Indiana Tribüne, Volume 14, Number 140, Indianapolis, Marion County, 8 February 1891 — Page 6
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Ifcl'!am: ein Jahr lana verheirat w gewesen und kein Wölkchen hatte ihre glückliche Ehe getrübt, und nuo Mßte so plöhlich das grausame VerNngmß über Frau Hedwig herembre chcn und ihr Herz zu einem Tummeb platz H,der? verworrensten Gefühle ma mw - 1 cbciih,. i Ja. sie hätte so glücklich sein können! tfl hr Gatte, derCrimlnalÄssessor Bitte hardt, war nicht nur ein schöner' Mann. ' dee sck tnanchem Backfisch den Kopf veo breht hatte, er war auch klug und be fähige, und Hedwig hatte aus de Munde 'des Polizeipräsidenten -stlbp das Lob desselben ertönen hören. DaS war' auf dem Balle des Ober bürgermeisters, und Hedwig war übe? jene Aeußerung des Präsidenten über a'.lÄ stolz und glücklich. Auf eben jener Balle empfing sie wenige Stunden spw ter den Dolchstoß, der ihr Herz verwuw den sollte In einev Tnzpause ' saß ihrem Gab m zufällig ein reicher Bankier gegenüber. Er war ein flüchtiger Bekannte, des Assessors und hatte keine Ahnung davon, daß die junge Dame, welche eö was abseits auf einer Causeuse saß, du Gemahlin desselben war - und jedes ÄLoWdäs er sprach, horte. 4 Herr Assessor Steinhardt, lang, nicht gesehen," begann der Bankier, wr trafen wir unZ doch das letzte Mal richtig, im Colosseum. ... Ja, ja." erwiderte Steinhardt, deu da) Zusammentressen mit dem Bankiei offenbar peinlich war, ich entsinm mich wie stehen denn jetzt die Perw derger Bergwerks-Actim?" Lassen Sie mich mit dem Schund, papier in Ruhe, lieber Assessor, willga, nichts mehr davon hören, sprechen teil lieber von angenehmeren Dingen wie weit sind Sie mit der kleinen Bab Zetteuse, der Seraphine vor acht Tagen schienen Sie, sie ja schon am Kant, halen zu haben?", - Der Assessor fühlte, wie er dunkelrot! wurde undwagte es nicht, nach Hedwiz hinübcrzusehw, welcher das Blut in dei Ädern zu erstarren schien. Zum Glück ertönte die BaLmusik, de, Bankier erhob sich, um seine Tänzern davsnzuführeu und nickte dem Assessoi zu: Wir sprechen darüber noch in dn nächsten Pause hahsha!" Eine Weile faßen Steinhardt unl Hedwig da, ohne auf- oder einander aw zusehen. Endlich erhob der Assessor die Augen. Seine Frau saß wachsbleich da, die Au gen auf eine Stelle des Parquets gehep let, als wolle sie dort eine Erklärung des Gehörten bernnterleseu.' Hedwig!", ' i Keine Antwort ! Keine Bewegung ! Hcdwig, ick, bin dir eine Erklärung schuldig Sie erhob sich langsam und ging iy ein Nebenzimmer, welches augenblickli leer war. Der Assessor folgte ihr. Taun wzud!e sie sich um, sah ihn mi! einem schmerzerMten Blicke an im sagte, indem sie sich auf ein Sopha nid verließ: ,,. Ich ; erwarte jetzt deine Erklärung, Erwin." Und wenn ich dich bitte, vorläusie einer Erklärung abzustehen?" B0N rt Du willst Zeit gewinnen ....? Weshalb?", -. -Um dir vielleicht. ... eine Erklä rung anszusinnen." Du weißt, Hedwig, daß ein Crimv nalbeautter' bald hier, bald dort sein muß auch an solchen Orten, die an dere Ehemänner vielleicht vermeide . Darum handelt es sich gar nicht bcn Aufettthöli' w , dem obscuren Baw local? verüble ich Dir mehr, das mag je ein aber , nttt uch brmgen, aber '" '! .!,' Nuna! ünVwas ' ist es Schlimmes.' wenn der Bantter mich in Gesellschaft der Balletteuse gesehen hat ?" Nichts gar nichts ! 1 Und was loenn ich fragen darf, bildete den Gegeu frano Eurer Unterhaltung?" Das das sollst Du vielleicht naci chk'Tagkn erfahren ich verspreche cl Dir ganz sicher. Vorläusig verbietet ei mit mein Diensteid." Die junge Frau sah nachdenklich voi sich bin. Hedwig. habe ich das in diesen inen Jahre verdient,' daß Du mir s, wenig Vertrauen schenkst?Sie wandte sich zu ihm und reichn ihm die Hand. ..Du hast," recht, Erwin, es wäri Leichtsinnig und thöricht von mix, wenn -ich den Worten jenes alten Sünders ?nehr Gelaicht beilegen wollte, als der. deinen. Also bis nach acht Tagen !" ' Der Waffenstillstand war geschlossen, socr es war ebm , noch. kein dauernder Friede. Schwere Wolken, Hinzen am Ehehimmel, und das Herz Hedwigs be. fand sich in jenem Zustande, wie toix ihn Eingangs dieser Erzählung kenne lernten. , m ::i ii,,;Ti-. ' m Du "hast es nn! dnen e?geuen Oh?5N aebort?" ,-, - - . Ii Mit meinen eigenen Ohren," verZicherte Dorette. 'Wie hortest Du es denn ? - , Die Zofe crxvthe!e ein wenig. ' Jch konnte nichts dafür, Frau Asses Zor,. ich wischte' im- Eßzimmer Staub, Lud da hörte ich ganz deutlich dieStimmen des. Herrn 'Assessors - und feines Freundes, des Herrn Polizeilicutenant Wittig. .. Der Herr Lieukenanr beglück tvünschte' den Hern: Assessor zu seiner Eroberung im Colosseum, , worüber der Herr Assessor lachte. . Und dann verabredeten sie sich, heute Abend auf dem Maskenball m ollosseum zusammen zutreffen.Hedwikp ,chwieg nige AugenbNcke, Äsnn saate sie bestimmt: " , Dorette, hole meinen MaSkenanzug ,us der Kammer vu weißt, das vixl
terfräulein für dich hole vom Mä5 kenverleiher einen Pagenanzug wir gehen in's Colosseum zum .Masken ball! Dorette machte allerhand entsetzte Einwendungen, aber die junge Frau blieb fest bei ihrem Entschluß. Hast du gehört, in welchem Costüm mein Mann gehen wird?" Im Harlequin-Costüm. Ich weiß auch, daß er einen spitzen Weißen Hut tragen wird." .Genug, wir werden ihn sinden. ' ' , Das Verhältniß zwischen den Ehe. gatten war seil dem unglücklichen Ball-
sreigniß ein wenig ivarmer geivoroen. Um so mehr kränkte es den Assessor, saß .Hedwig ihn, als er feine Ab Wesenheit für den Abend und die Nacht Amtsgeschäfte halber in Aussicht stellte mit sehr kühlen Abschied entließ. Kaum war er gegangen, als Hedwig auch schon in ihr Boudoir schlüpfte, um mit Dorettens Hilfe ihre Maskengard robe anzulegen. Wissen die gnädige Frau auch, was heute im Colosseum ist?" Nun?" Corps de Ballet-Ball. Was weiter?" . Da läzzst man Gefahr, für eine die ser Damen gehalten zu werdeu. Die Herren sind dort sehr dreist Daran hatte Hedwig nicht gedacht. Schutzlos rohen Mannesspäßen preisgegeben zu. sein aber dann fiel ihr auch gleich ein Trost ein. Mein Mann ist ja dort, Dorette. Im Nothsalle wird er mich schützen." . Es ging besser, als das Ritterfräu lein und ihr Page gehofft hatten. Die Pforten des Colosfeums öffneten sich ihnen wie jedem anderen gegen das übliche Entre, und in dem Gewirre glänzender Masken verschwanden Beide. Ein spanischer Ritter, der des guten Sekt schon etwas zu viel gethan haben mochte, taumelte auf Hedwig zu. Ah, eine Rittercollegin! Darf ich Ihnen begleiten, hohe Dame?" Das Ihnen" erschreckte die jungt Frau mehr, als alles Andere. Von diesem Menschen hatte sie kein Pardon zu erwarten. Dause sehr, mein Page begleite! mich." Ach was, Rittersräulein und Ritte: gehören zusammen." Und er wollte sich an Hedwig heraw drängen. Rasch zog sie Dorettens Ga lantericdegen aus der Scheide und rief: Der Ritter wird wohl fechten köw nen." Haha, sehr gut, ausgezeichnet lallte der Spanier und taumelte weiter. Durch diesen Austritt wurde Hedwigs Muth bedeutend gestärkt und ihr Aup treten gewann an Sicherheit. Bald hatte sie auch ihren Gatten im Harle- ; ! n . . t. i . c quin-vzrum enioeui, ocr inu oem als Mönch gekleideten Polizeilieutenant Wlttlg den Saal aus und ab wandelte. Im Gedränge gelang es ihr unbemerkt zu folgen. Was hast Du ausgerichtet?" hortk sie den Lieutenant sagen. Nichts Z Schon seit vierzehn Tage mache ich mit innerem Widerstreben dieser Seraphine meine Liebeserklärungen, ohne auch nur im Geringsten einen Anhalt dafür zu haben, daß sie an dem Einbruch beiheillgt ist." t Aber es ist doch nicht anders mög' llch. Alle unsere NachforschuUgen nach anderen Richtungen hin sind bisher ver gebens gewesen. Der CriminalcommisZar hat den Fall als hoffnungslos auf gegeben." Eben deshalb",erwiederte der 'Asses, sor, habe ich versucht, auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen und alle Indizien scheinen mir auf den gerieben sten Einbrecher unserer Verbrecherwelt ctt, sogenannten schwarzen Ritter" zu beulen." Leider ist die Haussuchung bei ihm erfolglos gewesen,, es hat sich nichts von den Goldsachen bei ihm gefunden." Daher mein Verdacht, er lzabe sit seiper, Braut, dieser Seraphmc, n VerWahrung gegeben. Auch bei ihr ist die Haussuchung fruchtlos ausgefallen, trotz' dem war ich überzeugt, daß sie irgendwo mit den Sachen vorkommen würde. Sie kennt mich nicht und so konnte ich mich ihr nähern.' Bis jetzt war alles umsonst." Und wird meiner Ueberzeugung naZ auch umsonst bleiben. Bleibst Du noü) länger hier?" Ja,' ich habe so eine Ahnung-." Nun,, dann wagst du bleiben, icl habe die Geschichte satt." .Damit verabschiedete sich der Lieuw nant und ging. Hedwig hatte Uusjauchzen mögen vor Vergnügen. So war denn ihr Verdacht zegen den treuen Mann unbegründet zewesen. Nun aber schnell nach Hause. Sie wandte sich um o weh ! Dorette war durch das ' Gedränge' von ihrer Seite gerissen worden. Was thun?. Sie ging laugsam weiter, bis sie an eine zroße Portiere kam, in deren Falten sie sich einhüllte, scharf umherlugend, ob' Dorette nicht vorbeikomme. Sie ' kam nicht, statt dessen aber Jemand, der ihr minder angenehm war der spanische N'tter er sie schon früher einmal be säjtigt hatte. Er 8 bemerkte kanm das hilflose, vom Pagen verlassene Ritter sräulein, als er auf sie zukam und ihr, mit den lustigsten Grimassen abermals seine Galanterien aufdrang. ;. F.C"" ,, $ '' c Inzwischen war Steinhardt uniber zewandelt, eifrig nach Ser'aphinen spähend, als er plötzlich eine ihm bekannte Stimme laut ausrufen hörte: Lassen Sie mich in Muhe oder ich schreie um hilse." ' . ' - Mit einem Griffe hatte er den spani schen Ritter gepackt und in den Saal zeschleudert. Dann wandte er sich an hedwig, welche zitternd vor ihm stand, und indem er seiuc Larve h-runtcrnahm, sagte er erregt ? Darf ich bitteu, sich gütigst zu deVaSkiren." '
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. . .!ih ,, , -.''M'' ' rf m. ' "'"'''"'P '''''' 'V Hedwig gehorchte ohne Widerstand. Eine Weile standen sich Beide sprachlos gegenüber. Dann sagte Steinhardt mit zepreßter Stimme: , ,, , Wie kömmst Du hierher, Hed rig?" - ' 1 ' Ich bin mit' Dorette hergekommen. Ich bin, eine Thörin, ich war eisersüchtig llnd wollte sehen was 'Du hier thust. Ich habe Dein Gespräch mit dem Lieutenant belauscht und eingesehen, daß mein Verdacht grundlos ist. Kannst Du mir verzeihen, Erwin ? '""r Gerne, Hedwigs wenn Du nur wieser die Alte sein willst." Das junge Ehepaar zog sich in -ein Tabmet zurück und Hedwlg mußte ausstlhrllch ihre Abenteuer berichten. , . . i .und denke Dir, schloß sie, wie mir der -abscheuliche spanische Ritter zu setzte: Er bot mir für den Fall, daß ich nur meine Maske lüftete, "eine goldene Damenuhr an, mit Turklsen und Smaragden besetzt-." In der Mitte ctst Brillant?" fragte der Assessor aufspringend. Ja, wle we:nt Du?" Das ist der gesuchte Einbrecher.", jubelte Steinhardt. Mit Hilfe einiger anwesenden ltriminalbeamten gelang es' ihm, den spanischen Ritter, der sich als der verrufene schwarze Ritter" entpuppte, verhaften zu lassen. Die Uhr, welche aus dem Einbruchsdiebstahl herrührte, wurde bei ihm gefunden. Wenige Monate spater wurde Steml)ardt zumolizeipräsidenten einer gröueren Provmzialstadt ernannt. Seiner Gemahlin aber verehrte er eine mit Edelsteinen besetzte Ubr zum Andenken an jenen Earneval. Die Wirkungen deö Wassers. fFeek nach riaca in btt Berliner Ccasla gehattevc Vortrage.) Die Wirkungen des Wassers! Der Laie meint?, was wäre wohl darüber zu sagen ? Wir kennen die Wirkungen des Wassers, wissen, daß es Mühlen treibt, Schisse trägt, die Wäsche reinigt, den Durst löscht, den Wein verschlechtert, uns vom Himmel fallend erbarmungslos durchnäßt, tropfenweise Stein? aushöhlt, gräßliche Überschwemmungen an. richtet, als Wasserdamvs den Hauptfactor unserer modernen Industrie bildet, die Panacce der Naturheilärzte, der Ab scheu der Trinker, das Heil der Land Wirthe ist genug' es ließen sich Bücher schreiben über seine Rolle in Natur und Leben. Ader nicht von diesen sozusagen Handgräflichen Wirkungen wollen wir sprechen, sondern von jenen, welche sich dem' Auge, des fluchtigen Beobachters entz:e hen, von jenen Wirkungen des Wassers in der Natur, welche man .nicht ohne weiteres als solche erkennt. ... Das neueste Ausstatwngsstuck der naturwissenschaftlichen Anstalt Urania? in Berlin hat diese Wirkungen uostcht (ich zusammengefügt und. nebst einem von Dr. W. Meyer verfaßten Vortrage m reizenden LandHaftsbildern vorgeführt. So schon diese Bilder auch einzelne Naturvorgänge fchilderu, wir wollen ihnen doch nicht folgen, sondern unseren eigenen Weg gehen. . Ueberall und zu allen Zeiten sind wit von Wirkungen' des Wassers , umgeben, ohne davon eine Ahnung zu haben, ohne irgend etwas von diesem . Element zu sehen ., oder, zu fühlen. Es spielt im yaushalt der Natur eine gax nicht abschätzbare Rolle; selbst da, wo . es Meilen oder Jahrhunderte entfernt ist, fc& , zeht seine Wirkung noch fort. . , i Eine solche,- im Ganzen wmig bekannte Wirkung des Wassers ist das Klima. Hangt dasselbe vom geographischen Breitegrad ab? wird man frazen. Gewiß; aber jenes Klima, welches einem Orte vermöge seiner geoqraphischen Lage zukommt, 'ist unendlich l r 'l '. ; . - 'in rffc i . inooiflclrr ourcy oie age oes rres zum Wasser, d. h. zum Meer. Berlin hat ungefähr 53 Grad nördlicher Breite, es hat . das' Binnenklima der norddeutschen Ebene, London liegt so ziemlich unter derselben Breite, ein großer Theil der britischen Halbinsel noch nördlicher. Dennoch hat England ein viel milderes Klima, als Nordbeutschland. -Frost und Schnee, bei unS eine normale Erscheinung während der Wintermonate, gehören in England zu t Seltenheiten. - . Der Winter - ist feucht, aber das Thermometer - sinkt sel tat unter Null. Der Sommer ist weliger warm als bei uns, ist gemäßigt, uit ausgeglichener Nacht- und Tages'mperatur. ' ' . Dagegen?- ist I die '' nö'rdamerikanische Halbinsel Labrad sr, mit Britannien fast zenau unter demselben Breitegrad lie jend, beinahe das ganze Jahr mit Eis znd Schnee bedeckt. Das sicilianische Sinnenland hat im Sommer eine aerade;u afrikanische Hitze, hingegen Griechen-' umo und die Ionischen Inseln emen genehmen, mäßig warmen Sommer, obgleich sie der Tropengegend ebenso zahe liegen, wie Sicilien.. Die kälteste Stadt der Welt ist Jrkutsk in Sibirien nit einer jährlichen Durch schnittstempe-' :atur von v Grad unter Null.. , Jrkutsk zat einen lvarmen ' Gommets welchen sich )on dem unseren ' wenig unterscheidet, ie Kälte des Winters steig: jedoch bis 13 Grad unter Null Dennoch liegt jrkutsk nur 10 Grad nördlicher, als Berlin, welch , letztere Stadt eine ' jähr-, rrr . . , .' . .. : i i ucye nurcyicynlllsiemperalur" von eiwa Grad Wärme besitzt., . ' " " ;"; Man sieht, daß'.dieSchwankungeu ind Widersprüche keine geringen finbl sie erklären sich durch eiüe physikalische Eigenschaft des Wasserst ' Dasselbe augt begierig, Wärme auf,' verbraucht dieselbe unter Umständen theilweise zur Verdampfung ; da letztere jedoch nur an er Oberfläche stattfindet, so erwärmt es Zch gleichmaßig bis in l die Tiefe, ; kühlt iber unendlich langsamet ab, als Lust md Erde. In ,' Folge dessen gibt es jeim Anbruch der kalten Jahreszeit -die lufgefogene Wärme wieder an die AtmoPhäre ab. Auf diese 'Weise erklären ich alle oben erwähnten Erscheinungen md viele verwandte dieser Art.
Verlm' liegt verhältnißmäßig weit oon der Küste und außerdem bringt der in der norddeutschen Ebene vorher schende nordwestliche Wind keine (3. lust. ' Daher das unausgeglichene Kli. ma. während England sich des auZge sprochenen Seeklimas erfreut. Der lchärssten ' ' Contrast 1 hierzu bietet da! sibirische Klima, von dem wir oben ein Beispiel gaben. Jrkutök erhält in Folge seines ' geographischen BreitegradeZ reichlich Sonnenwärme , im Sommer, welche jedoch von 'dem durch die eisig Winterkalte abgekühlten Boden aufgfc sogen wird. ' Keine Seeluft aber mil dert die furchtbare Wintertemperatur, denn weder aus den unendlichen Step. pen und Wüsten Jnnenasiens, noch vor dem' vereisten Polarmeer gelangt eil milder Lüftström nach Sibirien. ' Ganz ähnlich erklären sich alle oben angeführten Beispieles Uebrigens mildert nicht nur die im Winter warme, m Sommer ' kühle Seeluft das" Klima. welches emem Ort durch seinen Breite grad zukömmt, sondern eben so dit Wasserdünste, welche sich dadurch in bei Atmosphäre bilden. Diese Wasserdünstl werden, wenn sie sich unter sinkende.! Temperatur verdichten, als Nebel vüA Wolken sichtbar. : Die Wolken spielen für uuser Klim. eine ähnliche Rolle, wie die Seeluft. Sie mildern die Hitze des Sommers, in dem sie die Sonnenstrahlen von der Erdt abhalte, und sie spielen im Winter gr rade die entgegengesetzte Rolle. Del vom Sommer her erwärmte Bodes strahlt Wärme nach der kalten Atmo sphäre, resp, nach dem Weltraum aus welche Ausstrahlung von der Woskew. decke verhindert wird. Der Wasserge halt der Atmosphäre spielt eine unbe nchenbar große Rolle für Wetter - un Temperatur. Jedenfalls wird es der Laien überraschen, zu hören, daß auc! .da5 Blau des Himmels und das rer zenoe Schauspiel der Abend- und Mov gendämmerung eine Wirkung des Was sers ist, d. h. ein durch die Wasserdünsti verursachtes Phänomen. Die undurch sichtigen, völlig gasförmigen Wasser dünste haben die Eigenschaft, die blaue, Lichtstrahlen zu reflektiren. Die bläu liche Färbung entfernter Berge uni Wälder hat also dieselbe Ursache, wi, das reizende Tiesblau des Himmels. 'Im Hochsommer und in heißen Läw dern ist das Blau dunkler und reiner, weil die Wasserdünste unter hoher Tenv peratur immer durchsichtiger werden. Im Winter und auch Sommers in nörd lichen Ländern ist das Blau matter wejl die Dünste nahe daran sind, sich zi verdichten. Geschieht dies, so werdet sie zu Nebel und reflectiren dann dii rothen Lichtstrahlen. Daher die merb würdigen Färbungen des Abend- unZ Morgenhimmels, wo die Temperatm sinkt. Das Abendroth gilt als Bot, guten Wetters, da die sich verdichtenden, für uns rötulich sichtbaren Wasserdünsd dann meist als Thau 'oder Reif zur Erd sinken. Die Atmosphäre ist dann ver hältnißmäßig trocken und ' das Wett bleibt gut. Die Morgennebel steigel dagegen unter dem Einfluß der Sonn, in die Höhe, können sich zwar aufsaugen aber .auch Wolkenbildungen herbei führen, die beim Eintritt irgend eine: kalten Luftströmung in den höheren Re gionen zu Regen werden. Der sogenannte Mondring, der Re genbogen, die Nebensonnen und ähnlich Phänomene der Atm'osphäre sind aüs nahmslos Wirkungen des Wassers, d h. det in der Lust enthaltenen Wasseo dünste .Der oben erwähnte Vortrag über du Werke des Wassers in derUrania"fühn noch eine ganze Reihe merkmürdigei Wirkungen des Wassers vor, bei welcher wir heute nicht verweilen, weil sie dei Beobachtung unseres Alltagslebens zu fern liegen. Hierher gehören die Tropp steinbildungen, eine wunderbare, au Jahrtausende langer stiller Arbeit de: Wassertropfen beruhende Wirkung bei Wassers? dann die merkwürdigen Bib düngen der Kalkfelsen, z. V. auf : bei Insel Rügen, welche sich durch eine eben fallsJährtausende währendeWirkung de! Wassers gebildet Habens' die Welt de, Gletscher und des ewigen Eises, wo das Wasser unaufhörlich zwischen seineu drei Aggregratzuständen wechselt. ' Aber auch die Wirkungen des WaZ sers, die wir alltäglich beobachten kSw nen, sind nicht minder wunderbar und gewähren uns, ganz ebenso wie d grandioseste Gletscherland schast der Nordlandsscenerie, einen Einblick ii daS unvergleichliche Walten der Natur. '' i " , m , , , . , ' i -.. . . Der englische Marine Pfarrer Blackburne, der später Erz. bischof 'von Dork wurde, erzürnte sick mit dem ersten Lieutenant, als er aus einer Fregatte als Kaplan angestellj war Der Lieutenant erklärte . ihm: Wenn Ihr nicht das Gewand eines Pfarrers, trüget, würde ich Euch eine gehörige Lection geben." Wartet, bis die Predigt vorbei ist!? erwiderte Blackburnc. - Als er den Gottesdienst zr Ende geführt hatte, legte er das Amts kleid ab, ein Ring wurde gebildet, und Pfarrer und Lieutenant boxten sich nach allen Regeln der Kunst. Der Lieutenant lag bald am Boden und mußte um Ver zeihung bitten. - , . 'Gut empfohlen. Zu ein jüdischen' Hochzeit ist ein prächtiger Aufbau .von - Topfgewächsen - errichtet worden.' Der Cultusbeamte, welchem den ' rituellen ' Akt vornimmt, richtet eine schone ÄNjprache an daS Braut paar und bedient sich dabei der Rede wendilng : So habt ; ihr euch in Lieb beim schatt gen Myrthenhaln' zusammen gesunde ...." 'Einer der älteren Gaste' sagt daraus mit ' leiser Stimme zu seiner neben ihm stehenden Frau : Beim Schadchen Myrthenhain haben sie sich' getroffen, die Adresse wollen wir uns merken." , . ' müßt also alle Naturprodukte eintheilen in eines , der drei , Reiche, Mathilhe, wohin thust Du z. B. den Zucker?'Jnden,Kassee
Russische Schattenrisse.
. ' Wie die Natur im Kaukasus'' sich durch ihre Großartigkeit auszeichne nehmen dort auch ganz . gewöhnliche irdische Ereignisse leicht eine phaw tastische Färbung an. Nachfolgende Schilderung, so sehr sie auch der Wahv heit entspricht, wird vielleicht den Be wöhnern des kühlen Nordens unglaubsich erschelnem ' 'Aber - die Thatsachen sind' den in Tiflis unter vorgängiger Censur s also mit Genehmigung dn Bchörbe) erscheinenden ' kaukasischen Zeitungen entnommen, welche die ungewöhnliche Sache in. trockener Geschäfte spräche erzählen.', Für die heißblütigen Bewohner dekaukasischen Gebietes, für die Vertrete, dieser Bergvölker, welche im Laufe von Jahrhunderten' für ihre Unabhängigseit gegen den russischen Koloß angekämpft, scheint es. ein Bedürfniß zu sein, auch die friedlichsten prosaischen Ereignisse mit dem Zauber ' kriW rischer, poetischer Romantik zu umgeben. ' ' - ,;; , Zu Kutais (einer Gouvernements stadt des Kaukasus) fand dieser Tagt im Theatergebäude eine Genera lver' sammlung der dortigen Bodencredib, dank statte Der, Tisch, an welchem der Aufsichtsrath Platz genommen hatte, war von zahlreichen bewaffneten Gardö wois . (Schutzmännern) umringt,' ar ihrer Spitze der Polizeivorsteher mil zwei höheren Gendarmerie - Ossicieren. In der Vorhalle steht 'eine mit Piken und Revolvern bewaffnete Solnie Kö saken, den blanken Flamberg kampsbereit geschwungen. DaS Theatergedäudi ist von einer zahlreichen Menge Eingeborener in ihrer malerischen Tracht üm ringt, und weither leuchtet- der mit ewigem Schnee bedeckte Gipsel des Kabek und in nebelhafter Feme erhebt sich die phantastische Spitze des Ararats. aus welcher die Arche Noahs landete. Kann man sich eine großartiger Jnscenirung für die Generalversammlung der Aktionäre einer Vodencreditbaul denken? - ' " Dadrinnen in dem taghell erleuchte ten Theaterfaale, wo die heiteren Eas radenoperetten mit der ernsten d'ramati' schon Muse abwechselten, wö der hehren Tragödie oft die niedere Posse folgte, saüden Vorgänge statt, die man gesehen haben muß, um an ihre Wirklichkeit zu glauben. Es war eine Reihe von Roh. heiten, Gewaltthätigkeiten, Ausbrüchen wilder Leidenschasten, wie man siem mitten einer zu so' friedlichen Zwecken einberufenen Versammlung von Actio naren einer Bank schwerlich hätte er warten können. Die . gröbsten Beleibt gungen, die gememsteu SchiMpfwortet schwirrten hageldicht in der tropische Atmosphäre des Saales, sodaß die aus dem Vorhange gemalten neun Muser unddrei Grazien voll Zom und' Schaw ihr Antlitz in die Toga zu hüllen ver suchten. Es war keine Schlacht, ü war ein Schlachten." Die russische uh die grusische Sprache sind sehr reich an Kraftwörtern, deren Uebersetzung in irgend ein Culturidiom ßradezu ein Ding der Unmöglichkeit ist, da "selbst einem Sappeur die Röthe der Scham in die bärtige Wange steigen wurde. "La heto hümaihe" zeigte sich Hier in, pol lern Glänze ihrer niederträchtigen Ge meinheit, ihrer Habzier, ihres Schmuzzes. ' Die ungezähmte, uncultivirte. düstere und beutegierige Bestie brüllte. wüthete. ' zertrümmerte die . Stühle in Parterre, drohte mit geballten Fäusten, überschüttete ihre Gegner mit einem Hagel von Schimpfworten, springbereit dieselben an der Gurgel zu fassen ira ihnen den Garaus zu machen . Die grusischen, imeretenischen, kaukasischeit, tscherkessischen u. dgl. Actionäre. unzufrieden mit der Administration dn Bankdirection, hatten beschlossen einen unerhörten Skandal in's Werk zu setzen, um, die Verwaltung zum Rücktritt zr bewegen. Zu diesem Zweck hatte mau die gesummte kriegerische Jugend aus Jmeretien, Grusieu, Kachetien, Georgien und anderen nicht minder halbbarba'rischen Provinzen des kaukasischen Gebietes mit Actien versehen, um dieselben als Actionäre an der General -Vev sammlung theilnehmen zu lassen und die Stimme der Vernunft durch ihr ein müthiges Geschrei im Keime zu er sticken. Der Vertreter der Ortsbehorde, der Vicegoüverneur von Kutais, suchte vergeblich, diesem Treiben Einhalt zu thun. Seine durch die Austragung heiser gewordene Stimme verhallte ungehört und unbeachtet in "diesem Tumulte thierischer Leidenschaften der wordenen Landsknechte. Selbst dii Drohungen mit der bewaffneten Macht verfehlten ihre Wirkung, und die An deutung deö Gouverneurs, daß die Na gaika (Peitsche) der Kosaken ihnen Vernunst einbläueu würde, hätte ihm bet nahe das Leben gekostet, so sehr fnhltt sich die goldene Jugend Kaukasiens durcl diese , zarte Andeutung in ihrer Ehrt verletzt. f , . , Man muß bedenken, daß . im , Kauka sus fast alle sich irgend ..respectirender Eingeborenen mit mehr oder wenige. Recht den Fürstentitel tragen. Freilick hat , die russische Regierung, mit vieler dieier Vseudofürsten aufgeräumt, dock ist noch eine unzählige Meng' derselben geblieben, die zumeist Proletarier sint und für eine geringe Bezahlung sich zr jeder noch so gemeinen und verwerflichen i , .J'v:,j!:riKvi yU'-'.-'A' Danomng (vom ceinew vl zun? ' I T ,:t ,. ,llt ...,.::.. i . V V'1 il' !, 1 j )" Meuchelmoro ein)cylienilcy ) . vercli nn den lassen. Aus diesen modernen Ar gonauten i bestand die, ' Mehrheit, dn Actionäre in der denkwürdigen GeneralVersammlung der Bodencreditbank vov tt;, , , ., :i :J! ''W: l: " ' :, :::!; , UiaiS..-S,!!,H . ;j. ,,'. :,r-.r,f Endlich gesing der Versammlung ! Fürten zu Worte kommen Man sagt," beginnt -er, daß meine Partei,, aus Räuberu ?und Gaunern ' bestehe. , ch f glaube iedocb, daß wir diese Rauber und , Gau uer eher im Lager unserer Gegner suchen nnen." ' . ' , , v ,,..",.!: , ' ::, ,.-hk:L ',11. 1 tVh, ''1, .1 ''. ' 'sitrVft 51-'M ! Diese Worte entfesseln die bestialischen Leidenschaften aufs Neue. Pe golden,
Jugend geräth in eine förmliche Tobsucht, so daß ier Gouverneur befiehlt, die Kosaken bereit zu halten und der bewaffneten Macht Infanterie war in einer benachbarten Caserne consignirl entsprechende Vorschriften zu erthei-
len: Um! dieses Aeunente zu verhi. dern, um einem Blutvergießen vorzubeugen, erklärt der Prauoent der Geyeralvcrsammlung) der Gouverneurs marschall, die, Versammlung für aufge- ' . . . .. . !' p .. lzoven. irrn neuer nusorucy iy lenzer Leidenschaft erfolgt. Die gedungenen Vertreter der goldenen Jugend springen . " r. i mu rayenaynucyer ezcywinoigreir au, die Estrade, umringen den Marschall und versuchen es, durch Faustschläge. Rippenstöße gewaltsames Zerren an der Nase, den Ohren und dem Barte, und durch andere ähnliche zarte Beweissührungen ihn zu? Rücknahme tu ues Beschlusses zu bewegen. Die geg nerische Partei hat indessen gleichfalls die Estrade erklommen, um ihrem Prä ttdcntcn zuHilsc lzu kommen, lyn aus den Klauen der Argonauten zu erretten. Es entsteht eine allgemeine Balgerei. während . welcher es dem ehrwürdigen Präsidenten sehr schlecht ergeht, da t km Kampfgewühl sowohl von Freund us von Femd gründlich zersaust wird. Nachdem ein Theil der goldenen Zugend von Grusien. Kachetien und Jmeretien . derartig ihr Müthchen an )em Marschall gekühlt, trat eine andere Lartei auf, die sich noch weit inegeri "eher gebärd cte. Das war eine Eoh orte jugendlicher Tscherkessen in ihrer malerichen Nationaltracht, den goldgestickten Äürtel von Waffen starrend. Die spitze Lammfellmütze kokett aufs glänzende Haupthaar seitwärts gedrückt, den blinkenden, schürfgeschliffenen Vatagan in der Rechten, erklommen diese braven Kinder der Bcrge die Estrade und führten eine Art von Waffentanz auf, wobei ein jeder sobald er dem Marschall nahe kam, ihm stinen spitzen Dolch auf die Brust setzte. Von der Ferne gesehen, mag sich diese Scene, die viel Aehnllch? keit mit einem phantastlschen Ballett hatte, sehr hübsch und effektvoll gemacht haben. Für den Betreffenden war sie jedoch nicht sehr angenehm. Wenigstens schien der Maychall-Prajident von den ihm dargebrachten Huldigungen durch aus Nicht erbaut zu snn, besonders da die tanzenden Krieger ihre Evolutionen mit herausfordernden Gesängen beglei- , i t k keren, oic graoe mcyr zeyr mn eajmci chelhastes für den ehrwürdigen Adelsuarschall enthielten. Dieser Wassentanz, der einige Äehn lichkeit mit den Geistertänzen der jüngst im Aufstande gewesenen ' Sioux-Roth-haute Nord-Amenkas hat, wie sie ln der Köln. Ztg." so anschaulich geschildert worden, diente als Epilog zu der Veneralversammlung der Actionäre der Bodencreditbank von Kutais. Schwerlich kann der faule Westen" es sei denn der amerikanische solch ein erhabenes Schauspiel bieten. Die Generalversammlungen daselbst zeichnen sich durch nüchterne Prosa aus. tvähreud sie hier die . berauschend ste Poesie enthal ten. ' ' , : Aus den Berichten der kaukasischen Zeitungen ist zu ersehen, daß die Oppo sition nicht so sehr im Unrecht war, als sie gegen die Handlungen der Bankverwalkung demonstrirte und sie zum Rücktritt zwingen wollte. Der Vorsitzende der Bankdirection, Fürst Tschnwaidse, erfreut sich keines anten Rufes. Äiezer zrusische Bankherr war früher ein obscurer Rechtsanwalt,' den; es durch Fälschungen und verschiedene andere ebenso unsaubere als geheimnißvolle Operativ nen gelungen war, sich zum Haupte einer bedeutenden Creditanstalt aufzu schwingen. Der Revisionsausschuß hatte die Wahl des. Fürsten für fakunaswidrig und ungültig erklärt und seine Zntfernung vom Amte beschlossen. Dieser Beschluß sollte durch die Ge neralversammlung bestätigt werden, und da der schlaue TZchikwauZe entsprechende Maßregeln getroffen hatte, um das ihn betroffene Verbiet ungiltig zu machen, so fand sich die Opposition veranlaßt, auch ihrerseits alles ,zu thun, um. die Bank von einem so gefährlichen Vorfteher zu befreien. Die Mittel,, durch welche ne das Ziel zu erreichen beurebt ivar. beweisen, wie schwach dort das Rechtsbewußtsein entwickelt ist, wie wenig Vertrauen man zu den , Behörden hat, wenn man gleich zum Lyuchgericht seine Zuflucht nimmt. Die grusische Zeitung Jweria" wendet sich an den Fürsten Tschnwaidse mit folgenden pa thetischen Worten: Fort mit dir! Du schändest unsere Nationalltat! Du bist nicht Fleisch von unsern: Fletsch, nicht Bein von unserm Beint Du bist ein Berräther am allgemeinen Wohl. Du schleifst in den Koth unsere Würde, unsere Ehre, schändest uns wie Fremde, untergräbst die Grundlage der Gesellschast, vernichtest die Moral und durch Betrug und Schändlichkeit willst du uns in die Arme des Selbstmordes treibend Fort mir, dir!" . Diese pathetischen' Worte hindern je)och den Fürsten Tschikwaidse durchaus ncht. seine Obliegenheiten als Vorsteher der Bodencreditbank fortzusetzen und es kann lange dauern, bis die durch die Presse Ousmerksam gemachte Regierung sich einfallen : lassen wird, : dem Gauner das Handwerk zu legen, seinem , Raubsystem in der Bank ein Ende zu machen und , eine , ,, Untersuchung ' anzuordnen. Wer aber bürgt daürMaH, chem Gauner nicht gelingt, sich zu Aechtfertizen, dem Untersuchungsrichter Sand in die Augen . zu streuen? , Es dauert dort oft sehr lange, bis die Justiz ihr Machtwort spricht: Frau Themis hinkt dort ganz bedeutend und in der Menge mangelt eS größtentheils . an Pflichtbe ußtseinMdRÄtefS! ' ' ' Aus der Jn st ruktio n5 stunde. Sergeant: . Womit müssen Sie, Bagulke, das MessiuMeug putzen. Bagulke: Mit Lust und Liebe! , -Variirte' Phrase. Gatte: .Sag' mir, liebe Julie, Du siehst seit einigen Tagen so traurig, so angegriffen ms wie viel fehlt Dir denn?"
Zur' Ehrenrettung U &ät)t taM
Nun ja! da hast Du Dir jetzt auch ttn solch' merkwürdiges Fuhrwerk ange schafft. Bin jetzt schon begierig. Dich darauf zappeln zu sehen, und fürchte nur, daß Du Ts Vergnügen bald satt haben wirst, wie es auch mir erging." Wir' wollen die Sache wenigstens versuchen," war die Entgegnung des Geneckten. Als ich mir dieses Fahr rad kaufte, dachte ich an so manche Vor theile, die cS mir verschaffen, an so man H ches Vergnügen, das es mir machen soll. r Den Nutzen und die richtige Verwen düng eines, solchen Fuhrwerkes lernte lch ' erst vergangenen Sommer kennen, als ich einige Wochen in einer Stadt verlebte, wo ich fast eben so viele wenn nicht mehr Fahrräder auf den Straßen sah, als andere Fuhrwerke." Und welche Vortheile wären das?" Mein Fahrrad soll mich also m den , Ltand setzen, rasch, leichter und die Hauptsache kostenlos einen längeren Weg zurückzulegen. Es gibt bis jetzt noch viel zu wenig Leute, die das Radfahren verstehen und ausüben. Wenn sich diese Fertigkeit einmal allgemeiner eingebürgert hat, so ist damit ein überzus treffliches Mittel' gewonnen, um das Vereinsleben zu heben. Die Weite des Weges wird dann nur noch Wenige m ihre Behausung festbannen. Die Vereine können dann auch ihre Gebiete veiter abstecken, mehr Kräfte vereinigen und der Zersplitterung in so viele gweigvereine oder Clubs vorbeugen, -denen an Mangel an geistvollen, beleben' den Elementen nur zu oft ein kümmev lickes Dasein beschieden ist. Aber aucy ver Genug oer Natur, oaZ ' Wandern in einer weiteren Umgebung, das Einsammeln befruchtender Ein , drücke aus der Außenwelt, aus dem Natur- und Menschenleben, das Alles ? tvird mir und Andern in erhöhtem , ' Maße möglich toerden, wenn wir zu ! Rade steigen und die Schranken, die jetzt noch JZaum und Zeit unserer Bewegung setzen, überwinden. n vem andern lgr ein großer: . Fegen für , jeden Mmschcn, den die Zkatur mit Einsicht und einem empfängt lichen Gemüthe 'begnadet hat. Ganz :, besonders aber für einen Mann, wieich :s bin, den die Pflichten snnes Berufes i Tag für Tag in die drückende Luft seiner Werkstatt bannen. Leute wie ; ich haben Anlaß genug,, sich in den freien Fwnden der Natur an die Brust zu werfen und in vollen Athemzügen den freien Hauch die Luuge durchströmen zu lassen. Nur so werden' wir die Spannt krast erneuern, deren wir bedürsen, md immer wieder mit Lust und Frische awunser schweres Tagewerk zu gehen. Aber zu Fuße wandern? Zwar, es ist darum eine schöne Sache, und wer greift , gern zum Wanderstabe? Allem der freien Tage und Wochen sind es zu we- -nige, und'die paar freien Stunden las sen sich wandernd kaum verwerthen, da . uuß der kurze Epaziergang auf dem tausendmal durchmesseuen und schon . langweilig gewordenen Wege genügen. Anders wird die Sache, wenn mir das Stahlrad zur Verfügung steht. Dann läßt sich schon an einem einzigen freien Nachmittage oder am Sonntag singen: Fahr aus, du Staub, der m mich kam, . Schulweisheit und du Bücherkram, in alle' Winde fliehe, daß die Natur, ein ziehe!" Alles schon und gut !" bemerkte hier -öer Skeptiker. Dies beweift aber doch nur, daß beim Stahlradfahren die ideale Seite die praktische weit überwiegt. Denn einen praktischen Zweck haben die Dinger nun einmal nicht'.Und warumdenn nicht?" warf der eifrige Vertheidiger des Fahrrades ein. Ich muthe meinem Rade auch einen hohen.Werth und, eine große Bedeutung sür praktische Zwecke zu. Das "Rad ' nacht mir das Centrum der Stadt leicht, erreichbar, es versetzt mich also ' aus meiner Abgeschiedenheit in der Vorstadt f in die eigentliche Stadt. Ich fahre'zur Post und spare den Botenlohnz ich fliege in Krankheitsfällen ZUM Arzte, zur 'Apotheke, und sichere ' dem Leidenden in kürzester Frist Trost, Hilfe, Rettung. Die .kleinen ErsparV y. ' ? " -: Nisse, d ich mir als mem ngener Fuhrmann und Passagier verschaffe, setzen " ' sich nach und nach zu einer Summe zu jftmmen, welche für mich, dem Fortuna bis jetzt nicht sehr' gewogen war, schwer in's Gewicht- fällt. , Dank- meinem Stahlrosse entringe ich mich einem Heere ' nagender Sorgen und venchane mir Vortheile, an die ich sonst nimmer hätte " 'Denken dürfen. Laß uns zum Schlüsse kommen, mein ' lieber, Freund. Daß Du Dein Rad ' ild satt bekämest, war nur Deine Eigene Schuld. Denn erstens sahst Du ' bei Deinem Kaufe wehr, auf Billigkeit. ßls Ouf dieQualität, und zweitens fehlte Dir die nothwendige Geduld zur Er. lernung des Fahrens. Wer seine Be Aiühungen deshalb wieder aufgibt, weil 3 er ein paar Mal unsanft auf die Nase, siel,' der gleicht dem Knaben, welcher, nicht schwimmen lernte, weil er bei den ersten Versuchen ein Bischen Rasser. schlucken mußte. Ich möchte Dir wher . rathen,, eines der niedrig .-gebauten"' Fahrräder '"zu ' verWem' Wel'' diesen sind die Füße dem Erdboden nahch daß die Gefahr - des , Ctürzens ; ferner?'" ,liegt.v',,'TieHanbhabunMd erlernt sich auch viel leichter als die der: hohen, und doch ist die Schnelligkeit der Bewegung, welche sie ermöglichen, jener auf hohen Rädern ziemliH gleichS Diese Schnelligkeit bctrögt'lm bis zu englischen Meilen per
Stunde, und ist al)o das Fünffache des. seit Ä m derselben Zelt url&egt Also: Zu Rosse, mein FrenndkMie sagt , doch .Dem LieblingSschriftsteller Seume? !,VielcS würde besser gehen, venn mau mehr ginge." " Paradiren mir den deutschesten Mann unter den deutschen Dichtern, indem tyir sagen: In , vielen Dingen würden wir vl besser fahren, wenn wir mehr führen." aS13Äiä ii Siftliiitifef !' ii' lli: !.:,!,:;--!:- ,1 : -" ' !!!ii: !":', -. .-:--::;ii!,!Ji:!il!::ii!ii!l;iill ! .!:,:' iS,- -
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