Indiana Tribüne, Volume 14, Number 175, Indianapolis, Marion County, 15 March 1891 — Page 3

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' u-Lm flD-äl Kosn an ,s?n Conrad Mühlwenzel. ,Wie gedsnZenloS Du heute Ziest,' Melame!" Die Angeredete' läßt' das Auch,- da-Z sie m den Handen hält, uf ie'K?n!e nicdergleiten. wendet den Kopf der um' viele Jahre Zlteren Schwester zu, preßt die gcsaltMM Hände gegen die Stisn ülld laßt den Blick hinau'sirren durch ' das cfscne Fenster, hinauf z:: den: Stückchen llanen Himmels, das da weit oben pb scheu den Diichern der nicht' btelten Ist das denn ein Wunder, wenn ich i tilC V(. i j Ä erwarte?" erwidert sie und, ein rofiger Freudenschimmer verklart ihr schönes, edel geschnittenes Gesicht. . , ; .. " Hjiiina!1 und nun steht sie plohlich ufgerichtet vor der Schwester, ' kannst. Du eS mir denn gar nicht nachfühlen f. Glaubst Dir, daß'ich auch nur ein Wort wciß von illem, was ich vorgelesen? Nekn? Mckn Herz hatte sich da an den Pendel der alten Uhr gehangt, um ein wenig von der eigene Ungeduld auf ihn zu übertragen. Und nun zählte ich setn Tick-Tack. das doch mit dem Klopfen in meiner Brust nicht Schritt hatten wollte. In einer halben Stunde wird er bei mir sein! Hanna, Du hast es doch auch 7ennen gelernt, das berauschende Gefühl, Braut zn sein! Freilich, der gute Robert, em so emsiger Kaufmann, wußte nichts von der Gluth einer Künstle'rseele. Vön kincm Künstler geliebt werden, solch einem Gottbcgnadcten, das ist wHl noch ?twos Anderes." - Einen vollen Alick der Bewunderung ließ Hanna über das schöne Antlitz, die hohe, sck)lanke Gestalt der Schwester gleiten. Cs ist kein Wunder, dachte sie, baß ein Künstler in ihr die Verkörperung seiner Schönheitsideale gefunden. ES muh für einen Mann berauschend sein, wenn aus solchen Augen voll Gluth und Tiefe 'die Liebe ihn anschaut. Da neigt Melanie den Koxf lauschend zurSeite. Sie bat einen Schritt auf der Treppe vernommen und mit einem jauchzendeu da kommt er!", eilt sie hinaus. Glückliches Kind," sagt Hanna, glücklicherer Mann!" Hand' in Hand traten sie ein, ein prächtiges Paar! Sie von unbewußter und daher um so berückenderer Schonheit, er von jener kraftvollen Männlichkeit, die jedes Frauenherz gefangen nimmt, in der ideale Verklärung der Mmsijungerschaft. Er begrüßt Hanna mit der ritterlichen Gewandtheit des Weltmannes und wendet sich dann seiner Vraur zu. .Jch komme schon vor: der verabredeten Zeit " Und hältst eS für nothig, deshalb um Verzeihung zu bitten?" fällt Melanie ein und ihre Stimme klingt wie Jauchz zcn, da hsst Du sie!" Sie hebt sich ein wenig auf den Zehen empor, schlingt beide Arme um seinen Nacken und bedeckt sein 'Gesicht mit Küssen. Eben so plotzlich gttbt sie ihn dann wieder frei. Seit drei Tagen seine Braut, erröthet sie noch immer bei seinen Küssen. Iteizende Verwirrung auf dem von fliegender Rothe bedeckten Gesicht schaut sie zu ihm uf nnd sagt schalkhaft: Mark' Dir, Arnold, solche Strafe erwartet Dich stets bei einem Aufrühkommen." Seme fchöuheittrunkenen Blicke hängen an ihr, und völlig berauscht von ihrer Lttbe, die so unverhüllt aus jedem Wort, jeder Geberde spricht, zieht er sie in seine Arme. Hanna geht hinaus, den Kaffee zube reiten. Als sie wieder eintritt, findet sie die beiden Glücklichen am offenen Fenster lehnen, Zukunftspläne entwersend. Wie ich mich darauf freue, gerade mit Dir zusammen jenes Wunderland Italien zu durchstreifen! Wir gehen zuerst nach Neapel, Sizilien, verleben dann den Winter in Nom und flüchten uns km Fruhzahr vor der Hitze attmahlich wieder nach Norden, verträumen den Sommer in einem deutschen Walde und ziehen erst im Herbst in unsere berlincr Häuslichkeit ein. Wie will ich dann schaffen und all jene Eindrücke und Skizzen, die ich. auf unsen? Wallfahrt zu sammeln denke, verarbeiten. Paß auf, Melanie, ein Jahr spater ist Dein Maun ei berühmterKünjtler geworden." , ..Das bist D't jetzt schon, Arnold! Mkcht zu vorschnell, Kind. Meine Freunde sagen nur, daß ich es werden kann,' Aber wenn Du, mrine Muse, mir 'stets zur Seite bleibst, wie sollte meine Kunst sich nicht voll entfalten! Du und mit Dir Italien!" ' Melanie lauschte entzückt seinen Worfett und schmiegte ihre Wange an seine Hand.,. Jst'olch ein jahrelanges Umherreisen nlcht elne kostzplellge ache?" wirst Hanna ein. Betroffen blickte .der. Maler, zu ihr hinüber. Was sollte daö heißen? hatte elanie denn nicht TusDa rlcf diese mit einem hellen, frshen Klnderlachen: Ja, Arnold, denke nur, Hanna hat mir den .Vorwurf gemacht, daß ich Dir meine VermögensVerhältnisse noch nicht genau auseinandcrgeseht. Als ol tr c oi 3cU den".hWenv5U Geld zu sprechen. " Als, sie dann sah,; wie ein Zucken über zetn Antlitz zog, zugtene bittend bei: " ::r 't i! V W, . ,,.!, . . ,!:., :..! : .i.jlj; ,j. Sei Hanna nicht böse, daß sie ge? , glaubt, ein mehr oder weniger in dieser ; Hinsicht kUneauf'DelneLiebe Einfniß sein. Wenn sie Dich erst kennt, wie, , ich Dich kenne, wird ihr ein solch entwürdigendcr Gedanke , nicht mehr kommen. Aber nun. Liebster, da wir einmal bei '. der Sache, sind, mußt Du auch zuhören. : Eine Sunnne. die ;v& einer hübschen Ausstattung reicht, liegt für mich bereit, und außerdem steht mir eine Jahresrente von ein paar huyderthalernHlkSH nun weiLt Tu, wie eS um mich steht ' und hier sie wandte sich um und össnete ein Fach des Schreibtisches hier liegen die betreffenden Papiere, falls Tu ' : ;:;."' -.,.. W iJ,S:::Ääu,iirii::Hi !D,WURMMMM

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? Es war gut, daß sie sich abgewandt. Hanna,'.d!e , Arnolds Gesicht nur im Prosil sehen konnte,' glaubte doch, einen schnellen Farbenwtchsel bei ihnr wahrzn-AeKAWMÄ.-ohAeZ'h recht klar zu machen, fühlte sie een Porwurf darin, l -'Mir als der ErfäMenercn und Aeltercn "wäre es - vtellelcht Zugekommen, Ihnen : schöis 'früher Klarheit zw geben. ,Abk.JHr'';;lirßB mich a gar nicht dazu kommen. " Es war alles so schnell und unerwartet gekommen. Melanie will wikurLeb angehören, " sagten Sie und Wir haben uns verlobt, ich bin seine Braut," flüsterte Lann mir zu. Es war ' alles sir und fertig, da .wäe. MMit meinen Aus-' einanlcrfctzungen' doch'' zu spat gekom? mcn, selbst ' wenn Sie ein wenig n ehr Lust bezeigt hätten, mir zuznhören. Ueberdies ist Lany majorcnn und jede Einmischung von mir wäre unklug und nützlos gewesen, das wußte ich im Bot aus ' . ; ' !.Me.fanse blickte erstaunt auf die Schwester. Wozu diese trotzige Ver theidigungsrcde? Um uas handelte es sich denn? Willst Du die Papiere ein mal durchsehen, Arnold?" fragte sik dann, da ihr Verlobter immer noch stumm blieb. Wo;u, Lany?" entgegnete er unl. strich mit der Hand langsam über das Gesicht, als wolle er da etwas fort wischen. Oder wenn Du es wünschest, bei Gelegenheit einmal; heute würde mir doch die Zeit dazu nicht bleiben. - In ein Halhen StMe MuA M wieder sort. ' Fort?- WelcheEnttäuschung aus dem einen Worte klang. Und ich hatte solch' hübsche Nachricht für Dich! Du hast auch vorher gar nichts gesagt, daß Du sobald wieder gehen mußt." 1 Et versuchte zu lächeln. Ich wolltk mir doch den Willkomm nicht schon ver? derben, weil ich bald wieder Lebewohl sagen mußte." Sie' schlang die Finger ineinander und ließ sie langsam wieder auseinan? dergleitm. Soll ich mir da meine frohe Nachricht noch zu morgen auft heben? Heute bleib! Dir ja keine Zeit, Dich zu freuen. " Er zog sie an sich. Willst Du sie mir nicht lieber als Trost mitgeben, weil ich Dich schon verlassen muß?" Sie nickte. Du hast Recht!" Und dann zog sie feinen Kops zn sich nieder und flüsterte ihm- in Ohr: Am 18. September soll unsere Hochzeit sein. Das ist mein Geburtstag. Ich werde dann zweiundzwauzig Jahre alt. " Er zog sie statt aller Antwort fester an sich und drückte ihr Gesicht au feine Brust. Sie durfte ihm jetzt nicht in's Auge schauen. Drei Monate noch", sagte er sich und eS war ihm, als lege sich eine drückende Last auf .seine Brust, als würden die Schwingen feines Geistes, .sein fröhlicher Schaffensdrang, der sich erst ln. den letzten, seligen Tagen voll entfaltet, plötzlich - gebrochen. Der goldige Sonnenschein, indem er all diese letzten Tage gewandelt, verlosch sah und um ihn her wurde es grau und trübe; trüber als es je um ihn gewesen, ehe er in die strahlenden Augen seiner Braut geblickt. Melanie hört das unruhige Klopsen seines Herzens. Wie schon der Gedanke daran ihn erregt!" denkt sie mit jubelndem Herzen und schmiegt sich fester an ihn. Arnold, Arnold! Er preßt sie noch einen Moment hes tig an sich, ' dann tritt er einen Schritt zurück. Nur seine glühenden, leiden? schaftlichen Blicke hangen an ihr. Wie schon Tu bist, Melanie! O, es ist zu?iel!" ! Eine fliegende Rothe und eine holde Verwirrung lassen sie noch schönererscheinen. Nicht zuviel, Arnold, aber soviel des Glückes!" Dann ohne seine Braut Noch einmal zu küßen, ohne die Tasse Kaffee anzunehmen, die Hanna soeben für ihn gefüllt, eilt er fort. Er werde erwartet. Es handle sich um eine Bestellung und eine baldiger Hausvater müsse dcrglei: chen ja wohl stets seine erste Sorge zus wenden. Er bemüht sich, das alles mit seinem gewöhnlichen heiteren Ton vorzubringen, : aber das Lachen, mit öem er seine Worte begle!tet, klingt hart und gar nicht heiler. Dann endlich steht er auf der Straße. Er springt in einen der vorübergehenden Tramwaymagcn, aber er verläßt ihn schon an der nächsten Haltestelle wieder. Nun eilt er durch die Straßen, windet sich durch den Strom der Fuß ganger, als gelte eS, fo schnell als möglich ein Ziel zu erreichen. Dann bleibt er wie? der stehen, bis erst der Zusammenstoß mit irgend einem hastig Vorübergehenden ihn erinnert, wo er sich besindet. Endlich hat er den Thiergarten erreicht. Er sucht die einsamsten Pfade auf und läßt sich müde und abgespannt aus eine völlig von. Grün überwölbte Bank sinken.' Er nimmt den Hut ab und streicht mit , beiden Handen über die glühende Stirn. Was war es denn, was ihn hierher getrieben,' ihn von der 'eite seiner schönen Braut verjagt hat? WaZ hatte ' sich denn geändert in dieser letzten Stunde? . Wurde er weniger geliebt, weniger beneidet? Aber der Druck aus seiner Brust wird nur schweur, und um ' seinö'öipDen 'gel)t ein bitterer Zug) während er vor sich hin sagt : In drei Monaten!" Dann starrt er wieder auf den Boden vor sich, minutenlang, bis er sich mit der flachen Hand vor die ' Stirn schlägt : und r ; ; ; mit einem leisen, harten Lachen zwischen den Zähnen hirs vorstößt: Und ich, ,ich' selbst muß es noch beschleunigen! Wozu hat nun meine arme Müttensür mich sö anWlicll ;! ; L 'W -V:::. ' 'iJ;: : , jM 7 gespart und so;;: rastlos gearbeitet, wenn ich setzt auf der, ersten Stufe zur wahren Künstlerfchast, zum , Ruhme, plötzlich darauf Bedacht nehmen soll Geld zu c r bi cii c n ; -sii'i-r vjiiu,!!!;: . cWS Ist der überhaupt noch ein Künstler, der für Lohn arbeitet? Und ich wie sollte ich das je erlernen, für. eine Familie zu sorgen, ich, für den . bisher stets Andere gesorgt, gearbeitet, ae :;.:.! . j i ' i ;: l! f, , üt 4,'. :U !:;.:..;.ii:J. : ' , :;!;. 'ill; ,W ihl!,ji' schallt

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Ja, war daS nicht geradezu . eine Le benöbedingung für ihn? 5r hatte, als er sich Melanie verlobte, von ihrer Schönheit hingerissen, von der Gluth ihrer Liebe berauscht für diese Bedenken weder Zeit noch Raum gehabt. In all' )iesen Tagen bisher war nicht der leiseste Zweifel in ihm aufgestiegen, daß die Zuknnst sich vielleicht doch nicht ganz so sonnig gestalten könnte, wie er sie sich Ntsmalte. Er fand es eben einfach natürlich, ja selbstverständlich, daß das Mädchen, mb ches er sich zur Gefährtin erwählte, neben all den Eigenschaften, die sie ihm liebenswerth erscheinen ließen, auch die Mittel besaß, ihr Zusammenleben so zu gestal!en, wie eS, ihm nun einmal nothwendig

war, um dle Schwingen feiner Kraft frei entfalten zu köilnen, um grade emvor zu streben zum ewigen Sonnenlicht. Ihr Zlntheil an seinem wachsenden Ruhme sollte es sein, daß sie ihn znm Schaffen begeisterte ' und ihm zugleich jene für die .Begeisterung so nothwendige Sorglosigkeit verlieh, alles von ihm fern hielt, was unschön war oder ihn nur an die Unvollkommenhelten des UU dischen Dasein gemahnen konnte. - Das. war die Rolle, die er in jeweiligen Traumen feiner Gattin zugeschrieben, und nun jetzt sollte er die Rolle des Ernährers übernehmen! Die Sonne war cherabgesunken, ein kühler Windhauch strich rauschend durch die Büsche und ein Frösteln ging durch Arnold ikarnow s Körper. Er sprang auf nnd begann von Neuem seine ruhelose Wanderung. Matt und gebrochen trat er spät Abends endlich in seine Wohnung, und er sprach keine Unwahrheit aus, als er am nächsten Morgen durch ein kurzes Billet bei seiner Braut sein Ausbleiben für den Nachmittag damit entschuldigtes er fühle sich krank. Daun lag er auf dem alten Sopha in dem großen Raum, der sein Atelier NS machte, und starrte zur Zimmerdecke hin? anf. Was sollte aus ihm werden? War sein Schicksal unabänderlich, gab es kein Entrinnen mehr? Dlese Fragen be: schäftigen ihn ohne Unterlaßt Plötzlich sprang er auf und warf ün Tuch über die Leinwand auf einer der Staffeleien im Hintergründe, von der ' ilm Melanins Antlitz ln warmer LebensWahrheit entgegen lächelte. ' Es waren nur Anklagen, die jetzt bei 1 dem Gedanken an sie in ihm aufstiegen und dabei mochte er doch nicht in ihre tiefen, strahlenden Augen, auf ihren süßen, kirschrothen Mund schauen, ' selbst Nicht im Bilde. Sie hatte ihn getäuscht, nicht absichtlich, wohl nicht einmal bewußt, aber" doch getäuscht.. Weshalb lag in ihrem Auftreten, in ihrem Wesen etwas von jener Sorglosigkeit und Sicherheit, die man sonst nur bei wohlhabenden, be! reichen Mädchen findet, wenn sie doch nicht zu ihnen gehörte! Er trat -vor die Staffele! dicht am Fenster, aus der ein noch nicht vollendetes Bild stand: sein eigenes Porträt, das er begonnen, um seine Braut damit zu überraschen. Es sollte in ihrem Zimmer stehen um ihre Gedanken noch mehr, noch ausschließlicher an ihn zu ketten. ' s " Narr, " sagte Arnold, zu dem Bilde gewandt, und ein bitterer Zug -entstellte sein Gesicht, konntest Du Dein Bischen Verstand nicht ein wenig mehr zu Rathe ziehen? Sie ist schon, bestrickend schön, aber weshalb küßtest Du 'sie nicht und gingst dann davon. Dir Deine Freiheit zu wahren, anstatt Dir selbst diese goldne Fessel um die Hand zu lege, die eines TageS Dich und auch sie elend machen muß." Er zog mit einer schnellen Bewegung den schlichten Goldreif vom Finger.' Dann legte sich plötzlich ' ein böses Lächeln um seinen ' Mund. War eS vielleicht noch nicht zu spat, um diese Fessel wieder abzuschütteln, wieder frei zu werden nach kurzem Irrthum? Sie würde darunter leiden, Melanie, die sich jetzt voll Stolz und Glück seine Braut kannte, denn sie liebte ' ihn wahrhast, tief Und innig. " Aber konnte er, durfte x daran denken? Wenn er die Fessel zzeiter trug, mußte seine Kunst darunter eiden, seine' Kunst, der er ' zuerst Treue 1 gelobt, nach der' er sich : gesehnt mit jeder Fiber, mit jedem Blutstropfen, um die nicht nur er selbst, sondern auch; seine arme Mutter Entbehrungen aller Art ertragen. Und jetzt, jetzt sollte er ihr untreu werden, nur eines Paares strahlender Augen, eines lächelnden Mundes- wegen? Rein und noch einmal nein! , ;, - V Er rief es unwillkürlich ganz laut und schleuderte dabei den Goldreif, 'den er bisher 'in deWandW fern teste Ecke des geräumigen Zimmers: Um den Gedanken sofort zur That werden zu lassen, eilte er zum Schreibtisch und griff nach der Feder. Doch schon im nächsten Moment ließ er sie wieder fallen. ' Schreiben nein, das war so feige. Er wollte vor sie treten und ihr Einfach bekennen:- So ist es, ich Irtnn iiiffit rtnhpfSife. .""h1"- ',lr:'y ; ..,( . ",.Er, wußte, sie dachte Hoch , genlkg, um ihn zu verstehen. rf! Als wenn er selbst fürchtete, in seinem Vorfatz wieder schwankend werden zu können, machte 'er sich mit fieberhafter ..;,s. "y ' Vall Auni uvgrrtt veccu. 1 ll Es ist besser, wenn gleich geschieht, was doch geschehen muß." Damit suchte er vor 'ft1 jctiVt;;'ci zu; begründen, während er die Treppe hinabriii i ' t! "jf : -i " Arr si ieg. : : :;;:. . .- ;.;- j .:' An der Hausthür hielt plötzlich ein Laut seinen Fuß zurück. Draußen sagte eine helle, weiche Stimme: ,'"Aber war ten -Sie 'ja auf' Antwort; ich bleibe so lange hier unten vor dem Hauzd" f'DüS),warMelDH Vor einer Stunde erst konnte fein Billet in ihre Hände gelangt sein und schon war sie da. trotz des weiten Weges, der ,' ihre 1 Wohnungen von einander schied. Sein erstes Gefühl war, einen IschleÜntze'nßKZNückzug'; Wohnung anzutreten, denn was er ihr zu sagen hatte, war nicht, danach, es inmitten all' des Lärmens und Drängensjaufj ,icc;bc'

Blouse und der rothen Mütze schon ein ! und hinker ihm erschien Melanie schlanke Gestalt in der Thüröffnung. 1 Ein heller Laut des Erstaunens kam von ihren Lippen, dann stand sie vor ihm, hielt seine beiden Hände in den ihren und ihre Augen ruhten auf ihm mit einem Blick so warm und innig, wie ein Kuß. Arnold, da bist Du fal Also, suhlst Du Dich besser, nicht wahr? - Er nickte. " " Aber wohin wolltest Tu jetzt?" . Zu Dir. Ich hielt es nicht' irnchv aus." ' ' , . " ; Du hieltest es nicht mehr aus ohne mich? O, du Lieber Guter! Aber nun komm mit mir hinaus in den Sonnen-

schein! Wir benntzen den nächsten Wagen znm Thiergarten und gehen dort ein wenig spazieren. Um diese Zeit findet man noch menschenleere Partien darin. Und hier hast Du auch meinen Brief und Strauß," dabei wandte sie sich' zu denr;i Dienstmanne, nahm ihm beides aus der Hand nnd verahschiedete bn dürch 'eitt kurzes Zeichen dU ich Dir sten, senden wollte. Der Brief freilich ist nun überflüssig geworden,., läßr sich doch , Alles tausendmal besser sagen als schreiben. Willst Dn ihn dock Noch lesM" fragte sie dann, als Arnold nach, denr Briefe griss nnd ihn in die Tasche schob.' , Ja, draußeü im Thiergarten.' r Aber den Strauß - welch köstlicher Duft den will ich doch noch hinauftragen in ' ' cl c "7. i 'r l mem Atelier, damit es ein wenig hetterer.aussieh wenn ich heimkomme." Sie nahm ihm die Blumen aus der. Haud. Bitte, laß mich gehen! Gieb mir den Schlüssel., Dn siehst noch so angegriffen aus und für mich ist es eim Kleinigkeit, die Treppen hinaufzufpringen. In zwei Minuten bin ich wicdn da. ' ' ' ; Sie eilte leichtfüßig hiiiauf und t stand unten und schaute ihr nach Es ist vielleicht besser so," sagte er leise für sich, im Thiergarten draußen wird es sich leichter sagen lassen, als in ihrem Zimmer, und auch das AuSeinandergehen wird weniger schmerzlich sein Da stand sie wieder vor ihm, hoch athmend von dem raschen Lauf. Nun komm," sagte sie mit einem Blick voll inniget Zärtlichkeit, ' laß Dir die Sonne in's Herz hinein scheinen nnd die Wolken von der Stirne verscheuchen." ' Damit schob sie ihren Arm in den seinigen. . Arnold schaute ihr in das lieblich geröthete Antlitz: ' Wie schön sie war! Und sich schnell abwendend, sagte er gepreßt: Gchcn'wir." Er wollte den Zauber ihrer unbewußten Schönheit nicht auf sich wirken lassen, um stark zu bleiben. Aber zu seiner Qual bemerkte er, als sie mit einander schweigend durch den Lärm und das Getümmel der Straßen schritten, wie die Blicke der Vorübergehenden mit unoerhülltcr Vewunderung der schlanken, ' hohen Gestalt Mclanics folgten, wie gar mancher seinen Schritt mäßigte um einen Moment langer in ihr süßes, holdseliges' Antlitz zu ichaucn. Auch manch leise geflüstertes, entzück tes Wort drang an sein Ohr, schmeichelte wider Willen seine Eitelkeit und zwara ihn, in die strahlenden Augen seiner Braut zu schauen, die mit Unendliche? Zärtlichkeit zu ihm aufblickten. Utofc wunderbar, vor dem Glanz dieser blauen Sterne verschwanden die Sorgen und Qualen der letzten Stunden, wie Nebe! vor der Sonne. 1 Da schwenkte auf der. anderen Seit der Straße Jemand seinen Hut, und auch Arnold lüstete mit verbindlichem Lächeln den seinen. Wen grüßtest Du?" fragte Melanie, mahrend ihre Augen suchend über dii Fußgänger drüben glitten. Wahrend Arnold dann erklärte: Herrn von Raumer, einen Kunstmäcen, mit dem jeder Künstler, der irgend ein Bild zu verkaufen hat, auf möglichst gutem Fuß zu stehen trachtet" iflog eine zornige Nöthe über Melanics Ge sicht, und unwillig wandte sie die Augen ab. - Was hast Du?" fragte Arnold verwundert. ' Sie zog die Augenbrauen zusammen: teuitt dr Herren dort drüben hat sich schon einige Mole auf offener Straße ziemlich ausdnngllch und unbescheiden zu mir benommen. Ich bin nicht ganz sicher, aber nach der Art zu urtheilen, in der er mich jetzt wieder anstarrte, mu er es fern." Welcher?" kragte Arnold erregt. O, jetzt ist es gleichoiltig," entgegs nete Melanie, Deiner Braut kann der gleichen ja nicht mehr begegnen." - Dann bogen sie in die stillen Pfade des Thiergartens ein und Melan begann ihr fröhliches Geplauder, indem sie den nichtigsten, alltäglichen Dingen einen Nnz zu verleihen wußte, 1 und das auch den letzten Schatten von Arnolds Stirn schwinden lle. Anstatt, nachdem sie sich auf einer versteckten Bank niedergelassen, Abzchied von Melanie zu nehmen, getreu seinem mühsam ' erkämpften Vorsatz, lehnte er seinen Kopf an ' ihre 'Schulter; preßte ihre schlanke Hand gegen seine klopfende Schlafe und siutLerte- O, Melanie. wie schon Du bist und wie ich Dich liebe!" ".' :x??f . Als Arnold Skarnom einige Stunden später sein Atelier betrat lag wieder ein glückliches Lächeln auf ' seinem ' Gesicht.' Er neigte ' sich nieder ' und berührte leises mit. seinen Lippen die Blumen, die Melanie i hm gebracb t. : D ann, den H ut a us den Tisch werfend, sing er an, den weiten Jkaum mit langen Schritten zu dürchmeffenl Je länger er, aber so auf' ' ; , 4- ',5 .VWi. " :r' "'" ;,( 't"'!' V "'?! und Nieder schritt, dejto mehr trübte nch sein Blick. Wenn tx spater durch seine Bilder nicht mehr klingenden Erfolg erZangralsetztM wa willkürlich schweifte sein Blick über eine Reihe .vollendeter Gemälde, welche die Wände seines eigenen Ateliers schmückV" "f'i :fe:i:i'l';:!!,: .'.;" ": krv r.n,, . ten, statt rrgcnd einer Sammlung beigegeben zu sein. Weshalb war eS ihm nichts möglichKäu Wurde nicht Schlechteres bewundert und gekÄft?MMMM! MMlWWMUWllunWM

darauf erschien eine hohe MZnnergestalt

mit verlebten Zügen und vornehm nachlässiger - Haltung' in den Rahmen derselben. , ; - . Ah, Herr von Räumer," sagte Arnold sichtlich erfreut, . ,waS verschafft mir die Ehre?" Dabei ging er. dem Gast entgegen nnd reichte lhm, wie einem alten Bekannten, die Hand. Et niin, lieber Skarnow da mein Weg mich gerade vorüber führt,' mußte ich Sie doch wieder einmal in Ihrer Hohle aufsuchen, mm ein Viertelztundchen der Weihe der Kunst theilhaftig zu werden. ! Ich ho fse , freilich kaum, Sie zu Hause zu treffen, da ich le vor etlichen Stunden erst unterwegs gesehen. Dabei streckte er sich behaglich auf das alte Sopha und zog langsam die glättzenoen Handschuhe ab. - Ich habe ein anderes Arrangement der Gemälde in meinem Arbeitszimmer vorgenommen und nun ist da eine Lücke, die mich verdrießt und die auszufüllen Sie mir gewiß behülstich fein können. Sie kennen ja meinen Geschmack: viel Realismus mit ein wenig Phantasie. Andächtige Madonnenaugen, schwellende Lippen und runde Schultern. Rnn.Sie wissen ja. Ihr Name, mein lieber Skarnow, ist übrigens an meinen Wänden noch recht spärlich vertreten. ' Dem Mangel müssen wir abhelfen." Große Ehre, Herr von Raumer,", entgegnete Arnold, dem diese Worte seine ganze Fröhlichkeit wieder gegeben, daß ein Kunstkenner, wie Sie, das überhaupt als einen Mangel bezeichnen kann. " Skarnow, keine übergroße Vcscheidenheit, ?Sie kennen doch das Goethefche Wort? Machen Sie mich lieber mit den Kindern Ihrer Muse bekannt. Ich sehne mich darnach, wieder einmal etwas zu bewundern. " ! . Damit erhob er sich, trat vor eines der Gemälde, die Arnold vorher mit so trüben Blicken gemustert, und betrachtete es genau. Sehr hübsch, sagte er nach emn geraumen Zeit. Wenn ich verheirathct wäre, würde ich es in die Zimmers meincr Gemahlin hangen, gegenüber ihrer Chaiselongue. Aber für mich persönlich ich brauche etwas 'kräftigere Nal)rung. Die Gestalt der Esther dort wäre mir schon lieber wenn 'Sie ihr nicht gar so viel umgehängt hatten ' Die beiden Schelmengcsichter' der badenden Mädchen hier aber, die sind köstlich, wahrhaft köstlich. Die müssen Sie mir überlassen, Skarnow, oder haden Sie etwa kein Verfügungsrecht mehr darüber?" O ja. Herr von Räumer, und wenn mein Pinsel so glücklich war, damit Jhxen Beifall zu erringen, fo " . Keine Redensarten. Skarnow", unterbrach ihn der Andere, jedoch nennen Sie mir gefälligst den Preis für das Bild." Als der junge Maler diesem Verkam gen nachgekommen, nickte Jsidor von Räumer. 'Sehr wohl! Gestatten Sie, daß ich Ihnen einen Eheque über die Summe ausstelle, oder darf ich Jhnen die Mühe des Einlöscns nicht ZU! muthen?" O, die Sache hat aber durchaus keine Eile." . Ich beschwere mein Gedächtniß nicht gern mit dergleichen." Dabei ergriff Räumer eine der Federn auf dem Schreibtisch und füllte mit wenigen, schnellen Zügen ein Formular, das er aus seinem Ehequcbuche löste, aus. . In Betreff des Genrebildchens dort, sowie Ihrer Esther würde ' ich Ihnen rathen," fuhr er dann, die Feder niederlegend fort, dieselben in den Salon zu schicken. ' Es sind nicht alle Leute wie ich, daß sie fünf Trepp: nicht , scheuen, um etwas zu finden. Die meisten gehen , in den Salon. Löschwitz zum Beispiel, her eben , im Begriff steht, sich in Wilmersdorf draußen eine Villa einzurichten, wäre ganz der Mann für das Genrebild. ! Er liebt es, seine junge ' Frau ;?itti; i'mtti p 0s i r$eüt atteit' Dingen zu umgeben, obgleich die schone Annuschka, fürchte ich, nicht eben allzuviel Geschmack an dieser Richtung findet, ch . werde Löschwitz jedenfalls auf Ihre Bilder aufmcrkfam .machen. , Er traut mir einiges Urtheil zu," Arnold wollte ein paar Worte des Danfts sagen, , Herr von Räumer ließ ihn jedoch nicht dazu kommen. Er fuhr in seiner vornehmen, nachlässig liebcnswürdigen Art zu plaudern fort: ' WaS halten Sie dann da fo neidisch den Blicken verborgen? Ist eS nicht erlaubt, den Schleier zu lösten?" Damit hatte er einen Zipfel des fast die ganze Staffelei verhüllenden Tuches ' ergriffen. Einen Augenblick war es Arnold, als müsse, er diese Hand zurückreißen, im nächsten machte'er jedoch schon eine einladende Geberde. ,! ,Äh! Skarnow, welcher Gott hat Ihnen dies Bild im Traunle - ßezeigtF wer Ihre Phantasie begnad et, so ;; c twas zu schaffen? Das ist eine Marchengestatt voll vollendetster Lieblichkeit " i ::; -5,? r?s ; "m m..? '! ; ' " "-v ; ;. ' u w i n n v h k i :': i-:; ;; . Wie, , diese lachenden ' sonnigen Augen, diese schwellenden, feuchten Lippcn, dieses goldglänzcnde Haar? Skarnow, wo in aller Welt haben Sie das Modell aufgespürt? Das ist rincG entzückende, eine .hinreißende, eine süperbe Schönheit! ' i 1 1 Der junge Maler weidete, sich an dem Enthusiasmus ' deö " Mannes " vor , ihm, der doch allgemein für einen Roue galt. Was gehörte dazu, ihn dermaßen zu begeistern ! : : ,; ' iZ tf ;:fe;ä;i!;; Wie diese ungestüme Bewunderung . ii trti '';.. r"'.r. ' :,?,c "jt. Wl ?y !dky'iM,; seiner vriiciicii jainciajciic uno wie; ne, ihm plötzlich dies Antlitz noch holdseliger ii !.., V!':7V';, " i-'ii iliiiwii:! i i 7-,t ( ni';!i'k :r i erscheinen I tc u al s ,e zu o o r ! Aus d ; efen fonnigen HimmelSaugen lachte ihm Lies beSgluth entgegen, diese schwellenden. Lippen boten sich seinen. Küssen, , in ': die duftige Fülle dieser goldigen Locken durfte er Gesicht und Hände tauchen, so oft er vmi ;!!'.;: ,,;; iii,,,.- ,.,5 ; ; .ijä.fiiii'hiiKiiwii!!!:;!!!;!,: , ' 'if:M iAtn; Ui, s Ein volles, .JnntgeStflÄaeffiit' n 1 ';!lV"'i , , ;;,, i j r' K"i:..l; ,,;' ' 1 i!l iJlji' i;' , ' 1,1 . O ,1 . ,,, i überkam ihn und so blickte er halb , mitleidi aj hol b j; spötti sch an f den Mann an seiner Seite, dessen schlaffe- Züge - sich plötzlich belebt hatten und der, den Kopf vorgeneigt, die Schönheit dieser Mäd i!l!'!!iliiiii;!iii"'i mZ Lillli iilli!lll!sll IIW Illi&ililliii!!!!!!;!!! Ii

chengestalt mit dett Blicken trinken z vollen schien. Skarnow!" sagte Jsidor ron Ran, mer und ergriff den Arm des Malers, ohne die Augen von dem Bilde zu wenden, Skarnow, dieses Bild müssen Sie mir überlassen. Ich zahle Ihnen jeden Preis dasür. " Ich sagte Ihnen bereits, es ist ein Portrait." Portrait oder nicht! Sie können eini Kopie anfertigen. Ich verspreche zIhnen, das , Bild nicht meiner kleinen Sammlung beizugeben, wo es allen fremden Blicken ausgesetzt ist. ES soll in meinem Kabine! hangen, das selten, oder nie ein Fremder betritt." Um so schlimmer," murmelte Arnold. Räumer aber hörte nur die Weigerung auS diesen Worten. Sie wollen nicht? Weshalb? Fürcht ten Sie, eine Jndiscretion damit zu begehen? Nun, so will ich Ihnen noch einen Vorschlag machend Malen Sie dieses Portrait als Hauptfigur in eine Art Genrebild und überlassen Sie mir das. Warten Sie, ich habe eine Idee! Die Poesie schwebt, von ihren goldglättzendcn Locken wie von einem, Mantel umwallt, aus dem Dickicht die üppig wuchernde FrühlingSpracht einer Wiese, aus der der Thau im Sonnenlicht glänzt. Eine glitzernde Schlange ringelt sich um ihren Arm, die Blumen neigen sich grüßend vor ihr und Tauben, Raben und buntschillernde Falter fliegen ihr zu. Aber Sie wissen das alles ja viel besser, als ich es Ihnen mit aller PH antasie,i deren ich fähig bin, je beschreiben könnte. . Doch Sie : bleiben stumm. Haben Sie gar nicht ein wenig Beifall sür meinen Gedanken? Es gehört beim Blick in diese tiefen, glanzvollen Augen freilich nicht viel Geist dazu, darauf zu kommen." Ihr Gedanke ist vortrefflich!" sagtt Arnold nachdenklich. - Wahrhaftig, das ist die verkörperte Poesie. Aber Zweifeln Sie, daß Sie die Dam bewegen werden, Ihnen noch einmal zu sitzen?" Ein eigenes Lächeln ging über daö Gesicht des Malers.

O nein," sagte er, denn sie ist meine Braut." Ach!" Ein Zug der Befriedigung ging Über Ranmerö Gesicht. Die spröde Schöne war Skarnows Braut. In Zu kunft also würde sie auffindbar und erreichbar fein. Es lohnte sich wohl sogar,, sich zu der Rolle eines Hausfreundes zu bequemen. Erst galt es, ö,e Freundschaft des Mannes zu gcwin nen. dann das Her; der Frau. Sie Bencidenswerther," sagte er darauf, las sen Sie mich Ihnen Glück wünschen. In diesem Falle wird es Ihnen ja e,n Leichtes sein, meinen Wunsch zu erfüllcn. Für welche Zeit ist Ihre Hochzeit angesetzt." Mitte September. Ich könnte demnach noch in diesem Jahre aus Vollendung des BttdeS zäh lcn, nicht wahr?" Er wandte sich ein wenig ab und zog von . Neuem -sein Portefeuille hervor; dadurch entging Arnold das saunische Lächeln, mit dem er seine Frage be gleitete. , Vann reimte maumcr mm einen Vlanco-Cheque. Zum beliebigen Ausfüllen und Einlösen", sagteer jetzt wieder mit seiner vornehmen, liebenswürdigen Art, denn Sie werden .selbst den Werth JhrcS Kunstwerkes am besten beurtheilen Ionnen, ebenso wie den Zeitpunkt, an dem Ihnen das Geld am gelegensten kommt. Arnold wollte Einwendungen machen. Der Gedanke war ihm zuwider, Mclanicns Bild im Besitze dieses Mannes zu wissen. Ehe er jedoch recht zu Worten kommen konnte, hatte sein Gast ih.i verlassen und er stand, die beiden Eheqncs in . der Hand, vor dem : Bilde seiner Braut. ; Schnell schwanden feine Be denken und mit übermüthigem Lachen, dem Bilde eine Kußhand zuwerzcnd, sagte er laut zu demselben: Das Schicksal wollte mir in GcstUt dieses Räumer , die ' aanie Thorheit meiner selbstquälerischen Bedenken zeigen. O, Melanie, Du und mit Dir das Glück!" Dabei legte er sorgfaltig die beiden EhequeS in sein Portefeuille. - Als cr .weniae Stunden später in den traulichen, altmodischen Zimmern wieder an der Seite, seiner Braut saß, schlang er den Arm fest um ihre Schulter, legte ihren Kopf an seine Brust und flüsterte in die rosige Ohrmuschel heiße Worte der Liebe und' die stürmische Bitte, den Hochzeltstag zu beschleunigen. '" Wie lange noch bis zum September! Fühlst Tu denn gar nichts von mehrn 1?n,,sn ' - Erröt hen gen zu ihm aufblickte neigte er seinen Kopf noch naher zu dem ihren und flu sterte: Dn sollst nicht allein meint Muse, Du sollst auch mein Modell sein, Lany." . , ; ;A Das junge Mädchen richtete sich ver: wirrt aus feinen Armen auf, strich im! beiden Händen das , schimmernde Haar auS der Stirue und rief der eb.'n eintretenden i , Schwester entgegen: ; Hanna, höre nur, wie undankbar Arnoid ist. Wir glauben, , allts Mögliche gethan zu haben indem wir, den Hochzeitstag für den September festsetzten und er, anstatt sich zu; freuen, : beklagt skch.v,daß es ,63l;L;. jitt pc ; t -vj D'l ä ngcBaiift' ' rKomm', laß' uns noch einmal überleoen, ob eS sich nicht früher einrichten Iät. ,: , ';:;''.: -" - : - ".. . ;ii ;'" '': : I ii in 5 !! !!;:::.: :( "jl'vii!' ' f , r ' -' ' ir m ": ': l-mN": ,i.,lKf f ' '"'f ; ' ' m SC ! : Ii'!'' : ? - " ' 'L (Fortsetzung folgt.) Ein Zeitungejunae von

ic bei seiner Frage unter heißem! brackt, m taetkeilt: Obers-runda U

,; mit großen, sehnsüchtigen Au U, dortbin aekommen war. wrackte mir

Mobil, Alabam ist vor Kurzem so glück lich gewesen, beimWettrennen bedeutende Summen zu gewinnen. Es ist eine schlechte Sorte von Glück", durch wel ches einem junge gebracht wird, er sei pfiffig genug, feine,. Lebensunterhalt zu verdienen, ohne daß er nöthig hat zu SarbertenMDü: 'ch derartiges Glück" wird er wahrfcheinlio zum professionellen Spieler ausgedilde: und wenn , ihm alsdann das (gluck c'u. mal beh'Slütfeir'kcBÄtbsthh nitf Itfh rrn Jtn isiZ BZiSiiiPiiZAZSiiiS njuiiicy. arm Kiii.;1

Anieriksnsfcher Humor. A u s d e r G e Z ch ich t Sstu nd

Lehrerin: Weshalb ging Washington über 'den DelawareN Mathilde : Weil er auf der anderen Seite ctwa-5 zu thun hatte." Logik. -Mrs. V., szu ihren Gatten, der wie gewöhnlich. ,stark anae, . heitert, am frühen Morgen 'heimsehrt): Es nt ein Skandal, wie du's treibzt! Aber du muß nur dir selbst Vorwürfe machen. Ich hab cö dir ozt genug sagt, daß du durch Leichtsinn deine Tage zn unverantworttMcr Wem miuneik Mr. B.: Ganz richtig, mein Kind! Aber siehst du denn nicht, wie ich uieme Nächte verlängere?" Aus eineMPrshibitions staat. JoneS (in New York) : Sie ha den ao m Des Momcs, Ja.,'emeApv theks aufgethau, Herr Doktor? Dr. Pille: In der That! und mache g!än zende Geschäfte. Meine Rereptur hc lief sich an einem Tage der. vorigen Woche auf über hundert Dollars, und da rechne ist die 7S Cents nicht einmal mit. welche an den verkauften Arznei Mitteln verdient wurden." Wunderbarer Schnupfen. Der kleine Willy (hat sich beim Spielen auf der Strafe einen gehörigen chnu pfen geholt und läuft nun, heulend, zu seiner Mutter : Meine beiden Augen regnen, und die eine Nase will nicht ge hcn!" Im B n ch l a d e n. Kunde: Ich biete einen Dollar für das Buch hier. Mehr ist es nicht werth, keinen Cent mehr." Clcrk: Ich " Kunde (ihn unterbrechend) : Ein Dollar, oder ich gehe " Elerl (rasch): Wie Sie wünschen! Danke sehr! (ruft): Eash! Ich wollte nur sagen, daß der Ladenpreis dieses Buckes 75 Cents beträgt, aber Sie ließen mich ja nicht zu Worte kommen." Fortschritt. Aclterer Dculff. Amerikaner: Run, junger Freund, haben Sie ordentlich Englisch gelernt, seitdem Sie in dein amerikanische Boardinghause Quartier genommen ha ben?" Grünhorn: Na, danke, es gebt! Die Leute verstehen mich aller dings noch nicht, wenn ich rede, und ich kapire auch nicht so recht, was die An deren sagen. Aber ich bin jetzt. Gottlob. doch so weit, daß ich mich selbst ver stehe, wenn ich Englisch zu sprechen an sänge." Keine gute Partie. Lnlu: Aber ich begreife nicht, Nellie, wenhalb Du Mr. Watson ausgeschlagen hast! Es ist ja ein offenes Geheimniß, daß er um Dich angehalten hat. Nellie: Ich hätte mit emem Manne, wie Mr. Wat. jon, niemals glücklich werden können." Lnlu: Mit einem Manne, wie Mr. Watson! Ich bitte Dch, Nellie! Mau jagt ja allgemein, Mr. Watson sei absij lut fehlerfrei. Nellie: Das ist es ja eben! Mit einem fehlerfreien Manne in meiner Seite, wäre ich die unglück lichste Frau von der Welt. Komparation. Schüler: .Positiv: krank Komperatin: krän ker Superlativ: t?)t!" DieKlasse -st starr, und der Lehrer sagt blos: Finder, fünfsehn Minuten Pause für lal Begräbnis;!" In der Avotheke. Kleines Rädchen: Bitte um em Viertelpfund pusten-Bonbons." Provisor: Sind ie für Dich, mein Kind?" . Kleines Rädchen: Ja, die Vonbons sind für nich, aber meine Großmama hat deu husten." Guteskath. Wählst Du eine Frau, vergiß nicht, o Mann, Zu erforschen, worüber sie ; sprechen kann; Und macht Dich das Sprechen ihr wohlgeneigt, Dann erforsch' noch genauer, worüber sischwegt, Alb. R oder ich. Aus einer der sog ena n nten Bierzeitungen", welche hausig eine Fülle srischen jugendlichen Humors ent halten, wird dem Hannover' fchen Courier nachgehender Scherz über das Schmer ienskind der Wumnasiasten. den lateinl chen Aussatz, von Einem, der es trotz alles 1 4. T-if-ri a.tt J:.:' t ' . . 1' ... außer vielem Anderen auch ganz beson verS den lateinischen Aufsatz. Welcher, wie er gemacht wird, laßt uns kurz it , : betrachten. Und zuerst zwar wird von ! vovnberein gesagt, daß er inicht Mrdm, dürfte, wenn nich! zwei; Seiten lang, i Wie? wird nicht sür die Einleitung i! ? - ' "( V''1 ' "; iL . l ' ' u 'k eine Lange von Höchstens zwei patzen gestimmt? Wie? was sagst 'DünbeK dazu, daß sestgesetzt wird, wie oft jede Phrase eine Dir anzuwendende ist dies so ist, so könntest Du argwöhnen, daß in jedem Aufsatz eben dasselbe tt finden ist, oder , meinst Dnetwa,aß im geschehen könne, daß Äioii eigenen ' Gedanken noch einen auf zwei Seiten drängt? Dies, ,Wenn.SJemanddn "jjL.-'ctimf,'t . 'lir- jt-ii-türft UU'Ul IjUliC, V IVUiC Ci ClllCi yCiCC14, dem groß werden sotten oder muffen. . Ich über fcöals oft'Zescrieben'W daßeW solche? Ä istelch ifprechc iticht barjon; daß er eigen! liDkclneMZwcckKh Zch.laßgefundett nicht einsehen. NachdemJichlWese ! 3 f ä'.t'ii 's' i ' Wl : . :-1 K M ' . Z V machen auseinandergesetzt habe, scheine ich mir genug gezeigt zu haben, welche so ,': große , Bedeutung ein lateinischer Aussatz hatMttnd ?nun k vollends, wel$m,::bite Teutsche ausübt, wer ist, der dies nicht 0

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