Indiana Tribüne, Volume 14, Number 133, Indianapolis, Marion County, 1 February 1891 — Page 7
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onnensiyew nd Sturm.
Wen Statt mtuttt Kerger. Eines schonen Conntagnachmittags im September des JaHröö 188 bestieg ich an der Ecke von Canal und Ranv pari Street in New Orleans den Zug, ioelcher trnckj Westend, dem bekannten Nessort am Pontchartrain See abdampfte. Mit sanftem Wiegen und dumpfen Rollen glitt er dahin unter den Zweigen hoher Ulmen unh Htühendek Magnolia-Bäume, vorbei am -Strome der bonten Volks menze, die unter den schattigen' Verandas durcheinanderwogte. : , Der Zug Irauste' jetz', durch' einen lzaZbvcrsUÄpsten Wwald. ,:' Hohes Schilf und Röhricht umrahmte schwarzraune, mit grünen Rahmflecken bedeckte Wasserflächen. Auf zerstreuten Jnselchen ragten auZ dichtem Buschwerk dunkle Cedern empor und glanzblätterige Magnolie Bäume, deren große lilienweiße Blüthen die Lust mit angenehmen, starken Dufte erfüllten. Vereinzelt , streckte ein alter Urwaldgreiseine graübemvosten, kahlen Acste in die LM. Tie Bahn machte einen Bogen, das Bild wechselte. Zwischen dunklen Cypressen schimmerten die weißen Monumente eines Friedhofs. Der Zug fuhr langsamen Ein langer Pfiff, bald stand er stille, wir waren am Ziele. Die Brücke, welche über den etwas ' weiter in die See mündenden Kanal führte, trennte, uns noch von den Anlagen. Langsam führte mich der Mcnschenstrom hinüber. In der Mitte eines großen Platzes im grünen Pavillon spielte eine Kapelle eben eine lustige Weise. Alle Bänke waren besetzt mit vergnügten Menschen. Frohsinn und Lebenslust blitzte aus den Augen, wohnte um die Lippen, klang aus dem Lachen und Scherzen. Ziellos weiter schlendernd durch das bunte Gewühl, erreichte ich den 'Platz, wo in langer Reihe die Fuhrwerke Hirt ten. Eben kam eine elegante Equipage angerollt. Ein Neger in graner Livre lenkte die stattlichen Rosse. Ich weiß nicht, ob das erstaunte Ah!" der Umstehenden dem prächtigen Gespanne oder seinen Dnsassen gelten sollte. Meine Bcwunderunz war unbedingt den Letzteren gezollt. Nie sah ich ein schöneres Paar! Ter Mann mochte 25 Jahre zählen. Lachende stahlblaue Augen leuchteten aus seinem blühenden Antlitz. Ein blondes Schnurrbärtchen prangte über den vollen rothen Lippen. Er war elegant gekleidet, und an seiner seiuen weißen Hand funkelte ein Diamant vom reinsten Wasser. Wie sein Begleitcrin gekleidet war, beachtete ich nicht; ich sah nur die wnndervollen dunk-, ken Augen, das zarte, theerosenfarbige Antlitz in Rahmen braunglänzendcr Locken. Es war ein Antlitz von jener seltenen Schönheit die jedes Lluge sesfelt und ihr Abbild im Herzen zurückläßt. Als sie mit ihrem Begleiter in die Menge verschwunden war, hatte ich das Gefühl, als wäre mir eben ein himmlisches Wesen erschienen', und eine unruhige Sehnsucht war mir im Herzen zurückgeblieben. Ich schritt weiter zwischen Blumenbeeten und Rasenplätzen, unter Palmen und Magnolien, bis hinaus zum Seeufer. und setzte mich auf eine einsame Ruhebank. Ferne über den stillen Gewässern neigte sich die Sonne dem Untergänge., Der hellbaue Himmel mit den goldrothen Wolkenstreifen spiegelte sich auf der klaren Fläche, eine einzige schimmernde Unendlichkeit bildend, worin die Segel eines fernen Schiffes wie die Flügel tu nes Riesenrogels schwebten. Die Klänge der Musik schallten gedämpft zu M!r,JerÄer. . Aus chen, Gebüschen drang' das süße Lied einer Spottdrössek. Alles dies, vereint mit dem lauten, süßbetäubenden Dufte des Südens , führte meine Seele bei offenen Augen ,,, in das Land der .Träume. Und dort begegnete mir . auf, ätherischen . Pfaden eine herrliche Frauengestalt mit , theerösen farbigem Antlitz und dunklen Augensternen, die mir tief in's Herz hineinstrahltett. Ein gedämpftes, silberhelles Lacher weckte mich. Es war die schone Fremde. Langsam schritt sie mit, ihrem Begleiter an nur vorbei. Kaum bemerkten sie mich. Sie sprachen französisch. Am EinAangeMner bLthenumrankttti Laube blieb, sie ögerndWhen;Idoch das, heiße Flehen seiner blauen Augen siegte, und sie folgte ihm in's Innere des schattigen Versteckes. ' , 1 i, '. ' ' Eine Weile noch horte ich ihr' leises Geplauder, dann wurde es stille. t Aus den Gebüschen, welche schon in violetter Dämmerung ruhten, drang das Lied der Spottdrossel. Sehnsucht erwckkend und Träume von Sonnenschein und! Glück.. ' - ' ' "? S :,; , : " ' ' Sechs Monate späte? Wandelteich aus dem Geleise der R. O. & M. Eisen bahn, ungefähr dreißig Meilen südöstlich von New Orleans, als warum sollte ick es nicht bekennen?- als verlassener Der.Himmel yar hichtnzit düster grauen Vollen behanzen., . Eine fahle, verschwommene Dämmerung verkündete das Herannaben des Abends. ' Es hatte den ganzen Tag ohne Unterlaß geregnct. Ich hatte keinen trockenen Faden "' am ganzen Körper; das Wasser' in mei- ' nen Schuhen machte bei jedem Schritt . ein gurgelndes Geräusch, und noch immcr trieb ein rnhelozer, Wind - mir den : kalten Regen in's Gesicht und Uebte mir dir Kleider an die Haut fest.- Zu mei , , , - ii: ifm " 7 V m- ' ,F ucr Rechten zog sich ein einzamer, düsterer Wald bin. und an der andern Scite . dehnte sich eine öde. mit Schilf bedeckte Ebene aus. " ':; E twas TunkleIltauchte verschlcicri in M " 'IM: W l1 ' ' I ''Bi ll'T:j'!;''1 ' ' " ,! !1 . ! ; ',r, der Ferne vor- Mlrt.auf, El Haus, konnte es nicht sein? es befand sich mitten auf dem G eleise, auch kein Zuz, dazu mpMMtjb'l Der Wald lichtete sich und verlor sich "iiL" . m . . - . . 7 5 tio :mu lemem unoelMttaien ,'uniei hinter mir. Vor mir tauchte em hell-
grauer Streifen auf, der sich westlich in der Dämmcrnng verlor. Es war die Bai, und der dunlle' Gegenstanb enthüllte sich als das Gerüst der hinüberführendcn langen Eisen bahnbrücke. " , 'f." Ehe ich diese erreichte, gewahrt ich. nicht weit vom, Geleise, eine alte Block, Hütte. Daß sie bewohnt ser, zeigten mir die Rauchwolken, die dem an der Außenwand klebenden, schiefen Lehmkamin cntPi .'; , . ü : '. i. -,, , stlegen. ; ,:. , Im Thürrahmcn erschien bei meinem Nahen ein halbes Dutzend zerlumpter, schmutziger Negerkinder, die mich blöde und furchtsam- anglotzten ? Im Hintergründe des düster-kahlen Raumes beim flackernden Herdfeuer saß ein bejahrter Neger, das, kohlschcharze, gemnzelte Antlitz von kurzem, grauwolligem Barte umrahmt. Ihm gegenüber saß eine umfangreiche Frau von settglänzender, kaffeebrauner Farbe, cm säugendes Kind an der Brust haltend. Was wollt Ihr hier?" rief mir der Schwarze mit grober Stjmme ,entgegen. 1 -r'Ten Muth, um, etwas -zu essen zu bitten, hatte ich schon verloren, und auch den.Appetit. Ich bat ihn, mir ein Plätzchen am Feuer zu gönnen. Bereitwillig rückte er, in Ermangelung eines Stuhles, mit eine leere Kiste an den Herd. Im Laufe des Gesprächs erkundigte ich mich, wie meine Aussichten auf ein warmes Mahl und trockenes Nachtquar? tie? in dieser Gegend ständen. Was ich erfuhr, trug keineswegs da. zu bei, meine Hoffnung zu beleben. Von der nächsten Station war ich noch acht Meilen entfemt, und eher würbe ich kein Haus antreffen. Was sollte ich nun anfangen? Bei den Negern konnte ich auf keinen Fall bleiben. Müde und hungrig wie ich war, konnte ich weder die ganze Nacht hindurch wandern, noch in Sturm und 5!egen im Freien campiren. Zunächst mußte ich unbedingt vor Anbruch der Nacht noch über die Brücke. Das Weitere mußte ich dem Zufalle überlassen.
Der Alte versicherte nur zu meiner Be ruhigung, daß vor zehn Uhr kein Zug kommen würde. Mit banatlopsendcm Herzen erreichte ich die Brücke und las auf einer schwär zen Tafel folgende Warnung : Do not walk over this bridge, for it is Dakgekous ! Aber ich mußte hinüber, da half kein Grübeln und Zögern. Die Schwellen, woraus die Schienen befestigt waren, lagen zwei Fuß von kinander, und durch die Zwischcnrämne schaute ich aus die brausenden Gewässer. Fe weiter ich schritt, desto, stärker und wilder wurde das Getöse. ' Ein orkanartiger Sturm , peitschte die zischenden Wogen empör, heulte durch das klirrende, eiserne Gerüstwerk, und drohte, mich von den nassen, glatten Balken zu schleudern. ' Oft war es mir, als schwanke es unter meinen Füßen, und von Schwindel ergrissen mußte ich stehen bleiben. Die Brücke schien sich über die wogende Bai, deren Ufer die nachtliche Dämmerung verhüllte, in'S Unend liche auszudehnen. Es wurde immer dunkler. Der Regen rauschte in Strömen nieder und erstarrte mit schmerzhaft dumpfer Kalte meine Glieder. Unter mir brauste, tobte und zischte es wie ein riesiger Hexenkessel. Die Querbalken' konnte ich kaum mehr sehen, und mußte mich mit den Füßen von einem zum inderu tasten. Und dann durchzuckte mich der Gedanke: wenn jetzt ein Zug käme. Die Furcht hatte sich meiner bemächtigt, jeden Augenblick glaubte ich, durch das , Rauschen und Klirren , hindurch Rollen des herannahenden Zuges zu vernehmen und blieb jedesmal lauschend stehen. ; ... ' . Endlich endlich! Nach einer langen, furchtbaren Stunde stand ich wieder auf dem festen Bahndamm.,, n:.. ,:;- Langsam, oft über die Schwellen liolpernöschritt , ich weiter ' in s der ' unheimlichen Finsterniß. Weiter immer weiter. Plötzlich drängte sich eine schwarze Masse vor meinen Blick: die Umrisse eines Hauses. Sollte der Neger sich getauscht haben? Ach nein, es war ein zerfallenes, unbewohntes Aretterhaus. Doch immerhin gewährte, es mir Obdach zegen den Regen. Ich trat hinein , durch die Oeffnung, orin sich früher wahrscheinlich eine Thür befunden hatte. Meiner Vorsicht hatte ich es zu verdanken, daß ich mich nicht erheblich verle tzte, denn stellenweise waren die Dielen aufgerissen. Auf Händen , und Füßen kroch ich über die Lücken hinweg. und sah dabei unter dem Hause, welches auf Pfählen ruhte, das mattblinkende, plätschernde Wasser. Auf kinmal vernahm, ich ein , ganz leises Nascheln. iv , . '" .; Halloh, was ist das?" fragte ich ; 3!n; .? i ' j ;i I: I. .!" ' " f laut. . : " . ' , Gott ': sei Dank, endlich 'mal ein Mensch!" antwortete eine schwache ... ' c tl ' stimme aus deutsch. Wo bist du denn, Landsmann," fragte ich ebenfalls höchst erfreut über die Näht eins Menschen," gegen, die Beleuchtung dieses Hotels war doch .die agyptliche Flnztcrnlß noch ne wahre Gasanstalt!" : - ' 4 'Hier in der Ecke," antwortete die i V -.. m " , "!- ! . is ' '!'f ''" ' 's"'1' 111:1 i i:!l ' stimme, komm' nur, hier sindest du Stroh!" " ' Vorsichtig kroch ich nach ,derZngeeutcten Richtung, nnd km an einem Haufen Stroh, worauf ein junger Mann lag. Jung mußte er sein, denn meine tastende Hand streifte ein Gesicht , mit weichem ichÄIrt , Zieh dir d Slir.istlgrogau " Ich that es. Bald, durchströmte eine ',y lr , ü ! , : !'" , : : ; w"-1 '. ., r i wohlthuende Warme memen Korper.! Mit , der , Bemerkung: Ach. Z das ist mollig!" gab ich meinen Gefühlen Ausdruck. $&MM?.W:-?$ '"!. I'! :. 1 '"i- . 1 Ncberi mir: e rtojifc tm Seufzer. s, Bist du krank?" ragte,,;ch.W, . 1 Grade nicht krank, aber ich habe mir M'fi 7 ' '.üuv'iv im- V"":': .'::!l! 'V" v & f...'!;'-' 's' .-'- $A weygethan, uns inerer.
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Rannst du nicht ausstehen und ein wenig herumsprittgen. Das bringt das Blut in Bewegung!" ... , . " Ach nein, ich '. kann , nicht, mein Rücken schmerzt mich zu lehr, wenn ich versuche, auszustehen, ich bin hart gefal- ,.,,.,' -,B ''S - :-"v 4t ..,!.. ; . v Mie'kam das?" ' ' '""'r !' stGejiern Morgen passirte ich dk Brücke und war beinahe hinüber, als ich den Zug hinter mir heranbrausen hörte. Ich lief was ich lauint konnte, machte dabei aber einen' Fehltritt , und siel. Die Angst trieb mich noch rechtzeitig auf, und kaum hatte ich das Ufer erreicht und war den Bahndamm hinuutergesturzt, da donnerte der Zug vorüber. Mit großer Anstrengung schleppte ich . mich: hierher. Anfangs hatte ich heftige Schmerzen im Rücken, doch allmälig starben sie ab. Nur wenn ich versuche, mich zu erheben, schneidet es wie mit scharfen Messern durch mein Rückgrat. Ach und Hunger habe ich, großen Hunger!" Ter Äermste, wie gerne hätte ich ihm geholfen. Doch wie konnte' ich, selbst lodtmüde iu Sturm und Regen und Nacht, meilenweit ! von jeder Wohnung entfernt? Ich tröstete ihn, so gut ich konnte, und suchte Hoffnungen in ihm zu erregen, an deren Verwirklichung ich selbst nicht glaubte, ' ' Schon bald erkannte ich, daß ich keinen gewöhnlichen Alltagsmenschen vor mir hatte. Er redete gebildet, vornehm ruhig. Ter Klang seiner Stimme war unzemein ' sympathisch, ich fühlte mich merkwürdig zu ihm hingezogen. Um ihn zu zerstreuen, erzählte ich lhm allerlei Episoden aus meinem Leben. Er sprach kein Wort, als ich' endlich inne hielt, weßhalb ich ihn fragte, ob er nun schlafen wolle. Nein, schlafen kann ich ?,noch nicht," entgegnete er, , ich dachte nur nach. Deine Erzählung ruft mir vergangene Zeiten zurück. Wenn auch du noch nicht schlafen willst, will ich dir ebenfalls meine, Lebengeschichte in flüchtigen Umrissen zeichnen." Ich bat ihn. darum und er begann :;f. Mein Vater war Bürgermeister m M. ... in Westfalen. Dle engen Straßen und Gassen dieser alterlhümlichen Stadt waren die ersten Spielplätze meiner Kindheit. Doch hegte ich eine große Vorliebe für das Landleben, und die Tage, die ich bei meinem Onkel Bernhard, welcher ein Landgut am Fuße des Wesergebirges besaß, zubringen- durfte, ,, zählen zu den glücklichsten meines Lebens. i - . .. i ,. . i , ,, Meiner Neigung folgend wurde ich Maler und erhielt meine Ausbildung in Düsseldorf. Mein heißester, Wunsch war. das Eldorado der Künstler kennen zu lernen, Italien, dasLand erhabener Ruinen und eines ewigen Frühlings.' Dieser Wunsch ging endlich in Ersül, lung. " ' ' Träumend stand ich an den rebenum-, kränzten Höhen des Posilippo und schaute nieder auf das herrliche Neapel, schlürfte die reine Seeluft an der blauen Margellina, oder wandelte auf den sonnigen Plätzen der Villa Nazionale, und berauschte mich am Duft und Anblicke prachtvoller .Blumen .und schönen Frauen. Ich durchwandelte die Straßen Roms, wo unter den Ruinen des palatinischen Hügels mich heiligeSchauer durchbebten. Der Zauber dieses Landes des clolce sar nienio lähmte mich mit süßem Rausche, die Zeit rollte dahin in Ünthätigkeit und Träumen. Eines Tages schlenderte ich am Ufer der Tiber entlang. .Die Via della Lungara war mit dichten MenschenMassen bedeckt, deren Ziel die St. Peterskirche tvar: Ich ließ mich vom Strome der Menge fortziehen zum Monte Vatieuno. , Iuf dem "Piazza RDt. Petri stand ich einer jungen Dame gegenüber, der ich in dem Gedränge nicht sogleich ausweichen konnte. Eine Secunde lang kinr schaute ich in -ihre., Augen, doch diese kurze Zeit entschied über meine tti,f,rn?t ' 'il3"";t ''Ww iniinyi. f, i,. .v;;1,. . . Visher hatte ich,- was ich über Liebe auf den ersten Blick gelesen, für poetische Uebertreibung gehalten, in diesem Momente überzeugte mich mein Herz vom Gegentheile. Als die Fremde in der Akenge verschwunden war, empfand ich zuerst ein nagendes Verlangen, jenem schönen Äutlitzsenen wundervollen Augen wieder zu begegnen. , Ein heißer Schreck dürchbedte mich bei dem Gedan ken, daß dies vielleicht nie geschehen würde. , r Meine Ruhe war dahin. Das, Herz erfüllt mit Seligkeit , und , Schmerz,, mit Hoffnung und Zweifel, durchirrte ich die Straßen Roms. , Täglich besuchte ich die St. Peterskirche, sah manches schöne Antlitz unter den Beterinnen, doch ds eine, welches mir im Wa-' chen Und Träumen vorschwebte, sah ich uicht.' "' " - " "'s" Endlich beschloß ich, Rom zu verlas-, sen, um von diesem Gefühle, welches wie ein hartnäckiges Fieber mein Herz ergriffen halte, zn genesen.'-' ' - ? ' Als ich am Morgen des Tages! den ich zu meiner Abreise bestimmt hatte, durch das Menschengcwogc aus dem Eorso schritt, tauchte , unter den elegan ten Müßiggängern aus dem Piazza Eo-,
lonna plötzlich der Gegenstand meiner Traume v'r mir aus.. Elne ältliche Dame begleitete sie. Hinter ihr folgte gravitätischen Schrittes ein : schwarzer Diener. , Ein ; freudiger Schreck : zuckte tifrMx$'wwiMhttö furchtsvolle Verbeugung erwiederte sie mit einem leisen Nicken ihS Hauptes Ich dachte nicht mehr daran, Rom zu verlassen. Taglich sah ich sie auf jenem Platze, aß diese Beuegnnngcn immer M-'y. . O fyfr ; .,...,.,; nur zufällige seien, konnte ich nicht glauben. wenn ich das Aufleuchten ihrer Augen bei Begegnung der meinen geahrtMJch'lcb nen Traume, ich war glücklich, selig ; wie lelMHrosa! scherVM en sch hinzufügen Würde: verrückt. Noch hatte ich kein Wort nüt ihr gewechselt. Nur heimlich gefolgt war ich ihr zu ihrem Hotel, und hatte,dorterfahren Mata, und sei die Tochter eines Plan taaenoe nkers in x omnana."
Und wer war ich , Ein ukrbemittelkcr unbekannter Maler. " Ich verwünschte meine Ünthätigkeit. Ein großer Schaf-, P ' - "" :fV.j.:i'-,l:''t;l-fensdrang ergriN mich. Von' den Gebilden meiner Phantasie entwich , die traumhafte Undeutlichkeit. Scharf und klar ccncentrirten sie sich vor meinem geistigen Auge, standen vollendet ' vor mir auf der Leinwand, ehe ich noch nen Pinsel, angerührt hatte, ich brauchte nur die Farben aufzutragen. ' Kaum gönnte ich mir Zeit zum Essen und Ruhen. , Nur des Nachmittags zu einer gewissen Stunde schritt ich, als häLe ich anders nichts zn thun, langsam , über den Piazza Eolonna. Jedesmal begegnete sie mir, und jede Begegnung er? füllte mein Herz' mit neuer Seligkeit und' Hoffnung; gab meinem Genius srische Kraft. Endlich war das Werk vollendet, welches unter den Strahlen ihrer Augen gediehen war. Tiefes Werk erhielt auf der LluZstellUng' den ersten Preis. Ich war auf einmal ein berühmter Mann. - Drei , Tage lang wnrde ich von den vielen Freunden und Gönnern, die ich plötzlich befaß, verhindert, , den , Piazza Eolonna , zu besuchen.. Llm vierten . 1 abcxl hätte, mich selbst ein Papst nicht mehr zurückhalten können. Schon lange' vor der' bestimmten Zeit wanderte , ich am Fuße der 'St. Petri.
Säule aur und ab. Endlich nahte die Zeit, wo sie kommen mußte. Aber sie kam nicht. 11 Die. Sonne sank immer tiefer und verschwand endlich ganz hinter ' dem Janicillus. ' Die Ersehnte kam, nicht Aon banger Ahnung ergriffen, eilte ich zu ihrem Hotel an der Via Eorouari.' Dort wurde mir gesagt, Eccelenta de Mata mit Gesellschafterin und Diener sei am vorherachcuden Tage nach Em pfang einer Depesche nach New Orleans ' y . .i1:;-'! , t' ' ! ' abgeregt. Erlan Mir die Schilderung meiner Gefühle, 1 deren Heftigkeit endlich in einer dumpfen Betäubung erstarb. Aus dieser Betäubung konnte mich nicht einmal die Nachricht von der Erkrankung meines Vaters aufrütteln. Selbst dann verschwand sie nicht ganz, als der kühle, würzige Duft der Henuath mich um fing. ' ' ' . . ;?!. . Sechs Wochen nach' meiner Heimkehr ' ,tt V1 j , '!! : W ' ' - mein Äarer. ' Ein Jahr verging. Das Bild Julias lebte, unverblaßt'in meinem Herzen., Die Sehnzucht nach ihr wurde immer. starker, und ich beschloß,, nach Awerika auszuwaudern Mein Ziel war NewOrleans. Dort fand , ich die Sonne meines evenZ w:eoer. diesmal zanderte ich nicht so , lange, mich ihr ' zu nahen. - Durch eine Energie und Aus-, dauer ,,lvie.sie nur die Liebe verseihr, gelang es mir, Eintritt auf der Villa de Mata zu erlangen. Dann dnrfte ich f . r- j . . r . w . , logar iyr Pvrirair malen. manun de' Mata, Julias Vater, ein alter rit terlicher Herr, hatte durch den Bürgerkrieg den größten Theil seines Vcrmögens verloren,, sich aber durch Umsicht und Euergie wieder zu einem sicheren Wohlstand aufgeschwungen. ' Doch ein Damoklesschwert. , dieseS Wohlstandes war ' seine Leidenschaft für das Spiel, dem er nach dem Hinscheiden seines heißgeliebten Weibes znm Opfer gefallen war.,, , Julia war., sein eigenes Kind, das er mit großer Zärtlichkeit liebte. Mich .behaüdelte ist mit freundlicher Höflichkeit. ' . Julia kam alle zioei ' Tage zur Sitznng, in Begleitung ihrer. Gefellfchafterin. Diese gute Dame, die sich in dem stillen Atelier sehr langweilte, freute sich stets, wenn ihre freundliche Herrin keine Einwendung machte, wenn sie irgend 'eine gute Freundin zu besuchen wünschtDA, M . : Diese Stunden des Alleinseins , mit meiner Geliebten waren die seligsten meines Lebens. Zu ihren Füßen knieend, berauschte ich mich an den Strahlen ihrer Augen, ihrem sonnigen Lächeln, ff' Iii- " ''-i'ilMiiit;! ihren heißen Kujjen. ;, Untet!i)eh Freunden ihres Vaters nahm Eugene Dussand, ein Plantagenbesitze? aus der Nachbarschaft, den ersten Rang ein, und war ein häufiger Gast ans, Villa de Mata. : Instinktiv ahnte ich in ihm' einen Nebenbuhler, und auch er konnte ein feindliches Aufleuchten seiner Augen in meiner Nähe nicht verbergen, doch begegnete er m ir mit untädelhasteeHyfliHkeit. ' j Die Sitzungen mußten, wollten wir keinen Verdacht erregen, doch ' endlich aufhören; .daö .Bild nahte sich seiner Vallendung. , Es war wundervoll getrossen,,,und brachte mir, Lob und Ruhm ;" ' . -l','S'. :. ' Ut- " -" .' ' " ' , .i: 4 ..U, - ,. ,M .llii. , n - - ': l ;-r ein. 1 Eines Taaes beaab sich Herr be Mata " U l' ;'; :' 1 firl;1"?!. in Begleitung Dusfands auf eine Reise nach Vicksburg, und ich durfte eine ganze Woche lang Julia nicht sehen, die, ivShrend dieser Zeit einen Besuch bei Verwandten in Baton Rouge machte.' Endlich ging auch ' diese Woche.' die mir eine halbe Ewigkeit dünkte, vorüber. , -: ., - ' 5 ßt-:::4 fpm l ' Die Zeitung lesend, saß ich des Mor gens zwischen den Säulenhallen des St. E,harles,,.Hotel. .Da ' tdii ein Negerjunge zu mir, der Sohn des Gärtners von Villa de Mata und überreichte mir ei2icn Brief. Derselbe war vo:i Julia, und' lautete folgendermaßen: : : - .. Ir!- -iä -, m-r. " Vater ist gestern von Vicksburg zu. rückgekehrt. Auf dem Dampfer ist gespielt worden, und mein Vater hat alles verloren an Eugene Dussand. Dieser hat soeben nm meine Hand angehalten. Min Väter meiner : entschiedenen Weigerung ; sie soll ja seine Schuld bezahlen, oder, wie er es nennt, seine .EhreMjMHAöe nie kann ich Eugene Dussaiid's . Weid jveHenjDDlve weder muß nun bnmeii vicrundzwanzig Stunden, so lange hat man mir Bedenkzeit gegeben, die Summe von zwan? zigtaujend! Dollars herbeigeschafft werden ödei ' ich fliehe zu m Mobile. , Jetzt weißt Du, was Du zu Wuh hastH Geliebter, nun handle, eile J ewig i'',i a ,X !(: , Es dauerte eine geraume Zeit, ehe ich ich von meiner Betäubung erholen
und erneu i7teTi1rdslnfr fassen konnte.
Dann eilte ich xur Bank, erhob all mein Geld, veräußerl alle Werthfachen, doch dies alles zusamn brachte kaum den vierten Theil der erforderlichen Summe. Darauf wanderte ich' von einem Bekänn...Ml' 'U... 'm' XI aY - ifcll zum andern, doch pör einem Geld- ' "i ( ' . ,; , " 1 1. innt4 i numf ni.' CCtMii i4 ytiiwtii iiunui vii ivitunuiuMu uv wöhnlich fchleunl'gst Reißaus. " ,: Es wurde Abend. ' Mein ; eigenes Geld trug ich noch in der Tasche, doch kein Cent war hinzukommen.,, , Ich war müde, in verbittertes berzwei felt er Stimmung. Als ich die Nohal Street durchirrte, fiel mein Blick auf die Por zeuankuppel einer Gasflamme, die über dem Eingänge einer offenen Doppelthüre die eine breite, mit Teppichen be legte Treppe erhellte. . Auf der Kuppel stand, nur die Hausnummer in großeu rothen Ziffern, verzeichnet. . Ich wußte: jene Treppe führte zu einem der größtei? Gpielfäle ber tadt. '" Wie es kam, weiß ich noch heute nicht. Jch erinnere mich nur, daß ich oben war, daß das Klappern der Chips" und Würfel, das klingendes Goldes, das monotone Ausrusen : von Zahlen und das gedämpfte Flüstern , uud Summen der Menge an min', Ohr drang. Auch erinnere ich mich noch, daß ich einem der lautlos umherschleichcnden Kellner' eiyige Glas Cognac vom Teller nahm und leerte. , Und weiter ? Nach ungefähr einer Stünde wankte ein bleicher Jüngling die Treppe hinäb mit leeren Taschen'. ...:. rn. ..... .r.v ? . . mu zerzmeisiung iin herzen uno' Wahnsinn im ' Gehirn. Das war , ' ! ich. ' Bald stand ich an den dunkeln Fluthen des Mississippi. Warum und wie ich hinkam, weiß ich nicht. Eine magnetische Macht, schien es, zog .mich hin.' Aus dem Gemurmcl der Wogen klachz eine verführerische Stimme, die sprach ; Uomm in, meine Arme, an memm Busen, da sindest du Ruhe !" Da fiel mein Blick auf das Bild des Mondes,, welches auf dem. Wasser zitterte. ES nahm die, Zuge Jullass an. Gron und starr und flehend bohrten , sich aus bleichem Antlitz die dunkeln Augen in meine Seele. : Ich schloß meine Augen, doch das Äild' wollte nicht weichen. t Auf einmal dachte ich an ihren Brief, an die Worte: Jetzt welzzt du, was du zu thun hast!" Konnte sie nicht auch damit gemeint haben, ich solle ihr folgen nach Mobile?, , Es war mir, als wollte etwas Schwüles,' Drückendes von mir weichen.: Da faßte ich zufällig an meine leere Tasche. Ein kalter Stich ging durch mein Inneres. Dann schlug ein dumpfes Sausen an mein Ohr. Es war, als kämen dieövogen des-Milmupp: herausgestürzt. mich zu verschlingen. Ein betäubender Wirbel nß mich zu Boden. . Tann ertönte daS Sausen serner und , serner und mit leinenl Ersterben erlosch mein Denken und Empfinden. , ' Einige Tage später machte eine doppelte Sensationsgeschichte die Runde durch die Blätter: vom spurlosen Verschwinden Julia de Matas und von einem Tuell zwischen Manuel de Mata und Eugene Dussand, worin ersterer, g fallen war. . . - , Dies aber erfuhr ich, als die 1 Geschichte schon beinahe vergessen. war: Aii jenem Abende hatte man mich, im Fleber phantasircnd, an der Lcuee gefunden, und mich nach einem Hospitale geschafft. Dort hatte ich wochenlang bewußtlos zwischen Leben nnd Tod geschwebt. Endlich doch siegte meine jugendkrästige Natur. Nach vier Mo naten. vor einer Woche, verließ ich das Hospital. ' : . ' . V . ' ; " i Was sollte ich anfangen ? Ich war ganz mittellos.gebrochen an Körper! und .Geist. Mein Herz war krank vor Sehn-' ,-r' i . r "' jr. . . r p . pr.i juqjr naa) uzia. . ji)ne ne, a zuyiie eS, konnte ich nicht schaffen, nicht leben. So machte ich mich auf den .Weg, zu Fuß, 'nach Mobile sie aufzusuchen. Ich muß sie wiederfinden, ich muß!" Erschöpft hielt er inne. Ja) war zu erschüttert. . um gleich reden jir können. Nach einer' Weile fragte er mit'UatterStimme:' ) "' y Crtrt ?tritnYTitrsrf Yit htt rttr Tift ben n ü U V'"l fc'M VVtUltt VIVt' -bis ich nach Mobile komme?"' " Gewiß !" entqeqnete ich. und drückte seine Hand, ich verlasse dich nicht, 4 ehe du dein 'Ziel erreicht hast !" Wlh danke, dir':-! flüsterte ch, '..jetzt wollen wir schlafen -' ich bin so müde,?" ' ;:; Eine Zeit lang vernahm ich noch sein leises Gemurmel, wovon ich ur dann und ' wann i den Namen Julia" ' verstand. Dann schlief ich selbst ei n.- ir Dlirch die Ritze der Bretterwand nel schon der helle Tages schein, als ich fröstelM' erwach mich, um meinen Gefährten nicht zu wecken. In dem Gemache herrschte eine- seltsame i-i-f : -ffrt tkL-K,:, , ,, Stille. Rasch oynete , ich eine hölzerne Lade, in der Wand. Goldig' fluthete der Morgensonnenschein .in ' das Gemach, und verklärte das bleiche Antlitz meines schlafenden Kameraden.- ä, ;, ..'i ::: v-. 'Ja, er schlief den ewigen Schlaf.! ' ' ' Lange ruhten meine umflorten Augen auf dem schonen blassen Antlitz mit dem müden friedlichen Zug um die Lippen. Äo'hattelichdleS.., i00ihsl i i 'iSor meinem leiste stieg ein sonniges B'.ld auf." ' Am Eingange einer blühenden Lande steht ein blonder Mann und ein fchöneS junges Weib mit wundervoll v ! '"'.'fc-i'ttr v r'r'j'i&lZ 'aff f'Mi dunklen Augeu. Sie,; schauen sich an -:v ' j:'!:':l : -''! :i.:;:v'4jj 'Z tv:''ff s'-w-'' in stummer lebesel igkei t,,. . Dann v birgt sie das blühende Netzwerk jedem profanen A uge. H arm oni sch i schwi mm en die Klänge der Musik auf den DustweleniibS'iA In 'den Gebü scheu sin gt - die Spot t d ro s? p;:iXt f ( t "l:'. si'i'1" v '' '?!!: :"i-4 i'il seMMonsteM Jetzt liegt er vor mir, der blondes Mann, ärmlich gekleidet aus halbverfaultem Stroh, todt und starr. ' Er war am Siüß i'1- r,; -v:&:,:iiiN - Vvr:: :.. 'iüi: Nach Sonnenuntergang und Sturm folgtNachlW Ein herrenloser Frauenro ; aozu ank dem Ioll,balKM
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von e w:c er aetrSHnlich; genannt wird.. Wallenstein, war - nicht .immer der kaltbzrechnende tZtrtn'tX'ti'inrr' itS !' fssn (Triort fr VpurenAmes froiettfee3 GelHlaua)en, wetcyes eoen nlcyl .ey? vekanntlfein'düDbestä der vorgetragenen Bchanplung. , ' -:. - Wallenstein, 5 bekanntlich r1$tf; SprößlMF,i,kjnerWen'protDäntisHen F mili? in Böhmen.' besuchte, als ,Knab5 die. lateinische Schule, z Goldberg imk urstmtHüm.S,k stiller, in' sich ' gekehrter, oft gleichsam geistesabwesender 5nabe, ..erregte er' durch sein eigenartiges Benehmen das Mißfallen des jungen -Eantors Fechnc?, welcher ihn nicht selten ausfchalt, ihm wohl ' auch nach der Erziehungsmethode der guten alten 'Zeit' hin und wieder den Bakel kosten ließ. - ' i"!--:s X 1 4 .. . Eines schonen Tages hatte 'sich die hoffnungsvolle ' Jugend, auf dem , gewohnlichen. Platze :' unter den .Schulweiden zn fröhlichem Spiele- zusämmenge' funden, welchem sie sich unter Aufsicht des erwähnten Pädagogen nach Herzenslust hingab. Nur' Wallenstein betheiligte sich nicht an dem räuichenden Treiben und 'er zog es bor in's Gras gestreckt, Vemiüeit-$Iöf gttastigen. Nach dem Erwachen gesellte sich der Knabe seinen Altersgenossen, um ihnen den seltsamen Traum zu erzählen, welchen er ' gehabt hatte. ' Mir war," so sagte er 5als' nehme ich atn Spiele Theil; und chie Schulweiden: neigten sich tief vor mir zur Erde." Man lachte- ihn; aus,, und Kantor Fechner, welcher, den Bericht des träumerischen Schülers mit 'angehört hakte, tief aust V Was, Junge,. Du willst es wohl '''axmJSpP in der Bibel nach machen Z' Setze Dich ' hinter ' Deine Bücher und , gib in der Schule fein Achtung ; sonst wirst Du im Leben zu nichts, kommen! Wenn Du einmal ein großer INann wirst, so will ich Dein Hosnarr sein!" - Sprachs und entließ die seiner Obhut anvertraute Schülerschaar nach ' ihrer Behausung. . ": Jahre vergingen; die . Kriegsfurie schwang ihre unheilvolle Fackel, und der Name Albrecht von-Wallenstein, Her zog von Friedland", erfüllte die " Welt mit 'Schauderm Immer ' höher- stieg der Ruf des Emporkömmlings, welcher es schließlich wagen konnte, seine Hand nach einer 5lönigskron5 auszustrecken. Nur eine Reihe von Monaten l noch trennte ih!t' von seinem tragischen Ende. . Da führte das Geschick den gefürchteten Feldherrn an der Spitze einer starken Truppenmacht im Jahre 1033 durch Goldberg, wo er rastete.' ., Das freundliche Städtchen, obwohl 'die Bildnerin seiner Jugend, entging nicht der Plün-, dernng. Einer, der ersten Befehle, welche der Generalissimus gab, war der. ihm den Kantor Fechner, falls er noch lebe, zur Stelle zu schaffen: Dies geschah eben nicht aufs Glimpflichste; und der ehrwürdige Greis erschien zitternd vor dem Gewaltigen. Befürchtete er doch nichts Geringeres, als den Tod erleihen zü müssen und hatte er daher von den Seinig en feierlichen Abschied geuommen.' 2 ' , , " Wallenstein fuhr denn auch seinen ehemaligen Lehrer barsch genug an. . Nun, Fechner," sagte er, da seid Ihr ja Wir haben uns beide verändert in'der langen Zwischenzeit; nicht so? Erinnert Ihr Euch noch, wie Ihr mich zur Aufmunterung oft weidlich abgeprügelt habt, daß ich acht Tage lang iii . allen Farben : schillerte ? Wie Ihr mich habt auf Erbfen knieen, den Esel besteigen und 1 die , Ruthe hochhalten lassen? Wißt Ihr noch, wie Ihr mich ausgelacht .habt, als ich Euch meinen Traum unter den Schulweiden erzählte ? Soll ich Euch nun beim Worte und als lustigen Rath in meine Dienstötiehmen? &&cinilä :": " Halten zu Gnaden, Herr Herzog," Mviderte demüthig der alte Mann. Mit den Züchtigungen hab' ich es gut im Sinne gehabt. Einen jungen Baum muß man beschneiden ; und wo Zucht ist, )a ist auch Ehr' imd Gut. ' Ein Schulineister ohne Ruthe ist ein Soldat ohne Äewehr., Sl,id ,hoch , auch andre hohe Herren in der Kindheit gezüchtigt wor)en. Was aber die Traumauslegüng znbetrifft, so konnt' ich nicht voraussehen, daß Ihre Hoheit zu so sonderbarer Machtstellung berufen sein wür)en, da Sie d och als Knabe mit Verlaub zu sagen ein wenig auf der faulen Haut zu liegen pflegtem k Nichts für ungnt, Herr Herzog. - Ich rede von der :Cebe:;tpegi"f Tie düstere,, Miene des grimmigen Feldherrn: hatte sich inzwifcken aufgehellt; ., und er erwiderte mit gütigem VachelnMtt habt mir nicht zu viel gethan;. mein damaliger schroffer Charakter machte eme strenge Erziehung nöthig. - Fürchtet da-' her nichts für Eure Person; ) Ihr habt es gut gemeint; und es ist auch gut geStheWAus Dankbarkeit ün zu ehren, bestimme ich, daß Euch von meinen Soldaten kein Leid geschehen Zoll; vor Eure Wohnung wird eine Wache gestellt werden. , Hier ist ! ein kleines Geschenk, welches I hr , als An-. enkcuHcimtragenjmvget! 'kM!ltAlezen!Wor lcnstein seinem ehemaligen Lehrer einen Beutel mit 00 Thalern, eme für jene Zeit beträchtliche Summe, 'y und trug Sorge, daß feine Anordnungen pünktlich WMWtMMEWzMKMW itsß-'-110: dige Frau, Sie interessiren sich doch gar nicht für die poetischen Erzeugnisse Ihres Herrn Gemahls! DichtersMiW!WoS?Ich1kVöe8iH nlija1 ZAftÄS TOäßärÄ i.jfclife1;. fx, ''t''r.X:""': 1 ' '"'., ' I N Z Weisel gerathe n. 3 Angeklagter (nachdem ihm snve FreijpMUg'vkrWdet)'L i am End' aarnit den Diehstadl beaani O ;i' 'äiilhiiii 'iii Mh!:!!!!!:!!!!'!!;;:!!1!"!:;!,";!'!!';! 'itH;p , . h&H iS" aenisilii
Die Aaabettthr. (rinc besonders ll7Nstvollc Uhr hat tte Mechaniker Jngold in Saris nn Jahre 1839 hergestellt. Diellbe war von vergoldeter Bronze?' stelltKe Vorhalle üttfleiÄeuMmpelMkMenSpiK ziebel von zwei Säulen getragen wurde.' Sine Erdkugel ' von 'Email, aujbere Lolcn' zwei mit Steinen geschml'ckte freist' .entzegettgesetzt..,. sich bewegteö Ähte ..daranf. '" ' Ueber der " Erdkugeö ichwebte ein 5?olibri , aus den Pracht Msten Steinen so künstlich Zusammenzesetzt, dzß natürliche Form und Farbo )äburchMKnachzeaW'wrdc PlotzliA öffneten 'M'deö Tempels
ieide Flügelthüren. Zugleich ertönte une l une, : schmelz em t Munk, und man irblickte einenMmeIHejchenspieler zinter ' einem' TilentzW llf allen Zeiten von' Spiegeln umgeb?n. Seine Zlugen, seine " Llppinlnnd' selKKopf &e vegtcn sich immer stärker, je lebhafte? sie Äüsik wurde, besonders aber, wenn )er Kdlibri zu singen-bezanw, indem er 'einen - Schnabel öffnete,' sein? Flügek . lnd seinen funkelnden Schwan; auszrcitete Der Taschenspieler erhob sich mh, verneigte sich,' schien: die-gebräuch nche Vorrede Zu seinen Kunststücken Zu zalten, während ein Vögelz der , in einem zoldenen, Blumenkorbe saß, durch sein Äezwitscher HerküMteHß .ein Herr )as roße Werk beginnen werde ' Dieser begann nun wirklich M crrbe! ten, indem er bald -den einend bald den Indern Arm bewegte, bald' rechts, bald links die Hecher erhob untz niederfchte, und eine 'Menge - Kugeln Bälle,, ver schicdenartige Früchte und besonders den kleinen Vogel escamotirte, der zweimal aus seinem Morbe. unter d.en.Zauberbe ' f i . . t' '' . : . . . . - '"' - . t a)er geycri wuroe. xt ganze oqui lung dauerte nur vier Minuten worauf des Tempels Flügelthüren ' sich von selbst wieder verschlossen." Die Stunde schlug alsdann ebenso einfach und tu hig, wie bei der ersten besten Schwarzwälderuhr.. Diese gan; außerordent--liche Mechanik befand sich nur in einem Raume von 20 Zoll Hohe, 44 Zoll Breite.und S Zoll Dicke, obgleich sie aus fünftausend - Stücken von der vollkommensten Arbeit bestand. Das Werk ging mit bewundernswürdiger Regel Mäßigkeit. Drei sehr- hübsche Musik stückchen konnte man nach Willkür spie len lassen, und zwar bald dieses, bald jenes. Auch der Taschenspielet war unermüdlich, und begann seine Arbeit, so bald die Musik ertönte.- - " ' ' " m m' " i ni " e Die Nilllvcrschwemmung. Der erste Beginn derrjährlichen Nil äbcrschwemmung. welcher Verhältniß, mäßig Zelten beobachtet wird, bietet ünen äußerst interessanten Anblick. Dem Briefe eines Afrikareisenden nach vollzieht sich dieses -Naturereigniß folgendermaßen: Das ca. 100 : Meter breite Bett des Tumat,. eines Nebenflusses des blauen Nil (11 Grad nord licher Breite), verbirgt unter dem wüsten, trockenen Sand einen niemals unterbrochenen unterirdischen Strom. Äls ich es 'überschritt.- wohnte Ich der ersten Ankunft der - Gewässer ' bei ein sonderbarer Zufall, der mich gerade zu dieser Zeit hierher, führte, um : Zeuge 'dieses Schauspiels zu sein.. Ich war meiner Karawane eine - halbe , Stunde vorausgegangen und als ich das heißt. Bett des Tumat überschritten, setzte ich mich auf dem gegenüber liegenden Ufa unter einen Citronenbaums Ich be trachtete den traurigen todten Fluß, der mit kleinen Inseln von. hohem vergilbtem Grase übersät war, als Plötzlich ein Geräusch in -dem, Schilfe stromaufwärts, welches sich mir unter erMnwirkunA eines heftigen, mir indeß nicht fühlbaren Windes zu nähern schien mich mit der Flinte in der Hand aufspringen ließ, denn ich dachte an das Herannahen einer Büffelhcerde. - ,.. Bald jedoch klärte sich das Geheimniß auf, mit einem dem Rauschen von Seide vergleichbaren Geräusch kam ein Strom röthlicher Gewässer, hervor, welcher sich mit der Langsamkeit: der.-Lava,, in die ganze Breite des verlassenen Bettes er goß. Große Inseln von dickem Schlämm schwammen auf der Oberfläche. Einige Augenblicke nachher bewegte sich, das Rohr des Ufers, eine ganze Menge Hei ner Vögel und Tauben flogen daraus hervor, indem sie mit fröhlichem Geschrei die erfrischenden Gewässer-begrüßten; ein Luftstrom ließ die Baume erzittern, der Fluß war wieder lebendig gewvr' den. Die ganze? Natnr schien - das zFesi derVerjüngung zii seiery. NEinige huu W M' ... .. .? ! ... oerr aznue weuer inaus, iraien orci Antilopen in. den Flug hinein, welche ihre große Freude durch eine Meng toller Sprünge kund gaben.7, Bon Tag zu, Tag schwellen nun die ..Wasser , an. b:s der Fluy ,n. maieztatlscher Breite dahinfließt, überall, Leben und neues Gedeihen h ervorrusend. ' -r ' ij !-: .'Sinwre-iches rMlt. 11s " !,!,s ' .,. u- n t s ch e r s. . . Der: Kutsche, eines öffentlichen Fuhrwerks in Mon. - , V' . -S.,' .:' . tan hat ,n einer merkwürdigen Weize einer Frau ,' das Leben HeretteLl Er jujj'.ö0i tina, die Kälte war so groß, daß die . ''. - , einzigen .Fahrgazte, eine Frau und ihr kleines Kind, in. Gefahr schwebte: zu erfrieren .Die Mutter bereitete alle opferfreudige Mutter besiel. Er band ihr seinen Rock um, aber ihr Blut schien still zu stehen. Darauf wurde er bose, packte die Frau, zog sie aus dem Wagen ".
ihre Decke u., daS , Kleine und der fciiMetr ' , i-i ' A ' !t - iisT f ; "i?-' rl . , i als- das ertte Zxichm des Erfrierens die -
und ließ sie W Wege stehen. 0, mein Kittb;irie;;a fuhr eiligst ab. die Frau lies ihm nach.WM Zwei'Mcilewurde, der Wettlaus ioWW' gesetzt. , Run " nahm der Kutscher diDAH .Frauwlcherin wickelte 'sie in ,KknenMock.zMürch diesen siäuaM! GedankknlchätteferJhr
unbjihraljLcben Der t a a t, der die Männer leliüitjaföfe der Staat der Weiber ab:r ist am B'. i'ailfili illlS
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