Indiana Tribüne, Volume 14, Number 210, Indianapolis, Marion County, 19 April 1891 — Page 6

Nymphe. TattZt vss Hermann Htlderg. . . Wer ist da? W, Sie. mem FraT.I1 "V f 11 , . 1

in i mm, litten tote nahen Einen Augenblick, ich stehe gleich zur VersüguNg. Also, bester Paul, ttlles nach Abrede. Ich komme roor ;cn, heute muß ich fleißig sein den gern zen Tag. ich brenne darauf, die Skizze seit der schönen Frau RanZazu machen." wm. Leb' wohl! Aljo morgen, it Wicdcrscben." fJ V NaÄ disien wücben dem Maler Hans Frege und Paul Dinstage ausge-. tauschten Werten entfernte sich der Letzlere, und wandte sich zu dem jungen Mädchen? das in sein Atelier getreten War und inzwischen mit neugierig derwunderten Auqen die kostllare und phanstastische Ausstattung gemustert hätte. Hans Frege hätte einem Bildhauer LlVorwurs dienen können. Lockiges, dunkles Haar, jugendlich schwellende Lippen und eine elastische Gestalt, die last etwaI , frauenhafte Formen hatte, 1 äs : . i. SV ;,. i .: " i . . ., deren ,,mdru aber ourcy v,e ungewöbnliche Energie deZ Auges nnd den stürzen, kräftigen Schnitt des Gesichts Oieder verwisÄt , ward. x Unter der Sicherheit seiner bezwing senden Persönlichreit faßte Hans Frege daichlanlc, schöne Mädchen um den 'Leib und sagte: Nrnt, mein Kind! Tas ist ja nett, daß Sie Wort gehalten. Bitte, nehmen - Sie einmal, den Paletot ab und lassen Sie sichMschcn."' $ Gleichzeitig griff er in übermüthiger Laune naÄ einem der Knöpfe der Jacke, um ihr beim Äusziehen behilflich zu sein. Abc?" in demselben Augenblick wich auch das Mädchen , unwillig zurück und zwei vor Erregung blitzende Augen verscbärsten diese stumm und nicht uns zuversteh-nde Antwort auf seine Dreisti gleit. , Nun ?" rief HanZ , Frege mit nicht gcrmger UeberraZchung, aber durch' den Ton drang mehr eine solche, als 'lnmuth oder Äerger. .Nirn, erwiederte das Mudchen und richtete sich mit einer fast majestätischen Würde empor. Ich denke, Sie haben kein Spielzeug vor sich, keine Marionette, sondern ein achtbares Mädchen, und ich ersuche Sie dringend, mich nicht zu berühren." Wohl, kleine Nymphe", gab Hans Frege gut gelaunt zurück, und halb aus Klugheit, balb seiner. ritterlichen Natur folgend, -fügte er hinzu: Es gibt rcmlich Zwei Standpunkte in der Welt, Z5r:'ulew WZelanie Ernst nicht wahr, so hnßen Sie? Schön, danke freundlicöst der eine achtet strenge Formen, zieht enge Grenzen nnd lügt sich allerlei vor, bei dem anderen geht man von dem Gesichtspunkt aus, daß eine kleine Vertraulichkeit durchaus kein.Verbrechen ist und Prüderie die achte Todsünde!" V.II MiMitMiiti Kl fE-mVi imttti. VU; tiiljtLJiH-fc fr fangen auf den tieferen Inhalt der Rede eingehend. Das verstehe ich wohl, und ich begreife, daß Sie durch "den Verkehr mit leichtlebigen Mädchen lieber sich auf den letzteren stellten. Ich aber mag, obgleich durchaus nicht prüde, nur Zärtlichkeitsbeweise von Menschen, welche mir nahe sieben und ie ich achte nnd liebe. Slx treten uns lediglich als zwei ihren geschäftlichen Interessen nachgehende Personen gegenüber; ich bin also nichts weiter als ein Modell, das sich im Uebrigen stillschweigend unter Ihren Schutz begibt und nur unter dieserzVoraussetzung Ihre Soh nung betrat. Nicht wahr, das ist auch ein berechtigter Standpunkt? Ja,,j, kleine Nymphe!" bestätigte Hans Frege mit jenem drolligen Ernst, durch den gewandte Menschen die gea?ruch'.ten"uppen . nverjpnngen und doch das ebergewich! behalten ;,Wir Haben uns' ja nun verständigt,' und wenn ich es absolut nicht aushalten kann, frage ich erst mit. bezahlter Rückentert an. ob Uelj Ihnen einen Küß aztefi t?.ir??" - ' machte . das Mädchen mit einem unmuthig enttäuschten, an Entrüstung streifenden Ausdruck. ' yia, es ist doch möglich, daß ich es nicht aushalten kann, denn offen geri . ... s, :x lUUVlkl, jV H'OUiv, u, vn- iiv nicht gedacht, als wir uns neulich im Corridsr der Kunstakademie begegneten, und und was soll ich denn anfan.gen?" ' ' 1.,..-' . r, müthig unwZÄrsiehltcheAugen und sein ' . . . . - ctMtZi... if...i tf x. . ti' il JL l IUilii. LC .UUIi'J 1.11 UULL ' 'J. . , c ...... . f . - . '. . i . . .C i rrarm-j vilicli uiuuicic ciut uiwc uc Ä lTt.ff1U' m PIPTT Sinn TiiTT TIM r sU ? mmik v i r-. :' t 'ww rr i.'in ttt 7 ii ' u t"tt v tt WifcUfcVXJ (V'vvv wtof O 0v Wenn Slö lN der That mcmen. dan Sie bren Trüna nach Zärtlichkeit nicht von drertvatmle::' nennen tonnen. ; Will 4U '!!!, . 4 Vi 4 b n isf ijtm ' rcr r 1- caw .ii'i: 1 a l t ii i l . iit kife ni . i& & M M, K v w mm mnk " r. f r .r n Tri t 1 1 !!... tt n iTr i n i " T i 1 1 1 r p geben Sie den leichtfertigen Ton auf. , ?ie alauöen niÄt. wie kränkend es ist. ' w.- o.. : sjUlV li.'t"viv.jk.v "-J"-"L nnA nur anaeicaen ?u werden." . telcfern Sie. kleine Nnmvöe! Nun werden wieoer leniimcniai. t.:il rr, VJtnfitt An ntt ÜiUw C-iC L'd V(.ii 4lVViUV4fc Vfcit lustigen Sinnig Saloino es Zer ynen gestanden, dai; ich dlezen testamentan4, ... 15 5 nks? ff, irtir( -tri?f ,ilU CI' J.;Ulillli'-(VlVVUilIMI fc. crcn mvi i;ai es rn orr ieu, vns vfttivit trif v im? i ccurcuen t Aiau P'fiteie;t:da3:5ÖKrti selbst ein Gott auch nnr eine Kopeke da V"..,: . . ' ..... r i?t..f J .itilC! 'ßlDI. r MÜDCICn iüClUU ÜUIUIUUJ uut MieÄLiter der Russen aus v : " Mcnn ich Sie ichon o xxm pre Himme!, hat daö Mädchen Augen und wie reizend, wenn sie schmollt!" ' Soll ich Modell stehen, oder gehen, Herr Frege? Zum' letzten Mal, ich will nicht! Nehmen Sie einen andern Ton gegen mich an. , Und ich wiederhole: Für was halten Sie mich dmn eigentlich? G Äeizung für das Ungewöhnliche, aus Lust an frivolen Pikanterien zu Ihnen gekommen? Ach, wenn Sie wüßten, welchen Einfluß es mich gekostet " " ' '

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Wewböre! Wofür halten Sie mich? WMr.die . schlankeste, süßeste kleine Äumrüe Zwischen 1 Nord- und Südhol.

Gut, also, erzählen Sie, Fräulein Melanie. Ich kann auch ernsthaft fein, ja sogar wüthend werden. Als ich noch in der Wiege lag und die Kinder, srau mir einmal nicht gleich die Flasche reichte, sprang ich aus dem Schlaf Kindlein-Schlaf-Gesängniß und ertheilte ihr eine solche Ohrfeige, daß sie fünf Wochen an, einem Beinbruch darnieder , r Mein Gott ist's denn wirklich nicht möglich, Herr, Frege, da Sie ein vcr nünftigcS Gefprach führen können? Ich bitte, ich siebe S:e an machen Sie mit mir eine Ausnahme. Ich bin arm, habe fHweren tiefen Kummer, und da ich aus einem gebildeten Hause, em psinde ich diese Art der Begegnung al4 eine tiefe Demüthigung. Glauben Sie mir" hier füllten sich die Augen des Mädchens mit. Thränen ich suhle eine solche Scham, mich überhaupt in eine Situation wie diese begeben zu ha ben, daß ich ich " Kommen Sie, mein Kleines! Nun bin, !ch ganz bei Ihnen, und sehen Sie diesen Drnck meiner Hand, als einen Beweis echten Mitgefühls an.' Und, meine schöne Nymphe, sprechen Sie! Wollen Sie lieber nicht Modell stehen? Kann ich Ihnen dagegen helfen, Sie von Ihrem ilummer zu befreien? Bitte setzen Sie sich. Erzählen Sie einmal. Vorher aber einen Augenblick hier ist ein indisches Tuch mitGoldfranzen und hier ein Florentiner Tisch und dort drüben bitte, holen Sie gütigst einmal vom Gesimse des Ofens die Wein- und Liqucurflasche, ja, ja, dort. So, danke, vortrefflich! Eine Gänselcberpastete hier etwas kaltes Huhn , Butter! Warten Sie, Butter? Ich hole. Wollen Sie inzwischen die Stühle da mit den Re, naisiancekissen heranrücken? DonnerlVetter, beinahe hatte ich die Teller und Messer vergessen! Meißner Fabrikat einer hat ein Stück vom Rande verloren, na, aber es geht, und nicht wahr, diese beiden herrlich geschlissenen venetianischen Gläser entschädigen? Soso vortrefflich! Möchten Sie beginnen? Ich will nur draußen sagen, daß ich nicht zn Hause bin. O, o, o. keine Furcht, den alten Hans Frege mit dem Ihnen unbequemen Standpunkt . lasse ich draußen, lch komme zurück als ein neuer und nun heißen Sie nicht die kleine Nymphe mehr, sondern Fräulein Ernst! Bitte, Fräulein Ernst, nehmen Sie dieses zarte Hühnerbein." Diese Rede war von so anmuthigen Geberden begleitet, Alles kam so ehr lich, gutherzig und zugleich schelmisch heraus, daß das schöne Geschöpf mit dem kummervollen Herzen einen Augenblick keine andere Empfindung hatte, als die einer überraschten Bewunde rung. In der That, das war einmal ein anderer Mensch und jetzt jetzt gab's auch kein Mißtrauen mehr, fondern einen heftigen Drang, sich dem Manne zu eröffnen. Und das geschah und das lautete wie folgt: Vor zwei Jahren zog mein Väter mit meiner Mutter und mir nach Bei lin, nachdem er durch den Zusammen stürz einer Aktiengesellschaft in Schlesien, deren Doktor er war, um Thätigkeit und Erwerb gekommen. Er besaß ein erspartes,. sehr kleines Vermögen, da 2 aber schon auf die Neige gegangen, als er-vor elf Monaten Plötzlich starb ;'fcitdem waren.meine Mutter und ich angewiesen, uns selbst p ernähren. Was das überhaupt und insbesondere in einer großen Stadt heißen w!ll,wisscn Sie. Es kommt hinzu, daß meine Mutter ein Mädchen aus adligem Hause sehr verwöhnt war und bei allem guten Wib len zum Erwerb fast gänzlich nnbefähigt n.:--: , , . , So ist es denn geschehen, daß wir oft nicht das Nothwendigste zum Leben hatten und neuerdings überhaupt nicht wissen, wovon wir eristiren sollen. Wie der Entschluß in mir aufstieg, mich als - Modell anzubieten, vermag' ich selbst kaum zu sagen. " Es ist nur uuendlich schwer geworden. Durch Gespräche mit, einem alten polnischen Herrn, der halten bcr uns im Hause wohnt und vom Modellstehen lebt, habe ich znm ersten Mal gehört,, daß., sich Mädchen dadurch einen 'Erwerb vcrschaffen können, und er ist es gewesen, der mir in unserer Hilsiosigkeit dazu neth. Er hat mir auch nicht vorent halten, daß -r-"-Nun, mein Fräulein?" ermuntertt Hans Frege, der mit gespannter Theil nähme zugehört, und goß dem angstvoll stockenden Mädchen Wein in's Glas. Daß daß nun. Sie konnett denkett, was ich sagen will, wie sich die Gefühle eines Mädchens sträuben, gerade um Geld " - Ja. - ja, meine liebe, herrlich? Nymphe. Ich weiß und verstehe. Reden wir nicht mehr davon!" ' Das Mädchen schaute den Maler forschend an und schien nicht ; zu begreifen. Endlich stieß sie heraus: Q Also Sie wollen mich nicht nicht verwenden?" . Nein, ich verzichte. Aber ich wü helfen, etwas Anderes sür Sie' zn sinden." : . t': ?:. Das wird aber vielleicht nicht ae lingen, und, wenn eS gelingt länge währen", wandtr sie schüchtern ein. Jch aber muß , heute heute noch meine Mutter Ah Ah !" ' ; Der Kopf des Kindes siel herab, Thränen traten in die Augen. , Und der Mann verstand, ohne öaß sie weiter sprach, erhob ' sich rasch, sah sie mit einem leidenschaftlichen aber guten Blick an und wagte es, leise über ihr, Haär zu streichen. ' Bitte nicht .-" flehte sie und uckle zusammen. ' 1 i Gut," gab er zurück und nahm wie der Platz. 1 ,, 11 ,.So will ich Ihnen denn Folgendes sagen: Ich gebe Ihnen, was Si für ein paar Wochen gebrauchen und suche so lange zn h:lfen,bis unser Zweck erreicht ist. Ich thue es, als sei ich ei atter Freund, und Sie sehen mich att 'e'piitpm ','!! ,B(l!'fTi' .;HM';';i;";i!'!--;ri" i!i';i.v!!'':,:r.i':iv.::c...i'i 0:kv 'b,. 'ifiiSiSiss'S-iJi,.. s " 'i'i lilinwi'li li.'i'l .iil.ililiilillliw.il .

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solchen an Nur 'eine Bitte 'habe ich, aber auch' nur eine Bitte:, 'Schenken' i . " ' fs'" tt " ' ": - mir diesen Tag, , Während sich bei den ersten Worten das Angesicht 'del Jindes aüfgehellt hatte unh ein Ausdrück überraschter und dankbarer Freude darin erschienen war, trat' bei den letzten Angst irnd' EllttäuschunA in ihre Züge, . '. und die Brust hob und senkte sich unruhig. ' "- . Aber bevor sie zu antworten vermochte, rückte er ihr naher erhob das Glas, und indem er ' mit ihr anstieß,' sagte er' langgezogen und' innig: ?!ymphe, kleine liebe Nymphe! Hat der Mann, der Ihnen rieth zu einem Künstler zu gehen, denn nur" Schlech tes von Ihnen gesagt?. Glauben Sie, daß ich nach einer solchen rührenden ttlage der Ncth an etwas. Anderes denke, ass uns einander im guten,,Sinne zu nähern? Sie sollen heute bei mir, bleiben, weil ich S!e jetzt nicht wieder lassen kann. Ich will vonJhncn mehr, viel hören nur das ist der Grund, und ich verspreche . Ihnen, daß Sie die Stunden, die Sie mit Hans Frege verlebten, nie bedauern sollen." , Sie sah ihn' an und forschte in seinen Augen. - So ernst und Vertrauen ein flößend blickte erste an und so flehend wär sein Ausdruck, daß" sie nicht Nein zu sagen wagte.' ' lind doch bewegte sie es etwas hestig und ließ 'sie zaudern. Größte Offenheit' sür, Vertrauen, und Freundschaft !" 'sagte sie.' Was soll meine Mutter denken, trenn ich den ganzen Tag nicht zurückkehre? Und was wollen Sie mit mir? 'Ich bin ein trau-' riger Vogel, der" nicht singen kann ' und der Niemanden erfreut. Und no ch etwas Anderes. Ich muß meiner Mut ter noch heute Geld hintragen. Sie Wir waren " nun quollen abermals schwere Thränen aus den süßen Augen wir haben bereits seit gestern " " ; O, meine kleine Nymphe!" rief der Mann bei diesen rührenden Tönen und Ausdrücken des Kummers voll innerer Bewegung. ' - Er stand au klingelte seinem Die ner und sandte ihn mit Austrägen ww der fort. 1 ('' -; So," sagte er zur ucktretend. Ihrer Mutter habe ich sagen lassen, wo Sie sind, und habe ihr in Ihrem Namen Geld geschickt. Und nun trocknen Sie Ihre Thränen, denken Sie, daß Alles gut wird, daß von heute ein neues Leben' für Sie anbricht und und genießen Sie mit mir den Tag! Zunächst gehen wir - in Gottes freie Natur später Wollen wir, .atmen speisen hierher zurückkehren und endlich geleite ich Sie heim. - Die Welt ist schon und zum Genießen gemacht. Nicht ,, wahr, Sie wollen? Sie sind fröhlich? Sie haben kein Mißtrauen mehr? Sie denken, Sie habm einen guten Freund gesunden?" , DemA!ädchm klangen diese Worte, wie berauschende Musik. War das Alles , Wahrheit ? Sie , schaute den Mann an .und em gliickliches, die Welt vergessen des Lächeln zog über ihr Gesicht. Während sie ihren Paletot, anzog, überflog er noch einmal , mit seineu Blicken ihre Gestalt. Immer schöner erschien sie ihm, , ihr Haars warbraun gewellt und ihre Augen tiefblau die fei? neu, sanft geschwelften Augenbrauen waren ausdrucks voll gefärbt,eln Venus hätte nicht schöner gewachsen sein können und insbesondere reizten ihn auch ihre weißen Hände. Nun trat er ihr näher, umfaßte sie sanst und sagte: ' ' . Wissen Sie, daß Sie- schon, sehr schön sind- Nymphe? Nicht wahr, den Namen darf ich gebrauchen?" Sie zog die. Schuttern. - Halten Sie es denn, sür unmöglich, daß man einmal anders Ist als der Durchschnitt, daß man, vertrauenswürdig sein kann und doch die pedantischen Formen verachtet? Hier meine Hand als ebrlicher Mann! .Ich .will nichts als Ihre Seele, und lassen Sie mich Ihnen sagen: wir ' waren nicht zum letzten Mal beisammen." :!

Durch des N indes Körper 'flog, ein Beben. Sie, hörte nicht,., daß in den Zweigen des Thiergartcnwaldes, durch den sie fuhren, 'die kleinen Vögel zwitscherten, sah nicht, daß die Sonne durch das junge Grün irrte, daß Menschen mit neugierigen Blicken vorüberfuhren, weder, .daß, hier eine schöne .Vaumgruppe, noch , dort ; ein prangender Nafenfleck auftauchte, sie hörte nur ihn und war berauscht von dem Glück, in seiner Nähe, zu seitt' - Er erzählte von seiner Familie von seinem Wohlergehen, wie ihm Alles seit seiner Kindheit wohl bereit gewe sen, daß er Sorgen nicht kenne, die Welt und seine Freunde liebe,' an dem ! Schönen Gefallen finde und ein Verlangen nach guten Menschen ihn durchströme. Und dann lachte er wieder und scherzte,, geizte um einen Blick und gab ihr, all da? was der Liebesgott denen, die er begünstigt, in die Hände legt. - , . ... Nicht wahr, Nymphe? Wie kommen einmal wieder? Oft?" , Ich darf doch nicht, wenn Sie nicht an der Leinwand stehen und meinen Kopf brauchen." - m -Ifp. Ja, ich brauche ihn!" rief der Mann feurig, griff nach ihrer Hand, drückte sie und' empfand den GegeÄMMU i ' Endlich,, . nach zweistündiger Fahrt kedrten sie in die Stadt zurück. Er saß bei ihr viele Stunden in einem Nestaurant, legte ihr. vor. goß Wein in's Glas, überreichte ihr Blumen, nach denen er geschickt batte, und war in siegle ein DienenMkelindNsiek Welt, Menschen ' und Leben. " Alles. was sie gab, war klug und einfach; mehr leitete sie besonnerer Verstand als Gesuhl, aber dan sie es beaß, das ver. rielhen ihre zärtlichen, scheuen Augen, das verrielh der Drang, 'ihm zu vergelten was er in zarter Form ihr bot. ' Wie eine Jerichoblume wachen Sie auf, Nymphe !" rief er und füllte das Champagnerglas. .Immer schönen Dinge kommen zum Vorschein. W war der Lehrmeister, der Sie das Alles

lehrte, wowaien meine Augen, die nicht Zleich sahen?" 1 :Sie wehrte ihm sanft ab und tiefe Schwermutl, trat in ihre Mienen , ' ' ..Was ist's!" rief derMänn. Mas beschäftigt Sie? Ich wM daß Sie sprechen." Wer sie sagte nichts. ' .Nymphe,-sprich!" . Bei dem Du fank der gesenkte Kops völlig herab und ein Zittern ging durch den Korper. ; That ich Ihnen weh? Noch einmal.: Sprechen Sie!" drängte der Mann. . Ich dachte an meine Mutter," sagte sie leise. 'Nein, es war etwas Anderes." , Aber weil er das Nichtige ahnte, schwieg er. . Endlich brächen Sie auf und erreichten die Wohnung. ,, , Sie mußte sich auf den mit kostbaren Stoffen behängten Divan legen und er bereitete den Kaffee, den der Diener brachte, selbst. , Nachdem sie getrunkcn, setzte er sich an einen m Atelier besindlichen. Flügel und spielte und sang. Allmälig ward die Melodie sanfter und sanfter ; die Müdigkeit überwältigte sie und mit einem seligen Ausdruck schlief sie ein. Die ganze Nacht hat sie gearbeitetx nun kommt die 9!atur und fordert ihr Recht," flüsterte Hans Frege und sah auf das fchöne Götterbild. Und er. blieb bei ihr sihen, ergriff ein Buch und las doch nicht., Endlich stand er leise auf, hob die Vorhänge von dem Fenster zurück, um noch das sinkende Licht herein zu lasten, ergriff einen Stift, nahm Papier und zeichnete ihren Kopf. Das sanfte, glückliche . Lächeln, das ihre Züge umspielte, machte sie so schön, daß' er netten in der Arbeit innc hielt, niederkniete und ihre , reizend . geformte Hand berührte. Nymphe!" gwg'D unwillkürlich über seine Lippen. Nun flog ein Lächeln über ihr Ge sicht, aber sie wachte nicht auf, sondern machte nur eine Bewegung und schliff weiter. Hans Frege trat ans Fenster, öffnete es und sog die Lust ein. Durch seine Brust zog ein, ihm ungekanntes Gefühl. Es gab noch etwas Anderes als das leichte Spiel, an dem, er bisher, Geschmack gefunden; zum ersten Male empfand er das berauschende Gefühl einer tiefen, drängenden Liebe. , Und er wollte und konnte, sie auch nicht wieder lassen. , Noch einmal schaute er hinab in den Gärten, ließ die Natur in ihrer Stille und , Herrlichkeit ans sich einwirken und begab sich dann wieder an das Lager der Schlafenden zurück Noch : immer lag sie in sanften Träumen, ihn aber hielt es nicht mehr. Noch wollte er die letzten Stunden de Tages mit ihr ge nießen. , Nymphe - Nymphe, wache auf!" flüsterte er und beugte sich zu ihr herab. Und da öffnete sie die Augen, seufzte ' ... p,. t . . , t

leng aus, z:reare oie irme aus uns uperte langgezogen: O Du Du" ' Vor der Thur ihres Hauses-hielten sie nach einer laugen Wanderung. Schon war's an Mitternacht vorüber. Morgen bin ich bei Dir und sage Deiner Mutter Alles. Und noch einmal willst Du mein sein, mein sür's Leben?" j Sie schaute sich um. Alles war still auf den Straßen. Nun zog sie ihn an sich, küßte ihn zärtlich, voll Leidenschaft, und flüsterte: ' Ja ja ich bin Dein, und keine ßvräche giebt's und keinen Laut, Dir zu Zagen, was ich empfinde." ' Gute Nacht - Nymphe, süße Nymphe!" Gute Nacht!''. ... ' - ' ' LZna und Tirnvl. ' ' Der B ua: Schau'! Laß' Di' vawarna, , Dö Buam san so schlecht, Moant's kpana net rhrli', Moant's koane net recht!" 's Dirndl: Dös will V gern glauben, .! ' r 'stri. ' czi k cio iciiaii lein wsii: ' Und kunsmt Aner an'S Fcnsta, . , So wird uet aufg'macht!" : ' Der B n a : . ' . Nccht fchönis von Dir dös! " i (Do' grad' dcnk' i' d'raus) . ' Gelt! Mir. wann i' hinkumm, - Machst aö Fenster do' auf?!" j ; ., ' , . , , . u. v. Ü.-ZH I. ' 'I t H, :: , t V c Z cheiden. Der junge Graf, der eben mit dem Schnellzuge angekommen ist,,, um' an's . Sterbebett feines Oheims ZU eilen, fragt im Vorzimmer den Diener: WaZ macht mein. Onkel? Der Nctar ist gerade drinnen bei i .., . , ii'i. . 4 .", ' '- ."I1 " j .1.. ...X1 1 i.ti T':: IIUU)VIU .,7 a.'Vkl.viv i . ,: Lll4 VCi, Hälfte wäre ich sonst auch schon zu fried.en ! ' ,.i, . ' ... , i;rfv; :T;; V.erech t i g ter Z orn. Gendarm (liest in einem Briefe ds AmtsVorstehers, daß in , der vergangenen Nacht auf dem Dorfe ein Einbruch verübt worden sei ) : 1 Himmeldonnerwetter ! Gestern bin ich noch in dem verwünsch: ten Nest gewesen , und heute muß ich schon wieder die acht Kttometer laufen. Hätte! der Stert nicht ein paar Stunden früher stehlen können! , , 1 , KWE'l'n Manne, der auf die Jagd gehl ) : D Hast Du denn alles bei Dir, liebes Männchen?WErMäwohl,ch Nucksack, die Patronen t' 'i ;l Halt ! 5 Eins hätt' ich fast vergessen. Du könntest mir noch etwas Schmerzensgeld für 2 3 Treiber"mitaeben.sW,M :'" v : ; : ' Ä.K.;:.r;. - v? w tft l.1 '?:;::r 2) c r.KV oi z ug de s M o -nocle. Bekannter: Warum traaen Sie denn auf dem andern Auge nicht noch I Cst'n inn ? iA, tnnn wiN ,4 v wmwij w m auch 'was sehen l

G, sundh eitöp flegt. V e rh a lten beim Ausb ruch von GejsteskranktzeZten. ' . ' ' "1 - . l " ; ; ;. . i1 Schmerzliches Bangen ergreift uns. wenn ' einer unserer Angehörigen von einer bedenklichen, das Leben bedrohen' den Krankheit befallen wird ; aber noch weit schwerer wird uns zu Muth, wenn wir wahrnehmen, daß diese Krankheit auf eine Störung der geistigen Funktio? nen beruht, daß sein Thun und Reden von Aberwitz beherrscht wird ' und in sinnlosen Handlungen, Wuth- oder Verzweiflungsausbrüchen sich kundgibt: Es ist etwas Entsetzliches und Unheimliches, einen uns nahestehenden Menschen.- der bis dahin seiner ' vollsten Geistesklarheit sich erfreute, nun plötzlich läuter Thor' heilen begehen, von einer sixen Jdee besangen, in den Fesseln ves Trübsinns oder der Tobsucht zu sehen.- Er bildet sich vielleicht ein, Kaiser oder Papst zu sein, glaubt sich im Besitz von Rothschilds Schätzen und vergeudet-seine sauer ersparten Groschen. ' Ein Anderer wähnt, daß es ihm nicht zureiche, jam wert, daß er dem, Elend, dem Hüngertod verfallen sei, oder hält , sich seiner Sünden .wegen zur Holle verdammt, von Feinden und Neidern verfolgt, wer wäre im Stande, alle die Wahngebilde und verkehrten Erzeugnisse eines zerrüt teten Gehirns auszuzahlen? , : , ' , Der Wahnsinn ist schlimmer, als die schlimmste Krankheit. Jeder andere Schwerkranke fügt sich, legt sich zu Bett, befolgt die ärztlichen Rathschläge der Geistesgestörte ist Vernunftgründen nicht 1 zugänglich, ist häusig ganz ünlenkbar, er hält sich selbst für ganz gesund, von seiner Umgebung gekränkt. Er schläft nicht, ißt. nicht, trinkt nicht, weist Arzneien und Hilfeleistung zurück, braucht fortwährend Bewachung, stört die .Ordnüng de Hauses, bildet die stete Angst und Sorge der Familie. Bei jedem anderen Leiden ist doch einmal ein Ende, sei es zvm Guten, sei eS zum Bösen ab;useh'cn wer tarn- das von einer Geisteskrankheit vorausjagen ? Ihre Tauer ist ja oft' eine lebenslängliche! Der Verrückte ist' immer ein unnützes, oft sogar schädliches und gemeingesährliches Glied der "Gesellschaft. Allerdings' neigen' nicht'' alle Gemüthskranke zur Gewaltthätigkeit; es gibt viele an scheinend vollkommen Stille' und Gutwüthige unter - ihnen aber auch der Harmloseste kann für : sich und seine Nächsten zu? Gefahr werden; in der Tiefe seiner geistigen Nacht schlummern oft Dämonen, die unversehens an's Tageslicht hervorbrechen und es 'fehlt' nicht an schauerlichen ' Beispielen dafür -'die grausigsten Blutthaten vollfühH '.,'",..,!' ' '-l!-l . ; - 5 l '"' ' rcn. h - ' " : "

Man rechnet in Deutschland, gewiß mcht zu wenig, auf Wi Einwohner einen Geisteskranken, also 100.CJ00 auf etwa 50 Millionen Seelen. Welche Unmasse physischek, Md geistiger Kraft liegt hier tr- - ';.-.... "ii',,,'"1" - - ' . m die sur ,die Entsaltüng und Ausbeutung aller Kräfte, mit .,. denen die Natur den Menschen ausgestattet hat, am dorzüg lichstenHeigneten, sind die fruchtbarsten für Geisteskrankheiten. Nur zu , oft zählt dann die Familie, die Gemeinde, der Staat und die Gesellschaft '.umsonst aus den Tribut ,dcr, Mitarbeit, denlie zu empfanJen berechtigt. . ' gemesen wärcn. . " ' " : . f11 , . Die ' Fürsorge !, für . die ; Bedauerns Werthesten aller Kranken ist eine Errungenschast der "'; Neuzeit. ' , ,. In früheren Jahrhunderten in Narrenthürme enigesperrt, mit Aeltcn an Blocke gefesielr und mit Peitschen, ob ihres ,Tobens gezüchtigt, 'halten sie es selbst in Berlin noch ' vor wenigen Jahrzehnten nicht Viel besser: wer sich ungeberdig zeigte, kam auf die Drehscheibe oder in , die Zwangsjacke: wollte , man sich nberzeugen. ob Einer, .den wilden Mann" spielte, so griff man zum Glüheisen und brannte dem Verdächtigen ein, Loch in den Nacken, ü ' , ,, , ,, ! . . --jr ; . . ,. x .' -j -, S 1, ' j, , . .:" Solche Maßregeln 1 entsprachen der damals noch herrschenden Anschauung, wonach die "Geisteskrankheiten Binder der Sünde und . der Leidenschaften sein sollten ; heutzutage 'ist man zu der Erkenntniß gekommen, daß sie lediglich durch abnorme Vorgänge im Gehirnleben entstehen: i Staat und Provinzen wetteifern miteinander in der Errichtung zweckmäßiger Anstalten zur Heilung und Aufnahmevon! Geisteskranken. KniDit Zahl der öffentlichen Irrenhäuser - in Deutschland beläuft , sich jetzt auf ungefähr hundert ; , nicht geringer dürfte dieder privaten sein. : cfß$ffi : ; z mt ; Schwer ist die.Hcilung des siechen Körpers, I schwerer ,, genest die , krankt Seele. , Unser Gefühls-, B orstcllungSund Denkvermögen . ist abhängig von dem !Zustand des Gehirns, das uns anatomisch zwar! sehr genau, um so weniger aber in 'psychologischer Hinsicht bekannt ist. Bei Sektionen von Geisteskranken sinden sich ja im Gehirn bemerkenswerthe Strukturveränderungen, z. B. Ergüffe, entzündliche i oder Erweichungsherde, Verhärtungen, Ge schwülste n.s.w. ; ebenso oft aberläßt sich nicht die geringste Abnormität nachweisen, und wenn Shakespeare'S König Lear ausrief: Schafft mir 'nen Wundarzt, mir ist in's Gehirn gehau'n!" -so würde der Aeskulapjünger in demselben vielleicht gar. nichts Fremdarti. ges gesunden haben. Bei der Schwie rigkeit einer direkten medieinischen EinWirkung ans das Gehirn kann es also nicht Wunder nehmen, wenn Krankheilen desselben A so ost theils U langwierig oder rückfällig, theils unheilbar sind. Trotzdem ist statistisch erwiesen, daß in den Irrenanstalten ungefähr 20 v. H. der Heilung zugeführt werden. ::-y: Qintx der wesentlichen Vortheile der Irrenhäuser besteht darin, daß die Kranken darin von allen schädlichen Einflüssen ihrer bisherigen Verhältnisse befreit sind Momente, die so häufig Aufregung, Zorn' oder Trübsinn her-

cran). ungcnuyl uno vergcuoet! ... Zu diesem. Cfccc'f Voni. Unglücklichen stellt jedes Geschlecht, . jedes Lebensalter seinen Äfiträa. Gerade, die besten 'Jahre'

vorrufen und steigern.' - In der Anstalt lebt der Kranke beständig unter ärzilicher und fachmännischer Aufsicht und erhält daselbst diejenigen Heilmittel, die Kost, die Wohnrnume, die Beschäftigüng. 'die . seiner Eigenthümlichkeit , angepaßt und geeignet sind, die erregten Nerven zn beschwichtigen. Soll aber ein Gemüthskranker geheilt werden, so muß er sobald als möglich in die AnPalt kommen. Jede Woche Verzögerung erschwert die Heilung. - ' 7 :' "Warum entschließen sich aber die Angehörigen zu diesem einzigen RettungsMittel so ungern? Es geschieht hauptsächlich aus drei Gründen. Erstens, weil sie sich an die Hoffnung die fast immer trügerische anklammern, es könne doch wohl zu Hause noch Befie rung eintreten, zweitens weil sie den angeblichen Makel fürchten, den ein Aufenthalt im Irrenhause zeitlebens aufbürden soll, drittens,'weil sie die damit. verbundenen' Unannehmlichkeiten (Aufseher beim Transport, Kosten der Behandlung u. s. w.) scheuen. Mit solchen Bedenken wird aber lediglich die kostbare Zeit vertrödelt und die im Anfang oft noch leicht hellbare Krankheit in, eine hoffnungslose verwandelt. Fort, schnell, gänzlich fort aus den bisherigen : Umgebungen ist die erste Bedingung zur Heilung Was den behaupteten Makel anbelangt, der dem einstmaligen Insassen einer Irrenanstatt anhaften soll, so ist ja nicht in Abrede zu stellen, daß das Bekanntwerden eines solchen Ereignisses für den Betreffenden nicht angenehm sein mag. Wie klein und geringfügig aber erscheint dieser! Nachtheil gegenüber dem körperlichen und geistigen Ruin eines Menschen, verschuldet durch thörichte Bedenken und unverantwortliche Saumseligkeit ! . , Ebenso hinfällig ist die Scheu vor dem Aufsehen, welches der Transport eines Geisteskranken nach der , Anstalt machen möchte. Soll man denn warten, bis es durch skandalöse Handlungen und unberechenbares Unheil, das er anstif lch erst recht an die große Glocke kommtL Und darf die knauferige Rücksicht af Kosten uns bestimmen, einen Unglücklichen derjenigen Zuflucht zu berauben, die einzig und allein im Stande ist, ihnt leine Gesundheit wiederzugeben? Wir wissen' bereits, daß die Anstalt die Geisteskrankheit nicht immer, zu bett sen vermag. Aber ist Mcht auch das schon ein großer Segen, daß , es für unheilbar Gestörte Asyle gibt, in denen sie Unterkunft," Schutz 'und ' Pflege finden, und wo sie gehindert werden, sich fund Andern Schaden zuzufügen? Wie groß ist die' Zahl der Geisieskranken, welche fast beständig von Raserei und Zerstorungsfucht'besessen !! sind und daher einer unausgesetzten Bewachung bedürfen, wie sie das Haus gar nicht bieten kann! In der Anstalt ist di: Welt vor insnnd sind sie. vor' sich , selbst zeschült. ' . r . ' , . Der. Entschluß zur , Uebersiedelung des Kranken in die Anstalt muß um so rascher gesaßt 'werden, als ohnehin mit der Aufnahme Formalitäten verbunden sind,! die einige Zeit rauben, der Rath und das Gutachten des behandelnden ttrztes wird als selbstverständlich voriUsgeseht, ,n den meisten Fallen aber soll das Gutachten noch ein anderer Arzt bestätigen. Bis zur Zeit der An. nähme und während der Reise nach dem Ziel derselben ist die sorgfältigste Auf. ficht auf den Kranken durch einen oder zwei Begleiter nöthig, und jede Gelegenheit zu Verletzung durch Entfernung stechender und schneidender, ' wie 'überHaupt möglicherweise Gefahr bringender Werkzeuge zu verhüten. Den Wächtern schärfe man ein. dem Kranken mit der erdenklichsten Sanftmuth und Schonung l begegnen. - Die Vergnügungsreise. ? ; HuWöres: von Pul Lefthard.

Sehen Sie. meine 'Herren, mit die Vergnügungsreisen soll, mir Keener mehr kommen ! ' Besucht mir doch neulich ?mal mein oller Freund Weipert, den Sie ja ooch Alle ' kennen und sagt der zu mir : Weeßte sagte er ick häte Lust, mir 'mal die' berühmte Leip iiger, Messe een bisken-in die Nähe zu bekieken ! Wat meenste, hätt'ste Du ooch Lust zu?" - ' Na, bei so wat bin ick natürlich imtner mitten mang, ick sagte also: Alle mal derjenige, welcher. . .."und andern Tages trasen wir uns denn ooch richtig Uff-n:i:lal)nof,,::1!!a .iit-ffll'-,' ilKF'liiC ;.MWceßrero&'cVäu pert noch ; zu mir jesagt wir fahren ruhig vierter Klaffe! Das Jeld, das wir dabei sparen, können wir lieber in Leipzig verkneipen und außerdem habe ick ooch verschiedene probate Mittel, wie mir, mit List und Schlaue einen Cou pon janz alleene vor uns Kiesen können!" Was das vor Mittel waren, sollte ick ooch bald nur zu jut kennen lernen. AlsdieLErstenk in, einenWagenSriniA!!k!K lZSol lagte sieh' man immer zum Fenster 'raus und denn sprich man öfter so zurück, als ob Du ein kleenes Kind beruhijen wolltest !" Und nu sing er an, indem er sich die Hände vor'n Mund hielt, fo täuschend tvie'n kleenzS Kind zu plärren, daß es mir ordentlich unheimlich wurde. 1 Die Wirkung war ooch jroßartig! Um Jotteswillen, man nich 'rin zu die jchreiige Jöhre!" sagten die Leute und drängelten sich alle in andere Waggons, nur eine olle Frau, die wol in der Eile keinen anderen Platz sinden konnte, stieg doch noch zu uns ein. Ter Zug setzte sich in Bewejung und Weipert hörte mit's Kinderjeschreie uff. So waren wir einige Stationen jesahren. da den tete die olle Frau uff unfern jroßen Stullenkorb, den uns, meine Rieke mit Jewalt mttjejeben ' hatte und frug : .Das Kleine schläft wol ?" Ja jriente Weipert das Kleine schläft !- .Ach, meinte wieder die Olle machen Sie doch den Deckel ein bischen auf. das arme Wurm muß ja sonst Kicken!"

,JH, Unsinn ! lachte Weipert das Wurm ,!.kann ;chichistiSen l ANicht wahr, vller Junge?" und dabei sah er mir so pfiffig von die Seite an. daß ick Zar nich wußte, was ick sagen sollte. Na, die Olle beruhigte sich ooch und schlief schließlich uff ihren mitbrachten Koffer ein. Wir benutzten die Zünftige Jelegenheit und frühstückten fs fachte unsern Stullenkorb leex? wie wir U mit fertig waren, macht mein Freund das - Fenster uff- und wirst das rlle Stullenpapier weg, und zum Schluß schüttet er den janzen Korb noch jründ lich aus, damit ooch kein Krümelchen mehr drin bleiben sollte. 'In demselben Moment ertönt aber auch ein janz jam merlicher Schrei. Die olle Frau war erwacht und hatte gerade noch Zesehen, wie Weipert noch den leeren Korb zum Fenster wieder hereinnahm. .Mörder" kreischte sie. ' wie I eine Besessene 41 .Mörder, Sie haben ja Ihr armes, un schuldiges Kind au cdie ScheM 'gerjr. , fv.:. . - "'i w? . . .

ju;m;ijtar a, uno c.jc wir nc veru' -yigen konnten, hatte sie auch schon den Hebel am Nothsignal in Bewegnng ge setzt ein - schrille? Psiff der Zug hielt und wenige Minuten später stan den mehrere Beamte, an der Spitze der Zugführer, vor uns . und ließen' sich schaudernd von der Alten erzäblen. daß '' wir cm kleines Kind, welches sie selbst ' noch schreien gehört, aus dem Korb zum Fenster hinausgewOrfen hätten. Na türlich gestanden wir nun sofort unsere List, um möglichst allein fahren zu kön nen, ein, fanden aber wenig Glauben. Ein Beamter blieb vorläufig zu unserer Bewachung bei uns im Wagen. und1'Z dann wurde von der nächsten Haltestelle aus telegraphisch eine Absuchung der von uns soeben passirten Strecke nach der K indesleiche anbefohlen. - Na,Ä nachdem wir ein paar Stunden so in , jrößtcr Zerknirschung zurückgelegt hlt ten, wurve ooch festjeftellt, daß sich zwnr keine Kindesleiche, wohl aber unser fct tiges Stüllenpapier vorgefunden hatte, und wir konnten ohne Bewachung, aber M mit'n starken ..Verweis weiter fahren. - ,, J-1 Jt W' '-m, - - S:j

Moucy munlcn wir umneuen, was wir mit Freuden beirüßtm. weil uns die V' '':!i '6!if übrigen Mitreisenden ,, doch .immer uff jede Station so scheu von die Seite be trachtet hatten. Weigert, der seinen guten Humor schon wieder gefunden hatte, sagte: .Wceßt'e Bengel, nu sah ren wir doch noch alleene;. jetzt paß j f zz t 4 Ä icvrvxii uiüi at jiyi luuiuii tt; uuucii; i.'tuui 'ran!" , -r . i .Ach nee, sagte ick -? laß', man! 'i ''L ': ii i i i ii' ii i Wer weiß, was das wieder vor Folgen hat ' ' ''""" " ' .! . ii"'.i!uii,iiiii .Unsinn meinte Weipert, indem er in's Coupee kletterte fo, jetzt hast Du weiter nischt zu thun, , als blss immer, wenn Leute zu uns ,rinstei'en wollen, tüchtig zu husten!" Ja. warum denn man blos?- frng ick ängstlich, aber: .Das wirst'e schon sehen! Huste jmm!" ranzte er mir an und l. . . ick hustete, was ick man konnte. So.wie nu em paar Menschen sich nn serMsWageNÄherten pert immer den Rücken , und sagte ganz ' laut : i.'Ack; Du armer Kerl, daß ' Du ooch den lcllcil Keuchhusten jarnich' wie der los wirst!" ' B.r 's - tj , Natürlich floh nu' allen) jleichbganz entfetzt in die anderen Wagens. i " j - Wcnn)ick doch eene anstrengende Rolle babei spielte, so machte n:ir die eue List doch großen Spaß und ick hustete " ;

so, daß ick schließlich wirklich husten r mußte, wenn ick ooch jarnich mehr wollte.' ! Es hatte schon Häuin;ife)oU&C Male gebimmelt, als . ein .. z un g e s r! es an ü, tes Kerlchen, welches mit'n Musterkoffer unterm Arm.schon..'ne Zeit,,, lang.. .. .vor ,j9 unserm Wagen stand, freundlich zu mir ,',. .. sagkC . i ' ., - ii.- ! .Ob, hüben Sie wirklich den Keuch husten?" - , ,.. . ''r;m !

.Jcwln! , antwortete Weipert sur mich. ".Jm., höchsten. Jrade . So?,;'. machte der srcundliche Jüngling das thut mir ia sehr leib! Sie, Zug' führe? wandte er .sich dann an diesen r ;' i '"':-.'.:; : - iv r1 ' ':' ' -'. I. ' . hier d:ezc? Passagier, ist mit emer , ansteckenden Krankheit behaftet und von der Aatxt aüÄnschließen 1 .'

.?!a, so'ne Niedertracht! Vergeblich 'flZ war unser Reden. .Die Umstehenden ' ', batten alle deutlich jehört. daß wir selbst , über meinen K cuchhusten gejammert hat- . ! ten und so mußten wir 'rauZ. da mein ' Freund doch ooch nich oh."5 mir weiter t : i W'i! :? ;t :ll - ''MI1' i! Imi1"' 'i'" ' ' ' -!'t E ' ' 1T3 Tti l "T " s 1 'ti 1 !f i reizen 'mochte. Der Zug mit diechohnl kachenden Passagiere dampfte uns vor ' ; die Nase ab, und um mitem nächsten "' , Zuae. der übrigens erst sechs Stunden'"

später durchkommen sollte, weite? fahre ' zu können, ' hätte ' ick mir erst von einem' : 1 ArztNnAtteDausstcllen'lass daß ick janz jesund sei. - RäLmwar? die Lust zur Reise nach LciKzig jründ , lich verfangen und so wartete i4)tjln mit meinem Freund ' den nächsten nach Berlin fahrenden Zug ab l und 5wlr' bO"Vstiegen!! vom Jnsf und ohne Attest ein vollgepfropftes i Coupe vierter Dimension.! u i i& Mensch . , sagte leise . Weipert zu i i mir -- pah' mal uss. wie leer das jlcichH hier wird ; ick habe jetzt ein janz setnef Mittel "" V-;r,-:.H'' -- " '!i IliiS1 ;';. ii" ;i .Um's Himmelswillen schrie ich aber4 da' laß '$ dett blos . sind, sonst ,Ukommm wir ein Ende nicht m;hr leben- . . -fi i ti" ;! - Um- tiiwiir,i i,;;,.,;, ! big nach Hau je !,., . . . , Na, dett sah er, denn ooch ein und schweigend fuhren wir nach Berlin, wv ; Wir allen erzählen sollten, wie wir uns .M amüsirt hätten uff unsere Vergnü? gungsreife f ii: -..;... ,tt v.-iL: v .-tv ; I :Jiixriw.-a , Ein englischer Reisen. der hat den Vcongolen fplgenv'SerzV hasten Fluch abgelauscht: .Ich wünschte, daß Dir der Teufel mit einem Messer in den Leib , kröche, Dir das Fett von den Gedärmen schälte und Kerzen davon machte, um Dir zur ewigen Verdammnih zu leuchteu!MW!'ög u Ein rü cksichtsl o s er Men sch. Schneider: Aber, Herr Baron, wann werden Sie mich endlich bezahlen? Barhn: Lassen Sie doch das ewige Maturen, Herr Meier, haben Sie denn zar kern Mitgefühl mit u:einen anderen Gläubigern? in.ifcajtP "ti,iii,,pi

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