Indiana Tribüne, Volume 14, Number 196, Indianapolis, Marion County, 5 April 1891 — Page 2
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prwtttrung au Kaiser Wilhelm!
i Zurr Hauptquartier des ä&tftxh Wilhelm im sranzösischdeutschen Felb zuge gehörte so schreibt man auch der Hosrath Schneider, der beim Monarchen in hoher Gunst stand. Sie ffannten sich schon seit Anfang der zwanziger Jahre, als Prinz Wllhelrn noch Hauptmann und Schneider Schauspieler beim Berliner Kgl. Theater war. Er hatte damals seinen Schwan! -Der Kurmärker. und die Picarde" geschrien ben, der züdenI Zugstücken des Schau spielhJuieZ zählte. .Ten KurmärkerZ (ao Süneider und eine kleine,' zierliche -w ' m mm L m ijranpiin vom Bauer ipteiic o:c card e". H ernach wurde c er Dichter und imitier Vegrunoer imo weiter ves Svldatensrcund", und später mit dem Titel 55osrath" Vorleser des Königs. Dies blieb er auch! unter i Dnig Wil belm, 'zu deffen,, Lieblingen er zählte! r mute während deZ letzten Krieges täglich in der. Frühe 'veiinSlö ' nige erscheinen theils um aus den ingcleuscnen ' Zeitungen vorzulesen, theils uni zu crzä h len, wa? sonst ' gescheDClfc JCr ,.-.im,V: iUlltK .. ,....,!,., ,..i." iM! rtfS;:ili"ilWKiieiP--Hii--" ' , .,.,,,.. y W "l,,,.,t-'('j"V'"""" l'tli:M;ri:-itii !!5"tt", A" " ! v.,ji!! Zn?;i Tage nach der Kaiserproclamaklon nrni, ; äm?0.VJanllür, erscheint ' mnmMmm& Punkt ! Uhr srlch, der Kaiser begrüßt ihn mit Hart bedruck Und sieht ihn prüfend . an. Sinn; Schneider, was ist Ihnen denn' Sie scheu ja heute so ganz anders ans? Gute Nachrichten' von Irau und Tochter aus PoNKÄ ?" Die auch, Majepät Nun, und was noch?" 8ch v.üZte weit aushole Majestät, und dann ist el1 mich nur eine ganz kleine Sache " .Schadet nichts! Erzählen Sie nur." Nnn, Majestät, ich babe gestern Nachmittag hier weine Pi:arde" ' wiedergesehen." Aber -C v.:- o-fr:.. r- r.. i " f j-jww, 'W-www mm W 4 f drüben in der Avenue Paris." Wie geht es ihr denn?7 - Majestät, ich hörte schon m Berlin, sie hätte 'sich in Versailles niedergelassen; gestern" bin ich zum Mairc,kNamcau gegangen und der hat mir '.ihre 'Wohnung ' angegeben." Nun, wie fanden Sie sie denn?" - Eine alte Dienerin meldet mich an; I eine . Dame, zierlich und behend, kommt mir entgegen. Hab' ich recht gehört? fragt sie, Monsieur Schneider? Schneide? der Kurmarker? Ja, Madem oiselle erwidere ich und Sie, Fräulein P ollin, meine werthe, liebe Picarde. Aber wie kommen Sie nach VcrMesZZ mein lieber, ' alter Freund ? U Ich bin Vorleser bei Er. Majestät, sem Kaiser lWilhelmk. Wilhew, Wilhelm. . 'kenneUch,. den, lieber Schneider? Ja, gewiß, der hieß damals Prinz Wilhelm und er war nicht selten im Theater. Ich bin hocherfreut, Sie wiederzusehen, mein Nurmär?er, mein Anbeter von ehedem. Sehen Sie dort uns Beide im Spiegel, elt geworden, sehr alt. Ab er) liebe Pollin. 1 im Herzen '" noch jung, 1 , nicht wahr??, 1 Hier , machte. Scbneider eine Pause und , der , Kaiser siel ein: Das y ist . .jaj- köstlich, was Sie mir da erzählen. Lebt die Pollm sorgeulrs? Ist sie noch körperlich Iraf-iig?--ftf mrM sv"4"' Öl Sie machte ganz aus mich den Ein druck, als hätte das Alter ihr wenig ongetban. und weil sie gut Haus zu halten verstand, sy lläu W jetzt von - eine? leidlichen Rente. Sie ist schon seit Zehn Jahren , nicht mehr am Theater." M ': P " 0 - .Aber sagen Sie 'mir' mal. 1 lieber Schneider, können wir ihr nickt irgmd e "' ! 11 !: FV Pt'Ji-' ii 'iit, . nnc kleine Freute bereiten. . .." r rTislestät,-1l:;l!(Iin;iiwagi5j! ich: sie erzählte mir das Sävclkurren mache sie ganz nervös, sie litte unter der Unruhe der Einquartierung ungemein. . . . .Nun da soll doch gleich eine Ordonnanz kommen, klingeln Sie,, bitte, ich brauche ja nur an, Äoigts-Rheetz sagen zu lassen, die Wohnung" der' Sollin, Avenue Paris, bleibt von dieser Stunde ab während des Krieges frei von jeder . Einquartierung." , Tags darauf .erhielt Schneider ein zierliches Brieschen folgenden Inhalts : .Sie sind sehr -liebenswürdig gewesen, mein Herr, und Ihr Kaiser war sehr gütig gegen mich. ,, Ich bitte Sie. ihn: sagen zu wollen, daß ich für sein Wohl-, wollen ihm sehr dankbar bili. öewah ren Sie, lieber KurmarkerZ ein freund- - liches Andenken Ihrer Picarde." ' Als der Kaiser am 10. März 1871 in früher Stuude mit dem Hauptquartier aus brach. umnibie5HtimathzurÜckzükehk ren, fragte er Schneider scherzend : Haben Sie die Pollin beim Abschied auÄ von wir gegrüßt?" Ganz, wie , Majestät befohlen haben", erwiderte der Hofrath. So endeten die rubmvollen Tage von Versailles mit freudigen, Erinnerungen an Jugendscherz und - Sn3rndIupE4iiÄ: & K t I m Zwcif e r. Herr Freier : Ja ich bm zum zweiten Mal Wittwer. . ." Herr Vrcier: Und wollen Sie wieder heirathen?" Herr Freier: über lege schon seit gesternvl, t& von inir auch Hu. wäre, s? ein Nlrr zu jc;n." . 1 v 1 ' - ii .'- w. , hr ' , Vict me up ) S':k z&rX$ A g ewandtes S pr icho o r t. Zadvarzt.' Nur , Muth, mein 'Fräulein! Frisch gewägt, ist halb gevonnen. f (Er brich: den halben Zahn tb.) ?c:rn s.'hen Sie, halb gewonnen . haben wir scüon! i ser'W in ?. Herr: Es ist katürlich, daJ bei einer so v; rzü glichen LchandlunZv ; wie sie bei nrir In: geführt ist, der Lohn kein großer sei : kann MDnerK, ich bitte, mich möglich WHlech: zu behandeln. - x ß mimm . Sie sind also K öchin HerrMMüller Hauptmann a. D. ila. aber bitte, Herr Standesbeamter, schreiben Zie : U H auvtmann ::ia.:vD;il init örlaubniß zum Tragen der Uniform. Ä'.??WB , org eg x :f f en. Bürger. reifirr (der eine Begrüßungsrede hal- ' len soll) Durchlaucht . . . Fürst ( schnell unterbrechend ): Bitte,
f ;.,f lassen Sie : nch kurzer. Tr:0m
Lorveern und SöverelgnS.
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V,a ruft SiaUau. an hat einmal ausgerechnet, wie viel Adelina Patti, die 1882 für einen Musik'estabcnd in Eincinnati 3L,000 Mark lekam und überhaupt gegenwärtig die höchsten Gagen und Honorare be zieht, für eden Ton erhält, der während einer -Theatervorstellung oder eines Sonrerts Äöihre Lippen kommt:: Es ergab sich daei ein ganz ansehnlicher Betrag. , Ohne Zweifel stehen die übertrieben w" "' I!1 M'r' ' -- - hohen Summen, Kelche manche Dlvas und Ritter vom hobt?; C einheimsen, in keinem vernünstigenx Verhältniß zu ihren ". GegenleistungenX Anerkanntermaßen bilden die immersert gesteigerten Gagen solcher Lieblinge deS , Publy kums" einen Krebsschaden der modernen Tbeater und dienen da;u in einzelnen Künstlern einen Hochmuth zu erzeugen, dn an Verrücktheit grenzt. , Als Eatterina Gabrielli ,(172v, bis 179L) nach Petersburg kam, verlangte sie, ein? Gehalt 4 von L0,000 Rubeln. Aüer dasür kann ich ja zwei Feldmarschalle 'halten", rief Katharina II. aus. woraufs die , Diva kaltlächelud . meinte: .Dann könueN' sich Ew Majestät ja von ihnen auch etwas vorsingen lassen." Dem italienischen Heldentenor Tamagno ' bot der Impresario Ferrari kürzlich ein amerikanisches Engagement um die Summe von 750,000 Francs an der Sänger aber lachte: Dem Mimen flicht die Nachwelt keine ;. I ; Kränze, Trum muß er geizen mit der Gegcn ' ' '1 wart", sind forderte nicht weniger als eine Million?-. ,' . : :: ..iH - , . .-: ;!':!!:; Dabei fällt Einem unwillkürlich der alte Aritz ein. der in: Grimm über die Geldlzier zweier Sängerinnen schrieb: Dfc Astrua und Earistini fordern den Abschied es seindt Deuffels Eroup, ich bin sie tauhscutmahl müde, ich muß Geld. vor Kanonen ausgeben uns kann es nicht ,, vor, Hahsclauten vertun. Es seindt Kanaillen, hol' sie der Tcusscl." Nicht von jeher sind natürlich die Künstlergagen so hoch gewesen, doch klagten die Württemberger, z. B. schon unter. Herzog , Ulrich (14931350) über zdle allzit ko?tba,rcg Tonsünstler. deren hohe Besoldung nicht wenig zu dem Elend des Landes beitrage. 151 gab der Fürst dann der Landschaft die ausdrückliche Versicherung, daß er den großen Auswand für die Sänger, Psei. fcr und Trompeter, möglichst einschran-, ken zverde. ,1 Unter. Herzog Christoph (1550 158) waren bei seiner Ka pelle chschicdcnc finget" ttii epl lern von 20 40 st. angestellt. Zu Ende des 10. Jahrhunderts erhielt der italienische Sänger Pergamin am Hofe des Landqrafcn Moritz in Kassel jährlich 250 : Gulden. Die,' Summe erscheint s geringfügig, war jedoch für die da-. maliK Zeit sehr hoch und kam der eines bezahlten Ministers gleich. p 'FUitter Herzog Eberhard Ludwig 677 IM) zählte die Stuttgarter Kapelle auch zunk ersten Male drei Sängerinnen, darunter eine Magdalcna Sybilla Bocr (Beck). die ein Gehalt von 1000 Gulden bekam. In Dresden bezogen unter Johann Georg (f die herühmten Primadonnen Marghenta Salicola und Rojana San- ' -.- n-tJ trZ- ? iincm z uivv zijaizi. t -viz iairruaje Kävclle in Wien hatte unter Karl VI. sf70) acht Solosängenttnen, vor dinen'':'achö 'An Gehalt von 6Ckjp.sC. dezcgcn. . : ;. , ,-. , Jcmehr die italienische Ovcr mit ihren Virtuosenrollen , überall der ver lütscheitc Liebling zuerst" der Höse und dann'dcPublikums überhaupt wurd. desto hoher wegen auch d:e Preise von Primadonnen Rouladen und Kastra-. ten- - und Tenoristen! rillern. ". Namentlich wurde seit dem Anfang des 13. Jahrbunde:ts das Land der Pfund Sterling , und Sovereigns das Dorado aller Geiangskünstler. ; t Die (uzzont Wies 1725 einen italieNischen Impresario, ..der ihr 240.000 Lire für eine Kunstreise bot. ja&- Weil sie :n England mehr verdienen könne. Sie starb übrigens im tiessten Elende, nachdem sie Stimme und Schönheit vertorcn und Nnzumlnen vergeudet , hatte. Gcrtrude Elisabeth Mara (geborene Schme'ing) be.;oi in Berlin als Hofr- ' i t fc Vi. ,W. - i" :L'J'X mngerin rleorinzs oes roen :5,V00 Thäter Jahresgchalt, Woaeqen man ihr von London aus Z.ttOO Pfund Sterling (32.000 Mark) für, 45 Concerte und da-,n 2.500 Pfund (50,000 Mark) Reecinzchadigung rot. Da ihr der König den Urlaub verweigerte, ging sie ihm 170 durch und heimste nun eine ':' ' "1" ,''; " ! ''n ' , in'., ;ji i' '' ) i '! lange Reibe von Jahren hindurch den auf sie niedrrgehendcn Goldregen ein. ' Als die Catalani zweimal vor. Rapoleon K in St. Cloud gesungen hatte, ließ er ihr dasür 5000 Francs baaraus folgen, verlieh ihr. eine lebenslängliche Pension ! von VZ,m Francs jährlich uud stellte ihr deu Opernsaal in Paris für zwei Eoncerte zur Versügung, wclche ' eine Rei neinnahme ..von 50,000 Francs brachten. Alles -,das , schien jedoch der .Sängerin noch, lange nicht genügend. " Als er sie in St. Cloud geho:t hattet kam der Kaiser in ihre Garderobe und fragte: Wohin gehen Sie von hier, Madame?" Nach London, Sire." Bleiben Sie in Paris! Sie werden 100,000 Francs und zwei Mona!e Urlaub haben.- Die Catalani verneigte sich schweigend und ging nach London, wo , sie für die Saison mi: 25l).0l0 Francs engagirt war ; ebenso viel brachte ihr Urlaub ein. Man zahlte ihr in Soireen 5000 Francs für Mttß b jt it Q u nl;';,:!!;:!) c ' ;.: Gr öd' :-: a vö ,;tli0: Kitiir" und veraötterte sie geradezu, unterließ jedoch nicht, sich nebenbei allerlei ergötzliche Anekdoten über ihren in wahrhaft seltener We:se ausgebüde ten Sparsinn zu erzählen. Zu den begeistertsten Verehrern der göttlichen Angelika" gehörte damals der Marquis von Buckingham, der sie und ihren Gat ten. Herrn von Valaöregue. einen ehe malten sranzösischen Capitän, nach
seinem , prachtvollen Familienbesitz, Schloß Stowe. einlud. ' Wenn dort Abends der Wunsch lau ward, die, große , Sängerin möge : die anwesende Gesellschaft doch durch einen Vortrag erfreuen, so Zierte sie sich niemals, sondern sang stet bereitwillig ein Lied. Endlich mußte das Ehepaar von dem gastfreundlichen Marquis Abschied nehmen, um eingegangenen Verpflichtungenl nachzukommen.., Dabei drückte Herr von Valadregue mit dem selben liebenswürdigen Lächeln, mit dem seine Gattin täglich gesungen . hatte, dem Hausherrn ein Billet in die Hand. Der Marquis war nicht wenig ,über rascht, als er las; Für das, Singen von 17 Liedern 1700 SovereignS, aber er Herzog keine Miene. Er gab ihm eine Anweisung auf 1700 , SovcreignS für siebenzehn Arbeitstag der Madäme Catalani, konnte dabei aber doch nicht die Bemerkung unterdrücken, daß er bedaure, $ nicht , früher gewußt zu haben, Monsieur de Valabregue sei der Kassirer der Firma Catalani. Ueori-,
gen 5 that dieser Vorfall in England dem, Rufe i der großen Sängerin doch we'.cntlichen Abbruch, ähnlich wie die Veruner gegen ole aus,oem Mpse::yres Ruhmes , stehende Mara aufgebracht wurden, als sie in einem 1803 von der dortigen königlichen Kapelle zum Besten des LLittwcn- und Waizeufonds veranstalteten Concerte nur mitwirken wollte, wenn ihr die Hälfte der Einnahme zu1 - . . j' SM:illi ' V geiiajen muroe. v$ uenen. q aynncye Züge auch von einigen vielgenannten Stars" der Gegenwart berichten, doch soll dabei ausdrücklich heroorgehoben werden, daß die meisten unserer großen Sänger und Sängerinnen j seine X immer offene Hand haben und ihre Kunst bei jeder Gelegenheit bereitwillig m den Dienst der Wohlthätiakeit stellen. . 1827 wurde Virginia Blasis,' die im Don Juan" mit gleicher Vollendung die Donna Anna, wie die Zerline zu singen wußte, für die Pariser Oper mit ' r " . einem ieocnslangi:cyen saures geyime von 36.000 Francs engagirt;, sie starb elf Jahre nachher an einer LunaeneuU zündung.- Die heute gänzlich vergessene Sängerin Gloslop hatte einen ähnlichen Vertrag mit der Pariser ! Oper, zu 25,000 Francs jährlich. Sie, trat aber :n dre: Jahren nur e:n einziges Mal' auf, verdiente also an - diesen Abende' 75,000 Francs, vielleicht die höchste Summe, die eine einzige Vor stellung jemals einer Sängerin eingebracht hat. Denn die höchste Einnahme, welche Henriette Sontag, die nachherige Grafin Rojsi (f 1851) je. .machte, er--zielte sie in London, wo ihr einBenesicabend . 50,000 Francs brachte. 1849 bekam sie , sür eine , einzige Londoner Saison . mehr als 500.000 Francs. , Die Malibran erhielt in Paris 75,000 Francs Gage, ein Benefiz und einen i -r ' uriaup, ocr :yr eoenzov:el oracyle. 1833 wurde sie. vom Londoner Drury-Lane-Theater für 40 Vorstellüngeu ge-' genuine Gage von 80,000 Franks und zwei Benefize mit einer garantirten Einnahmen von 00,000 Francs, zusammen 140,000 Francs für zehn Wochen engagirt. i In dem darauffolgenden Jahre erzielte sie auf eimr Kunstfahrt durch fi ttiont : 9sitffr4tt tt 1QK Forstellunzen "720,000 Francs, und kurz ehe sie starb ( f 1836 ) unterzeich utv' WW niinily MHIItktUI MtfjLUU nete sie noch ein Engagement von 600,uoo oranc. x :ikkm:t - Auch Rußland strente ' einen, ver schenderischen Goldregen über alle. die Künstler und Künstlerinnen aus, die kühn bis zum Norden vordrangen. Gegen. das Ende der vierziger Jahre bekam tz, Viardot in Petersburg für einigt Monate 50.000 Rubel und ..ihr Benesi; brachte 12,000 Rubel ' nebst. emer Masse von kostbaren Geschenken. , Rubin: nahn: :n einem einzigen Concerte dort mehr als 50,000 Mark ein, und ähnliche Beispiele ließen , sich in Menge aussühren. ' ' 1 ' 1 " Dann begann auch die neue Welt die künstlerischen Berühmtheiten zu sich herüber zu locken, indem sie dieselben statt mit Sovereigns mit Dollars über schüttete, und von dort stammen die enormen Sängerhonorare,i . welches nach! dem Zeugniß von Moritz .Strakosch ( in' seinen Erinnerungen eines Jmpresa rio" in ,, der alten wie in der neuen Welt, das Verderben der Theaterunternehmer geworden sind und überall den Ruin der einst so blühenden italieniichen Oper" herbeigeführt haben. JeNliN Lind hatte sich bei ihrer berühmten amerikanischen Reise (1850 1851) mit Barnum für 1o0 Concerte ein Honorar von 80,000 Dollars nebst freier Reise und Verpflegung ausbedüngen. Jbre Erfolge waren jedoch so riesige, daß sie bald den Contract löste J V . jV, Hi"- a ip'i ,..: .i.. 'IM7V iirn WrtiHtn Vixii 1, HW HU Vlktlk ttlUilUlll) iUVitr mehr als d:e: Millionen Dollars belaöelk. konnte die ..schwedische Nachtlaall" aach kaum Jahresfrist nach Europa zurückkehren." ' ' k,xtxM'" i "7 XOii' i ijti;" 4l ' .. In der Gegenwart ist es wie schon zesagt. die gnelttte Adelma Satn; die großartigsten künstlerischen i welche und klingenden Erfolge Lorbeeren und Sov.'reians auszuweisen , hat. Ihre höchste Einnahme , für einen einzizen Abend waren jene 32.000 M. in Chicago auf einer anderen Kunftreise öurch die Neue Welt bekam sie für jeden Lbend 20.000 M. Das sinancielle Zrgebniß ihrer vorletzten Tournee durch Spanien, Portugal und Südamerika ivar: In Lissabon 80,000 Francs und in Madrid 70,000 Francs, in Bueno-Z Aires 657.352 Francs, in Montevideo 213,795 Francs, in Summa 1.021,147 Francs, abzüglich des Verlustes beim Wechseln. HAiU ihret letztet: : Amerika i reise hat die Diva 43 Mal in vier Monaten gesungen und dasür 800,000 Fräiisringenomm St. Petersburg ,, für ein dreimaliges Auftreten in Opern und zu drei Conwerten engagirt, wosür ihr 1000 Pfund Sterling (20,000 M.) für jeden Abend kontraktlich zugesichert sind. Es wird unseren Lesern von Interesse sein, zur Begleichung auch die Gagen einiger der berühmtesten Tenoristen zu erfahren.
Heinrich Vogl, der noch immer u-1 aendlich'frische Jubilar, bezieht in I '
München ein Jahresgehalt von 32,000 M. ; in New York erhielt er monatlich t6000, also 24.000 M. Emil Goetze war bis vor Kurzem dem Kölner Theaterdirector I. Hosmann gegen eine Jahresgage von 0,000 Mark verpflichtet. Er hat jetzt eine Einladung erhalten, an 50 Abenden in den HasplstädkettlMerika'aufzutretewo für er 'außer vollständig freier Reise u. s. m. die Summe von 150,000 Mark bekommt. : . '.., : Jean de Reszke bezieht an der Pariser Oper monatlich 15,000 Francs, was allerdings nicht übermäßig hoch erscheint, wenn man bedenk:, daß selbst der Ban kelschläger Paulus in Paris es als Cou pletsänger und Dichter bis zu Jahreseinnahmen von 100,000 Frcs. gebracht hat. r:1 ' !', ' ' '' , l - Alexander Girardi erhält vom Theater an der, Wien, für! acht Monate eine Gage von 16,800 st. und noch ein SpielHonorar von je 70 fl. -, t m -., 'r-, I Berühmte Sänger und Sängerinnen können heutzutage mit einem Gefolge reism, wie frühes nur: Fürstlichkeiten. Als der italienische Tenor Masini 1887 von Mailänd nach Vuenos Aires zu seinem dortigen Engagement reiste, begleitete ihn ein Äeibarzt. ein Privatsecretär und' zwei Kammerdiener, voraus ging ein Courier, der ' alles ' besorgte.' 1 Für ein !50ma!iges Auftreten waren dem Sänaer aber änch 600.000 Francs aarantirt- träte er jeden Abend auf. so wäre ' das ein' Jahreseinkommen von r ,,! -r..i-; ,. Vi "i "i 1 II " ii " n"' I , etwa 3 Millionen Mark. 1 - 1 j l Der canadZscheSamson . , : ;, j. j ' m ": . i- .. " Louis Cyr, angeblich der stärkste Mann in der Welt, dessen. Bild wir bringen, ist ein. französischer Canadier. Er wurde durch !n Kraststück berühmt, welches er verübte, als er 17 Jahr alt war.','! Ein' mit Backsteinen beladener Wagen war tief im Schlamm stecken geblieben. Cyr kroch unter den Wagen und hob denselben ganz allein aus'ö ! Trockene Cyrchat! vor kurzem in New .Jork 3536 Psund Eisen aufgehoben. Er will jetzt eine Wette machen, daß er '4500 Psund heben kann: : ' -r. r' i , Dieser Samson ist 27 Jahre alt und 3 Fuß zll Zoll ,hoch.' Er , stammt von einer stärken" Familie : Seine Mutter konnte, bequem Avei Fatz .Mehl ' die Treppe hinaustragen. Sie wog 265 Pfunde? Sein!:cVater war ebenfalls baumstark. Cyr spielt ä mit " einer : 35 Pfund schweren Kanonenkugel, wie Ankere mit einem Gummiball. ; 'In New Aork I hobiermeulichZeinc !261UPfund schwere ZPlatform t auf auf welcher 20 Männer standen, deren Gesammtgewicht mit der Platform 3790 Pfund betruq.' Dieser Samson raucht l nicht . und triukt keme Svirituosen, ißt aber täglich' :'"!. i? CfltX., ff: , i ! : , :. ""' vv Zjti (JlVl Uf. IM:; 4-1 Plon Plon UV .iilfcsili fZZ)WA , . , ,., ,r ,Ter j kürzlich verstorben? Prinz Je köme Bouaparte besaß eme sprechende Uehnlichkeit mit seinem großen Onkel Napoleon lt . Hauhtsächlich dieser Ähnlichkeit hatte er es zu verdanken, daß er aoch immer Anhänger besaß. t m z y Ätstlf l A : il M 1 i y v 1 H H -: ll.ti! !if''ü irfüj'f"! Schon fällt z der Sonncnblick mild in's ' ' ) ?,. ,, ij 4 ;! ; ; :i: ,, v 'f ',52 and .f H . li : Und lauer wehen d:e 2 üste und linder, Das sind die Boten,- vom Frühling ge- ' l "! - H-p - ! fil "l'r .,saudt,.!i',,j f; Als seines , nahen Einzugs Verkünder. ;.i ti. 'vi m Sie ist meine Seele so gem berett.' --rX Ter frohen Botschaft Glauben zu schea-::s4f-;i&i.nV m&i Bald.hoss' ich, im kühlen Ueberkleid Die Schritte zur Gartenwirthschaft zu : il ilenkeu.' iZfz .'Piz. l:mfMs' 0 rii Dort will ich, was , ich lang nicht ge : 'k'i:':' -MaMmi Än einem guten Trunke mich letzen Zz hU Der Glaube, der Berge versetzen kann, ann auch den Winterrocl versetzen. . ,: ;::;gö ta l. I N e:n er Ges e l lschast werden Pfänderspiele gespielt. Ein jovialer Onkel des Hauseö nimmt die Pfänder in k B erwahrung. Zuerst wird einer jungen Dame aufgegeben, ein Lied zu fingen,, und nachdem sie sich dieser Auwabe entledwt. will sie ikr RiandIinl Empsanß!Ä sprinat aber das Söhnchen des Hauses dazwischen mit den ' Worten : Gieb nichts heraus, Onkel, ohne Pfandschein, CiÄ 'f '" r "1 jf.,.l!i,ll".. IHMtx muy im eiyyauje aucy immer den Psand ichein 'zeigen lJMOMM Weit .g e.b r ach t. Geck : Habe es doch wirklich weit gebracht. Vor eiaem Jahr war ich noch ein ganz schäbiger ß'erl ohue emen Pfennig Geld, jetzt habe ich bereits 10.000 Mark Schulden.
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i I ,i lt. sfjfiS"J"S t t ''- V- VU'i J ! " ' . I l . . ' " ü'I ... '...i, r"r l'' '''!! ',!. '!. ' 's ' & : fTÜT i i l ' ' 1 f i ' ' 4pxLu .J&wtf2r yi?. iM-m' ä " & b 3 il( 11 , : i-ta: Jßc' Jitß'L j -.iU' WMWJ L mM-MmMm
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Die Ehe in China.
Zon Tr.. Scherze. Wenn man eine ? Chinesin nennt, , se denkt man zunächst an die verkrüppel. ten, kleinen Füße und man stellt sich darnach das ganze Wesen verkrüppelt vor. t Die Chinesinnen haben vor den Eu ropäerinnen etwas voraus, es gibt nämlich keine alte I ungfcrn unter i hncn ! Ledige Männer und Frauen gehören in China : zu den fabelhaften Erscheinungen, denn : die Ehelosigkeit : gilt -dort als etwas-Unsittliches. Der Chinese heirathet mit höchstens zwanzig Jahren. Nicht selten vermählen. sich sechszehnjährige Jünglinge mit vierzehnjährigen Mädchen.? Der ausnahmslose Fleiß der Chinesen setzt siei srüh intdiei Lage,?! sich einen,! eigenen Hausstand!izu!lgründe Das M lima hat mit der frühen Ehe nichts zn thun, denn diese Sitte herrscht im, ganzen himmlischen Reiche, welches .sich bekanntlich durch die verschiedensten Breitegrade' erstreckt. , .Allerdings weiß man ' dort wenig von der Wahlverwandtschast." ''Die Eltern verheirathen ihre Kinder, sobald diese heranwachsen und die juugen Paare lernen sich häusig erst bei der Eheschließung kennen. i j Dennoch ist die keine Gefahr, für die Ehe, wie das bei uns kommen müßte, ebenso wenig, wie bei den orientalischen Jnden. , Es scheint, daß es Völker mit so viel natürlicher Sittlichkeit, so unver dorbenen Jnstincten gibt, daß jede Ehe . alle Aussicht hat, einen glücklichen Verlaus -zu nehmen. . .."'"S' Das HösmächehX ,Z!so!n ,Ct)ina ebenso unbekannt, wie die unverstandene SAl . ü fcUM. Schließlich lernt man sich in uw ferem üblichen - Brautstande s wirklich kennen? ,. Oberst' Tscheng-Ki-Tong, des sen .Ausführungen wir hier folgen, , sagt unbedingt: Nein." Und wer,: unter uns wagt :hm zu widerprechen? ;. Die Eheschließung in China ist ein bloßer Familienakt, an welchem,' wohlgemerkt, . ? weder der Staat noch die Kirche, den mindesten Antheil nehmen. Die Formalitäten sind die folgenden: Die Ehepakten werden z von den Eltern des Brautpaares geschlossen , und unterzeichnet. Der Bräutigam - sendet, und dies bedeutet die Verlobung, seiner Erwählten eincn oder mehrere Körbe voll Putz- und Toilettegegenstände,, darunter zwei Armbänder, welche die Rolle, unsercr, Verlobungsringe .spielen. '8xt. Braut penbet'"Qls' Gegengeschenk ; '! ein Kostüm Äe rÄne' Unlforn:' welche dem Ranze des Bräutigams entspricht. ' ' Die Vorfeier der Vermählung wird in beiden Häusern gesondert durch Gastmählcr begangen. ? Am Vorabend des Trauungstages sendet die Braut ihre Aussteuer in das iHaüs deS, Bräutigams,, dser.der,,4,Braut. eine rothe Sanfte, in welcher , sie am folgenden Morgen in feierlichem Auszug, . gefolgt von den, Verwandten, von Spielleuten it. s. w. in das Haus des Bräutigams get ragen wird. ' Dort verläßt ? sie die Sänfte irnd bei' b i c f er Cel eii r) ci t fi el)t sich das junge ' Paar meist zum 'ersten Male. Der Bräutigam geleitet' nun die , Braut in das beste Gemach des Hauses wo aus eiuem. Tische Weihrauch zu Ehren der ionyeit brennt. Vas zunge Paar kniet vor diesem Tische nieder und r t i . m ! J... . i .Viil.'.i verricyrer ein eoci. ,'ann ncur oei Bräutigam die Braut" seiner. Familie vor. womit die Trauungscereinonie beendet ist. Nun wird," ganz wie bei uns, geschmauset.". Das Hausthör bleibt, Her. chinesischen Sitte entgegen, den ganzen Tag i offen, I: es kann ; eintreten ! und au dem Feste theilnehmen wer will,? sogar der. Fremde von der Straße. H . iw ' ... tr " ! !' i. '!''" fi "V i f f c .m. . ' , .,.m0igenpfn-öttce8t.nq oiecicx h 'V f "V ,:;',!':':fy ts irj ni gleicher Welse :m Haue der Braut fort. i Hier und dort Z wird das junge Paar von einem älteren, längst Verheiratheten . geleitet, - welcher männliche Nachkommen bentzt. i Es, entspricht dies etwa unseren Trauzeugen." !- :.e.g;li T Man wird zugeben, da ß die ' Einfach' heit dieser Ceremonie, welche sich ; ausschließlich im Familienkreise zuträgt, ihresj gleichen suchte Ehescheidung, besonders - in den oberen Schichten, als eine Ungeheuerlichkeit. Aber gerade das ist der Punkt, wo der Staat einsetzt. , 7 Die Eheschließung uberlant er getroft der Familie.! 'Die Scheidung veranlaßt er, wenn ,eS ihm geboten scheint, d h. wenn der natür liche Zweck , der Ehe sich i als unerfüllt erweist.',,!.. m X'4iytB W Der Gatte darf d:e Scheidung ver langen, wenn die Frau sich nach Ablans einer gew issen F rist als unfruchtbar erWiesen hat. 7 Aber in den seltensten wallen wird von diesem , Rechte Ge. brauch gemacht. Um der traurigen und gefürchtet en Kinderlosigkeit zu ent gehen, adoptirt man Yaustg sremoe minder. ij, jl,:.. f!!!!!1!!! tMiß ' . ,:;; Die Fra selbst hat das drmgende Interesse, jeden Anlaß zur Scheidung, zu v er m e idcn, denn in ihrer Gesellschaft haf'.sl Sie theilt alle Ehren, welche ihr Gatte genießt, aber obne denselben ist sie nichts, i" : " '"11- "i ''-!. i. ' ,2.,. . ' da dlerauenenianzipatlon :n China em unbekannter Begriff ist. Nun werden d ie schö neu l Leserinnen" triump hirend ausrufen : .So sind wir denn doch besb . ., , ., ',Y'i':N 'Ii'- ijü--1', ' : -u ' 'i-'- , 1 v . ser ' dran :fii f 'tx -jMi : Aber die Chinesin " hat einViuwgc heueren " Vortheil vor der Europäerin voraus sie wird ohye Mitgift geheirathet. ' Die Mitgift ist ein unbekannter Begriff in China. ' Ja, die FraüeD Verniögen und 'werden niemals des Geldes wegen geheirathet. Bei der B rautwahl ! wird nichts g eprüst und erwögeNalsH ten der Braut, ihre Bildung und Er ziehung. Und hier mag die Ursache l ieaen,ß daß die meisten Ehen glückliche ndKWMWWWWMWMNÄ MiUFrauULarfSlmM Mannes Verträge schließen, kaufen und verkaufn, sre: über oas gemeinsame Eigenthum veriugen. ' D:c Verhei rathuug und die Aussteuer der Kinder bedarf ihrer Ziistimmung, ebenso wie die Erziehung derselben in ihren Händen
r .... v . .V-),'"' ."-,?., I- -: ., -,r- ,. ist. Und wird diese Musterfrau nicht sonders als ein gewisse? ZiZrückzieh betrogen ?'f srägt die verehrte Lese kennzeichnete, bekundet sich in zierlichen rin. Rein, so aut wie niemals" 5?estons und Blumensträußen, sowie in
nur aus ehr aewichtiaen Gründen ual der Gatte eine Geliebte. ' Dies geschieht dann mit Zustimmung der Frau und die Geliebte ist dieser Gehorsam schul. dig. Das ist Alles sehr, sehr vernünf: ttM aI... . ilfj.
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ia, uvzi uiuji,; rv!i!Ultt!,. .u zenonen oijuc Vezonoers vmtoi Nomantik überhaupt ist dem bezopften war die bekannte Borde a U jrrccquo. Volke im Reiche 'der'Wttttesiemd'''ge. M blieben, und wenn dort auch zahlreich! ; Farben, besonders für Tamenkleider. " '
glückliche Ehepaare gedeihen Romes und Julia dürfte es dort niemals ge geben haben! Andererseits ist die sögeu u u i o- .. ri r .i . f r. i '7 "ii. to. "f 7; r 'Z: ,7?" T . v v v i v., u; u 1 1 , u u. u u m c v i luutcu .i:j zieuunggu:, bringen, als schieht. Der Stil Louiö xvi. Der Stil .Louis XVI. .fällt, Nicht allein in die ,, kurze' Regieruugsepochdieses Herrschers, die durch die herein! brechende '- Revolution r hinweggefegt wurde.' Schon in der Mittendes achtzehnten Jahrhunderts, unter Louis XV!., begannen die Naturfreunde eine starke Opposition gegen den RolkokostU geltend zu machen. In .dieser ? Zn! ffäll:eMrfche:nung des , neuenHtils. der allerdings unter LouiS XVI. seine höchste Blüthe erreichte, um. dann von dem Geschmack des Empire vernichtet z werden. '""''" üft ' Wie die Perrücke von dem natürllchev HaarHmuck verdrängt wurde, so müßte auch der pomphafte Stil Louis XVI. demn koketten Kunstsinn, des Boudoir ä , weichen. Man ' suchte die Motive . fü: die Kunst nicht mehr in dem Hofleben, sondern in der, intimen. Häulichkeit,de: nz.:,. v ,:! ' 1 k " Reichen. ( , . . hi 4. ,. .,, ; v . V. , , Die starre Form der Rokkokozeit würd, abgestreift und es wurden die Grazien ,, für das Leben maßgebend, und das Gra-, ziöse bildete den Grundton in dem neuen ' Stil der' eine !ungeahute Feinheit erlangte. üDie Feinheit finden 'imtxO dessen nur in Frankreich ausgeprägt. wahrend de: uns eine gewizze Steifheit ohne Beigabe der blumistischen Anmuth in jener Zeit niemals abgestreift worden jjjk j.f-t, . 5,5. 'i 1 ',.'- " '" :!! "'f ! ,, Zunächst machte sich die Reaktion in der Baukunst geltende ,,, Die geistbegabte Frau v. Pompadour hatte schon gefragt : Warum nimmt man nicht die, Motive ausdem Völksleben? und trug viel zur Vernichtung des Rokkokostils bei. Beiz der ' Baukunst war derselbe aller dings" nur -dekorativ ' thätig ' gewesen, Dir Verehrer des Stils ' Louis XVI. verfielen auf die Darstellung der arkadischen Bilder, und der Keim,, der dil Blüthen, auf , die, Literatur irnd Kunst jener Zeit trieb, äußerte sich in einer Empsindelei, .unter der, selbst Goethi stand, und., die er erst durch Werther's Leiden abzustreifen versuchte. r Die Hochburg, der höchste Ausdrucs des Zopsstils, war das Schloß Trianon,' jenes reizende' Schmuckkästchen, welches durch die jugendliche' Königin Maril Antoinette geheiligt worden ist die dort ihre! glücklichsten Tage verbrachte. Jr dem . Vortrag . über, den Rokkokostil , isj . ' . 1 r - ge agl woroen, oag i ica, als ? ouis XtV,, zu alter:: gbeg ann, allgemein daZ Bestreben kund gab, , die Poinksäle n m .'s-1 V :': ..i-r ':" . -ri ': :: I Venailles m: fliehen und .... Die, inhnii Häuslichkeit aufzusuchen. Louis XIV, vertauschte deshalb Verfalles mit Groß. "bmj''- " ' 1 : ' -m ': -.:',, ''s,'. 3' 1 lui.'' Üv'': : Tnanon. Dieses Schloß, eme Mi' ,., f f il'1.!:. ,... ,...! 1 ' T T Niaturnachbüdung von Versailles, war indessen dem König noch zu groß und t ließ ! Klein-Trianon erbauen welches Ludwig XVI. ; seiner Gemahlin Mfcri: Antoinette schenkte. Frei von höfischem Ceremoniell etablirte hier die junge Königin ihren Hoshalt. . , '' , : Marie Alrtoinette änderte wenig an dem Aeußern und Innern ihres Schloß scs. ' Nur der Garten, der - noch die steism. Hecken des Rokkokogeschmackes trug, erfuhr eine gründliche ,Abänderung. Im Sinne der Zeit wurden Pavillons, Zierlauben, .Meiereien,- Gärt nereien und dergleichen Spielereien angelegt. ; Auch das Leben, welches man in Trianon führte,' entsprach dem bürgerlichen Geschmack. 'Die Hostamcn fertigten Handarbeiten, spielten Billard und dergleichen. ..Der König und fremde Fürsten wurden , ohne Ceremoniell., wie Gäste empfangen, und die Letzteren wa ren von der Natürlichkeit entzückt. Die Idylle wurde so weit getrieben daß die , Hosdamen sogar die Kühe molken, und vas ues, wayreno :n Paris oas un. Wetter grollte, welches binnen Kurzem die aame Hofgesellschaft hinwegfegte. 1789 empfing die sorglose Marie An? " , ' '' "': !. L ' ny 1 jr. . . " : . mr'i. :o:ne:ie oie cacgnaji iuie einen zouq aus heiterem Himmel, daß der Pöbeb hausen aus Versailles marschire. Der König war auf der Jagd und die Köni' gin entfloh ans ihrem idyllischen Schloß, um nie mehr dahin zurückzukehren. Wenn Firn Ort Zeuge von geschichUicben Momenten gewesen, so ist es Trianon. Maria Antoinette floh von hier, unz ans das Blutgerüst geschleppt zu werden. Ncpoleon !. speiste am Abend vor seine, Scheidung zum letzten Mal .. mit Jose phine in Trianon. Karl X. verbrach! hier seine letzte Nacht, und LouiS Phi. lipp schlief zum letzten Mal, bevor er Thron und Vaterland den Rücken wem bete, in dem reizenden Schloß. KDaS' Draam'cnftl't!ei;;:t'S XVI. hat viel , vom pompejanischen Stil aufgenommen und zeigt sich als eiu Aufleben der raphael'schen Antike, ge mischt mit blumistischen Motiven. Das Eigenthümliche der Zeitrichtung ist du naturalistische Anordnung der Blumen, die sich , auch den Mobilien ausprägt. Die Formen werden gerade, das Geschweifte fällt weg, eS treten die glatten Flächen hervor und die Stützen bekomm ml. ,....S CY ! JCl... r7s x i fi(Tn Vnirh hfth'iir'isi rin mitt11 incii, ciuc iicluuc iLLmiiiiiu. j'ni rat iw i "' " V jvvjrv i.'V.VJV' t 1tt sinfsiphnltft. b?li?kMMkitiM
kaum meor zu yren z . nspi-? N?mttnk f iit'jif nrhTr
t r t rr ( ,rr ' , .(..t- ... i mm. i w w v durch die Ehe m Chma ge' :pki mu n Xaa J ar, '
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welche fast an keinem Möbel fehlt. iüßringstUan. aus w
ein Bündel verschlungener Pfeile. In technischer Hinsicht trat der Stuä in den Hintergrund und man wendetl ! mit. Vorliebe vergoldete Schnitzarbeit . Z cii. Der Geist der Zeit, der sich w !
zarten zierlick'en Wronlen.
Auch die Webereien bringen die Rücklehr zur antiken Form zur Geltung, Die schweren Farben schwinden und die Gewebe zeigen Darstellungen der reit , . . V m i ri l .. rri t.rtri.;Ä: r ftr'Jz rill 't '"2JDie Goldschmiedekunst leistete ,n un senr Periode ganz Erstaunliches:2Auch hier waren es vorzugsweise Tosen, die s r umMich em m bezahlt werden. Hervorragend sind in diezer Beziehung d:e Arbeiten van Lagenbergh's. , , ,, .,,, M ii Die Porzellane aus der Zeit Louis'' XLpsindi in? 'Bezug .auf Etilwahre!' Meisterwerke, die den antikisirenden Geschmack , besonders hervorheben. : Na mcntlich Wiener Fabrikate, zeigen das Blumeuornament im Abweltcn bcgrif fen sodaß ' nur) das :: antike: Ornament " r t . ti iyt-wi im' ' w ! " ' ;l j':. il VlClüi. Einen besonderen Fleiß legte' man auf Herstellung .vönlFSchern) deren auch unser Museum in schönster Elfenbein schnltzerei mehrere besitzt.. ;i ilg . Lluszer aus das Kunstgewerbe übte der :; Stil Louis XVI;; auch großen Einfluss!,! auf ifcic Anlage her ,Gartens s Die Rok! kokozeit hatte die steife Manier der Re ' '(-rr m iWi ; "i'1- '""'j " rt'1 I -w'l ''''i,1' l1 na:,iance. steise Hecken und bezchnittene,. Banme, beibehalten. Mit dem modernen auf das Naturgesühl berechneten ? Geschmack kam,.! man davon zurück untf zwar kam wunderbarer Weise der An. 'stoßZ auCH:ni. Indessen. .war, das.!, sf was für natürlich 'gehalten wurde, doch u keine Natur, denn man suchte auf Ilei uem Raum Alles, was die Natur bietet, zu vereinen, schmücktet diä.Gürten mit Monumenten, welche ihnen das . Aus., sehen eines poetischen Hains gaben uÄ ' daS ist nnnatürlick. ' L - '? 17 w 7 ' ' r'1 - i ,,, Je mehr die Aufklärung in Paris Aus breitun g fand; desto mehr derschwindet idex Ssil? Louis XVI. Ein Hauptgegncr'war der Maler David, dessen Gemälde an die reme. Antike anknüpften. Während man bisher die Helden der alten Welt mit der Perrücke darstellte, bekundete David das streben , i(. nachj Wahrheit. $ D:ese Tarstellungen , ! kennzeichnen die Zeit, sie haben vom Kleinbürgertum zu heroischen Thaten geführt. -Es ging damals eine gewußte republikanische Strömung durch das Volk, uud man suchte die Motive na. mentlich in dem republikanischen Rom, . während Napoleon I. auf das römische ,! t "l Kaiserreich zurückzriff. ., ;, Zu allen Zeiten, insbejondere acch :z der unseren hat sich die Kunst nach der Politik gerichtet : Zu keiner Zeit fand dieses aber einen so prägnanten AuZ druck, als in der unter Louis XVI. ....... xHh . j,;-! , m mt . JK 1 Amerikanischer Humor. s . 'I ;" . " ! Erkannt. ' Die theure Gattin: Ach, lieber Mann! : Es passirt sicher ! l i etwas Unangenehmes! Nein, gewiß! Ich habe eine bestimmte , Vorahnung und meine Ahnungen betrügen mich. nie." Der gute Gatte (kennt seine . .rr.L. , ."vri jlx a bessere Hälfte gründlich): .Diesmal täuschst du' dich doch wohl, mein Kind., l5; Während deiner Abwesenheit war näm lich die Schneiderin hier," und ich ich habe die Rechnung bezahlt.",, Der ', ' theuren Gattin fällt der sprichwörtliche Stein vom Herzen und' sie' sagt i-'wl ' ' .fbist doch der beste , aller Männ er .,: ; , ., , , ., . , 1 ,ii'!.','i . - t4Min ,,; Grausam. Er (vor :hr auf den Knieen, stotternd) : T-t-t--t-theuv res 1 1 F-f-f-f-sräulein-Sie. ' (unterbricht :hn) : Bitte, mein Herr, sparen Sie sich jede weitere Bemühung. Ich danke für eine Liebeserklärung auj . , Abschlag !" - 't kwt4 ' ;. iiii. it H .... ?. . ,.,,. .' ,.. Unentschlossen. MrS. BoggS: : ich bin zum zweiten Male Witt , . we." Min ,agg: .und werden ie i1! wieder, heirathen? Mrs. Boggs: yhm, ich bin noch nicht mit mir einig, ob eS weise sein würde, eine solche Thorheimzu begehen." ' - i! DaS' Mädch en für . Alles. M Madame ( fröstelnd in den Parlor tre- 4 iend ): Marie, der Heater ist doch im : Gang?-Marie (ans Berlin): Im Jange nicht, aber ausjegangen iS mich r,f 'h ' rU :tl';' I ""' " "' ' "" '"" 'seilst! '" '" "('' J)AStlJlfstciee.uerri ftH, .'' , l Der g e bildete O.f.Z.ree-,Bor,Q.,s Advokat ( zu der Mutter des K n äbmZM lwelcher sich um die Stelle eines Office. Boy bewirbt): .Ihr Sohn kann doch . L ,a . V' 'l, icyreiren uno :ecn, caoame - 1 Fra'UJawollM seinen Namen schreiben. Und ( sich stolz in die Brust werfend dann kann er ihn f f , - "a.ilij.,:;,;. !!.i:.',i..lll':ll..;,i.lliil ' ilÜi'ii (.IS i 'i,:,y , U9 11" '"' . m l:"st vge f ert i g t.'k m Serrnde Was kosten Ihre Veilchen ?Blumenhänd. Im,
f ; kleinem Raum sind. dak ne noÄ deute !
ler: .Anderthalb Dollars das Hü., dert." Bitt'. ,um' eins." Einhun- "
dert Stück?" Ree, e:n Veilchen." Wir verkamen niemals einS!" . Das nimmt ' mich' auch nicht Wunder, .;r,r''-' "' m ' ": ' i" ' .". U
Hi' III! llv Ii j'' ...sfn "-' m ' n 1: meister. .Wachtmeister (zu der zum Appell versammelten Escadron) :?ma!U r
vortreten, wer musikalisches Gehör hat! i ( Nachdem circa 15 Mann vorgetreten sind): So viel brauch ich nicht nur drei." : (Sucht sich dreierauSwelchs ihm nochmals versichern, daß sie wirklich musikalisches Gehör haben). So. ' i JhriDrci seid heute um halb .ieun UhrÄ pünktlich an .sder"?Darnisoüskirche?ÜudH ;J?uW ßZ E:n Pe s s i m i fcidm Rhein und an der Mosel ist man noch
cnTrichngÄta i'N CN f ,'! ... .1 ' .i , ' .jr 11,11). .ili deren Gegenden deuten sie Nicht :m Ge Wasser nehmen ! Wirthshaus weiöh e i t. ' Was ist ein schlechtes Bier?" Eme gute Ausrede, einen Schnaps darauf zu trinken!" :m
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xW,. A, ''.lljjlj; 11. l l i l "' p si w mi(h "..iS'ji I j '&" ''i1 . -i:)!! IJ J f ' if . ii" il $i Il I :! . ," ": : i 1 1 - -.'flil 81; '-Xft ?. I A 'ir' :.;ii h i! :': t. ti i-i-V m i i. A'?! $M i 'i '"iiii , fi 1 4 ' li'i 'n i 'ai1 ii" l":'' firt iiii4 1 1 ''''. ,!''. v. n .f ., m ; V9 if'l C' J" . !!!!. TI .'I -'j.. Ml r" ,H. M lch f. I""!''l
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