Indiana Tribüne, Volume 14, Number 182, Indianapolis, Marion County, 22 March 1891 — Page 7
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j "n7 i 1 ' ')'( ä, ifr ?7 K. rt N 14) m Abgeo rd nete Ha.S. H - ' ''UA' , SJwTfe't 11'! jsi' r aiaC' ' Kcfjsjtc Abgeordneten haben dex !?"... j ... ...Tl -SW - t J-i.Y '. - - Tl .:! v iu g gesiellt,' auf der Stell?, wo einst ,31? utlMr rL n stand, emkHauZHsür, er -und Senat mxibmtxtM&tt K!atz wäre gar Zn prächUz LnÄ.sogrG AZS r.an ihn i:ur haben lutUV Bon dem hier Msammenstoß'enden Place de. Gar roussc! und TuiUeriengarten kann ss diel ge::ommm wecken, als die ausKtzLZgste EäuZlelle. erfordert mmtx noch freier Raum genug um den fsmiiig Uammerpalast herumKD j Eigentlich darf man sich wundern, daß für die sranzosizch?n Kammern nicht MSN längst ein eigenes zweckmäßiges Haus gebaut worden ist. Tcnn in den beiden jetzizen parlsinenkarischn Pa lasten ist jür alles Andere ss 'ansgiebig gesorgt, daß der SivunzbsJal zur .Nedies wenige? zu bedeuten. Ganz anderZ aber vrrhatt es si.h im Palal5Ai?urbo:r, wie daZ Gebäude des Abgeordnetem chaufe getreu der geschichtlichen Ueberliesernna, immer noch heißt. Das Palais Bouroon bildet, an der Seine gegenüber dem Place de la Concorde, eine große viereckige- Gebäuden masst, ans der vorn der ebenfalls vieV eckige Mitteltheil hervorragt. Diesem ist ciue schwersällize breite SaukenstölZunz vorgesetzt, wahrscheinlich weil der Aaumcisttr nicht) Passenderes zu erfrn den wuZw. um daS G:bZnde. von einet " Käsern.' zu unterscheiden. . Zweck uns Zusammenhang dieser aus acht Stuck deltehcndcn Säulenreihe, rn'.t dein , Ge band e ' lassen sich : eben nicht erklären. ebcnZaÄJ Ziemlich kberzlnssi.i. Vorn steht die gedachte Säulenreihe, ebenso einsän? als zwecklos. -Die beiden Ein; gange besiuden sich rechts davon, zu "'ebeneriV?ÄsDer'em 'gcarfenit tk, die Presse und die mit Ein- ' laskartcn versehenen; der andere führt ' durch mehrere niedrige Vorbauten unk i3hi(i: in einen größeren Nanm, der Wohl' den Namen-Schrei' oder Nufsaa! verdient. Vls hierher kann jeder ohne Karte gelangen. Um weiter it; den SibuniZsZJl zu gelangen, bedarf es der Fürsprache eines Abgeordneten. :. We? einen solch. ".t kennt,! 'bn mittels: r h,. n i. .- ' t ' f l I e!es MieiS -nica "i au: den Tischen dinch einen t vieler betreßten Schließer heraus bitt - So. bald der Abzeordntte erscheint, ist de, Schließer d-'ssen ?!an:cn, ebenso o -tfttä der ibn öeranökommen lien. Da? 'i( f' ! "' ' : ctNachrendes'?!äseaMs wchre'.en. fS:is6elch.iftigteii' (6ge'orSnMi ftr ! S i , : .;!.vH Schützlingen h'.ertenstchnn. l-enicin ist. Sie .baben da " 4 ,, fc ini !f!ir dnrch Lorän um tan i:ue:lif.en 3!e ?.Si
denzcchs geworden, ist. An oem nur SJQtt Mitglieder zählendm, .in" Luxenrbürg tagenden Senat, Zir deffnl'SyuN' P ;' ' i w '' i' I . ' i I 4 V I w
neu rt ijuimiuyJitf v unwiiicu,.
Auf der Hinter-eite, nach dem Place m Bou?ao5,ne, befindet sich ein großer Hof.
. bcit einreichest, ebenso auch ihn ,5Schü!)linK hu) abzufertigen, da dtj Staatsmanne nickn still stehen darf. . handelt tö sich' bloZ um E inla;; zu de t SiLNZ. j branckit der Abgeordnete -nur dem Odcrschlicßec ewea Wml g r gebcs. -:-.v,H-':., Der andere Einganz sührt zu mch rcren qrocn schönen Aorsalcn, in denen ?t nur Aogeor)netc 1 und Preßleute verscbreil. Hier werden allö zehn Mi 7 nuten die stenographischen Berichte an M geschlagen,,, so daß man . bequem den ; Zcrhandlnngen folgen kann, ohne sich in den S-mk selbst zu bemühen. Ueber 'dies geen' sortroähreud ' Adg?zrdnetk .ans und ein, . so das; inan , in engste) t ffülilung mit der Kammer, bleibt, ihr förmlich an den VulZ,, suhlt. ,Denn P 'die Abgeordneten aeben zum Besten,
'wZMickSffenttichW ': "'"' f- i'' " i : c- :-n .v ..1 1
:,, : hakten o-.e umincoc uno Vunoeielen. 'die während .der Sitzungen gesponner. 7 werden Von hier fuhren Stiegen nach den Galerien im Ss,l...der nur emeu kleinen Theil der ungeheuren Gebäude- ,. ' -masse einnimmt. In dieser befinden : :sv : außerdem n tmf . Anzabl Sale. 1 100 Ginwohitet zahlt. , Der Sitzung Z. sask bildet genau emen Halblrels und gleickt in seiner ganzen" Einrichtung einem Theater. Rundum sind GaZerien übereinander. Ans der höchsten dem Hübnerstall ist. links vom Prä '" ''c'1' : ''riv"" ' citc.Lt. .n s..z.zi:,m IwenrcnnF, ver aüicn uct iiuujuiituu ' . : . --. 1 -r-, Jl ;Taain ' saßt Merf kaum zwanzig Per sonen. WmmMiti üuZm vm et" zle: . k)5N dan:r vor, sich durch ihre Äotschas V , D!ter,lHlabin,der D sichern.'. - Da, w:e eben bemerkt, jede; tHÄbaeordnete, SÄ ü tzlinge hat, denen c, AkEmlagverschM ilflScdrhq z:, bis ftIcni;:'.ti 5!3 iclb (l "aiit -J g es Galerie iKan'ckei , täglich Karten zu denselben aus, die oft mit Gold anfgewogen werden. Vei'w Gedränze entsetzlich, erstreckt sich auf du zu den Galerien führenden Treppen. 0)a!:a jls; kreis in au'stelgend Bankreihen seh? eng zusammen. In der Mitte vor d den Haldkreis abschließenden Rückwani erhebt sich der Präsidentensitz, vor den: .zziedriae i!, 1 1. , w v t '"i '"T "".TI 'jl '!.; ii,v, ;i Hmtcr dielen, in gemessener Entfernung vZN der Rückwand sind einhalbDutzent rzi;ter i'eds Winkes des Präsidenten aewärtig. Sie beweisen die Wichtigkeit ifr?. srttf durÄ die würdevoll, s-i-Ki'it ibrer Haltung. Die Minister bäuk ist ewsach die erste Bank eiuer dtt den Abgeordnet . geyorenoe reiden. - Die Bänke slnd nie betztttett
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derrsch, die k :nm tauend Personen fas ' sen. Äun'.rdzm'' gibt die : Quast u
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Ist eAin mal über ' diese ersten Unterbrechungen hinaus, dann geht es gewohnlich einige, selbst bis zehn und fünfzehn Minuten lang ruhig weiter,, dann aber genügt ein Be!:erer Zwischenruf, um einen neuen Aus b euch, einen ueu-n Sturm hervor- ; nüringen! Djte;,,- Zwischenrufe folaen!' in t , 3ch:ag auf Schlag, ; werden von, rt Wehten wiederholt, es entwickelt sich ein Getose, bei , dem einem Hören und Sehen vergehen. Die Rufe sind meist sehr herausfordernd, ja beleldi geud. Gewiß würde im gewöhnliche Leben es sich Niemand gefallen lassen: Scheren Sie sich! Das sind Märchens Machen Sie das Andern weiß! Schwcigen Sie doch!" Vielfach sind die Ausdrücke' 'mochviel1' scharfer. Man wirft sich Lügen und Unwahrheiten vor, als wenn es gar nichts Ware. Der Vor' Mcnde tügi eS nicht imniaf. ' Jede wichtige ist anch eine stürmische Sitznng, in der geschrieen wird, wal die iLungen! aushalten und die Schimpf Worte aufstiegen, wie die Raketen bei Feuerwerk. Dann bleibt kein Abgeordneter auf seinem Sitze. Ms dranger sich Nach der Rednerbühne, rennen hin und her, fuchteln mit den Armen, ciferr und zetern, daß ihnen der Schweiß an' der Stirne steht. Wtan prügelt sich zwai nicht eigentlich, aber es geschieht dock Alles, was geschehen kann, ohne aus drücklich als Prügel bezeichnet werde zu können. Man stößt, balgt iroi drängt sich, faßt sich am Arm unl Schulter:?, es regnet Püffe irnl Schmisse: nur daß , kein offener Schlaz geführt wird. Aber die ' Röcke gehei nicht immer ohne Schaden aus. , Gaioft haben die Schließer dazwischen treten und ringende Abgeordnete tren nen müssen. Leim letzten Eongreß zu, Sichtung der Verfassung (1385) habe Ferry und Andrieur sich auf der Red' nerbühne -ge?aßt, mit Papierbündel geschlagen, gepufft und' geriffenj so das in eh re re Abgeordneten d ie g rö ßt e Müh, hatten, sie zu trennen. In den letzte? Jahren riefen die Voulangisten mehn fach dergleichen Auftritte hervor. "1;;! ; Gar oft finden Zweilämpfe wegev Vorfälle in . der 5?ammer statt. Ab das sind nur Ausnahmen : fast taglich wäre Anlaß zn einigen Duellen '. vorHanden, wenn man es im Parlament , ebenso genan nähme, wie außerhalb des selben. Es herrscht da ciue Leiden schaftlichkeit, eine Bitterkeit Und Schroffe kett, welch: kaum erklären laYdag oll . :, i,v:,,i "' , , ,. tl Leutchen außerhalb der Sitzung freund ' r t '" m , f i c I ! ua) oocr wenlguens yojtta) mti elnanoez :: r? rirpn , ' i. i: : iJ.1 , ' Im : Vüffctzimmer , können sich dü Abgeordneten gegen eine i feste ' Abgab, 'von: LMFÄ monatlich nach Belieben an i Stullen. Vier, Limonade, Gcbach meinem MlaschcnLiqueurroder Weir u. ,,zs.Ä tostt laben ' uud starken. ' Von einem Abgeordneten, dem sehrbedüch nißlosen Dr. Michol, wird behauptet, daß er nur von dem siebewaS er dort genießt. ' " " ' --'t, , . Die Gebrechen des SitzuugssaaleZ bestehen außer seiner Enge in der ungewöhnlichem , Hitze und i 1 geringen Lüftung, trotzdem viel Zug , herrscht, soza, so i sehr, :daß das i Abgeordnetenhaus als? ein Heerd der Erkaltungen vl ii Brustkrankheiten bezeichnet werden muß Die Baukünstler haben!, vergebens nadj Mitteln der Abbilfe gesucht. ' die ganz, Anlage ist und bleib! wersehlt es müßk ein völliger Umbau , stattfinden. 1 i I Für den Präsidenten besindet sich ab s selts im Garten ein eigener kleiner Pa. last mit besonderem Eingangs von eine? SeitenNrane. ' i i "::r. i i , fr "l 'i-. fr i;".s 'ÄZHöThtodor örner. i-totfÄ- SÜJit-fg:', C J All' :,S:i; ' MVfcls Das Jahr 1 891, an literarischen Genktaaen so reick?. wird eine CentennarFeier dringen, die isg' viel sympathische Theilnahme wie Interesse verdient unddie insbesondere wohl . die deutscbe Jugend begeistern wlrd. , , Tme Fe:er wlrd dem 1791 geborenen Sänger, von Leier und Schwert" gclten: Theodor VörnsrWUM,AMMM-Ä-,7ö Dieser Tilbter der deutschen Befreiungskriege 181:, ist eine der lntercffantesten und, anzicheudsien Erscheinungen der ganzen Weltliteratur: und Held, der schon mit zwanzig Iahren sö uiächtigiauf seZMBötteZnwirkt uud der in scinein zweinndzwanzigsten LebeuSsahre auf dem SchlachtZclde sür, einH JdW,z,da s ,W erzblutZivergossenH Sein hartes Geschick und jäheZ Ende macht ihn zu leincr tragischen Gestalt ; seine Beg eist crung und B atcrl ands liebe aber, denen er sein junges Leben dahiw opferHKmgibt,M M!orlknschttntz5A Man muß Körner als den begeistertsten politischen Lyriker des deutschen Volkes bezeichnen; er war gleichsam die vertörette 'HöesiedeZFreiheitsdranJ ges, der Herold des deutschen Geistes gegen das Joch der Fremd Herr schast. Das ganze Gefühl und Empfinden sei' ner Zeit ist in sciner patriotischen Lyri! zusammengefaßt. Uud so hat er denn zugleich gewissermaßen eine weltge schichtliche und culturhistorische Bodentung, indem er einerseits die Poesie der Bejreiungskriege und andererseits das selbstständlge Erwachen des frciheitlichen deutschen Geistes verkörpert. Das Interesse an seinen Gedichten erhöht noch jener Umstand, daß sie sozusagen noch ein kräftiger Nachklang sind . auS Onl : finmrt s4Si4it : m.TR(tt in-fW!;,;
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derLiteraturöeriode Goethe'S uud Schil' ler's. Ihrem Vorbilde schloß er sich lrbcdingt an und den Einfluß Schiller's konnt e ' er ni e g anz verleugn tnjk- Er war ZerechttzbekBorwurfileine, von U örner, daß dessen poetischer Aus druck oft schillere". Späterhin hat ei sich vielfach von Schiller emsneipirt und nur hier und da zeigen sich Anklängt 'V&eMuIefö Körners Vater. Christian Gottfried, ein klarer Kopf, ein herrlicher, tief sitt lich-religiöser Mann, war mit Schilltt auf das innigste befreundet. Er hatte mit ihin schon bei Beginn seiner rühm reichen dichterischen Laufbahn Freundschaft geschlossen, hatte dessen erste leipziger und thüringer. Jahre mit Hilfe und Rath gestützt rntd Beide waren stets einander in Liebe ergeben. Von Chr. G. Korners werthvoller Abhandlung: Ideen der Freimaurertt", durch deren Veröffentlichung Adolph Kohut sich ein Verdienst erwor-i ben, wollen loir ' folgende , Stellen anlehren: . !' i: : , J .Svo alle kirchlichen Parteien auj Duldung Anspruch zn" machen, haben, darf keine der Herrschaft sich anmaßen." . . .Wohl der Freimaurerei, tocun sie ,hre Unabhängigkeit behauptet und weder von dem z Regenten noch) irgend einer Fraktion sich als Werkzeug, ge brauchen läßt." ...'. Von dem Staate erbitte sie nichts, als Toleranz, und diese ! suche siel auf die offenste und rechtlichste Weise dort 'auszuwirken." . . . . Wo 1 aber die Freimaurerei von Seiten des Staates eine freundliche Auf' nähme findet, da erfülle sie auch als Ge scllschast die Pflichten cineö guten Vür gers. In ihren Versammlungen herrsche ein Geist der Ordnung und Ruhe) -der sich allen gewaltsamen Revolutionen widersetzt." i !v. ; Aber von Zeit zu Zeit gibt es in der geistigen Welt Erscheinungen, die zur Wachsamkeit gegen zerstörende Revolutionen und Beschränkungcn' eines " wohlthätigen' Strebens aufforderu. Insoweit diese Erscheinungen die inneren und äußeren , Verhältnisse , dcS Staates betreffen, liegen sie außer der S phäre der Freimaurerei ; wo aber das Interesse der Religion,. der Sitten,, der ieistesveredelung. der Wissenschaft und der nnst eintritt und die Stimme der Vernunft durch den heftigen Streit der Parteien übertäubt, wird, da kann ein Bund helldenkender und wohlgesinnter Männer ein mächtiges Verdienst sich er-werben-A'W.M.W"....K Das elterliche Haus, in dem Männe: wie Goethe, Schiller, Mozart, Kleist. W. von Humboldt verkehrten und ein wahrhaftiger Schiller-Eultus grt rieben tvaro,' entwickelte die 'edelsten Anlagen im aufgeweckten, phantasiereichen 51 naden., Das freie, ungezwungene, bergmännische Leben in Frsiberg trug ferner entschieden düzn bei, :. die in Körner schlummernden Keime der Poesie, zur . m ,. .... 'ii ', , ,,,!, '' :)MH -,rtiiini-,..i;, , Entsallung zn bringen. In zeinen Bergmannöliedern kommt cine frische und flotte Begeisterung zum Ausdruck, die sich durch Ursprünglichkeit auszeich- " i "i. fll-'j-: :; 'fJ ''IIP!1' U MO- i i Den mächtigsten Einfluß au s sein Gemiilh hat der Aufenthalt an der schönen. blancn Doimn ausgeübt. Das , Leben und , Treiben iu Wien bot dem jungen, lebenslustigen, Dichter vielfältigen Geuuß. Die v reizende Umgebung, die UN st schätze der österreichischen Hauptstadt, die fröhliche Welt, von der er sich umringt sah und in der er sich bald heimisch jüh!te,versetzte i!n in die glücklichste Stimmung. ? Es ist daher lein Wunder, wenn er in Wicn eine fruchtbare dichte rische Thätigkeit entfaltete. Durch die anregenden , Einflüsse !.,, des W icner Theaterlebens erwachte in ihm die Lust zur Bühnend'.chtttuz. in welcher er immer mehr seinen Lcbensberuf erkannte. Seine D ram en, v eiche alle au s dem B urgtheater , aufgeführt wurden, haben 7wie Goethe constatine cußerordentliche , Sensation gemacht, insbesondere scin,SrauerZpiel'jZrW !' S, A:n l 30. December 1812 tourbc" Zrinyil am Wiener ' Hofburgtheater ' .' "V . , - ...wi, ir,' j; W ' Z 7 zum ersten Male amgemhrt, und genel ausnehmend. , . Der Dichter wurde sturmi sch gerufen, was damals eine seltene Auszeichnung UvärÄUJch' schreibt der.Tichter, sehr enthusiastisch begrüßt und weil doch ein Dichter nicht stumm , sein darf, so nah'm ich mir den Mnth.und sagte Einiges., Es lautete ungefähr, also : j Ich suhle es deutlich in mir, daß, ich diesen schönen Zuruf nicht meiner schnlerbaften, Muse, nein! nur dein schonen Eiser des edlen KünstlerVereins und dem begeisternden Andenten an die große That einer großen Ra tiottucrvaufenichabc':! Körner stand in Wien ans der Höcht seines Glückes. Als 1 jähriger Junglittg wurde .er zum K. K. HostheatsrT ichter ernann t. icil nd noch ein andere Glück .war dem hochstrebenden Dicht beschieden. Ein, von allen . öteizen der Schöi'.heit und ' Anmuth umslossencs hidchen, eine geniale Künstlerin. wurde seine Herzenskönigin. Seine HinnciMHwürde cbeuso innig erwiedcrt. - ' Tie Schauspielerin war seine Toni", sem Abgott", das hervorragendste Mitglied desHofburgtheaters 't Antonie Adamberger. Einen der interessantesten litcrarischen Funde bietet der Verfasser dem Leser, nämlich einen gemeinschaftlichen Brief .des Vrautpaares, an die. Mutter Theodor Körners: Minna Korner. Der erste Theil des Briefes, der von A. Adamberger herrührt, wird hier zum erstenmale abge druckt und lautet solaendermaken : ! ' Meine gütige Mutter ! ... . Ich habe Jbucn freilick aar nichts anzubieten, was bncn das Glück meines geliebten Theodors sicherte, als Lieb, aber herzliche, reiue wahre Liebe. . Weder Verstand noch Witz, weder Talente noch m r 1 JS . n.'.C. . yiciqiunm, tvx perz von meue Treue, voll vom Bilde ; der Butter, oe ! ren Ebenbild m werden ich bestrebe! I ' n-. ... : i .V i . V . 6- 2 si muLie.gejcyleoen werorn. . vrner eilte nach Breslau. um zu denreu ßychm Fahnen zn schwören. Es levtt W I a!S Ideal in seinem Serien der Ge. . .!!!!!? V
danket daß die 'preußischen Packere die Fahnen -von ganz Teutschland werden sollen. Ter alte Körner ist auch entschieden und begeistert für die deutsch Sache einge!rctett, und dies ist um )z höher anznschlagen, als er selbst sächsi' scher Staatsbeamter war und bekanntlich i der damalige K önig von Sachsen zu den Bundesgenossen Napoleons gehörte, und es als Hoch- und Landesverrath erklärt wurde, in die?'seindliche Armee" der Preußen und . Russen einzutreten. '- '' :' ,' . : Körne? ging zum Lützower EorpS. Er wurde bald, zum Adjutanten des Majors von Lützow ernannt und war überall dabei, wo der Tod seine schwersten Opfer forderte. ; S j : .. t. "U i Bisher wußte man übrigens nicht, daß der begeisterte Freiheitssänger Körner auch Humoristisches gedichtet Das folgende, bisher ungedruckte scherzt hafte Gedicht sei eine Probe seines Humors : k h Jp i;: J!. H,;, 1 1 Jüngst kam ein reicher Brille : ' ;! ; - V-.; K , t. L " tt'v1'" i-A In seiner Schissscalute , U
mzRach Indien zur See; ' $m Der Ziabob von Misore ? Erfuhr es bald am Thore, Und bat ihn znm Diner. 'n '1' ? M fi . i '!, ; X 1 Was fand er da für Sachen? . Die Tische wollten krachen 4Von all' der Speisen Stolz: "' .Aus Garten, Küch' und Keller, ' Und neben jeden Teller . . , Ein kleines Stäbchen Holz. i,,,HDZü was mag das wohl taugen? ' Er wähnt es nicht zU brauchen 1 ; Und wunderte sich sehr. Da kam. leis wie Gespenster, 'Durch Ofen, Thür und Fenster Ein großes Mäuieheer. '$ Das fiel in vollem Traben Aus Gottes schöne Gaben t Ganz ungcnirt und srech, Und jeder trieb die Mäuse Unsanst von seiner Speise Mit seinem Stäbchen weg. Schnell rief der 'Europäer: Ihr armen Pharisäer, Da steh' ich vor dem Riß! , Drum höret, mas ich sage: i- ' i Von diezcr großen Plage - '! f B Helf ich enchganz gewiy." - U ' - Die standen starr, wie Säulen, Z, Er sprang mit Windeseilen . An seines Schiffes Port, '(''. Und war mit einer Katze Gleich wieder auf dem Platze; ; Die Mäuse liefen fort. f1 Der Nabob schwamm aus Ehre, errt . Wit in vjuufr wis w vnnrumccir, - Sprang sich das Bein fast lahm, -Und siel in Jreudenkrater,' Als er noch einen Kater Znr Fortpflanzung bekam. Und als der edle Britte In der EutMenMltte - Zum Abschied sich gebückt, Ward er'gleich einem Götzen . Gar reich beschenkt mit Schätzen ; Jn's Väterlaud geschickt. 7 r T .... Da ging von Mund zu Munde , , Die wunderbare Kunde, I Von ind'scher Romite: -'7 !7 7 ' rzl. ..t -.:ri'z jt. !:'"i8jr..-!v .. kiui acuusmann zia) geiazwznoe Mit nächstem guten Winde ÄMYoneno in die See - i i Sein 5lo??er tticffti frrs?n ;: Wlf I -V.fr " j " w -Wvm.W j P Von kostbar vielen Sachen, ? Er dachie still bei sich : 'W ii! . - gll,,; -Gab der für solche Bestien , D : So manches goldne llastchen, 7 Wie erst beschenkt er mich!", , , . Als er an's Land gestiegen, ;,,,,,. ,Eo tragt er voll Vercznugen ,, , ! ' Jn'S'Mloß'd Und sprach also zum König:' t I "Seht, Herr, es ist nur wenig, i Doch eurem Knecht verzeiht !" ' ' " .-DeMöb,UMMÄ'!k : Gar außer sich vor Freuden . Ob all' der Himmelspracht Z , I I" - Der Sinn wollt ihm vergehen, ' ,' ! ! ... tn r.s. r-t. . ..,. I WüilUlC;,: lilUjl keil, ' ' W !WisÄ,d H:!- 'I . t " ' r j. ' ''!; ! . .:- il!!- , ,: uno ncj: nr jei zum Lovne . Das höchste Gut der Krone. stu Der Menschheit höchstes Glück. ,,. HMHlÄerzaykbare,,Naokk? : ! Großmuth ist hier am Platze: .'ff r " f. t -.rt. '" ,, :"ttX: " empfange oiLie ziaye, m Und segne Dein Geschick !? i iH,!i; P' Il,, 41?: M n Es ist merkwürdig, daß. während nicht nur unsere Elassiker, sondern auch die Epigonen uud Romantiker längst ihre Biographen uud zwar oft mehrere auf eiumal gesunden haben, seit Körner's Tod ein ganzes Menschenalter ln! '?'ji.J! "v-'iv "?.'' 1: oernrelcyen mnie, vis eine erne erschöpfende Biographie, die geschichtliche. und kritische Schilderung seines Lebens nd seiner- Dichtungen -. erschienen ist. -' ' Tfa-fffi$$r ft L..U -Y':::J ; f ( :: ! : h !: ili 'e&'tV : - S.in5I,fJ f m a n n. : :,Mi:!; ,!':"!-!' ii;1!..,....,.,,..,:).......!!,! fi nfilitiW Ve öa::renr:r,n. . sl-,. ; M iififm tmimji, ii. ,. ....fiiy;1 " , p : i . ; "5 H-, Gedanken sind zofrei. weil sie nur eine geringe Zolleinnahme bvä$te 'W.!DieWed ebenso originell wie gelehrt ; sie erfindet ebenso viel neue Heilmittel, als neue SrmifheuenSf !!(im Dummkopf iu hoher Stellung gleicht einem Menschen auf einem hohen Kirchthurm: alle die unten sind, erscheinen ihm klein, und allen, die unten sind, erscheint er klein. Diejenigen, die sich frei halten, sind gewiß Knechte der Phantasie. . Im Reiche der Vernunft bilden die Optimisten die conservative Rechte, Pessimisten die radikale Linke.WPW'! .. Die Ho ffn ung gleicht dem S ter-nen-Himmel in klarer Nacht KesHibt keinen AÄrnkelUmdem man nicht ein ' FternlnnentdecktSL'i In der Schule deS Lebems sind die Liebenden vom Rechenunterricht dis pensirt. - Schöne, glücklich verlebte Stunden gleichen süßen Trauben, die wir vom Baum des Lebens pflücken ; und der edle klare Wein, den wir daraus keltern, heißt Erinnerung. Beim zarten Geschlecht heißt's Naivetät, beim starken: Dummheit. Gedankensplitter sind oft die ii?lge von Kopfzerbrechen,
Die Tragödie einer F5su. i!i!i!!m,!jj .iii;: n M-Nkelt reerzähn vo EtIka H'ttvty. , Jedermann ;' weiß, ?ßtntiK$$iwl eigener, so doch von der, ans dem Leben od er aus B üchern g esch öpften j. Erfahrung, wos unglückliche Liebe ist. Es gibt jedoch eine Art von Liebe, welche nicht ganz unerwidert und doch nicht in f. t "( Si'i,; . ' : . ",t:'1!: f 't !'' . -Vi ' "i: C!lir ':!! ti' '" ' ihrer ganzen Tiefe erwidert wird ; der eine Theil läßt sich von dem andern lieden. läßt sich diese Liebe gefallen, findet Behagen an derselben handelt abe: 1 . r . 'il:-, r- "' t ' ' Vlrf . ' ' .ff,: ,( , & ji f; X" mcht wie cm Liebender. f u " -v'v j . .-ivi' ''' '' ..,T' ., ,:F''::f: Diese. . ; wir mochten sageii einseitige Liebe, sinden wir zumeist in den,Biographien großer Manner, besonders solcher, die persönlich anziehend und interessant . sind, wie z. Ä. Dichter und KünstleößF;ri'g5 l?in eben erMeneneZ Nuck,. ebüel's Briefwechsel mit Freunden und beruhn:ten Zeitgenossen, ruft uns diese Er,sa)e:nungiü's Friedrich Hebbel ist niemals populär ge w 0 rd en,.." S ein e ' großa rtiq eiH-z ab er. düsteren, von Sonderlingsanschauungett getragenen rcytullgeuuttaNicht7M s Volk gedrungen. Das Vckauuteste seiner Bühnenwerke Maria Magdalcna" ist. um einen banalen, aber in diesem Falle zutreffenden ,Ausdruck zn gcbranchen. unerquicklich.' 'Auch von des Dichtcrs Leben. u-id Persönlichkeit ist wenig bekannt geworden. ' Ein vortreffliches biographisches, Werk Emil ,i Knh's übe: Hebbel ist kaum über litcrarische Kreise hinausgekommen. , Und , so weiß das deutsche Lcjcpublikum so gut wie nichts von dem Herzens- und Liebeslebcn des originellen Dichters." 4 . &5 'l'"-:or -nY'.&'fv'V,li-- f -.- . t -- -'' -.:! Aus dem Bmeswechsel erfahren wir Neues über Hebbels Verhältniß zu Elije Lensing, der Heldin dieser Zw ."..q-',.il, ' . : Friedrich Hebbel ließ sich von Elist lieben und : .'widmete : ; ihr .. dafür seine Freundschaft, seine Hochschätzung. DaZ ist die Tragödie dieses 'außergewvhnlich : braven, anfo pfcrnden, hochherzigen Mädchens. Ware ihre Liebe . unglücklich", dAh Hebbel ihr ganz nnerrcichbar geblieben, so hätte eine unerläßliche Resignation ' daS' ' Schicksal Elisens anders und ' wahrscheinlich freundlicher gestaltet. : !' 3 ' So aber v erzehrte sich ' ihre Existenz, wie eine Opserjlamme in der Neigung, die ihr Hebbel eingeflößt hatte. ' Der Dichter war als der Soyn emeZ Xvl ZVJ eintt - n MaurerSgeboren worden und :.-- r... ...v .... .n.. :,i armen verlebte seine I üaend in trauriaster Dürftigkeit. Bis zn seinem zweiund zwauzigsten Jahre war cr Schreiber in seinem Heimathdorfe. , Jn.F einiger Gedichte, die cr veröffentlichte, , fand er Beschützer in Hamburg. Ein zwar aus sichtsreichere, aber nicht min derN t raurige Episode ' seines LebenZ begann. . Für einen starken Eharalter, wie Hebbel, war es gewiß kein, Klcinizleit, von Freitischen" zn leben, wo ihm u. A. von einem reichen Kaufherrn die Bedinziing gestellt wurde n ich t zu sprechen, wenn cr sich auch " satt V : ,: ' . i, ,'.;:,i:r.';1 Il II, ,i, , , " :1' , :! ;i' in, " '' Jlf:;11'!' I'-1!1!,"1'.'::" l!!k'!"!,- : ' - ' ;:" "!i!!:fS Wo cirbfuljtc dein rSichfcr'-tiurtroS' itnd menschliche Befriedianna? Wo lebtl j ' '"- V.j,vJ S'itn, s. -'CJ f . :' y& 'i', , ; jf i-i! Ii V !' ' er lein bedrucktes Dichtergemuth , aus Z Er wohnte bei einer armen Hand " 1 ''s ' r'V ;"?! ': ' 'Il ,, ; :" : ' .!!K,;jh ." ' ' ; ; !ll :.A Lx arbettcrin, wclcje ihm Credit gewahrte, ihn nach, ihren allerbescheiden'sten Mit lein unterstühtt! voll weiblicher Theilnähme für sein Schiöfal war und mit hingebender Begeisterung den Versen lauschte, welche der i junge Dichter ihr ,,.. , . ... '..t . Ä !!' ,fil,ü. ,, ,!., i ,. J vortrng. ' Unscheinbar, arm,- wenig gebildet, aber mit einem Herzen voll ech ter Liebe, wurde Elise Lensing der gute Genius für den Dichter. Sie war nichi geeiguet, eine .starke Leidenschaft einzuflößen Hebbel aber ließ sich ihre Liebe gefallen und versicherte bei jeder Gelegenheit, .zwischen ihm und Elise bestehe nichts , als Freundschaft, eines der seltenen Beispiele von Freundschaft zwischen Mann und Weib. Das Mädchen hängt unendlich an mir," schreibt Hebbel in sein Tagebuch, wenn meine künftige Frau i nur die Hälfte davon für mich LchfindMLÄnIchMMWMl ffA ij 'Hiiniiil! : '. '--iJ.Tl ! : M il ilK l'4 . So erweckte Elise in . dem jungen Dichter die Vorstellung eines Glückes, welches das Weib ,, geben kanik. ' Den Muth aber, dies Glück bei der armen, unscheinbaren Arbeiterin zu suchen, hatt Hebbel nicht. , AuS Heidelberg, wo er seine Studier, fortsetzt, schreibt Hebbel an Elisen: Unser Verhältniß ist auf gegenseitige Achtuna aearündet; trat ein Sinnenransck dazwischen, so toollen wir das nicht bedauern, aber auch noch weniger, daß er vorüber - 1 HI..H, ', : ' 3' UV .ff!" j f-' .1. Aber diese vernünftige, !lzu vernünftige Erklärung schreckte Elisen. nicht ah: sie unterstützte von ihrem befcheidenen Verdienst den Poeten und. . blieb aud: seine Vertraute,, seine Seelenfreundiu, . die qlle. . stine Pläne und Gedanken : icitt.q;;!i!:!ii;;I WM leidet eine Unterbrechung durch Hebbels Rückkehr nach Hamburg, wo der innige Verkehr zwischen Hebbel und Elise sich fortsetztest Nun aber pajsirt etwas, was Hebbels Versicherungen von feiner bloßen Freundschast für Ellseu tragikomisch beleuchtet: Elise macht ihn zum Vater eines hübscheu, gefunden Knäbleins ! ., Hebbel hatte inzwischen eine große Wander-' und Studienfahrt durch Deutschland angetreten, und wie wir aus den vorliegenden Briefen ersehen, dachte er nun sehr ernstlich daran, Elise zn Heiratyen. Diese Zeit, da das arme Mädchen Freunden und Verwandten jubelnd verkünden durste, daß sie Hebbels Braut sei, gehört wohl zu den glücklichsten Tagen, welche Elise gesehen hat. Aber die Freuds dausrte nicht lange. Unser Dichter war nun einmal nicht der Mann, edle,! Herzensregnngen zu solgen. , Im Gegentheil, er ist 'ein spre chendcs Verspiel jenes Egoismus, den man bei großen Talenten so sehr ent schuldbar findet, der eS in gewissem Grade auch ist,' der aber doch imurer
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mix 5)lich betrachtet, ab stoßend empörend wirkt. ' .: Geb 011 bei tln?r früheren eleaenbcis i V schrieb Hebbel an Elise. es sei , ei, Wunder", wenn Genies beirathe:!. Ei hält sich , offenbar für . das Genie, welches ' sich ,? unter . nörmalenMuständVl nicht bindet. , ' Nunmehr begegnen wil in einem seiuer Briefe der ebenso herzlos, wie hcnchlerisch klingenden Phrase. !,Es ist mein größter Sckzmerz, daß ick Dich nicht so ' sehr lieben kann, wie Di S'? l -in ": 'l':,Iii:l!:liil ' " M1 '" ' : ' :' ' , j es rcrölentt." ' , - ; Schon diese kühle Reserve mußte arme Elise darauf vorbereiten, - daß si, von i; Hebbel nichts . zu erwarten hätte, als die berühmte theoretische 'Freund , schaft". -?f.v.i, -u , - Bei einer änderen Gelegenheit schreib: der Dichter: Ich fühle nicht die Kraß in wir. selvst , ein , Asul zu gründen Der Dichter muß .ein behagliches Hein haben, daniit er arbeiten kann."' Dies, gräßlich vernünftigen Worte besiegelter das Schicksal der armen Elise. . 'Hebbel "scheute sich, die Pflichten cincr Eh?, einer eigenen Häuslichkeit, an sich zu nehmen. 'ih;' Auch sonst stellte er seine Geliebte au'. eine barte Probe. Unverhohlen schil . ,....,4 .,... f dert : er ihr, welchen .Eindruck andere, schöne Frauen, z. B. die Italienerinnen, auf sein Herz uud seine Sinne ,machm Das ist bitter kür ein liebendes Weib. , welches sich nicht voll und ganz wiedeo geliebt weiß.I Das kleine Knäblein, dcz ,Sohn des Dichters, starb. . Eine cigeutliche HerzeuSreaung fürdaZ Kind .ver. mögen wir in Hebbels Aufzeichnung nicht zu finden. Dagegen beschäftig? f ' !;:' .'ji!!'; ' V :. lerne Pyanlane , o:e graunge orztei' , lung, wie die Würmer das kleine Ge schöpf verzehren., , W&y ; Und nun naht rasch die Katastroph in der Lcbenstragödie 'Elisens. Ganz plötzlich entsteht ' eine große Lücke .ii ihrer Eorrespondenz mit Hebbel: Dieser hat sich in, , Wien , verheirathet ohne langes Bedenken mit der schö. : ncn und jungen Hojschauspielerin Ehrb stine Enghaud, welche7vielfach,, sein, Heldinnen gespielt 1 hatte ' 1 Ehristin, rÄ' i ''-'' e .-i k Enghas i eh ielt i hre glänzen? e St eb lung am Burgtheater und konnte dem Dichter das Apzl bieten, welches sich i selbst zu gründen' er weder Muth noch Mrss t HqtMW j, . S ., m -i fj 4 z,,,zzlndMun merkwürdige Forderung gestellt. Hebbe! macht ihr das Anerbieten, nach Wien zu ; .,, : , .,,.. ,(.. r -r, ..,,,,. , m kommen und in seiner jungen Häuslich it zn bleiben. ' Er und sciZe jung, v. , !i !. ! I.lk', . m . ...... Frau meinten es auk mit ihr aber sil :."'."V v v i i':P'i' ::. Vj-fc'i . . i nahmen die arme Elise nicht ' recht all Weib. Dcr schönen ' Christine siel tl nicht ein, ans diese Vorgängerin eifcr süchtig zu sein. , . ? ;; t : Elise kam wirklich nach Wien, " wenn auch nur zu kurzem Besuche. Verstän dig, selbstlos und hochherzig wie sie war. ließ sie keine Bitterkeit in sich aufkom men, sondern schloß aufrichtige Freundschast mit Christinen. 1 , , m ; . j; Diese Freundschaft" deS Hebbel. 'schen Ehepaares für Elise dauerte bis zu ihrem Tode. - Die Freundschaft war ihr - Schicksal, ihr ' Verhängnis?, dii Münze, mit welcher ihre Hingebung be 'zahlt wurde. i;i' , ; Wir wollen, üwn das , selbstsüchtig, Vorgehen des Dichters zu erklären, z: entschuldigen, nochmals bervorheben,daf Hebbel in seiner ersten Periode mit de: furchtbarsten Noth,! mit dem nacktcst Elend kämpfte was seine Scheu vvl jeder materiellen Verpflichtung begreiflich macht. "f i:: y -v;V0:, Auch mag ; sich jener schwere Kampj mit , dem Hunger - noch ; zuletzt an den Dichter gerächt haben, denn ihm wm eine .lange und quallvolle Todeskran5 heit beschieden, ' ähnlich' der" Heines. welche er uns selbst in dem ergreifende: Gedicht- der Bramane" ' gefchilder '"hati'777? i-i,)t ' U.i "U ' :4.:..,."!;',:.-,Sli'S' E .. ''Vr-V-, -:'':.;.; ;'. -,.: , , : kik. Mdankenfplitter. 'il!;!..,:-!,: Es wollten der Welt die Liebe erklären Viele Philosophen vergeblich schon; z j Und die Liebe ist doch so leicht Zu ev -m:-.ri f;;-'s:.::'ÄeIi!-Freilich immer nur ein er Person. : !I p..., t:::t . ; , Ji' ::' - !,. : -,! ! ii. - ..... . f. . . .;-! ' . ; Der, welcher ' ein hohes Ziel durck , seine eigenen , Kräfte und Talente er' rer ist wu Jener, welcher es durch Andere er irelcktMZ. rrTy y'i-o '11s. i'ftj il 18!".. .!,!(. !ii. Wi''lijb; DerIS i Rücken. rK.;iii;.,- ' ' .i iji if' i 1 Der Barbier scheert sich.' I :.' U Der Maler verschwindet von , de? KiidVchWz igmsMf K .,, Der Spiritist macht , sich unsichtbar. -tzßDerHarfümeurperduftet Der Strumpfwirker gibt Fersengeld. F,Der Masseur drückt MMKMM MD Kegelspiels ;';iif' y m n.3ff . jt Iji e;;'M i et.;l)"eii Wie schön ist nicht die Miethe, ' s,:-i.; . of . ' sr.ri. . es l rz2iv' !li!?'?V!i; ii!'', i ! F..fc; .IlM1'5 ' "?!:!!- .1 I! 11! I i : iiii unicii QUiju iimii jic, vf4 Und Mancher auch am Zweiten, Und Mancher manchmal Nie. A' philosophisches Gemiehde. ! 1 's giböt Sie heitzedage Leitchen, Sehr gebild't un herzensgut, Awwer jedes Kleiniggeitchen Bringkt se gleich in helle Wuth. fSrns. Wohl bassirt unS ErdmbärgernW Manches, was de uns nich freit ; Awwer nee mich driwwer ärgern? Dazu dauert mich.de Zeit! Letztes verhetzen!" Dilemma. Dame: Aber, Herr Candidat, warum machen Sie Jhr Ezamen so lange nicht?" Cand. rned.: Sehen Sie, .mein Fräulein, ein Arzt mit Praxis hat nichts vom Leben, und ein Arzt ohne Praxis . nichts zum Leben!"
mmer er rercye.in Freund von mir, der sich neuUÄ Stiidiius: O, mem Fraulern, wie ich fünfhundert Mark von mir borgte. Dm Se liebe!. . . . Für Sie wurde rch mein Viirde es in Verleaenbeit mext. wen
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br j W as i Ji tl n e rl obt .M mW'tib theit s ZU bedeuten hat,' darüber geben die An- ' . '.'!.:.'. .!,.,. -! j. , - .A :! .1 i:,,ii .ii ., . i:r.i ,:'iU' 1.
sichten M .WseMzteÄöKWMFZ tshSse in dem Falle sehr leicht aus einacrder, wcun, es ;!:lich jiir "Eiej'Zu nähme eines Strafantragcs seitens einer T Wjf - ' V - in1'" 'V ' ''-''. ' .'T " . . .::..,.; f'! solchen Braut" handelt. , Dies -?var,W anch in Berlin , mit dem SchreZdnB Dürlke?der'"Sall'5w chen eine Bettstelle nebst Bett gestohlen . hatte 'Anb'Wun triumphirend damit s herausrückte, daß seine Braut den :l Strafantrag ' zurückgenommen habe. " -Präs.: Mit TWWteiZMda?' '. manchmal solche Sache. . Waren Si denn verlobt? Anzekl.: Ja. freilich.
Präs.: Sie tragen doch gar keinen Ver- V.:.j$ lobungsring. ,, Angekl.: Auf , solcbs - "f'M Äußerlichkeiten gete ' wir nickts. Präs.: Wie alt ist denn Jhre Braiit?: " i: WncftS.-'iiSöijtc: r5l'jfBihV?:-lg aber doch erst 1 Jahre! Augell.: Das thut der Lieb: keinen Abbruch. '" ,Prält: -I Jst.Henck!SKiex5 proklamirt worden? MAett' , Ich bin, ! mit meiner Braut in einen Kaffeezarten 'gegangen und , da sind Mir tübere ingeÄil lOr!men,.Äüß,'ichksie:hci 'i'i Präs.: Das hätten Sie nur thun sollen, ' S dann wäre, jeder Zweifel gehoben. . An-. .', :3 gekl.: Das ging nicht so schnell. Präs.Warum denn nicht ? Angetl. : Weil ;qj meine Braut Amme ist. Präs.: S?, so! Nun dann werden wir doch ein Inte- -'i ''I ifc . ,n 1 " ' II" !it" '! ' , "!l !''! il ' " U ' ' ' renedaran haben, uns das Verlöbnißnäher anzusehen. ., Angckl.: ,, Ich habe, : il eine ganze Reihe von Briefen 'beLu'ZtM, die immer mit den Worten beginnen: Mein süßer Bräutigam!" : PräM. , Anch die zärtlichsten Kofenamen können . ' uns nichts Nützen, der Gerichtshosmun " ' ' ""'I1'1. ."6"il , i!lLi:li ,r ' l''"" "i'iiTl! vielmehr ermitteln, ob hier cm wirk- -lichcs , Verlobniß vorliegt, da ' nur ein ) solches znr Zurücknahme d es Stra san!' j jS:
träges berechtigt. Dem aus Hannover : ' ertra zum errnincSa Angc !
klagten " Würdet nachgegeben, daß die f weiteren Feststellunzen nach dieser Nich. . , tun z i hin . o hn e' seine persönliche Anw eT5D 'senhertMtWdeffsolleWVÄ - - -D e r S ch la f er n e K Prä. zf ek te n. , 5 Ein französischer Mini st etr. iiinachte.:eme:iJnt?c!tm vinz. Der Wcinister ließ sich in dem h :;t Departement Z- von dem Präfetten be gleiten, welchen er etwas scharf mitnahm. Des Abends 'Zpeisteman.zaufKHß! i'der'tPräfcktud 1 'und ÄachMemIMahkW nahm man im Salon Kaffee un lLiquirW
Nachdem der iPrüzelt W)t letzte Pflicht eines Hausherrn erfüllt, setzte cr sich in einem Fauteuil und versank in liefert x.f.r ,n:itf. '."f"." . r Schlaf. Während dieser Zeit zeigte sich der Minister als erkenntlicher Gast der sehr schonen und mnsten Frau des Prä. fetten gegenüber äußerst liebenswürdig ;:" und ' galant Im Hini ergründe dieses Bildes .räumte ein Bedienter, welcher auf die Beschäftigung der Hausfrau uVi den Schlaf des Prä fetten zählte, mit d em L iq ueur auf. Schon hatte er zwei M Gläser Charmeuse geleert, und in dem Augenblicke, wo sich der Vinisier am , zudringlichsten zeigte, erhob erden Arm, ,, -um ein drittes an feine Lippen zu setzen. Da plötzlich erwacht der P?afekt aus seinem vermeintlichen Schlaf und donuert dem Bedienten z:'.: Dn Esel! Glaubst Du denn, ich schlafe für ÄeWelt!" 0$ Ein rette n der Gedanke. Zn einem Eiseubahnmaggon erhob sich Stoifdexi ro..tl: vättcir iSjärnni 'iiirei!S"t reit '-"C NetMs'VeWnMKnster der Schaffner das Fenster ausmacht", behauptete die Eine, so würde ich den Tod davon haben Wenn das Fen. Ker noch , länger geschlossen bleibt", schrie die Andere, so werd' ich vom schlag' getrogen!" Der vsMbeidmM , Parteien in Anspruch genommene Schaff er wußte sich weder zu rathen noch zu helfeir. Da verfiel ein mitfahrender Passagier auf einen rettenden Gedanken: .Machen Sie das Fenster nur auf, gu !er Fftundsagte er Mnirbtzdie Eine;' hierauf machen Sie es wieder zu, sann stirbt, die Andere, und auf diese Lei se bekommen w ir d och endlich Ruhe ; rnd Frieden." ,i! ! i ft 's rtt.'rT i";-': iS'"':!1'- Ii ! !l .fl!ill''"l'!l''v P'"H i:::!'iiSl!li!ll!l!!li;;ri::!:: Von Horace Vernet wir :rzahltdaß einst, als.cr am Ufer des Genfer Sees , landschaftliche SiufcW machte, eine junge Amerikanerin zu ihm '3 etrc tert .':'ir e t;": er s crjtcbenc an seinem BildMttadM cbenlhö'Dclrp könne. Am andern Morgen traf er die selbe junge Dame auf dem Schiffe, das nach Genf ging. Sie eilte auf ihn zu. ' iWeiliWerM werden den berühmten Male? Hi?ac ; Vernet kennen. Man sagt, er sei f cufi!,: dem Schiffe. Bitte, zeigen Sie ihn mirich entgegnete der große Künstler: Er hatte gestern die Ehre, von Ihnen eine Lettion im Zeichnen zu erhalten." - . MMMa ch t'-!d e riM e wohnh e iW Der russische Gesandte, Herr von Kura--kn, besuchte eines Tages das ! Gefäna. itlß von St. Lazare in Paris und hielt in dem Augenblicke, als er in den Theil seS Gefängnisses trat, wo die -wegen Diebstahls eingeschlossenen Weiber waren, seine goldene Schnupftabaksdose in ker Hand. Eine von den Frauen, die dies sah. siel in Ohnmacht. Als sie das Bewußtsein wieder erlangt hatte, .fragte Zian sie, was denn einen so überwälti zenden Eindruck auf sie gemacht habe. Es ist schrecklich", sagte sie. eine qoU tnt Dose zu sehen und nicht in Stande zu sein, sie zu stehlen!" , S el t en es Z a r tg e suhl. Frau Z auf der Straße zu ihreni Manne: Weshalb biegst Du um diese Ecke? Wir wollten ja' die Straße ent lang gehen ?5 " Mann : Dort kommt er mir beceqn?te !" D e v 0 t. Saszen Sie, was fo. Hen Sre denn nur beute fortwährend, perr 2icchnungrath? Ach, roissen öie, ich bitt heute bei der Errelleu: vit Tafel befohlen uns da lackte ich schon ' znmer ein wenig Probe, für den Fall. mß Excellenz eineu: Witz zn mccir ; ! 7uyen icllte. ''""..-.j.iiiÄ. ii,,. -i,;jnr..s .-. , .,- . j -
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