Indiana Tribüne, Volume 14, Number 168, Indianapolis, Marion County, 8 March 1891 — Page 3
Die 3 erin I) iir ö l s 0 r uö er. Sozialer Roman vs? M. L n t t t S b u r g. (12. .Fortsetzung und Schluß.) ,Jch weiß, was Sie aelZtten, meii fung er I reu n d, denn ich habe Theil ac diesem Leiden genommen. Darum schickte ich zu Ihnen. Ich habe allerdings Rache richten von Ihrem Vater, er wird in kün zeftcr Zeit zu Ihnen zurückkehren. ' Jede? Tropfen VluteS war bei diesen Worten aus Jakobs Gesicht gewichen; er fühlte sich einer Ohnmacht nahe. Jedem Sturm Hütte er kalt und ruhig iVl Auge geblickt, in diesem Augenblick aber schien, seine ganze Kraft gebrochen, kaln e? sich vor wie ein hilfloses Kind. FaßenSie sich, Jakob, nun wird der Druck, der Ihre Jugend verkümmert, von Ihnen genommen werden. Ich hatt! zwar gewünscht, daß mein Bruder noch in drr Vollkraft seiner Jahre zurückgekehrt wäre, um, wenn auch spät, das Glück m demAnblick seiner beidenSöhne zu finden. Leider lauten die Nachrichten über seine Gesundheitszustand nicht bcssnderS günstig.", Herr Geheimrath, sagen Sie mir, aus Bar?cherzigkeit, wo ist er? Ich bin in der That nicht schwach." Cciue ganze Erscheinung strafte diest Worte Lügen, aber er machte einen Versuch, sich höher auszurichten, und er gelang. Ihr Vater ist bereit? hier in der Stadt. Wie ein Schlag ging eS durch Jakobs Körper. Führen Sie mich zu ihm, Herr Ge hcimrath. Sie werden es thun." Gewiß, Jakob," sagte Herr Aren n:r, dichte an seinen Nesfen herantretend, denn er fürchtete in der That, daß die gewaltige Erschütterung nachtheilige Folgen für den jungen Mann haben Im-i. fjc rrt r rvc uinnc. uj lvlu ogicm; mu ynen aeken. nur müssen Sie fiA vor allen t r - li i f Dingen sammeln und beruhigen. Ihr ift m neinrtt foionS ff .in iviy twj, iltvni "Wlt können ihm nicht int diesem aufgeregten Zustande gegenübertreten. Gedulden Sie sich nur einige Augenblicke. Ihr Vater ist hier im Hause." Jakob sagte nichts, aber er ließ sich auf einen Stuhl nieder, und sein Kopf sank auf die Lehne desselben. Der Ge heimrath war ihm zur Seite getreten, ihn zu stützen. Er redete beruhigend auf den junge Manu ein, aber es dauerte lange, ehe dieser durch (m Zeichen zu erkennen gab, daß er den Worten' folge. Erblickte plötzlich zu dem Fabrikherrn auf, indem er mit einer leidenschaftlichen Bewegung dessen Hand ergriff. Herr Geheimrath, ich fürchte, Sie werden mir nie verzeihen können,flüsterte er leise. Ich hoffe," Jakob, wir werden noch gute Freunde. Beruhigen Sie sich, wir sönnen nicht eher zu Ihrem Vater gehen. Er bedarf sehr der Schonung und Ruhe., Ware sein Verlangen, seine Kinder zn sehen, nicht so groß, daß ich fürchten müßte, auch Ihr Fernbleiben könnte von den nachtheiligsten Folgen für ihn sein, so würde ich es für besser gehalten haben, ihm einige Tage der Erholung zu gonntnt ehe diese Begegnung stattfand." Sie werden mich ganz ruhig, ganz besonnen finden, Herr Geheimrath. .Ich hoffe, diese fremde Anrede, bald mit einer enteren vertauscht zu sehen, Jakob, sie hat mich immer geschmerzt. Aber nun' warten Sie, ich werde Ihren Vater auf ihr Kommen vorbereiten." Herr Brenner ging in das Schlafzim mer und ließ de jungen Mann allein, lange Zeit allein, wie diesen dünkte, eint Ewigkeit. Er saß mit brennenden Wangen und stürmisch klopfenden Puls sen, keines klaren Gedanken? sahig, da und war vergeben? bemüht, sich zu fasseit, zu sammeln. - Sem Vater zurück im Haufe des Bruders! Der Gedanke daran machte ihn erbeben und ließ doch wieder der Hoffnung Raum, daß noch Alles gut werden könne. Dann trat der Soh.l an das Lager des Vaters. Er fand einen gebrochenen Menschen mit sieberglühenden Wangen. Die auf der Bettdecke ruhenden, vollständig abgemagerten Hände deuteten auf harte Arbat und waren noch von der Sonne verbrannt. Auch das Gesicht hob, sich unheimlich von dem weißen Grunde ab. Aber Jakob hätte aufjauchzen mögen er durfte diesen Vater freudig in seine Arme schließen. Gewichen waren mt dunklen, unheimlichen Vorstellungen, die ihn, seit er denken gelernt, gepeinigt, 'er hatte wieder einen Vater, und dieser Vater war kein Verirecher gewesen. Da? Glück des Wiedersehen wurde bald getrübt. Der Kranke hatte den Soh noch gesehen und als den seinen begrüßt. ' Die gewaltige' Aufregung über verwirrte alsbald die Sinne, und fremde unheimliche Worte 5amevon den Lippen des Kranken. Jakob eilte. Hilfe herbeizuholen, der Onkel trat ihm schon an der hur entgegen Der Kranke wird der größter Ruhe bedürfkkq sein. Jakob, ich hone, da sie vorteilhaft auf seinen Zustand wirken ivirb. Sie sehen, er ist in den besten Handen, der Arzt wird' noch ' im Laufe des Vormittags eine tüchtige Pflegerin senden, und ich qebe Ihnen die Versi-
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cherung, daß sowohl Helene als auch ich den 5irank:n nicht verlassen werden. Gehen Sie ;u Ihrem Bruder, um auck, diesem die Nachricht von dem Ereigniß zugeben. Ich' hoffe AlleZ." Jakob wollte dem Manne danken, aber er brachte kein Wort über ' seine Lippen. Wak wäre auch hier, wo 'er sich so schwer vergangen, ein Wort deö , Dan keS gewesen?,;?;'; -r? ) ! AHW Darf ich . wiederkommen?" fragte .et"! e'l s -ll!S!:N;H?;: ; x ;; ": :f ; t f ; i ::: -:: lf Sl , , Selbstverständlich steht Ihnen der Zutritt zu Ihrem Vater jederzeit frei. ES ist 1 ja nicht meine Schuld, Jakob, iSlpafiSi,; y-M0Mf
das sie nicht ein täglicher Gast in diesem 'Hause ak,en7"z '. Der junge Mann verließ da? Gemach. Auf ''den äpiiiböx 'ifgegneie er Helmen mit einer Schwester. ' " Dr sah das; sie sich bei seinem Aubstck , vererbte. Aber sie ging mit iitiäi, leisen Neigen de3 KopfeS an ihm voMc obgleich er eine Bewegung 'gemacht als ob er stehen bleköen wolle, einige Worte mit ihr zu
n. . v., , Wie ein Träumender durchwanderte er die Straßen der.Stadt um sich in das Atelier seines "Bruders zu begeben. Hans Brenner .erfaßte die Nachricht von dem MzedcrerschWlendc uicht mit" dem Empßnben'b aber doch mit einer Freude, ,, die Jakob wohlit T; - - 't- r , tlUl. .... "!!'! I: -. ". li li, " Tu hast den Vater, gesehen?" ' "ZHanIber augenbMlich liegt er leider in einem heftigen Fieber." , Wie fandest Du iIn?,,, . Ich fürchte, ' wir? h abcn dem Onkel ein großes Unrecht zugefügt,?' versetzte. Jakob auswelchend,,.,..... Du glaubst, das unser Vater Würbe er in das HauS eines Man? nes eingekehrt tmf der ihn um sein ganzes LebenSglück gebracht, - der sein Weib, seine Kinde? in bitteres Elend gestürtzt?" Du hast Recht, Jakob; aber der Vater?J&n darfst nicht fürchten, daß er ein Verworfener ist, eher konnte man ihn einen tief Unglücklichen nennen. Er macht den Eindruck eincS Menschen, der unsagbar viel erduldet hat und nun an Leib und Seele gebrochen Zurückgekehrt ist um zu sterben." JakobS Befürchtungen sollten sich nu, zu bald als begründet erweisen. ' Gustav Ärenner Besinnung kehrte kaum noch zurück. Das Fieber steigerte sich im Laufe der nächsten Tage in einer Weife, die jede Aussicht auf Genesung ausschloß. Der Bruder verließ ihn uicht, aber er gestattete den Söhnen des Kranken nur in ruhigen Augenblicken, wenn er regungSlos dalag, den Zutritt. Sie soll tcn nichts von den wilden Selbstankla. gen hören, die unablässig von seinen Lippen kamen, nicht die grausen Schilderungen von überstandenen Gefahren, Noth und Entbehrungen vernehmen. Um den Kindern den Frieden für ein ganzes Leben zu erhalten, durften , sie nichts von all' den Dingen hören, welche die Seele des VaterS beschäftigten. Neun Tage nachdem Gustav Brenner das Haus des Bruders betreten, nahte schon seine Sterbestunde Er war beim Anbruch des Morgens mit vollem' Be wußtfem na emem kurzen, , ruhigen Schlummer erwacht und hatte dringend nach feinen Söhnen verlangt. Der Bruder sagte ihm, daß er sofort Boten nach Beiden entsendet.. Karl, axtb nur die and. Mein ganzes Leben war von Bitterkeit gegen Dich, hen Glücklicheren und Bevorzug? teren erfüllt, und nie ist mir ein Gedanke gekommen, daß ich Leid über Dich gebracht haben könne." oo hatte der Kranke begonnen, als der Geheimrath ihn unterbrach: KemWort weltcr, Guuav. mir haben Beide gefehlt irno hart gebüßt, Du vielleicht schwerer noch als ,ch." Aber auch berechtigter. Ich war in jener unseligen Stunde uichts anderes als ein gemeiner Verbrecher ein Raubmorder." Sprich nicht so, Gustav, wenn Du mir neuen Schmerz und neue Gewissens? bisse ersparen willst. Hatte Dich doch mein Hochmuth und meine Härte auf eine Bahn gedrängt, auf welcher Du straus cheln mußtest." . Nicht Dein Hochmuth, Deine Härte, sondern mein Leichtsinn, meine Genuß sucht hat Alles verschuldet. Sie haben nicht nur mein, meines Weibes und meiner' Kinder Glück und Lelen ganz und theilweise untergraben, sondern aucb Dein reiches, gesegnetes Dasein zu einem klcndm gemacht. Du h aft mir vergeben, ein Mann wie Du kunn nicht anders, aber ich suhle nur zu tief, daß Niemand mir vergeben kann, was ich verschuldet habe. Selbst das elende, jammervolle, von Gewissensbissen erfüllte Dasein hat mich nicht entsühnen können. Aber ich werde doch im Anblick Meiner Söhne und Deine Hand in der meinigen haltend ruhiger und mit der Hoffnung, auf die Gnade Gottes sterben können. .Wie danke ich Dir, daß Du mich aufgenom-, men und dzvor bewahrt hast, daß meine Kinder in mir einen Verlorenen und vermorscuen gesehen, daß ich . in ihrer Erinnerung als ein Unglücklicher leben darf. Unterbrich mich nicht, laß mich die Sprache genießen, fo lange es mir noch vergönnt ist 8 zu können. Ich muß Dir Alles sagen, was noch mein Herz bedrückt, damit ich den letzten, langen Schlaf in Frieden schlafen könne. Ich muß Dir sagen, daß , ich c5 für eine heilige Pslicht erachte, meinen Söhnen ein Bild von dem Leben ihres Vaters zu entwerfen, ihnen zum warnenden Bei? spiel. Um GotteSwillen, Gustav, peinige nicht Dich und mich, wirf nicht von Neuem Schatten auf den Lebensweg T einer Kinder,? rief der Geheimrath erschrocken ans. ES darf nicht fein. Deine Phantasie ist erhitzt, Du siehst begangenes und gesühntes,, Unrecht in einem Lichte, das Dich zu einer Lüge verleiten wurde, wolltest Tn Deinen Kindem Mittheilung davon machen." Ich sehe nur klarer, deutlicher Karl. Laß mich meinen Kindern gegenüber nicht mir einer Luge auf den Kippen , sterben es t unmöglich Sie müssen ganz klar sehen um dcinet und meinetwillen. , Sie werden mir vergeben, daß ich sn einer duttklen,Stunde gefehlt, um des Leidens willen, daß um dieser Schuld willen auf mich gehäuft worden ist.", ,: ":-:;:;m . :,-rrj;.-d.;z ,;: , Noch einmal versuchte Karl Brenner ben Kranken , zu bewegen, , von seinem Vorsatz Abstand zu nehmen; , eö war vergeblich. Ja,', es wollte , ihm sogar
scheinen,, als überwinde em heroischer Wille di: physische Schwache deS sterbenden Mannes (?r saß aufrecht auf seinem Lager, mit gespanntem Ohr, auf WäÄWSS
jedeS Geräusch draußen horchend, und in dieser Stellung erwartete er das Kommen feiner Kinder. Er horte im Nebenzimmer Jakobs Stimme, und in seinen Augen leuchtete es hoher zum letzten Male auf. Er streckte nach dem Bruder noch die zitternde Ncchte us: Leb' wohl, Kerl, (hott segne Dich und Dein Kind! Ich sterbe glücklich durch Dich. Laß mich mit meinen Söhnen allein." . Drei volle Stunden später hauchte Gustav Brenner in Jakobs Almen. seine Seele aus. Er hatte die Kraft gefunden, seinen Vorsatz zur Ausführung zu bringen, und die Ueberzeugünc; iuit aus dem Leben genommen, daß (eine Veichtt ihn nicht den Herzen seiner Kinder ent, fremdet. Jakob war keines Worteß mächtig; stille und ernst , legte , er dl Hände des Todten in einander uni drückte die Augen zu, während HanS ausschluchzend zufammeubrach., Jakob so war ich! WaS wäre aul mir .geworden ohne Dein Beispiel-' ohne Deine stützende Hand?" '
C Abermals war ein Jahr vorbeigerollt, ohne eine wesentliche Aenderung"! dem Leben der beiden Brüder herbeizuführen. Wohl war Jakob Brenne? seinem Onkel um vieles näher getreten, über ein inni, gcS Zusammenleben schien nun nn nimmer hergestellt werden zu können. Wie der Geheimrath vorausgesehen, hatten die letzten Mittheilungen, welcht der sterbende Vater seinen Söhnen ge, macht, einen tiefen und 'nachhaltigen Eindruck, ganz besonders auf Jakol ausgeübt. Er hatte sich mit dem Vate, ausgesöhnt, hatte keinen Groll, sonder nur Schmerz empsindcn können, daß ii so und nicht anders gewesen war, abel eine große Schuld war auf seine eigene Schultern gewälzt morden, eine Schuld, verübt an dem Manne, der ihm so viel Gutes erwiesen. Und diese Schuld schie für immer eine trennende Kluft zwischen zwei edlen Menschen bilden zu sollen, es kam nicht zum rechten Vertrauen. JakobS Scheu und Zurückhaltung hinderten jedl Annäherung, die der Onkel so sehnlichst wünschte; jede erwiesene Freundlichkeit, jedes entgegenkommende Wort bewirkt! das Gegentheil der gut gemeinten Absicht Dennoch waren Jakob und Hani keine seltenen Gäste mehr im Haust des.. Geheimrathes, auch mit Helene verkehrten sie als Verwandte in freund, schastUcher und was HanS anbetraf, um besangener Weise. Zwischen Jakob und ihr wollte es zu keinem rechten Einven nehmen kommen. Sie war ihm gegen, über offenbar scheu nnd zurückhaltend, während sie sich .Hans gegenüber flett von einer Seite zeigte, die ihn in ihr da liebenswürdigste Mädchen der Welt w blicken ließ, der er ohne 'Besinnen sei Herz zu Füßengelegt haben würde, wen nicht Jrcne Grünmald, zur größter Freude ihres Vaters, eS längst ihr tiger genannt. Und doch liebte Jakob seine Cousin Helene mit einer Leidenschaft, von web cher nur Charaktere ergriffen werden, welche die Liebe zu hoch halten, um mit' ihr zu spielen. Si, war der einzige Gedanke, . bei ihn wachend und traumend verfolgte, der ihm das Leben zur Qual machte unj doch wieder hoch beglückte, wenn ihr treuen Augen mit warmem innigeu Ausdruck den seinen begegneten. Ihn selbst verlangte nach einer Am Näherung, und es war ihm, als muss, er auch eine Aussöhnung mit ihr herbei: zuführen suchen, denn er hatte sie einej TagcS tief verletzt. Ihr gleichmäßig ruhigkfrcundlicheS Benehmen ihm gegen: über, ein gelegentliches Ausweichen wenn sie mtt ihm hatte allein sein kon ncn, schnitt ihm jede Möglichkeit afy sich mtt ihr zu verständigen. Kein Ge danke aber, daß e3 ihm möglich sei könne, ihr Herz zu gewinnen, konnt, noch IN ihm auttauchen, es war so selbst verständlich, daß er immer allein blieb. Am ersten Weihnachtötag führte Hau Brenner, Irene, Grünmald als sein ge: llehteS Weib heim, und dieses Bündnik war Jakob eine Gewährleistung für du Zukunft deS Bruders, wenn er noch ein solchen bedurft hakte. Jreue befaß eine großen Einfluß über Hans, den sie sorg: sam zu verbergen verstand und zweifel, los niemals in einer- unrechten Art in Anwendung bringen würde. Jhr ruhi: ges, besonnenes Wesen, im Verein mij einer großen Herzensgute und innige: Liebe für den Gatten, war wohl aeem net, vorteilhaft auf den leicht erregbaren und zu raschen Entschlüssen geneigten Hans einzuwirken. Sie würde ihn Maß halten lehren. Die Hochzeit war in aller Stille ge, feiert worden, Helene Brenner hatte die Stelle einer Brautjungfer eingenommen und war in dem kleinen Gesellschaftskreis fast allein auf Jakob angewiesen gewefen. Sie fand ihn aber, wie immer, sehr zurückhaltend und schweigsam, selbst da? Glück deS Bruders war somit nicht im Stande, ihn zugänglicher 1 zu machen, und das -junge iMäochm wünschte mehr als einmal, daß das peinigende Zusammensein ein Ende haben möge, da eine Unterhal tung kaum aufrecht , zu erhalte war. Endlich war Jakob aufgestanden und hatte sich in dai angrenzende Zimmer zurnckac;oaen. Helene war dunkelroth geworden und empört über dieses Benehmen. ,N mit Muhe verbarg sie lyre Aufregung, doch war sie fest entschlossen, in Zukunft jeder Begegnung nit Jakob auszuweichcn, cZ gab keinen Weg,,, ihn zu bestegen. -,,Jhrcr, offenen, ehrlichen ,Natur aber widcrjtrcbte eS, ihm zu verbergen, daß sie ihm grollle, sie wollte ihm sagen, daß , er keinen , Grund und kein Recht höbe, sie zu beleidigen daß sie ihn gern jedeS Ritterdienstes,' den er ihr aus verwandtschaftlichcn Rückjlchtcn zu Theil werden lasse, entbinden werde. ,, ,Kaum,,!wor dieser Entschluß in ihr lebendig geworden, als sie ihn auch berettZ zur Ausführung bringen wollte. Sie hatte sich von ihrem Sitz erhoben irtid stand im Begriff, das angrenzende Zimmer gleichfalls zu betreten, , als ihr i :::-y r. ..2 . ..i... .i. ,' es (jtuiiinij tji.gcgfiurw.
' Ich süchte Sie, Jakob, sagte sie in klnem Tone, der ihm auffallen mutzte. Er blickte sie beinahe erschrocken an. Ihr Gesicht war ungewöhnlich lebhaft gerathet, ihre Augen hatten nicht den gütigen, milden Ausdruck, den man in ihnen zu sindcn gewohnt war. Ich mochte von Ihnen wissen, was Sie bewog, mich fo lange allein zu lassen? Man hat Pflichten gegen eine Dame, die man einer Verwandten gegenüber allerdings einmal vergessen darf. Sie haben ba niemals in Verwandtschaftlicher Beziehung zu mir ' gestanden. E8 kann fo nicht fortgehen, Ihre bcleidigeude Art empört mich, und ich bin nicht mehr gesonnen, sie zu ertragen,
fo gern ich dem Vater auch große Opfet bringe. Meine Gesellschaft , ist Ihnen osseubar unangenehm. Nun wohl, ich gebe Ihnen olle Frcchctt, sie zu meu den, mt ich bemuht sein werde, em Gleiches zu thun." ; Jakob war b diesen dorten avwech, selnd roth und bleich geworden. Sit stand ihm stolz und zürnend gegenüber, mit erglühten. Wangen und blitzenden Agen, die Lippen vor Erregung bebend. Helene Sie können uicht der., kcn " ,' ' Sie zuckte leicht zusammen. :Dn Ton, mit welchem er ihren Namen ge: nannt, hatte wunderbar ihr Ohr berührt. (Bin Ausdruck von Verwunderung macht. dem Zorn Pltz. O ja, ich bm wohl zum Denken berechtigt, wenn Sie fortfahren, mir in dieser verletzenden Weise zu begegnen. Ich täusche mich nicht, wenn ich der Meu nung bin, Sie legen sich Zwang uf, indem Sie einige Worte mit mir sprechen. Do,Z soll nicht serner sein, ich will Sit von diesem Zwange frei machen und selbst frei werden. Sie solle! mir nicht mehr begegnen, wenn Sie kommen, bat mit Sie nicht in die Lage gerathen, slch zu zwingen, verwandtschaftliche Nücksichtcn zu beobachten." Der wachsende Zom hatte' ihr di, Thränen in die Augen getrieben. Ei stand ihr noch immer voll Bestürzung gegenüber und suchte vergebens nach einem Wort, sich zu vertheidigen. Abc: er mußte etwas Helene, Sie ,chen sich: e5 gieb! keinen Menschen in oer weiten Welt, del der o, mein Gott, haben Su denn nicht geahnt, was in mir vorgegangen ist, die lange Zeit?" - Sie wich unwillkürlich vor dem Bliö zurück, der sie so voll und warm aus sei nen Augen traf. Nun war es nicht mehi der Zorn, der ihre Wangen färbte, som dern der Schreck, die Ueberraschung, du Angst, was sie gethan. Und doch! Vollenden Sie, Jakob, eS muß dock endlich klar werden, zwischen uns", konnte sie, von , einer seligen Ahnunc plötzlich ergriffen, über die Lippen bnw gen. Wir sollten doch gute Freund, sein, und es ist etwas zwischen uns, dai mich unsagbar schmerzt. Warum sini Sie mir gegenüber fo ganz anders, all Sie fein sollten? " r Sie hatte feine Hand ergriffen Unl blickte ihm bittend in die Augen. Ei stand wie in einem Traum, ihm war's, als dürfe er sich nicht rühren, weil ci befürchten müsse, daß diesem Traum elr raucheS Erwachen folgen müsse. Weil ich Sie unendlich , liebe Helene," sagte er dann. plötzlich mu einem Ernst, der einen beinahe erschüb ternden Eindruck auf sie machte. Doch niemals war ich vermessen genug, mei nm Blick verlangend aus Sie zu richten. Unsere gesellschaftliche Stellung wa, für mich eine Scheidewand. Ich hab gegen meine Liebe gekamxft seit einen Jahre Sie sollten niemals erfahren, was in mir vorgegangen ist. Nun habe Sie dennoch einen Blick in mein Herz gethan. Sei es drum. Ich will fort von hier. Sie werden einen anderen Mann beglücken und dann bisweilen meintt - gedenken!" :; Er wollte sich von ihr wenden, alt die kleine zarte Frauenhand hielt mii sestem Druck, die seine umschlossen. Mchi aber noch als die Hand hielt ihn dei Blick, welcher ihm aus ihren Augen ent: gegenstrahlte. Jakob, ich werde Dich nicht gcher, lassen, ich werde keinen , anderen Mann beglücken, denn Dir allein gehört langst mein Herz. Er stand ihr noch immer ' wortlos gegenüber, aber übe? sein Gesicht hxtU tete-das Morgenroth desGlückeS sich auS. Helene es ist Wahrheit? Sie Du liebst mich? Warum sragtest Du nicht früher. Jakob? , ' Erlöst! kam es nur noch tlcf aufath, mend von seinen Lippen. 4 Ein Geschenk. Novelle!!? von Nos. Jeoble. Sir Tyn,dall kam richtig am nächsten Tage zur Assessorln.' Sie erinnerte sich von ihrer letzten Pariser Reise her dun?cl, toi: vorzüglich sich die VenuZ von Milo im Louvre ausgenommen hatte und hatte nun d:e Vase in einem kleinen entlegenen Eabinet auf einem achteckigen Konsol ans Sammet mit dunklen Marmorsockcl placirt, beschattet von Farrcn und Palmen. Sir Tyndall ,warf sich in eine Eaufeu'e, die langen Beine gekreuzt, der. Zucken kennerbaft zurückgebeugt.,, ,, ,, Die Frau Assessor genoß vollends di Wlrkuug, die das Arrangement auf ihv j " ' '"' ' : ' ' ' " ' '"5 ' ' ' " ! .' ' .' : " ', 1 , Stilvoll nicht wahr?" sragte su mit den Augen blinzelnd." . - VYery )eautifull wie kommt die Mxtgcx$$!l Ach", antwortete sie: : . : die wurde bstrUt ich glaube aus Pompeji. . . uzanz oder vielleicht aus dem- alten HomiSMSWHHW'W , Uebrigens beabsichtige ich, sie zu verkaufen", fügte sie nach einer eile reso NhinzuWWAMWMN Ich kaufe nicht gern' Aut'q iitätev aubcr au Ort und Stelle", erwiderte ci lüril1;.!!!!:
, Sie ließ sich indessen nicht abschrecken - nannte, den Preis eine Bagatelle 600 Mark." DaK dies eine Bagatelle sei, fand Sir Trzndall nun eben nicht, aber die Vase gefiel ihm, nur war er in Bezug aus Antiquitäten ein großer PrinzZpienre ter; pompejanische und etrurische Vasen kaufte er am liebsten in Italien; Neliquienschranke in Deutschland oder Holland, Kapitalstümvse und Torsos in Griechenland. Daö Ende blieb indessen, daß er die Vase kaufte für 450 Mark. . V Sir Tyndall war eigentlich gar nicht mit dem Gedanken von Haus gegangen, Extravaganzen dieser Art zu begehen. Der gute Mann, der in dem halben Jahr, das er sich der Mode halber in der Residenz aufgehalten, der geseierten italienischen Opernsängerin Lucia Cas ranti rasend den Hof gemacht hatte, wär 5ines, schönen Tages als ernstlich Verliebter erwacht. Heute hatte es in b: ner Absicht gelegen, sich durch' die Niesenarbeit, ihr einen italienischen Bries zu schreiben, liabenswürdig zn machen, uud ., dazu hatte er . die Hilfe des Italic nisch sprechenden Asseisors bedurft. Als die Vase dann bei Sir Tyndall eintraf, zündete er sich eine Eigarette an und versenkte sich rn einen so selbstgefälligen Kunstgenuß, daß er sich erst.
ii.:.1 als die Uhr sechs schlug, wieder cryov. um zu dmiren. : ' l Er war eben im Begriff,, m der benachbarten Blumcnhandlung das obligatc Vlumenbouquet für die Sängerin zu bestellen, als ihm eine Idee kam, eint wirklich großartige Idee. , Slgnora Caranti sollte die Vase, ha ben die würde Wirkung machen, kolos. sale Wirkung, r , " ' Und er sehte sich an den Schreibtisch und schrieb folgendes Billett: Bella siglia d'Italia. . ;; Dies edle Denkmal aus grauer Vorzeit, gefunden in Ihrem blumengeschmückten. Vaterland in längst entschwundenen Zeiten, das bestimmt war, das Museum eines für das klassische Alterthum , begeisterten Sammlers zu schmücken, lege-,, ich hiermit demüthig Ihnen zu. Füßen, zu Ihren b?thörew den, kleinen Füßen. , r- ...... Ihr getreuer - . John Tyndall. -" Signora Carauti hielt ihre MittagsHitze, als Sir Tyndalls Phaeton - vor ihrem Hotel hielt. Der - kleine, sixe Groom trug die Vase vorsichtig hinaus in ihre Etäge aber dle Kammerjungfer durfte ihre Hernn nicht stören, ehe diese nach ihrem Mittagskaffee verlangte. !p :' Es dauerte heute sehr lange, denn i war beinahe 7 Ilhr und um 9 Uhr sollte Signora rn einer neuen französischen Oper singen. Der Friseur wartete bereits rm Vorzimmer, der Theaterbote wartete, um zu erfahren, welche Arie sie m der Hauptjcene im zweiten Akt eingelegt haben wolle, der Groom war tete auf eine kleine Antwort ' und eine vierte Person, ein wenig angenehmer .Abgesandter eines drängenden Kreditors, des Herrn von Steinthal, der sich heute schon zum dritten Male eingesuw den hatte, wartete auch. Signora schlief sorglos weiter. Wenn uicht eine einsame Fliege, welche die Blumen umsummte, es zuletzt für gut befunden hätte, sich auf ihr erhabenes Naschen zu setzen und es zu kitzeln,-wer weiß, ob sie dann' in' der zachsten Stunde erwacht , wäre, so lüß schlief sie. - : Klara, meinen Kaffee!" Der kleine Groom folgte mit seinem enormen Geschenk der auf hochhackigen Schuhen mit dem eleganten Kaffeeservice hineintrippclndcn Klara auf dem Fuß. ;v - 'r' ' s " ', ? Aber Signora war noch schläfrig; ' sie erhob sich ' halb und gähnte, um sich dann wieder bequem auszustrecken, sah , ')en Groom kaum au, den,, Brief öffnete zIe Mrstüiil!! ! . : i i , Der i Friseur wartet, Signora." ' Laß ihn warten." i Der Thcatcrbote wartet auch." Laß, ihu warten.",, Der Bote,, des Herrn von Sie! tkal " ' v ' -il 'lili' ir I-üh i tli '.:.' t"- u..; . ij! Malcdetto. sieh Zu, daß er geht. Er will nicht gehen; Signora." .' ... Sage ihm, ich schliefe." , 'Er will warten, bis Signora ini Qper fährt, er will absolut mit Signora sprechen." ' !: Inzwischen hatte Signora begonnen sich mühsam ' durch Sir Tyndalls Brics zu kämpfen. " , " ; 'v' 1 Klara, was war es, was derGroon. brachte?" , -: Es steht dort aufdem Kamin; es ist .etwas sehr Schweres.", Laß Herrn v. Steinthals Boten eintreten. k ' 1 1 . ., -:mA;i . , , Der Abgesandte trat ein und präsentirte einen' schon vor vierzehn Tagen verfallenen Wechfel über zweitausend WlaxU . l,m i s'mfm Signora antwortete ihm gar nicht, sondern, setzte, sich ganz, ruhig an ih: Pult,, nahm ,,eine Eorrespondenzkart, mit' ihrem großen Monogramm und :;jchtfe&:, . Lieber Herr v. Steinthal! , ; 1 Wer ist denn die' unangenehme Per son, die Sie mir hergeschickt, haben? Weshalb kommen Sie nicht lieber selbst, dann hätten wir die Sache in aller Gemüthsruhe besprechen können. Sie dür fen mir nicht böse , werden, Herr von Steinthal, ich habe das Geld noch nicht, denn ich bin, um die Wahrheit zu sagen, etwas verschwenderisch. . . Wenn ich etwas wirklich Hübsches sehe, muß ich es kaufen ; so sah ich heute diese antike Vase, , und sosort dachte ich Sie da Äituerfrcüem : Ihre ergebene 1!ii:;:;s!!;f! 0ßSui'0kk Üiaxa, besorge dem impertinenten Menschen da einen Wagen. Und Sie, nehmen Sie die Vase mit." Der Bote drückte die Vase so liebevoll an sein Herz, als ob sie ein kleines Kind wäre und verschwand.
' : Herr vou Stemthal war über die Vase eigentlich nicht so erstaunt, wie man hätte glauben , sollen. Ter genannte, Herr hatte sich im Laufe der Zeit ein ganz ansehnliches kleines Mujeum von Kunst- und Werthsachen gesammelt, in Folge der Geschäftsverbmdüngen, die er sowohl in der diplomati schen als auch in der vornehmen Artistenwelt besaß. Seiue kleinen kurzsichtigen Augen glänzten vor Entzücken, als er den Bo tcn mit der Vase ankommen sah, seine Hände betasteten sie eifrig, und er trippelte wohl eine Stunde in seinem Kunstcabinet umher, ehe er sie nach Wunsch placirt hatte. Aber der Zufall wollte, daß Herr von Steinthal gerade heute, etwas mißmuthig gestimmt, war. Ter Tennnp war überstanden Neujahr passirt ach, es war eine reichliche Ernte gewesen ! Das ganze vorige Jahr hatte eine Reihe von Processen gehabt, von glücklich verlaufencn, sieggekrönten Processen? Jetzt konnte er auf seinen Lorbeeren ruhen.
Jedes Ding im Leben hat jedoch seinen herben Nachgeschmack. Gewonnene Processe - Gerichtskosten und Anwaltsrechnung. . Die Augen seines Nechtsanwaltö hatten einen merkwürdig blutdürstigen Ausdruck, wie er heute im Gericht mit ihm sprach. , , . Diese Augen versetzten ihn in schlcch!t Laune. Plötzlich, während er seine Vase betrachtete, verfiel er in ticscs Nachdenken.'" , Man kann von Jedem lernen, selbst von seinen Debitoren Mein Rechtsanwalt schwärmt auch für Anti quitäten.. .. er soll die Vase babcn. 7 Und seufzend nahm er das tbenreGc' schenk vom Picdcsial. , . - In Frau Malvinens Spelsezimme: brannten die Lichter der Kronen matt, die Atmosphäre war mit einer Mischung von Gas, feinen Cigarren, starkem Kasfee, Blumen uud Parfüm geschwängert. Lohndiencr trügen große Schüsseln und Schalen hinaus und herein, die Dienstmädchen sammelten Brocken und Abfalle von Tisch und Fußboden, Deckzeug wurde m Haufen zusammengetragen und draußen vom Entree horte man Bruchstucke einer Unterhaltung, ein letztes Compliment, ein abgerissenes Lachen - Gnte Nacht !"-Adieu!" Auf Wie versehen !" ' Und Malvlne hängt sich an ihres Mannes Arm. zlcht irm rs Wohnzlmwer und wirft sich ermattet in ein Fau leuil ' Ach, wie müde ich bin, und wie' ich .ix. - -1 i : j". tt t . i 1 wiiuj guuiity amunrr rjaocj" ' Tem Advocaten ,st etwas unklar im Kopf, dennoch bewahrt er eine würdige yatlung. : Meine liebe Malvine ich bin lange aus eme Erklärung gespannt gewesen Dies' ganze strahlende Fest Du arran girtest es also doch? Wie hast Du das können? Ich bin eigentlich wie aus den kolken oesallen." Malvine bedeckt das Gesicht mit ihrem Fächer und lacht dabei schelmisch ycuaus. Wenn Du doch nur einen Augenblic' k f. ti. f" . f'i jrtf - fr ernzlnasl zein lonmezl. wgt er. ..Aber das kann ich ja eben nicht. :: Und wiederum lachte sie über alle Wcaum. Lieber Arthur, ich vergaß Dir etwas zu sagen, es kam heute Morgen ein Brief und ein Geschenk für Dich von Herrn von Steinthal." Und sie führt thu in sein Eabinet überreicht rhm den Brief, und zeigt ihm die Baze. ' Aber das ist ja die Vase, Die Tn mir schenktest verlauste sie." Du verlaustest sie ?" . die - aber ich Gewiß und von dem Gelde habe ich ia meine Mlttagsgesellzcha;t bezirtt ten." ' 1 Als sich das erste versteinerte Er staunen gelegt und Malvine ihm erzählt hatte, was sie von der Pilgerfahrt der Vase wußte, nahm der Advokat ein Notizbuch aus der Tasche und stellte- ganz ernuhast folgende Berechnung an ... i: ': . . " -' i Ausgabe für eine Vase.' , K . . . 00 Mark Einnahme " - - u .450 " ' Verlust 50 Mark Aber Malvine bat lächelnd um den Vleistlst und schrieb auf der nächste: Seite:.',. . 1 ,. vv ' ' . "' Werthe von..... ... ....500 Mark! hllftn IV-tM lirtl t tt m gaven: lim am tni Zcnhe von. ... 450 Mark Verdient .930 Mark , Paul ine Lucca zieht sich nun ganz von ' der Bühne zurück und will sich nur noch mit Gesangsunterricht beschäftigen. Vom 1. November bis 30. Mai ist der Aufenthalt ihrer Schule in Wien, vom 1. Juni bis I.October in Gmunden, der Monat October ist Ferienmonat.! Pauline Lucca nimmt nur 3 Schülerinnen an; da , sie , den Unterricht stets persönlich leitet, würde es ihr für den Llnfang sonst zu ermüdend werden. ' : Es erhalten immer vier und vier Damen zusammen , Unterricht damit, wenn die Eine ruht, die Andere singt; die Künstlerin habe gefunden, daß die, gemeinsamen ,,Stundenü weitaus sörderlicher sind, ,, als die Einzellectioncn. Frau Lucca behält sich dabe: das Recht vor, nach einem Monat die Schülerin wieder ,, fortzuschicken : wenn , ihr; . die Stimmmittel : nicht '"' ausbildungswerth erscheinen. Sie will nur solche Schuld rinnen, die wirklich eine Zukunft haben, crjaltcnJIflliiSi fe:, Verblümt. Dame i zu ihrem schweigsamen Tlschnachbar. nach länge rer Pause) : Sagen Sie. Herr Referendar, sinden Sie nicht, daß ich 'recht gelangweilt aussehe?"
Evvlua."
Der Verein Berliner Presse der tustaltet demnächst eine Gedächtnißseler -.- x. r. . -ir-'i-i. . lur Nuooix owenuem. n oer retzren geselligen Zusammenkunft der Vereins Mitglieder gab Dr. Moritz Gumbinner eine Mückerinnerung an das erste Stis ,, - . . V . ' ., 1 - lungssezs, wttcyes oer verein am vj. October 1804- im Arnim'zchen Saale beaina. Vorsitzender war damals und viele Jahre nachher noch der heute zwar ; V i ".'.. t ' ... '-.'. i- ,t V jcyon veiagle, aoer nocy ruulge, uns geistig frische AleiS Schmidt ' Da Fcstcomlte war dadurch ln Verlegenheit gerathen, daß E. Dohm ein Gaudca muZ zugesagt, es aber im 'Stiche ge lassen hatte. In letzter Stunde ge' Vährte Rudol Löwenstein H ! e. Er schrieb ein Evviva". zu dem am'nZch' sten Tage der (inzwischen' verewigte) Prvs. Ed. Greu emen Melodiozen Ton. sah für Mäunerquartctt componirte. der dann an dem Festabend von den Herren Fncke, Betz, königlichen Kam mersänger v. b. Osten und Herrn Lcczinski vom Jriedrich-Wilhelmstädti-schen Theater vorgetragen wurde. ES ist in Aussicht genommen, diese Grelle sche Eomposition bei der Gedenkfeier sur R.Lowenstem zu Gehör zu bringen. Wir lassen das Gedicht, welches mit zu den schönsten gehört, die Löwcnsteiu ge dichtet hat, hie? folgen: Ihr Zecher,, habt ihr bedacht Beim lust'gen Becherschäumen , Und wenn der Traube Gottesmacht , Euch labt mit Gottcrtraumen: Wo käin' der Wein, der scu'rige her, Woher, wenn keine Presse war'? . Woher? ; Sie keltert uns das edle Naß. Aus daß es fleuß in Faß und Glas, ' Sie wandelt i durch Zauberkraft In flüssig Gold nnd Purpursost. , O kräst'ge Presse, starker Druck Dir weih' ich meinen ersten Zug! Evvivat Der Lenz belaubt im stillen Hain Viel tausend lausch'ge Platzchen. Dann wallt sich s, ach, ,m Monden. schein . So traut mit holdem Cchatzchen. Wo kämen all die Pärchen her, -Wenn Pressen nicht und Drücken wär? Woher? Was stumm geruht in Herzensgrund, Das wird gedruckt von Munb zu Mund, Und was sich nimmer sagen läßt, Auf Rosenlippen wird's gepreßt O süßes Pressen, sel'ger Druck, Dir weih' ich meinen zweiten Zug !, Evviva! Die ihr von Zweig, zu. Zweig euch schwingt ' $n grüner Waldeshalle, Die ihr von Lenz und Liebe singt, Ihr lieben Vöglein alle. Wo kämen wohl die Lieder her. Woher, wenn keine Presse wär'? Woher? Sie fängt die lust'gcn Melodeien, Die Seufzer auch und Klagen nn. Und srisch von Blatt zu Blatte rauscht, Was euch die Dichter abgelauscht. " 0 dust'ge Presse, dust'ger Druck! ' . Dir weih' ich meinen dritten Zug. Evviva! Ihr Volker all vom Weichselstrand , Bis zu des Rheins Geländen, Ihr Teutschen von der Düne Sand Bis zu der Gletscher Wänden , Wohin, wenn keine Presse war', Kam'S milder Freiheit ringsumher? Wohin? Sie hNt der Freiheit Banner sefl , K Zum Kampf im starken Arm gepreßt. Dem Druck der Mächtigen zum Trutz, Der Wahrheit Hort, des Rechtes Schutz O deutsche Presse, frei von Druck. ... Dir gilt mein letzter, tieZstcr Zug Evviva! . . , '. A u f d e.r x n s s i sche n Eisen bahnstation T., unmittelbar hinter Kifchinew, ist im Bahnhofsgebäude ein. gutes Büffet cufgestellt so daß die Reisenden gern die wenigen Minuten des Aufenthalts dazu benutzen, eine Ersrischung Zu sich zu nehmen. Das miß. brauchten die, dortigen Kellner zu Prel lereien. Zahlte beispielsweise der Reisende mit einem 1-, I- vder S-Rubel-schein.' so konnte der Kellner anaeblich nicht wechseln uud lief fort, um. wie er sagte, Kleingeld zu holen. Ehe der Kellner wiederkam, psiff aber ! schon die I n . ... fL. .' m i. :. m. oromoilve na er Nienoe munle HalS über Kopf in den Zuq stürzen. i an Reisender nun. der schon Zweimal angeführt war, beschloß, den Kellnern und dem Wirth einen Denkzettel zu geben. Er aß em belegtes Brot, trank kill Glas Wein, und zahlte mit einer Dreirubelnote. Natürlich hatte der Kellner wieder kein kleines ,Geld und ging , wechseln". Da es aber ,, die höchste Zeit zur Abfahrt war,,, und der Kellner nicht wiederkam,', so rahm der Reisende einfach vom Tisch Messer, Löffel, Gabeln, einen silbernen Tafel aufsah, soviel er nur schleppen konnte, .als Pfand und stürmte damit seinem Wagen zu. Kaum , saß er drin, so er. schien , auch schon der 5kellner mit den Worten: Bitte, mein Herr, hier ist, der Rest." Seit dieser, Zeit habend Kellner aus der Station T., immer Kleingeld. " ' , , , ! : Kasernenhofblüthe. 'Un. terossizier: Man sagt zwar immer: von tinem Ochsen kann :nan nicht mehr verlangen., als ein Stück Rindfleisch! Von , , Ihnen ; aber, Herr , Einjähriger, verlange ich dock, daß Sie sich außer dem auch noch die Knöppe putzen! Ver,äanöeLZ,,L 1 U m s ch r e i b u n g. Sieh'' Adolf, dort drüben sitzt. Dein Schneider!" .Bitte, schau' nicht hin, er grüßt sonst lerüber!- - Steht Ihr nicht au't mit. nnander?" Hm. das wohl ; aber er ist nir noch die Quittung über zwei Äu ,üge schuldig!" i ') f
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