Indiana Tribüne, Volume 14, Number 147, Indianapolis, Marion County, 15 February 1891 — Page 6

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Wilde TKiere.

Sött Dr. L. He f 35m der einmal los käme! ober '.Dein möchte ich auch nicht allein im Walde begegnen ! Das sind so gewöhnlieh die ersten Gedanken, -die angesichts der Raubthierkästge den Besucher deS Zoologischen Gartens bewege wenn er nicht gerade Thiersreund oder Künstler ist. Wie 'oft habe ich im Raubthierfians dies'' Gedanken mit mehr oder weniger grausamer Phantasie weiter aus spinnen hören und dabei als stiller Aeobach!er meine heimliche Freude geaH an dem behaglichen Gruseln, das Ach bet solch finniger Naturbetrachtung muf derz Mienen der betreffenden Thier Senner zu malen pflegt ! Diesem prickelnden Mischgesühl, daA hervorgeht aus &er Vorstellung möglicher Todesgefahr mnd der Ueberzeugung wirklicher Sicherlheit, kann sich nicht leicht Jemand ent Ziehen und dies halte ich für denHaupt' gründ,' warum das Publikum zur Raub:ih!erfütterung stets so massenhaft-zu 'sammenströmt daß das RaübthierlhauS zu dieser Zeit an großen Sonnte !en ein;er:eb!ges ArbeitZfel für ljchendlebe ist. ' ; Die funkelnden Augm der hungerigen Destien und ihre gierigen Sprünge zu ifefjcir, nur einige Schritte von sich. Inotabene aber hinter den massiven 'Eisengittern, zwischen den furchtbaren Mhnen die Knochen krachen zu hören mnd sicher zu füllen, daß es nicht die eigenen sind, das ,st und bleibt eben für Biete eine sehr beliebte Sonntagsnach' kmittags-Ausregung. Wurzeln doch in n.s Allen noch mehr ode? weniger fest töte Anschauungen von den wilden hieren", wie sie die Menagerien mit ihren lzaarsträubendm Erklärern und te älteren Naturgeschichten uns von indsbeinen an eingepstanzt haben Z In der allerneuestcn Zeit schienen zwar selbst die Menagerien der wissen sch.iftlichen Aufklärung huldigen zu wollen; wenigstens habe ich es diesen Herbst auf der Reise beim Besuch einer Menagerie in meinem süddeutjchen Heimath mit Staunen angehört, wie die Hyanc, jene hervorragende Säule dn Menagerie, vollständig ihres greulichen Nimbus als Leichenrauberin entkleidet, und ihre angebliche Neigung zur Leichenschandunz auf die bekannte Sitte der Eingeborenen ihrer Heimath, Afrika und Bengalen", zurückgeführt wurde, ihre Todten entwcöer gar nicht der nur ganz oberflächlich im Sande zu begraben und so die Gebeine ihrer Angehörigen gewissermaßen selbst den Th:cren der Wildnis zum Fraße darzubieten." Gleich darauf erklang aber allerdings beim Tiger wieder ganz das alte Lied vom blutdürstigsten aller Raubthiere: Wahrend der Löwe nur aus Hunger auf Raub ausgeht, thut es der Tiger dahingegen nur aus Mordlust." Als ob der arme Kerl nicht auch seinen ganz gesunden Appetit hätte! In besserem Stil, aber nicht viel anderem Ton und Sinn sind 'die Raubthierschilderungen der älteren Naturgeschichten gehalten. Da sigurirt bei der Beschreibung des Tigers überall der furchtbare Men fchenfrcsser, der Menschenfleisch jedem anderen Wildpret vorzieht und so ganze Gegenden entvölkert; da prangen schaudcreregende Zahlen von Menschenleben, die in diesem oder jenem Trvpenland alljährlich wilden Thieren" zum Opfer ?allenl Ob sie mir wirklich was tMttnV fcatfcte ich ait rnanckrrral tit einen! srübe ren Wirkungskreis, wo mir die einfaches ren Verhältnisse einen sehr intimen Ver kehr mit meinen einzelnen Pfleglingen erlaubten, wenn ich des Morgens bei meinem Eintritt ins Naubthierhaus stets aus das Freudigste von allen Im lassen begrüßt wurde, und insbesondere der große Könizstiger jenes eizenthüms liche NasenZÄnauben hören ließ, welcher zum Unterschied vom Kehlfauchen ein untrügliches Zeichen freundlichster GeInnung und Stimmung ist. Und wenn ,ch dann den .greulichen Katzen" einer nach der anderen gut zugeredet, dieser den Buckel gestrichen und jener den Vauch gettopjt hatte, mit Vorsicht allerdings aber ohne jedes Herzklopfen, da war ich wirklich nicht ganz ohne Zuverficht, daß ich nicht aus manchem Käsig kuit heiler Haut wieder herausgekommen wäre. Wie irar es denn im Alterthum? Dieser Vergleich drängte sich mir in solchen Momenten ost sehr lebhaft auf, ebwohl ich sonst seit glücklich überstandener 'Gymnasialzelt im Allgemeinen zoenig geneigt bin, klassische Erinnerungen" aufzufrischen. , Die Alten gingen allem Anscheine nach mit den roße? Aauüthieren um, wie wir jetzt mit großen Hunden. Der altezypttscc tfomg Rhamses, der Große, wird rn der Schlacht abgebildet, als , Kampfzeosscn einen zahmen Löwen zur Seite. Daß Löwen und Leoparden bei Königs eudienzen Tributpflichtiger und , bei Triumphzügcn einfach an Stricken mit ' geführt wurden, wissen wir "aus dielen alten Bild- utx GeZchichtswerken. Die hirnverbrannten römischen Kaiser spannten bei ihren Bacchus orgien sogar Tiger vor ihrr Prunkwagen! Nnn darf an dabei, w:e bei Betrachtung so vieler Verhältnisse des Alterthums, allerdings nicht vergessen, daß es damals auf einen Sklaven nicht ankam, wenn ! in solches Thier auch einen oder meh rere seiner Führer Zerfleischte,, so waren um einen Wmk des Herrn gewiß sofort och einmal so viel andere zu? Stelle, zu bändigen. Das Mmschenleben an sich hatte damals 'eben och nicht zenS Dons dem faktischen ' 'und', praktischen Werthe ganz unabhängig ist. Trotze dem kann ich persönlich mich des beiMmcndeiiMefühls. Hcht entschlagen, ls ob die Menschen heutzutage nicht mehr so viel Courage hätten, als in den slten Zeite.r. , Die Courage ich wähle absichtlich das; Fremdworts . und -meine damit jenen Ueberschuß en unmittelbarem. owaaeix . korvernckem

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Muth, der bei lecer Gelegenheit oer-

vortritt, aucn wenn es gar rncht nöthia ist diese Courage hat ' ja mit den Fortschrttten der , ttultur ohne Zweisel abgenommen, seit wir nicht mehr mit dem Korper ums Dasein kämpfen. Das hat ja auch weiter gar nichts zu faaen. wenn , der Muth und die moralische Kraft, wo sie' ernsthaft noth thun, zu. oder Wenigstens rncht abgenommen haben, was man ja wohl ebenfalls behaupten darf. Nun sollte man den Sinn für die frische,, fröhliche Bethätigung jenes körperlichen Muthes, körperlicher Kraft und Gewandtheit nicht Nohheit schelten. Ich habe im Gespräch schon manche Lanze für das Artisteuthum gebrochen, für d:e sogenannten orodlozen ttunste, me alleroinzs gegenwärtig nichts weniger als brodlos sind, man, frage nur die Unter nehmer, die die Monatsgagen zahlen mülzen: Wer hier emmal hinter die Coulissen gesehen hat und ich .habe von Jugend auf aus angeborenem Inieresse auf graben und krummen Wegen danach gestrebt , der wird staunen über die außerordentliche Summe von Muth, Courage und Ausdauer, Selbst Beherrschung und Geistesgegenwart, kurzum, ich kann nicht anders sagen, als: moralischer straft, die in diesem Gewerbe aufgewendek wird, und wer die Gymnastiker, Thierbändiger und Kunstreiter wirklich kennt, wird ihnen sicher eine gewisse Theilnahme und Achtung nicht versagen. Srnd sie es doch, die gewissermaßen die Ueberlieferung besten lebendig erhalten, was der Mensch kör. perlich leisten kann und was in reckenhafter Vorzeit thatsächlich auch Jeder geleistet hat. Dieses Gefühl hatte ich instinktiv als wilder Junge schon, wenn es mich in jeder freien Stunde unwiderstehlich nach Cirkus und Menagerie hinzog und in diesem Sinne begrüßte ich auch die ersten Nachrichten mit Freuden, die mir vor zwei Jahren von den neuen Hagen beck'schen Löwendressuren in offener Neiibahu zu Ohren kamen. Ich sah diese sensationellen Leistungen modernster Thierbändigerkunst später selbst. Zuerst bei Wilhelm 'Hagenbeck den zweijährigen Sekegallöwen zu Pferde, der als "Non plus ultra" mit seinem Brükkensvrung während der Weltausstellung den Pariser Hippodrom allabendlich bis zum letzten Platz füllte, und dann bei Carl Hagenbeck, unserem weltbekannten großen Thierhändler und Völkerschausteller, die vier in Freiheit dressirten anderthalbjährigen Löwen, die ja durch Leutemann'Z Stift auch in der Leipzi ger Jllustrirten Zeitung verewigt sind. Sie waren damals noch nicht ganz fertig", aber es ging bei der Arbeit" so ruhig und selbstverständlich zu, daß ich, ganz bei der Sache, bald selbst thätig mlt eingriss und bald hier und da mit dem Spazierstock n den richtigen Platz und in der richtigen Stellung als, und dabei hatte ich keinen Augenblick das Gefühl, es mit gefährlichen wilden Thieren" zu thun zu haben. Als ich mir freilich nachher zu Hause wieder Brehms Thierleben zur Hand nahm, da hatte mir. fast nachher noch bange werden können über meinen Löwen"muth, denn auch unser genialer Brehm stößt noch in der zweiten Auf läge seines klassischen Werkes bei den Schilderungen mehr oder weniger kräftig mit in das Horn der Graulich- und Fürchtenmaaer. Um so größer war meine freudige Ueberraschung und Genugthuuna, als ich neulich die neueste dritte Auflage, die erste seit Brehms Tod Heraus gegebene, zur Beurtheilung erhielt und mich überzeugte, daß darin durch den Bearbeiter, den vielgereisten Jenenser Forscher Pechuel-Lösche, jetzt eine durchaus nüchterne und unbefangene Betrachtung der wilden Thiere" Platz gegriffen hat. Dies zeigt sich gleich bei der Lebensbeschreibung des Gorillas, jenes großen, menschenähnlichen Assen, der dank den phantastisen Berichten solcher Missionare und Afrikareisenden, die ihn niemals selbst gesehen haben, in unserer Naturgeschichte zu einem wilden Thiere" schlimmster Sorte, zu einem wahren Teufel in Affengestalt geworden war. Jeder Mensch, der ihm im Urwalde beaeanete. war unrenvar verloren: er griff ihn unter allen Umständen an, erwürgte' ihn mit seinen gewaltigen Ar men und zerfleischte ihn mit seinen furchtbaren Zähnen. Gewehrläufe biß er platt wie Rohrsiengel! Die Krone setzte all' diesen Schreckgeschichten das unverschämte Jägerlatein Du Chaillus litt, jenes afrikanischen Münchhausen, dem Neade später öffentlich nachwies, daß er niemals wirklich einen Gorilla erlegt hat. Wenn trotzdem Du Chaillu'S Schilderungen auch in der zweiten Auzläge des Brehmschen Thierlebens seinerzeit ausführlich wieder abaedruckt wurden, allerdings unter ausdrücklicher Ablehnung aller Verantwortung für die Wahrheit, so kann ich mir das nur so erklaren, daß Brehm, der große Thiermalet mit Worten, wie ich ihn immer zm liebsten nenne, allzu empfänglich :va? sur die ausgezeichnete Form dieser allerdings ganz prächtig, drastisch Und plaziisch gezchr'.edenen Jagdgezchichten, die sich lesen, wie ein aufregendes Romaneapitel. , Wie mögen nun solche ungeheuerliche klusschmückunzen des Wesens und Lebens großer fremdländischer Thiere entstehen ? Abgesehen von dem eigenen Ta--ent mancher Nelzenven. bezonders nie deren! Ranges, zum Jägerlatain, möchte ich glauben, oaß einen welentllchen Antheil daran das leidige Trinkgeld hat, das ja, einerlei in welcher Form es veribreicht wird, auf der ganzen Welt dieselbe fatale Rolle spielt. ' ' ' Die Eingeborenen 'werden gefragt, :" - , . . r , ausgezoroerr, eivngeleyenes uns ir lebtest mitzutheilen , oder einen jaad und thlerkundigen Stammesgenossen zur Stelle zu schaffen. , Das Trinkgeld wirkt und man thut, was man kann". Schließlich findet sich immer ein gerissener Junge, der seinen Mann zu nebmen weiß. Er antwortet viel mehr, als

, der Reisende fragt, erzählt Geschichten, ; ., .ft. 'Friiiiip:;.-:' : ' ' ' - :. ;' ö . mM vV ÄfcVLr V " S "i '4 1 lfmi t, a 1 , , : i, ,; wf f 'i ; w . IA fei ' jf . sl

was das Zeug hält und je tollerer lugr.

desto meyr glauot er zu verdienen! Da bleibt, um die Wahrheit zu versah, ren, am Ende nichts übrig, als selbst hinauszuwanoern in die Wildniß, um sich mit eigenen, scharfen und unbefan genen Augen umzusehen. Das hat Hugo von Koppenfels in den siebziger Jahren auf mehreren Reisen in der WestafrikaNischen Heimath des Gorillas gethan. Er war, der erste und bis jetzt einzige Europäer, der nachweislich Gorillas in der Freiheit beobachtet und erlegt hat, und er bat - seine Jagdleidenschaft und Tropensehnsucht. , die ihm diesen Ruhm , ' 'i . i " -i. 4 einoracyre, irni emnoyeir uno eoen büßen müssen, wie so mancher vor ihm. Bon einem Büffel zu Schanden gestoßen, ist er, soviel ich weiß, nach länge-' rem Siechthum im Erfurter KrankenHaus gestorben. Seine Erfahrungen über das Benehmen des Gorillas dem Menschen gegen-, über, mit anderen Worten, über dessen Gefährlichkeit oder Nichtgesährlichkeit, bestätigen nur die durch unbefangene Prüfung immer allgemeiner werdende Ueberzeugung, daß, völlig ungereizt, so leichr kein Thier den Menschen angreift und daß man bei einer solchen Begegnung immer hoffen darf, unversehrt davon zu kommen, wenn man mit einiger Borsicht und Klugheit nach dem Wahlspruch handelt: Thu' mir nichts, ich thu' Dir auch nichts!" Koppenfels behauptet, daß der Gorilla dem Menschen geradezu geflissentlich aus dem Wege geht, underklärt es o, daß auch von den Eingeborenen nur ie wenigsten jemals einen gesehen habcn. Läßt er sich zur Zeit der Dürre durch Hunger einmal verleiten, in eine abgelegene .Pflanzung einzubrechen, so genügt gewöhnlich etwas blindes Flinkengeknatter, um ihn für immer wieder u verscheuchen. Im ersten Augenblick, toenn der Gorilla einen Menschen getvahr wird, ist gewiß sein Schreck oder wenigstens seine unangenehme Ueberraschung ebenso groß wie die des Menjchen. Diese erste Bestürzung ist aber rasch überwunden, und -dann folgen, dach Koppenfets' Beschreibung zu urtheilen, wie bei allen wehrhaften Thie ten, die instinctiven Bemühungen, durch Stimme, Haltung und Geberde dem Feinde Furcht einzuflößen, der Gorilla richtet sich auf, stößt aus tiefer Brust ein nicht wiederzugebendes, kurz abgebrocheneS, bald rollendes, bald grunzen des Gebrüll aus und bearbeitet mit seinen Riesenfäusten die gigantische Brust, wobei unter Zähneflctschen und einem unendlich boshaften Ausdruck des Ge sichts sich seine Haare auf Kopf und Nacken vibrirend sträuben." Indeß auch in diesem Stadinm hat es nach KoppcnfelS' Ueberzeugung der Jäger noch ganz in der Hand, durch vorsichtigen Rückzug dem peinlichen Rencontre-ein stilles Ende zu -machen. Wird der Gorilla allerdings immer weiter gereizt, in die Enge gclriebttt und schließlich gar leicht verwundet, so besinnt er sich freilich nicht länger, fällt über den Gegner her und würt - ihn unfehlbar im Nu ab, wenn, nicht im letzten Moment noch eine tö'dtliche Kugel sitzt. Aber unter solchen Umstanden nimmt jedes starke Wildschwein den Schützen an, und wird jeder Stier zum lebensgefährlichen Wütherich. Daß daher auch ein manns. oder übermannsgroßer, herkulisch gebauter Asse sich mit entsprechender Krast seiner Haut wehrt, ist doch am Ende nur selbstverständlich, berechtigt aber nicht im Geringsten, aus ein dem Menschen gefährliches, von vornherein zum Angriff auf ihn neigendes Naturell zu schließen. Mit andern Worten, wie Burton mit derber, echt englischer Nüchternheit sägt : 'Der Gorilla ist ein armer Teufel von, Affe, nicht ein höllisches Tranmgebilde, halb Mensch, halb Bestie. . Der Winter am Rhein. Vom eiserstarrten Rhein " entwirft ein Mitarbeiter der Köln. Volksztg. folgendes Bild : Wo die Strömung ganz besonders ruhig ist, vor Allem zwischen den weit hineinragenden Steindämmen, hat sich schon seit Wochen, an beiden Ufern ein breitet Eisrand gebildet, der die freie Strömung einengt. ,, So ist es von Köln hinauf bis Boppard und noch darüber hinaus. Je hoher, man den Rhein von Köln hinauf kommt,' , umsomehr nimmt die Größe der Schollen ab, bis sie bei Koblenz in verminderter Zahl und nur noch ,m der Größe eines Strnmtisches herabkommen. Derbreite östliche Arm bei Ballendar ist , großen theils Angefroren, nach ?!iederwerth verlehrt man über das Eis. Aus' dem Hafenarm bei Ehrenbreitstein hat, die Jugend sich ein mit Wimpeln geschmücktes Schlitten -Karussel eingerichtet; ein Vfabl ins Eis aerammt. darüber ein in der Mitte befestigter Qüerbaüml an dezzen einem Ende die treibende Menschenkraft, am anderen der "wohlbesetzte Schiffsschlitten.,,, Die.Lahn bei Niederlahnstein ist vollständig zur Landstraße geworden; eine Freude nicht nur für dre Jugend, sondern auch für, Alle, die nicht einsehen wollen, weshalb: für die Benutzung der kleinen Lahnbrücke immer noch Brückengeld gefordert wird. ' Die Empfänger haben jetzt schöne Ferieii. Die Sonne bricht durch den kalten Dunstschleier; in blendendem ' Weiß erstrahlen die Eiswände des Stromes, während das offene " Waffer tiefdunkel dazwischen elnherjchleicht. Immer näher kommt der Punkt, von wo 'ab das liebliche lebensvolle Rheinthal - einem Todtcnthale gleichen soll. ; Boppard, Salzig,' K eitert fliegen dem ungeduldig gen Reisenoen nur zu langsam vorbei, kaum hat er ein Auge für die mslerisch in den Schutzhäfen aneinandergedräng' ten Schiffe ; die großen langgestreckten Eisbänke im Strome bereiten schon aus das Kommende vor. Vorbei an St. Goar da streckt die Lorelei fürwitzig ihre Felsennase vor, mitten im Strom tritt der Felsboden, mit Eis undSchnee bedeckt, zu Tage, und plötzlich siebt das Auge nur eine EiZwüste : bier und da l noch kleine, offene Stellen, über denen

im Morgendunst der Nebe: -ipenzier-hast in Form von klelnen Sträuchern tanzt," während von .der verhängten Sonnenscheibe blutiger Schein darüber fällt. Dann, öffnet sich inmitten der rauhen Eisgefflde ein schmaler Bach, lebhast fließend, an seinen beiden Enden im Schollengcwirr verloren. ; Wilder thürmen sich die Waffen, zakkig aufragend, hier gewaltsam hoch die Ufer hinaufgeschoben, dort scharf wie eine Mauer abgeschnitten; ganze Hügelzüge, dazwischen Thäler, theils mit Schnee gefüllt. Bei Oberwefel zeigt sirfl ' S ri'rt itttM Sn

vw v i 1 1 w uv uvtv vui uiytiu, I krumm zwischen den' Schollengcbirgen I hmdurchsührend. Läge nicht die Psalz bei Caub mitten im Strome, vielleicht stände dann das Eis heute nicht bis Mainz. Vielleicht! Unterhalb der Pfalz weit und breit eine Strecke offenen Wassers,., oberhalb dieses Felsenbaues in Pontonfarm Eissch?chtuugen so hoch, wie man sie bisher noch nicht erblickt hab und auch weiter hinauf nicht mehr zu Gesicht i bekommt. Von Caub nach Langscheid hinüber wie auch von Bacharäch nach Lorchhausen mit Asche bestreute, braün sich abzeichnende Eispfade über den Strom. Ob Baccki ara diesmal sichtbar geworden ist, jener im Rhein ruhende Felsstein irnt sagenhafter Inschrift, dessen Erscheinen über dem Wasser ein trockenes durstiges Jahr, dafür aber auch einen Weinsegen ankündigt, haben wir nicht feststellen können, denn es feh lte uns an der nöthigen philologischen Ausdauer und vor allem an Zeit; dagegen haben wir festgestellt, daß, wenn der alte Blücher heute noch zn thun hätte, was ihm in der Neujahrsnacht 1814 oblag, er einen vortrefflichen Rheinübergang bei Caub bewerkstelligen könnte. Weiter nach Lorch, Trechtlixgshausen, Aßmannshausen überall dasselbe Eisthal, und nun um die Wölbung des Niederwalds herum nach Nüdesheim. Bingen's Brückenfrae ist heute gelöst freilich weiß Niemand, wie lange die Lösung vorhält. Wir schreiten über Sttedermendiger Platten und Kleinschlag, das heißt, über Schollen und Eisstückchen. Asche ist darüber gestreut, jedoch nur sparsam, so daß es sich empfehlen dürfte, an den Brückenköpfen den Anschlap anzubringen: Warnung für Schöppenstecher. Nach weiteren fünf Minuten, während deren Jung-Bingen nah und fern um uns her sich tummelt, sind wir bei den Hessen in Bingen. Droben, am jenseitigen Ufer, hält 'die Germania die 5?aiserkrone hoch in die Luft: Kommt nur heran, daran könnt ihr nicht rühren, und wenn euch auch der Winter eine Brücke zu. mir baut." Die Eye"deS Herzogs von Leuchtenderg. Man schreibt der Ftff. Ztg." am Petersburg? Der kürzlich in Paris derstsrbene Herzog Nikolaus von Leuchtenherg hat hauptsächlich seiner Gemahlin vegen seinem Vaterlande Valet gesagt' lnd sich in Genf niedergelassen, da die russischen Gesetze seine Ehe nicht gestatZeten. Herzog Nikolaus heirathete nämlich eine Frau Akinsjew. geb. Anen!ow, bei Lebzeiten ' ihres Mannes, der n'n Neffe des Fürsten Gortschakow war ind in diplomatischen Diensten stand. Dieser Neffe war ein manvais sujet, er seiner Gattin viel Verdruß und Kummer machte, so daß sie ihn schließlich ver ließ. Fürst Gortschakow, der sich schon längst von seinem Thunichtgut von Neffen losgesagt hatte, lud Frau Akinsjew zu sich em und die junge Damk machte in den Salons des russischen Kanzlers die Honneurs. Der junge Herzog von Leuchtmberg, der zuweil? den Kanzler, mit dem er personlich befreundet war, besuchte, war durch die reizende Erscheinung von dessen Nichte gefesselt und bald ein steter,-immer gern zesehener Gast. Es entspann sich zwischen den beiden iungen Leuten ein zartes Verhältniß. Der Herzog entbrannte in leidenschaftlich'er Liebe zu d:r jungen Frau und Nadeschda (so hieß die junge Dame) theilte diese Gefühle des Prinzen. Ta alle Versuche, den Gatten zu einer förmlichen Scheidung zu bewegen, vergeblich waren, so entschloß sich der Herzog kurz. Er entführte seine Geliebte und ließ sich in Genf trauen. ' Im Angesicht dieses vollzogenen Factums blieb dem verlassenen Gatten nichts weiter übrig, als in eine Scheidung post Lestuni zu willigen. Selbstredend, daß dieser Entschluß nicht ohne Äußeren Druck gefaßt und auSgeführt wurde. An hoher Stelle hatte man s längere Zeit dem Fürsten Gort schakow sehr verübelt, daß er dieser heimlichen Ehe Vorschub geleistet habe. Der Reichskanzler konnte aber seine Unschuld durch unumstößliche Beweise erhärten, darthun, daß er von- dem sich vor seinen Augen abspielenden Liebesvrama nichts gewußt und daß, wenn er die geringste Ahnung davon gehabt hätte, er sicherlich ein solch' gewaltsames Durchhauen des gordischen' Knotens nicht zugelassen hätte. Fürst Gortschakow soll nämlich selbst seine Nichte feidenschastlich geliebt und trotz des großen 'Altersunterschieds sich mit dem. Gedanken getragen haven, dieselbe zn ehelichen. Wie dem auch sei, die Ehe des Herzogs wurde dom kaiserlichen Hofe als eine Mesalliance nicht anerkannt, trotzdem jedoch der jungen Gattin der Titel einer Gräfin Weäuharnais r verliehen e!tt in her Leuchtcnbergischen Familie erblicher Titel, den .Josephine Beauharnais, die erste Frau apoleons I. und Urgroßmutier des jetzt, verstorbenen Herzogs, zetragen. 5t'aiser Nikolaus liebte seine Tochter, die Großfürstin Marie von Leuchtenberg, und deren Kinder schwärmerisch. Auch Alexander II. trug , seier Tante und seiner Cousine die zärtlichste Liebe und , Anhänglichkeit entzegen. Daher auqdexalcheVchnil des Herzogs Nikolaus ohne weitere Folgen blieb, und obzwar er nach seiner Heirath fast beständig im Auslande (hauptsächlich in Genf) lebtet so wurden doch seine Beziebunaen zum kaiserj lienKofeich iillM'ÄllÄ

Solapük.

Ee köttchwizienschastliche Studis dygi L. aisutt. Es ist noch nicht lange her, seitdem der Erfinder der Univcrsalsprache das Zeitliche gesegnet, und schon beginnt an dem Volapük, das wohlgestaltet und gepanzert , dem Haupte seines Erzeugers entsprang, der Zahn der Zeit zusehends zu nagen. Nach einem Jahrzehnt wird sein Andenken ebenso verschwommen sein wie die Mündung der Flüsse in Angra Pequena: , . ., , , Vor einigen Jahren reiste ich nach Californien. Der Zug schoß , pseilgrade über . die große amerikanische Wüste in Neoada und . hielt ' bei einer Stadt" an, die, auf der flachen Sandebene hockend, den traurigen Eindruck, den die Wüste hervorbrachte, nur erhöhte. Aergerlich fragte ich einen sonnverbrannten Eingeborenen, der auf dem Perron herumschlenderte, wovon denn eigentlich die Einwohner der Stadt lebten und warum sie diese von Gott verlassene Gegend nicht selber verließen. Bissig antwortete mir der Nevadische Patriot: .Mein Herr, nehmen Sie Ihre Brille ab. so werden Sie besser sehen! Die nächste Silberminenst nur fünfzig Meilen von hier entfernt; achtzig Meilen, von hier haben wir grüne Wiesen und Felder. Dies ist ein gesegnetes Land, uns fehlt nur Wasser. Er hatte recht, der Wüste fehlt nur Wasser. - Auch dem Volapük fehlt das Wasser des Lebens, uud es werden sich schwerlich gelehrte kalahari dazu Hergeben, das nöthige Wasser in ausgehöhlten Strau'ßeneieru herbeizuschaffen. So muß das Volapük vergehen. Itquies. cat in pace! Die civilisalorischen Bestrebungen der' europäischen Mächte werden bald den ganzen, Erdball in das Netz ihrer kaufmännischcn Thätigkeit gezogen haben. Die Verhäktnisse und Beziehungen zwischen ken verschiedenen Nationen werden immer eomplicirter. und 'die Nothwcndigkeit einer einheitlichen Sprache tritt immer dringender hervor. Jnsofern also sind die Bestrebungen des verstorbenen Dr. Schleyer anerkennenswerth ; leider aber bleiben sie eine Chimäre. Eine Kunstsprache wird immer ihr Ziel verfehlen, eine Universalsprache zu werden. Dieser, Aussatz hat es sich zur Aufgabe gestellt, den Beweis dasür zu erbringen. Eine spätere AbHandlung soll dem Schicksale der Kultursprächen im Allgemeinen gewidmet sein, um zu untersuchen, welche von ihnen als Siegerin im Kampfe um's Dasein hervorgehen wird und berufen ist, die Führermrolle im großen Weltverkehr zu übernehmen. Die erste Bedingung einer allgemeinen Sprache ist. daß sie nur solche Laute besitze, die alle Nationen leicht aussprechen können. Es ist bekannt, wie schwer es fällt, sich einen Laut anzueignen; die Schwierigkeit rührt daher, daß einige Racen die Muskeln der Brust zur Bitbillig von artikulirten Lauten ganz besonders in Anspruch nehmen, andere den Kehlkopf, wieder andere den Gaumen, die Nase, die Lippen , vorwiegend dazu gebrauchen. . So können die meisten Europäer nur mit Schwierigkeit Arabisch sprechen, weil das Arabische die Kehlkopf- und Brustmuskeln übermäßig enstrent; der Polynesierdagegen würde kaum die weichen Laute (meäia) erlernen. . ' ., , Der Ersinder des Volapük hat diesem Bedürfniß Rechnung tragen wollen, als er sein ABE zusammenstellte ; doch wären ihm. die, Lautsysteme der größeren Sprachgruppen genauer bekannt gewesen, so hätte sich sein ABC aus etwa 5, sage 5, Buchstaben beschränken müßen. Alle langen Vokale. Doppelvokale und Umlaute fehlen im Russischen: Das kurze a im Ungarischen lautet mehr wie ein deutsches o Das e fehlt dem Arabischen ; Das o fehlt den Berberfprachen ; Das u ist nicht im Malazassischen (Madagascar) vorhanden; i fehlt dem Chinesischen Mandäri nendzalckt); Qmchna (Peru); den Polinesischcn Sprachen; fällt im Anfang und in der Mitte des Wortes dem Engländer schwer; sindet sich nicht im Polynesischen ; l nicht in Quichua, Polynesisch, Chinesisch; nicht in Quichua, Polynesisch, Fin mich; uicht in Quichua, Polynesisch,Maya (Fucatan) Chinesisch; li nicht in Russisch. Nubisch; l nicht in Polynesisch, (ohne Hawai), Japanesisch? , - in nicht in Quichua;. r nicht in Hottentot, Namaqua; r nicht in Chinesisch, Hawaiisch, Mayc, asscrnsprache; - w nicht in Finnisch; - z nicht ii! Quichua, Nubisch. Demnach stehen - etwa die Buchstaben fc, ii ?, t, i zur Verfügung, aus denen beim besten Willen keine Sprache zu bil-, den ist. ' ' m Wenn aber neue Laute hinzngesügt werden sollen, so ist es ebenso leicht, beispiclsweijc das g?nze russische Alphabet zu erlernen als iiur ein Theil davon ; es ist also die Ausschließung wie die Ein-, verleibung von Buchstaben im Volapük gleich verwerflich.' i. ' -. ' Zunächst kommt das grammatikalische System in Betracht. Hier.', erst steht man, wie Wenig wissenschaftliche Bildung Dr. Schleyer besessen haben muß,,' und es nimmt nur Wunder, daß Professoren sich da;n hergeben können, dem ' V olapük das Wort zu ' reden. Ta die ' Entwickelung des Alphabets vorzüglich die Schwierigkeiten illnstrirt. die sich bei der Bildung einer künstlichen Grammatik herausstellen, so wollen wir einen ' Abstecher in's Gebiet der ' Alphabete MachenMWW :; Wie bekannt, besaßen die ältesten Sprachen, wie das Chinesische, nicht ein Alphabet, sondern ein Hieroglyphensystem, nach dem jedes Wort durch ein besonderes Zeichen dargestellt wird. Wie schwerfällig das System auch sein rtn in fcurnM rX nr?rrfmrtsiri iitrfif nur IMllHi . Vhltifi . .Mj. ywmt i!; Ifpif'11!.,,.

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Zufälligkeit, - sondern aus einer Noch wendigkeit, denn da die alten Sprachen keine Zergliederung der Wörter und keine Anhäng fel kennen, um verschiedene Verhältnisse auszudrucken, jedes Wort nur in einer Form, , und zwar einsilbig, vorkommen kann, die Verhälinisse lediglich durch , Jurtaposition ausgedrückt werden, jp besitzen die Sprachen nur eine beschränkte Zahl von Wörtern, die in .verschiedenen Stellungen und bei verschiedener Accentuation ganz andere Begriffe ausdrücken. So sindet sich yao im Chinesischen für den Gesammtbegrifs lieben, kann Hauptwort, Eigenschaftswort. .Beiwort, sein, also lieben, gut, Leebe. guter zc. heißen. Dieses System in ein ABC zu zwängen, 'wäre wohl möglich, an Leichtigkeit des Erlernens würde aber die Sprache nicht besonders viel gewinnen. Mit der Fortentwickelung der Sprache verlieren gewisse Wörter an ihrer Intensität und kommen immer in Verbindung mit anderen Wörtern vor; diesnst der Anfang eines Biegungsfnstems und stellt sich in den Sprachen ejn, die als agglutinativ bekannt sind; dazu , gehört das japanesische. Die Sprache gewinnt an Lauten und Wörlern, und das Hieroglyphenslzstem machte sich zu ungelenk, eS wird zu einem Silbensystem , verwandelt, da eine gewisse Anzahl i von Silben für alle Formationen genügt und Mißdeutungen kaum vorkommen können wegen der verschiedenen Länge der Wörter. Nur auf der dritten Stufe, wenn die Anhängsel der agglutinativen Sprachen ganz und. gar ihre Durchsichtigkeit verloren haben und nur mit dem Worte als Ganzes gedacht werden können, wird es zur Nothwendigkeit, ein Alphabet . einzuführen, weil die silbenschweren und, ungefügigen Wörter beHufs leichterer Pbonefis ihre Konsonanten verwischen, Vokale verändern und Silben verkürzen. Ein Silbensystem von nicht weniger als 100 Zeichen könnte diesen neueren Bedürfnissen entsprechen, es ist also- ein Alphabet von 2535 Buchstaben vorzuziehen. Das Hieroglyphensystem auf so entwickelte Sprachen anzuwenden, wäre nicht nur eine Monstrosität, sondern eine absolute Unmöglichkeit. , Dieselbe Analogie ist auf eine UniVersalsprache anzuwenden und Dr. Schleyer glaubte einen guten Griff gethan zu haben, als er eine agglutinative Sprache , sich zum Muster nahm. Die Flectionssprachen der dritten Klasse, zu denen fast alle Sprachen Europas zu rechnen sind, können sich leichter in das Schleyer' sche fügen; den Chinesen ist es ganz so fremd, wie, irgend eine andere Flectionssprache, Aber auch unter den Europäern können sich die Dänen und Engländer nicht mehr in ein Biegungssystem, sei es noch so leicht, schicken, da ihre, Sprachen über die dritte Stufehinaus sich entwickeln und so dem monosylabischen Chinesischen näher zu stehen kommen. Jeder deutsche Lehrer weiß, wie schwer es fällt, die englischen Kinder an den richtigen Gebrauch der Fälle zu gewöhnen, und während dem deutschen Quintaner Fehler in der lateini chen Syntax als grobe Verstöße angerechnet werden, macht die amerikanische Jugend noch in den höheren Klassen der Universität Schnitzer in der Anwendung don Fällen. Eine Grammatik, , die auf Biegung beruht, kann nicht bei den civilisirten Volkern gleich , durchdringen. Selbst den aünstiaen ftall anaenommen. da

die verschiedenen Völker sich leicht in der Schwierigkeit, die die Aussprache und Grammatik verursachen, zurechtsinden wurden, so stellt sich ihnen noch immer eine Schranke entaeaen. die sie nicbt vassiren können, Dr. Schleyer hat es näm lich vergelten, seiner Sprache den Lebensgeist einzuhauchen. Die Sprache ist nicht unveränderlich, sondern spiegelt in ihrem ,Ä au den, lebendigen Menschen in - all' seiner Gemüthsbeweauna aenau wieder. , Wie schön spricht I. B. das erhabene Wesen der Griechen aus ihrer Sprache? und unter ihren Dialekten, wie gut paßt doch das Ionische für die asiatische Verweichlichung, das Dorische für den kriegerischen Spartaner, das leidenschaft-, liche Aeolische für die poetische Schöpft ung einer Sappho und das elegante Attische für den Athener! Die verschiedenen Völkerfamilien unterscheiden sich unter einander durch die größere oder kleinere Gemüthserregung, die durch das Klima und die Lebensweise bedingt ist. So gehören die Ne? gervölker zu den erregbarsten der Erde? bei ihnen schlägt reine große Trauer schnell in Allsgelassenheit um, und der kleinste Schreck bringt bei ihnen oft die größte Panik hervor. Ihre Sprache gibt - genau diese Beweglichkeit wieder: ihre Sätze sind stark zerstückelt und hangen nur lose , zusammen, während die Thätigkeit -der Wörter so stark gedacht wird, daß Theile des.Subjects noch im Prädikat und Object zu finden sind, während das Object auf das Zeitwort zurückwirkt: so heißt in der Zulusprache der Satz: Gott weiß alles , ... u. .Ticjo u,ya z. azi z. into z. ouk& Gott weiß Djnge alle Im Zeitworte m ya.-z. azi ist u das Prä fix des Subjectes;, yagecn, drüt die Gegenwart aus; z ist das Präsir des Objectes z. iato, und azi ist der Stamm des Zeitwortes. ' v p,- r i Am wenigsten erregbar sind die Indianervölker und die Mongolen; demnach erfordert der Geist ihrer Sprachen massive Wortkombinationen und große Einheitlichkeit. Ein Maulthier ! heißt in .der Choctaw-Sprache issu daliaks dlsclikalai, d. h. Pferde - Lang - Ohr. Im P A Satz : Du solltest heute nicht gewaschen werden, kurz lassulcusukutrunvuainlca düWWWWMMMK lZDie europäischen Sprachen stehen zwischen beiden Extremen, indem in den keltischen Sprachen das erregbare Element vorherrscht, das Deutsche zu den veniger erregbaren (pflegmatischcn) zu rechnen u..Zl...M-,K

Dem Negit und Negriten ist da Schleuer'fche Ksuderwälsch eine unüberwindliche ' Monstrosität, da' er die verZchiedenen Theile des Satzes zu lange xm Kopfe herumtragen muß. IDem Asiaten und Amerikaner ist das Volapük zu zerstückelt, und die Europäer können aus dem Volapük keinen andern Geist entnehmen, als den, den sie ihm nach dem Muster ihrer eigenen Sprachen verleihen. Demnach müßte der , Deutsche deutsches 'ind der Italiener italienisches Volapük schreiben. Da W. den slavischen Sprachen die Flektion stark entwickelt ist. so bängt der Sinn des Satzes, nicht von der Ordnung ab: die Endungen der Wörter bestimmen deren, Bedeutung und Verhält' nisse zu einander vollständig, jrad durch die Reihenfolge werden Schattirungen hervorgebracht, die der Westeuropäer kaum verstehen, geschweige fühlen kann. Dagegen ist das Englische stramm , ße wickelt, die Ordnung ist durchaus keine willkürliche, und die Emphase wird durch Wendungen und den Wörterreichthum ersetzt. Winn also im Allgemeinen eine Sprache der Schleyer'schen Art der gan zen Welt unzugänglich ist, so bleibt sie eine Chimäre, selbst ' wenn sie für den Gebrauch der civilisirten europäischen Nationen bestimmt ist; denn der Pole oder der Türke erlernt das wirkliche Deutsch ebenso leicht, wenn nicht leichter, wie das fabricirte Conglonlerat des Volapük. , Man macht gewöhnlich den Einwand, daß die nationale Eifersucht die Europäcr daran hindern, eine lebende Sprache Europas für den Univerfalgebrauch hervorzuheben. Dieser Einwand trifft über nicht das Persische, das die Ein fachheit selbst ist. Die Eonjugation ist so emsach wie im Volapük; eine DecliNation gibt es nicht; das Verhältniß des Eigenschaftswortes oder des Hauptwortes zum Hauptwort wiro durch ein angehängtes i ausgedrückt. Die Sprache ist melodisch und ihre Wort-Combina tionen bezaubernd schön. Sie hat den Vortheil, eine indo-gernzanische Sprache,, also eine den meisten europäischen Spra' chen verwandte zu fein und besitzt bereits eine reiche Literatur. Zur Zeit des Firdusi war das Persische noch nicht" durch das Arabische getrübt, und wäre es also nur nöthig, zur damaligen Pehlevi-form zurückzugreifen, um sie zur Universalsprache zu verwende Doch davon ein ander Mal. Erinnerung an Nhkand. Eine Erinnerung an Ludwig Uhland vie sie nach einer handschriftlicher Auf-' ieichnung eines Tübingers em altes kurhessisches Zeitungsblatt erzählt, wirdi , zur Neubelcbung mitgetheilt. Es war! an Jahre 1857, als eine ganze Schaap junger begeisterter Verehrer des großes Lottsdichters die Universität Tübingen iezo'g. Ihm vor Allem galt ihrer Hn teil warmer Schlag, und Schwaben: sowohl wie Norddeutsche suchten ihn ms und schätzten sich glücklich, den gro gen Uhland, das Ideal ihrer Jugend, persönlich kennen zu lernen. Einer aus Bremen war der schwärmerischste unter )en jugendlichen Schwärmern, und so ,ft sie Abends oder vielmehr des Morzens aus der .Kneipe" kamen, stiftete er die Kommilitonen an, daß sie mit ihm vor UhlandS Haus zogen und dort och einen Gefang anstimmten. Meist vählten sie dazu das herrliche Lied: .Wenn heut' ein Geist herniederstiege, tnd sangen dann gewiffenhast alle sieben lchtzeilien Strophen. 'So gmg es längere Zeit fast jede Nacht fort. Da erhielten sie eines Ta ;es sämmtlich eine Einladung zu einem nnfachen Abendbrot in das Haus des Dichters. Glühend folgte Jeder dieser seltenen Auszeichnung und stellte sich rechtzeitig ' in Gala eiit. Uhland bevirthete sie aufs Liebenswürdigste und )as frugale Abendbröd" ließ nichts zu vünschen übrig. 'Auf das Essen folgte :ine förmliche Weinschlacht, und im Enthusiasmus sangen die Studenten ein Lied 'nach dem andern. .! Endlich stimmte der Schwärmer aus Bremen das Lied vom Geiste an, der jetzt in der Tbat zu ihm herniedcrgestiezen war. l h and hörte still vor sich hinläch. n den Gesang bis zu Ende an. Aber wie staunten seine "jugendlichen Verehrer, Als er hierauf ganz ernsthast versicherte, dieses Lied gefalle ihm jetzt gar nichtmehr, es sei um viele Strophen zu lang z wenn er es noch einmal zu dichten hätte, würde er es viel kürzer machen. Dies Aussprvch des Meisters, der fast einem Verdammungsurtheil seines herrlichsten Gedichte- gleichkam, wurde, zuerst mit . stummem, starrem Erstaunen angehört ? und dann folgte die lebhaftesten Widersprüche von allen Seiten. Uhland ließ ruhig den Sturm an sich vorübergehen und sagte zuletzt : Aber, meine Herren, dieses Lied kostet mich jede Nacht mei ant besten Vormitternachtsschlaf; wär es kürzer, könnt' ich eher wieder ein schlafen." ; Damit lenkte er freundlich die Unterhaltung auf einen anderen Ge zenstand und durfte von nun an mit gestört schlafen. .Nur der Schwärmer aus Bremen soll eZ noch zuweilen ganz leise brim Nachhausegchcn vor sich i;m ' gesummt haben. . , i , 4 " ! n , l 1 "!" . . - EXFANT TEKRinL'K. ElUk ält. ' liche Jungfrau, welche ,:ur für ihren , scidenhaarigen Spitz lebt, ist, bei einer Freundin zu:n Besuch. . deren Töchterchen Plötzlich ausruft: Tante, bist Du ' zft betrunken?" Allgemeine Sensation, ' Schrecken . und Entrüstung. ..Ja". Mhrt die Kleine fort, Mama sagt. Du hast einen Spitz, , und , wenn Papa aus ? dem Verein nach Hause kommt, dann sagt sie auch,' manchmal, daß er einen pitz 'hCit.''! ' '' Miii'::V!fl:S!iii, - ; i'ikr-:! Iij:!iit if: MM h in derni .tzBMteK flehentlich bittend ) : Ach, Papachen, gab' doch Erbarmen und laß' mich mit Fduard glücklich werden Vater l Naturforscher, wüthend , emporsprin- I1 zend): .WaS!? An's Heirathen denkst tu und weißt noch nicht , einmal, wie. ilelZNüaenwlröel die Eidechse hat ! ?

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