Indiana Tribüne, Volume 14, Number 217, Indianapolis, Marion County, 26 April 1891 — Page 6
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Der Trottel." &
Ee Kit ca JUslirntea tcn, Hrn Sxaches. ; Wenn der Schlitzafluß nach einem Meißen Tage seine Kühle hinauf verbreitcte über die nächsten Abhangx, wenn fMt Sonne ihren letzten Gruß durch das Thal herab sandte, wahrend dem SonKnenunterzang entgegengesetzt MLber den Berspitzen dichte Wolken zusam, trttwcollitit, dann kam er hervor, wie W Üudni einer Uhr und setzte sich aus' die Bank vor dem kleinen, niedrigen, , 'float Schindeln gedeckten Hause obenan !!der Schlitzaschlucht.' Da konnte er bann sitzen und ßch Fer mllden Kühle sreuen, ,; den rothen Schimmer der Sonne' über" sich, seine Hände zwischen den dicken Beinen reibend und so hell-und breit , iLZ den kindlichen Froschaugen lächelnd, ; als ob die ganze Welt, ihm gehörte. Riefen dann die Kinder den armen - Burschen, um ihm einige Kreuzer zu Heben, so tourde seinzLächeln noch heller und breiter. Tann stand er aus und trottete die Anhöhe hinunter; sein gro- ' her Kops wurde eme einzige schüttelnde ? Danksagung . während die schweren, schlotterigen Glieder sich die äußerste Mühe gaben, dem Kommando des Wil kens zu folgen. Der Fluß brauste j weiß schäumend unter ihm und hinter ihm thürmten sich die schweren AbendWolken auf an den Bergseiten. Gegen : die emstschWngerE düstere Landschaft ' stand er da: platt beschienen von der Sonne, grotesk in seiner Entzückung, besreit vom Bande des Staubes in seiner SorgsoMZeit zmd Unwissenheit lustig wie ein Thier, das eine freundliche Hand liebkost glücklich, wie es nur ein Idiot sein kann. Und in sol chen Augenblicken kam xr uns fast hübsch vor insoweit die ganz unmittelbare Freude alle lebenden Wesen verschönt. Und unser Freund, der Arzt, sagte: -Ich könnte ihn oenciden! Wenn aber die Jugend des Ortes ihn mit aufreizenden Zurufen oder mit Steinwürfen verfolgte, und wenn er, rhne an Gegenwehr zu denken, angstlich und scheu hinter unser Haus flüa; tete wie ein gejagtes Thier, das den Gebrauch seiner eigenen Kräste nicht kennt wenn er mit diesem zermartere ten, eingeschüchterten, vollkommen hilflosen Ausdruck in den Augen sich um sah, als wäre ihm die ganze Welt versperrt und bliebe ihm nichts Anderes übrig, als sich in die Schlitz zu werfen da konnte uns das Herz bluten bei feinem Anblick. Der Arme! Ist denn die Natur ewig sich selbst gleich innhrer Unbarmherzigseit, daß sie 'ausdem stärksten Triebe zweier Wesen ein Geschöpf entstehen läßt, dasselbe mit Kräften ausstattet, für die es keine Anwendung sinden - kann, ihm', Alles versägt ausgenommen das Gefühl des Glücks eines Augenblickes, das wieder umschlägt in die Erkenntniß grenzenloser Verlassen heit? Man kaun sich Fragen stellen, die im Kolorit mit einer Berglandschaft ; sich messen können, über welcher sich die Schatten der Nacht zu breiten beginnen.' In diesem Falle, indessen traf die, Natur wohl keine, Schuld. . . Es scheint, als 1 nmßten die meisten Gebirgsortschasun in Kärnten und vielleicht auch in Oöerösterreich ihren Idioten, ihren Trottel" haben. T... ballt den seiniaen. , Und hierist in aller Nürze seine Geschichte. :; Vor ungefähr zwölf Jahren hatte T noch keinen Idioten ; wohl aber war ein jnnges, hübsches, leichtsinniges Frauenzimmer ii den Ort gekommen, und zwar mit einem reizenden Knaben ' von 5 bis G Fahren, gesund, gut gewachsen, stark, mit klären, gutmüthig, schelmischen Kinderaugen einem Öna den, der keinen Vater hatte, jedenfalls nicht nach dem Tausbuche, und der ja vielleicht auch olme Vater s hatte durch lie Welt kommen können, wenn-nur die m?,.tt z. Kziv !' : :4" Mtv? y.s.iuMjjt ijutit. Aber das war eben n' der Fall. Sie diente bald doV Sald da, sie ging -tanzen, sie unterhielt sich in ihrer leicht lettigen Art? eö gab ja Soldaten,' FeldMer genug im Orte, um das hüb. sche A!ädchen zu zerstreuen. Dn Knabe aber war m der Pflege bet einem' alten Weibe am Ende des Ortes. Das,' Weib hatte einen Sohn, den lustigen Seppel", Schuster von Prosession. Und der Schuster hatte einen abgerichteten' Staar, mit dem er um die Wette psiff t:m frühen Morgen bis zum spaten Abend. Alle konnten den Knaben lei den, der Niemand im Wege war, sondern im Gegentheil sür jede freundliche' Annäherung einen lustigen Einfall, eine trockene Antwort, ein frisches Lachen : Satte," und der Schuster " theilte bald seine Liebe Zwischen dem Staar und dem aufgeweckten kleinen Jungen. Viel leicht ging etwas von dem Gefühl des Schusters sür den Knaben auch über aus die Mutter desselben; allem der lustige. Eeppel war eine praktische Natur und alles eh als sentimental. Er machte sich daher auch xnXßxiläxau daß das Mädchen ihm bald den Einen, z bald den Andern vorzog. Die Frauenzimmer sind ia unberechenbar und unoegreiflich. Wenn sie Einen lieben, soll j ' . ' .W:?'!i .-.JVlfW-: man Zie aucy ucoen auem man ou sich keine Mirakel erwarten! , Das war die Quintessenz der Lebenserfahrungen des Schusters auf diesem Gebiete. OMls es hies;. das Mädchen hätte zu dem Sohne eines Bergbauern oben im khöchwalde Zuneigung gefaxt, sagte Eeppel: echt hat sie! Kann sie den krammetSvoael in der Schlznae . fan ?0ffioMiift- kci Gtt, das Vernünf'Üi . Jl ;..' . . ' :, li :Hlt.L'J' tigfte, was pe nocu gelyan yar. ueoii ' -ns glaube ich aber, daß der ein gar k-tämim'i tS-Kifil Eines Nachmittags kam sie, um den il oben Kirchweihfest , sein. 1 Und da lte sie ' i ietj-jinottf gehenlfei; ,1 46;:aniitt1ubern m- s Gesellschaft zu 1 haben, den Kna. t mitnehmen, sagte sie und zeigte Welnd die weißen Lähne in 'dem hüb-
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; - S35re s nicht besser, wenn Du flja hier ließest? fragte Sevpel und blickte zur Seite hin nach dem Staar, der auf femeni Käsig r tm Rasenstück hackte. Er ist Dir nur , im Wege wo Du auch übernachten magst, und er ist zu klein, ''um' allein heimzufinden, wenn Du ihn verlierst!" Sie antwortete jedoch, der' Weg sei zu lang und zu langweilig,! um allein hinanfzugehen. Sie werde schon auf den Knaben Acht geben und' übrigens schade es ihm nichk, einmal hinauszukommen und sich ein wenig umzusehen.
Und so nahm sie ihn denn mit sich. Er winkte mit seiner kleinen braunen vand und sandte seinem lanaen Schuf sterfreund einen langen Blick aus seinen klaren, schelmischen Kinderaugen noch bei der Biequna des Weses wandte er sich um und blickte lächelnd, treuherzig froh, ,frifch wie ein junger Vogel, auf seinen großen, ein ' wenig vorgebeugten Pflegevater. ' Die Mutter zog ihn an der Hand fort; die kleinen, kräftigen Bnnchen mußten sich ordentlich anstrengen, um halbwegs mit dem schlanken Frauenzimmer Schritt zu halten und Seppel bin m das Mundstück seiner Pfeife und ging wieder hinein in seine halbdunkle Schusterpube, aber ohne mit dem Staar Um die Wette zu pfeifen. Er machte sich Vorwurfe, daß er sie den Nnaben doch hatte mitnehmen lassen. In der Nacht brach das Gewitter los, welches . den ganzen Tag über durch's Thal hinab gedroht-hatte. Seppel war mehrere Male draußen vor dem Hause, die, Luft zitterte unter dem Donnerschlage: die Blitze blendeten und hinterlleien wieder eine raben schwarze Finsterniß, in der selbst der wüthige Seppel allerhand seltsame und unheimliche Dinge zu , sehen vermeinte: all' die Bilder des gekreuzigten Hed lands, sich krümmend und jammernd den ganzen Bergweg hinan dann dm wilden Reiter, der vom Hochwald herao stürmte mu dem Kops unter dem Arm,., wovon Seppel dem Knaben nicht einmal, sondern oft und oft erzählt hatte, wenn die Dämmerungs- und Fneravcndstunde kam. ; Nun ärgerte er sich darüber, daß er dem Kinde Solches erzählt hatte. Als das Gewitter aufhörte, folgte ein hesti ger Sturm und ein eiskalter Regen. Erst gegen Morgen hin kam Seppel in einen ordentlichen Schlaf. Spät am Nachmittag kam das Madchen zurück allein. Sie war durch und durch naß und mürrisch; das ganze Kirchweihfeft war ; verregnet worden : sie schlug sich uoer die starken Husten, wund ihr Kopstuch ; aus, schunpite aux das Welter und fragte schließlich, ob der Knabe nach Hause gekommen sei? Der Nnave der Knabe! ner Sep pel. Aber Du guter Gott, was hast' Du mit ihm gethan? Was wein ich? antwortete sie ver drießlich; ich war so schläfrig gestern Abends er wollte m der Stube herumspringen da gab ich ihm eine Ohrfeige und dann lief er hinaus m den Wald. Ich glaubte natürlich, ei laufe heim! . - ; Natürlich ! wiederholte Seppel und machte, einen, Schritt zurück, indem er unwillkürlich seine Hand erhob., Natürlich verdienst Du eine Ohrfeige. . . . Schau, da Du jetzt zur Mutter hinein kommst; sie soll Dir trockene Kleider geben und dann gehen wir sogleich und suchen ihn! Ich bin müd' und schläfrig : ich tun' nach Hause. Tu kannst ihn allein suchen gehen, sagte sie. Und dann gma sie fort. Sevpel blickte ibr nach, murmelte einen Fluch zwischen den Zähnen, nahm Stock und Haube, verschloß seine Thür und ßjng den Berg hinan. Zusammen mit einigen Holzknechten stieg er in dem dichten,-, flüsteren Hochwalde herum. Da fanden sie endlich den Knaben. Er hatte sich in'sMoos hineingebohrt ; seine Glieder , waren zusammengeschrumpft ror öiaue vor na . vor Schrecken .... in der wilden, kürcbterlichen Nacht, da oben in dem öden Wald allein em armes Kind von sechs Iahren allein! eine Augen standen steif im Kopfe; es hatte den Gebrauch der Sprache verloren er war ein Idiot a . !: . i- '"Mi 1 , i kN. .,, Hi ,,,, .:.:, " Sein Pflegevater starb einige Zeit darauf. Die Mutter war sogleich verunden. Der Knabe ftel der om mune zu. T.... hatte seinen .Trottel" ä -T" : ' " ' erhalten. f Nein, die Natur kann nnbarmherzig, hart, gefühllos genug sein in ihrer unzugängliohen Majestät; sie kann Wesen hervorbringen, ? von: denen toxti sagen müssen, daß wir die Absicht mit ihnen nicht zu begreisen vermögen. Aber kann sie es an Unberechenbarkeit : aufnehmen mit der Eigenliebe : und dem Leichtsinn des Menschen? Gleichwohl i dieser Arme hat seine Augenblicke,, wo "tt,fätt,stwö niemand ihn reizt'wöHer die reine kühlmilde Lust vom Flutz herauf genießt, während die sinkende Sonne der Berge ihn liebkost mit ihrem Lächeln und sein Elend vergoldet. Es gibt Augenblicke, wo dje Welt ihm zu gehören scheint und wo noch überdies eine Kindes Hand ihm das darreicht, waö er am höchsten schätzt, fünf Kreuzer, um sich Tabak zu kaufen. Und beginnen auch in. einer kurzen Weile ; seine Plagegeister wieder, ihm dasMdeÄMtftbittn was sollen denn wir sagen, wir, die wir diesen gcJenseitigen Kamps führen in beständiger Furcht vor der Zukunft, umgeben von immerwährenden Sorgen, Angst, Enttäuschungen. Leiden ? Und sich dann wicdcrAzu denken, daß dieser Idiot ein grächtiger Junge war daß er diel leiHtDeiNer und hinctngckoinniel ;:to$tejitj!nef ieit Kreislauf von Leiden, EnttäuschunSen,AngstundTgm!MH - Und dieser Freund, der Arzt, hat dielleicht Recht, wenn er : sagt : Man weiß am Ende nicht, wen chan beneiden ,weZ,MV hemstleidM k?ll!
SU Frauen 5 der LTlusir.
Von V. Hempel. Keiner Kunst hat sich die Franenwelr. mit solcher Leidenschaft und in solchem Umfange bemächtigt, als der Musik. Die Ausbildung in derselben ist heute ein unerläßlicher Bestandtheil der Höhe-, ren weiblichen Erziehung und die Anzahl der Berufsmusikerinnen ist eine so enorm große geworden, daß man schon vielfach versuchte, derselben Grenzen zu setzen. Man könnte eine ganze Reihe von Gründen dafür finden, warum die Frauen so viel musiciren. Der erste und wichtigste dieser Gründe dürfte barinz zu finden sein, daß die Musik, obgleich die jüngste der Künste, ; d. h. diejenige, welche sich zuletzt entwickelt hat, dennoch dem Menschen am 'nächsten steht und sozusagen 'eine Freundin deZ L ' ' " ,",,4irf,i V :i "i ' , hauzes ,st. Vielleicht kann man ' noch nnen Umstand anführen, der die Mü!ik dem weiblichen Wesen .nahe rückt; die Musik ist vorausgesetzt, - daß ' ihre' Technik bewältigt wird absolut schön, vährend alle andere Künste, der reali Mischen Zcitrichtung entsprechend, mehr öder minder mit den Häßlichen rechnen. Sieben unberechtigtem Dilettantistnus, der in jeder Kunst und bei beiden Geschlechtern' vorkommt, -leisten Vxt Frauen, Tüchtiges, stellenweise Vorzügliches in der Musik. Trotz der unermeßlichen Schwierigkeiten, und der be,ieute,nden.ÄuftlkxäfHMlHdie mo-1 derne Klaviertechnik fordert, bieten Frauen auf diesem Gebiete Musterhaft ies. Noch lebt Klara Schumann-Viek, die Gattin Robert' Schumann's, -die uns,' wie kein Mitlebender sonst, die undergleichlichen Werke ihres Gatten inlerpretirt; sie ist dabei in der Art ihrer Empfindung und Vortragsweise eine ,:cht weibliche Künstlerin wahrend die zeniale Russin Mnette Essipoffam Klavier männliche Energie der Auffassung' and eine gleicherweise männliche Kraft und Ausdauer entwickelt. Man muß die Essipoff, von vollem Orchester be zleitet, gehört haben, um dies zu bestatigen. ' Dieser hochbegabten Frau reiht sich Sophie Menter an, derselben gleich an glänzender Technik, Fülle des ' Tones und Mannigfaltigkeit der Nuancen,' wenn auch vielleicht nicht ganz an Genialitäk der Auffassung. Neben dem Klavier, ist auch die Geige von den Damen bevorzugt worden. Unsere Eltern freuten sich an den anmuthigen geigenden Schwestern Milanollo und Neruda; wir haben in Marie Soldat eine,,, klassisch 'gebildete, Violin virtuosin, die den sogenannten ' großen Stil vertritt, und in den Damen Teresina Tua und Arma Senkrah ?!anmuthige Geigerinnen, welche ÄörnehH,, lich das, sinnfällige Genre kultiviren. Die vorgenannten Künstlerinnen lic fern den Beweis, daß das weibliche! Virkuosenthum dem männlichen wohl an Anzahl, aber nicht an absoluter Leistungsfähigkeit nachsteht! Wem aber drängt sich in Anbetracht dieser Thatsache .nicht die Frage auf:, ,, Gibt es denn keine weiblichen Komponistinnen und warum. nicht?" Wirklich gibt W deren keine, oder so gut, wie keine. Was die Frauen auf diesem Gebiete leisten, ist nicht der Rede werth und sällt kaum in's Gewicht. Man hört hier und da von einzelnen Versuchen, aber niemals hat die musikalische (om Position einer Frau sich irgendwo oder irgendwie, ; ein j größeres Publikum .erobert.' Es ist dies eine recht verwunderliche Sache, wenn man bedenkt, was die Frauen auf anderen Kunstgebieten leisten. Wenn man von führenden und schulemachenden Talenten absieht, wie sie auf dem literarisaen ' Gebiete heute nur Frankreich, ' Nunland ' und , Norw'F , gen besitzen, so lotsten die Frauen in der Literatur fast,, eben so Tüchtiges, wie die Männer. Einige Jahrzehnte haben genügt, um den schriststellernden Krauen eine erste' Stellung neben den männlichen Leistungen einzuräumen.' In der Malerei ist das noch Ächtd Fall; i immerhin aber vermögen die, Frauen auch hier,. Achtbares. Paris und Berlin besißen ja bereits weibliche. Genossenschaften, welche ! in , der Lage sind, regelmäßig wiederkehrende Aus-, skellungen zü veranstalten.' Die Na men der Rosa Bonheur und Angelika f f '.,"! ' ty"' fV " r.jd t,!; Hausmann bürgen dafür, day es Malertalente weiblichen Geschlechtes gab und gibt. Sogar die Bildhauerei hat,trotz der Sprödigkeit ihres Stoffes, der , Schwierigkeit ihrer Technik, trotz der physischen Anstrengung, die sie fordert, die Frauen angelockt. Man begegnet auf jeder Ausstellung plastische Werke weiblicher NamW und um einen zu nennen, der, allerd inZs aus solchen AuS?V stellungen Ziicht zu finden ist, sei hier der Prinzessin Marie von Württemberg, geborenen Prinzessin Orleans, gedächtt der eine conventionelle Fürstenerziehung gewiß Alles näher legte, als. hli Skulptur., .,,! ,,,., ,, ,!,,, , yt.dl-fi ii:iii!ir'liÄl!(;4!il iistilll' rlil!'!ii!!i:;i!lil!ii!i!ili!liii: ;f fShilfli Es muß , ein starkes und Ursprungliches Talent gewesen sein, welches in dem jungen Fürstenkinde zur Entfaltung drängte. Die Prinzessin starb im jugendlichen Alter von L6 Jahren und hinterließ eine Reihe tüchtiger plastischer Werke, darunter das Modell der Jeanne d'Arc zu Pferde im Museum zu Versailles und eine Peri" welche das Grab der Fürstin schmückt. Sofern es sich um schöpferische Arbeiten hanbeltFwelß' unbdie Musikgeschichte kein iüziges ahnliches MWpiel'MMäyleW Wir haben vielleicht einmal ein Liedchcn oder ein kleines , Klavierstückchen gehört, welches von Frau oder Fräulein N. N. herrührte. Wo aber ist dik Oper, die Meffe. das Streichquartett, jäj? auch nur die Klaviersonate,die einem welblichen Geiste iMspnlHeMHSH ftnd'nöchNngeschÄevenWDM M,, ,! KMskwlrdL,kaummoglichP Erscheinung ganz zu erklären. Einiges Licht aber fällt auf dieselbewenn man die Natur der musikalischen Begabung emen Augenblick ins Auge fassen Das
Schaffen des Dichters ist gewiffermaßen. l eine Wüthe seiner allgemeinen Bilduns
und Begabung. , lEr denkt und empsi. ' bet, wie jeder höher gebildete Mensch aber er hat das Verm ögen sein Denke, und. Empfinden' auszugestalten ' und da. durch auf Andere zu übertragen. Auc der Maler malt, was er sieht und wa Alle sehen, er sieht es nur in schärfere, Beleuchtung, in einer bestimmten Ab. sicht, durch das Medium seiner Phaa. . ' i i . 4 . j ' " li, i- : ! jjjiii" Die musikalische Begabung aber isi unabhängig von der allgemeinen geifib gen Begabung. -Sie, beruht auf einn besonderen Organisation , des OhreS, dem eine specielle Gruppe,, von Gehirn Molekülen entspricht. Deshalb , sindeZ man . musikalisches Können bei Kinder und ganz, einfachen Menschen aus den, Volke, äderen Denken, , und Empfinde sonst noch, ganz unentwickelt ; ist. . Alk anderen Künste kann man sich , bis zr einem gewissen Grade durch Mchtigi Ausbildung, Schulung und Anempfin. düng aneignen, nur nicht die Musik: sie fordert unbedingt einen gewiss Grad von Naturbegabung. , : v Nun kann man uns, allerdings einwenden, daß eine Menge talentloser Musiker, compynire, , Jn erster Reihe bringen diese die sogenannte Kapellmei ster-Müsik hervor, welche aus der geschickten Verwebung von bekannten und verbrauchten Motiven und Formen be steht.' ; ; ' ' , ' ' ', ' I H M . -I : ' i :S !' , Es scheint uns nun außer allem Zwei, fel, daß Frauen von einer gewissen mu sikalischen Naturbegabung auch befähigt wären, , solche Musik , zu componiren. Wenn sie es nicht thun, so geschieht es, weil sie , dem Orchesterdienst ,im ,Allge meinen ferne stehen und ihnen in Folge dessen die Erfahrung und , das theoretische Wissen fehlen, welche auch zu die? ser Art von Eomposihon unerläßlich sind. ; Jenes musikalische Talent aber, welches wirklich Neues .schafft ist den Frauen von Natur gänzlich versagt. Schöpferisches Talent oder Geme hat die weise Natur nur dem Manne ver liehen. Das Genie ist ganz entschieden mannlien Geschlechts. Dagegen' besitzen die Frauen in hohem Grade die Fähigkeit nachzuempfinden, ' sich , anzupassen. Auf allen Kunstgebieten also, wo es sich um Gedankenarbeit, um Nach empfindung, um höhere Bildungsziel handelt, wie z. B. auf dem literarischen, Gebiete, ist die Frau völlig im Stande, die Eoncurrenz mit dem Manne aufzu' nehmen. Sie hat vom Manne gelernt und ihr Können in überraschender Weist entwickelt. In England schreiben -im belletristischen Genre mehr Fraue als Männer, und die Frauen schreibe so gut, daß man ihre besten Leistunge . denjenigen der männlichen College faß gleichstellen kann.' ' - Allerdings haben wir . keinen weib lichen, Goethe oder Shakespeare, ebensl wenig, wie, einen weiblichen Beethoven. .Auch 'ein weiblicher Johann Strauß. Bizet!oder Snllivan ist unbekannt unj undenkbar. , Auch bei Componisten im leichteren Stil handelt es sich um ein, Naturbegabung, welche den Frauen versagt ist. Man kann es durch bloßl Bildung, dahin bringen, eine leidlioZ gute Novelle, zu schreiben, aber u einen! leidlich guten Walzer zu setzen., braucht s irgend ein Fünkchen, das durch Bildung und Nachempfindung nicht zu wecken ist, welches jedoch ein armer uw wissender Musikant ' besitzen kann, der nicht orthographisch nt schreiben im Stande ist. Dies Fünkchen ist den Frauen versagt wenigstens jetzt noch! Ueber die Zukunft wagen wir nicht zu entscheiden. , Leicht möglich ist es, daß in Folge ihrer allgemeinen Bethätigung in der Musik die Fraüeii' sich Zuch in dieser Richtung entwickeln werden, daß jenes Fünka)?n, im weiblichen Hirn noch erwachen, wird Die Leistungssähizkeit des weiblichen Geschlechts . hat ' in den letzten Jahren unglaublich rasche und glänzende Fortschritte - gemacht, ein schlagender Beweis für die Lehre Darwins von,, der Fortentwickelung durck den Kampf um'S, Dasein. Wenn nicht wir, so mag vielleicht dke näMe Generation die lomponirende Frau erleben ,-Fa taleS Mißverständni ß. Zwei Studenten' haben aus einem Cöm mers? einen rechtschaffenen Trunk 'gethan und liegen am frühen Morgen in de: Nähe ' ihrer- Kneipe hilflos auf de, 'Straße. Ein junger Professor, de: seinen Morgcnspaziergang macht, kommt vorbei und, freundlich und wohlwollend wie er ist) sammelt er die beiden jungen Herren auf und sagt: Meine Herren, gestatten Sie mir, daß ich Sie heu begleite '' mein Weg führt' mich ohnehin an Ihren Wohnungen vorüber !" Da-
bei nahm er an jeden Arm einen Swdio, und schwankend und taumelnd zog das Kleeblatt von bannen. . Unterwegs begegnete diesem der Herr Rector. Als l am ' nächsten Tage der Herr Pro-, sessor in sein Colleg kommt, wird er vom Herrn Nector mit den Worten begrüßt: Aber , Herr Professor, das sind mir schone Geschichten Sie sind gestern Ä selt aewesen l daß sich zwei Studenten Ihrer erbarmen und Sie , heimsührer . mußten .'y ; ti'sim " ';!?: I ;if i: S.: 0" ' ,aV!' fllW1!! : wA :-nli''l!?;iil!j : "I, ill'i' r0f: fim-wuHmmm fi vr i s '! U, . i t .rnr, H . , , , Bummler kommt m , em Wirthshaus, bestellt sich zu essen und zu trinken, und läßt! sich das Gebrachte vort den. Als D jeoD ofrefeeij verlassen will, wird er vom Kellner angehalten und zum Zahlen aufgesordert. Mit der größten Kaltblütigkeit erklär! er, daß er kein Geld habe, ' worauf , ihn der Kellner in der höchsten Wuth an- ;- ' :l!r "if iTl "; ' ' J i. schreit : Wie tonnen Sie sich dann unterstehen, etwas zu bestellen?" Jener ! läßt sich jedoch nicht nuS der Ruhe brw' genlundzerwied Aber, erlaubev Sie Trr, 5"?nn man in ein Wirthshaus 'geht, vi4)j mön doch auch anstandshallei etwa,, w pirilf W- 'AiiTttmiiS! (zur Hß iclerin): Sie müssen ettn2itz!OiF,zir,er sterben ; thun Sie' doch ÄalPK Wirklichkeit wäre unl ' SielSlIleit Ihrem Mann einen Gefal'lkuM,.,.......
ptelenve nmver. von vilvefte, ' Goethe's Mutier schrieb einst an ihn Enkel nach Weimar: Wenn ich bei Euch wäre, lernte ich Euch allerlei Spiele, als : Vögel verkaufen, Tuchdiebes, Potz, schimper, Potzschemper und viele andere". Der Sinn für diese Bezeichnungen ist uns wohl zum Theil verlorengegangen; nichts wechselt so sehr wie solche Namen, welche das Kmd in den meisten Fällen selber schasst, oder die anderorts deshalb nicht . gut verstanden 1 werden, weil sie rein lokaler Natur sind ; dafür sind die Spiele. "welche damit , gemeint werden, ti beinahe überall . " dieselben. Kinderspiel, Kinderlied und Märchen", sagt Wilhelm' Grimm. , sind scheinbar eintönig, sich wiederholend, jedoch so, wie auch die Singvögel einfarbig sind." C l,,,,,,, , . , ,z . . , Und es giebt in der That kemen' kost, kicheren Anblick, als so eine Schaar junger, Menschcnblüthen, wenn sie, mit ver! fchlungenm Händen, wie ein Gewinde von Spenden des - Sommers, den Reigen abschreiten und jene Lieder singen, welche uns Allen noch aus Zeit her in der Erinnerung hasten." ' Denn es giebt beinahe kein Spiel der Kinder ohne eine bestimmte rhythmische Bewegung' und vor Allem diese niemals ' ohne die Begleitung' durch das ' Lied.' Man darj diese Momente nicht von einander trew nen; sie gehören ' zusamMkN, ' weil ' sie vereint vorkommen. - v 1 ,. Darin liegt auch der große Reiz, wel chen spielende Kinder auf uns ausüben, daß so viele unsere Sinne- zu gleicher Zeit auf das Angenehmste beschäftigt werden. Dieser Zauber wirkt in seiner Reinheit und Reichhaltigkeit so mächtig, daß sich ihm die erlauchtestenGeister unseres Volkes unterordneten. ' In feinet Schrist an die Bürgermeister und Rathsherren aller Städte deutschenLandes5 vertheidigte Martin Luther' schon im 'Jahre loU das gute Recht de, Knaben, auch fernerhin Köuchelchen zu schießen zu 'laufen,' zu rammeln und Ball zu spielen. Und ein andere: Mann Gottes der' Prediger Bartholomäus Anhörn, schrieb etwa hundert Jahre später: maßen Zach 8, Z es als eine herrliche Gutthat gepriesen, wann die Gassen einer Stadt voll Knäblein und Mägdlein sind, die ihre Kiw derspiele treiben; deren werden .nach Unterschied der Orten unterschiedliche Gattungen gefunden : als klunkem, dopsen, niggeln, rebhölzeln, mit Nüssen höckeln oder häufeln, ' welche Spiel üuoZ oftmalen sürnemme Eltern selber mit ihren l Kindern treiben, als Sokrates mit seinem Söhnlein Lamprode, und Agesilaus, ein Fürst der Lacedämonier. ist wohl gar mjt seinen Kindern in dem Hofe seines Hauses auf Steckenrößleir herum geritten." - Was .uns ' auffällt, ist zumeist, dn Ähnlichkeit der Spiele ' mit denen, welche vor Jahrhunderten ' von , dem deutschen Kinde geübt wurden. Wii gesagt, nur die Namen haben sich ver' schcben odetf'ndimL u ?d.'rZcitenmden Deutungen .unklar geworden; die Thätigkeit aber blieb gemeiniglich dieselbe. Uralt' ist vor allem das Ballspiel, ehedem so beliebt, daß man sogar, wie Fischart in seinem Gargantua" berichtet, eigens Gebäude für diese Kurzweil der Jugend herrichtete.. . So bestanden in vielen großen Städten , als ansehw liche, ,zum Theil gewaltige Bauwerke ohne Stockwerke und Zimmer, ein geeignete? Tummelplatz sür die Beweglichtelt der, Kseincn, wann die Unbilden, der Witterung diese Kurzweil im Freien unmöglich machten ; Zog aber de Sommer in dic.Lande, so waren , Anger und' Waldeshalde die beliebteren Stätten. Eine Abart des Ballspiels, das ohnehin in ,deu verschiedensten : Battun gen bei unseren Kleinen ausgeübt wird, war auch im , Grund der Plumpsack geh! um", indem dieser ein an einer Schnur bcsestigter Ball war. Auch beim ThaZ lcrwandern" bediente man sich früher eines Balles, welchen man. erst später durch das Geldstück oder einen Ring er-k setzte. Dieser zumal war bei sämmtlichen Kinderspielen überaus beliebt; er ist geradezu umsponnen von einer Fülle der entzückendsten Poesie, welche dieselben schildern. - In einem alten Gedichte, das; Häselein", erzählt ein Mädchen der jare ein kint und ouch einvalt" :,.. .Herre, ich hzn in mine schrin -'-MojM drÄ prunk v!ngk?lm -. lind zehn bikkelsteine.? ' wobei vingcrlin" der alte, gar lieblich klingende Ausdruck s für Ring ' ist, während bikkelsteine" als jene Fangkugeln oder Kieseln erklärt werden, mit denen auch noch die heutige Jugend allerhand oft gar schwierige Kurzweil - treibt. Uebrigens gab es bereits im Mittelalter eine Industrie, welche sich mit der Herstellung solchen Kinderspielzeuges befaßtM ' In einer Handschrift über die Glasmalerei ! wird auch ein Farbenrecevt angegeben für die gelbm kugelin ldö chie schuler mit svilen And sind gar tvoselch VM der Kreisel, welchen schon Homer und Plato erwähnen. Die deutsche Jugend schlug ihn im Mittelalter ebenso : gern, MW wie die meisten der hier geschilderten Belustigungen, auch diese nur . dann ausüben, wenn die Witterung den Aufenthalt im Freien genügendermaßen zuließ. Das Benedictinerstift 'Banz in Bayern, jetzt das Schloß des Herzogs Maximilian, ein ebenso .schönes wie altberühmtes Bauwerk, verdankt seinen Ursprung diesim Kinderspielzeug. Eine Gräsin Alberode spendete in srommer GesinNnL die Mittels hierM nachdem ihrHSöhnlein den Ufern des Mains in den .Fluthcn desselben seinen Tob gefunden hatteAH ß ! Sie lassen sich nicht herzählen di mannigfachen Arbeiten und Abwechs lungen, in welchen sich die Freude am Spiel bei unseren kleinen Leuten äußert. Und sie sind darin mindestens so crsinderisch, wie wir Großen, die wir unö oft genug weidlich abmühen müssen, um Phasen und Figuren zusammenzustellen, ans welche sie spielend" verfallen. Denn wie iedes Sviel ; überhaupt in
seinem ersten ürsprünglichen 'Wewegf gründ das Streben nach Thätigkeit ist, so emnkeir,, bei dem feinde; nicht allein der K örper, sondern auch die Seele fortwährend darauf gerichtet ist. , wird es'?alsa'"e!n' ' zwiefacher Mechanismus, welcher ununterbrochen in B ewegung ist, und uns Erwachsenen fällt es -, keineswegs ' immer leicht,mit diesem Spieltriebe.wie er sich bei unsern kleinen Leuten äußert nur einigermaßen gleichen Schritt zuchalten. Aus dieser Beobachtung kamen die grö ßen Kenner des Kindergemüths, Man ner wie Fröbel und Pestalozzi, zn dem sicheren Schlüsse, daß das Spiel der Kleinen systematisch geleitet werden müsse von solchen Persönlichkeiten,' welche eine hinreichende Begabung und Fertigkeit darin besäßen. ; Daraus folgte, nachdem dieser StandPunkt endlich die mannigfachen Ansein dangen siegreich überdauert hatte, der große Ausschwung, welchen die Spielliterakur genommen. Wir . besitzen AnWeisungen auf diesem Gebiete, , welche geradezu , meisterhast genannt werden dürfen; allein der Verlag' von Otto Spamer in Leipzig hat eine Reihe von Spielbüchern herausgegeben, welche einen reichen Born sür Jeden bieten, welcher daraus schöpfen mag. ' Dagegm sehen wir, daß in den Zeiten der größten 'geistigen Verfinsterung, auch die Spielfreudigkeit der kleinen Leute, von Dunkelmännern oder denen, welche mit ihnen im Bunde waren, unterbunden wird, i Ein Sittenmandat," welches zu Zürich im Jahre 1530 erlassen wurde, verbietet ,hen Knabch das Spiel mit steinernen Kügelchen, das sogenannte Fluckern," bei Strafe der Güterei." Diese aber bestand dann, daß der Schul di'ge in einer hölzernen Dreschmafchme herumgewirbelt wurde, bis sich bei ihm Uebelkeit und Neigung zum Erbrechen einstellten. . Aehnlich stellte der weise Rath von Nördlingen in einem schlecht angebrachten Sittlichkeitseifer Spielgesetze" auf, welche den harmlosen Zeitvertreib der kleinen Leute auf die unsin mgste Art durch allerhand Polizeistrafen einengte oder gänzlich aufhob. Auch unter anderen Feinden hatten sie in jener Zeit allgemeiner Verrohung schwer zu leiden. In Basel fanden die Studenten ihr Vergnügen daran, gegen die Kinder, welchen sür ihre Spiele vor sorglich schattige Anlagen und weite Grasplätze angewiesen worden, einen förmlichen Krieg zu sühren, und es bedurfte strenger Verfügungen von Seiten der maßgebenden Behörden, um diesem Unfug zu steuern. "u Ml ß freudiger verweilen wir bei Zeilen und Herfonen, elche'für ' spie lende Kinder ein liebevolles Verständniß zeigen. Hn rinem ' ' ebenso lehrreichen wie erquickenden ' Buche: Meber die Reize des Spiels behandelt der feinsinnige PsychsloKe Lazarus dZese Frage aus daö : Eingehendste. Heinrich IV. von Frankreich, der seinem Kinde als Reit-oder Steckenpserd dient, ist nach seiner Ansicht rin Triumph des Kinderspiels". Für ihn gibt es kaum einen froheren Anblick,' als eine spielende Dorsjugend, und die städtische, namentlich großstädtische ist herzlich zu bedauern, wenn' sie um diese Jugendlust und Jugend sreiheit betrogen 1 wird. Hier sehen wir den eigentlichen Genuß und das eigentliche Jnacwerden der Gesundheit und der Krast, welche beide dadurch erhalten und befordert werden. Daher auch weise Staatsmänner und Räthe der Gemeinden besonders wieder in neueren Zeiten mit rühmenswerthem Eifer aus die ; Herstellung öffentlicher Spielplätze sür ' die Schulen bedacht geWesen sind, " . " ; ; " 5 Fast noch reizvoller für den Anblick und werthvoller sür die Erziehung erscheinen dem Gelehrten jene Spiele der Kinder, welche 'aller Zeit des Ernstes, also auch der Schule, vorangehen. Hier ist ' das Spiel das noch fast das ganze Leben ausfüllt die Morgenröthe des Daseins vor dem heißen Tage ernster,', pflichtenreicher Arbeit ; so wie die Spiele der Greise, welche keiner Arbeit mehr obliegen, Mt Abendröthe vor der einbrechenden Nachts bedeuten. Erquickend in der Ausübung und tu hebend für den Anblick sind die Spiele, Welche die Erwachsenen mit den Kindern spielen, indem sie sich ihnen als Spielgenossen oder auch wohl als Spielzeug zugesellten. Lazarus hat ernsthaste Männer von so strengen Grundsätzen, daß sie an keinem Spiel der Erwachsenen, 'auch nur zuschauend mehr Theil genommen hätten,",, mit kleinen Kindern als Kinder spielen sehen.:: Es ist die Freude nicht an dem eigenen, sondern an des Kindes Spiel, und die Liebe, nicht zum Spiel, sondern zu:, dem Kinde, . welche den Mann spielen läßt; aber es ist zugleich die Anerkennung, daß das Spiel dem Kinde natürlich und angemessen sei. Welcher Art das Spiel mit kleinenKindern auch sei, immer ist , es ein verdichieSiiiÄnVii,; Scherzen, Kosen, überhaupt der Verkehr mit ihnen, welcher. Unschuld und Hnterkeit als i;Me,i ,tielpcnjpi,el,3enpssra'' i.' m Wenn schon unsere kleinen Leute gern Md!K jedDZkit in der milden Jahreszeit. Der blauende Himmel, die Sonnenstrahlen, welcheMch von herah über d gestickte Erde spannenWe M oder, übel -Frohsinn in das Herz des Kindes strömen machen. Frohsinn ist aber Leben und Leben, wie wir an der Hand des! Psychologen eben erst gesehen habenHThätig?eitIßz,Parum beliebtesten Kinderspiele im Sommer statt; sie dauern gemeiniglich vom ersten Grün, welches der Lenz aus der Erde locktz bis zu i den HerbststürmeH welche bies clfce rni t ! cirt cm 1 1 al 6 en j S3lcttij3 ies kberweben.gÄßßDD!!5 Mit Kieseln und Murmeln, welche die kleinen Leute in allerhand verWickelten Bedingungen über den Boden rollen lassen, besinnt ihre .Spielzeit", bis sie vom Drachen, dem farbigen, sagenumsponnenen Ungethüm, welcher im Spät-1 berbS unftr dem bewundernden IauA
Itn der Kleinen z die Lüfte steigt, be schlössen wird. Dazwischen schillert daS Slindtrgcniiiih ' durch! eine. gctC Sfolti von Spielen, welche so bunt und ab Wechselungsreich sind, wie vielleicht kein anderes Gebiet, auf welchem der Mensch Erlustignng sucht. - T Es ist ferner ganz gewiß kein Zufall, daß sich so viele solcher Spiele gerade an die Natur anlehnen und hier die Vorbilder suchen. Bald ist es der grüne Hag, wie in Verwechselt, verwechselt das Bäumlein," bald die gefiederte Sängerwelt, wie in Vogel, fliege aus, komm' wieder in mein Haus." Und gerade wenn die Sommerfreude am lau testen die Welt durchklingt, bedarf das Kindesgemüth, wie weNn ihm daran ge nug wäre, am wenigsten sachlicher Gegenstände für seine Spiele. Die Phan taste, befruchtet von der Natur) wie sie ob unserm Haupte lacht, ersetzt sie voll kommen. Viel thut auch eine gesunde Anleitung welche, in erzählender Form Eindrücke in das junge Gemüth ! gießt, um sie nun zu Zwecken des Spieles ver arbeiten zu lasse. Wie dD geschehe kann, lehrt JöMSMrng,wenn er er zählt: Di? Umgegend des guten Grrß Vaters ward' täglich besucht! und! zu lau' ter idealischen Landschaften hemacht. Da war eine ägyptische Wüste, mwel , cher er einen Strauch zur Höhle umbil dete, in welcher er sich verbarg und den heiligen Antonius vorstellte; er,, betete auch wohl in diesem Enthusiasmus recht herzlich. In einer anderen Gegend war der Brunnen der Melusine. , Kein Mensch kann sichOiHreüdekdenken,' welche der :c Knabe daselbst ZenoL" Aus dieser Verarbeitung der in das Kindesgemüth geleiteten Eindrücke entstehen Wohl die idealsten Spiele, deren die Menschheit überhaupt sähig ist. Wir mochten jedoch ihnen keineswegs allein das Wort reden. 'Jedes Spiel, an welchem sich unsere kleinen Leute ersreuen,bat seinen Werth. 1 Wir selber aber durch!osten im Anblick solcher Freuden nochmalSunsere eigene Jugend, oder die Eindrücke. welche wir damals in uns aufgenommen Habens sind stark genug, noch die späteren Phasen des Daseins genügend zu ,WürzenADas ist das Schone", sagt Jean Mäuldasi von unserem rerpus feuden Leben sich schöne Erinnerungen .wie vergolbele 'Wolken anZetze! die noch bis in's späte Leben hineinleuchten und uns erfreuen." Was kann er damit mehr gemeint haben, als die Spiele un serer Kindheit! Das Jnstanzenwesen Von den Vortheilen eines geordneten Instanzenweges erzählt ein früherer italienilcherÄtilitarbcamterimDintto" folgende erbauliche Geschichte: Der Befehlshaber des Festungsforts Sperone bei Genua berichtete pflichtschuldigst all das Besatzungscommando, daß der Wind unter Außerachtlassung allen Respectes vor einer königlichen MilitärbeHorde sich erkühnt habe, eine siskalische Fensterscheibe in den Kasematten zu . zerbrechen. Das Eommando beförderte den Rapport weiter an das DivisionsBureau, welches ihn seinerseits dem Eommando des militärischen Genie , corps überantwortete, dem, sämmtliche ' staatliche Fensterscheiben unterstehen. Der Chef des Geniccsrps beauftrag! e seinen Adjutanten, unverzüglich nach Sperone zn sahren, um das Factum zu constatiren und Bericht zu erstatten. Da nun die Festungsforts zwei Kilomcter von Genua entfernt sind, bekam der Adjutant zwei Lire Fahrgeld. ' " Nachdem er berichtet hatte, daß der Rapport des Festungscommandanten auf Wahrheit beruhe gewUem Vertrauensvotum sür den Letzteren und daß die ominöse Fensterscheibe HO Ccn tesimi kosten könne, befahl der Chef des Geniecorps, daß ein Glaser bestellt !"; werde, der die in Frage stehende Scheibe beschaffen und einsetzen - sollte. Der Glaser berechnete sich jedoch, außer dem Betrag fük den wirklichen , Serth und das Einsetzen dcr)Scheibe,?DZ Lire alU Ent schädig un g sür einen verlorenen ha t4 ben Arbeitstag, und diese wurden ,hm auch bewilligt. Jetzt erst reiste der Herr Glaser in Begleitung des Herrn Adjutanten ab und schickte- sich an, die Scheibe einzusetzen. Für' diese Beglei tung erhielt jedoch der Adjutant wieder', Ä Äre $tzföJlnü&xü,Mn&t sich 1 der Ehest des Geniecorp.s, ehe er das i Geld der Nation für ein Fenster hinaus-, warf, nsifcch regelrecht eingesetzt sei, und deshalb be orderte er einen Eontrolenr nach Sperone, der seine vollste Zufriedenheit mit der Scheibe aus sprach und dafür 4 Lire Neisevcrgütunz erhielt; , für einen Con , troleurählett di dovpclt. So kostete eine Scheibe, die ' . ursprünglich einen Werth von 60 Centesimi 50 Pfennige) hatte, dem König reich Italien 10 Li.-e. 60 Ceutesinli w Teutsch: 8 Mark 50 Pfennigs - n'WjKj -üi-'-Mil"' ' i ;; ' ,:. H;. . ! J i ,W,l(-.lM . . " - JjllV:'; " ll .:i; .iV ' ' "; 's r;i "ü!--:"- i 1" ,;,'','!'' e "'s tl! ri ti:r' rö" ; p rof c ff b t , brnij-i 8'h !' V ';'"'' ' llili!' jm ' " m-'" . m-'nl- ' jjj 1 : f:'' iiiiiiiiTlli im Mir eine Destmtlon d?s Brgnstes ; Entschuldigung". Herr Kandidat. Ich will Ihnen zunächst ein praktisches Beb, i spiel anführen. Nehmen Sie an, Sie 5 haben allwöchentlich eine Skatpartie, zu-,. der Sie immer regelmäßig zu Dreien , erscheinen. Einmal nun sagt Ihr Kommilitone, er , würde aNdnn,5z, beD 'stimmten,Mbenßnichk,kom er zu Hause fleißig sein wolle. Wie wür- ,, den Sie das nennen? Kandidat: Eine sW: , V "J" u'i Ililliilllll!!.11! 'li' wiw i n ili1"1- " AusredeF,,,, l1?:. Äi J T'' --ii- i:;W!'Jli:-'S;1 ':',!"i!:i:!!","!F,li:-'; Willis.:::: , .;C,(L: Au k iß e m S . t a n d e s a mjsäü Standesbeamter: Und wiesoll Ihr klei mSTöchterchenlennInun'slsoZbnß HerrDivZesior? Profefför der Phlloso ' phieGJch einemberHmtcnV! EollegN'AHUenne'VV aberDMW'Standesb sehr eilig zhat ' Nehmen wir 1 also den grögenantÄ - ;;antit2f;p:!f!: DWH'e1Ä''N il dpreth än b l itc: Mas ist einmal ein prächtiger Kerl ; der Has' da ! . . . Den reserviren Sie mir. Herr Bichler den schieß ich heut'!
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