerhauch wandelte sich in ftifche I ,f : 'i::i!v!; mj-..fi:- k..i m

und der fri che Hauch der See wirkten ; belebend auf die zarte Gesundheit der ern em 3!lckelstuck zur das Hosconcert. li.na.n iim, ZiZp mit n,nn ,sin thrm Tas ist aber mcht diejenige Musik der

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ume. meme mc juÄgcjpuHdcnui würden a heilend em greisen , tonnen, wo ihre Seele und Lnb Genemng ge-' auch wohl die musikalische Hausfrau, funden. Sie vußtaaß sie Christian j Wenn dann das Mädchen Eier zu koch liebte, und ! ein Theil jene DespotiS- hat. müßte sie sagen : Madam ( oder mus, Sie an's Klavier ' regiert, thronte auch ihrem Herzen. , ug spielen Sie die Eierpolka, ich lege Sie war frei, war unabhängig.' Jene die Eier eben in Wasser." Einen VorSüperbe" hatte geliebt und selbst den ; tteit böte aber dann die Erfindung" ,, Unwürdigen geschützt, wo hl, war ihr - nicht, da zum Kochen der Eier in diesem Christian niedrig geboren, doch hoch und Falle zwei Personen nothwendig wären. ' rein fein Characterdle Welt ist so Bekanntlich ißt man Eier hart und weit, so weit -und mit Gold erschließt weich. Der musikalische Koch , sagt man selbst die Pforten des Paradies: nicht, ob seine Votka sür barte der es fehlte nur die günstige, Stunde, ihm iche .Eier bestimmt ist. Eier, die sttN Gluck zu verkünden. ' r-y; weich bleiben sollen. dürfen nicht so ' Rauh , kam der Michaelistag , ins lange kochen, wie die, welche hrt wer4 Land, der Glückstag der Jahreswende den müssen)' : .Wenn d:e Plka auß im Ostseelande. Geheimnißvoll, ohne weiche Eier hin komponut ist, wird man Gruß, hatte der liebe Mensch sich am jedenfalls einen Theil wiederholen müs Morgen entfernt, nur seine Blicke sandte - sen, wenn man die Eier hart haben er zu ihrem Fenster hinaus sie ahnte ! will. Man sieht, die Bedenken der nicht, daß er den Zauber beschworen, i Hausfrauen sind zu theilen. Möglich, daß er hinabtauchen wollte an der Küste daß der musikalische Koch ch aber Wand, um dort, den begehrten Bern j dadurch , nicht " abschrecken läßt ' und stein sür die angebetete rau n suchen. ' zunächst nock einen Tbeewalier komvo-

Nimmer hätte sie eS gelitten, denn abergläubisch, wie alle nordischen Wei- j der, lurchtete sie, daß der dreizehnte Stab" ihr Unglück brmgen könne. Unruhig vernahm sie endlich am Mittag von seinem Vorhaben ! Der ernste Vater,die freundliche Mutter des Gelieb ten irrten jammernd im Hause umher. Er war getaucht und nicht mehr zum Vorschein gekommen. Die Fischer such ten ihn etzeq und Haken m

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seiner Hand, est im. Todes Iramx ge. WlsT l cU' bai gesuchte Klcincd, , '.nd Ut Ä liebten gei. sic zzessin aina weder in ein Kloster, noch starb sie an gebrochenem HM. We ließ den Fach vollenden, ih aber nie - oft mögen ihre BlickÜhreThr Ämbra nesallen se n. e, stark UN. Vermahlt und kinderlos! Der Fächer ist jetzt in dem Besitz der Kaiferm-Wittwe von Rußland. Die Musik in der ttüche. Von der Poesie in der Küche haben - unsere Leser und besonders unsere freundlichen Leserinnen, schreibt ein Berliner Blatt, gewiß schon gehört. denn eine zartbesaitete Meisterin der Bratpfanne hat vor längerer Zeit b its ein Kochbüchlein in Versen heraus gegeben, welches sür die Schülerinnen der Kochkunst unge'ähr dasselbe sein soll, was die lateinische Grammatik mit ihren Genusreeln für den Sertaner ist. . L w nur mit dem Unter chied. da : man die in zierliche Reime ebrachten Koch' rezepte Genußregeln nennen müßte. Das Verdienst des gereimten Koch buches ist im Wesentlichen darin, zu suchen, daß man, so, ein Braten- ode, Mehlspeise-Rezept leichter behält, wenn man es als Gedicht gelernt hat. Z. B.: Willst Du guten Gulasch kochen, Kauf Du Fleisch t ein . ohneKnocHen 5 'S kann vom Rind," vom Salb auch seln x Schneide es in Würfel klein ; " W Laß im eignen Sast es schmoren. orcn; ' Mach'Ä'di die Same Dann hast Du ein fein Gericht. ( f Die vorstehende Probe soll bei Leib nicht' als sicheres Rezept gelten, wir wollten nur ungefähr die Art und Weise " andeuten, wie diese Kochrezeptein NciÄj gebracht werden. Also mit der Pocsi hat die Küche sich bereits in Verbindung gesetzt, und auch den Küchenseen dars man Interesse an der Dichtkunst nicht absprechen. 0 So manches Mädchen für Alles befitzt ein Versbüchlein, aus welchem es in kurzen Mußestunden sich Musestuw den verschafft. Von der Musik der ti x-it 1 : it:j.. uuc im citjcumutu iuuc 5 cyi teS hat man noch nicht gehört. D 1 Leierkasten kann wohl als Instrument der Küche" insosern gelten, als feint Töue, seine Lieder, seine Walzer haupN sächlich sür die Ohren der Dienstmäd" chen erklingezi. Das Erscheinen eines Leierkastenspielers auf dem Hose wird von den Dienstmädchen stets freudig Küche, die wir hier rm Sinne haben. Es ist mehr die Ereirunz einer rufina riscken Musik, frei erfunden nach dem Schiller'schen Ausspruch: Wenn frohe Reden sie begleiten. Dann fließt dieArbeit munter fort." . Ein Berliner Koch hat, wie wir honein Äun?e vereint. ', urr yai eine wzx nXt 1 wwhiu u. tyw Vorschrift auf der ersten Druckseite: w die lier in siedend? Wasser und spiele die Eierpolka moäero. Sobald der lekte Takt c?rnndunJ au? dem Gebiete der lulina r Musik sich erweisen wird, muß 'für den Augenblick noch dahingestellt bleiben. Wir wollen nicht leugnen, daß Fachsrauen, mit denen wir hierüber sprachen, Zweifel hegten. Erstens zei-, hen sie den Berliner Koch des Plagiats; jlt meinen, es gäbe schon lange sögeKannte Eieruhren, deren Constrnrtlon nd Anwendung bekannt ist."" Das Aufspielen der Eierpolka hätte ferner kee Schwierigkeiten. ' Wenn man der' tvDee des Erfinders folgen wollte,' müßte man nur musikalifche Dienstmädchen miethen, die irgend ein Instrument . . , fvrij... m spielen. Wir haben ja vor dem lmmen ' sen Kulturfortschritt unser Dienstmäd-' V,' !!",, t: !-'' f 11 ',!' chen allen Re spect, " aber , wir g tauben nicht, daß es viele Jetten, Gasten und Rieken gibt, die durch :ie Satten me, rrn ksen. ! Unsere musikalischen höheren Töchter . 1 - J . . nirt. Man laut den Thee so lange ziehen", bis der Walzer gespieWM Die Erstndung" ist eben crweiterungsf ' fähig. iI!lizlLj,,,,,, !lii;llä4!i,;'l!!!!'!l!i.iiiriiiif'!!;;,:1-!!:; F "'SiP'-ii'.iii' HM.'' ' , :,( !'k!" V "S"V fi'Sii Was ist das höchste Maß der Macht der Gewohnheit

r. l ..v .j.. Vi.ft ur

Wen ein Journalist bei seiner Ver; mählung am Traualtar das Notizenbuch aus der Tasche zieht und dle Redz des Pfarre stenographirt!"

WM. i.S fti

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