Indiana Tribüne, Volume 14, Number 189, Indianapolis, Marion County, 29 March 1891 — Page 7

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;. Anemor.o uao ! Mindere, we Marzvell. jrf; i 11 äzen (die man hent;'ltage durchS ganze ekl Jahr belömmt), ich meine jene ächten, s ) '-vf os t vorschnellen Veilchen, die Prodeveil- ( ''tn 'Ut ' schaffenden Natur, die März. , C;jjj-;;:;;i:; ; Ueberl aupt nennt ' man die VanmfiiT ' -. vlutbe im März Märenblutb' ' Aber MÄkMLN spricht auch von Märzgerste un5 yh iM:::Mnb

Märzenlen (w:lde Enten) und März'lextcL'- " '-j v '. Ä!är.;staub, ?)!ärzregen und Märeu schnee werden ofr besonders in Bauernrea el:r u::d .vv Sprichwortes genannt; 1?',Mät5knsch web", ln ht.S$ a r-?n chsichnh,.,htm.dar-! aus : n:'.;:-n;c:i.u urr:i..zr ivacn' : -Mit- ''!df i-!: 1 5 1 i'ctj e:t c!) c u ; -: U gern, die noch schöner werden wollen: jedenfalls eln-billigeslosm r?l. K :Mü dem ."peer der Märzforichwörter nur ciiisc wenige: Der März ist der Lämmlein Schmerz" und auch die Vene tiar.cr saen: März. MärzleiuZ Tu zm a stu: i r krep i reird , ,Aber eÄ d.-:n Menschen wird' ei , tödilich. chrZ?uderSZWrnstkranken,'iK meistens im herbste oder Frühjahr in ZZolge des h?j!!gcn Wetterwechsels fterden, müssen doch 'auch die Gesunden diejeu W,eNerüMzanq''ui,tZASch:!Upf vuümeri"v rut: ntüit nicht scherzweise den . A!ärz nwbern ölich Dr. Koch's Monat nennenH JuslinA Kerner'S Aerztliche - .arnÄiZ" an die Alten im März gehört hierher: Zch sah den ganzen Winter, Tcr kalt und stürmisch war. Ein welkes Blatt am Vanme FestÜen immerdar.

'i?Jfi s-r 'iiliifii!i.::i::- ' :,f! Dranf kam der März und hauchte . Mit lindem Hauch es , an, , ? Der riß das Blatt vom Baume,, ,iWaS, sonst kein Sturm, ethan.,.,. - , Q tränt njchb, wette Alte. : Dem März mit seiner Luftl s r , ' Den Lenz ruft er in's Leben, i Ten Winter in die Gruft." ii Das Fruhsahr gleicht vielfach oem herbst, so daß Ferd. Avenarius Im März" dichten konnte: ....Droben zwitschert ein Vogel, , Schüchtern sein kleines Lied, f 1 Weih nicht, ob Herbst, ob Frühling Die stille Welt durchzieht." Da daZ Märzwetter auch sebr derändcrlich und; der Marz in gewissem Sinne mit' dem wetterwendischen April zu vergleichen ist. so haben die Serben nicht Unrecht, wenn sie ihn falsch nennen und sagen : Unbeständig wie der März." In Toskana heißt es: Dtt März hat nicht einen Tag gleich dem andern" und die Mailänder wieder schildern seine Wetterwendigkeit mit folgendem Btlde: Der Mär.; habe seinem Vater einen Mantel gekaust, denselben aber , schon nach drei Tagen wieder versetzt." ,, , Die Srcilianer erklären den Marz für närrisch und sagen: "3Iami parzu" ein weiterer Berührungspunkt mit dem April. ' Märzwasser ist Maifrische werth", meint -der, Schotte und der Portugiese meint wieder, es fei schlechter, als Flecke im Tuche. Nun noch drei Sprüchlein, worin der Marz mit andern Msnaten in Verbindung gebracht wird. Im Spanischen heißt eS nämlich: Wenn der März mait, so märzt der Mai":- auch das Französische: "yttnä Utits fail TAvril, Avril fait leMai" drückt einen ähnlichen Gedankeii ans, und in Tos' kana hört man: März färbt, April nalt, Mai macht die Frauen schon." Schon ';:t!t'ill!,'dcmf erwähnten Schott machen durch Waschen mit Märzenschnee oder Märzwasscr, (wir sind den PortU' giesen als Gegnern begegnet), liegt ein Stück Aberglaube; aber ' der Monat März spielt noch eine andere Rolle ick Aberglauben, z. B. iin Böhmischen, wo nach K. I. Erben das Mädchen' den März aurnst, ihrn im Traume seinen Zukünftigen zu zeigen. Speciell der 1. März ist dazu der richtige Tag. Herrlich sind die Schlußstrophen von Ernst Scherenbergs Poem: Im Mäcz: ' .Frische, srische Jruhlingslust! kräftiger Hanch des Märzen, Dringet in die verschwiegene Brust, Dringst auch in die Herzen. frische, frische Frühlinzslust! - ' ;. Rausch durch alle Lande, Brecht, die ihr euch selber schuft, G eist 'g er Knechtschaft Bande!" Soviel,, von dem s, trikolyren , Mona des" weißen Märzcnschnecs, der rothen N!ärztage und der blauen Märzveilchen, und das Schlußwort gebe ich dem Gra fen v. Schack: Dich vor allen Monden preis' ich, Fürst des Jahres, heil'ger März, Wenn deinen Banden, starr und eisig Sich entringt der Erde Herz! Noch ist Schlaf ans sie gebreitet, Aber lci'c, sichtbar kaum, ' " Ueber, ihreLüge gleitet ' . Schon von nahen Lenz ein Traum." Hochzeitsgebräuche in Aequatoria. Casati entwirft in seinem 'soeben er,T kKic ' , ichlenenen Werke Zehn Jahre rn Aequatoria und die Rückkehr mit Emin Pascha", welchem , wir jüngst,,, eine eingehende Besprechung widmeten, Kon den Hochzeitsgebrl'uchen bei den Eingeborenen im Norden derProvmz Aequatoria eine fesselnde Schilderung. Am Kachmittag des Tages, welcher dem der Hochzelt' vorangeht, besteigt der Bräutigam, nachdem er den Leib Mit wohlriechendem Fette gesalbt und einen Mantel aus einem Leinentuche feinster Sorte umgeschlagen hat, ein schönes Pferd und reitet, von einigen seiner Freunde begleitet, durch die HauxtstraI . L ."1 . C i iY 4. 1 ',- zzen oer siaor. Lenn oie ormliaziel. ten vorüber sind, ladet der Gatte die nächsten seiner Verwandten und seiner Frau in ein eigenes Gemach. Die Frau hat ihren Leib nur mit einem kurzen Nleid aus Lederfäden bedeckt, die an einem Gürtel befestigt sind und bis auf vier Finger vom Knie hinabreichen. Sie beginnt im Streife um die Versammlung ;n tanzen, mit den Fingern zu schnalzen und zu allgemeiner Befriedigung sich hcrnmzutnmmcln. .Um seine Theilnähme und die Vegeisicrung, die ihn erfaßt, zu bekunden, Zerkratzt der Gatte mit seinen Nägeln, die zu diesem Zwecke mit Sorgfalt schon seit längerer Zeit , . , yl .,,,, ' ;,.,. j, 'L? .,- : hergerichtet wurden, den Körper seiner Geliebten an mehreren Stellen, an der Seite, auf der Schulter, an der Brust; um der Mutter die Liebe die er zu ihrer von . ihm gewählten Toch!er suhlt, ;ii beweisen, müßen die zerkrayten Stel ten blNtig crscheuie ' Drei Tage wahrt die lärmende Hochzeitefcier, an welcher die junge Frau nicht theilnimm t. ' T er V all des erst e n Tages wird mit 'einer besonders seltsamen Ceremonie eröffnet. Die Jünglinge nud Jungfrauen, die in getrennten Gruppen dasitzen, lassen fröhliche und Licl'eslicder widerhallen. Mit einem Male erhebt sich ein Mädchen uu dI trit 1 i i in er P eitsche aus Nil f pserdhant vor einen der Jünglinge hin. der ihr diefe unter ergebenen Dankesäußerungen abnimmt. Er läßt seine Blicke über die Versammlung hinschwei 'fen und rust dann : iKVorwärlsAwcr nach Liebe liiÜII Bewunderung Wrebt !" FJchzk,binZzbereiU der Anwesenden, tritt vor uudA beugt den entblößten Rücken. Der Jüngling mit der Peitsche läßt nun etwa 15 wohl geschwungene Hiebe aus den Rücken des glücklichen Genossen herabsausen. Der Vorganz wiederholte sich, nm hie Rollen wechseln, und die beiden

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GstzSsSö!. 5!lii!5lJ!:'!--ii!!!"!:!i'ni!h:ä!M;!h:; .':M"iMEMi!!;n:!-"'!!M' l'li.-iM SfJ'Jliiji"1'?'!!': !i: Mi ii! ' : -'vS'!3;!; . ' " . : ,". ' " J: i, ' ,1' ' - ii-: . -- ; V - Spieler, ziehen sich, ruhmgekrönt durch die Wundenmale, zurück, stolz, den an-, muthigen Mädchen ihre, Kraft und Seelenstärke bewiesen zu haben, ß Wie,l Gei sänge und der Tanz, die am dritten Tage ihr Ende nehmen müssen, werden in einer noch überraschenderen Art abge schnitten. ' Das lärmende Fest' ist nun nahe daran, ein bacchantisches , Gelage zu werden,, da wird es schroff durch, das Erscheinen einer Frau unterbrochen. Es ist die lelet el liafscba, die Nacht des Nl'mmmimm ! Die Megäre löscht l die Lichter aus, die Jünglinge stürzen sich, schreiend und einander drängend, zaus die Mädchen, diese vertheidigen!, sich nicht, und Arm .in Arm verlassen i die Paare daö Hans. , Die Festlichkeiten aber ziehen sich bei den Verwandten der zwei Familien bis zum , vierzigsten Tag hinaus, an welchem auch hie junge Frau Antheil nimmt, um den Schluß des Festes zu feiern. . DlNuhe des HZus liehen Lebens hat von jenem Tage ihren Anfang. Auf die Dauer einss Jahres lebt der junge Gatte im Hause seiner Frau, ohne daß es ihm jedoch darum gestaltet wäre, die, Schwiegermutter zu, sehen, mit welcher er erst zur Zeit der Geburt des ersten Sohnes in Berührung tritt. Stj wird indeß von ihm stets Als eine Persönlichkeit von höchster Verehrungswürdigkeit geachtet, und wenn :s die Gelegenheit bietet, daß er schwör ren muß, so thut er dies bei ihrem Na men. Der tapfere LandweyrmannL tKns dem ttäntt Tagedl.) Der König ruft und Alle kommen wieder!". -4 Ja, Mensch, lebst ZDu denn auch noch? Haben sie Dich auch dran gekriegt? Wo wohnst Du deuu jetzt?" Bei Tilsit! Und Tu?" -Seit zwei Jahren in München!" So und ähnlich horte man es durcheiuanderlckwlrren. wenn man auf den Kasernenhöfen,- der : Berliner Garmwn spazieren ging,' was einem Ev vilisten an diesem. Taze, Zeicht möglich war.' Da Hai nämlich d!e zweite zehn tägige Landwehrübung, bei der Garde begonnen, nachdem ,,der erste Schubs be reits vor einigen Tagen wieder entlas. scn worden, ist. Seit funs Jahren hat man wieder zum ersten Maledentaps ren Landwehrnzann", seiner Frau nebst eventuellen Kindern, entführt, um ihm die Wissenschast des neuen Gewehrs Modell 66 beizubringen, dieser fürchterlichcn Mordwaffe, die jeden Mann zu einer lebendigen Mitrailleuse macht, und bereu Geschoß fünf hinler einander aufgestellte Menschen glatt ..durchschlagt. Merken Sie sich's,Hcr? Paul Deroulede! Die Garde, die sich aus allen preußtt schen Provinzen rekrutirt, muß sich auch ihre Landwehr von überall herholen, aus dem Elsaß so güt.wie aus dem, OstPreußen. Die der betr. Provinz lam nächsten gelegene größere Station gilt als Sammelpunkt, von wo aus dii Mannschaften diirch ; cntgegengeschicktl Unterofficiere , als geschlossene it olonn nach Berlin geführt werden. Für Ost' Preußen- ist z." B. Schneidemühl i; solch eine Sammelstation. , ,D! an kann sich denken, daß es für die Führer nicht ge rade ein leichtes Amt ist, diese Menschew menge) die ein allgemeines Wiederseher, f ' t. ' t . "' fit ' . 1 ' . . seierr, caoci surcyierucy irinn, nngl pio randalirt, in Ordnung zu halten, i ;: -Am Morgen des ersten Uebung-tageZ haben sich , die Berliner im Hose del Landwehrbezirks - Eommandos vcrsammelt und werden in geschlossenen Trupps nach ihren verschiedenen Regimentern überführt, wobei es trotz des frühen Morgens auf den Straßen, nicht . ohne Zurufe von Passanten abzugehen pflegt. Auf den Kasernenhöfen, wo ein end lo sei Warten beginnt, : bis die verschiedener. Transporte eingetroffen sind, gibt's nun erst ein Wiedersehen zwischen den Beö linern" und den Auswärtigen. Zwciep lei ist dabei interessant. Zuerst ,di Thatsache,, wie Viele nach ihrer Dienstzeit in Berlin hocken" geblieben sind, denn geborene Berliner sind außer ehe maligcn Einjährigen fast garnicht umei der Garde, , und , dann, welchen Unterschied das Leben ' in der Weltstadt im Gegensatz zu dem der Provinz zwischen den gleichen socialen Schichten und den Angehörigen derselben Gegend hervorgebracht hat. Während unter den Berlinern" sich , meist geweckte" Ge sichter befinden uud neben der Knopfmütze auch der elegante Hut nebst ditr Ueberziehcr vielfach vertreten ist, sieh', man dnen aus der Provinz auf tausend Schritt den Rustikalen oder Klclnstädtel an in Kleidmlg sowohl als in der Ph:i siognomie; die flotten Garoezungens sind dort wieder verbauerte Die'Ber liner" haben sich ,! dagegen zu richtiger. ''I 'vi C i"i 4 avm . it : -' fCva.-'rAAitN'1 iL)lUUlClii iilll tUl liiifJVWXtUVtii Mundwerk umgestaltet. Alle sind fit aber Männer geworden, meist mit martialischen Schnurr- oder stattlichen Voll' därten. Man ist wenigstens in Berlin f ,,.:': . ' v 'i -.!'.:':': i v : ". ii . . m , o ruancursvLU, rein .vaar- - ooer arivpfcrvonlihnenzu j. ''t H'l, ' L.:'?. " ln, : t, . ", l ' S,'! , ".: i', j;; ' J Ii!'.' " '' ' 'vj. !l! Der erste. Tag , vergeht Mit der Bil dung von rier Landwehrcompagnien bf jedem ! Regiment, der Einlogirung ir. die von, den Stammmannschaften ver lassenen Kasernenräume und der Ein kleidung. Einkleiden leicht gesagt, aber was sind da nicht sür stattlicht Bäuche in des Königs Rock" zu zwän gen! Da öffnet die Landwehrkammn ihre Pforten; sie hat Röcke, die für eine ganze Familie bestimmt zu sein scheinen, mit Aermeln so lang wie Hosenbeine. Für das letztere Uebel gibt's eim Scheere nebst einem daran sitzenden Compagnie - Schneider. Am nächster. Tage beginnt bereits wieder das Bim sen", , vulo Ererciren". genannt Aber auch jetzt befinden sich immer noch Einige darunter, die oben Eivilisten, unten Soldaten sind, oder umgekehrt, je nachdem die Beinkleider .oder die Röcke'nichtpässeT? ges verschwindet auch das, und allmälic werdn die Zügel der Disciplin, die an fangs etwas locker hingen, straffer ange zogen. Traten die Leute am ersten Tag, noch mit brennender. Cigarre an,, du

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Das Bett zu Haust sieht anders aus, als der Strohsack de, Kaserne. Und die Berliner" argerr sich erst, wenn sie spät . Abends , mii ihrem Heim von Weib und Kind in die Kaserne zurück müssen, denn natürlich nimmt der Landwehrmann Abends Urlano' für die kleine' Familie, und dit kleine Gretcnd derllsineHans spiele?, mit dem' 'SabiilV Ebenso' uatürlii haben sie Vätern anfangs Nicht wieder erkannt. Die Außerhalb schen" bevol kern dagegen ihre alten Stammlokale. die Keller mit Chansonetten, Musik und Kelln erinnen. Daheim gibt's ja so Wal nicht, und Mutter weiß nichts davon Zehn Tage sind schnell herum: Feld' dienstübunz, Vorstellung, mit glänzendem Verlauf Abschied des Hauptmanns nit Hoch und Hürrah Sachen abgäbe nach Haus ! Wippchen als Theatcrrefercnt. "' i$ f II' Im DresdenerMesidentheaterDist jüngst FclirSchweighofer nach längerer Abwesenheit wieder aufgetreten und hat hierbei den Schwalbe in Unsere Don Juans" gespielt. Ueber diese Vorstellung schreibt nun Wolfgang Kirchbach in den Dresdner Nachrichten" ; Selbstver standlich war das Rcsidenzthcatcr dicht g e süll t, und fel bvcrständ l ich sind nach der V orstellüng t die Theaterdicuer einen Theil der , Nacht damit beschäftigt geWesen, den Zuschauerraum - zn säubern von den Entladungen der Zuschauer, die sich vollständig ausgeschüttet haben. In allen Tonarten, vom zartesten Kichern bis zum leibkollernden Schnßgelächter, vom behaglichen Gurgeln bis zum weh Wüthig weinenden Wahnsinn der LachWonne, in allen Intervallen und Tonarten ist gelacht worden mit Verständnißinniger Einmüthigkcit. Denn Schweighoser ist der Kapellmeister des Ziverch' sells. Wo man hinsieht bei diesem Man' nc, man muß die komische C haraktcrisirungegabe bewundern.' Er spielt sogar, mit der großen Fußzehe Unter demSiie fel, und obwohl man sie nicht sehcn kann, sindet'ianchochHüUsögK leder ein charakteristisches Gesicht schneibet. Wenn Herrn Schweighofcr cufgctragen würde, er sollte vorn weinen und einen traurigen Linkmichel machen er sollte mit dem Rücken lachen, er sollte mit dem rechten Beine einen 'alten lnw schüssigen Lebemannund mit dein linken gleichzeitig eiNeBallettänzerin darstetlen, während er.mit der rechten Hand einen Wagnersäiiger iind mit der linken einen rasenden Klaviervlrtuosen versinnlichen sollte er würde als siebenfache Jannskopf das Alles gleichzeitig fertig bringen und außerdem noch Mittel sinden, seinen Frack schößen eine Art Ge sichtsansdruck zu versetzen, der über die ganze Geschichte lächelte." , ;t . -,i r -i.-i Mii-: 1 '- m ' llc bet, de n Ni e d e r g a nz einer. .Lawine im westlichen Theile des Riesengebirges wird dem ,Bot. a. d. R.7 - aus Schreiberhau geschrieben: , In der Nacht ' zum 27. Januar ! stürzte in '" y , . . " " :.:- jua:1. m . !, " einer toee y vue von -i up VJi ci e r eine große 'Schneewand ra. Stunde , oberhalb der. alten ' schlesischen Baude am Nordabhange der. Veilcheuksppe in einen, Kessel, dessen sumpfiger Grund, die Quelle der ...Oberen,, Kochel" speisend. ,, selbst bis in den Hochsommer hinein j mit ! schmntzigen Uebcrresten der Schneedecke erfüllt ist. Da sich Mitte Januar ain , Abhänge ;M -a Kammes laitclibitbeje fa:rd der daransgefalleste trockene Schnee keinen sicheren Anpalt, so i daß. wahrschrinlich durch den eigenen Druck veranlaßt, eine etwa 50 bis 100.000 Eubilmeler große Ecknee' '.nasse die steile Wand herabstürzte und im Kessel ca. 15l bis W0' Meter weit hinabrut schte. ?' ?ch' füllest, wie bei einem ii Blöcke' tixCi Quadern, -i. ;. ,,Mnän' der fleiDurfeli : n-,t&?n, den engen ;Schlii:it)lt:05fäck Vorbedingungen zu, einer' Weiterentwickelung der Lawine, so daß sie noch nicht,"', den 11 tiefer gelegenen Wald ..?rrcichte. Während sie dieselbe längs :. ' ' : j . ": " Ä ik : k L'Zf oer itjaimuipc aus zrancryausknHilneHtzu b c n s c 1 6c ii; e ij cttlijat' eV.ä; n odt)';1:: .e iri cui zweite Lawine mit ncringerc Dimensionen von vcr: recht rn Seile her : hin7inzcnnrzt. 11 Der Zeitpunkt derselbe läßt sich nicht ermitteln. Während der leZzten dreißig Jahre jn welchen der 1 letzige ' Besitzer der Al: ten !,'!, schlesischen Baude dieselbe , bewohnte, ist von demselben nur noch eine Lawine beobachtet worden. Dieselbe. stürzte in gleicher Seehöhe am. Mär; 18, in das Rcifträgerloch. Durch die Schneemassen wurden damals der Baudenmirth Erlebach, sein Pflegesöhn und ein Kuhhirt verschüttet. Während es Erstcrem gelang, sich allein herauszuarbeiten und die in der eine halbe Stunde entfernten Baude anwesende Schwiegertochter zu Hilfe zn ru fen. fand man dcn Zweiten' 50 Schritt weiter abwärts, durch einen hervorstehenden Schneereifen aufmerksam gemacht, und grub ihn mit den Händen (die Schaufeln hatten die Verunglückten bei sich gehabt und im Schnee verloren) lebend heraus Der Kihhurt konnte erst am dritten Tage 8 Meter tles im Schnee todt aufgefunden werden.

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!' "k, ViiV'-iii rfj:!,.:...,!,,,,,; täffl$m? m !::' .. !l ' I, .'i.;1 Ii 1:5 . lii'iii Au4 der Technik. LonLeo suberöel. Napoleon der Erste, , jener märchenhaste Korse, welcher in einem .Alter von L7 Jahren, wo Andere sich ihre Hörner noch 1 nicht abgelaufen haben, fchon Feldherr einer siegreichen Armee war,' er, die dämonifche Verkörperung des Unglaublichen, pflegte zusagen, er habe das Wort unmöglich" aus seinem Wörterbuch gestrichen. Und doch geschah es gerade unter seinen Augen, daß Robert Fulton, der ' Erfinder des Dampfschiffes, von der , Akademie,,!,, zu Paris abgewiesen, vom ' Pnblikum verlacht . und verspottet' wurde.' , Jenseits des, Aermelmceres, in England, hielt sogar eine hervorragende Wissenschaft liche Persönlichkeit einen Vortrag über das Fabelhafte der Erfindung und ver pflichtete sich vor seinen Zuhörern seierlich, den ersten Dampfer zu, essen", der, den atlantischen Ocean" durchkreuzen würde. ' -i ö j ' Diese .drastische Ausdrucksweise ist eine ' nationale Eigenthümlichkeit der Englander; es liegt Plastik darin. Aber man sieht, es gibt nichts im Gebiete der Technik und der Wissenschaft, das man im Vorhinein ablehnen darf, und wenn man, wie neulich, in den Zeitschriften liest, daß das Glas dcn Geschmack des Bieres verdirbt, weil es sich darin auflöst, so . bleibt eben nichts übrig, als die Sache vorläufig in gläubiger Temuth hinzunehmen. Ein Wiener Toctor. der auf den nicht unmkg' kichcn Namen Schultze hört, hat constatirt, daß das Glas binnen 1ö Minuten in Lösung geht (ein Wink, rasch auszutrinken ), und zwar fand er in einem Cubikmeter Bier, das heißt in zehn Hektoliter, nicht mehr und nicht weniger, als sechs bis sechsundzwanzig Mehnmillionsten Milligramm Glas. fi ' Auch der Bleideckel iüDrliegt diesem trüben Schicksal, ' und zwar mit einem halben . Tausendmillionstel Bleioxyd. Ist diese Genauigkeit nicht , rührend? Eine Fliege müßte ,pch liin'VttgroM' rungsglas anschaffen,, um diese Mengen wahrzunehmen. ES bleibt uns nichts übrig als in vergoldeten Gesäßen oder in Steinkrügen zu trinken. Vorläufig herrscht noch leider das Deckelglas und für unsere Biertrinker ist immer Gefahr vorhanden, daß sie eines Morgens erwachen mit drei Kilogramm Glas uud einigen Bleiplatten'im Magen. Wenn wir deshalb zu ihrer Berührgung nachrechnen wollten, wie viel ein Magen trinken muß, um ein Glaskrüzcl vZcr einen halben Teckel in sich aufzuspeichern, so würde das Resultat zum Mindestens 1C0- bis 300.000 Billionen Liter Bier ergeben. Es wäre möglich, daß ich mich um einige Hundert Billionen geirrt habe, aber, dies raubt der Rechnung nicht ihren eigentlichen Man. kann sich - denken, - daß Herr Schultze mit seinen bierologischen Studien die sittliche Entrüstung der Gebild deten hervorgerufen hat, und daß es München war, welches den erfahrenen Kämpfer lieferte, der in einem chemischen Fachblatt die gefährliche Enti dcckung zu Boden schlug. ' ' Heute ist an einem andern Himmel, an dem der Elektrotechnik, ein Komet aufgetaucht, von dem Niemand weiß, ob er auch Kern oder nur Schweif ist, ob er Inhalt besitzt oder . nur täuschender Schein ist. Acan muß nämlich wissen, daß die , lichtschimmernden ,. jZometcnschweife so gut wie wesenlos sind, denn die Gase, ans denen sie bestehen, sind drei Millionen , mal , dünner als unsere athmospharische Luft, so daß Rosenöl oder selbst Moschus,' von dem wir schon die Ahnung einer Spur zu riechen ver mögen, in dieser Vertheilung durch unsere 9!ase nicht ' wahrgenommen werden M 5 ' ' '"r-:-'? f --;'','f ii " "V ' ' ' ' "' konnte. ' . ' ; ;;: , 1 ; , - - Ein Genfer Arzt, NamenS Standeust, will einen Apparat erfunden Habens mit dessen Hilfe man billiger und einfacher große Mengen Elektricität erzengen kann, als wie bisher mit der Dynamomaschine. er Apparat besteht aus zwei Kugeln, , einer hohlen aus Zink, in t c'r;'!:; sic " eine raa s fi oc aii s:!;! ii p f crib e firi " bet. In den engen , Zwischenraum zwischen beiden wird Dampf mit sechs Atmosphären Druck eingepreßt. ,' Beide Kugeln werden von irgend einer KraftMaschine aus in Drehung ? verfehl, und zwar in entgegengesetzter Richtung zueinander. ' , Dadurch wird Elektricität rruate ' :': -'rf- '' ; 0 bt p!:, 1 1, ,, . j iil v(. So ganz unwahrscheinlich Ware ja die Sache nicht. Bekanntlich wird durch Reibung zwischen zwei verschiedenen Körpern Elektricität erzeugt, der eine wird positiv der andere negativ tlekirisch. Ja, eö gibt Physiker, und zwar recht namhafte, die der Meinung sind, l!:J';i:::iii l .''W'i-f' ii '''Vi 'j. . ' p ' j'" ' '''' 'fr'l'V :Wi "''"' :' daß die Elektricität schon bei bloner Berührung zweier Körper von vcrschiebenerDcaturAen nicht, diese Frage zu lösen, denn jede Berührung ist ja mit eincr wenn auch noch so , geringen Reibung verbunden. V!e Dampf wie ein Federpolster zwischen den zwei Mctallkugeln und bewirkt Reibung. MEinenH Präcedenzfall für diese Wirkung besitzen wir in dem elektrischen Dampfkessel. , In jedem Kessel entsteht beim Ausblasen des Dampfes Elektricität, die der Heiner jedoch nicht wabrnimmt. weil sie nack dem i Erdbo- . ' f . . . A J''f i 'i'j" . ,,,. , ,,!,. f i , . S den aoiitefet. yioitrt man icocci ven Kessel, indem man ihn z. B. auf Glasfüße stellt, und laßt man den Dampf durch enge ; Oeffnungen austreten, an deren Mündung die Wasserbläschen beim gewaltsamen D reiben, so wird das Kesfelblech negativ, der Dampf positiv elektrisch. Manchtttal jedoch auch umgekehrt, je. nach den Bestandtheilen, die im Brunnen, aus dem das Nasser entnommen ist, sich gelSstfinden.HtzDßD! ; !l Der austretende Dampf ist also das Miniaturbild einer Gewitterwolke, die den Blitz in sich trägt. Man kann ihr durch die Zinken einer Metallgadel die Elektricität entziehen. Leitet man die wei verfchieden gearteten ElektricitLten,

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: i .)' : ic.i rfffi4''.''i'6;t"i -T'vMk kjM: -lä:"' ,1 " ;'r: ftihf! die der Gabel und die des Kessels, gegen einander, so werden sie sich auSzn gleichen trachten, "'es l wird ein Funke überspringen, h Es ist schon der , Fall vorgekommen, daß ein Heizer, , der ahilungslos bei, seinem Kessel stand, welcher, wie es scheint, zufälligerweise von dem Boden isolirt war, einen hestl gen elektrischen Schlag erhalten hat, ohne sich über die Ursache Rechenschaft geben zu können. ? jvv?-v, , . Ein hervorragendes Fachblatt macht sich des Bestimmtesten über die Mandeust'sche Erfindung oder vielmehr über Jene. , welche daran glauben, lustig, und bezeichnet sie als einen Humbug. Kleine Elektricitätsmengen ließen sich Wohl damit erzeugen, aber jene vielversprochenen -großartigen Resultate! niemals. Man muß annehmen, daß eine wissenschaftliche Zeitschrift von Bedeutung sich durch eigene Prüfung dessen vergewissert hat, was sie behauptet, denn gerade auf dem Gebiete der Entdeckungen ' und Erfindungen gibt es keine Propheten und selbst der tüchtigste Fachmann kann irre gehen, wenn er aus dem Schatz seiner , Erfahrungen ein sicheres Uttheil über etwas Neues zu schöpfen glaubt. Diese Irrthümer der maßgebenden, Persönlichkeiten, die zur Kritik '., vor der autoritätsgläubigen Menge berufen werden müssen, sind aber der Grund der Leidensgeschichten aller Erfinder in alter,, und neu'er zZeid '.Als der vor Kurzem verstorbene John Ericson leine Heißlustmafchine erfunden hatte, eine Maschine, in der statt des Dampfes erhitzte Luft ! den Kolben trieb, beauftragte ein Verein englischer Ingenieure den , berühmten Physiker Faraday, sein Gutachten darüber abzugeben. Nach dem damaligen Stande der Wissenschaft konnte Ericson wohl behaupten, daß er Arbeit fast au Nichts erzeuge. Denn man wußte noch nicht so genau wie heute, warum für Arbeit eine bestimmte, Menge Wärme verbraucht werden müsse; die heiße Luft aber, nachdem sie gewirkt, kam scheinbar bei nahe , ebenso warm aus dem Cylinder heraus. Was sie durch die Arbeit an Wärme verloren hatte, schob Ericson der Abkühlung dnrch die äußere Lust auf die Rechnung. Arbeit aus Nichts, das war ja das leibhaftige Perpetuum mobile, und an ein solches konnte . ein Faraday nicht glauben. Er war schon im SQt griff, sein Gutachten in ungünstigem Sinne abzugeben, als er sich noch in letzter Stunde von Ericson bewegen -ließ, die Maschine in Augenschein zu nehmen. Die Folge war, daß er eine andere Mei nnng faßte , und vor der Versammlung der , Ingenieure erklärte, die Maschine arbeite wohl, aber es wäre nicht mög lich, zu sagen, wo die Arbeit herkäme. Wir wollen gleich hinzufügen, daß trotzdem ' 'die Ericson'fche HeißluftMaschine dn Wettkampf mit der DampfMaschine im Großen nicht aufnehmen konnte und eines schönen TagcS unter das alte Eifen wanderte. Ericson, der unterdessen nach Amerika gegangen war, kam auf den Gedanken, seine Maschine für das Kleingewerbe einzurichten, wo sie in der That nach mancherlei Verbesserungen zute Dienste leistet bis auf den heutigen Tag, freilich icht ohne in den großen Städten, wo Gasleitungen vorhanden sind, vom Gasmotor : an die Wand gedrückt zu werden. . Und Mandeuft, wird er mit seiner Erfindung glücklicher sein, als Ericson ? Vorläufig fragen , sich die Fachblätter, ob er überhaupt existirt, ob er nichr ein Schemen ist,,, das Hirngespinnst eines Spaßvogels, der , den Schabernack aufgetischt hat, um seine College von der Elektricität zu amüsiren. Sie, fragen sich, ob nicht der Erfinder selbst crsuuen ist. I, , An d e r Ho fta fel der K önigin Victoria von England herrschen noch ganz sonderbare, altehrwürdige Gebräuche. So wird bei jeder Speise Platte, die auf den Tisch kommt der Name des Kochs, welcher das : Gericht bereitet hat, laut ausgerufen. ' Dieser Gebrauch datirt aus der Zeit Georgs II: der auf einer größeren Reise nach, ! dem Festlands für längere Zeit die Dienste seines seekrank gewordenen Küchenchefs entbehren mußte. Jn dieser Zeit der Noth übernahm der älteste i Küchen junge Weston das verantwortliche Amt eines königlichen Haupt'ochs und verwaltete es so vortrej slich, daß er bald zum Küchenmeister ' ernannt ' wurde. Aber auch die Küche hat ihre Camarilla, und die unzusrie Leuen und neidischen Heerdtruppen Georgs II. zettelten eine fürchterliche Palastrevolution gegen Weston an, , der für jede versalzene Suppe und für jeden verbrannten Braten verantwortlich gemacht wurde. " König Georg durchschaute die Intrigue und traf die Anordnung, die noch beute zu Recht besteht, daß der Hofmarschall bei jedem Gericht, das auf die königliche Tafel ikommtjch ioortlichen Kochs ; mit vernehmlicher Stimme bekannt ) gievt. So kommen weder Lob noch Tadel an die unrichtige Adresse, und mit einer guten Speise ist auch der Name eines guten Kochs in Aller, MündeW I :: 1 i i !:;, rVVfe f !1 ; 1 t'j ;:, e. j ä h r l i Her S ch ,erzHZu Mcrgentheim wurde 1516 ein Küchenlehrling aufgehängt, weil er spaßeshalber behauptet hatte, die Deutschherren machten todte Schweine zu Ordensrit txn' Es bestand nämlich die Sitte, uf die Schwarte der Schinken, welche iuf die Tafel der Ritter kamen, ein zierliches Teutschordenskreuz einzuichneidenIDDiZ RE tn!se!r streu t e'r.DfFrau:' .Aber lieber Mann, warum hast Du die Kinder schon zu Bett gebracht ?" Seil sie mich bei der Arbeit störten." Haben sie sich denn gern auskleiden toficn?", hat 1; furchtbar geschrien." Der ! Siun. das ist erklärlich! Das ist ja Nachbars Fritzchen!" Fü r st: Nun. Herr Forster, ist das Wild schon in Sicht ?" Förster : .Unterthänigst aufzuwarten. Durchtaucht, eS macht fich eben schubfertia."

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-I '- .11 " Jr'i'V.'ijiiiiii: Josepy ffröhllch. . ilf.jiar Einer der angesehensten Äärren selÄ!! ner Zeit war wohl Fröhlich, der noch jetzt in seinem Werke, dem Narrenhause in Dresden, fortlebt. Ganz besonders belustigte er die 'Hoskreise durch seine angeborene unverwüstliche Laune, , seine bayrische Mundart und seinen, kugelrunden dickezi Bauch, Au dem eine große .:t rothe Nase recht wohl paßte. . Er war7 einer der .größtenTaschenspieler seiner Zeit, wodurch er sein Vermögen dergestalt vergrößerte,' aß erelne eigene:! Equipage hatte und, ,in,, Treodm. nahe , der Elbbrücke sich nach seinem eigenen Entwürfe ein stattliches Haus bauen konnte, das noch heule steht und den Namen das , Narrenhans durch seine so- wunderliche Anlage, 'die so Winkelreich ist, daß b den Zimmern 'kaum ein : größeres Möbel passend cmfgestellt werden, kann, mit vollem Recht verdient. Täglich ritt er, einen spitzen Bajazzohut ' auf dem Kopf, in seine? bunten Narren- , kleidung. dcrm ihm August -11. nicht weniger als neunundncunzig hatte an- ' fertigen lassen, nach Hofe und hatte so gar einmal die Unverschämtheit, als ihm eine Tochter geboren . wurde, den ganzen Hos zu Gevattern zu bilten. , was , ihm beträchtliche ,Pathengcldcr einbrachte. !-L Einst bat er August den Starken bei Gelegenheit eines HojsefteS, ihn in den , Adelstand zw erheben.' Der König ging auf den Scherz ein und forderte- der?. Narren ; auf, sich einen Namen und tvx Wappen Zu wählen. Fröhlich war damit - bald fertig. Er bat. den Namen Graf von Saumagen" führen zu dürfen und was sein Wappen anlangte, sl? bäte er, in Anbetracht, daß er irüher Mühlknappe gewesen, einen Mühlstein, und ' weil 6 er einen guten Trank liebe, ' eine Schleifkanne im Schilde fülrcn zu dürfen. Für? die anderen Felder im. Schilde wählte er Darstellungen, l?elche anzugeben, der Anstand verbietet. "' Für gewöhnlich trug der Narr an be. kannter Stelle einen großen sechzig ln zen schweren silbernen N'ammecherrn schlösset, der so eingerichtet war, daß er ihn zugleich als Trinkgcschirr benutzen konnte. Uebrigens scheinen Fröhlichs Streiche nicht immer gut aufgenommen, und unbestraft geblieben zu sein. So hatte er eines Tages ' ohne Erlaubniß aus dem Marstalle iu Pillnitz ein Pferd genommen, war auf demselben nach Dresden geritten und kehrte nach einigen Stunden auf - dem schweißtriefenden Pferde dahintzurück. Als dies ber Äö nig erfuhr ließ erMus einem 'Fenster' der ersten Etage- des Schlosses eknen scharfkantigen Balken, herauslcgen , und ' den 'Narren zwei Stunden darauf setzen. Dies ' Sch Zuspiel lockte ' eine-' Menge Menschen an und der Narr ergötzte die selben durch allerhand Späße und komi sche Bewegunaen. ' Als aber die schar- ,

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sen Kanten. auf Fröhlichs ttorpertheilc ., ' immer empnndlicher einwirkten und zuletzt die Schmerzen immer unerträglicher y wurden, ' begann der Narr 'u jammern '11 und um Gnade zu bitten. Es half ihm , : i jedoch nichts, er mußte die bestimmte -'"iU - . V, ,.'"-;.'. i y-it fti,;i1,r LiJSii- J"1

tralZ-ll au-attcn. . XU Wärme des VZonöeS. - rrr- w fi ... Ueber die Wärme des MondeZ und der Sterne hat der englische Astronoin V. Boys eine interessante Abhandlung veröffentlicht. Bisher wurden zur! Z)!essnng von minimal kleinen Wärme-, ' mengen entweder die Thermo säule oder ; daS sogenannte Bolometer benutzt. Mr. '. Boys' neuestes Instrument, welches er Radiomikrometer nennt, ist eine Verbindung der ' obigen beiden Apparate. Es besteht im Wesentlichen aus einem Ringe von'zwei Metallen: welche ther , mcelektrisch , verschieden sind, und, cuz einer , Kupferdrahtvcrbindung. Der., Ring hängt an einem Quarzfaden zwi- , schen den Polen eines starken Elektromagneten; sobald nun, die Löthstelle des , Ringes 1 vönßWärm estrahlen getross wird, entsteht nach bekannten vhysikati schen Desehcn ! ein Strom im 3!inge und , dtt7.Mkere"ttlrd?Äbaelm ', ::ri--t'ff' , 'rf'!l" "'? Zur Messung der Wärmestrahlen des Mondes wurden, diese durch ein großes Fernrohr auf den Ring geworfen, wo bei natürlich ' die umfassendsten Vorsichtsmaßregeln getroffen werden muß ten. f um , nicht durch anbere 'I fremde ' Wärmestrahleu geiaujcht zu wcrden. Unter anderen sei nur erwähnt, daß die : Beobachtungen IxiU 'ctneni.C entlegenen ; Garten nur bei besonders günstigezr Bedinguugcn ausgeführt worden sind. ':'J:- ' '" Das Ergebniß dieser Messungen rrar, : daß der dunkle Theil des Mondes keine S vur'W oniHörm en lic Mer belle Theil hingegen brachte cine Ablen-i kung heroor, welche in der llmgevanz , derichtgrmze VerlÄollmLnd'eMA dize Ergebnis;, daß beilÄHälftmKeO. DollmondZchecheHgl zeigienMWAkttU'Ä ,MondMbere!tP von H,ynnH bestrahlt worden war, ' als die andere. z!!ßßDieHlntersuchu menge der Sterne ergab kein wahrnehmbares Ergebniß. Bei den hellsten Firfternen und.Nel.eln war keine Äarme'U Wirkung auf dcn Apparat nachzuweisen. noch viel weniger zu mcnen.MA ;!! Tic armcmcuge der teriie mng A daher außerordentlich gering sein, da Untersuchungen ergäben, das 1 1 50,000 der vom Vollmond ausgestrahlten) Wärme l sicherlich am Appara:e , k hätte ' erkannt !werden):nnnen"' err Üli 0 15 ;!;, b ea b fi c0(ts te übrigens, diese Versuche mit einem noch grö uercn I, Fernrohr und emem noch empnndllche ren Madiomlkrometer unb!;5!:Daffi ., 1. r wiederholen reihen anzustellen. ll'an Vollzieher pfändete einer Frau, die junt zweiten Male rcrhcirathet war, ein Schwein, daö noch ans ihre? ersten W irthschafr stammle und tru g folgenden Vermerk in das Protokoll ein: Ge pfändet ein Schwein aus erster Ede."

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