Indiana Tribüne, Volume 14, Number 161, Indianapolis, Marion County, 1 March 1891 — Page 3

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Deiiiisj arüt Sozialer No.nc:: äütei flOurc. icn II. Fortsetzung.) - Elst es Kapitel. A A

sOrüÖer.

Die Frühlingsblumen waren verblüht, und der Sommer war gekommen. ' Tät hatte Jacob eine gleich befriedigende und gluckliche 'Zeit verlebt Hanss beschränkte feine. ..Vesuche. nicht mehr au einen bestimmten Termin, er brauchte auch nicht deS AbendZ im Dunkeln . pt kommen, weil' er , siü seiner ' SiUU ,. dunz -zu "schämen hatte' Die Brü, der waren beinahe unzertrennlich, sie schienen nachholen zu wollen, was sie so lange versäumt. ..Arm in Arm sah :an sie auf den Spaziergangen, die Schönheiten der Natur befreiten Herzen? in rollen Zügen zu genießen. , Jakob machte nicht mehr den finsteren menschenfeindlichen Eindruck, fein Gang war leichicr und elastischer geworden, HanÄ Wangen waren nicht mehr bleich und schmal, ehemalige Bekannte, die ihn vielleicht längst verloren gegeben, erkannten in ihm wieder den hübschen jungen Maler, der vor uicht gar langer ,Zeik.fo glänzende Triumphe gefeiert, um so plötzlich wieder in ein Nichts zu ver-, sinken. Er machte aber durchaus nicht dett Eindruck eines Versunkenen. ' Auch Jakob Brenner war in gewiffcn Kreisen ein Gegenstand der Beachtung; Ihn umgab ein romantischer Nimbus, der eigentlich zu seiner ganzen ErscheinunZ Änd feinem Leben nicht raffen . wollle. Eine junge, schöne Schauspielcrin, die an einem Herzleiden gestorben sein sollte, hatte ihn zum Erben ihreI gefammten, nicht unbedeutenden Vermo

gcnA elngesetzt, und er sollte durchaus .nicht in verwandschaftlichen Beziehungen zu ihr gestanden haben. Was aber alle Äcruchte an Nomantik noch übertraf, war die Thatsache, daß er die Erbschaft nicht angetreten, fondern theilmeise einer milden Stiftung für verwahrloste Kinder, theilwekfe einer Anstalt übermittelt hatte, in welcher alte, hilflose .Frauen ein unentgeltliches Unterkommen fanden. Hier sollte er wohl eine arme Verwandte untergebracht haben, oder vielmehr ein Weib, das ehemals die Pflegerin der verstorbenen Kordel Nachmanu gewesen war. ,. Hans Brenner hatte wieder verschied:nc Gemälde in der Kunst-Ausstellung gehabt, .und zwei davon waren auch schon zu anständigen Preisen verkauft. Von dem Erlös hatte er sich wieder ein Atelier cingerichtet, allerdings nicht ein solches, wie er es vor mehreren Jahren besessen, aber doch einen hellen, luftigen Raum, mit künstlerischem Geschmack eingerichtet, und hierher führte er eines Tae3 den glücklichen Bruder. Hans arbeitete mit angestrengtem '?Ui$. Nicht mehr wie sonst, sand ihn spät noch die Sonne, wie er sich von den anstrengenden und geräuschvollen Vernügungen des. vorhergehenden TageS ausruhte, auf seinem Lger, sondern vor der Staffeln, ein begonnenes Werk zu fördern. Einzelne Besucher betraten wieder fein Atelier, auch ehemalige Freunde, die ihm behilflich gewesen, seium leicht erworbenen Reichthum zu verschleudern, um ihn auf'S 5!cue in Verfuchung zu führen. Er widerstand ruannhaft, und der Widerstand wurde ihm nicht , einmal sehr schwer. Dank und Liebe, welche dem Bruder galten, der ihn befreit, ließt ihn der lockenden Stimme der freunde gegenüber kalt bleiben Die -Freude, die in seinem Herzen Naum gefunden, war die echte, wahre Freude. , WennJakob kam, legte er Pinsel nnd Paletke uicder, um mit dein Bruder hincu zu, wandern. Nicht selten lenkten y auch die. Beiden Ihre Schritte zu dem ' alten Werkmeister Grünwald, um dort ein paar Stunden zu verbringen, oder Irene mit fort zu nehmen. Zwischen der letzteren und dem jungen Küustlcr hatte sich ein inniges Freundschastsbündmiß gebildet, dessen . Wachsen Jakob mit, inniger Freude verfolgte. Er kannte Irene Grünwald, es gab keinen Frauencharaltcr, der ihm größere Hochach? tunz abzunöthigen im Stande gewesen wäre. 'Manchmal hatte er gedacht, daß fischen ihm und ihr unendlich viel VerDndniß für das Wesen des Anderen sei, , öe?, nie war ihm der Gedanke gekomdaß sie ihm etwas Anderes als eine treu Freundin hatte sein können. .'Sem Herz gehörte jenem Mädchen, das nie i die Seme werden durste--darum würde er immer allein bleiben. Er hatte Helene nicht wieder gesehen ' leinenen Tage, an welchem er sie durch l :- jbie Fabrikräume geführt. War er früher

ein häufiger und sichtlich gern' gesehener

im Brenner scyen Hau je gewesen, .-, so erfolgte feit jenem Tage an ihn

Is" ' ftht Einladung mehr, und Herr ku... t:r tni. l

j.i.nmi . luciiuuj gef oura) cincu Dritten mit .seinen Nesfen . - r - ii.

r er tun: ein. aico yalie sie von 13; dieser fühlbaren Zurückhaltung nicht

-?:: rerleht gefühlt, konnte sich aber 'lcht.rrrh:hlen vag er selvit die Schuld t . i i . ;tt;-- e::zcr eranoerung lrug UN) im ,, lrru::de genommen, war ihm dieselbe

AKAjW, lieb,,, denn sie befreite ihn von MD"Zw ang und quälender Unruhe, ' in welche Z'H'DHcltuens Gegenwart ihn stctS versetzt

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Mti ji tu n wii itiici? tuuiii cit i :;tcuuyu räume des Hauses hell erleuchtet gewesen. , lk1A Ms lUillA I W r fW Helene liebte dle Nuhe, und Herr Brenuer war leidend und, bc sonders in l etzter 4c!t. stark .: gealtert. ; Seine H altun a ßm ,' 5c:.i!e nichts mehr von zener Festlgkelt, die ihn ungewöhnlich , groß erscheinen W l iiüpKn 0 sein G ang hatte j ede Elastm!!Ä,iZ?Aerlore M,:neZMuden''altknManneS"M Ein solcher war er auch. Bisweilen 'ä Ji: :: r.e-drs.,':, .: . ?;::.- 'm-

kantn ein Weißes Verlangen nach Nuhe und Frieden .über ihn, Momente, .wo seine Seele, nur für den Wunsch, daß dieser Kampf ein Ende erreichen möge. Raum hatte. - Aber, fein Kind, sein liebliches, schuldloses , Kind, das so sehr einer festcft Stutz: bedürftl'q war, was !i 'i.'iij -j 1 ,' ,, iJ r r lsollte k?MUS.il)nk,werbey? s Er war ihr Alles.,epchaitelicht dsls Äecht, sie allem ihrem Schicksale ;u überlassen, nicht einmal.dzs Recht, um ein Aufhören dieses Daseins zu bitten. J , .Wie oft hätte er im bitteren Groll und Haß des leichtfertlzen Bruders gedacht, der so viel Unglück Und Leid, nicht nur über dessen hinterlassenes Weib und ftrn der gebracht, fondern auch über ihn, und doch konnte er sich selbst einen schweren Vorwurf nicht ersparen. Stolz und Hochmuth ;, hatten ) ihm . da I Herz des Bruders entfremdet, daß er in ihm einen Feind. zu. erblicken vermocht, und nur da durch war jene unheilvolle Katastrophe zum Ausbruch gekommen. So trug Karl Brenner einen großen Theil der Schuld, der schwer auf seinen Schultern lastete. . Sein , Trost war sein Kind, und diese wurde eS! ihm .mit jedem Tage mehr. Die Zeit, in welcher sie .unter. Jakob Brenners rauher, abstoßender Art gclit ten schien vorüber, es, gewann mehr und mehr den Anschein, als ob in ihremHer, zcn die! Zufriedenheit eingekehrt sei. Dann' konnte wenigstens daS schwerste Leid von ihr und ihm abgewendet wer? den. Ja, ruhig war Helene Brenner ae worden. " Die Nuhe nach einem bitteren Schmerz war über sie gekommen, nach jenem Tage, an.wclchem sie in Erfahrung gebracht, daß Jakob Brenners Herz nicht mehr frei gemesin. sondern Kordel Nachmann gehört schabe. ' .Wie schwer mußte er unter ihrem Verlust gelitten haben! Sie hatte ihn wiederholt vor übergehen sehen, so finster und verschloss fen, als ob er dem Leben nie mehr eine

Freude abgewinnen könne. Wie sehr mockite er der Perstorbenen zugethan gcwezen em! ' Eine rcude hatte sie gehabt, eine Freude, die sie um des Vaters Willen hoch beglückte. Lange, lange Zeit lastete Hans Brenners Schlckial schwer ans dessen Gemüth, er hatte ihn ver loren gegeben, den er so lange Jahre mit treuem Vatcrauge bewacht, vcrgebenS war all sein Forschen nach dem Verschollenen gewesen,' und es kamen Stunden, wo Helene sich der heimlichen Furcht nicht kalte erwehren können, dai; Hans Brenner irgendwo ein dunkles Ende gefunden. Dann aber plötzlich? Der Geheimrath hatte eines Tages im Vorübergehen im Schaufenster des Barenyors schen Geschäftes einen Fächer gesehen, der ihn als Freund des Schonen entzückt. Er war sofort entschlossen gewisen, ihn feiner Tochter zu kauM und thr damit nne Hreuse zu macyen. 'cr . yoyc Preis, welcher für das Kunstwerk gefordcrt wurde, veranlaßte ihn, nach dem Verfertige? desselben zu fragen. Der Gefchäfts-Jnhaber hatte Schwierigkeiten gemacht, den Namen mitzutheilen, da der Künstler aus naheliegenden Gründen uicht genannt sein wollte, dann aber doch, unter dem Siegel der Verschwie- ' ,;' i c r v 5 rr ' ,?: :" j . "t 1 " ' geuyctr, oen Flamen Vrenner-genannt. Nachdem er einmal soweit gegangen war, hatte er dann auch keinen Anstand gcnommen, dem Geheimrath Weiteres zu berichten, und dieser hatte mit Staunen und Verwunderung von dem unermüd- . . - - - licheit FIcik seines Nestcn erfahren. Ja das war ein Lichtblick gewesen. Hans Brenner hatte sich von der Vergangenhcit frei gemacht und war tin mann geworden, aus den leine Vlngeyorigen niemals mit Scham würden blicken dürfen. Wenig uens deS Vorwurfs war! er Icdiq. auch den Sohn durch Nach-! gicbigkeit auf die Bahn des Untergangs gebracht zu haben, auf die er den Bater durch Herzcnshärte gedrängt. , Dann sah cr HanS Brenner wieder Arm in Arm mit dem Bruder, an einem sonnigen Sommertag im Freien. Wle hatte derselbe sich zu seinem Vortheile verändert, seitdem ex ihn zuletzt erblickt! Da war nichts mehr von der Schlaffheit und Müdigkeit' m seiner Erscheinung, die den Geheimrath früher nicht selten mit Vesorgniß ersüllt, daß die Lebensweise des jungen Mannes, einen gefunden und kräftigen Korver zu Zerstören im Stande ,; sein würde. ' Ja, !ji.;!cr '"' war gerettet, daran konnte nicht mehr gezweifelt werden, und im Schuhe des charakterfesten Bruders mußte ihm jede weitere Versuchung fcm bleiben. ,, , . ? Nur veryattniszmama rune clt war verflossen, als die Kritik sich abermals mit den Gemälden des Künstlers zu beschuftigen begann, dieses Mal aber aus einer ungleich gesunderen Basis. Da war nichts von den hochgeschraubten Prophezeihungen für seine vollendeteMc!sterschaft, sondern sachliche Beurthcilüttgen mit Lob und Tadel, die dennoch erkennen ließen, daß man in HanS Brenuer elnen Künstler sah, - mit dem sich zu bcschältlgen , man allen Grund hatte.' Vor allen Dingen war er auch eine seltenc Arbeitskraft, von einer Lcistunasfähigkclt, die alle anderen Kollegen : in den Schatten stellte, ohne daß man ihm . rv . '" rt (. '. r Tf r f m .f.. oen crwurs oer zoeruawilcyreir uns Flüchtigkeit machen konnte. Zum Herbst erschien Hans Brenner t. . w drt- r r v ' . i ' 11 ' wieoer mermno oa in veicujapayi, coa ohne den Verkehr mit dem Bruder zu vernachlässigen. 'Im Gegentheil! Je weiter er wieder vorwärts schritt aus der "' ; '''!,'' . 1' ayn der lLhre, um so mnlger schmiegte er Z sich an densenigeu, dem er allein dankte, daß er nicht in dem Sumpf des LedeuS untergegangen war. 'Auch im Hause seines Onkels, erschien er, um dem elden die Beziatlauna zu bringen daß er ein Anderer geworden, und um Helene von , dem Bruder zu 1 erzählen. i an'ri'titm f p iett c;'itJ i r) t i'ri "-rocSm üt b igel s- . r . v ' -:V'ev ' '...:,.:":. y Vr X'ta;-in lyren U'eun. Und abermals war es Winter gewor den und Weihnachten nahe. Schon wog ten durch die Strafen der Stadt die Käufer, und blendender Lichterglanz siel sufSdenHfefKfronnm Welt hatte un zauberhaft schönes wlnter liches GewauS angelegt, und die Men- ? ,,!! ,,!, r ;.,r ....'i'iilUr;:. . ! 'ivf'i

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schen schienen sich desselben zu freuen.

denn eö war ein fröhliches Treiben, ob auch der Schnee noch in seinen, bl:sen? den Flocken und Sternen hernieder schwebte. Der Geheimrath Brenner stand au einem Fenster feines . Arbeit, tt v.nierS und schaute auf die Straße Ziu2b. Atch er war draußen gewesen. Einkaufe zu mach:n, nicht nur für sein Kind, sondern uch noch für viele ändere, die feit vkelea Jahren gewohnt waren, kn'thm ein warm und menschlich fühlendit Ehrkstkin) zu erblicken. B:kred'gt war er hennz:?e?tt uud gedachte nun der freudestkah?endin Augen, m't welchen man ihm sie seine Gut: danken wurde. Ein Klepfen an der Thür schreckte ihn aus feinem Sinnen auf. Der Kammer diener trat ein und meldete.' daß ein Bettler draußen stehe, i der sich durch zu z nicht abweisen lasse, sondern den Herrn Geheimrath sprechen wolle. 1 Hat er jernen Namen genannt? Fra gen Sie ihn, wer er ist, was er von mit will. ' Er verweigert jedeAuskunft. gnädiger Herr. Schon seit drei Tagen belagert er das Haus. Ich drohte mit der Poli ze, aver vlezes srueytete nlü)tz. zt sagte er sagte, daß ich dadurch dem Herrn Geheimrath einen schlechten Dienst erweisen und besser thun wurde, statt seinen Namen zu nennen, denselben an den dreizehnten Novemher zu erin nern, und ich dachte " Der Diener stockte unwillkürlich, er sah seinen Herrn wanken und wollte ihm zu Hilfe kommen, aber der Geheimrath wehrte ihm mit der Hand. Mir ist nicht wohl, Felir. Lassen Sie den Mann einige Augenblicke war-,, ten, Sie sollen gleich Bescheid haben," kam es in abaebrochenen Worten von den Lippen des Fabrikherrn. ' Er suhlte den Boden unter seinen Füßen wanken, das Zimmer drehte sich mit ihm imKreise, und er war für einige Augenblicke jedes klaren Gedankens unf r v ' . . v . nr ' ... errx ... layig. jtcr oreizennre covemoer: ver konnte ihn an diesen unseligen Tag erinnern? Wer? Nur ein einuaer Mensch, den er lange als einen Todten betrauert, und dessen Rückkehr er vcrgebenS herbeigesehnt, viele Jahre hindurch.!-. Konnte durste eS möglich sein? Herr Brenner hatte sich auf einen Stuhl nicderaclassen, um sich vordem Umsinken zu schützen. Er war vollstänbig überwältigt und jedes klaren Gcbankcns unfähig. Sein Gesicht war geisterhaft bleich; die Lippen, bläulich gefärbt, murmelten ; unverständliche Worte. Doch dann mußte die Schwäche vor einem Entschluß weichen. - Wenn der Bruder als ein Bettler heimgekehrt war, so bedurste eS seiner ganzen Thatkraft, um einem Schaden vorzubeugen, der den Söhnen desselben aus seinem unerwartcten Erscheinen erwachsen konnte. Er hatte in diesem Falle die Verpflichtung. vie Knust der Selbstbeherrschung zu üben, mochte sie ihm rrnch in diesem Augenblick dopvelt schwer fallen. Er erlwb sich, aber seine Knie zitierten, sein Schritt war unsicher, und er mußte den kalten Schweiß von seiner Stirn trocknen. Seine Hand tastete nach der Glocke, aber er fand :;; sie nicht, eö war, als ob ein Schleier vor seinen Augen, lag., er that auch nicht - wohl daran, den Diener aufmerksam . zu M-i l'l i ' ' Ki!P &..! I -i (.' t 3 V machen. ....... : .,, : l - . , , , Er ging fuiige.Male.; in tem, intincc auf und nieder und warf, dann einen prüfenden Blick in den 'Spiegel auf sein Gesicht. Es . war. noch' immer ' bleich, aber,doch nicht'Mehr verstörte Nun erst klingelte ,erF :-'),u:,:- ':-. . ?; Führen Sie den Mann herein. Felir ich will ihn sprechen... -'Die W?ne, waren mit Anstrengung I v 't .' i "' ' '') !' " 1 ' ' ' I1 ';!: her seine Lippen geksmmenMud als der Diener wieder gegangen wat fühlte er abermals eine .ohnmächtige Schwache, die ihn zu überwältigen drohte. Der Diener führte nuen Mann herein. Fest richteten sich die Augen de Geheimraths c:uf den Eintretenden, und' wie BergeSlast siel es ihm vom Herzen. Er hatte sich eines Tages sehr schlimme Vorstellungen von einer Wiederbegegnung mir dem Bruder gemacht, aber so !ief hatte dieser nie sinken können, ; so schaute er ihn niemals in den Stunden, wo die Phantasie ein unheimliches Bild 'hm vorgegaukelt. : :,. Er richtete sich höher auf, , . Sie haben mtch zu sprechen begehr: and sich den Zutritt zu ! mir . erzwungen, indem Sie mich an eine Stunde erinnert, die viel Unheil über eineAnzahl unschuldiger Menschen gebracht. Mit welchem Necht thaten Sie es?" . ; 1 Der Bettler hob den gesenkten Kopf. Unker Zwei buschigen Brauen, hervor blitzten dem Geheimrath zwei .Augen entgegen. Er zuckte zusammen, und sein Gesicht wurde wieder bleicher. . Es scheint, als ob ich mich sehr verändert hätte," sagte eine heifere. spottende Stimme.: G laub's wohl. Ich verbrachte meine Tage nicht in einer solchen Umgebung, sondern habe mich ocni ewigen uoen gieicu. razilos von einem Ort zum anderen treiben fassen müssen. Tu kennst mich nicht? 'r' Der Geheimrath taumelte zurück wi, vor einem Gesp?ust, ein unartikulirter Laut kam von feinen Lippen. Mit. weit flasgcrljieuen) den A ugen st a r rt er die Erfcheinung deZ Bettlkrs?au!sZM '',GllstaoM kommftTu zurück? BarmherzigerGett!" Mit einemSchrei sank er in den neben ihmstcdenSess Aber auch der Bettler schien un fähig, sich länger- auf den Füßen zu erhalten. Nur. mühsam hatte ; er sich nach langer Krankheit hierher geschleppt, und drei Tage und Nächte lang trotzte er der Unbill der Witterung, um eine Begegnung mit dem reichen Fabrikherrn zu erzwingen. Seine Kraft war gebrochen, nur ein fester Wille hatte bis zu diesem Augenblick der physischen Schwäche Widerstand .zu leisten vermocht. .Jetzt aber brach er bewußtlos zusammen. Daß Geräusch hatte 4ttf Brenner

aufmerksam gemacht, er eilti hinzu. Kein erwünschter Zweifel, daß ein Anderer ihn' zu tauschen versucht, konnte ihn mehr beruhigen. Der eine Blick wildesten Hasses, der unter buschigen Brauen hervorgeblitzt war, hatte ihm genug gesagt. Was war aus dem unglückseligm Bruder geworden. : Wie hatte der: selbe so tief . sinken können? Erschauerte leise zusammen, es war. als ob die Berührunz ihn fröstelr mich?. ' Aber dz?n beugte er sich ab:?: m:l; herab, fest schlang' sein Arm sich UM dle zerlumpte Gestalt und hob si mit äußerster Anstrengung emxor un sie auf daS Sofa zu tragen. ' . ' Die ' Nuhe und Besenenheit bei Fabrikherrn, die ihn in kritischen Augen, blicken seine) Lebens nie verlassen, wak damit ' voll zurückgekehrt. ' Er 'öffnet den, Nock des Bewußtlosen und gins dann in das Schlafzimmer. , um Wasse! zu holen. ' Als er jedoch süi demselben zurückkehrte, hatte dieser üch bereits wieder erheben und stand ihm mit einem finsteren, entschlossenen Ausdruck in dem schmutzig:n und eerwi'.derten Gesicht gegenüber ' Sorge Dich nicht um mich, sondern sorge für Dich selber. Mich bethörst Du nicht, wie es Dir gelungen ist, die ganze Welt zu täuschen. Ich kenne Dich ich sehe bis auf den Grund Deiner Seele, die nichts als Hochmuth und Egoismus kennt. Was ist aus meinem Weibe, meinen Kindern geworden? O, ich weiß es. Mein Weib ist vor Gram und Kummer gestorben, und meine Kinder Dennhardtsbrüder", ZuchtHäusler! Fluch über Dich! Dreimal Fluch!" , Karl Brenner wich unwillkürlich vor der unheimlichen Gestalt zurück,- ein wildes Hohugelächtcr tönte : an sein Ohr. p Feigling! kam e5 , schneidend von seinen Lippen.' Sag, was hast ; Du mir zu entgegnen?" ' Ich werde Dir nichts Rede stehen, wenn Du fortfährst, in diesen Tone zu sprechen, entgcgncte jetzt der Geheimrath mit einer Ruhe, die ihre bcabsichtigte Wirkung nicht verfehlte. So kehrst Du zurück? Nicht eine Spur, von Neue für all' das Elend, welches Tu über mich gebracht?" ' Oh,' dieses Elend! Ich glaube, es hat sich crtraacn lassen. " kam es svot-

tend von den Lippen des Bettlers, indem er emcn spöttischen Blick auf die glanzende Umgebung warf. , Gieb mir Antwort auf meine Frage nach meinen Kindern." Sie würden über eine Begegnung mit Dir wenig Freude bezeigen, wenn Du ihnen so gegenübectreten wolltest. Die Gestalt deö Bettlers richtete sich hoher auf, in seinen Augen prägte sich gespannteste Erwartung aus. Du weißt, wo sie sind?" kam eSLlnsicher über feine Lippen. Ja ich weiß eS. Es ist ihnen nicht ergangen wit wie nur?" ' ?tcin, ' Gustav, Deine Sohne sind Männer, auf die jeder Vater stolz fein Oh ' oh. Karl hilf mir! Sag' ts sag nichts " ' Mit einem gurgelnden Laut brach cr ahermals zusammen. Der Geheimrath stand einen Auaenblick unschlüssig. Ihm wär der Gedanke gekommen, den Diener zu Hilfe zu rufen. aber cr hatte ihn sogleich verworfen, es mußte ein anderer AuSwcg gefunden und jedes Aufsehen vermieden werden. So hob er den Unglücklichen zum zweiten Male auf, und ihm war'S, als ob nun Kraft seine Adern durchströme. Er legte ihn nicht auf das k?osa, sondern trug ihn m daS angrenzende Echlafgemach, wo er ihn auf sein Bett niederlegte. Alle Bemühungen aber, den Bewußtlosen wieder zum Leben zu erwecken, erwiesen sich als vergeblich. Herr Brenner überlegte, was zu thun sein würde, und l)atte aisoatd lncn vollständigen Plan entworfen. . Zunächst mußte er den Diener auf kurze Zeit vom Hause entfernen. Er ging,, demselben einige Austrage zu ertheilen. Der Diener sah seinen Herrn zwar mit einem Ausdruck von Verwunderung an, aber, dieser war ,,n i ch t gesonnen, irgend eine Rücksicht darauf zu nehmen. Etwaige Vermuthungen und Kombinationen desselben mußten ihm glcicügiltig sein. , " '17 i Nachdem cr den Tiener entfernt, kehrte er in sein Zliymer .zurück vcrriegkltc i Tyur und begab sich , Zn,I, d aS,, Schlafge - znach. um hier cnergise, Wiedcrbclehüngspersuche mit dem noch immer Wnmächtigen anzustellen. ,Es gelang , iöm endlich nach großen Anstrengungen, , er alymeic aus, oenn ergiauvte, ven chlulsel zu dem Herzen diese Mannes gefünden zu haben. Gitstar, um Deiner Kinder willen, fei jetzt ruhig, und laß uns überlegen. was zu thun ist. Nicht Egoismus, läßt mich so sorcchcn, sondern die Sorge um Dich und Deine Söhne. Haben sie eine Ahnung von Deinem Kommen?" , ,"' Niemand weiß ri mir.- ; Du bist krank, Gnstao. Du, kannst nicht in tkeseitt ' ZWande fortgehen Wenn Tu hier bleibst,! null ' ich Dir "hN.t" v. t .. : " '' , -ceme ttinoer zusuyren. . . ,Tit . sagst sie sind gcachteke. Men schen, dann dann laß mich qehcn. , , - , . , v .. MiS lü! (' . f K I, : ' .. si i iii5: - JE !,-,:' lcy yare yker nichts mehr zu tyun. U werden nie von mir hören. Auch Du nicht mehr, Karl Du sahest mich ;üm letzten'Ma!.- ' :il;,Er. lzatte'den Versuch qcmacht. sich aufzurichten, war aber wieder zurückgesunkene , . " ;' - Gustav, werde ruhig. O, .' mein Gott, es kann noch Alles gut werden. Jahrelang habe ich Deine Rückkehr er sehnt, d a mit D n Zeugn iß für mi ch ablegen, konntest, daß ich nicht ein Elender war,' der den schuldlosen Bruder mit seinc,W niß liegen? Wer hatte Deinen Worten rnchtlftflaWessÄsch u,:ii, .,! f ,, ; . . , .. I) I ii , ij; ',! ''il,)J!Kjr jH;ii,-'"i w. f 'ii'-: il l Meine Feinde nicht, auch wenn ich gesprochen hätte. AbeMlHbeMcht gesprochen, und so mußte der- schwarze iLerdacht auf tr ruhen bleiben, Deine -

Kinder in mir den Zerstörer ihrek Glü ckeS sehen. Gustav, wir haben beide Kinder, um ihretwillen laß uns zusam: menmlrken, damit ihrei Seelenruhe nicht gestört werde. Ich will, Dir von Deiner Söhnen erzählen, wie eS ihnen ergangen ist in der Welt, wie, sie aus eigener Kraft zu, tüchtigen Menschen geworden sind. Du bist ihr Vater. Laß, sie durch Dich nicht den bittersten Schmerz ihres Lebens erfahren. Sie, lieben ?Dich. sit glauben an .Dich,? zeige Dich Ihnen nicht n dieser Gestalt.- , s , Nach lange, lange Zeit redete Herr Brenner auf den wie leblos Daliegenden ein.. Nur, ein gelegentliches, ,,-schmerz-. lichcS Zucken der Mundwinkel, ein leiseS Zittern der Wimpern verrieth, daß er nicht vergebens sprach. Endlich offnett er die Augen, und ungewiß blickte er der Sprechenden an, . . , , , , i WaS soll ich thun? ; Die Worte waren kaum, vernehmlich über seine Lippen gekommen. . Du bist krank, Gustav, ich mochte zu einem Arzte schicken". Nein nein ich will fort, fort! Mir bleibt kein Ausweg." Er hatte sich jetzt wirklich erhoben und machte eine weitere Bewegung, daS Lager zu verlassen. Mit fester Hand drückte ihn Herri Brenner in die Kissen zurück. " . Ich lasse Dich nicht in diesem Zustände gehen, unter keiner Bedingung. Du bist hilsS- und pflegebedürftig, beides soll Dir hier im Hause zu Theil werden. Man soll Dir ein Bad bereiten, eS wird Dir wohl thun, dann magst Du ruhen, während ich für Deine Kleidung Sorge trage. Widersprich nicht mehr, Gustav. Ich will annehmen, es wird Dir schwer mich für Dich sorgen zu lassen, dann denke, es sei ein Opfer, das Du dem Wohlergehen Deiner Kinder bringst. Mitternacht war vorüber, der Geheimrath Brenner hatte , sich noch nicht zur Nuhe begeben. Auf seinem Lager streckte ein todtmüder Wanderer - seine

Glieder aus mit welchen Empfin dungen! - . Seit mehr als zwanzig Jahren hatte er ruhelos die Welt, fremde Erdthctle) durchstreift, und kaum eine Nacht hatte er vorher gewußt, wo er die folgende weilen werde. Alles war scheitert Alles mißglückt, um Tagelohn hatte er die lange Zeit gearbeitet, rastlos, unermüdlich; in der ungewissen Hoffnuug, eines Tages so viel zu gewinnen, um nach Europa zurückkehren zu können und sich den Gerichten als Brudermörder zu stellen. Ja, er hatte diesen Entschluß nicht... ein-, lsondern hundertmal gefaßt, um ihn immer wieder zu verwerfen. Er hatte Weib und Kind verlassen, um nicht ein Höhenmaß von Schmach über sie zu bringen er durste aus diesem Grunde nie mehr den europäischen Boden betreten. Er ; war älter geworden, schwere Krankheiten hatten ihn wiederholt ckn dcn Nand des Grabes gebracht, und starker und stärker war die Sehnsucht in ihm erwacht, nach Europa zurückzukehren, uin vor seinem Ende noch einmal sein Weib, seine Kinder zu sehen. Die Erinnerung an sie hatte ihn vor fernerem Unrecht bewahrt. ' Kam er ! auch als ein Bettler, so kam, er doch nicht' als ein ganz Verworfencr, wcnn er auch iu einer unseligen Stunde denArm zum unhcilvollenSchlage gegen den Bruder erhoben hatte. Er hatte Hunger nd Frost an sich erfahren bei der anstrengendsten Tagelöhnerarbcit, nur um den Preis zu gewinnen, der ihm die Uebcrfährt ermöglichte. "' ' So kain er wieder crn in der Stadt, die er als flüchtiger Verbrecher vor langen Jahren verlassen. Wie schwer war! es ihm geworden, nach dem Bruder zu Der Bruder lebte als ein reicher, geachtete? ucanu. Wag er tn zener Stunde empfunden als ihm diese Mitthcilung gemacht worden war läßt sich nicht beschreiben, ihm war's gewesen, als fei plödlich jedes Gefühl an ihm erstorben, und er i befähigt, nunmehr jede Mittheilung mit vollendeter Gleichgiltigkcit aufzunehmen. Wenn es doch der Fall'geesen)Ääxe,Abev dem warnicht so. i ' Er sollte eS bald . genug erfahren. Wie ihm' in dem Augenblick Um's Herz gewesen, als eine alte, geschwätzige Frau nachdem cr lange vergebens nach Weib und Kindern geforscht, ihm die Mittheilung gemacht, daß Frau Hedwig Brenner, nachdem man ihre beiden Söhne auS"demDcnHard gezogen und später gestorben sei wie sie gehört habe!.. : .,, ;,;., , ' .' Man hatte ihn !n einer kalten Winternacht bewußtlos auf , der S:raße aefun- . rtf,,; iVt'i, 1 ::" U t ili i den und m das Krankenhaus gebracht, in wclchemer monatelang darnieder gelegen. Nachdem cr entlassen w orden tvar, suchte cr Arbeit, aber er konnte keine Beschäftigung finden. Für eine physische Thätig kei t r eicht ed ie Kra f t nicht ,, a u s, und andere Arbeiten waren ihm in fernen Landen , f remd geworden. So sah er, sich baldder , bittersten Noth 'prcisgegebe n, da fei n e k lci nen Ersparn i ss e ' si ch 'jV ,iu;: i,i :!;.; . i AZyJl -7 schnell genug verringerten. ; , Waren sie au fgeze hrt, f o b lieb ' 1 hm nur derT o d. , Er würde auch diesem ruhig und kalt-Jrfm-Ax i:w,!l'v"i'"i:'sr " iii ' : t , :':,:,!;.' blut!., in das Auae aeschaul haben, wenn ' "''; '! 4k' ' "7,,:" '"!" ;ttfS:.?Iiä;i Vatcrlicbe geschlummert hatte. Nach dem h erb cn ?S ch m er M d in r ß ü be tf den ifU C ' iä"! . i 'si i ' ' jl'i. CIK !'r f I1 " '' V::" i 1 V" ;ii ' -i Tod seines armen Weibes empfunden, se h n i'i'"ti sich id a n ach, zu eriahre n, was ! üi i "ii'iüiiii',i ? , " ' i i ;: 7 ' ifei,!::: ' aus seinen Knaben geworden war, vielleicht konnte noch cin warnendes Wort sie znrückjchrccken von abschüssiger Bahn. Wen n i c tt e S ' doch hätte sprechen können! Mehr als einmal war er nahe daran, zu dem stolzen, hochmüthigen Bruder zu gehen uud von ihmAuskuuft zu fordern, aber er hatte den Gedanken stets wieder verworfen. Erst in derStnnde der äußersten Noth, in dem Augenblick, als er das letzte Goldstückvcrauögabt, nahm er den Weg dorthin wo er nun gastliche Aufnahme gefündenU er'K der unstäte Wanderer der BettMchWZtz Er lag in einem weichen Bette, in einer Umgebung, wie er sie nur noch zuweilen in der Erinnerung geschaut. Eine wohlthuende Wärme durchströmte feine Glieder, das Matte Licht einer Pm

pel ließ ihn , allerlei Gegenstande, auf einem Tischchen neben seinem , Bette se hen., die bestimmt waren, ihn zu erfri sche und zu erquicken. , Seine Kinder gerettet! Darin gipfelte Alles! Der eine Sohn berufen der, Leiter der großen -Fabrik seines Bruders z ' werden,' der, andere ein geachteter Künstler, beide ! schone, kraftvolle Menschen, gern gese' hen . bei allen Menschen daS waren seine Kinder.. Und diee Kinder liebten ihnsie hatten ihm vertraut,. nichts war lm Stande gewesen, den Glauben an ihn zu erschüttern. Wenn er ihnen nun gegenübergetreten wäre als ein Verkommeuer. als ein elender Bettler! Karl!Wie ein. Ruf voll Angst und Qual kam der Name von seinen Lippen, und da stand schon 'der Gerufene au seiner Seite, nach seinen Wünschen zu frage. Karl Du wirst ihnen nicht sagen, wie ich zu Dir gekommen bin, wie Du mich gesehen.- , In den Worten lag eine flehentliche Bitte. .Niemals, Gustav, sei ruhig. DaZ Glück Deiner Kinder liegt mirnicht minder am Herzen, als das meines eigenen. " , 0, Gott; wie schön ist es, zu sterben!" . Tu wirst nicht sterben Tu wirst leben im Glück Deiner Kinder, tröstete der Bruder. Nein, Karl, ich mag nicht mehr leben, aber ich mochte hier sterben, , mlt einem letzten Blick ans meine Kinder. Ein gan? zeS Leben voll Elend wird durch diesen einen Augenblick aufgewogen' werden Bleib' bei mir, laß mich nicht allein, damit' die Geister der marternden Neue mir nicht mein Herz zerreißen. " Karl Brenner saß am Lager des VruderS bis ZUm Morgen. Seine Hand hielt die des Kranken umschlungen. Mit wachsender Besorgniß hatte er sehnlichst das Anbrechen des Tages erwartet, denn wirre Fieberphantasien traten bald an die Stelle der Dankes- und LiebeSworte, die Gustav Brenner gesprochen. ' Der Geheimrath hatte inzwischen, nicht ohne Beihilfe des Kranken, seinen Plan entworfen. Nach dem Bade hatte er den Bruder !n seine Wäsche gehüllt und dann zu Vett gebracht, dessen Vcttlerkleidung aber zusammens

gerollt und sie verborgen, um sie gelegentlich zu vernichten. , Daraus hatte er dem Diener Mittheilung gemacht, daß er Besuch empfangen, dieser aber plötz lich, erkrankt sei, daß er indessen den Morgen abwarten wolle, ehe er zu einem Arzte sende, vielleicht werde das Unwohlsein sich heben. , . f -n ' iij; : , ''i .''" 1 S .. Der Diener hatte nicht den geringsten Argwohn geschöpft. Er war lange Jahre im Brcnner'fchen Hause,, und während dieser Zeit hatte sich nicht das Geringste ereignet, das ihm zu irgend einem Mißtrauen oder Argwohn Veranlassung gegeben cr war gewohnt, den Worten' seines , Herrn Den vollsten ST-m W W- ... a ' flauern veitume en. vüic seitiame Art des Bettlers hatte ihn wohl besremdet, auch das Benehmen des, Geheim raths war ihm ausgefallen, aber als er den Bettler bei seiner Rückkehr nicht mehr vorfand, war es selbstverständlich, daß dieser sich wieder entfernt hatte. Wer mochte wissen, was das für Beiiehunaen gewesen waren, die den Bettler so unerhört frech hatten erscheinen lassen?! ' Mit Tagesanbruch wurde der Diener aüS dem Schlafe geweckt, um unoerzuA lich einen Arzt herbeizurufen. ., Zwölftes Kapitel. Als Jakob Brenner am folgenden Morgen kaum die Fabrik betreten, wurde ihm durch einen seiner Untergebenen die Mittbeilung, daß der Geheimrath ihn noch lm.Laufc, des Vormittags in einer dringenden Angelcgenhelt zu sprechen wünsche, und zwar je eher desto besser. Jakob war nicht ganz von dieser Mitthcilung , erbaut. Einerseits galt, es, einige eilige Arbeit zu vollenden, andezerseits fürchtete er eine zufällige Vegegnung mit Helene Brenner, die ihm im höchsten Grade peinlich sein würde und der cr eizs diesem Grunde am liebsten zusgewichcu wäre. , Dennoch leistete er unverzüglich der an ihn ergangenen Aufsorderung Foge und begab sich zu dem Fabrikherrn. .. t -t ', :, , :, , Derselbe empfing ihn ungewöhnlich ernst, aber doch mit einer Herzlichkeit, die Jakob früher nie an ihm bemerkt ; er, hatte ihm gegenüber immer eiue,, gewisse Zurückhaltung beobachtet. . 7 Me!nIieber' i.Brnner, .Sie haben natürlich keine Ahnung, waS'mich bewogen, Sie hierher zu bemühen. Unserer. verwandtschaftlichen Beziehungen ist seit her, so wenig Ermahnung geschehen, daß ich eigentlich ? kaum, ihr Bestehen cmPfunden habe, wenn , ich Sie, auch als einen lieben Verwandten betrachtet habe. Wir wollen auch nicht darauf zurückkom. men, obgleich ich mit Ihnen über meinen Bruder,.. Ihren Vater,. -.zu sprechen wünschte." , f- ,r ::' . , ,; ; . Jakob stand ohne jegliche . Entgegnung, sprachlos.. Aber ! seine Miene hatte sich verfinstert, der Gedanke an den Vater warihm eine unnennbare 0Uli,,,,, Geheimrcths über, die stattliche Erscheinung seines Nesjen cr hatte dem Va-; (er nicht zu viel gesagt. ? ..' 'm , jj., v,,,i :. -, 'fertAftffS.ifr .' die Möglichkei t,:" da ß I hr Vater $ zurück kehren k önn jemals iü:8;u9clgeiagj;: ctototii'fA ; Nein nie," lautete die schroffe Fntgcgnung. , , Dann aber cS war, i l 5 w e n n , ! p l ötzlich ein Ho ssnungs strah l in daS Herz dcS jungen Mannes gcfal lcnwarDer finstere Ausdruck feincS Gesichtes erschien gemildert; er trat einen Schritt vor, während seine Augen mit einer flehentlichen Bitte aus den Oheim ch'nchtcten!"! H err G ehe imrathHenn Su1 N och-:;: richtvonIcinem dann fagen Sie eS mir. Sie . können sicht wissen, wie ich seinetwegen gelik . I. !. . . . . ' ' '' ! .. .. ' i.'äi:. :...!.!. II i: ,VilJ!:. n. Ach vltte oarum." !'ü I::i;!! IIÄiiiiiiiiK-ihiHi Kortsetzuuz folgt.)

Der yatttossM)tlimQirthShsuS.

tl i , Kellnenn: Mein Herr, darf ich Ihnen noch ein Glas Bier einschenken Frau: Mein Mann danlt! Die Frau Eokrateö.

t-,mrA T rVw' Jf ' . f'1' jt (lt 'tü' Jb'niti', . 'mß rmw MM MM . w vgMTM't ni& x y im xSfifi Nvit y yfrsS . 0". 1 H 0d VS t TJfe? , J , 1 kyT " 5 ?i Mq ' v ß . "' l l 't' L I . I i A Li

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Mama, heißen wir denn Sokrates? Wie kommst Du auf diesen Namen 1 Papa sagte gestern zu einem Herrn. Du wärst die Frau Sokrates! Sooo! Das werde ich Deinem Paa schon er lärcn!" Ausgeglichen. Eines ' Tages, nach aufgehobene, Tafel, stand der Großherzog Friedrich Franz vonMecklenburg-Schwerin (gest. 1837 ) vor dem Logirhause im Bade von Dobberan und sah den burlesken Späs sen deS Kasperletheaters" zu Unweit des Großherzogs befand sich ein Trupp Studenten, unter denen sich einer durch Figur und Tracht besonders Auszeichnete. Er war auffallend klein, und die Natur hatte ihn fernerhin mit dem stief mütterlichen Geschenke eines ansehnlichen Höckers begabt. Was aber den kleinen Musensoh:? vollends entstellte, so daß er einen höchst komischen Anblick gewährte, war seine Kleidung. Er war angethan mit kalbledernen Hosen, hohe Kanonen stiefel schlotterten um die Beine; eine Schnürzacke umschloß den Leib und ein rothes Eercviskäppchen balancirte keck auf dem Haupte. Der Großherzog musterte den kleinen Studenten von Kopf bis zu Fuß und sagte lächelnd zu seinem Kammcrherrn: Ein verteufeltes Kerlchen das!" In demselben Augenblicke trat ehr erbietig ein altes Weib mit einem Teller in der Hand zu ihm heran mit den Wor ken: Königliche Hoheit, wenn ich um :ine kleine Gabe bitten dürste." Der Fürst, eben uoch mit der Be trachtung des kleinen Musensohnes, be schäftigt, antwortete lachend: Die kleine , Lederhose da wird für mich bezahlen." Das Weib machte eine ungläubige Miene. Der Herzog aber, dies bcmerkend, sagte bestimmt: Geh' Sie nur hin. das Männchen bezahlt." " Die Frau trat nun verlegen an den buckligen Studio heran, hielt ihm den Teller hin und sprach : Königliche Ho heit sagten mir soeben, Sie würden für ,ihn bezahlen." , ' "" Mit Vergnügen!" t rief der Musen. ; söhn. Hier haben Sie einen Schilling , vom Großherzog von Mecklenburg, und hier einen Thaler von einem Rostocker

ktuoenten.'Ein witziges Kerlchen!" schmunzelte der Gronherzoa. der genau des Studen !en Rede verstanden hatte. ' Den muß :. ' . , , i . i' ,, , ifY '. icy nager rennen lernen. NUsen eit len Kleinen zu inir", befahl er seineu, iTammerherrn. ' ' ---rH ,. Nach einigen Augenblicken stand unser Bruder Studio vor dein Fürsten. Königliche Hoheit haben befohlen?" Gesällst mir, haft Dich gut aus der Affaire gezogen, ganz charmant, wahr , hastig ! Heute Abend komme mit Deinen Kommilitonen zur Table d'hote, könnt Euch einen vergnügten Abend machen." . Bin gern vergnügt, königliche Hv heit, nie aber vergnügte? gewesen, als . ! !s.t .Tf U m tn. IjX Vj 8 A iy üuijvtivtmif vv w vuy v?iuu, gehabt habe, vor den Augen weiueS , znädigcn LandesvaterS Gnade zü si. , den." - ". - ,- ::' r.T Am Abend sa das muntere Studen tenvölkchen im Logirhause an der Tafel. Alle , Badegäste sahen, lächelnd auf den Kleinen und flüsterten leise,, unterein- , -, , . - ' ' ji-,-. , s :if ander: -.-..'.ry : .Das ist der kleine Witzbolds der sick , . ,Keute Mttt sa :nsänt,naüS- Üiev'Mu - ! faire gezogen hat. Still ! er disputirt ! I . -?. rr . ... m i -: icr mir ocm euner. 'rk:: ' , ,LetztgcnanNterchatte,ebeni i K U U.U 4r U VW Vfe W U i, W TXrn W KV llll IT III7I1 IIFT irFilllTlIII " liri I 1 i IT IIF 1 W I' kleinen Bruder Studio bestellt worden Äär ' ?-.n '-?'?,5-'KM, . : . i' :. JL n. ., ...!?!' cun. rooTUnT Warren vsxc n? r-,,,:,,;,: UagiC Cl Utll vyilliit iisa;:.! nkyfA i- 5:?"J''-W .ii,, - , . t , .. k , Vw -i'fjt. v :l-y ii' ä -i. ..-Vk v.n.dinSm tv.rr-" : .n,!t i . i i w i nrrni irnn :)-! ' 1 nur: :i ,r-. itirirr tu i 'i. uau in au uiuirni i v v i r v ,, ,!,!' ,W ollen Sie die lLUle yaven iz .Auf Bezahlung," lachte der Musen 'HilflMli söhn. Da wenden Sie sich an unseren. guten Gwttzg. zahlte ich für ihn heute Abend ist'S , . ."-.'It": e - : II :.!,: 'I .. ,lfSä: i1"'?! , viuig, oai, er sur miLzaytt,- iii! ?mM isDerDroßherzoZk bezahlte ! daraus euch lachend die,, nicht can! billige i .nf. i.l.ll'"',r,'S-,!,li:ill'!'i1: ',ii!;ii'i!ii ,n;'" vilü'i" , ,: W'"ä!t' , vfmrt-:

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