Indiana Tribüne, Volume 14, Number 168, Indianapolis, Marion County, 8 March 1891 — Page 7
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Sie aiscrtage von Erfurt.
Nach den NemoZre 5UeYe. liuen der glänzendsten' .Äb schnitte aus den Memoiren Talleyränds bildet Unstreitig das" Stuck, das der Herzog von Broglie vor ein paar Tagen in der Akademie verlesen und dann durch , den Correspondant" veröffentlicht - - hat. Es handelt von der Kaiserbegegnung in Erfurt. Talleyrand hat die Geschichte jener glänzenden Tage mit größer Liebe geschiloert und läßt uns !, hier in der That etwas hinter die Coulissen der Weltgeschichte, sowie in das geheimste Eabinet des großen Korsen blicken. Daneben ist das Stück noch von besonderen Interesse sür die Teutschen, ÄesÄ wegen es hier, nach seinen wesentlichen Bestandtbeilen skizzirt toerdenolltI H In Erfurt wollte Napoleon bekanntsich den russischen Kaiser für seine Pläne gegen Oesterreich gewinnen, und Zwar ohne selbst viel einzusetzen. Er legte daher das Hauptgewicht darauf, den Zaren persönlich sür sich einzunehmen, ihn durch den Glanz seines Aufrrctens, Feste, Theater u. s. w. zu verblenden und durch. Freundschaftsbetheuerungen . äüx seine Meite n! Ziehen! Napoleon erscheint hier, wie ihn Taine geschiloert hat: Alles im Vorans überlegend und berechnend, nichts dem Zn fall überlassend und auch um das Unbedeutendste besorgt; daneben ist er der vollendetste Schauspieler. - So genau wie Talleurand hat , ihn l Taine aller? dings nicht sehen lassen. Eine Hauptsorge Napoleons war da! Theater. Er selbst gab dem damaligen Tirector der Cömedie francaise, dem Schauspieler Dazineourt, seine Jnjtrac tionen. Talleyrand verzeichnet bei die ser Gelegenheit folgendes Gespräch: Wissen Sle, Dazincort, daß ich nach Ersurt gehe? Ja, Sire. Ich mochte, daß die Comedie francaise auch hingeht. Soll sie dort Komödien oder Tragödien aufführen? Ich will nur Tragödien habeic Ew. Majestät wimschen jedenfalls ein hübsche? Schau? spiel? Ja, unsere besten Stücke. Sire, da könnte manAthalie" geben. Athalie"? Gehen Sie doch! Siebegreisen, mich nicht! Gehe ich denn nach Erfurt, um diesen Teutschen einen Joas in den Kopf zu setzen? Athalie"! Was das dumm ist! Lieber Daziw court, genug davon! Benachrichtigen Sie Ihre besten tragischen Schauspieler, daß sie nach Erfurt gehen sollen; den Tag der Abreise und die Stücke werde ich bestimmen. Gehen Sie ! ... . Was die alten Leute bornirt sind! Athalie! Es ist wahr, es ist meiu Fehler; was brauchte ich sie zu fragen? Ich brauche Niemand zu fragen! ätfcnn er n:ir wenigstens Cinna" genannt hatte! Ta kommen Stäatsaklionen .vor, dann eineScene des Edelmuths.was immer gut ist. Ich kann fast' der. ganzen Einna- aufwendig. Säger .Sie, Nemusat, heißt cs nicht im Eirrna" : Alle diese Staatsverbrechen, für eine Krone begangen, wird der Hinv mel uns verzeihen, wenn er uns dik Krone verleiht!" Remusak bestätigte, daß die Worte aus Eirnrn feien, wo' rauf Napoleon fortfuhr: , Wie heißt e iiur weiter? Holen Sie den Corneille! -Sire, es ist nicht nöthlg z ,ch kanr .die Stelle auswendig. Es heißt weiter Und an jener heiligen Stelle,' wohn der Himmel ihn setzte, wird das Ler fangen gerecht und alles l Zukünftige erlaubt. Wer dahin gelangen kann, der kann nicht schuldig fein; was e, auch that oder thue, er ist unverletzlich' Vortrefflich ! Ausgezeichnet, namcnt lich für die Teutschen, die' immer ar alten Ideen hangen und jetzt noch von "Tod des Herzogs von Enghicn reden? Man muß ihre , Moral erweitern. Ick sage dieö nicht für den Kaiser Alexan der, denn um solche Dinge kümmert siä ein Russe nicht ; fondern das ist gut fü? Menschen mit melancholischen Ideen, von denen Teutschland voll ist. Mar wird clso Cmna" geben; das ist daStück für den ersten Tag. Remusat sehen Sie zu, was ma an den anderer 'Tagen- geben konnte knntf berichten Si mir darüber. S!re, wollen Ew. Maje stak, daß einige Schauspieler in Paris bleiben? Ja, Stellvertreter. Wa gut ist, nimmt man mit. Besser zu viel, als zu wenig. ,h Nach dieser Richtung wurde Alles auj's Beste vorbereitet. Am 27. Septembcr, um 10 Uhr Vormittags, zog L!apolcon in Erfurt ein. Eine unge heuere : Menge" erzählt .Talleyrand. drängte sich von nun ab m den Stra ßen um seinen Palast. , Jeder wollt! ihn sehen und sich Dem nähern, welcher über alles verfügte: Throne und Elend. Befürchtungen und Hoffnungeil. ' Dtt drei Menschen, die auf Erden die größ tcn Lobpreisungen erhielten, sind Aw gustus, Ludwig XIV. und,, Napoleon. Zeit und Talent baben den Lobreden ri . t "(i , i,:: eine rerzaz:coene orm gegeoen, aoer ?m Grunoe tt es Die namuche Sache. Da mein Platz als Großkämmerer mich ,t die gezwungenen, simnlirten und zuwci' len auch aufrichtigen Huldigungen, die ' Napoleon dargebracht wurden, in der Nähe Zehen ließ, so bekamen sie in m?!nen Augen eine wahrhaft ungeheuerliche Dimension Die Erniedinzung hat nie mals so viel Genie cntsallttz sie ver stieg sich sogar zu der Idee, eine 'Jagd auf dem Terrain zu veranstalten, aus Welchem Napoleon die Schlacht von Jena gewonnen hatte. , Eine Ebermetzele: sollte dem Sieger den, Erfolg dieser Schlacht in Erinnerung bringen. Mehrere Ä!ale mußte ich bemerken, daß, je mehr man aus den Kaiser erbost war, desto mehr matt . seinem Glücke huldigte und seine hohen Geschicke pries, die ihm. wie man sagte, vom Himmel beschickn waren. Ich habe in Erfurt nicht eine einzige Hand gesehen, die edel über das Fell des Löwen gestrichen Z'ätke' ' ' " fim . Aber nicht allein Könige und Fürsten (amen nach Erfurt, sondern auch die deutschen Literatnrgrößen von Weimar, darunter' NämenttichMöethe,ündWie land. Für diesezeigtc Napoleon ein
' beZond er die Liste der neu angenommenen Fremden durch, , und als er darauf eiw , V't " 'trt ' l t" t Cr! mal den Namen Goethe fand, , nen er diesen sofort holen, s Talleyrand theilt ausführlich das Gespräch mit, das beidt Männer mit einander führteu,' und füg! bei, er habe es sofort 1 1 niedergeschrieber und nach den ' Angaben Goethes selbx ergänzt. Man wird diese Angabe mi etwas Mißtrauen aufnehmen muffen, denn nicht blos gibt Goethe in seinen , Bericht über die Zusammenkunft ein anderen Inhalt des G esprächs. sonder, er sägt auch, daß Talleyrand sast immo abseits gestanden habe, , so daß er da; Ganze nicht hören t konnte; davon, das er Talleyränds Bericht habe ergänze, helfen, sagte Goethe nichts, und das if b el sein et cft a iii 3 seit i i ii allen Dinge, immerhin auffallend, ß ' Das.Theater von Erfurt war in de ' That ein Parterre von Königen" Talleyrand beschreibt das Gcdräng, recht anschaulich. Dle gespielten Plück. hatte Napoleon sehr raffinirt mit, stete, Beziehung auf sichß äusgewäblt. ,,Allt Stücke", schreibt Talleyrand, warer den Heroenzeiten oder den großen Er, eignissen der Geschichte entnommen, Napoleons Absicht bei der Vorführung derselben war, den gesammten deutsche Hochadel, der ihn umgab, mittels bet Einbildungskrast in andere Regionen zr verpflanzen, wo Männer auftreten, die durch sich selbst etwas wurden, wunder bare Thaten verrichten,' ein Geschlecht gründeten und von den Göttern abzustamme behaupteten." In allen Stücken gab es Beziehungen auf die Gegenwart und auf Napoleon; der Haß des Mithridates gegen die Römer erinnerte an den Haß Napoleons, gegen die Engländßr'Und In her Jvhigenie? wimmelt es von'iMuhm,' Unsterblichkeit, Schicksal u. s. w. Talma hatte ausdrücklich Befehl, die bezüglichen Stellen mit. Nach druck vorzutragen. Er kam dem Befehle sorgsam nach, und es war Niemand im Parterre der Könige", der ihn nicht verstanden hätte. Das Leibstück Napo leons war der Mahomet". : Schon im crsten Akte bei den Versen: Zllle Sterblichen sind gleich ; nicht die Geburt. Die Tugend allein macht den Unterschied. Es gibt Geister, die der Himmel begün stigt, Die Alles durchsieh selbst nicht durch, die Ahnen sind. ' So ist der Mann, den ich zum Herrn , : :; mir erwählt. Er allein in oer ganzen Welt verdient es zu sein, Und jeder Sterbliche muß seines Tags ihm gehorchen u. s. w. richteten sich die Blicke Aller aus ihn; die Schauspieler hörte ' man, aber ihn sah man. an. Und an einer andern Stelle mußte jeder deutsche Fürst die Anwendung der Verse machen, die Lafont mit eindringlicher Stimme sprach : Seht das römische Reich; es sinkt aus allen Seiten, Ein Koloß, des gesprengte Trümmer Dahinsiechen, ohne Halt, ohne Ehre und Leben, j Auf dieser Trümmerwelt laßt uns Ära bien bauen! Ein neuer Kult muß sein, und neue Bande, ; Ein neuer Gott für das blinde Weltall U. s. W. : f Hier wurde nicht applaüdirt, desto mehr aber bei folgenden Versen: Wer hat ihn zum Könige gemacht? Wer ihn gekrönt? Der Sieg! Aber dem Namen des Eroberers und Triumphators Will er beifügen den Namen des Frie- , iriife Beim letzten Verse zeigte Napoleon eine wohlberechnete Bewegung, die sa gen sollte, daß man hier die Erklärung seines ganzen Lebens zu suchen habe. Eine ähnliche Bewegung zeigte er, als Saint-Prix in Eäsar's Tod" mit besonderem Ausdruck voch Sulla sprach : "';! ,:- ' v ' "'"''f' : jj Er war ihr Schrecken, ich will ihr Entzücken sein ! Aber nicht blos für das Theater bereitete Napoleon Alles sorgfaltig vor, sondern auch sür alle Gespräche. Niemuls kam er in Verlegenheit,' immer hatte er etwas Besonderes, und wenn er nicht antwort wollte, hatte er tausend Mittel, das Gespräch auf einen anderen Gegenstand zu bringen. Man sehe nur seine Unterhaltung mit Goethe. Tal lehrand bemerkt, er habe sehr oft wahrgenommen, daß Napoleon außerhalb Frankreichs sehr gern über hochliegende Gegenstände gesprochen habe, um sich ein' besonderes Ansehen zu geben. Er hatte sich förmlich daraus eingepaukt und die Anwesenheit weder eines Voltaire noch ', eines Montesquieu hatte ihn in Verlegenheit gesetzt. Es waren etwa drei oder vier solcher Gegenstände, die er mit Vorliebe behandelte. Im Jahr vorher hatte er in Berlin mit Johannes von , Müller über die hauptsächlichsten Epochen J der menschlichen Geiste-ent-
wlckelung gesprochen. Ich kann ' mir noch lebhaft-, schreibt Talleyrand, das verblüffte Gesicht vergegenwärtigen, das Müller machte, als er von Napoleon hörte, daß die rasche Ausbreitung des Christenthums eine bemerkenswerthe Reaktion des griechischen Geistes zur Folge: gehabt ' habe. Griechenland, duM physische Gewalt besiegt, seiigeschickt genug gewesen,' sich der Herrschaft über die Güster zu . bemächtigen, eine Eroberung, die es dadurch vollzog, daß es sich des guten Kerns bemächtigte, der so viel Einfluß auf das ganze Menschengeschlecht gewonnen habe. Die letzteren Sätze wußte er auswendig, denn ich hörte sie ihn in gleicher Weise zu den Herren de Fontanes und Suard sprechen. , Müller erwiderte kein Wort ;f i war ganz . verblüfft, und das benützte der Kaiser, um ihm vorzuschlagen, eine Bcagetöichteüi Talleyrand verzeichnet auch zwei Gespräche Napoleons mit Wieland. Das -:,.cTr, xn-m.; i h " t CTr.r-T r..r'-',
erste bestand nnr aus Förmlichkeiten nnd gegenseitigen Schmeicheleien ; es wurde unterbrochen, durch einen Kurier, der mit Depeschen aus Paris kam, in dem Augenblick-, setzt Talleyrand boshaft hinzu, wo sicher Tacitus an der Reihe war". Auf die Tacijus Frage, war Napoleon anr besten vorbereitet; Wielano machte darüber bei der nächsten Unterredung die Erfahrung. Das Gesprach fand auf einem Balle statt, und Goethe war dabei. ' Talleyrand gibt es in folgender Form wieder: it lif tyffi -iMiiii!1 ' ' ' "Ü1"" . Ich hoffe, Sie sind zufrieden mit unseren Schaustücken, ,Herr Goethe.Sind diese Herren auch deßwegen gckommen? Zu dem heutigen, ja, aber nicht zu dem Erfurter Theater. Das thut mir leid; eine gute Tragödie muß als die beste Schule höherer Menschen angesehen werden. Von einem bestimmten Gesichtspunkte aus, steht sie sogar über der Geschichte., Man kann mit der besten Geschichte nur wenig Wirkung er zielen. Wenn der Mensch allein ist, wird er nur schwach erregt; eine ganze Versammlung , empfängt, viel stärkere und dauerhaftere Eindrücke. Ich versichere Sie, daß ich von dem Geichichts-c schreibe von dem am, meisten gesprochen wird, von Tacitus nämlich, nie etwas gelernt habe. Kennen Sie einen größeren und oft ungerechteren Werleumder des Menschengeschlechtes? Für die einfachsten Handlungen sindet er der? brecherische Beweggründe; aus allen Kaisern macht er die abscheulichsten ,Verbrecher, . um das Genie bewundern zu lassen, mit dem er sie alle durchschaut hat. . , - -.1 :' Man hat Recht, zu behaupten, daß feine Annalen keine Geschichte des römichen Reiches sind, sondern nur eine skizzenhafte römische Gerichtszeitung. Das sind immer nur Anklagen, Angeklagte und Leute, die sich im Bade die Adern öffnen. Er spricht unaufhörlich von Angebern, und er selbst ist der größte Angeber. ? Und welcher Stil! Welche beständige dunkle Nacht! Ich bin kein großer Lateiner, aber die Dunkelheit des Tacitus zeigt sich auch in den zehn oder zwölf italienischen und französischen Uebersetzungen die ich elesen habe, und ich schließe daraus, daß :s die scinige ist, daß seine Dunkelheit lbenso auf dem beruht, was man fein Genie nennt, wie auf seinem Stil, und daß sie untrennbar ist von ; seiner Ausdrucksweise nur deswegen weil sie in feiner Beqriffsweise liegt: Ich' habe ihn loben hören wegen der Furcht, ,,, die er den Tyrannen einflößt ; ' aber er macht ihnen nur Furcht vor den Völkern, und das ist ein großes Uebel für die Völker selbst. Habe ich nicht flkcht, Herr Wieland? Aber ich störe Sie, und wir sind ja nicht da, unl von Tari tus zu reden. Sehen Sie nur, wie gut Kaiser Alexander tanzt! ,, , ,( , Der, Haß Napoleons 'gegen,, dm Schilderer der römischen Wcltherrscher ist begreiflich. Leider hatte Wieland keine Gelegenheit, für .Tacitus gegen den korsischen Wcltherrscher . einzutreten. Mit besonderer, Ansführlichkeit und Anschaulichkeit schildert Talleyrand die Art und Weise, wie Napoleon den Kaiser Alexander für , sich einzunehmen suchte, indem er den Sentimentalen spielte. Sein Zweck war, erstens. Rußland für sich gegen Oesterreich und zweitens die Hand , einer russischen Großfürstin, einer Schwester Alexanders, zu gewinnen. Talleyrand erzählt: ' 1 !;i Napoleon schien nur noch für Das Interesse zu haben, was seinem ,crhabenen Alliirten gefallen konnte.' Das bewcgte Leben ermüde ihn, sagte? er zu Alexander; er habe das Bedürfniß nach Ruhe l.nd er sehne sich 'nach dem Augenblicke, wo er sich ohne Beunruhigung den Annehmlichkeiten de s h au slicheu Le bcns widmen könne, zu dem, es ihn von Natur aus ziehe. Aber dieses Glück," fügte tt mit niedergeschlagener Miene bei, ist nicht für mich geschaffen. ' Gibt es kine Häuslichkeit ohne Kinder? Kann ich sclche noch bekommen? Meine Frau ist zehn Jahre älter als ich. Verzeihen Sie, was ich da sage, ist vielleicht lächer(ich, aber ich folge einer Bewegung meines HerzeS, das sich ganz vor Ihnen ausschütten möchte." Tann verbreitete er sich über die lange Trennung, große Entfernung, die Schwierigkeit, sich zu sehen u. f. w. Am Abend stand Kaiser Alexander noch ganz unter dem, Eindruck dieses vertraulichen Gesprächs. Ich sah ihn erst später. Napoleon, der mit den: Ergebniß dieses Tages sehr zufrieden war, behielt mich noch länge bei sich. Er war ganz besonders er; regt, er stellte Fragen an mich, ohne meine Antwort abzuwarten ; er wollte mit mir reden und sprach immer etwas Anderes, als was er wollte; endlich sprach er das große Wort Scheidung aus. Mein Geschick w:ll es," sagte er, nnd die Ruhe Frankreichs verlangt es. Ich habe keinen Nachsolgcr.' Joseph ist nichts, und er hat nur Töchter." Ich muß eine Dynastie gründen,' und ich kann es nur durch die Verbindung mit einer Prinzessin aus einem ,der großen regierenden Häuser Europas. Kaiser Alexander hat Schwestern: das, Alter der einen paßt mir. Sprechen Sie darüber , mit Romanzow; sagen , Sie ihm, d a ß ich , n ach A b schluß ' der spa nischen Affaire bereit , sei, auf alle seine Ansichten bezüglich der Theilung der Türkei einzugehen. An anderen Argu mcnken wird es Ihnen nicht fehlen, denn ich weiß, daß Sie ' sür die Scheidung sind. Die Kaiserin Josephine glaubt es auch; ich theile Ihnen das mit. Als Franzose können Sie Alles sagen, was Sie nur sagen wollen. Joseph, Lucian, meine ganze Familie bietet Ihnen i tiixl : hübsches Feld ; sagen Sie Alles über sie, waS Ihnen einfällt; sie sind nichts gegenüber Frankreich. Selbst mein Sohn, aber daS braucht man nicht ;n sagen, wird oft nöthig haben, mein Sohu zu sein, um mir in Ruhe folgen Al,i,:."t'l 's .: '.-I".''!'!'':'!','!! , ,1, , " ! l'ft ' 'l" ' lil i f; 1 1 .:.:!;: 'i SMWWWLch m Talleyrand sprach alw mit ölmser h ii i 'l! 1 i'1 "' :,. ,. . 'i:l , . , i i ' " i-i ! : 1 1 ! 1 1 i : i : ;!,f'''i!' (i'"'' '' ' ''" Alexander und dieser ging aus den Plan Napoleons ein. Nur, sagte er, habe er nicht allein über dir Sache zu entschei-
den; ttm Mutter müsscV,auch gesrÄgl werden. Er könne ihr ,w)l seine An ficht sagen, aber er könne sich Alcht dafür verbürgen, daß - s!e lhi!l auch - folgen werde. Damit begnügte sich Napoleon einstweilen och nicht. . Wenn man TaUevrand Glauben schenken darf, war er es, der ihn daran hinderte. Er gab dem österreichischen Botschafter Herrn von Vincent einen Wink, dieser gab sich beim Kaiser Alexander Müh und erreichte es, die in der Konvention von Erfurt die gegen Oesterreich 'gerichtetes Bestimmungen, die Napoleon darin' haben wollte. Tallevrand hatte den Entwut f dieser Convention gemacht. Er brachte ihn Napoleon und las' ihm denselben vor. . r, K.T . -tCi.. rz:..f -ll... aC. t.l .
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Z)llerZl le l l o i lü) rn t c i N! n Z s s v rin ei n : rz-: Qi)y.:r. " x- ... UUll tVlUptUr t, vu vlllljUl( lUV sie e iniar, immer enacr und dauerkauet zu gestalten, haben sich entschlösse. In einer Konvention die Prinzipien niederzulegen, wesche sie zu befolgen gesonnen sind...., Da unterbrach Napoleon den vorlesenden Talleyrand mit den Worten: Prinzipien, das ist gut;' das verpflichtet zu nichts.) Dieses? Wort ist von hervorragendem psychologischen Interesse: Auch tm rnssische Prinzes? sin bekam . Napoleon nicht; die Ereignisse nahmen einen anderen Weg. Die beiden Weltherrscher konnten sich nicht einigen, und Napoleon mußte feinen Ehrgeiz, eine Iran ans einem, alten regierenden Hanse zn bekommen,' nach Wien lenkem - Wie die Ankunst, so beschreibt Talleyp rand auch die Abfahrt Napoleons von Erfurt und auch dabei kommen die gekrönten Höflinge, die sich um den , korsischen Eroberer dräügten, . schlecht weg. Talleyrand schreibt: Am letzten Vormittag, an welchem Napoleon in Erfurt weilte, war großer Empfang. Ich werde das Schauspiel, welches sein Palast" an diesem Tage darbot, nie vergessen. Napoleon war umgeben von Fürsten, deren Heere er zerstört und deren- Länder er verkleinert, wenn nicht gar von der Landkarte gestrichen hatte. Es fand sich kein einziger, der eme Forderung gewagt halte; Jeder wollte blos gesehen fein, und zwar als der letzte, um in seiner Erinnerung zu bleiben. . So viel freiwillige Erniedrigung blieb ohne Lohn. Erbehandelte nur die Akadeniker von Weimar mit Auszeichnung." )as hat ihm freilich auch nicht viel geolfcn, denn, das deusche Volk gewann er dadurö) doch nicht. Nenschenfresser in Wrasiliem Daß es auf dem amerikanischen Con tinente auch professionelle Menschcnfrefser gibt, das wird vielen unseren Lesern gewiß '.ganz neu sein. ' Folgende Geschichte läßt aber kaum ' noch Zweifel daran: Im Orte Salinas im brasilianizchen Staate Minas ward im Decem' der ein Mann unter der Anschuldigung verhastet., daß er in Gemeinschaft .mit einem anderenJndlvidium fünfMenschen tödtete und verzehrte, daß er dann auch dnl Genossen seiner entsetzlichenSchmaü" sereien schlachtete und verspeiste. Der in S. Paolo erche'nenden Freien Presse bat das Protokoll über das mit diesem Menschenfresser angestellte gerichtliche Verhör vorgelegen; mit cynischer Offenheit bekannte, der Mann sein Verbrechen und erklärte Folgendes: Elemente, Sohn der Josepha ?c., 2 Jahre alt, unverehelicht, ländlicher Arbeiter. im Kirchspiel Salinas geboren. Ich habe sechs Menschen umgebracht, um sie zu essen. Vor etwa zwei Monaten tödtete ich die erste Person, sie hieß Maria, traf sie schlafend. auf dem Ufer des Inndiha. Ich zerschmetterte' ihr den Schädel mit einem großen Steine, machte dann auf der Stelle Feuer, briet den Leichnam und verzehrte Hn in Gemeinschaft mit einem andern Frauen zimmer. Namens Francisca,' welche meine Znhälterin war. Vierzehn Tage später tödtete sich diese Francisca, indem ich ibr mit ' einem Stampfer den Kopf einschlug und vcrzehrte sie. Dann ging ich zum, Hause der Mutter Franciscas, wo . ich .den Bruder der letzteren antraf.!, Derselbe schlief gerade. Ich tödtete und verspeiste auch ihn. Dann hielt ich mich in einem unbewohnten Hause der Nachbarschäft auf. Hier besuchte mich eines Tages der Bruder Vicentes, Namens Elesbao. .Ich schlug ihn, mit einem Knüppel nieder,, briet und verzehrte ihn. Dann ging ich mir einem gewissen Basilioder sich mir anschloßt nach dem Hanse des Simpliciö, 'um dort zu übernachten. Wir kamen dort zur Nachtzeit an' und trafen den Simpliciö schlafend. Ich forderte meinen Begleiter Basilio auf, ihn zu tödten. : Dieser erschlug ihn dann auch, worauf wir ihn brieten und aufaßen. Am 39. November Abends war Basilio damit beschäftigt, Ananaswurzeln zu schaben Ich versetzte ihm einen Messerstich in den Magen und schnitt ihm den Hals ab:- j T.,, fj : j' :'f ' " '" '"' ' ' Dann briet ich zunächst den Ober körper und verzehrte denselben ; später briet ich auch den Unterkörpers und verzehrte, diesen; ich war eben beim Abnagen der Schenkel, als ich j; verhaftet wurde." Elemente aß, wie ferner gerichtlich festgestellt ist, zum ersten Male Menschcnfleisch kurz vor den eben erzählten' Ereignissen, in ' Gegenwart eines gewissen Leandro ' und der Ehesrau desselben, Namens Emiliana. Er befand sich mit diefem Paare an einem Orte' Namens Corrego Fnndo. Dort trafen sie , einen unbekannten Knaben, den sie tödtetcn und gemeinschaftlich verzehrten. V on diesem Aüg enb liefe an würd c Elemente Menschenfresser von Profession. Diese Geschichte reprasentirt ein sürchterliches Nachtbild der Menschheit, und was sie besonders unheimlich ,uacht, ist, wie das oben genannte deutsch Brasilianische Blatt hervorhebt, der Umstand, daß man den Eindruck gewinnt, als sei ' !' '' '" !l' 1 '"'l'l ! 'MI ' I" ' i1 'i '' 1 , i ' . "'ji 1 ,'! ' das Menschenfreffen in der fraglichen andjchast nichts besonders Ungewohn M?MKM HMM mmsmrmi
Wie ei Gtern nsgM 9 , Der JmpresarioBernardelli Berök' hckkd klang ihm nicht vertrauenerweckend ffenug ist wüthend? er hat auf einer Geschäftsreise gerade "rx der schmutzigen, winkligen, öden Provzkalstadt ZittelWitz den Zng verpaßt nd.,ist gezwungen, den Abend und die Nacht in Zittel Witz zu verbringen. Schimpfend durchmißt e? das einsam Konversationszimmer des Hotels mit langen Schrtttkn und überlczt, wie er oic Ml uno ven? wrvll am vezten tooc, schlagen könne.. Kellner!" Ew. Gnaden befehlen?" ' Giebt's in dem Nest hier ciw Theater?" August lächelt mitleidig. Theater? Na wie man's nimmt! Der Direktor behauptet, er , hätte eine Operngesellschast" es ist aber man nur so so ! Tos- Orchester ist ein Klavier lange nicht gestimmt, weil die Emnahmen zu mlserabel und und' der Vorbau war früher bei uus Him melbett-Gardine. Unser Ehef bat sie dem Tlrektyr uberlaffew und dasnr ein Daffepartoud bekommen. Heute wird' der Troubadour" gegeben". Die Annen des Jmvrezarko leuchtenförmlich vor Vergnügen, er schwelgt schon tm Vorgefühl des kommenden Amüsements. ' Wo ist das Theater? Gleich rechts um die Ecke, Ew. Gna dcn!, Wünsche recht viel Vergnügen!" Fünf Minuten später sitzt Bernardeüi im ,Zittelwitzer Musentempel. Die Himmelbett-Gardine ist bereits aufzezogen, auf der Bühne jammert die Primadonna ein Lied sie könnte nicht beredtsamer für ihre Aufnahme in das ZittelwltzerAltersversorgungDhaus plai-, diren, als durch den Vortrag dieser Arie. Im Klavier versagen hier und da einige , Töne, die Ocllampen verbreiten nen unerträglichem .Gunst, im dunklen Zuschauerraume klappern die Gläser. Bernardelli sindet die Sache doch nicht so amüsant,, wie er gedacht hat, und macht bereits Miene;, zu gehen. - Da betritt der'Tenor die Scene. ' , Alle Wetter, was war das für ein Ton? Bernardelli hängt rasch wieder den Hut an den Nagel und bleibt. Mit -, gespannter Aufmerksamkeit lauscht er : nach der Bühne hin, die Hand am Ohr, die Augen halb zngekniffen. Und immer süßer, immer schmeichelnder werdcn die Klänge, jetzt ins sanft hinsterbenden Piano, jetzt markig und voll, dann wieder anschwel lend und mächtig, dahinströmend, aH müßten die Wände des engen Saales bersten, gesprengt von dieser Fülle des Wohllauts! Bernardelli traut seinen Augen und Ohren, nicht. Das ist ja ein Fund", eiu Fund ersten Ranges. Wie kommt dieser Mensch nach Zittelwitz?" Er eilt auf die Bühne und stellt sich dem Sänger vor: Marni, welches Schicksal treibt Sie hierher?" Der Künstler lächelt trübe und zuckj mit dcn Achseln. Es ist die alte Geschichte. Wenn man in eine kleine, unfähige Choristin verliebt ist, sich mit ih, verhcirathet und nicht ohne sie in's Engagement gehen will, dann kommt man rasch herunter bis zur Schmiere, Wer aber einmal dort angelangt ist, um dcn kümmert sich kein Agent mehr und kein Tirector. D et ist vergessen. Bernardcllis Entschluß steht fest: De, Mann wird gemacht!" . Sie reisen morgen früh mit mir ab sagt er in einem Tone, der jeden Widerspruch ausschließt. Aber mein Eontract, mein Director " : , - De zahle ich tausend Mark Abstandsgeld!" - ' . Dann , trifft ihn der Glücksschlag!" Abgemacht?" Zitternd vor Erregung schlägt de, glückliche Mensch in die 'dargebotene Rechte: Abgemacht!" Na gut, nach der Vorstellung bcsprechen wir im Hotel bei einer Flasche Rheinwein das weitere!" . Bernardelli ' dreht sich lachend noch einmal um und fragt: roos" wie heißen Sie eigentlich?" , , ' Stiebe!,- antwortete beschämt der Eesragle. , :'.;,, Der Impresario macht ein Gesicht, als ob - 0' Essig verschlucken müßte: Stiebet-ist geradezu , unmöglich! Von heute ab heißen Sie Stibelli! Au Wiedersehen!- " : " '; - , -..' " - : - . i : Noch spät in der Nacht sitzen die. Bei ocn Männer cisrig berathend einander ftpstvnuhpr ' f?i Htrh " Tiinrtrf tinm ?fitij y titH w ,1 .."T ' f wein zum Sekt j übergegangen, , ihn Vhantasic erhitzt sich mehr und mehr - Bernardclll , sieht ni zeder auzstelgenden Schaumperle ein Goldstück, Stibelli eint neue Hoffnung auf Glück und Erfolg. , ! O;,Wö,paber wollen Sie ': mich , zuerst, hinbringen?" forschte, 'er y erwartungsvoll. Etwa gleich 'an's Hofthcatcr?" ' Da fährt der Imprefario auf, wie von einer Inspiration ergriffen: Vor laung bringe ich Ste nirgends hin! Ich Hab's Ihnen bereits zehnmal gesagt, daß Sie erst 'gemacht" werden müssen, damit ich Sie zum besten Kurs ausbieten kann. An eine Berühmtheit von Zittelwitz glaubt : kein Mensch. Miteinem Eklat müssen Sie vor die Leute gebracht werden, mit einem Sensationseffckt als fertige Berühmtheit !, i Ich habe mir rorgenom m en, ie in der Hefe ,!, des Volkes zu , entdecken, das ziehtam meisten, und wehe Ihnen, wenn Sie sich meinem Plcrne widersetzen! Sie werden 'also-zunächstMWroschkenkutjcher! Stiebet springt entsetzt von seine Stuhle empor ; Droschkenkutscher ?" 1 Erschrecken Sle nicht! Nur auf zwe Tage! Dann geheich von ungefähr an Ihrem Standplatze vorüber, Sie fangen an, zu singen, ich stutze, bleibe stehen, reiße Sie vom Bock herunter. Auslauf, Skandal, Polizei Endresultat: Sie sind entdeckt! Haben Sie mich erfaßt Stibelli ?MW iiS! Der Tenorist beugt sich stumm vor
derMachk M Mtrfcl Er träumt in dieser Nacht von einer großen goldenen Peitsche, a: die das hohe O vorn als Schmitz" a.gebundm ist, urd immer,' wenn er mit de?' Peit fche knallt, wiehern alle Pferde, und' dieses' Gewichen klingt gcnan wie: BrMo,.Dakspo!" - 9 Nach wenigen Wschen nrde Stleöel entdeckt!- . In zwanzig Variationen tT v ! f -v , w
iict Die kamo e roiculenrul M?ae Qlaz durch sämmtliche Zeitungen, in den Schaufenstern stand Stieöel's Md,- es wurden" namhafte Wetten veranstaltet über , die Zvrage. ob Stiebel Droschkenkutscher erste? oder zweiter Güte gewesen sei, und als Stiebel endlich in einem' Wohlthätlgkeits-Conczrt thatsächlich den Beweis einer, wunderschönen Stimme erbrachte, war er der He,ld dcS' Tages. , Das Hoftheater machte einen Gastspielantrag! Aber Bernardelli lachte verschmitzt und schüttelte den 5kopst Nein, mein Lieber! Fetzt geben wir erst auf ein paar Monate nach Amerika! Dort sammeln wir Tollars und Recensionen, ton dort aus machen wir noch ein bischen Reklame, und wenn wir Zurückkommen,, sind wir das Sechs fache werth.. Der Deutsche hat nun einmal in künstlerischen Dingen eine Schwäche, sür den Imports - Ein Jährchen spater. Im Bureau eines' der solventesten' Tirectoren unterhandelt der frisch aus Amerika heimgekehrte Stibelli über die' Engagements-Bedingungen. er hat es im.Gage- und Urlaubfordern bereits zu einer höchst bcmerkenswerthen Virtuositäti gebracht. Dem Director steht der Angstschweiß auf der Stirn, Stibellis Forderungen sind unerhört, aber die amerikanischen Kritiken lauten sensationell das Publikum ist gespannt - einen: Droschkenkutscher mit dem hohen C" will doch schließlich Jeder mal geHort haben und wenn die Sache' em)chlagt, gibt's l'ünfzig ausverkaufte. Häuserl Mit sieczesbewußtem Lächeln hört der Impresario Bernardelli den Verhandlungen zu, er weiß genau, daß 'der Eontract perfect wird. Er berechnet im Geiste, schon, wieviel etwa ein großer Fackclzug sämmtlicher Droschkenkutscher, nach der 25 Gastvorstellung kosten würde. Famose Reclame. Von! den amerikanischen Einnahmen hat er,, sich eiue reizende' kleine Villa nahe bei der Hauptstadt gekauft, unten l vor dem Theater wartet seine Eauivaae. eln netter schwarzer Groom in ' hoch rothem Frack steht am Wagenschlag es tragt immer Zinsen, wenn man den Leutcn'was zn sehen gibt. Ja, man sollte gar nicht glauben, wie schön und nühlich es mitunter ist, in Zittelwitz den Zug zu verpassen. Tcr zweite Treffer. Don?l.I. Boz., Herr-Meyer?" Jawohl!" sagte der dicke Herr- im Schlafrock unwirsche indem er durch die Thürspalte etwas Weißes" entgegen nahm 7 aha, eine Depesche!" 'Er grüßte dabei etwas freundlicher; jedenfalls um sich dem Stephansboten nicht ganz unerkenntlich zu zeigen und 'näherte sich dann dem trüben- Oellicht, das nothdürftigchcn Flur erhellte. Teufel, aus Berlin; wird doch keine Todesnachricht sein!" ' Hern Meyer zauderte und wurde blaß wie die Wand, an die er sich anlehnte. Mein armer Bruder, sollte er leicht....Er hielt noch einen Augenblick um schlüssig das Papier in der. Hand. ' Dann erhellten sich plötzlich feine Züge, wie von einem neuen Gedanken befreit. . Hm, unmöglich wär's nicht!" ' Im nächsten Augenblick war die Tv pefche auseinandergcrissett, dann mußte Herr Meyer unwillkürlich nach einem festen Halt greifen.'. Kein Zweifel; seine Ahnung hatte ihn nicht betrogen; dort stand's mit großen blauen Buchstaben. - Hurrah, der zweite Treffer: Weite res morgen!" Otto Zotterie- Eollecteur. Es dauerte ziemlich lange, bis der Glückliche soweit zu sich gekommen war, daß er sich der frohen Botschaft freuen! konnte ; er überließ sich dann dem Ge-, fühl auch nur wenige Minuten, dann fing er zu rechnen an. , ' Sechzigtausend Mark. daS wäre ein, schöner Gewinn,"' murmelte er halblaut vor sich hin, wenn er nur unglücklicher ,Wche nicht in achd Theile zerfiele!" Herr Meyer stand still und legte den Finger an die. Nase. , Wenn die Vogel nicht etwa, den Braten riechen, jetzt wär's noch Zeit ; die Stimmung bei den Sieben war ge. stern schön nicht mehr die beste!" K Er spann den Gedanken noch, bis zu, Zimmertbür Weiterz als er sie hinter, sich schloß, faßte er mit demselben Griff nach seinem Rock. ' 5 Frische FiM gute Fische.' . Der Versuch kann nichts schaden!" ' ' . Fünf Minuten später befand er sich aus dem Wege zum goldenen Hirsch", in welch' ehreniverthem Loca! Herr Meyer zur selben Zeit von sieben alten Grauköpfen gar heftig ,, mitgenommen ÄI;fS Na, wir hatten's mal wieder dem Meyer zu verdanken," polterte der Eine eben ; ich sagt's ja gleich, daß die Lottcrie zu viele Nieten hat und verhältnißmäßig zu wenig Gewinne." ; Und gleich zwei Loose zu nehmen," fuhr ein Anderer dazwischen; mochte nur wissen, wieviel Procente Meyer eigentlich KvönKfeinemW Freunde, dem Herrn Lotterie - Eollccteur, , .bezicht; iedcnsalls kostet's ihm nicht die zivanzig ,Mark,wie'unS,ZM WUUäWrUz ein Drittes nock ist das Resultat vom !!!,!!!!. V i. Vl ' !!!: 'ii '. r ; Jt" H-4i,.i- ,t -i heutigen Tage ja ; Nicht . bekannt !" 8 Er wurde durch eine Reche ärgerlicher Aus i . .'. i:M. ICI.v.li. :i: ,, In ,.,.. .7, , d nll,'.';l rfe unterbroche'Zff?!M f;tf9!M': m: ftiiSnlir.
. . , . ty itN; ,,:' l ' Der heutige Tag..,,.' m schon' all Treffer bis znm zwölstgtSßtea hinunter gezogen find, bah! Gerade wurde die Thür geöffnet, ,sl5 das Thema so ziemlich seinen ÄbschluS gefunden hatte. , Enthusiastisch empfangen wurde Herr Meyer nicht von den Stammaäst?n. nur
etwas verwundert vb der an Wer?:age seltenen Ehre feines Besuches. Er hatte fth kaum gesetzt, als ihm sein vhatrls schon eine offene Liste hinwarf. Hier, Ihre fanwse Lotterie; viel BIM für's nächst? Mal, wenn Sie alleinspielen!" Herr Meyer drehte das Blatt an. schclnczld glnchziltig zwischen den tzw Zern. .Hm, meine Schuld ift's nicht, Äenn wir auch selbst he?ite noch nichtsgewinnen fclltenich habe allerdings die Hoffnung noch nicht verloren. ..." Derjenige; der ihm' die ifri zugewor. sen hatte, lachte spöttisch eus.''Was thun wir mit der Hoffnung für de heu, tigen Tag; was die reinige angeht, ss überlasse ich' sie Ihnen gern Fegen-Wie dcrstattnng meines Beitrages:' Der Runde lachte und nickte-zustim. mend: Auch unsern Theil daran!" Herr Meyer that einen langen-Schtuck aus scfnem Glase, wobei! feine Finger merklich zitterten' Und wenn ich nun' an Träume glaubte nnd zufällig einen Traun? ge habt hätte...." Die Worte war?n in so elzcnthüm. lichem Tone gesprochen, daß die'Anderir sich unwillkürlich ansahcm Sagen Sie'- nur frei heraus, Meyer", sagte plötzlich einer,, indem, e? vorsichtig die Ziehungsliste wieder , sich. Sie wollen uns unsere Antheil? wieder abkausen...." Herr Meyer vermochte- kaum- ein? freudige Bewegung zu unterdrücken. Na, wenn Sie's denn wissen wollen ich bin einmal so' cin abergläubischerPatron, nnd .... " , Sein Nachbar unterbrach ihn, indemer ihm die Hand entgegenstreckte. ' Egal aus welchem Grunde mein: Antheil ist feil!" . In noch nicht fünf' Minuten war.?? einig mit der' ganzen". Runde; der goldene Hirsch"' hatte noch mit hundert Mark herausrücken müssen, damit Jedem die nach heftigem Ringen accor dirten fünfzig Mark allszahlen konnte Er wurde in dieser Nacht nicht dn kcl. der goldene Hirsch", und was e? noch' an guten Flaschen" in seinen: Kellern varg, dem wurde, der-als ge. oicn. .peuer 'ag war , ai perrz Meyer seinem ; Heim' zuwankte; nichr ganz nüchtern mehr, aber doch noch daß er sein unverhofftes Glück zu wür digen wußte. Unter der Zimmerthür lagen fchott zwei Briefe, beide von einer Hand ge schrieben und Beide den Poststempel! Berlin" tragend. Um !e Lipven des'EmpfänzerZ zuckte ein leichtes fächeln, als er den erste:? geöffnet hatte. Er. enthielt nur wenige Worte: Auf 30,820, ein kleiner Ge winn, S0 M., hoffentlich ziehet wir die 21 heute auch noch! "-'r Otto." Also zwei Gewinne ' sogar?, muv mekte der Glückliche, indem er auch des. zweiten Brief erbrach. Als er die ersten Werte gelesen tanzten ihm die Buchstaben vor den Äugend dann mußte er, wie gestern Abend, mitr der Hand eine Stütze suchen. Ö, Du gütiger Himmel!" Das zweite Schreiben ? enthielt wi auch das erste, nur drei Zeilen: Hurrah, der zweite Treffes allere dings auch nur ö0 Mk. ? auf die l"' (telegr. schon gemeldet); Dn hast ent schieden Glück, Junge; spiele in meine' Tollecte weitem , Otto." Was sollen wir beim-Essen, depvächtcn Viele Menschen lernen das GefühQ des eigentlichen Hungers Niemals ken-' en, weil sie sich von Jugend auf an zu reichliche und üppige Kost gewöhnten. Es ist in der That eine der angenehmsten Empsindungen,. wenn man sich mir? , lebhaftem, Essbcdürfniß zu Tische sehen? 'ann. Der Gesunde hnd Aäßige weiß. zenau,. wann er satt ist. ' und hört zur- , rechten Zeit auf, zu essen: für den Kran ken darf sein Hunger niemals maßge öend für die Menge feiner Nahrung , fein, ebenso ist Vorsicht bei Kindern geboten, bei denen , das Essen häusig zur Gewohnheit wird. Darin, liegt auch' 'in wichtiger, Punkt! der Erziehung. ' Drei, bei ganz kleinen Kindern ode? magenkranken Personen auch vier Mahl Zeiten mit gehörigen Pausen sind fü?,: unseren Korper. am zuträglichsten, öm A0cheinige kurze, . wichtige . Regeln ''öW unsere Mahlzeiten. 1) Iß niemals, wenn dein McmutW )art erregt oder wenn dich unmittelbar, hör dem Essen einAerger vder Zorn: rufgcregt hat. Jv langsam und !aue alles Feste gründlich, denn t ge kaut, , ist i halb , verdaut. m 3 ) Iß diej Speisen niemals heiß, weil diese leidu sehr' hzüsige, Unsitte nicht 'nur deine Zähnen, sonderir auch dem Mäzen dcni, zrößten ' Schaden dringt. 4) ' Trinke vährend .des Essens oder unmittelbar ,achher nicht kaltes Wasser oder Bier. , Die Zähne vertragen " nicht und der erdauunz"MadcteW!!M)Mtin 'ei ' nicht , zu ' dürftig ; Bkutarmut h, schwäche, Maar' und andere Ürank Zeiten würden die Folge sei. Sei auch l ' r -': "'' ! r -11 i i . ' ' licht etwa lyoncht, aus itcilcll wem.z t iLiZmn (. KTi tsrr r.i ' HirS f tl I f jU VfC4l. ,. V N?tWltlvt wv .twtf-k jur Gewohnheit. Ueberladnng des NagensUnter)eibsbeZchwerden.tzTr jcit und andere Leiden führt sie herber . rnd sie erniedrigt uns unter die Thieres ie stets Maßzuhalten, issmW :' , i- .:.. . 'x,:,-;!':!.:-': :;:,fe j: ftSt - s ,k .y:1, ,u. -.,.:i,-,T.f-.. 3 C;,L e r Lebens p ra fjfä Bit kommt es, daß geistreiche Leute neistcnS so scheiden Z,,und,,i,gelörnche,',so , , I : ,: . li,!;!:,..,. ' S "L-.-i.:;1 P , ' i , L lnmaßend find? Weil gnstrclche Men'chen wissen, was ihnen fehlt und geld :!:!', f "H!.:'ii,;::: i:' . , 1 11 ,i' f . .1 i: f,MPi -M: 'l;A '; .iCOP.roa;.!..! .,.qq esi ,,:;;,: ' ,i: , ji,:;! :Ä
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