Indiana Tribüne, Volume 14, Number 147, Indianapolis, Marion County, 15 February 1891 — Page 7

Die Abenteuer elneS Ar,teS in Corsic.

Trz5h?L?z tsi Eugen von Jagvw. Um zu zeigen, wie sehr das corsische .,?WÄirtVtwtrmiT in rtssn , sCsVnVn-fcr Ma. Vuiiviikiuuat iii wmv vw CV' sellschaft und sogar im Beamtcnstand eine morallche Unterstützung findet, tt eine moranzcye unreruuyung nnoer, cp m Paul Bourde m stinem vortxzchllchen, mit In Cornca- betitelte Buche solgende erstaunliche Geseicht vsnr üiy ver Prazecrur nr' im Fahre 1886 bustragt worden, im Arrondissement. Sartene zu Ausheöungs. zwecken eis? Rundreise anzutnteir. Herr Peretti,Ätcep?äsident fce Gen:ralraths, 'gab' ihm im Canton.' Äcide-Tallano das Ehrengeleit. Än einem heißen Nachmittag fraat Herr Peretti den Rath: In der Nähe befindet sich eine Meierei, Wie wäre es, wenn wir dort einen Auzenblick rasteten, um hnt Tasse Milch zu trinken? Die Wagen biegen nach der Meierei ab. und wie zufällig findet man dort einen Ziemlich schwer Verwundeten. Man sagt dem Arzt des Aushebungs ausschusses: Sie sollten dem armen Mann Ihren Rath nicht vorenthalten! Der Arzt untersucht die Wunde, verblndet sie und gibt Anordnungen für deren weitere Behandlung. Als man wieder unterwegs war und weit entfernt, brach das Mitglied des Gcncralraths in hin Lachen aus: Wissen Sie auch, wen Sie behandelt haben? fragte er den Arzt, und nannte ihm den Namen eines sehr bekannten Banditen. . . . Diese kleine Geschichte ist indessen nur das Vorspiel eines Dramas, wie es nur in Corsica möglich ist und von dem Bsurde nichts erwähnt. Ich habe es aus eineni Tagebuchs kennen . gelernt, das mir eben jener Arzt Namens Ver lörel während meines vsährigen Auf enthalts m Ajäcrio gütigst zur Versü. gung stellte. Schon sein Name verräth übrigens seine echt französische Abstam mung, und ich kann ' hinzufügen, daß er erst zu Anfang des Jahres 18SD Nach der Banditen-Insel gekommen war, also damals mit den dortigen, den' Besucher höchst mittelalterlich anmuthenden Sit Un nur noch wenig vertraut war. Bei Itx erwähnten Rundreise hatte er die völlige Abwesenheit eines Arztes im Canton Lucie - de - Tallano seststellen fönnen und schnell entschlossen den Plan, gesaßt und bald auch ausgeführt, dort' hin überzusiedeln, um seine Praxis auj völlig jungfräulichem Boden sich ent falten zu lassen. Grundstücke und Hau ser sind in Corsica noch so billig wie aus 'den? Testlande vor einem Jahrhundert. Doch hören wir ihn selbst. 1 . . Mein Haus, so schreibt er m seinem Tagebuch, ist geräumig genug, wenn auch etwas festungsartig gebaut, was mir für einen Arzt recht überflüssig erscheint. Es liegt mitten in einem Olivenhain, am Äusgang einer romantischen Schlucht und zufälligerweise im weit jener Meierei, in- der ich vor wen! gen Monaten oem Banditen Poli seine Wunde verband. Was ans ihm ge:vorden ist, habe ich nirgends erfahren könuen, selbst nicht in der Meierei. Man liebt es in der Sippe eines Banditen, ibn todt zu sagen oder doch wenigstens für verschollen zu erklären, damit ein indiscretes Wort die Gendarmen nicht auf seine Fährte bringt. Ich bin dab:i, die Bevölkerung, meine zukünftige Kundschaft, zu studireu und das Haus etwas wohnlicher einzurichten. Hernach werde ich Frau und Tochter aus Ajaccio herüberkommen lassen. Die Nnterpräfectur von Sartene soll es übrigens mit der unbotmäßigsten Bevölkerung der ganzen Insel zu thun haben und die Banditenplage soll dort größer sein afö irgendwo sonst. Aber ein , Bandit ist ja kein Räuber; er sucht, sich nur das Recht zu verschaffen, was ihm die Gerichte verweigerten, handelt es sich bei ihm doü nur um persönliche Rache. Da ich aber. Gott Lob, hier keinen ein? zigen penvulichen Feind habe, dagegen hoffentlich bald recht viele dankbare Freunde, so werde ich mit den Meinen vielleicht in größerer Sicherheit leben, als in einer Borstadt von Palermo oder selbst von Paris. Der Diebstahl ist in Corsica fast unbekannt. ... Die Tagbuchaufzeichnungen brechen hier ab und werden erst zwei Wochen später wieder aufgenommen. Aber'rait wie ganz anderen Empsindungen! Eine geheimnißvolle, nur in Corsica denkbare Gewalt zerstört mit unbarmherziger Faust d?s Toctors Zukunftspläne und greift tief in feine individuelle Freiheit ein, ihn selbst der Möglichkeit bereit iend. sein Familienleben fortzuführen. Der Mensch denkt aber die rsische Gottheit lenkt, so beginnen die neuen Aufzeichnungen: ich kam gerade von einem Krankenbesuch zurück, als der Post böte einen nef mit einer gan; leserlichen Aufschrift brachte, ist doch die Schulbildung in Corsica trotz der Wildheit der Bewohner ungewöhnlich' verbreitet! Nichts Böses ahnend, öffnete ich bensel ben , und entdeckte darin mit ahnungslosem Gleichmuth ein Schreiben) das weite? nichts enthielt als ein Mächtiges & reuz"'und darunter die Buchstaben J, P, - Lachend zeigte ich dieses merkwürdige Anaedinde meinem Knecht. Man hat sich mit mir einen' schlechten Scherz erlaubt! - .,. , Nie in meinem Leben habe ich auf dem Antlitz eines Menschen, noch dazu emes . i 5s, loenia iiueulaeuleii. rliicii ujui.-" Ueberganz vom Ausdruck grenzenlosen Phlegmas zu dem des Entsetzens -, veooacktet. Ick selbst entsetzte mich darüber, und es währte lange, bis ich meinem dienstbaren Geist die Erklärung des in Frage stehenden kabbalistischen Zeichens , entlocken konnte. Seiner ersten Emaebuna gehorchend. wollte er - schweigsam, wie der Cors hausig , ist einfach mein Haus verlassen. Warum? fragte ich ihn. Auöweichend erwiderte er, man bedürfe sei ner, tt habe mir schon vor zwei Tagen den Dienst kündigen wollen, und ühnli , ches. Nur rnit äußerster Geduld und vieler Diplomatie vermochte ich vsu

ihm des, Räthsels Lösung erhalten und chn, der der Ehre, mahnend, zum Bleiben zu vermo. Besitzt doch selbst der gemeine. 0rC manche ritterliche EZgenscha ZZe sich nicht nur in seiner spricwüctUchen Gastsreundschasl bekunde - W.s.ki- sC-JM-si Se sind nüt Interdict Heleat! sagte

er, Endlich und hatte nicht übel Lust, sich . ei : .- "- , bekruÄaen. . , - - 1 ?' kaäriSS? ZragZchl herwundertk wa das bedeuten? (Zs bedeutet, daß Ihnen, wenn Sie sich in Ihrem Hause nicht verbarricadiren, sich ' hinter dem Fenster, 'in der Hausthür oder gar draußen in her Ausübung Ihres Berufes zeigen, oie n!e ' fehlende Kuael Ieau Pietns über fehlende Kugel Jean Pietn kurz oder lang den Garaus macht , Obgleich ich kein Feigling bin, überlies es mich doch kalt, denn eine dunkle, geheimnißvolle Gefahr schreckt uns mehr als diejenige, der wir dreist in' s Auge blicken dürfen. 3ic viel unheimlicher dünkt sie uns? Und dabei übersah ich mit einem Blick die verhängnisvollen Folgen, welche diese Androhung des Meuchelmordes ,sür mich haben Mußten: Unmöglichkeit, meinen Beruf ausu üben, Unmöglichkeit, meine Familie kommen zu lassen. Und wie lange sollte die Kerkerhaft, diese Einzelhaft,' zu der mich ein über den gewöhnlichen Gerichten stehendes heimliches Gericht verurtheilt hatte,- wohl dauern! Wer ist Jean Pietri? fragte ich. Der Knecht sah mich ganz verblüfft an: es gab einen Menschen in Corsica, der Jean Pietri nicht kannte ! Ein Bandit, der es selbst mit den Bellacoscia, den Königen der' Berge, aufnehmen würde! lautete' seine Antwort, und er erzählte mir über ihn und die Bellacoscia6 mehr Schauergeschich ten, als sich während "meines ganzen Aufenthalts auf der Insel vernommen hatte. Jean Pietri habe noch immer seinen Racheschwur gehalten, das war das für mrch wenig trostliche Endcrgcvig,' zu dem mein trefflicher Giovanni gelangte. Aber hier waltet ein Irrthum ob! rief ich ärgerlich und beklommen zw gseich: Ich kenne, den merkwürdigen Herrn, der ohne Examina zum Richter über Leben und Tod geworden ist, so venig wie er mich, und ich habe ihm folglich auch nichts zuleide gethan. Der Knecht zuckte die Achseln. .Wenn ich ihm schriebe! bemerkte ich nach kurzem Sinnen. Giovanni zuckte abermals die Achseln., Wohin? Er" ist unsichtbar wie die Lust! ' ' t- -': " l, Ich stien eine Verwünschung aup Unsichtbar wie dies Luft,' seine Kugel unfehlbar, seine' Drohung' stets 'Verwirklichung das ist Nicht beruhigend Nein das ist nicht beruhigend! be-. stätigte der 'andere mit einem Ton als spräche er' das Amen zu einer Leichenrede. . Wir sind beide bewaffnet, rief ich; wir werden uns vertheidigen! "Giovanni schüttelte kleinmüthig das Haupt. Jean Pietn ist unüberwindbar. Aber ich werde gleichwohl meine Pflicht thun und Ihnen Ihre Lebensmlttel zn tragen. Rächt er sich an mir, so ist Nicht viel' verloren an mir altem Manne! Dieser Fatalismus brachte mich zur ? Man hat sich hier bisher auch ohne Arzt beholfen es wird auch fernerhin gehen. Das ist empörend! Wegen eines Landstreichers soll ich hier still sitzen, wahrend die Patienten ringsumher nach Hilfe schmachten ! Das ist eine Tanta lusqual für mich! Nein 'nicht wegen eines Landstreichers, erwiderte der Knecht- eigensinnig, sondern wegen des Bleies, das Sie bald kn Ihren Rippen fühlen würden, wenn Bit die Schwelle dieses Hauses überschritten, vorausgesetzt nämlich, daß Sie noch Zeit hatten, es zu fühlen, und nicht gleich im Jenseits waren. Uebri-' zens ist Jean Pietri kein Landstreicher, sondern ein anständiger Mann, den eine Familienrache in's Maquis getrieben hat. Was habe ich mit der Familienrache dieses anständigen Mannes zu thun! rief ich zornig ; habe ich seinen Vetter öder seine' Tante umgebracht? Und die Gendärmen ? Wozu besoldet Corsica seine Gendarmen, wenn sie einen nicht einmal vor dem Interdikt eines Banditen schätzen können? Was vermag der blinde Bar gegen die wilde Katze? bemerkte Giovanni mit geringschätziger Gebärde.' ' Aber benach richtigen Sie Ihre Gendarmen nur immer,' Sie werden sehen, daß Sie Ihnen denselben 'Rath ertheilen werden wie ich: verbarricadiren Sie sich, bis es uns gelingt, Jean Pietri zu zerstören. Und darin tauschte sich mein Knecht nicht, und als ich den Gendarmen fragte, den man mir geschickt hatte,- wie lange das dauern könne, erwiderte er ganz resignirt: . Einige Wochen, einige Monate, v!e! leicht auch einige Jahre! Recht tröstlich für mich! Uebrigenl weiß auch der Gendarm mir nicht zu sagen welche Todsünde ich denn bcgangen habe, um den gestrengen Herrn Jean Pietri zu' so , hartem , Urtheilsspruch zu veranlassen. , Und so bin ich denn ein Gefangene, in einem verdüsterten Hause, dessen Fenster mit Steinen ausgefüllt sind und wo das liebe Himmelslicht nicht einmal, wie in weiland " Faustens dumpfen: Mauerloch, durch gemalte Scheiben bricht! Da ich ganz gegen die Ar! der Aerzte etwas romantisch veranlagt bin sonst hätte ich am Ende gär nicht 7en wunderlichen Gedanken gefaßt, mich und die Meinen in dieses wilde Land zu verbannen , so kam mir mein Lage anfangs ganz pikant vor und ich fand einen gewissen Reiz darin eine neue Auslage des bekannten Silvio Pel' licofchen Werkes zu schreiben. Statt der venetianischen Bleikammern ein corsischeS Blockhaus statt der Will-

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kur der hohen Oorigkeit die nnes rorsi schen Banditen! , Aber -die romantische smmm t . l VW " llmmunz oaue ooin mcgi an. xaeicg ein Gegensatz zwischen ,dem Leben, das ich hier führe. ' und dem, welches ich mir im Kreise meiner Lieben erträumt hatte! "Und' wenn ich wenigstens den Trost hätte, dag Weib und Kind ihre Tage mrf)t in steter Unruhe verbringen, wie Ich , in grenzenloser Langeweile, die von Zeit zu Zeit 'durch Wuthansälle unterbrochen wird. Jch habe bereits - mehrfach daran geSacht, meine kleine Besitzung zu verlaffen and um jeden ' Preis loszuschlagen. Über ganz abgesehen von dem GeldVerlust ich hin kein Millionär! fürchte ich den Fluch der Lächerlich' keit. Wer wird mir in Europa meine Leidensgeschichte, die Leidensgeschichte eines unbesonnenen Arztes, glauben! Und ist es nicht , empörend, um eines Lumpen wie Jean Pietri wegen seine ganzen Zukunftspläne zu zertrümmern! i$e? weiß, vielleicht ' ist derselbe doch in kurzer Frist zerstört", wie man hier jagt, sei es durch die Gendarmen, ' sei es worauf Giovanni zuversichtlicher rechnet durch einen persönlichen Feind. Und wie diesen von der Eisen bahn und selbst von dem unsichern, antidiluvianischen Postwagen abseits ge legenen Ort verlaffen, ohne 'der Rache des Unsichtbaren zu rersallen ! Ich könnte mir sa von den zur Verfügung stehenden zwei Gendarmen ein Geleit geben lassen, aber das widerstrebt mir. Man würde mich sür einen Gesängenen halten. Und cm anderes Geleit gibt es nicht sür mich ich besitze ja noch keine Freunde. Dabei kommt mir eine Geschichte wieder in den Sinn die mein Knecht, im Augenblick die Quelle aller meiner Weisheit, mir erzählt hat. Eine, wenigstens in Corsica allgemein bekannte Wmmite", über die freilich die Blätter aus Furcht vor Nepressivmaßregeln nicht zu berichten wagten, ist die der Rocchini und Tafani von Horto Becchio. Höchst bezeichnend ein erschossener Hund hatte zn derselben den Anlaß gegeben. Nicht weniger als 80 Mitglieder dieser corsischen Montague und Eapulets verließen die Arbeit und flüchteten in's Maquisum sich unbarmherziger bekämpfen . zu können. Das Blut floß in Strömen, und die sich selbst ubtrlassenen Schweine wurden in die Existenz der Wildschweine zurückversetzt, überall die unbebauten Gelände verwüstend. Eines schönen Tages geräth ein kleiner" Beamter im, Postwagen in die Gesellschaft der Rocchini, die bis an die Zahne bewaffnet, mit Vorreitern, Seiientrupps einen ihrer Freunde nach Bcnifacio geleitetet. -Zu seinem Glück ließen sich die, Tafani nicht blicken, widrigeufalls er in das Kreuzfeuer der verfeindeten' Cläns gerathen Ware. Kann ich über den Heerbann der Nochinis verfügen? ' ' Hier ichl ießen :fur längere ' Zeit dii Aufzeichnungen ab, Beweis dafür, daß die Gefanqenschaft unserm armen Doe tor selbst de.l Trost verleidet hat, seinem bedrängten Herzen durch schriftliche Aufzeichnungen Luft zu machen. Allerdings findet sich einige Tage später sob gende Stelle im Tagebuch, deren sew samer Lakonismus auf einen gewisse Galgenhumor schließen läßt : Ich weiß immer noch nicht, was der erste Würdenoder Scepterträger der Insel, was der unselige Jean Pietri wider mich hat! Die Erklärung dasur wurde unserm unglücklichen Doctor glücklicherweise bald, aber ohne daß sich seine Lage darum wesentlich verändert hätte. Er erhielt nämlich den Besuch des Banditen Poli. Hören wir, wie Vermorel diese Wiederbegegnung schildert: Ich erkannte ihn nicht gleich wieder, schreibt er. und einen Augenblick durchzuckte der Gedanke mein Hirn, es könne wohl Jen Pietri selber sein: ein struppigir Bart, nicht minder verwildertes, pechschwarzes Haar unter einem abenteuerlichen Filzhut und das Stilett unter dem braunen Füzmantel des cor sischen Hirten oder Banditen, was bisweilen auf dasselbe hinausläuft. Aber mein Knecht beruhigte mich schnell, denn er -hatte meinen, Todfeind vor Jahren gesehen. Ich komme, sagte IJSoli, ohne irgend welche Furcht zu zeigen,, um Ihnen meine Schuld abzutragen. Welche Schuld, fragte ich überrascht. Ich verdanke Ihnen mein Leben. Ich danke! erwiderte ich' nicht ohne Bitterkeit und ihn mißverstehend. Ich brauche kein Geld. Um ein Leben, wie ich es setzt führe, fortzusetzen, würden meine Mittel noch ein ganzes Jahrhun vert lang ausreichen. Sie mißverstehen mich, erwiderte Voli kopfschüttelnd. Ein Bandit besitzt kein Geld und braucht es noch tue Niger als Sie. Aber wenn -ich auch atm wie Hioo bin . . .'. Sie wundern sich über - meine ' bibli'che Anspielung, unterbrach er sich, als er meine Verwunderung bemerkte. O, ich habe eine zeitlang ; theologische' Studien obgelegen.' Ich dichte zwar keine Lamenti. wie Jean Pietri, aber die Wissenschaft ist ml? nicht fremd,' doch wenn ich auch noch ärmer bin, als ein corsischer Ziegenhirt, daS wollte ich sagen o kann ich Ihn en doch wenigstens die ; Freiheit zurückgeben. . " ; T , ' : Die Freiheit ? fraate ich über rälcht und durch das Wort, welches ich in Europa nicht genügend schätzen ge lerut hatte, wundersam angelockt. , Wissen Sie, Herr Doctor, warum Ihnen .Jean Pietrr ewige Rache ge schworen hat? ' ,. ' ' Ich schüttelte den Kopf. . , Weil Sie mich geheilt haben k , , ! '' Weil ick Sie aebeilt habe ? , , " In der That! Die Wunde, die Sie verbanden, schlua Pietris Kugel. Auch , Sie waren Pietris Todfeind? ' y ''! ?: " ''' .., . taiiViiiif xt) ia). Mit emem Maie !iar leyeno. Wie er der Meine! bestätigte Poli. Er hat mir zwei Söhne erschlagen. Ich schulde dem Maquisdichter überdies eine Gegenwgel und bin entzuckt, da ,ch Ihnen damit gleichzeitig einen Gegendienst leisten kann, zu dem Sie mich ohnehin moralisch verpflichteten, selbst

wenn zwischen ihm und ic n nichtt vorläge. Und mit boshastem Lächeln fügte er hinzu: Uebrigens bin ich überzeugt, daß Sie seine Wunde nicht heilen werden!,.. i , Ich mußte wider Willen lächeln. , ' ? ' )Of" doch das ist ' emes Arztes Pflicht! , , , k , Ein Schatten glitt über sein tiefge' brauntes Gesicht dann zwang auch :r sich zu einem verbindlichen Lächeln. Ich sehe, daß Sie ein Christenmensch sind und Böses -mit 'Guten vergelten wollen. Aber im Maquis besitzt! die Bibel noch ein fünftes, ' sagen wir apogryvhisches Evangelium: die Vendetta. Gleichviel, ich verspreche Ihnen, daß

meine Kunst so gut ntzen soll, da selbst Ihre 5?unst vergeblich wäre.' Desto besser, murmelte ich, um dam mit lauterer Stimme fortzufahren: Es liegt mir fern. Sie zum Morde aufzu reizen. Her? Theolog. , . Aber ich gestehe, daß ich wenn Sie geschickter Wären, als die Herren Gendarmen keine Thräne vergießen würde. Und fürchten Sie nicht, . hier von den Gendarmen überrascht zu werden, sragte ich nach kurzer Pause. Er antwortete mit einem listigen Au gnblinzcln. Nun. Herr Doctor, sagte er dann, ich habe mich mit, den Gendarmen gegen Pietri verbündet. Ich brauche zwar ihrer Hilfe nicht, wie. sie der meinigen, aber immerhin eines Freibriefes, den sie mir, auf die Belohnung für Pjetris Zerstörung rechnend, willig ausgestellt haben. Seltsame Zustande! dachte ich. ; Versprechen Sie mir nur dies eine! so fuhr er. fort. Lassen Sie sich Ihre zeitweilige Gesangenschast nicht verdneßen. Ich wein, daß Pietri in Ihrer Nähe ist. Gehen Sie nicht aus, bis ich meine Abrechnung Mit ihm gehalten habe; er oder ich! Ich versprach es mit schwerem Her zm, denn die Gesangenschast dünkte mich bereits unerträglich. Ehe ich übrigens noch mehr Fragen über Pietns Näh: und meines neuen Freundes Aufenthalt und Absichten thun, konnte, war dieser bereits über die für mich unuberschrett bare Schwelle der Hausthür hinaus. Offenbar standen ihm Späher, söge nannte .Führer", zur Verfügung. denn ' o.ist hätte ihn leicht dasselbt Loos treten können, wie das mir ange drohte. Erst zwei bis drei Wochen . Zpätei wird das Tagebuch fortgeführt. , Poü hat mich, glaube ich, zum bester gehabt und ebenso Jean Pietri, obgleich der Knecht steif und fest das Gegentheil behauptet. Jedenfalls halte ich es nicht mehr aus. Diese grausame, Trennung von den Meinen, ihre besorgten Bnee. schon das allein ist auf die Dauer uner träglich. Gestern fand ich ' meine Kev kerluft so druckend, daß ich auf die Gemyr um, von oen mem aus uocrragen den, mit Eactüsgestrüpp bedeckten Fel sen von Pietris Kugel ereilt zu werden, die Steine aus einem meiner Fenster wegräumte und mich, trotz Giovannis Widerspruch längere Zeit des entwöhn, ten Lichts erfreute und den würzigen Lavendeldust beglückt einsög. Heute Morgen wagte ich mich, nachdem ich sorgjältig umhergespäht hatte, sogar einen Augenblick bis an die Hausthür. Aber so unwiderstehlich mich auch die frei? Gottesnatur lockte, dieser . Frei, heitstrieb mußte übenvunden werden, da ich Poli und den Meinen verspro chen habe, mich nicht hinauszuwagen. Wahrend dieses größten Ausflugs, den ich seit Wochen unternommen hatte. bis aus die Schwelle! war ich übrigens Zeuge eines merkwürdigen Schauspiels, das mir einer gewissen Symbolik für meine Lage nicht zu entbehren scheint. Ein Eichkätzchen hatte einen kleinen, röthlich scheinenden Vogel, sei es die Gattin, sei es den Gatten, er. hascht und eilte mit dem Raub blitz, schnell den Stamm einer immergrünen Eiche hinab, während der Beraubte es mit , schrillem Schmerzensruf verfolgte, senkrecht niederstoßend. Aber bald gab :r die Verfolgung des Uebermächtigen aus, der unbarmherzig am Fub ebeu deö Stammes, auf dem sich Männchen und Weibchen häuslich niedergelassen und den Nestbau begonnen hatten, sein Opfer verzehrte. , Gegen diesen Mord gab es keine Berufung an einen Nich ter, sondern, nur die Nesignat on. Die Macht des Stärkern vertritt im Thier- und selbst im Pflanzenleben die Stelle des Gesetzes, und leider auch so fügte ich sinnend, hinzu im Mem schenleben, wenn man nämlich die Un Vorsichtigkeit begeht, sich, ins Maquis zu begeben. Dort wird über eines Menschen Leben und Tod nach denselben Grundsätzen entschieden, wie es die des kleinen braunen Raubers in den Baumkronen sind. : Die , . Selbstsuch! herrscht unumschränkt, . so unumschränkt. daß selbst ich ihr blind gehorchen muß. Ist es mir dcch schon wiederholt begeg net, daß man an meine Thür klopfte und flehentlich bat: Herr Doctor, kommen Sie doch so schnell wie möalich. mem Weib ist schwerkrank, mein Kind -TkUk i ... j. .... kW, ;i cijum um jteucy)ujicji, icm zutawn ii verwundet ! " Jedesmal mußte ich man kann sich vorstellen, mit welchen Gefühlen! die Bittenden abweisen. ,, Ich glaube-wirk-lich, daß die Qual und sie ist ein, dreifache, nämlich die eineö', menschlich Fühlenden, die eines leidenschaftlich zv ncm Beruf ergebenen Mannes undend lich die , eines Geschäftsmannes, der sein Capital unverzinst liegen lassen muß fast noch größer ist,? ais die deö angstlichen Vaters, und Gatten . . . ' Endlich leidet es Vermoel in feiner Einsamkeit nicht mehr, der Hilferuf einer verzweifelten Mutter, eindringlicher imd rührender als die früheren, , veranlaßt ihn endlich zum Bruch dcS gegebenen WoHf3J'!4 ' Voller Beredsamkeit schilderte er mir seine inneren Kämpfe, bis er sich endlich von seiner .Selbstsucht frei macht, wie er es nennt, und seinem Beruf zurückgegeben wird. Setzen wir uns bei

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Vft MMWM.J .V. W f jj ?ahren aus, bemerkte er; warum seine Patienten sterben lassen, um selbst sich an's Leben zu klammern? Ihr Tod war sicher, wenn Hilfe zu spät kam, der meine dagegen nur vom uzall avhängig. ' ,,,, ,:, . ; Von den . Segenswünschen semes Knechtes begleitet, macht er sich auf den Weg, der besorgten Mutter folgend, die ihm als Führerin dient. Ihm ist trotz seiner persönlichen Tapferkeit und der .-rjr. . . z!'"li:'-" m i- Ani söiiulje, Die er unier oem irm iiagi, aber wenig zu handhaben versteht,-recht beklommen zu Muth. Hinter jedem Cactusgestrüpp, hinter jedem Baum? stamm und Felienvorsprung mahnt er Pietris, Waffe zu sehen, die er wie ein Magnet auf sich zieht. Und führte ihn r . . ..? i i -i. ' -iiiera e Vegieuerin nicyr ciroa in einen Hinterhalt? , Vorsichtig späht er nach allen Richtungen hm aus, wie ein Jäger auf der Pirsch gebeugt, das Knistern der trockenen Zweige unter seinen Füßen vermeidend und hinter jedem Stammt Deckung suchend. Aber je mehr er sich in die Felsschlucht verliert, der unge--duldig und angstvoll ausschreitenden Führerin folgend, je wehr versinkt er in Träumerelen, um dann schließlich, alle Borsichtsmaßregeln aufgebend, mit fatalistischem Gleichmuth vorwärts zu eilen. Ein Psin der corsiichen Frau weckt ihn jäh aus seinem Brüten, und der Verabredung gemäß springt er schütz, suchend hinter einen Baumstamm. Im nächsten Augenblick fallen ziemlich dicht hintereinander zwei Schüsse und der Doctor vernimmt deutlich das Pfeifen einer Kugel. Fest entschlossen, sein Leben so theuer wie möglich zu verkaufen, macht er sich schußbereit, aber wenige Minuten später erscheint seine Führerin in Begleitung des Banditen Poli. Hahn in Ruhe, Herr Doctor, rüst dieser schon von weitem mit einemLächeln des Triumphes, und Scalpell heraus. Aber ich furchte, Sie werden zu spät kommen, meine Kugel ist ihm in .das rechte Auge gefahren, mit dem er eben aus Sie gezielt hattet Als sein Schuß siel, da sagte ich mir: Joseph Maria, du kommst zu spät, dem armen Doctor ist nun nicht mehr zu helfen, aber du kannst ihn wenigstens noch rächen Ich gratulire, Herr Doctor, Sie verstehen den Guerillakrieg besser als Ihr Ver, j sprechen zu halten.... Aber wie wußten Sie .... Daß Sie ausgehen würden? unter brach Poli den Arzt, ich wußte es nicht, aber ich dachte es mir. Wir verstehen uns im Maquis auch ein wenig aus vie Psychologie. Und außerdem kenne ich diese gute, tresslich bittende Frau so genau, wie sie Pietri. den sie geschickt in unsern Hinterhalt gelockt hat, indem sie ihm versprach, Sie ihm auszuliefern. Ter Doctor vermochte sich von seiner Ueberraschung nicht zu erholen. So hat die Frau gar kein krankes Kind?. Komödie! Ihre Thränen Komödie. Und was hatte sie gegen Pietri? ' Daß er ihr nur halb so viel Lohn versprechen hat, wie ich. , -, Mein Eompliment, Madame! Und so habe ich lediglich die nicht ganz ungefährliche Rolle des Köders dabei gespielt? In der That! Aber sagen Sie selbst, Herr Doctor, ist die Freiheit nicht auch itwas werth? Sie haben recht, und ich werde .sie dazu benutzen, um allsobald nach Aiacrio zurückzukehren. Ich sehe, meine Pa tienten, brauchen mich - hier nicht, denn sie sind entweder todt. wie. Jean, Pietri, oder sie existiren nicht, .wie der Sohn Ihrer Freundin. Als der Arzt in der Dämmerstunde mit erleichtertem Herzen, nach seinem Hause zurückkehrte, war iöm die Freudenbotschaft, Pietri sei von den Gendarmen erschossen worden, bereits lange vorausgeeilt. Seine Fenster waren hell erleuchtet. Verwundert fragte er Giovanni: Was soll das bedeuten? Ich habe illuminier, erwiderte der Knecht mit, frohem Grinsen, so will tf die corsische Sitte. Der strenge K ais er Nikolaus lieh sich trotz seines gewöhnlichen Ernstes mitunter zu einem Witze herab der dann meist in Gogol'scher Manier das russische Beamtentum ; geißelte und deshalb für den Ohrenzeugen nicht besonders lustig auszuklingen pflegte. Diese Scherzo sind daher auch sorgsam der Oesfentlichkeit vorenthalten woid n und erst jetzt gibt ein russiickes Blau nachstehende ebenso hübsc! , wie , lehrreiche Anekdote wieder. Eines Morgens erscheint im kaiserlichen Palais in Petersburg der damalige Oberpolizei, meister Buturlin mit dem täglichen MorgM'Rapport und meldet : Alles in der Stadt ist in bester Ordnung, Ew. Majestät." Der Kaiser sieht ihn streng an und entgegnet: Bei Dir ist immer Alles in bester Ordnung und m dessen hast Tu nicht einmal bemerkt, daß vom Peter-Deakma', die ReiterStatue des Mizcrs geztoylen ist." Wie, gestohlen?" erschratB ich habe nichts darüber erfahren...: V erzeihung, Majestät ! .... ich fahre', so fort, eine Untersuchung einzuleiten. . t.A Fahr' sofort hin und sorge, daß dci Dieb in vierundzmanzig Stunden gefangen wird . . . . hörst Du ?" ' ,Zu Befehl, Ew. Majestät!- Und Buturlin fliegt davon. Als er zum Denkmal kommt, erblickt er zu seiner, größten Freude die Reiternatue, an ihrem Platz. Sofort eilt Buturlin rn's Palais zurück, eilt zum Kaiser und meldet: Man hat Ew. Majestät falsch unterrichtet, die Statue ist an ihrem Platz." Der Kaiser lachte herzlich und bemerkte: .Heute ist der erste April, lieber Bu . .';.':" : llnlh'1 i'i..!M;ii:.i'.-!Hr!,a,jl!'ii1.. .( ,S,i'!..i; u.nn.- -i.i-.: -'JuTTT:., tiiiiinr i'lt?" :jg;;;S;4'W M . :'!. . . ' !:'! , ' ' . ttinc aii oen uy rreieno ) : .poppla ! Dame: .Ah ivie grober Mensch. können E:e sich denn nicht entschuldi gen?" Stossel : .Herrgott, i' sag' ja Hoppla!" ,

Seife statt Fetr.

Die Gans, die schmeckt nach - j so wäre der bekannte-Gassenhauer von der ,Wurtt mit Bezug aus, eine Festtags: Gans, zu, vaniren, die am ersten Weih . ' , ' S ' l.'rr nachtsseiertage den Mittagyiich, einer Familie ,n Berlin zierte. Es ml r - . . T . . . . . i ...... JT. ne lamoie ans, )t war mn prac?tigen Aepleln vollgestopft; und nun lag ver seine cgei ,ern gcoraunr in hinein izette rn der Planne, ward aus derselben iuf die ServirMssel gelegt und dann aufgetragen. '-Die ' Jamilicnmitalicdcr sahen erwartungsvoll - auf den ' schönen iCptM'trtrt.Snrnfptf k inrn nt iVntiStrrtn I y V -T, ; ' , . machte jtch an das Theilungswerk. Als der Tu t, der von der Gans ausging,' sich den Nasen der Anwesenden schon ein ucrng m'.lgelyeiir ane, wmuz man oerellö ouayrneymungmamen. oazzoas amilienoveryaupl zowoyi w:e vie .,. der die Mienen zu verziehen, begannen, tme man, thut, wenn man etwas Äiangeiyasles . riecyr. vim rumviie such die Hausfrau die Nase doch da man am Tische nichts Anrüchiges ge wahrte, ging ein Jeder daran, sich an seiner Portion gütlich zu thun. Nem, , Mutter platzte jetzt der Hausherr heraus, der eben, sein' Stück zerschnitten hatte,.- mit der Gans ist es nicht richtig." Die Kinder hatten b . . . . . reirs ein Äiua ausgelpieZr, um es zum Munde zn führen, und auch die Hausfrau that es, um zu kosten. Jetzt folgten Alle ihrem Beispiel, aber wie 'auf Tommando spieen ste, was sie genom men, aus. . Psui. euset, icyrie der . - . Bater. ,die Gans schmeckt ja -netcö elfe!" Es War em tragikomischer Moment, , als Alle entsetzt auf ihren euer,uno oann ucn gegen,eliig anza?en. wa leniimoopcn .nrarocin ioi Zimmer geyotl uno vesragr, wa- oenn mit der Gans geschehen sei. Was soll denn geschehen sem?" fragte gekrankt oie Siucyensee. a ir ja eije in oer Gans, herrschte die Hauslrau hat Mädchen an. Man schritt zu emer Unlerumung oer kleinen mue, wan revidlrte deniemaen Tbeil .der Gans k s 7 71, m r mtergebracht werden, aber &tt war -:zn: . A:. of.ut.t t.! cu... I un w3ä PIrn;r; ,in7r J f 1 , rf f jf . tvzcii .Tztjjcvttiig h,uüi, n vm Hausfrau m das Zimmer des Dienstc " . i .i Mädchens und nahm den Weihnachtstel lcr desselben in die Hand. Ein Blick aenuäte, um die entsetzte 55rau zu ubeo zeugen, daß ihr Verdacht begründet war. Das Mädchen, hatte , die Füll apsel von ihrem Weihnachtsteller genommen und dabei einen zener Seucn äpfel erfaßt, die man zum Pfefferkuchen, zu den Aepfeln und Nüssen auf den Teller leg. Die Gans wurde mit dem e,,rnav,tt g-oraicn uno o iio 13 twtt on u, gesch'lderle. sreil'ch i Avmrf I ..m. 7 , (ttm mX 7st tr Familie den Feiertag arundlich zu ver' veroen. Studententraum. Mir träumte, ich, hatte die. Wasch'rin bezahlt. Des Schneiders Rechnnng beglichen, fyw ' 4 ' Mein Hauswirth hatte vergnügten Sinns Den Miethzins eingestrichen. Auch hätte ich jeden Wechsel und Schein Bezahlt meinen Gläubigern allen. So fiel mir rm Traume ein, was mir Im Traum nicht eingemllen. S 0 n st u n d j t tz V Lor. Zeiten, da horten 'die mächtigen Herrn Visweilen zur Kurzweil die Wahrheit ganz gern? Doch war es das Vorrecht des Hofnarr'n allein, : gnr Abwechslung auch einmal ehrlich v . " zu sein. . . Heut' steht's mit der Wahrheit nicht an ders fürwahr: Wer Mächtigen sie sagt, ist auch heute . ,.em Narr. . Eigenheit e n beruh m t e r Männer. Tycho de Brahe, der berühmte Astronom des 16. Jahrhunderts stürzte r.u Boden, wenn ihm ein Hase oder Fuchs , zu Gesicht ' kam. Ladislaus, Nönig von Polen, ergriff die Flucht, sobald er einen Apfel erblickte. Hein rich lll , König von Frankreich, konnte in keinem Zimmer bleiben, worin sich eme Katze oeiand. und wenn sie neb aucd noch so versteckt darin aushielt und dem Köniae nickt n Genckt kam. er wurde dennoch gleich beim Eintreten von emer lolckkn Anast befallen, dan er loaleick 1. ' 's : ... . " das Zimmer wieder verlas en mute. EraSmuS von .Rotterdam, einer der ' aufgeklärtesten Männer seines - Zeitalters, bekam das Fieber, . so bald er Fische anttchtlg" wurde. ' Der berühmte englische Kanzler TOrtfrt t tjntfrtrn nitrs -1 nrintnftfftf in V ... V.' V..'' W M 4 t beim Anschauen einer Mondfinsternis. Johann ll,, Gromurst zu Moskau, wurde ohnmächtig, wenn er em Frauen limmer sah wohl die seltenste Eiaen heit, die man je an einem Manne wahr, zenommen hat. Dasselbe Schicksal na auui ucii viiieuauef vz SUlie, wenn -. :r . ' .,.-''.:.. ... L'A ' , i. ..K. V,. trtm i: T1 r . ... er eine Roe erblickte, auch ohne von ihrem Gerüche berührt zu werden. B!aria von ' M edi ei. Gemahlin j des N'önigs Ludwig Xll l., konnte, eine so , große Liebhaberin von Blumen sie auch sonst war, doch aus keine Weise . ihren Abscheu gegen die Rosen auch dann fr, gar nicht unterdrücken,, wenn sie solche nur gemalt erblickte. ." .Nun, liebe Frieda, wie gefällt Dir die rothe Schleife? Frau: Ja, ich muß Dir ' offen gestehenH für s schreiende F ben hab' ich nicht viel übrig " Und

was wäre denn nach Deinem Geschmack? Sie nur: eben schreibt wir Frau Meier. - Ein schwarzes Seidendamastkleid. die doch als eme ge.lftreiche Dame bc Mm. !- -::- :! um :wmi kannt : ist. daß sie m eme Gedichte bereitsEin Kunstfreund. Sie dreimal gelesen hat! Journalist: DaS schwärmen doü auch für'S Theater?- hundert mich nicht! Ihre Gedichte muß GewiH Seil meine 1U so oft an eben öfter lesen, um sie zu verpeZZ,l)L" ''Mmlhrn 'N'M

Der Schöpfer von. Ncn'PArlS.

Baron Hausmann, lo cramk baroni ?l ' superbo Prefet do !a Seine, ist fast in Armuth i gestorben, ein sprechende r-..-L:K r whi i,,. . .:. Mannes, Lurch besicn HWe wähnNd ' .'semer Verwaltung derchauvtstadt 6 S o. 1 . s1;! '- u a-'-w i a v 'a'" rnnnirz inr ins i inrinrnuiiRTniriT r.' Milliarden Franken ohne cigcnMche Controlle-gegangen sind. - Mag auch manche Verschwendung mit unterqclaU' ?, w, im Weientlicken kable wältigen Summen. ,welche die Haun' manninrun.i von Naris verk.i.d?. ' Stadt und. ihrem Glänze gedient. Aus v .t.- t.- r riiL , ver Vvye s iciues Nuymes pauo vu SeweBaron wie sein Herr und Gebie . im ca w vbÄUr meüänzüth ung Um?r SxmtenMtiüti so schibt der. Pariser BerichZersiat. Her des Hamb. welche sich ganz besonders sür das Haußmann'sch? Wer! der Sanirung von Paris intcressir. .tcn, war auch der König von Preußen. Dieler wünschte eines TaaeZ, die Was ierwerke zu, besichtigen, 'welche ' in den letzten Jahren für die Stadt ' angelegt waren, und die damals zur eme Att Weltwunder galten. Herr Haußmann empfing den König an den großen Re' servotrs von Menilmyntant, und rcichtk dem Herrscher -.und dessen Begleitern. unter denen nch rnjch ,Bl,::m?u und Moltke befanden, aus goldener Schal cmen kühlen Trunk Pariser ,?aers. Dem König, auch Bismarck. so erzählt nun .yerr HauLmann, Zci vltzer Tnint vorzüglich bero?lmea; Beide hatten , .. . . .v . ... . überbauvt einen beneidentzwerthen Ma ... , . ,rT.... m gehabt; nicht so der Genera! Moltke. dieser sei mthrm aa an den Folgen des Trankes und überhaupt in Paris nicht recht wohl gewesen, se hzß man den großen deutschen Etrate m allgemein mit der Bemerkung ge. ckt habe, Pariser Luft und Pariser Wasser scheinen ihm nicht zuträglich zsein. Später sei ihm beides allerdings besser bekommen, pflegte Haußmamt h den letzten Jahren dieser Erinnerung hinzuMgen. ern: s. t Vottüxt 18C9J70 eröffnete, war Hauß I. Lu,i riJl uvikuu... .,u, w . ilf-iavnl Ar Os 1risA T? IlLUtll VVk W1HUVIIU HMJ l l V . I M L EZ wird vielmehr v! ihm bk richtet, er habe, als der Kaiser m de der SXrtTsi bZ sStftK" be Oriitiiri hrnt neu. Ministern, dem Hofstaat und den mm V lr W mf V fci T V W "W " VV V I? gesetzgebenden Körperschalten umgeben, das Eraebtti der Volksabüimmuua entgegengenommen und dabei die tt rühmt gewordenen Worte gesprochen: .Vertrauend aus die Weisheit des zran' zösischen Volkes u. s. w.", ein Gesicht gemacht, auf welchem deutlich, genug der Zweifel an jener Weishsit '. geschrie ben stand, so dan der Kayer chn . spater habe. 2ch Mi ,,,,:, h.f,ntr; tfinfrn Skeptizism,,Z recht; wemge Wochen I ' ' . ' J . nach dem Plebiszit war er ein tMer m, ,rna sw 1 MyiiUif w. vi U Vfc VI itvkii i ill (3iv,tiywii juHivi.., , , Das war un Mai; im September zog auch das Kaljerreich aus den unk . rr-' . . - . .. rien. ilne pourizcye ioue yai .yau mann nur vorübergehend gespielt. Er war überhaupt kern Politiker, sondern war nur, was er bis an sein Ende geI Vfc - V m w lM ,V sieben ist, ein aufrichtiger und über. zcugtcr Imperialist, und , er war vor allen Dingen ein auzrichtiger Freund bei Kaisers, den er nie anders, als mit einer gewissen Koketterie seinen aller gnädigsten Herrn- zu nennen pflegte.Zum Schlug möge hier noch eine mehr oder weniger bezeichnendes Bon motS" des Verstorbenen Erwähnung ,W i rf'-.rf- ( . Nnocn. 11? tfeu, ais auLmann mit wahrer Wuth die neuen gronen traßenzüge durch das alte Paris hindurchbrach, kam Jemand zu ihm, der ihm die Anlage noch eines. Boulevards vorschlug; der Präfekt fragt seinen Bcsu eher, ob er die neue Strafe wirklich sür nothwendig halte. Versteht sich", ant wortete dieser, sür dringend noihwendig." , MDann bedauere ich sehr", erwiderte ann, wenn die &IXlW., noth' wendig ist, wird sie auch nach mir gc baut; ich mach' nur das, was sonst Wcht gejchieht," ' 1,1 1 JiiilBli DaS sÄSnste Geschenkt Der Tirector Oldenburger wurde oon seinen Mitgliedern mehr gefürchtet, als geliebt. Am meisten aber has;te ihn der Charakterspieler Wollkopp, ,, der von Oldenburger allerdings, ungebührlich zuruckgezetzt und schlecht beschästig wuroe, Nun herrschte an scncm Theater die schöne und collegialische Sitte, daß die Mitglieder zu Weihnächten Dmemsam einen aüm ausputzten und einander ':,. -r --t . . ...- M ist. , rf curcy .zer;uaz:e ezcycnte ' erzremen Nur be and sich der Vorsitzende des Ve scheerungscomites in großer VerlegenHeit. was er Wollkof schenken , solle. Er. wandte, sich deshalb an den Heldenspiele? Lad-wig. der sich gerade aus Gastspielreisen befand und schrieb u. A. : Lieber .Ladewig Z Da Ihr doch ein intimer , Freund Wollkopp's seid, ss theilt uns gefälligst mit,; was wir ihm wohl zn , Weihnachten, an den Va.:r.z hängen könnten. Es stllHber , nicht viel :- kosten, neu und originell DinHnYHoHA ovcvt muajcu . if iv. - :i :.::!- ; -.- ji .-.?'. t1'Inlit M.ha 4 In : Schon 1 aM folgenden- Tage traf die Antwort Ladcwigs 'eüC" Der Theaterdiener brachte ein Telegramm auf die Probe, das folgenden .Inhalt chätte !ÄM Hangt .den , Oldenburger an , den Baum ! DaS kostet nur einen Strick, ist neu und originell und Wollkopf wird ine unbändige Freude haben!" ::l'1i5!:j iizt:4f i w V iii ; li-f"!-' . Ladewlg. ;Ci .MS'iäfJMHir i'.,, iiiiiiifjli'ia f De r wa hre G rRn'dTW fl feC f m 1 f t . : ': 4fL , " 1 ' - " . v r tex: Nun sagen Sie noch, dau ich kemen Erfolg beim Publikum habe! Da sehen ,.! 1

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