Indiana Tribüne, Volume 14, Number 168, Indianapolis, Marion County, 8 March 1891 — Page 6
Im letzten Zlugenbttck.
Ctfü'f UlS,Hkmef!kannchknMkschäslci - -'l;-";V"-0i 'OrfsCfIÜi ' Aul letzten Tage des Jahres 18Sl saßen in einem Bureau im Geschäfts theil New görk'S Zwei Männer, welche, rbgleich äußerlich ganz verschieden, doch seit mehreren Jahren einträchtig und erfolgreich zusammen gearbeitet Hatten. Die beiden Theilhaber der Firma Ken nedy k Frühauf ergänzten sich in fette er Weise in ihren Charakteren. Kennedy. ein Canadier schottischer Abstammung, wat grog und schlank, fast hager, und von der seinen Stammesgenoffen eigenthümlichen, gepmeioigen Beweg-
SStSSS deckte ein Mantel au, Bärensell. das WJ&9m. n rn r.hwlle-
iiv vvv, "j ;vv" ' 7 VON Herzen gutmüthig ; treu und ehr . ' r. . t a . r.: om:i lieg wie Vmo, yieil er icocn lcincr aiu menschen für eben so ehrlich, glaubte nllen Betheurungen, lieh jedem Bitten den sein Geld und war mit Leichtigkeit ;n hintergehen. Hatte es aber einmal die Ueberzeugung gewonnen, daß man ihn betrügen wolle, dann verwandelte sich das weiche Herz in Stein; er ruhte nicht, bis er den Schuldigen erfaßt hatte und sein Zorn kannte weder Rücksicht noch Erbarmen. Sein Kompagnon, Heinrich Frühauf, war ein Teutscher, der in srüher Jugend nach Amerika gekommen war und sick von Laufburschen zur Eelbstständigkeit emporgeschwungen atte. Untersetzt, mit massivem Kopf und klaren blauen Augen, bot er den Anblick deS Mannes, der erst sorgfältig überlegt, ehe er wagt, der alle Umstände in Berechnung zieht und im geeigneten Augenblick mit Entschiedenheit und Schärfe bandelt. Gutherzig und gemütbvoll. war bei Frühanf doch keine Gefahr vorhanden, daß schone Worte sein besseres Urtheil trüben konnten. Kennedy k Frühauf hatten etwa drei Jahre vor dem Sylvester, an dem wir sie in ihrem Bureau belauschen, auf dea Trümmern eines zusammengebrochenen Geschäfts, in welchem sie angestellt geroesen waren, ein neues Geschäft aufzubauen begonnen und angestrengte Ar??eit hatte es den Üühnen möglich ge. macht, vorwärts zu kommen. Sie hatten eben ihren Jahresschluß vollendet und mit Genugthuung gesehen, daß derselbe zum ersten Male einen UeberschuZ; zeigte, ohne daß allerlei schlechte und zweifelhafte Posten, der Werth der CcmptmpMöbeln, Briefmarken u. s. w. auf der Creditseite aufgeführt' wurden. Die Bücher zeigten namhafte Bestellung pra, das Haus hatte sich einen weiten Xiztt guter llunden erworben kurz, Kennedy k Frühauf hatten sich eine feste, sichere Grundlage geschahen und durften der Zukunft froh in's Auge bücken. So saßen denn die Beiden vor dem bellen, laut prasselnden Kaminfeuer, rauchten zur Feier des Tages ein paar gute Cigarren und sprachen über ihre Lage und die Zukunft. lck auf, Freund rief der lange Kennedy, der den Stuhl weit nach hinlen übcrgelehnt, die Beine auf dem Schreibtisch, den Rauch in dichten WolIfN von sich blies. Glück auf! Die Schlacht ist gewonnen, unsere Verbindlichkeiten 'sind .gedeckt, ein Uebcrschuß ron 3000 und Bestellungen für üb?r 10,000 in unseren Büchern. Wir sind dicke durch Nachdenklich klopfte Frühauf die Asche v?n seiner Cigarre und erwiderte: .,Fa, James, es sieht sich hübsch an. Wenn wir nor den Wechsel über 15000 wieder hätten, den wir Sheldcn & Crawsord gegeben haben. Er macht nur Sorge.". Was," rief der Canadier, sprang mtf, stellte sich vor den Partner und lachte, daß die Wände dröhnten, darüber nz,:n Sie sich Sorgen ? Wegen mcwes alten Freundes Shelbon? TaS ist, weiKGott, komisch. Shcldon, die ' Ireuesie. ehrlichste Haut von der Welt! Wenn da Gefahr drohte, so hätte er es ' UN? schon lange gezagt. Wie hätten imr dennlle die großen Bestellungen umführen können, wenn wir nicht Eheldon fc Crawsord den Wechsel ge titn hätten, den sie discontiren kann Zttt, um sich für das baare Geld Mate ria! und Maschinen zu JaiifetC''Mem. freund, daö Stück Vapier hat uns ichon nehr Geld eingebracht als daraus itel't ; ' Das ist Alles igän nchtig. 'entgeh ete Frühauf. aber, lieber James, Zunächst gaben wir Sheldon den Wechsel, jiljo unsere Verpflichtung für 5000, äs drei Monate. Nun hat er ihn schon zweimal xrolongirt und immer noch nicht den Bttrag reducirt, wie er ver- ' sprechen. Dann ist er in der letzte Zeit immer knapp und' bittet um BeZahlung, ehe seine- Rechnungen fällig Verden. was nicht auf große Profperi tät schließen laßt und schließlich, mein guter Freund, wäre es nicht das erste Mal, daß Sie sich in Ihren Freunden gttäusch: hätten.- ' Na, mm ist's genug," brüllte der ' Niese, Sie sollen, mir das neue Jahr nicht verderben. Sheldon mich tau? ; scheu! Donnerwetter, gerade so gut wurde ich glauben, ich hatte ein Stück spanisches Rohr' im Munde, statt einer ,mrortirten Havana. Ich gehe nach , Hanse zu meiner Frau, machen Sie, ijiafc Sie nach Ihrem Club kommen und HZeinl Sn v ster Punch die' trüben GerK,,denken lc werden. ' Gute Nacht, alter .; Freund, und fröhliches Neujahr!" li; ' ' Fort war er. Frülnf schloß den UEeldsch?auk.5zul,IWd, 'folgte' dem, Rath semeS Thenhabers mit ausgezelchnetem kVi. . - W " " ": . . " : 1 , ':: ' .,: . - erjclgc. . '? -IITle nächsten Tage brachten einen der tzeftigsten Nordweslstürme, den New V ork cilrtt datte. USoii 'canttooa o,s Florida siel das Thermometer :n einer 5!achtüdcr zwanzig Grad, ungeheure Cck'.ccmassen deckten den Continent von t cn F?!se::gebirgen bis'zum'atlantischen Cccan mtt emer welken Schicht, me ollem Verkehr ein zähes Cnde machte. 5z ?!atur ' hatte wieder einmal, dem V!enZck-en gezeigt, wie ohnmächtig er iarer Qcvzlt gegenüber ist und in einer Biciit elfe Errumzenschasten der , Civilt'
sation auf Wochen rmsus brüchgelegt. Erst nach mehreren Tagen Marder Posts und Telegraphenverkehr nothdürftig wieder hergestellt, aber lange Zeit derging, ehe Waarensendungen aus dem Inland in .?!ew Fort eintrafen. Als die ersten Güter für Kennedy k Frühauf anlangten, begab sich der Canadier selbst nach dem Bahnhos, um für ihre sofortige Uebersührung nach dem Dampfer Sorge zu- tragen. Frühauf sas; allein im Bureau, mit seiner Correspondenz beschäftigt, als die Thür sich off nete und eine Gestalt eintrat, die den eifrig Arbeitenden unwillkürlich zum Lachen reizte. In mächtigen Pelzstier f. . w t ..
sein leaicn vic uve, ocn vrpcr ?c nen Shawl umhüllt, und' eine Mütze von rii--:.rf u: .'. f,--. v; Ok- Xnstfan SllCltU, Wl UVt, Ulfc Ulli l)lVJ(wzogen, vervollständigte das Costüm. Erst als die Erscheinung einen der dicken Pelzhandschuhe ausgezogen und die Mütze abgenommen hatte, erkannteFrüh auf seinen Freund Sheldon. Das Herz des Kaufmanns, ein Unglück ahnend, krampfte sich bei dem An blick des Mannes in der Brust zusamwen. Sheldon", rief er aufspringend. was führt Sie in diesem Wetter nach New York? Geschäftes antwortete der Angeredete leise und sank, nachdem er sich seiner Hüllen entledigt hatte, schwer in einen b tuhl. '.Geschäfte?" rief aufgeregt FrühauZ und packte seinen Besucher bei den Schultern. Geschäfte? Was für Geschalte? Mann, reden Sie doch!" Sheldon schlug die Augen nieder und terteleiie: Schont bankerott!" .Bankerott! Mein Gott, dann sind wir's auch." schrie der Deutsche und siel in semen Stuhl zurück. Wer izt vamerott?" brüllte m oic sem Augenblick der lange Kennedy, der die letzten Worte gehört hatte, als er eben zur Thüre hereintrat. Stumm wies Fruhauf auf Sbeldon, der mit halbgeschlossenen Augen dasatz. r ... r jr ' . ' . . , t irnouaj ermannie er naz uno pracy: Ich bin hierher gekommen, um Euch zu retten." ann erzayue er, ohne auf die ungläubigen Blicke seiner Zuho rer zu achten, wie es seit Jahren mit ihm abwärts gegangen war. Seine Frau, die Tochter reicher Eltern, ver langte größeren Luxus, als er ihr mit semen Mitteln bieten konnte. Die Scbwieaereltern. die nur unwillig zu der Ehe ihre Zustimmung aeae den hatten, wollten sich nicht zu einer Unterstützung verstehen. Da munten die großen Summen, welche der Haushalt erheischte, aus dem Geschalt genommen werden. Dann kam die alte Ge schichte: Sheldon versuchte, den Aus fall durch Speculatwnen zu decken, die fehlzchlugen nnd das Ende nur um so schneller herbeiZuhrten. Jetzt," schloß er seine Erzählung, habe ,ch nur eine Pflicht zu erfüllen: Euch Eure $5000 zu retten." Wie wollen Sie das thun?" fraate Frühauf, der sich inzwischen beruhigt und seme kühle Ueberlegung wieder geWonnen hatte. Ga$ einfach." entgegnete Sheldon. Mein Haupt'Gläubiger ist die Erste Nationälbank- in Silverdale. die eine Hvpothek von $20,000 auf meiner Fab rik hat. Da die Bankbcamten aber recht ant wußten, dan mem Kredit so fort gänzlich ruinirt sein würde, sobald es bekannt würde, daß mein Eigenthum so hoch belasttt war, so haben sie das Instrument mcht eintragen lassen. Die Bank wollte sich sichern, gleichzeitig aber nur Geleaenhelt geben, meinen Kredit nach anderen Richtungen auszunünen, da dabei ci nur Andere verlieren konnten. In diesem Umstände liegt unsere Rettung. Ich bm hierhergekommen. um Euch meine Fabrik zu verkaufen. dann verliert Ihr Nichts, ich führe da Geschäft fort' a-lS Euer Verwalter und dlk Bank hat das Nachsehen." Und was soll die Fabrik kosten, warf 5ennedy ein, ist es recht, die Bank zu, hintergehen ? Sheldon fuhr fort: Ich verkaufe Euch die Geschichte 'für den Betrag Eures Wechsels, $.5000, natürlich unter der Bedingung, daß ich sie zurückkaufen kann, wenn ich die Mittel habe. Was die Bank anbetrifft, so brauchen wir uns keine Getvissensbisse zu machen. Die Leute haben mich ruinirt, haben mir Wucherzinsen Zur jeden Vorschuß abgenommen und mich ausgepreßt wie eine Citrone, so lange noch ein Dollar aus mir herauszupressen war. Der BankPräsident, mein Herr Schwiegervater, war der Schlimmste und ich würde mich von Herzen freuen, wenn ich ihm die Fabrik aus den Händen reißen könnte, die er schon als sein Eigenthum betrachtet. Der Borschlag wurde nach allen Sei ten hin erwogen, lkennedy hielt ihn für "vorzüglich und wollte .sofort ein schlagen; Frühauf heg!e Zweifel. Die Sache schien ihm fraglich; abgesehen davon, ob ein Verkauf unter den obwab tenden Umständen rechtskräftig sem würde, war , er der Meinung, daß die Hypothek trotz eines Eigenthumswech. sels in Kraft bleiben und also auf die vorgeschlagene Weise nichts gewonnen werden, lonnte. . Nach vielem Hin- und Herreden ' Entschloß man sich, einen Rechtsanwalt aufzusuchen, der nach sorgfältiger Erwägung dringend davon ab riech, auf Shcldon'S Vorschlag einzn. gehen. Wenn der Verkauf auch wirb lich zu Recht bestehen würde, so sei mit der Hypothek dasselbe der Fall?,ihi Werth werde durch den Verkauf. nicht im Geringsten beeinträchtigt. Außerdem würde der Transaktion immer ein Odium anhaften, das eine junge Firma um jeden Preis vermeiden müsse. Gibt es denn kein Mittel, unsere S5000 zu retten? fragte Frühauf, ziK ternd bei dem Gedanken, daZz diese für die junge Firma fo große Summe unrcttbar verloren sein könnten , ' . Der Ncchtsanwalt erlvidcrte bedachZÄMMMMMVeMiEMiKö Wenn Herr Sheldon Ihnen eine Hypo thek für den Betrag Ihres Guthabens
SibiesSH mcnt registrircn zu lassen, ehe die For- . ' m "' l-'j:-.. '' es. tl
oerung oer. wani cmijciiugcu i, v haben Sie natürlich das Vorrecht." ,Tas muß sofort geZcycyen: tauen Sie uuverzüglich die Urkunde aussetzen," rief Frühauf., .,; " . fli -Davon wollte- Sheldon aber nichts wissen. Er machte Ausfluchte und es war den Zuhörern bald uar, , oa er seinen Vorzchlag nur gemacht hatte, weil er durch denselben etwas für sich selbst zu retten hoffte. ' Jetzt, da dies unmöglich ' schien, reifte langsam der Gedanke ln ihm, schlienlich doch noch einen Vergleich mit der? Ban? zu versuchen. Glücklicherweise dämmerte es auch in Kennedys Kopf bald, daß sein grter, treuer, ehrlicher Freund Sheldon nicht in uneigennütziger Weise nach New gork gekommen war, sondern nur, weil er keinen Ausweg für sich iah. ohne die Unterstützung der New Yorker Firma: Der Hinterwäldler - überhäuste seinen! " . . rn P 1- . 'i-- I ä. : .: 1 .i reunv in einer xveiie rnn locmg schmcichelhasten , Bezeichnungen und Drobunaen. dan Sheldon schließlich. als Kennedy die, Absicht aussprach, handgreiflich zu werden, aus reiner Angst klein beigäb und das Document unterzeichnete ja, er erbot sich auch. dasselbe selbst Mit nach Silverdale zu nehmen und dort eintragen zu lassen. Die prompte Besorgung war aber von zn großer Wichjigkeit und der vorsichtige Frühauf, 'dessen Mintrauen gegen den Fabrikanten noch nicht ganz geschwunden .war, entschloß sich, selbst die allerdings unter den Umstanden etwas unangt' nehme Nelie zu unternehmen. , An demselben' Abend suhr der junge Kaufmann mit dem Nachtzug nach dem im westlichen Theile New Yorks gelegenen Städtchen Silverdale. wo er am , . . , M f 1 1 nächsten 'age, gegen ein uyr acymtttags eintreffen sollte. War die Reise schon an und für sich in Folge der starken Kalte nichts weniger als gemüthlich, so wurde sie dadurch für den Reisenden zum Marterpfade, daß der Zug von Station zu Station hinter , der fahrplanmäßigen Zeit zurückblieb und rechtzeitiges Eintreffen in Silverdale mit jeder Stunde unwahrscheinlicher wurde. Eine Verspätung von zwei Stunden bedeutete aber den Verlust eines Tages, denn um drei Uhr wurde das Bureau des Regiflrars geschlossen. Was Früh auf gesürchtet, trat ein. In Jron City, wo er umsteigen mußte, um auf einer Zweigbahn nach Silverdale zn fahren, traf der Zug fast eine Stunde zu spät ein; er hatte den Anschluß verfehlt und die Passagiere mnßten auf den nächsten Zug warten, der um halb drei Uhr abging und zehn Minuten vor drei Uhr in Silverdale fällig war. Es war um die Mittagszeit und der Kaufmann hatte es sich nach dem Genuß einiger Butterbrode und einer Tasse Kaffee mit Hilfe seiner Reisedecke bequem gemacht, um eine kleine Siesta zu halten, als sein Ohr auf den in einem Bretterverschläge in der Ecke des WartesaaleS arbeitenden Telegraphen aufknerkfam , wurde: Frühaufs Partner Kennedy war ein leidenschaftlicher Tclegraphist und hatte in dem kleinen Nest in New Jersey, in dem er wohnte, eine Gesellschaft gegründet, deren Mitglieder ihre Häuser nntiDrähten verbunden hatten und sich jeden Abend vermittelst des Telegraphen zu unterhalten pfleglen. Während des Sommers, den der Deutsche im Hause des Theilhabers zn verleben gewohnt war, hatte man auch ihn zum Erlernen des Tclegraphirens gepreßt und er war soweit. gelangt, das !Norse Alphabet ziemlich geläufig, zu gebrauchen und nach dem Gehör Depeschen zu übersetzen, wenn nicht zu schnell gearbeitet wurde. Ost hatte er sich mit Kennedy verständigt, wenn ein Käufer im Bureau . anwesend war, indem sie sich , durch Nlopfen mit dem Bleistift aus d Schreibtischplatte gegenseitig Winke tcle. graphirten, ohne daß der Uneingeweihte etwas Außergewöhnliches bemerkte. Jetzt in dem einsamen Wartesaal, in dem außer dem' Knistern des Feuers kein Laut hörbar ? war, unterbrach der Telegraph die , angenehme Stille in recht ungemüthlicher Weise, und Früh, auf mußte seinem Ticken lauschen, ohnt es zu wollen. Das junge Mädchen an dem - Instrument war augenscheinlich eine Anfängerin und erhielt,' wie das in solchen Fällen üblich, ihre Depeschen vom anderen Ende sehr langsam; es wurde unserem Freunde daher leicht, dieselben zu übersehen. Nachdem er schon einige Gratulationen zu Geburten, Nachrichten : von glücklicher Ankunft iu s. w. gelauscht hatte, war er doch noch im Begriff, in einen leichten Schlummer zu verfallen, als er plötzlich überrascht aufsprang, denn die De pesche, die er da hörte, war 'für ihn von höchster Wichtigkeit und 'erforderte rasches Handeln. Sie lautete folgendermaßen: ' - Rechtsanwalt James . 91. Maigne, Jron City Hotel, Jron City. Lassen Sie .sofort unsere Hypothek aus Shel-, don k Crawfords Fabrik eintragen.' Größte Eile nöthig. . t': .' -.- Erste Nationalbank von Silverdale." Hier stand ' Alles . auf dem Spiel. Frühaus war sich bewußt, daß er diesem Herrn Maigne um jeden Preis zuvorkommen niußte. Mit drei Schritten stand er vor dem Fenster, der Telegraphistin und fragte: ' " Der nächste Zug nach Silverdale geht um 2:30, nicht wahr?" ,7- , ,. W' fc ,, '., , f... -.!. -l 1 -!!i'!l-i ' ijMj! -, if Ja," war die Antwort.!',' ,'7 Wie groß ist die Entfernung?" iKfymtinW .ir- Kann ' man einen Schlitten bekom? Äen" ''h1 fiJ40m$WW:' ' Vielleicht im Jron City Hotel." 1 F Dank 1 w 'u,l4t ... -,f:, w;fi ;,i,i,5;-s-.'.''.L,i',,:,.-:;,!:-!i-.i1::,!i;; v-f:,.' Fort war er. Sein Entschluß war gefaßt. Wenn er die Eisenbahn benützte, traf er erst wenige Minuten vor drei in Silverdale ein. Es war iekt -'Sii'1!:',.11"' ';l:,v,: " r i'ia ' " " t. ein Uhr Mit emem Schlitten und gutem Geivann konnte er lanae vor l dem Zuge an Ort und Stelle sein. Im Hotel fand er. was er suchte, ließ sich von dem Kutscher, in Decken verpacken
und war eben im Beariff.1 ihm die 7etz .ten Jnstructionen zu geben,' al e: hm . . . ?Tr r 7 0 v , am :f. Iler ncy rufen yorie UNS ; vcu niw m Begleitung ' eines kleinen , beleibten Herrn mit grauem Backenbart, eme Reisetasche in der Hand, auf den Schlit ten zueilen sah' Ganz richtig vermu thete der Kaufmann in dem kleinen Herrn denNechtsanwalt. der auch zeitig nach .Silverdale zu gelangen' wünschte und rief dem Kutscher zu, loszufahren. Letzterer versuchte,, seinem Fahrgast klar zu machen, daß er Gesellschaft haben und einen Theil des Fuhrlohns ' sparen könne, - erhielt aber zur Antwort,' daß ihn das nichts angehe und er nicht lan ger zögern solle. , Verdrießlich befolgte er den Befehl,, wurde aber bald ver söhnlicher gestimmt durch das Verspre cheu doppelter Bezahlung, falls er Sil verdale mindestens eine Viertelstunde vor dem Eintreffen des Nachmittags zuges erreiche. Die 5vabrt war vrächtia. Soweit das Auge reichte, deckte der weiße,- in der hellen Wintersonne glitzernde Schnee die Landschaft und der leichte Schlitten flva Über die glatte Fläche, als ob die fräs jf - .r.-i-.-.Ä..-. j.ii or,r.. iigeu Pseroe uocrijaupi icliic s ziehen -hatten. Schon war etwa die Hälfte des Weges zurückgelegt, als der Kutscher von der Landstraße abbog, um eine Krümmung derselben übzuschneiden. Dieser Versuch wurde verhanZ nißvoll. Während auf der vielbefahreneu Landstraße der Schnee fest und hart war,' lag er auf dem Seitenwege lose, der Schlitten gerieth in eine Wehe und stand bald still : die Pserde bis all den Bauch und das Gefährt bis fast zum Sitz im Schne. Kutscher und Passagier mußten aussteigen, und ihren ver. einten Kräften gelang es nach Verlust einer kastharen, für Frühauf zur Ewig, keit werdenden Piertelstunde, Gespann und Schlitten zu befreien. Es blieb nichts übrig, als auf die Hauptstraße zurückzukehren, und durch schnelles Fahren den Versuch zu machen, die verlo, rene Zeit wieder einzuholen. So sehr der Kutscher aber mich, du Pferde ' antrieb, es war schon zn viel Zeit verloren, und als er eben mit der Peitsche auf ein hinter dem nächsten Hü gel sichtbar werdendes Gebäude mit den Worten: Das ist das Gerichtsge bände von Silverdale!" wies, hörte Frühauf in weiter Ferne das Rollen des Zuges von Jron City, der ohne Zweifel den Advokaten nach dem gemeinschaft. lichen Bestimmungsorte brachte. Wie wild hieb der Kuticher auf die Pserde, in rasender Eile jagte der Schlitten da hin, um me kurze Strecke bis Suverdalk in den wenigen Minuten zurückzulegen, die noch übrig blieben. Schon waren die ersten Hauier erreicht, der Kausmann knöpfte feinen Rock auf und nahm das Hypotheken Instrument aus der Tasche, um keinen Augenblick zu verlieren jetzt bog der Schlitten um die Ecke in die Hauptttraße. Hatte der Kutscher zu scharf gewendet oder war eseine natürliche Folge der rasenden Geschwin diakett statt den Pzcrden zu folgen. schleifte der Schlitten weit nach links in der Richtung der Straße weiter, aus der er gekommen war. Frühaufsah die Gefahr und versuchte, auszusprin gen, um sich Nothfalls durch einen Sprung zu retten, , aber ehe er semen Vorsatz ausführen könnte, flog das leichte Fuhrwerk mit furchtbarer Wucht gegen einen eisernen Latcrnenpsahl. zer brach in tausend Stücke und der Neu sende wurde im hohen Bogen auf die Straße Zcschlcudert. Er fühlte einen heftigen Schlag gegen den Kopf, ver suchte mit Anspannung , aller Kräfte noch einmal, sich aufzurichten, um zur Ausführung seines Vorhabens l:ach dem Gerichtsgebäude ZN laufen machtlos sank er aber zurück, fühlte nur noch, wie eine fremde Hand ihn zu, stützen suchte dann schwaild sein Bewußtsein. Als Frühanf wieder, erwachte, fand er sich, entkleidet, in einem reinlichen Bett, das von einer, spanischen Wand umgeben' war. Hinter derselben brannte eine Lampe, nnd aus dem leisen Klirren der Stricknadeln und dem zeitweisen Rauschen eines Kleides schloß der Kranke, daß dort ein weibliches Wesen über ihn wache. , Er hüstelte leise und hörte gleich daraus.' wie das Strickzeug aus der Hand gelegt wurde. Einen Augenblick später erschien in der Oeff. nung deZ Schirmes der Kopf einer alten Dame, deren große, braune Augen , sich forschend auf den Patienten richteten. Als sie sah, daß er erwacht war. kam sie naher und fragte theilnahmsvoll nach seinem Befinden. Er dankte, klagte, daß sein Kopf ihn schmerze, und wollte wif jen, wo er sei. Im Hause von guten Freunden lautete die Antwort. , Seien ; Sie un. besorgt und schlafen Sie, bis der böse Kopf,chmerz fort ist" - Und meine Hypothek?" fragte dann ängstlich Frühauf. welcher sich jetzt der vergangenen Ereignisse zu erinnern begann. , gst ln Ordnung. Nun aber stille und geschlafen", gebot mit sanfter Entschiedenheit die Pflegerin, , zwang den Kranken, einen Löffel Medizin zu .neh men,- strich die Kiffen glatt, legte seinen Kopf auf die, Sei, wie, den eines klei nen Kindes. und Frühauj verfiel : von Neuem in tiefen Schlummer. Diesmal störten ihn aber böse Träume er lag hilflos im tiefen Schnee und war bereit, zu sterben: da retteten ihn die braunen Augen seiner, Wärterin. '. In endlosen Variation wieder zurück, merkwürdigerweise aber verjüngte sich dabei stets das freundliche lächelnde Antlitz ,mit , den braunen Augen, die grauen Haare nahmen die Farbe der Augen an und Jugend frische gesellten sich ,zu , Herzensgüte und Freundlichkeit." Endlich erwachte der Patient wieder, in 1 Schwein gebadet. Neben dem Lager stand , ein Herr mit grauem Backenbart und goldener Brille; er hielt die Hand des Kranken in der seinen und sagte lächelnd: , , , 1 ,:, Nun, jetzt sind wir auf dem richtigen Wege. , Dieser Schweiß hat viel geholfen und, bei der guten Pflege werden
rslr bald wieder auf den Beinen sein
Fruhauf fragte, wie lange er gelege und wo er, sich befinde. ! :; Fast drei Tage haben Sie hier ge legen," kantete die Antwort. Sii müffen mit dem Kopf gegen einen Stein gefallen sein und ich fürchtete sehr, daß eine Gehirnentzündung eintreten werde. Dank Ihrer guten Eonstitution aber und der aufopfernden Pflege Ihre, Wirthe ist die Gefahr nun vorüber, uni sobald Sie sich kräftig genug fühlen, können Sie aufstehen.", , In weffeu Hans befinde ich nuaz aber? Das," entgegnete der Arzt, über lasse ich Ihrer Pflegerin, Ihnen zu sa. gen." ' ' Er verneigte sich bei diesen Worten leicht gegen die alte Dame, die lächelnd zugehört hatte, verabschiedete sich uni verließ das Zimmer. Die liebenswürdige Pflegerin nah die Hand des Kranken in die ihre z Uni sagte: ' ' ' Iekt muss ich wohl beichten, um Sii zn beruhigen. Am vorigen Freitag kam meme Tochter Emma as der Musil stunde und war nicht zehn SchrUt vom Hause kichern!, als Sie aus den, Schlitten vor ihre Füße flogen Glücklicherwcise , ist Emma keines der Mäd chen, die sich in solchen Fällen nach den Armen eines Beschützers, umsehen, unz araziöS in Ohnmacht zu fallen; si sprang vielmehr entschloffen vorwärts und stützte sie, als Sle sich ausgerichtet hatten. ' Aus den unzusammenhangenden Vorten, welche Sie stammelten, schloß meine Tochter, daß es von größter Wichtigkeit fei, das , Papier, welches öictn de, Hand hlelten, auf dem Gericht zu depo niren. Sie ließ Sie sanst, zur Erde gleiten, rief mich herbei, trug mir auf, Sie ins Hans schaffen zu lassen und eilte dann gelbst nach dem Gericht und zum Arzt." Wie soll ich Ihnen und Ihrer Doch ter danken", rief der ranke und vey suchte,., einen Kuß auf die Hand bei Dame zu drucken. , Sie entzog ihm dieselbe und sagte: Wlr haben nur unsere Pflicht gethan, Allerdings scheint es mir, als ob meine Tochter Ihnen unbewußt einen großen Dienst erwiesen hatte." Dn hast also doch geschwatzt, Mama, trotzdem ich es dir verboten hatte," ricj in diesem Augenblicke eine frische, elle Stimme und in der Oeffnung der spa Nischen Wand erschien das Bild, das die Traume des Fiebernden ihm vorge führt hatten, die Tochter der Pflegerin. Bis auf das wellige, braune Haar das Ebenbild der . Mutter, leuchteten ihre braunen Augen dem Kranken entgegen, wie die Sterne dem einsamen Wanderer in der Wüste, wenn die Nebel sich zer theilen und hatten es ' seine Kräfte ihn gestattet, dann wäre Fruhauf aufge sprungen und ihr zu Füßen gefallen. Sie mochte erkennen, was rn ihm vor ging, denn sie rief ihm zu: - Kein Wort des Dankes ! Ich hab. nur gethan, was meine Pflicht war. Uebrigens würde ich mich vielleicht nich! so beeilt haben, hatte ich gewußt, dajj ich Papa damit einen argen Streich spiele wurde." Ihrem Papa", fragte Frühanf ver wundert, ist Ihr Herr Bater viel leicht....? , FameS K. Maigne, zu dienen", sieZ Emma lachend ein. Anwalt, der Ersten Natlvnalbanl.von Silverdale. Seie Sie übrigens unbesorgt, er ist Ihnen nicht böse und wird es Ihnen sclbjZ sageil. . DieAufregung der letztenViertelstundi war für den Patienten zuviel geivesen. Sein armer Kopf, war noch nicht im Stande, sovlde Überraschungen auszu kalten und er müßte die Augen schließen Das war aber sein letzter Ansall vor Schwache und nachdem derselbe über wunden war, ging die Besserung mij Riesenschritten vorwärts. Wald konnt Frühauf sein Lager verlassen , nnd dev Damen Gesellschaft leisten oder: sich mit Herrn Maigne im Schach meffen. Tel Nechtsanwalt war verständig genug, die, Schlappe, die er erlitten, nicht aus die Person des Kansmannes zu über. tragen, sondern zollte ihm im Gegentheil Anerkennung für sein entschlossenes Vor. gehen. Der Deutsche fühlte sich wohl ir dem gastlichen Hanse, er empfand nach langen Jahrm wieder, was es heißt, heimisch zu sein und schied schließlich mit schwerem Herzen von den liebenswürdi. gen Leuten, denen er so viel zu danken hatte. , . Obgleich' Kennedy? und Frühaus's Hypothek nun volle Giltigkeit hatte, ver. suchte die Bank doch durch die üblichen gerichtlichen Kniffe ihrem Instrument, welches allerdings eher ausgestellt, .ab später registrirt worden war, das Vov recht zu verschaffen; vielleicht war es auch nur ihre Absicht, unsere Freunde zu einem Vergleich zu zwingen, indem man ihrem Bestreben, in -den Besitz des Geldes zn gelangen, alle mögliche Schwierigkeiten in den Wrj legte. Als der Zwangsvcrkauf der Fabrik vor sich gehen sollte, erlangte die Bank einen Einhaltsbefehl und erst nach langen Streitigkeiten erlangten die New Jorkcr ihr Geld wieoer. Währmd des Prozesses war Frühauf's Anwefenheit in Silver dale . wiederholt nöthig und ? daß ei jedesmal das Haus seiner' Erretter auft suchte, bedarf wohl' kaum der Envähnung. Kennedy freilich behauptete, daß der Rechtsanwalt die Sache ebenso gut besorgen könne er wußte elc:i nicht, daß ganz andere Umstände seinen TheilHaber nach Silverdale zogen und daß die braunäugige Emma eine Hypothek aus das Herz des blonden Deutschen erworben hatte. Er erfuhr es erst, als bei dem letzten Besuch Früauj's in Silverdale dieser seiner Retterin die inziige Liebe gestanden, bic sein Gemüth erfüllte. Erröthend sank das Mädchen n die Brust des Kaufmanns, währen die Eltern den Bund segneten, den ge wohl schon lange geahnt und im Stillen herbeigeWünscht hatten. Und als die Rosen bühten, als dn
Drosseln sangen und die Fluren im hellen, ' warmen Schein der Sommersonne erglänzten, da entführte Frühauf.reines . 4' w ' i t " '" Li --- Lj'
W)iua uno usrieoenyeir im .verzen. sem iunges Weib dem Stadtchen, m ds er mit banger Sorge eingezogen war no wo er Mit knapper :'coty oem geschäftlichen Untergang. ' wenn nicht dem sicheren Tode, entronnen war. Raimund Anekdsten. Es gab wohl kein Gemüth so le. sen wir im Jllustr. Sonntagsbl." das weicher, zarter, empfindsamer ge Wesen Ware, als das Raimunds, des unglücklichen Dichters. Einen Theil des Jahres verbrachte er in Gutensteiu; hier glaubte das harmlose Dichterherz in der idyllischen Welt zu leben, wohin es der Sittenverderbniß und Entartung der großen Stadt noch nicht vorzndrin' gen gelungen war. Die schlichten Bauern, unter, denen er sich bewegte, hielt er für Uuter moralisch fleckenlose Geschöpfe; hier, meinte er, müsse das goldene Zeitalter zurückgekehrt sein, und besuchten ihn seine Freunde, so meldete er ihnen, hier fei die Sage von jenem glücklichen Thal, welche das Märchen berichtet, znr Wirklichkeit geworden. Einmal hatte Raimund wieder Be such aus Wien ; es war dies der Land schaftsmaler Nikolaus Kossler, welchen er hochschätzte. Mit diefem machte, er emen Gang ,n s Freie und konnte, wie gewöhnlich, nicht genug Worte finden, nm seine-Nachbar die Gutenstciner Bauern, mit begeisterten Worten zu rühmen, in blendenden Farben den Ge gensatz auszumalen, den sie zur Ver kommenhzit der Städter bildeten. Noch war er im besten Zuge da taumelte den Lustwnndelnden ein betrunkener Bauer laut fluchend entgegen. Was der Tausend, Hansl, rief Raimund erblassend nnd entsetzt, bist Du denn wirklich' betrunken?!"' Der Bauer konnte sich kaum auf den Füßen halten, stand jedoch dem allgemein verehrten Stadtherrn" Rede, so gut er konnte. Gnädiger Herr", stammelte er, mei Vater, per a.lte Hallnnk, will mi bei der Theilung von einem Ackerfeld über vorth'ln, aber i geh standapcdizn G'richt und laß den schlechten Spitzbub'n von Haus und Hos jagen!" Damit taumelte er weiter. Raimund stien einen Schmer zensschrei aus und stürzte.den ihm nach rufenden Kosflet ohne Antwort lassend, nach Hause. Dort schloß er sich in sein Zimmer ein und blieb den ganzen Tag, die Nacht und den folgenden Morgen einsam im finstersten Trübsinn. Es war sein schöner Traum.seine echt dichterische Phantasie von der patriarchalischen Sittenreinhcit seiner Gutensteiner Banerst ihm zerstört worden,und nun weinte der Dichter seinen vernichteten Jllusto nen nach. Als Raimund ansangs der dreißiger Jahre in Hamburg gasttrte, wurde er z dem bekannten Arzte Dr. Mayer ge laden. Er vergaß aber die Stundedeö MittagstischeS und erschien um eine Stunde' zu sruh. Frau und Tochte befanden sich auf der Promenade, Dr. Mayer in seiner Studirstube. wohin Raimund geführt zn werden verlangte. Als ihn der Bediente meldete, rief der Arzt wohl vernehmlich: Nur einen Augenblick! Ich will vorerst meine vier Leichname bedecken. So, icjjt laß Herrn Raimund eintreten." Raimund hörte die Worte des Doktors, und leichenblaß bei seiner außerordentlichen Scheu vor Leichen trat er cm. Was hab' ich ge hört?" stotterte er. Sie werden mich doch nicht in Ihrem' Anätomiezimmer empfangen?!" Allerdings, so etwas sollten Sie nicht verschmähen. Will ein Schauspieler getreu die Natur wieder aeben, muß er auch Anatomie studircn." Ich stelle lebendige Menschen dar und keine todten", erwiderte Raimund und sah . sich scheu im Zimmer um. 5?ommen Sie näher", sagte der Dok tor. ..Sie müssen nicht so ängstlich sein. Ich habe hier drei Leickname, die ich soeben gekauft habe." Ge kauzt? Wird denn in Hamburg mit Menschen fleisch gehandelt? Und wie haben Sie es in s .vaus bekommen?" ..Sehr ein fach: mein Diener hat sie offen hierher getragen. Sie sind sehr schon und . ' -' : .17. . lrizu); icn oacyie, ic nayrnen einen davon von mir zum Gezchenk an." Raimund war mit einem Satze bei der Tbür. i.Ich schenke Ihnen diesen hier". sagte der Arzt, hob das Tuch auf und überreichte dem Dichter emen - prackt vollen Truthahn. A us de r Gerneindesch ule. Lehrerin: Wer kann mir noch ein rückbezügliches Zeitwort nennen? Marie: Sich setzen." Lehrerin: Gut. Anna, konjugir eS!" Anna: Ich setze mir. Du setzest Lehre, rin: Aber Anna! Wer weiß es besser?" Klärchen: Ich bin so frei und setze mir, Du bist so frei und setzest "ir Vor einem Schweizer Gericht stehen Peter als Beklagter und Hans als Zeuge. Gerichtspräsident; Hans, Ihr heit also g'hört, daß Peter gseit her. mir Richter und Adöokate syge alli Spiybube?" Hans: .Ja, Herr Präsident, u er het sogar gseit, er wclls schriftlich gä." G.: , Heit er echs schriftlich, la gä?" Nei, mir hei ihms süst (auch so) glaubt!" , : i ' - Einfacher Ausweg. Prä. sid ent :Habcn Sie Zeug en ? Ange klagten Ja. meine Frau. Präsident: Die eigene Frau kann nicht Zeuge sein. Angeklagter: Gut, werde' ich mich von!ii)r:a)?id? IWMMWBW nitz. Polizeiwachtmeister: Sie bekommen sür Ihren nächtlichen Straßenunfug zwanzig Mark Strafe. Bummler:! Mir recht. Her damit lWf prmj. i! il Phrase s ü r einen Sens a t i o n s r o m a n. Sie hielt gewaltsam ihre Thränen zurück, konnte eS aber nicht verhindern, daß einzelne schwere Tropfen aus ihren Hühneraugen hervorquollen.
Ser Jigtunerfreund. , Zwischen dem österreichischen Erzber zog Josef und den Zigeunern h Un
garn besteben ganz eigenartige, ruh rende Beziehungen. Der Vrin; ist. wie bekannt, ' der größte Kenner ihrer - J" - . r . , . prcye uns ,yrer ewoynetten, er Nimmt lich oes arg verleumdeten Ätammes durch Schrift und That' an, und die braunen Leute lohnen ihrem Pro tector durch dankbarste Zuneigung. Wer Erzherzog hat wahrend dieies außeraewohnlich rauhen Winters seine Schützlinge vor grimmer Roth durch besou- ? .c vtifc ouncytuugai wcjüa.ju liuo oir Zigeuner haben dagegen jüngsthin seinen rtf f. i.A'..' i . .. ., . " .' Wuicroirecivr xvsm vor einem chwe ren Unfall behütet. Der schrcibaewandte Erzherzog berichtet über den Vorgang an das ungarische Blatt Kalo tasseg: An einem sternenhellen, sehr kalten Ävend fuhr mein Gaterdkrector Libits mit seiner Gattin Und ie:nm zwei kleinen Töchtern am einem Schlit. ten aus munem Schlote nach zemer lczuther Wohnung: plötzlich fuhr ein angetrunkener Schwabe mit seinem Wa M so heftig au den Schütten, daß essen Stange brach, die Stränge rissen und die feurigen Pferde, scheu geworden, davonsprengteiu Zum Glücke hörte der vor seme: Hütte mit seiner Familie beim Jener kauernde Joses Georg Kolompar die jollseruse. Alle. Männer. Weiber. Kin . der, liefen herbei und eS gelang ihnen, öle Pseröe zum Stehen zu brmgen: dann holten sie von ihrem Wagen eine Stange und Stränge herbei, brachten den Schlitten , Ordnung und hüllten die frierenden Kinder in Decken. Hierauf brachten sie daS Mesäbrt nach .ftaiiTr. Der Direktor bewirtbete sie reicklick und lud sie ein, in die auf meiner Pußta ,, errichtete Zigeunertanya zu übersiedeln, was sie am nächsten Tage thaten. Und von dieser Familie erzählte man vor zwei Jahren, daß sie Jemanden auf der Straße ausgeraubt: sie beklaa ten sich damals bei mir wegen dieser Ehrenbeleidlgung, und iv,n Unzchuld kam auch zu Tage. Auch dies beweist. daß diese Haldwilden Nicht so schlimm sind; man kann auch sie mit guter Be dandluna aewinnen und nnittr'n Mir sind sie anhänglich und sie lieben meine Beamten, sie sind auch dankbar. Sie rechnen es mir hoch an, daß ick) in ihrer SvraÄe mit ibnen verkeüre." , - Grillparzer und Vanernfeld. Die langjährigen Freunde Grillpar er und Bauernfeld waren, namentlich m geselliger Beziehunz, zwei durchaus verschiedene Naturen. Grillparzer, so erzählt ein persönlicher Bekannter des Dichters in der Fr. Pr., ver-" schanzte sich gewissermaßen in seinem vierten Stock mit den drei Schwestern Fröhlich, Bauernfeld hingegen hielt es aicht lange zu Haufe aus: er mußte täglich vier bis fünf Plauderstündchen' halten und sabuliren und raisonniren. Arillvarzer war der abaela.itette 5?eind von Einladungen", Baucrnzeld wieder Waren diese zur Macht der täglichen Gewohnheit geworden, " und wurde er ausnahmsweise nicht geladen, nun, Io lud er sich selber ein. In den vier zZger Jahren gab es in Wien elne ange sehene Familie v. L, und Kier aus uahmsweise war Grillparzer manchmal Sonntag Mittags zu Gast. Er stellte aber, immer dieselben Be dingungen: Gäste gewiß nicht mehr als zwei bis drei, Speisestunde 2 Uhr, 3t richte nicht mehr als drei bis vier, da runter als IJec, de rosista.ua ein Wienerisches Rindfleisch. Fran,p. L. war eine steinreiche, mäßig geistreiche, stadtkundig sparsame Frau, aber sie war, was Frauen so selten sind, eine vortreffliche ZuHörerin. Mit m einer wahren Andacht lauschte sie auf Grills Harzer's Urtheile und Aussprüche, und, Vsntt der Dichter mit dem scharfblicken den, bezaubernden Auge, den Kopf stets :in wenig zur Seite geneigt, endlich warm wurde, war er durchaus nicht so wortkarg, als man gemeinhin annimmt. Tr gab namentlich gern und ausführlich rr-A.i v..f L:k cl srillulerungeu un aujuarunsn uüci die Entstehung, die Tendenz, die dra Natiickett und vmckJloaischen Mrund ;üge seiner Stücke und Charaktere. Der' Erzähler erinnert sich einer eiaenariiattl Bemerkung Grillparzer'S über feine, .Sappho". Man sprach davon,,wie schwierig die Nolle der Melitta für die Darstellerin sei, und Grillparzer ver sicherte, daß er nur eine einzige Schau, spielerin gekannt, welche diese so Heike-, lige Äolle" so gespielt, wie ich mir sie gedacht und gewünscht habe" und das war Madame 5?orn. Ich habe mir überhaupt lange und lange überlegt, ob fr fc " 1 vW :n lcy öleze Meittta mcht ganz ans dem Spiele lassen soll, aber ich mußte doch dem Phaon etwas für seinen Schnabel ,geb'en!- " : - -.fc E i n i H e r r h a t e i n e m Kleiderhändler, , der mit dem Kahn auf dem See umschlug das Leben gerettet. Dieser bedankt . sich tausend Mal und jajji tuicui .ccucusiciici;; o1 iyzr Sie haben bei diesem glücklichen Ereiz rv.-:v . v ...t. ' rv i. . . k II l t rv j- r i : . 11 't A7llri VtlUUlUtU , juui ich Ihnen bei dieser passenden Gelegen heit meine ; Geschäftskarte 'überreichend in Artn f.:fi. rr ..m st'-, ...t il,UW JtUlJlfe UtUUllJl IG Mark!-. m gramen. rore) et; Wissen Sie auch, wie ' das Schlo ßHn' IZrn hV"t trirt T-r i-TtltPTIf ttr itxtra-. 'unden? Schüler: Ich hab's, ich hab's, es ist mir auf der Zunge. Pro im.. rr: z-'V : -;'cr : r ; . : j : w :. " iu - i'-"- - - - - ciiüc: : i'icxjmciv niic vii c, mein Lieber, das putzt das Sehnn. Schü!er - ( schnupft und niest) : Hradschin l Wt4iin - ' ' i ?,. , :? st Plt 1!! L lMß W S'Wi E ne g u teio cj tcr. Tochter, ines Handwerkers (nach Beendigung hrer Toilette): ,Nun adieu, Papa, ich 'i sX nrrf inmtvt IM mitt iii v uvit uvaiiiuiki t 'Oüic; r äii'JiSäalÄitSDir !&jtcr r! vift rt tiitrt riofr Pit trt''' .mutz. Nllier. was mal ,ir e'.n tt lenke doch meine Stellung ' iiS-!
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