Indiana Tribüne, Volume 14, Number 133, Indianapolis, Marion County, 1 February 1891 — Page 2

3325 Die blonde Haarlocke. Wer konnte sie vergessen, die deutsche Weihttachtsfeier, der ihr je beigewohnt in ihrer ganzen Tiefe und Gemüthlich keit. Wer. dem als KinVdcr Zichtstrah lcnde Tanuenbaum geleuchtet, sahe ihn nicht wieder in seinen 'schönsten wehmüthigsten HeimzthZtränmen, und befände er sich auch unter einer anderen Zone, hatte er, viele, viele Jahre keinen Laut der theuriu Muttersprache vernommen. Auf deutsche Weise sucht der Deutsche auch in der Fremde das Weihuachtssest zu begehen, und auf deutsche Weise feierte eine Colonisienfamilie in Pennsylvauien die Geburt des Heilandes. Allerdings waren sie sch?n durch mehrereKenertionen hier aüsässiz. Schon derHroZväker äk ehrwürdiger' Greis, hatte auf der westlichen Hemisphäre das Licht der Welt erblickt. Aber ihm war von seinen aus Deutschland eingewanderten Eltern der Christbaum angezündeh worden, er hatte die Sitte vererbt auf 5liudcr und Enkel, in deren Kreis er seht sag, Weihuachtslieder singend und ihnen erzählend die frohe, heilige Kunde vom Jesuskinde. Großvater," unterbrach plötzlich ein kleiner fünfjähriger Knabe die Erzählunz des Grei-ses, Großvater, iit jene Locke vielleicht vom JesuZkindlem? Mit diesen Worten ' zeigte er auf eine hlonde Haarlocke, die auf blauseidenem Grunde iy einem Holzrahmen über dem Kamine hm., zwischen einem - Jagdgewehr und einem BuchZbaum;weig. Ein m l?eI, wehmtühiges Lächeln umspiele oie Lippen deZ Greises. ' El streichelte das Haupt des Kindes und sagte : Nicht vom Jesuskinde ist die Locke, und doch knüpft sich daran eine sc wunderbare Begebenheit, als sei sie von den Engeln herniewraebracht. Es ist eineMke meinfHHaareZ,. daZ , einst blond und voll das Haupt umgab, wel' ches letzt aber vom Alter gebleicht ist. Viele von Euch wissen schon, welche Bb wandkuH es mitz öer blonden Locke hat. ich will! sie Euch aber wiederholen und möget Ihr derselben noch gerührt dem ken, wenn ich kein Weihnachtsjest mehi mit Euch feiere. Ich war ein kleine? Knabe von ungefähr vier Jahren, als mein Vater, den ich hänstg zu begleiten psiegie, mictl mit sich in fort Wald nahm, wo er Holz schlagen wollte. Er schwang ein großes Beil und hieb mit jedem Schlagt große 5 tacke von dem Baume, welchen ?r fällte. Ein Zwerg siel zu meinen Füßen. Ich gewahrte darin ein Vogel uest, bückte mich es aufzuheben, verlor jedoch das Gleichgewicht, glitt aus und fiel mit dem Kopfe auf den Block, aus welchem mein Vater die Zweige klein hackte. Er schwang in demselben Augen blick das Beil über dem Block, d Schlag war nicht mehr aufzuhalten er sie! nieder. Ich stieß emen Nn;stschrei aus, mein Vater fiel wie geläymt zu Boden. Wir erholten uns endlich, er vo:-' seinem . Schrecken, ich von mänim Fall. ' Mein Vater schloß mich in seiue Arme, befühlte mich vom Kops bi5 zu den Füßen und konnte kaum glauben, daß er mich nicht geködtct, nicht verletzt hatte. Als er mich mit einem Lächeln auf den Lippen, ohne kinm Tropfen Blut am ganzen Körpez sah, warf er' sich mr Erde nieder, Gott zu danken für diese wunderbare Rettung ans augenscheinlicher Todesgefahr, Er stand auf und nahm sein Beil wieder. Da gewahrte er aus dem Blocke eine blonde Haarlocke, welche das Bei! von meinem '"Haupte getrennt hatte. Er nahm, sie bedeckte sie mit feinen Küisen und trug mich dann eiligen Laufes nach unserer HAte, wo er mich in die Arme meiner Mutter niederlegte. Die Haar locke aber ließ mein Vater einrahmen, damit sie aufbewahrt werde gleich meier Reliquie 34 in Scitw In tcmmxs oM a iero livcxl, Qui foved puellaa tlcux; He tiö pötivait peta qu&e to ay Which oae amabat mieux. 't-il-lut-mcme nn bcrxu matin, Non pt) suni both avoV, S?eil si addres.1 Amauda Aun, Tlien Kate and 1 bave war. Amanda habet argent coin. So,d Kate ha aureaa cnrU; Et both .uut er agathae Et quite furaiosae girK" EaHrfthe youlhsul nrttUropera, Hübim the duo maids , EcsoItoI trtjonere ad Kate Des ant cet evening s &hades. . ProccJons then ta Kate's domo, II trourc Amanda there, Kato qitilc rgot bis lato resolves, !oth suat bo goodly fair. 1 1 lg U' 'Vllivi Sed smilttig on the new tapi?t, ; ;j , ; Betweeii puellas twaia, , Cocpit t teil Ina. luve a Kate , j, Daus un poetique straio. ,: '','ü i:iiü ' Mal, plaacing ever et anoa ' At fair Akuuk1's cy,. Ulae tioti Jiwuut diecre ; " 1 , . Pro which he xncant h!s mAis., " ' MUrr -. "Each heaed the derai-row, With cheeks s; rou a? wiue, , And offrlnsf fch a jnilIcÄ'hite hanJ, Catii Vrliisp?Ted, fcli bin dein." 1 '' (Journal of Education.) . . " ' !Ü 'P M-:. i " i' . 1 - - t. ;SciÜa 'uui Chary bdis. Dame des Sauses: .öerr Dottor. Su gähuen? '..Langweilen Eie sich be: uns?-' Tc?lor: Verzeihung, gnadigk Frau, nicht im geringsten. ..Man gähnt doch bekanntlich auch, wenn man Hun- - ii "M-i r - -- - "'-:, "! gerchat!,.,,.. jw- r ,,, -vUnverfroren.. WaZ, , zwe Mark verlangen, Sie für , die so. kurzi Strecke, die, Sie ' mich gefahren haben: Aber ich öitt' Sie, 'was kann dene Ich damr, daß, die Streck,, nit langci is! Selbstverrath. EinKell ner verschüttet Wein.) .Gast: ! D, das nmckt nichts Wirth: '.Wie das macht nichts? Schwefelsäure au meinen Dsrauetboden?",

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Unsere LebenSmittkl im Licht der Geschichte.

Boa R. Zöllner. Kaum auf einem anderen Gebiete äußern sich die Fortschritte der Kultur so umfassend, wie auf dem unserer Er nährung. Nicht nur hat sich der menschliche Gaumen überhaupt verfe! nert; was viel mehr ist, man hat die Chemie der menschlichen Ernährung erforscht uud so eine rationelle Grundlage für dieselbe gefunden. Die Kenntniß anderer Länder aber, die unerhörte Entwickelung der Velehrsmittel hat uns von den Früchten unseres Bodens emanzipirt. Die Produkte aller Zonen erscheinen auf unserem Tische, und die Eisenbahn hat uns' sogar von der Iah reszeit frei gemacht. Auch mitten in unserem nordischen Winter können wir junge Gemüse, frisches 'Obst und andere Gaben des Frühlings genießen. Eine große Nelhe von Nahrungs-, insbesondere aber von den Genußmitteln waren den Alten trotz hoch entwickelten Kultur gar nicht bekannt. Die Alten bauten Gerste und Wei zen; Hafer und Roggen schienen ihnen so gut wie unbekannt zu sein, dagegen cultivirten die alten Gmnanen trotz des rauhen Klimas, welches' damals in Deutschland herrschte, die letzteren Ge treidearteir. Bekanntlich brauten sie, wie Taeitus berichtet, ans Gerste ein Getränk, aus dem sich das Bier entwikkelt haben, mag. Aus dem Hafer verfertigten sie einen Brei, der ihr Hauptsächlichstes Nahrungsmittel bildete. Späterhin sank der Haser zum Pferdefutter herab und traten Roggen und Weizen an seine Stelle. Das Wort Korn bedeutet in der germanischen Sprache keine bestimmte Getreidesorte, sondern die Hauptnahrungspslanze des Landes.. Bekanntlich heißt noch heute in diesem Sinne in Süddeutschland und Oesterreich der Roggen Korn. Dage gen nahm bei allen alten nordischen Völkern der Hirse einen breiten Spiel räum als Nahrungsmittel ein. Strabo berichtet, daß die nordischen Volker von Hirse, skräutern, Beeren und Wurzeln leben. Auch in den Psahlbauten der Schweiz wird er gesunden. Späterhin haben ihn werthvollere Getreidesorten verdrängt. In Italien und Llrabien wird er noch heute zn Brod verbacken. Bei uns spielt er nur noch in wenigen Gegenden eine größere Rolle als Nahruugsmiltel. Zu den ältesten, historisch bekannten Nahnmgsfrüchten gehören die Linsen. Sie werden in der Bibel vielfach erwähnt; darunter daZ berühmte Linsengeeicht, welches Esau in so große Verjuchung brachte. Sie dürften von den Juden zu den Griechen übergegangen sein; in der spätern römischen und griechischeu Zeit waren sie, verschmäht von den Reichen, ein Hauptnahrungsmittel des Volkes. Cato lehrt ihren Anbau und rhre Zubereltung m:t Eg. Boh nenbrei wird viel von den röutischen rr t 'i. t , mj Pieoes gegeben uno wle Pnnlus veney tet, vermischt man Bohnen- und Hirse mehl, was den modernen Anschauungev über deren Nährwerthe entspricht. Der Reis kam durch die Feldzuge Alexan ders nac Europa, aus Indien, wo er einst, wie heute das HauptnahrungsMittel des Volkes bildete. Den Mais fand Columbus schon in Amerika als Kulturpflanze vor. Nach Deutschland scheint er durch dle Türken gekommen zu sein. Wie der Mais, stammt die Kar toffel von den Höhen der Anden. Diese leicht zu akmmatmrende Pflanze erreicht die relativ nördlichsten Breitengrade. sogar m Island konnte eine Kartonel-; art eingebürgert werden. Im Gegensatz zu den Getreidearten sind 'unsere Gemüsepflanzen zumeist europäischen Ursprunges; die Römer bauten den Kohl und unterschieden drei Sorten, welche ungefähr dem Wirsingloy, dem Kopfkohl und dem Kopnalat entsprechen. Von der ' italienischen Halbinsel her kam der Kohl nach Deutschland; der Kohlrabi scheint der neuern Zelt anmaehoren, ebenso der Blumenkohl, der aus dem Morgenlande stammt. Die Artischocke ist eine durch die Kultur veredelte Distel, welche schon Pllnius kannte. Das Sauerkraut und die saure Gurke scheinen slavischen Ursprungs zu sein. Die Gurken stammen aus Sudasien und waren . schon bei den Alten beliebt. Plmlus berichtet, vag dieselben m den, Gemüsegarten des Kaiser Tiberms an vewegtlcyen Beeten .gezogen wurden, die -man in die Sonne schob oder,unter-Tach uud, Fach brachte. ,5rn Deutschland läßt sich ihre Cultur erst vom 17 Jayrynnoert an nachwerfen. Der Spargel wachst noch icht bei uns wilö. Schon Cato spricht jedoch in sei nem Buche vonderLandwlrthjchait über . i; '!!'." 'r11" Jfi: . 1 . femelunnila)e uiuvirung. Von. Würzcpflanzen. sind Zwiebeln, Lauch, Kümmel, Senf und Rettig schon vom, Alterthum her bekannt.' Zwiebeln und 5noblauch gehörten zu den ältesten Bedürfnissen der, Juden, .ja vertreten dort, sogar die Stelle 'eines Nahrungs- ' i' fr -ilt l It f .; :5; ( ' a mittels. ,,im . ; kn.; ;,, " Die .Speisezwiebel des . Orients ,ist groß, milde , und schmackhaft; sie wird noch heute von südenropäischen Völkern zum Brod' gegessen. Dem Lauch wurde von ,dcn keltischen Stämmen eine, magische Kraft zugesprochen, er wird viel fach in ihren Sagen erwähnt. Anis, ' Kümmel, - Fenchel, Sellerie, Kresse u. s. w. sind von den älteren südlichen Culturdölkern zu uns gekommen. ' Was die Obstfrüchte betrifft, so wuchsen nur wenige Beeren. Schlehen, Vogel- .. v ,. c :..', f ' - , 4. ." . . ': klrcycn uno z)oizapsel in oen germam schen Wäldern." ' ' " '. Alle anderen edleren Obstssrten ver danken wir den Römern. Griechen und Römer wiederum haben die Feige, den Oelbaum und den Weinstock von den Semiten erhalten. Die edle Wein traube soll noch heute am Südrandc des Kasvischcn Meeres wild wachsen. " Da gegen hat Palästina, das gelobte Land", , von dessen b-r?lich?n Trauben

dle Bibel gerichtet, cheute nicht nur knnen Weinbau, sondern ist-Einöde. , . ' Allbekannt . ist, daß ) Lukullus die Sauerkirsche aus Cerasunt ln Kleinasien nach Italien brachte,.,. Die' süßen Kir schen stammen von der Vogelkirsche ab. Mandel, Wallnuß und Kastanie stammen aus dem Orient, ebenso der Hopfen, der schon unter Ludwig dem Deutschen bei uns angebaut : ipitzd.Vp? der Verallgemeinerung der Hopfentzlttur setzte man dem BicreSMMMAurch' einen Bitterstoff haltbar zu machen, Eichenrinde, oder Schafgarbe zu. Weniger als die vegetabilische,' ist die thierische Nahrung im Laufe der Zeiten dem Wechsel unterworfen. ' Schon die ältesten Nomadenvolker hatten dieselben Hausthiere wie wir und es ist nicht anzugeben, woher das Rind, das Schaf und die Ziege eigentlich stammen. Schott die Meinungen der alten Schriftsteller gehen darüber auseinander Von manchen Hausthieren, wie vom Dromedar, ist die wilde Stammärt r. , ?, . -j'-i'. iu A, 'iy c ganzlich , ausgeztorben. ; ; ; r;j Die Milch der Rinder und des Kleinviehs wurde von unseren Vorfahren reichlich genossen, während sie die im Orient fo beliebte Pferdemilch verschmähten. Die Butter war den Griechen und Römern so gut wie unbekannt z Herodot schilderte die " Butterbereituug ei den Skythen als eine Merkwürdigkeit. . Die. südlichen Völker bedienten und bedienen sich noch heute hes Olivenöls, statt der Butter. Die letztere wurde ! 1491 von der 5Zirche an Festtagen zugelassen, muß also damals allgemein verbreitet gewesen sein. Allgemein war bei Griechen, Romern, wie bei den Germanen der Genuß des Pferdefleifches. Die Gans und die Ente waren Hausvögel der Alten; die Römer erzeugten bereits künstliche Fettlebern an den Gänsen. Das HausHuhn, ans Indien stammend wird weder von Homer, noch vom alten Testae ment erwähnt, noch finden sich Abbildüngen desselben ans den altägyptischM Denkmälern. Erst durch die medisch-, persischen Feldzüge wurde es an den Küsten des Mittelmeeres bekannt. Schon vorher hatten die alten Egppter küustliche Brutöfen für Hausvögel. Merkwürdigerweise kennt die Edda einn solchen. Cäsar berichtet, daß in Britannien Hasen, Hühner und Gänse zu essen für Sünde gelte. Eine entscheidende Wendung in dem gesammten Kulturleben trat durch die Entdeckung Amerikas ein; 'neue Kulturpflanzen kamen nach Europa, wie der Kaffee und der Tabak und damit die bisher lfo gut wie unbekannten nervenerregenden Ge nußmittel, welche seither neben den Nahrungsmitteln eme immer größere Verbreitung gewannen.

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n v Ion es (auf einer Spritzfahrt, seinen Handkoffer öffuend): Es war zwar heute Morgen noch ziemlich dunkel, als ich mein Kofferchen packte aber, meine Herten, einen gewissen Gegenstand lasse. ich nie dabeim. i, Darr ich Euch vielleicht tu iinffm cniMifrmmi ifn nn0i r . . l,iJL'i "ia ( l i. irn.ii uiuuu.j m wi4iavvv Das ist mir aber' eine 8urriri8s Iartk da habe ich mich doch vergriffen, und noch dazn die einzige Saugflasche . . .. n . . ...rill. von meinem zungiren erwiiazii-, ,, t Orientalische Skizzen. Cullcm 2antitt5e fine5 bpatföjrnt Tlalerl. Vu Citat Vke lblng. Es ist eine bekannte DbatsaÄe. da Volksfeste ein getreues Spiegelbild des Charakters der betreffenden Nation lieC v w f. .1 i t. . k i .i .. i ! s . L rr zcrn,uno van man oei oerariigen AN1 M J;l . ä ' t " ' ta4aa :.,JL. iCuLia J i-i. .i .Z t ' , i iuijt'ii tincn iicfcii iiiiiuiia in" igrc 53u. ten, Gebräuche und Eiaenthümlichkeiten. wie überhaupt in -ihr Seelenleben zu thun vermaq. . 1 ' . V ' ' ..... i' ' . . - ' ,! .,:. Da ich oas Volksgenre zu meiner speciellen Ausgabe für "die Malerei erwählt habe und keine Gelegenheit versäume, Studien dafür zn machen, !fo kam mir eine Einladung der eben so hoch gebildelen wie, liebenswürdigen Wittwe des bekannten türkischen Generals Omcr Pascha zu einer Freitagspromenade uach iathane nur sehr gelegen.-, ' ' 15 ' 1 . 1 . In die blauen Fluthen des Goldenen Horiies" münden, nach ihrer Vereini-, gung zwei- kleine1 Flüsse, die", von den Türken nach dem ca. eine halbe Stunde oberhalb ihrer Mündung gelegene Dörfern, AlibeikM d. fj.1 Dorf Ali Beis) und Kiathaa?' (Papierfabrik) 1 Alibei Sujü (im Alterthum KyoaroS) und Kiathane Suju (im Alterthmn Barby.ses), von den Europäern Die , süßen Wasser 'von Europa" genannt werden. Diese Bezeichnung deutet aus den Unterschied hin, daß ihr Wasser nicht, salzhaltiz st, wie dasjenige deS Goldenen Horns".!' ' " . -',i?liiü:ii S1!! 3i!i!!'iiiisy!!ii!:ii!iii:i Das Thal von Kiatcme bildet mit seinen saftigen. , zum Sitzen einladenden Wiesen und schattigen Bäumen während der Monate Mai und Juni die Licblingspromenade der mohammedanischen 1 Bevölkerung , Constantinopels. Hier . steht ein vom Sultan Mahnmed erbautes Lustfckloß mit sa?önen Vark-

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.-Ü:iäf-:l,,H. ' t!H anlagen und einer Moschee; etwas wei ter abwärts 'am linken Ufer . liegt ein zweiter, im Schweizerstlel erbauter Kiosk des Padischah und oberhalb des Dorfes ein großer kaiserlicher Tschiftlit (Landgut). Der sich wie ein schmales silbernes Band dahinschlängelnde Fluß ist an beiden Seiten mit hohen Bäumen eingefaßt und gewölbte Holzbrückcn vermitteln. an verschiedenen Seiten die Verbindung Zwischen den Seiden Ufern, xxAomDtktfdurch ziemlich hohe Berge, die in nicht allzu großer Feme in der bläuen Lust sich abheben, noch höher wird. Zeitweise ziehen Kameelkarawanen zn 30 bis 40 Stück vorüber,' die eine echt orieutalische Staffage bilden. 'Dieses Thal nun bictci in den oben genannten Monaten am Freitage, dein Sonntag der Muhammedaner, ein - unbeschreiblich büntes" und entzückendes Bild orientalischen Leben dar. 'i . Auf den lieblichen Fluren haben Ich Tausende von Menschen gelagert, die sich in harmlosester Weise . beh- Gesang und Spiel, Essen und Trinken der scho neu 9!atur erfreuen. Auf dem schmalen Flüßchen schaukelt sich eiue unabsehbare Menge von Kaiks und änderen Barken, in welchen die lustigen Insassen froh, liche Lieder erschallen lassen, oder bei dem Genuß eines Tschibuks oder einer Cigarette, inelstenI ' selbst mit der Hand gedreht wird, iund worin alle Orientalen erne ' außerordentliche Geschicklichkeit besitzen, cinem köstlichen clyles' M hlmW Pch' 'hmgeben' die Zahl und Mannigfaltigkeit der Fuhrwerke ist erstaunlich. Von der feinsten Pariser Equipage herab bis zur altturZischen ochsenbespannten Araba? (Wagen) sind alle nur denkbaren Formen vertreten, zwischen welchen elegante ew j. ' U r 1 .. ... 5 - ,V ,f ropaijche und türkische Kavaliere ihre Rosse tummeln. I Nicht selten gelingt es diesem oder jenem der schneidigen Rei ter,' mit einer der lieblichen Haremsblumen heimliche Grüße oder wohl gar süße Worte zu wechseln., : Da die Etikette den; felnen,.Damen aus dem Serail deZ Großherrn und den Harems der Großmürdenträger verbietet, ihre Wagen zu verlassen 'und sich unter das Volk zu inischen, so schauen sie aus den Equipagen, von schwarzen, meist sehr haßlich und dick ausfehenden Eunuchen bewacht, dem bunten Treiben zu. Das Gesicht mit einem sehr düw nen und weit gelüfteten Saschma!" be deckt, das Costüm dem neuesten Pariser odejournal entnommen, strahlend von Brillanten und Perlen. suchen sie, langsam, auf- und ? abfahrend, durch herausfordernde Blicke und nicht mißzuverstehende Bewegungen denn darin stehen die türkischen Frauen ihren Pariser Colleginnen, wenn es daraus ankommt, nicht nach die Aufmerksamkeit ;der jungen. Beys und ! fränkischen Tscheubis ( Herren) auf sich , zu lenken. Die Aufforderung , der Eunuchen zu einer Fahrt? nach Kiathane wird daher in allen ' Harems, . wie , leicht erklärlich, mit der größten, Freude begrüßt, und zärtliche Kosenamen und mancher Handkuß belohnt den schwarzen Wächter für den bereiteten Genuß. . . 1 Das Volk hat es sich am Rande des Wassers bequem gemacht. ., Hier hocken die Frauen und Kinder, umgeben von Sklavinnen und Ennuchen, auf mltge-, brachten Strohmatten und Teppichen, Haremserlebnisse erzählend oder sich an Speisen und Getränken labend. Dort schauen sie staunend und lachend den Kunststücken der Hokkab'as (Taschenspieler) zu, die hier ein-großes und dankbares Feld ihrer Thätigkeit sinden. niga, zaya' niga, hallt es in gräßlich gezogenen Tönen durch die Luft,' und braune Zigeunerinnen mit rabenschwarzem, goldverziertem Haar und feurigen -Augen drängen sich in grellfarbigen Kostümen mit gelben'großaeblümten Pluderhosen durch die Menge. um ihre Wahrsagerkünste für wenige Aaras anMieten. Bei dieser und t ner Oruppe lassen sie sich nieder, um den andächtig ,, zuhörenden Türkinnen den Schleier , der Zukunft zu lüften und ihnen aus Bohnen, kleinen Bleistücken und , Münzen Dinge zu prophezeien, von deren Erfüllung die äußerst abergläubischen . Türkinnen, Armenierinnen und Griechinnen fest überzeugt sind. Kommt es ja doch ost genug vor, daß man bei Hausdiebstählen nicht nach, der Polizei schickt, sondern unter Leitung einer bewährten Wahrsagerin nach einem be kannten,, Brunnen in die , Nähe der Sieben! Thürme" wandert, um im Spiegel des Wassers das Gesicht des, betreffenden Diebes' erscheinen zu sehen. Derartige Fälle, die , sich auch aus er'nstere Kriminalangelegenheiten erstrecken, sind durchaus nicht selten. ' 1 Während nun ein Theil der Zigeunerinnen die Anwesenden mit ihrer schwärzen Kunst unterhält, ergötzen andere mit türkischen -Liebesliedern, die' sie , mit Tambourins und Händeklatschen beglei ten, die Ohren der für derartige, recht zweifelhafte Genüsse nicht unempsindlichen Türkinnen. In den weiten seidenen Fcrcdschc, gehüllt, dessen Farbe sehr 'grell, bald xMf bald bläu, .bald gelb, i. . i ii "i i i grun ooer uioicn lurz in auen Nuancen schillert sitzen die Frauen abgesondert von ihren Männern, wobei sie der Koranvorschrift, das Gesicht bis auf die Augen verhüllt, zu tragen, wenig Beachtung schenkend ' ,' Die weibliche Koketterie' ist stärker als die Furcht vor der Polizei die angewiesen ist, auch auf derartige Bergehen'zu achten; sie trotzt dem Verbot und unterweist auch hier das schone Geschlecht in der Kunst seine "Reize, bemerkbar zu machen. " f Bezanbert durch 1 solche Liebesblicke, wollte ich mich, in der Erwartung eines romantischen Abenteuers, einer schönen Odaliske nähern, wurde jedoch, dnrch einen energischen Protest , meiner Begleitung zurückgehalten, und Frau Omep Pascha erklärte mir, , daß ich , dadurch meine und meiner Begleitung Sicherheit auf das .Ernsttichste gefährden würde, indem sie noch zu meiner Ernüchtemng hinzufügte, daß eS die schöne Türkin gar nicht s? zärtlich meine, , wie

wir phantastischen Maler es uns einbildn, denn die Poesie der Leidenschaft ist unter den Türken viel weniger bekannt als bei uns Franken. ; Das ganze Leben und Treiben an den küßen Wassern hat einen durchaus Harmlosen und naiven Eharakter und bildet :incn sonderbaren Kontrast zu unseren Volksfesten. Ausschreitungen kommen fast gar nicht vor, der Anblick von Betrunkenen ist völlig unbekannt. Restaurants, die Sei uns mit dem Begriffe eines Volksfestes eng verbunden werden, sind nirgends zu erblicken. Nur hier und da hat ein Kahwcdfchi (KaffeeWirth) seinen Herd im Fteien aufeschlagen; denn ohne dieses braune, dickflüssige Getränk, auf dessen Bereitung ich bei einer anderen Gelegenheit zurückkommen werde, und welches in winzigen Täßchcn servirt wird, ist im Orient keine Verhandlung, kein Besuch, lein Vergnügen zu denken. Dort gibt es erfrischende Limonade, während zahlreiche BerkSufer,, von Gebäck ,, und Süßigkeiten" mit lauter Stiinwe- ißreWaäre anpreifett, die sie auf einer runden Holzplatte auf dem Kopf tragen und beim Verkauf Ulf ein ziemlich hohes, dreibeiniges Holzgestell leg:n. Es ist bereits 11 Uhr a la turlca (eine Stunde vor Sonnenuntergang), die dunklen Schlagschatten der Baume uerden länger, und eine angenehme Abkühlung der Lust macht, sich bemerkbar In die lagernden Gruppen kommt mit kinem Mal viel Leben nud Bewegung, and Alles rüstet sich zum Heimweg. Die Frauen ordnen ihre Mäntel und Schleier', kokett in kleine Handspiegel blickend, welche ihnen von den Sklavinam vorgehalten werden, wobei diese in heu übertriebensten Ausdrücken die Schönheit ihrer Gebieterinnen preisen und daruöe? in Entzücken gerathen. Sind clle Vorbereitungen getroffen, Teppiche und Statten von den Dienern zusammengerollt und eingepackt, so besteigen die verschiedenen Familien ohne die bei uns üblichen herzlichen AbschiedsWorte, ihre Wagen oder Kaiks, und fort geht es aus der Freiheit der herrlichen öwtur zurück in den goldenen Käfig, den Harem. t Auch für uns hat , die Stunde der Rückkehr geschlagen, und nur ungern trennen wir uns von dem lieblichen Thal, in welchem wir ein paar köstliche Stunden reinen, ungetrübten Genusses verbracht hatten. Die letzten Strahlen der untergehenden Sonne vergolden die Wipfel der altehrwürdigen Platanen und küssen die von einem leichten Abendwinde gekräuselten Wellen des goldenen Horns, ans welchen, uns unser Kaik, unter, der geschickten Führung des Kaikdschiö, unserm Heim entgegenträgt. Mit einem letzten Scheidegruß ist die rothglühende Sonne in's Meer getaucht und der stille Abend senkt sich auf die ungeheure Türkenstadt hernieder. . .Der weiße HlmmeWom glüht in plw purrothem Schimmer, der sich am Horizont in die feinsten Tinten eines violettbläulichen Farbenspiels auflöste bis zm letzt ein ; schwefelgelber Streifen ; mit dunkelrother Grundlinie den Schluß des wunderbaren Schauspiels bildet. Kein Künstler könnte diese unglaubliche Farbenpracht wiedergeben, und vermochte er es, so würde man ihm nicht glauben. Fetzt ertönt der ' Ruf eines Muezzin, welcher unsere Blicke nachdem schlanken, weißen, in der dnnilen Wendluft. scharf hervortretenden Minaret lenkt, über dessen Galeriebrüstung sein tnrbanumwundenes Haupt erscheint. Die. Hände hinter die Ohren gelegt, , läßt er, mit näselnder Stimme in tremolirenden Tönen folgende sich täglich fünfmal wiederholende Einladung zum Gebet er schallen : ' ' Gott ist groß! Ergibt keinen Gott außer Gott! Mohamed ist sein Prophet ! Ihr Gläubigen, kommt zum Gebet!" . Und während er die Galerie umschreitend den feierlichen Ruf nach allen vier Himmelslichtungen erschallen fäßt, 'rklingen aus der Ferne dieselben Worte , von , den übrigen M inarets hundertfach zurück, bis leise die letzten Tone in der Abendluft verschwimmen., , mtiiThtf WMm : fiblcTiiWrlK ' - " ;: :;i ' , i I; y 1; - ( i!;,.' :-. 5, i ;! liitl g i'iMr; ':..iK,,,,'''i:-' '''?:' Eine Stilblüthe, wie sie schöner nicht gefunden werden kann, enthielt , kürzlich,, eme B Es handelt sich um einen Gattenmord,' und das betreffende Blatt erzählt u. A.: HZernBres.lau"Äar?Dsi soeben gemordete Frau kennen lernte, die er dann wenige Monate später heirathete.Selbst für einen? artgesottenen M örder ist es jedenfalls ei traunges Geschick, seine soeben gemordete Frau erst nach dem Tode kennen zu lernen und sie obendrein später noch heirathen zu müssen. ., Zart ausgedrückt. Mein Fräulem, ich liebe Sie! , Fragen Sie Ihr Herz, ob ich auf Gegenliebe hoffen darf!" Bedaure, ich frage icht mein Herz, sondern meinen Verstand, meinen Kopf und der , sagte: neiy!" Und darf , ich aus keine Gehirnerweichung hoffen?"

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Pssteurissa. 'Wenig bekannt dürste es sein, schreibt die Teutsche Verkehrszeitung", daß von der Post häufig Dinge begehrt werden, welche den Postbetrieb' gar nicht berühren oder ihn doch nur leicht streifen. DieZahl solcher Bittsteller ist aber eine große, über die ganze Erde vertheilen sie sich, ihre Schreiben haben das gemeinsam, daß sie immer in der verbind lichsten Form gehalten sind. Nicht ohne Interesse ist es, ein aus dem umfangreichen Schriftwechsel dieser Art entstandenes Actenstück des kaiserlichen BriefpostamteS in Berlin zu durchblättern. Auf dem ersten Blatte empfiehlt Frau Baronin F. in liebenswürdigster Weife die sorgfältige Bestellung des beigefügten Briefes. Er ist für ein Berliner Koch- und Delikatessengeschäft bestimmt und enthält große Aufträge für ein Diner. Der Name der Firma ist nicht genau, die Wohnung garnicht angegeben. Frau Baronin liefert aber eine so gute Beschreibung von der Lage des Geschästes,daß sedet Zweifel über den Empfänger ausgeschlossen ist. Die gnädige Frau kann unbesorgt den Tisch decken, : die Post und ihr Lieferant werden sie , nicht im Stiche lassen. ' Ein dentfcher Landsmann in Foo. chow, China, klagt auf einer anderen Seite, daß er auf viele an Herrn H., Brunnenstraße in Berlin, gerichtete Briefe keine Antwort erhalten habe und bittet um Auskunst, ob sein Freund noch lebt. Unter der aufgegebenen Adresse, Deutsches Consulat Yokohama, Japcm, : ist ihm die beruhigende Antwort ge- , sandt, daß H. sich der besten Gesundheiterfreut, die Briefe erhalten und mm mehr versprochen hat, sofort an ihn zu schreiben. Zahlreich sind die Fragen nach alten Freunden und Verwandten. Frau Emilie S . . . . , Greenville, Pennsylo. V. St. Amerika, Berlinerin von Geburt, die im Jahre 1859 nach Amerika auZgewandert ist und des Gebrauches ihrer Muttersprache augenscheinlich entwöhnt ist, bittet, nach ihrem Schwager uuo dessen Familie Erkundigungen anzustellen. Werthe Freunde von der Post in Berlin," schreibt sie u. a., seien Sie so freilndlich, sich znjbemühen, um diesen Mann, nach dessen Familie ich mich so herzlich sehne, mir Auskunft zu geben, ich bin die Schwester seiner Frau. Seit 1661 habe ich von ihnen nichts gehört, der Tod vom Kaiser Wilhelm, welcher mich in Trauer versetzte, bewegte mickj immerzu, an meinen Schwager zn schreiben und kann ihn nicht finden. Meine Verhältnisse erlauben mir. daß ich und eins' von meinen Kindern den nächsten Sommer Berlin, besuchen werde, dann will ich mündlich Ihnen heißen Dank abstatten." Aus den gemachten Angaben ist ermittelt worden, daß die gesuchte Schwester sowie deren Mann noch leben und in Berlin wvhnen, wovon Frau S.'. . . sofort benachrichtigt ist. Nicht minder häufig sind die Fragen nach Fabriken und Handelshäusern. A. G....U. Eo., General Agents inCroydon, Minnesota, V. St. Amerika, wollen eine Goldleisten-Fabrik, Mr. R. I. R. ...u. Co Newyork, die Fabrikanten von Papier-Mache, C. W. N.... in Bukarest will einen Rechtsanwalt, Monsieur C. V. . . .in Lille, RueMont. golfier, Fabrikanteu von Kautfchuckstem' peln in Berlin bezeichnet haben. Die von Madame de W... .gesuchte Fabrik für thermoplastische Holzarbeiten ist in Charlottenburg gefunden und die Dame demgemäß beschieden; die anderen Fragen sind nach dem Berliner Adreßbuche durch Mittheilung der sämmtlichen im 3. Theile desselben aufgeführten Firmen der betreffenden Branche beantwortet worden. . ; Leicht läßt sich der Bitte der Office of the F ... . und S . . . .'M.... &Eo. ül Röme, Georgia, V. St., Amerika, um Bezeichnung der in Berlin erscheinenden Zeitungen, derjenigen des Julian S . in Warschau um Uebersendung eines Registers sämmtlicher Berliner Fachzeitschristen, sowie mehreren ahnlichen Gesuchen entsprechen; schwieriger gestaltet sich schon die Erfüllung des Wunsches eines hohen Staatsbeamten in Lissabon. Exzellenz wünscht ein verloren gegangenes werthvvlles Armband aus demselben Berliner Geschäfte zn beziehen, aus röelchem das in Verlust gerathme stammte. Die Adresse des qu. Juwelier-Laden",'c .heißt eS in dem Briefe, kann ich leider nur folgendermaßen bezeichnen: Man geht über die sog; Puppenbrücke nach dem königlichen Schlosse zu, wendet sich alsdann rechts-, kommt bei einem Uhrladen vorbei, wo wenn ich nicht irre auch Spieldosen und mechanische, smaende Vöael am Schaufenster stehen, und findet dann einen nicht sehr großen Gold- und Silbett resp. Juwelier-Laden, wo ich das Armband " im Jahre 1882 ' gekauft zu haben glaube.' In derselben ' Straße befindet sich auch, wenn mein Gedächtniß mich nicht trügt, ein Laden, wo OrdensDekorationen verknust werden. Bei den gehaltenen Nachfragen ergab sich aus den Büchern einer Firma auf der Schloßsreiheit, Berlin, daß diese Firnia am 31. August 1882 ein Armband für 500 Mark verkauft hat. Exzellenz ist hiervon benachrichtigt und, hat von der genannten Firma bald den gewünschten Ersatz erhallen. ? s ' 'W , i , Die Art anderer Wünsche ist oft eine sonderbare. Herr I. M . . . . in Wintcrthur fragt: , Wann ist der persische Gesandte in Berlin zu sprechen?", Mafcame'p erkundigt sich nach der Lage des Dorfes Winterfeld, K. . . ., Katonei everixuhazati intezete Ungvar will den Uniform und Ausrüstungs-Lieferanten der " preutzi schen Gendarmerie . iolssWA? Zwanzig Thaler in verfallenen Banknoten sendet Monsieur S , Rom, mit der Bitte, sie einzuwechseln, und L0 Mark in ReichZkafsenfcheincn, welche ausnahmsweise für die längst außer Curs gefetzte Noten noch erisngt sind, gehen dafür nach der Tibcrstadt. In gleicher Weife ist .für G.. Sl.... in Bergen, Norwegen, ein Fünfmarkschein

lMgewechselk worden. Der Brief deF Mr. Charles M . . . . in Leith, Canada, Ontario, mit dem Wunsche, den Ver-' fünf werthvpller alter Glaser. an. cinen Antiquitätenhändler zu vermitteln, ist sn einen solchen abgegeben worden. Ein biederer Bayer mußte mit seiner? Bitte um Auskunft über eine Crbanzelegenheit in Südamerika an das aus--wärtige Amt gewiesen werden. Slagen Sie dem Jungen den Pnckcl voll, wenn er anners nich zum Schreiwen zu bringen ist", bittet ein Vater in seinem Zorn darüber, daß der nach Be? litt verzogene Sohn alle Briefe unbe antwortet und ihn sowie die Mutter Angst und Sorge läßt. Wörtlich konnte dieser Auftrag nicht wohl ausgeführt werden, das Briefpostamt hat sich darauf beschränkt, dem Sohne, dessen. geüue Adresse mitgetheilt war, den väterlichen Brief zn überweisen. Auch sinem anderen Wunsche ließ sich nicht entsprechen. Die Post sollte mit Güte oder Vemalt einem älteren Ehemann die -schone junge Gattin, welche vcn d r strn uigen Küste dcs Mittelmeeres nacu der deutschen Lemestadt entflohen war, wieder zuführen. Der Artikel der Deutschen Verkehrs ;kg." erblickt in diesen Bitten an die ZZost einen Beweis für das große Ver- ' trauen, weichender deutschen Reichspost im Auslande entgegengebracht wird." Das wohl, da Ansehen der Neichspost Dürde aber sicher nichts verlieren, wenn sie derartige Bittgesuche einfach unberücksichtigt ließe. Im Inland? freilich Vird das Vertrauen zu der Neichspost vielfach erschüttert,, wenn Briefe an bekannte Personen 'mit dem. Vermerk ! .Adressat nicht aufsindbar" zurückgesandt werden, wenn die Adresse auch nir eine kleine UngeNauigkeit aufweist, seren Berichtigung mit Hilfe des Adreßkalendeks nur geringe Mühe gekostet zZttk. Hamburger Reform.") . CchUuuner- Zustand.

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Hab' ick aber 'n Ducht Geh' doch an die Vumve. 9!ee, det nehm' ick nich jeschenkt. Dann geh' doch in die Schenke. -Da lrieg' ick nich gepumpt. KaltblntiLs. Eines Morgens, als Napoleon I. m Voulogne zu Pferde stieg, äußerte 'er, über die Flotte Musterung halten zu wollen: und befahl, daß die Schiffe,' welche im Hafen- lagen, ihre Stellung' Verlassen. sollten, weil er die Revue ms offener See zu halten gesonnen sei. Er machte mit Roustan seinen gewöhnlichen: Svazierritt und sprach den Wunsch aus bn feinev Zurückkunft zu einer bestimm ten .Stunde Alles- bereit zu finden., Man wußte, der Wunsch des Kaisers sei ein.Befehh deshalb theilte man ihn in seiner Abwesenheit dem Admiral Bruix mit, der mit, unbeweglicher Kaltblütigkeit' ettviderte, daß eS ihm leid thäte, dem Befehl nicht nachkommen zu können. Es regte sich kein Schiff im Hafen. Der Kaiser fragte nach seiner Stücks ehr, ob Alles bereit sei; man hin-' terbrachte ihm die Antwort des Admi rals Eu- ließ 'sich dieselbe nochmalswiederholen, weil er diesen Ton nicht gewohnt. war, stampfte heftig mit deii Fuß und ließ den. Admiral herbeirufen ' Derselbe kam. dem Kaiser nicht schnell genug,, und so traf er ihn auf halbem Wege; der Generalstab folgte ihm und reihte sich stillschweigend um ihn, ,, dessen Slugeu Blitze sprühten. . : .! . , ! Herr Admiral," sagte de? Kaiser, .warum haben Sie meine Befehle nicht insführen lassend" - , Sire," enviderte der Admiral Bruix mit Entschlossenheit, ein furchtbarer Sturm ist im Anzuge, Em. Majestät kön . nen die Anzeichen desselben so gut sehen, wie ich. Wollen Sie das Leben fo vieler.! Leute nutzlos der, Gefahr aussetzen?" . Wirklich rechtfertigte die Schwere der. Luft und das dumpfe, Aollen in .der.. Ferne die Besorzniß des Admirals nur-! n ti)t. .Der Kaiser fuhr immer ge reizter fort: , ' : ,,. ;,..:;:,' 1 Ich habe befohlen ; nochmals, warum: haben Sie die Befehle nichiMsgeführtA Die Folgen kümmern Zur- mich allein. Gehorchen Sie." ' Sire, ich kann nicht gehorchen." ' m'pxptiiltßrsi bei nähert er' sich der Kaiser, 1 der seine " Reitgerte in der Hand hielt, mit drohen der Bewegung dem Admiral; dieser' jrat',nen Schutt ,zurück legte 'die. Hand m den Degen und . sagte "erbleichend : ,Sire, vergessen Sie' sich nicht ;. : Alle Umstehenden . erstarrten ' vor - Schreck. Der Kaiser heftete einige Mi , nuten unbeweglich, mit erhobener Hand, ' die Blicke auf den Lldmiral, welches in ' seiner drohenden Stellung verharrte. , Endlich warf der Naizer diePettiche zur Erde, Bruix LieHWenDeM.,IloKZÄ wartete mit entblößtem Haupte schwci-4 ::: 4.- .fiF'n, -Kv,;f.-!;.- irVi!. gend auf den Ausgang. - , . : : 4 f :, n . , .,,,.,!.,, ,. -I",,,,, ,,, , ",!i..i. -: 'iri.iiiii.ir iii 'i 'ii .''s', 1 1 1 r i !', rtar !!'''"''- ''l',n-' h!'fi,i..Iti.-!i!'"-" ""'r ' " wMHl! 'II l' : I )!: " ;err , Eontre-Armiral sagte der U aiser, Sie lassen sogleich dieMchissedle,AON,KirefohlDe jDgMnnhmcn.K suhr er, den Admiral scharf anblickend, sort: Sie verlassen Bvulogne binnen , 24 Stunden uud ziehen sich nach Hol ländzuruck,K?MI Die Reixic, welche der Kaiser durch-.D jel)te, , kostete nuhr als zweihundert Menschen daS Leben. ' , , II . ', ,. ;.;.'! . 4 ,T " I :-Jii ff ! : ,; !iU v ig&i $ : i! Ili'i H Ijii Spii! iiSI!! :;.iii:ii::Ü!l,i" --g;"'. . -. .. t. i.,. .y :- . .t-h . - .- .. , 1 , Die Routine ist das Zerr, bild der Erfahrung.

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