Indiana Tribüne, Volume 14, Number 126, Indianapolis, Marion County, 25 January 1891 — Page 7
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Mn ESttmolager. Ca Dr. Arldtjsl l,. In Ur Nähe des nördlich vom Pulsortv! gelegenen Vorgebirges Kap Pille angelangt, vernahmen wir vom Lande her sonderbare Laute, gleichsam ein Gemisch von Männerstimmen und Hundegehenl. Wir hielten Ausguck und erblickten nM einige dunste Maffeni in denen Bewegung zu sein schien, und als wir näher hinsahen, zeigte es sich, daß i Menschenschwärme .waren, die en den FelSab sahen hinaus ' zerstreut waren und lebhaft durcheinander spra,chen gestikulirte und auf uns, zeigten,, die wir uns ruhig durch das Eis hindurch arbeiteten. AlS wir naber an's Land gekommen waren, bot sich uns ein seltsamer Anblick dar. Ten ganzen Berg hinaus standen lange Reihen von Gruppen, die aus wunderlich wilden, zerlumpt aussehenden Mensche, . Männern, Frauen und Kindern, gebildet wurden, .:.cs( ungefähr in derselben Fracht. starrten uns an, zeigten auf uns und stießen brüllende Laute aus;- jetzt klang es geradezu täuschend wie eine große nhhttrde, ms nm m ZTette brüllt. Oben auf dem Berge erhoben sich mehrere gelbbraune Fellzelte, während KajakZ, Jrauenböte und verschiedene Gegenstände über den Strand zerstreut lagen. ' ' Es währte natürlich nicht lange, bis wir an's Laud gekommen waren, wg uns dann Alle mit dem freundlichsten Lächeln begrüßten. Als wir vor dem größten Zelte stehen blieben, aus dem .uns ein gemüthlicher Lichtschein entgezendrang. wurden wir sofort durch Zeichen aufgefordert, einzutreten. Wir solgten der Einladung und gelangten durch die äußere Zeltöffnung an einen dünnen, durchsichtigen Vorhang ans Darmhaut? die eine Ecke derselben wurde zurückgeschlagen, toir mutzten die Köpfe der Niedrigkeit halber senken und raten dann in einen ge müthlichen Zeltraum ein. Der Anblick und di: Atmosphäre, die uns entgegendrang, mußte höchst fremdartig wirken. Der Geruch war eine ganz eigenthümliche Mischung vön den verschiedenartigen Ingredienzen. Am dur'chdnngmdsten war der Tyrangeruch aus den Thranlampen, dazu aber kamen noch die verschiedensten Arten von menschlichen Ausdünstungen, sowie Dämpse von stinkenden Flüssigkeiten, die in Gefäßen aufbewahrt wurden. Das Erste, was meine Aufmerksamkeit erregte, war die Unmenge nackter Körper, die ich rings umher im Zelt sitzen, lie gen und stehen sah. Sie trugen alle ihr natit" (HausgkVc!nd);dies ist aber so Nein, daß ein ungeübtes Auge nicht fonderlich daran hängen bleibt. . .. AUmZliz karnen inedr und mehr Männer in's Zelt, bis es säst ganz gefüllt w. UnS war gleich bei unserem Eintritt ein Platz auf einigen Kisten angewiesen worden, die an dem DarmVorhang an .der Vorderseite des Zeltes entlang standen. . Dies ist der Platz, deck die Gäste,, einzunehmen pflegen, wahrend die Bewohner des Zeltes auf der langen Vritfche oder der Bank liegen, die sich an der hinteren Wand des Zeltes hinzieht. Sie ist aus Brettern gemacht und. so breit, daß man quer darauf Ziegen kann, während sich die Länge nach der Größe des Zeltes und der Zahl der Bewohner richtet. Sie ist mit mehreren Schichten von Seehunds" feilen bedeckt, und auf ihr verbringen die Eskimos ihr Leben in den vier Wanden, hier sitzen sie, die Weiber gern mit gekreuzten Beinen, hier arbeiten sie, hier essen, hier liegen, hier schlafen sie. Die Zelte der Eskimos haben eine ganz eigenthümliche Form Der. Zeltpsosten besteht aus einem Kolzblock, über den lange Stangen in 'einem Halbkreis gelegt werden, so daß die Spitzen einander berühren, über diese wir? eine doppelte Schicht von Fellen gebreitet, nach innen Zu Haarfelle, deren Haarseite sich nach innen wendet, und nach außen zu Wasserftlle; hierzu werden hauptsächlich alt? Felle benutzt, die früher zu Frauen ' böten ode? Kajalen gedient haben. Die Zeltöffnnng befindet sich unter dem er wähnten Bock, von dem eine Darmhäut herabhäng., die den Vorhang des Zeltes bildet, wie das oben bereits beschrieben ist. In deck Zelt, in welchem wir uns befanden, wohnten vier der fünf verfchiedene Familien, jede dieser Familien Hütten ihren durch einen Psosten begrenzten Eiavd" auf der SchlafHank, und dort saßen Mann, Frau und Kinder auf einem Minimum von Platz. Ein vier Fuß breiter. Pritscheuplatz sann beispielsweisebreit genug für einen Mann mit zwei Frauen und sechs Kin"dern sein. Vor dem Pritschenvlatz einer jeden Familie brannte eine Thranlampe mit breiter Flamme. Diese Lampen sind aus Stein gemacht, haben eine halbrunde Form sind flach und ausgehöhlt wie eine Schäle und ziemlich groß, oft einen ganzen . Fuß lang, Der Docht, besieht aus trockenem Woos, das flach an die eine Seite der Lampe gelegt und stets mit frischem Speck genährt wird, der bald zu Thran zerschmilzt Es liegt den Frauen ob, dieseLampen in Ordnung zu halten, und mit einem eigens dazu eingerichteten Stäbchen den Docht zu putzen,, so daß er nicht ualmt,zMberüch Atcht,M llei:: brennt. Ueber diesen Lampen . kochen sie diejenizen Streifen, 1 die?sie nicht roh verzehren, in großen SteinkesselH die vyn be Zeltdecke heräbhaH gen. UM keinen Torf, obwohl dles Feuerungsinaterial für sie ohne große Schwierigkeiten zu erlanaen lst. - In diesem Zelt waren viele , Lampen : angebracht, über einigen ' hmgen , auch große Kochtopse Und' brodelten. - Die Lampen brennen Tag , und Nacht. Sie sorgen für die zänss'nndlfürk'hitz Ubeud'SoiwAhren ESkimoZ schlafen Wmtich'nichtZmPmi kelAiewir'MAch forgen sie dasör, sich stets mit einem Aroma von Th? J!'."i,.: ii;' .-' : :ij.:! - '.:": "t:i:i;! & L j!,
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zu umgeben, das' auf nnS Europaer nicht absolut angenehm wirkt, an. das wir uns aber doch sehr bald gewöhnen können. Als wir so in einer Reihe auf diesen Kisten saßen und die fremden Umgebungen betrrchteten, machten unsere Wirthe Versuche, uns zu ? unterhslten. Man erklärte uns den Zweck sezesMegenstanK des, den wir bekrachteten, theils durch Worte, die wir nicht verstanden) theils durch Mi?nen und Bewegungen, aus denen wir uns besser verständigen konnten. Aus diese Weise erfuhren wir, daß einige Holzlatten, die Anker dem Zeltdach hingen, zum Trocknen der Kleider bestimmt waren, daß man in den Kesseln Seehundsfleisch kochte je. 2c. ' Dann zeigte man uns verschiedene Gegenstände, aux welche die Besitzer sehr stolz waren. Unter Tlnderem öffneten einige alte Frauenzimmer einen Beutel und nahmen ein kleines Stück holländischen Rolltabaks heraus, ein Mann zeigte uns ein Messer mit einem langen Knochenschaft. Diese beiden Gegenstände waren wohl das Merkwürdigste in dem ganzen Zelt denn sie wurden mit der größten Ehrsurcht betrachtet. Tann versuchte man, uns die Verwandtschaft der verschiedeneu Zeltbewohner untereinander begreislich zu machen., Ein Maan umarmte ein fettes Frauenzimmer, worauf Beide mit höchst zufriedener Miene auf einige jüngere Individuen zeigten, was so viel bedeuten sollte, als daß sie Mann und Frau und diese Anderen ihre Siin der seien. Der Mann strich mit der Hand an dem Rücken der Frau herab und kniff sie in ihr Fett, damit wir sehen sollten, wie schön und Prächtig sie sei, und wie stolz er auf sie .war, was sie scheinbar sehr zu schätzen wußte. Merkwürdiger Weife fch'en keiner der Mäw ner in diesem Zelt mehr als eine Frau zu haben, sonst ist es an der Ostküste von Grönland allgemeine Sitte, daß jeder Mann, der ein so guter Fänger ist, daß ihm seine Mittel diesen Luxus gestatten, sich zwei Frauen halt. uiemals aber mehr Die Männer sind in der Regel sehr gut gegen ihre Frauen, und man kann sogar sehen, daß Eheleute einander küssen, was freilich nicht auf europäische Art geschieht, fondern indem die Betrefsenden die Nasen aneinander reiben. Eheliche Streitigkeiten 'kommen übn gens auch vor, und da kann es oft böse hergeben; die Uneinigkeit wird in der Regel dadurch geschlichtet, daß die Frau eine Tracht Prügel oder einen Messerstich in den Arm oder das Bein erhält, worauf daS Verhältniß ebenso zärtlich zu sem pflegt, wie vorher, bewnders wenn die Frau Kinder .hat. Zuweilen freilich bekommt auch Ler Mann bei solchcn Gelegenheiten Prügel; so erzählt Holm, daß ein MM der zwei Frauen hatte, sich in eine Prügelei, mit der einen einließ und von ihr gehörig durchgebläut wurde. , . Im Ganzen schien das beste Verhältniß Zwischen allen Bewohnern des Zeltes Zu herrschen; gegen uns war man sehr freundlich, lächelte und lachte und redete ununterbrochen, obwohl man sich längst darüber klar war, daß wir keine Silbe verstanden. Einet der älteren Zeltbewohner, der scheinbar' einen hervorragenden Platz einnahm mit einem sehr gewitzigten Ausdruck und' würdiger Miene machte uns nach großen Anstrengungen durch Zeichen verständlich, daß einige von ihnen aus, dem Norden gekommen feien und gen Süden ziehen wollten, während Andere aus dem Süden kamen und nach dem Norden zogen, sie wären einander zu fällig begegnet, und nun kämen wir und das sei doch höchst amüsant. Nun wollte er aber gern wissen, woher wir kämen; das war weit schlimmer, wir zeigten über das Meer und das Tieib eis hinweg und deuteten, so gut wir es vermochten, an, daß wir letzteres durchbrachen hätten, daß wir im Süden an das Land gekommen seien und nun gen Siorden zogen. Bei diesem Bericht setzten unsere neuen Freunde sehr bedenkliche Mienen aus, nd nun wiederholte sich der Chor ; brüllender Kühe sie betrachteten uns . wohl kaum als natürliche Menschen. So wurde die Conversation fortgeseht. und wir unterhielten uns den Umständen nach ganz gut "mit ihnen, aber füt einen Unveth?!ligten würde die Pantomime, die von uns aufgeführt , wurde,, einen sehr ergötzlichen Anblickabgegeben haben. - Ich will nicht gerade? behaupten,' daß rt i . " Y V"'' ' ' . u' , ' ' alle die ,speckglanzenden ,, Gezichtcr,, Die uns hier degäveir, sehr reialich waren. Von Natur hatten ja freilich die meisten eine. ziemlich gelbliche ,oder bräunliche Farbe, wie viel von der Farbe in diesen auffallend dunklen Gesichtern aber echt warbst mvc ;', tiich! ' gaitj klar gefcprkifc In einzelnen Gesicht eru besonders in denen der Kinder hatte sich der Schmutz so festgesetzt, daß , er ganz schwarze Krusten. bildete, die an einzeln nen,iStcllen ansingen, abzufallen und hier sahman die echte Hautfarbz hindurchschimmern. Bei den Frauen, besonders den jungen, die selbstverständlich hier wie überall Zehr eitel sind, soll das Wascheu nicht zu den Seltenheiten ' gehören. Hat man nichts Besseres zu thun, , so gibt kes keine l beliebtere BeschZstignnz. als sich mit den Händen aus dem Kopse herumzufahren und bald hier, bald da in dem wahren Urwald von struppigem, rabenschwarzen Haar, zu kraulen. Besonders be! den Männem sst' der! Haar-! wuchs sehr üppig und darf in der Regel VttdwachM ohne' beschnitten m wer den von Kämmen ist überall keine? Rede 'Zuweilen werden förmliche Jagden veranstaltetZnd die Jagdausbeutelw dann gewöhnlich sofort verzehrt. - Nach Kapitän Holmes Aussah s häusig gelcheheit, i aß der Fang erst iiir Besichtigung und Bewunderung 3 herumgeschickt und von jem Einzelnen d im Zelte Anwesenden besichtigt wird Vorauf man ihn dn Eigeiithüin zu rückgibt, der ihn mit sichtlicher Befriedig gunz verzehrt. Uns war es leider nicht . ' ' !!':.. . - -.1 '!.' 1 i...j ::.- '. , 'ir: vergonnr, önmi9ßmwm ls!;:S!:s;!i;i:! 'mSkZ'.
i Sckausvkelz in Mn. , NebriaenS Ttficinf es, als ob die meisten Menschen in jenen Gegenden ihre eigenen Coloniebewohner mit sich herumtragen. Als Eiaentbümlicbkeit ist :u erwäbnen. da Flöhelbei den - eigentlichen Eskimos gär! nicht vorkommen. Dies Ungeziefer kön-, il: ' ' 1 i, ,;i 'iii iMr1!' i " ;i T na '! vj' I1 i ,L.i; , ' !!' 1 nen wir Europäer ihnen noch mitbrin gen. und auf der Westküste von Grönland ist dies auch der Fall gewesen, dort nennt man die Flöhe europäische 5M.J II , ;i :;!!l;;!!ii! l Zuweilen sollen die Eskimos auch besondere Fangavparate für diese Thiere construirt haben. Sie bestehen aus Holzstöcken, an denen ein Büschel Hasenwolle besestigt ist, und die vom Halse herab zwischen die Kleider und die Haut gesteckt werden, wo sie eine Weile sitzen bleiben. Daß diese Thiere allmälig in diese feine, weiche Wolle hineinkriechen, ist nicht so unwahrscheinlich, und nmn sßlkWMe'Weist ost einen guten Fang machen' können. . Nach Allem, was ich hier erzählt habe, muß man zu der AnAauung gelangen, daß diese Menschen einen ' aii fzerst abstoßenden Eindruck mache. Aber dies ist keineswegs der Fall; hat man sich erst über ihre cigenthümliche äußere Erscheinung hinveggesetzt, beachtet man die 'Neigung der öände, bald in die Nase, bald in die Ohren, bald in das Haar fahren, nicht mehr, vergißt man den Dchmntz zn ihrem ,Ge-, sich!, wozu nebenbei bemerkt, wir Theilnehmer an der Expedition allen Grund hatten, gewöhnt man sich an die Atmosphäre und betrachtet man . ihre Wirthschaftpgegenstande ,r nicht allzugeZ nau, so wirken diese Menschen durchaus anziehend. Man bcsindct sich sehr wohl in ihrer Gesellschast, es' ist etwas angenehm Berührendes, NatürUches und Echtes in ihrem Thun und Sinn. , . . Ci' Ob sie hübsch sind? Das ist ja bekanntlich eine Frage,, die sehr schwer zu beantworten ist, da die Auffassung in dieser Hinsicht eine äußerst verschiedene ist. Wenn wir ein bestimmtes Schönhcitsideal, z. B. das griechische nehmen, dann ist die Sache bald erledigt. , Formen, die nach der Richtung , hingehen, findet man an der Ostküste von Gronland wohl kaum. Können wir uns aber ein wenig von dem Schönheittypus emancipiren, den wir von unseren Vorfahren ererbt haben und, anbeten und darüber einig werden, daß schön ist, was uns gefällt, da wird die Frage weit schwieriger zu erledigen sein. Ich glaube, wenn man länger mit diesem Volk zusammengelebt und sich ein wenig an dasselbe gewöhnt hat, wird man einige sowohl schon, als auch anziehend' finden. Uebrigens gibt , es auch Gesichter, die selbst nach curopäischcm Geschmack hübsch genannt werden könNM. . ..; : ,f ' . So sah ich z. B, eine Frau, die Mich lebhaft an eine gefeierte Schönheit erinnerte, und nicht mir allein siel diese Aehnlichkeit auf, auch einer der Gesährm, der die betreffende Dame kannte, bemerkte sie. Ich bin fest überzeugt, daß die Herren diese Eskimodame umschwärmen, und sie nicht allein im höchnen Grade pikant, sondern auch außerordentlich hübsch finden würden, falls sie sich in eleganter Toilette in einem europäischen Salon zeigte. ., In der Regel sind die Gesichter rund mit breiten, vorstehenden Backenknochen, und besonders bei den Frauen' sehr fett. Die Wangen stehen oft vollständig vor und strotzen von Fülle. Die Augen sind dunkel und liegen ein wenig schräg' die Nase ist stach, zwischen den Augen zu schmal und nach unten zu breit. Das ganze Gesicht macht oft den Eindruck, als sei es flach gedrückt und in die Breite gegangen. Bei den Frauen und. besonders bei den Kindern ist es oft so flachs daß man sehr gut ein Lineal von der einen Wange zu der anderen .legen kann,' ohne in auffallender Weise mit der Nase ln Eollision zu kommen, ja bei einigen Kindern bildet die Nase förmlich eine Art von' Vertiefung mitten im Gesicht. Daraus wird man ersehen können, daß bei Vielen von einer eigentlichen Schönheit nach europäischen Begriffen nicht die Rede sem kann, übet das ist auch nicht die Art und Weise, auf welchs die EZkimos anziehend, erscheinen. Es liegt in ihren rundlichen, ab gestumpften,set!glänzenden Zügen etwas so Freundliches, Zufriedenes und Gemüthliches, das anziehend wirken muß. Ihre Glieder, sowohl Hände wie Füße, sind auffallend klein und wohlgestaltet; ihre Formen sind im Ganzen rundlich, ebenso ihre Bewegungen, man stößt sich M nichts Eckigem und ebenso ist es mit ihrem Leben. Dem Eskimo sind seine eigenen Frauen die, schönsten, und zwar je fetter, desto schöner. Ich glaube daher kaum, daß die europäischen Schöne heitett sich Hoffilmig machen können, l an her Oftküste Grönlands den Preis zu erringen. Es herrscht dort im liebn gen auch kein Mangel an Damen Das, Haar her Eskimos ist , rabenschwärz. Neiden mit einer Perlenschnur, aus, der Stirn gehalten und fällt frei übe? die Schaltern herab. Man hält es für gefährlich, etwas - von seinem Haar zn verlieren. Bei Einzelnen, die keine Perlenschnur besitzen, wird 1 es ! über denMüWdder!! um ; den : ganzen Kopf herum mit den Kiefern eines Eis Haies beschnitten, denn in Folge ihres Aberglaubens darf Eisen unter keiner Bedingung mit ! dem Haar in Berührung kommen. :: Eigenthümlich ist die Sitte, welche erheischt, daß ein Mann, der in seiner Jugend sein Haar beschnitten hat, sein ganzes Leben lang damit fortfahren und Malitäten beobachten muß. Die Frauen binden dasH 'iernAnoi Fell umwickelt , wird und' so steif wie möglich vom Kopf abstehen muß. Dies gilt natürlich besonders für die jungen, unvermähltcn Damen, und um es zu er ereichen, ziehen sie das Haar so stramm us der Stirn und den Schläfen, daß es Metzi aus fallt ji uni ; jie ; itt f f atig cS alter kahl werden ein solcher Kopf i j ist keineswegs ein schöner AnblickM
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ab dann lind Tt meistens lckon Iänast verheiratet und versorgt, und da hat es ja keine Noth mehr. Für eine Eskimodame, die zur guten Gesellschaft gehört, ist es ebenso notwendig, das Saar aus der Stirn zu Ziehen, wie für eine euroväische Weltdame daß sie sich schnürt. , " ,1. Mi , .1 ' c1, ji - f,. ilv" . . II1'- ' Sie sind sich insofern gleich, nur ist die, Neigung der Eskimos weit unschuldiger und bedeutend weniger schädlich als die der europäischen Damenwelt. , v , I I stt dem elt. in welcker wir uns befanden, hatten die Frauen durchgehen) schönere, oder richtiger gesagt, weniger 5 ''w'f ''i' 1! er. ' :!:. !. yaniime z)e ncyrer, ais oie Scanner, oie 4 freilich auch gut und freundlich aussa hen. Sie waren wie gewöhnlich bart 'S . r . 's VW., ff rX4 i ' f. I los, Mit Ausnahme eines Einzigen, der einen kleinen schwarzen Bart über der Oberlippe hatte. - Die Gastlreundschaft der Machen an der oden Küste Ostgronlands kennt keine Grenzen ; selbst ihren ärgsten Femd können ne so . gu behandeln und mehrere Monate bei nch behalten, wenn die Vcrhältniffe ihn zu ihnen führen. Die Natur und ihr Nomadenleben hat sie gezwungen, Gastfreundschaft zu üben und anzunehmen, und diese Tugend ist bei ihnen ein Gesetz geworden. Als wir uns im Zelte eine Zeit lang aufgehalten hatten, begaben wir uns wieder ins Freie. Wir suchten uns tu nen Lagerplatz auf einer Fläch in der Nähe des Landungsplatzes aus, und brachten unsere Habe M'SDser! ; 11 ; Unten am Strands lag eme Anzahl Kajaks, sowie ein paar Frauenböte, die sür mich natürlich ein 'großes Interesse hatten. , . Besonders einer der Männer war sehr eifrig bemüht, mir Alles zu zeigend Jeder., Gegenstand, aü'' den mein Auge siel, wurde mir ' sofort durch Geberden erklärt. Vor allen 1 Dingen war ihm sehr daran gelcqen, mir seinen. Kajak zu zeigen, der 'schön mit Knochen verziert war, t und alle seine Waffen,' die sich in gutem Stand befanden üM reich mit 'Knochcnschnitzereien geschmückt waren. ' Sein größter Stolz war jedoch seine Harpune, ' die, wie er mir triuumphirend zeigte, eine lange Spitze aus dem Zahn eines Narwals hatte. Er erklärte mir auch sehr anschanlich, wie das' Wurfbrett ,benutzl wird, und wie die Harpune vermittelst desselben mit größerer Kraft geschlcu dert werden kann. Auf seine Waffen und seinen Kajak ist übrigens 'jeder Eskimo stolz, und auf ihre Verzierung legt er großes Gewicht. , " " Inzwischen war die Sonne untcrge gangen, die 3!acht war hereingebrochen, und das wunderbar Märchenhaste dieser ganzen Scene und dieser Menschen, die an allen Ecken und' Kanten von EiZ und Schnee umgeben sind, trat jetzt nur noch mehr hervor. Es wurde allmälig Zeit, unsere Kojen aufzusuchen. Wir bedurften der NnHtHHsehr, denn in den letzten 21 Stunden hatten wir nur wemg .Schlaf bekommen., Wir breiteten unsere Schla sicke auf den Boden des von uns Meldst aufgeschlagene Zeltes Und rüsteten uns zum Schlafengehen, dieser Proceß war abermals von größtem Interesse für die Eskimos, es (ammelte sich sosort ein dichter Kreis von Zuschauern um unsere Zeltthür, Ich muß gestehen, es waren nicht Männer allein, auch das schöne Geschlecht war stark vertreten; es schien sie nicht im Mindesten zu geniren, daß wir ein Klei dungsstück nach dem anderen ablegten, bis wir schließlich fast ganz entblößt da standen. Aber was sollten wir nur an fangen? Es würde nicht sehr höflich gewesen sein, wenn wir die Damen gebeten hätten, zu verschwinden; und wenn wir ihnen hätten anseinandersetzen wol len, daß es nach unseren Begriffen sehr anstößig fei, wenn Damen . beim Auskleiden der Herren zugegen sind, so wür den wir, falls es uns überhaupt gelüngen wäre, uns verständlich zu machen, sicher ihr Staunen und ihre.Jndignation hervorgerufen haben; auf der anderen Seite war es doch zu viel verlangt, daß wir aus diesem Grunde ganz auf unsere Nachtruhe verzichten sollten. Also gingen wir mit Todesverachtung :n unser Werk. . Große Heiterkeit erregte es alS wir schließlich in unsere Schlafsäcke krochen und ein Körper nach dem anderen ver schwand, bis von der ganzen Expedition nichts als sechs Köpfe mehr sichtbar war; dann wurde die Zeltthür zugezogen und gute Nacht gesagt. Wir schiefen gut trotz Hundegeheul und Spektakel. Erst am Morgen erwachten wir und hörten die Eskimos, die sich draußen geschäftig hin- und : herbewegten; sie hatten wahrscheinlich uns zu Ehren ihre besten Kleider angelegt. Ihre reinen weißen Ueberztehjackcn oder Hemden aus Darmhäuten leuchteten aus der Ferne wie weiße Leinewand, und sie wandelten auf und ab, sich an ihrer eigenen Pracht ergötzend. Be! unseren Boten stand eine ganze Versammlung. Einige . ron ihnen waren hinaufgeklettert7Ändere von' ihnen standen ringst umher, und ieder einzelne Gegenstand, jeder Eisen e hlag wl.r)e befühlt und 'untersucht;-' 'AlchtsMber Mürde? beschäm digt. ! Dann wurde die Zeltthür geöffnet, und sofort sch a clen si5z mehrere Kreise, von Zuschauern nm diese! be.einer hinter dem anderen, man stellte sich auf die Zeßen, sie standen Köpf an Kops da, um zu sehen, wie wir in unseren Säcken lagen, wie wir herauskrochen und wie jedes einzelne Kleidungsstück angelegt '' i - " ":i:;:H';- t;?s.'ii;: :!- rvP ;': Ich versuchte, unb emerkt eine photographische Aufnahme von dem doppelten Zuschauerkreis, der unsere Zeltthüre umringte, zu machen, aber als ich den ui i . " -f.. !v (j'l!-' 4" t ": -7 " " Apparat aus sie ; , el tc r e, 1 u rbeit ; c i n i cj e von ihnen anf mein Thun aufmerksam und nun stoben sie auseinander, da sie fürchteten daß eine Gemehrsalve oder irgend eine andere Zauberei ans dem Apparat herausfahren werde. , Darauf machte ich einen Rundgang durch das Lager mit meinem photographischen Apparat. Vor einem kleinen Zelt, das abseits ganz für sich lag, traf ich eine ungemein freundliche Frau, die augenscheinlich die Haussrau der Zelt,faraÜiU,'wap'K!!e :," .1, 1: : "Söi".. -. . ' .,'. ! ! ' ,&:, fit i' '.'.: :;: :.. .... t !l! !i!S;i ,,!"!,; ,
-','.16 fä::!' .p '!! B I'-'T" mäßig e ,una. hatte ein sympathisches Aeußere, em lächelndes Antlitz Mit zwei schrägliegenden, schmeichelnden Augen, ' die sie aus eine höchst kokette, anziehende Weise zu benutzen wuöte; ihre Kleidung war zwar nicht sehr elegantFwas seinen Grund wohl darin hatte, daß sie bereits L. ' ' ' 1 ,'li ,,, m ' ; 1 " JTs !''! verheirathet und versorgt war. Aus dem Rücken in der Amante trug sie ein kleines, schwarzes Kind, an dem sie große Freude zu haben schien; gleich vielen der andern Mütter war sie eifrig vemühlt, das, Kind dazu zu bewegen. , seine dunkeln Guckäuglein aufzusperren .i.w1 r:2':xnitiZ':.t..;m'- " ' "w meme tiuaicn mujujuucji. Dies war auch eine Art und Weise. ,sich beliebt zu machen; -wir verkehrten ' "? MV Ö' V., vvvvm.v. überhaupt sehr gemüthlich Mit einander, Knb e3 gelang mir, unbemerkt einig, Bilder auszunehmen. Dann kam der Hausherr aus, dem Zelt und schien Ul swegs überrascht zu sein, als er seine Gattin in einem tew-tvts mit einem fmden Herrn antraf. Er hatte offen bar aelmlaken. und da ibn das bell Tageslicht zu- blenden i schien,! setzte, et sich einen Schirm oder vielmehr 1 eine große hölzerne Schneebrille über die Äugen. Er war ein starkknochiger. treuherzig aussehender Mann? gegen mich war er sehr freundlich und zeigtt mir viele seiner Sachen, besonders schien er sehr stolz aus ! seine Kajalmutze zv sein, die ich absolut aussetzen mußte, während, er ohne Weiteres meine Mütze aus seinen Kopf setzte. Dies Alles war mir sehr wenig angenehm. Ferner zeigte er mir sein Frauenboot und noch mancherlei Anderes, bis ich weiterzog. ; Wir blickten auch durch die Thüren verschiedener Zelte. In dem einen wa rm zwei junge Mädchen damit beschäf tigt, eine große Möve aus einem Kochtopf zu ziehen und zu verzehren, indem sie" Jede an einem Ende anbissen uni vor lauter Wohlbehagen über .das ganzt Gesicht lachten. Der größte Theil de, Federn saß noch an dem Vogel, abn das schien nichts zur Sache u thun, sii spuckten sie wahrscheinlich wieder aus. ''.Aber nun wurde es bald Zeit füt uns, aufzubrechen. Wir singen allmälig an, unsere Vorbereitungen hierzu zu treffen. Da kam ein Mann und be fragte uns durch Zeichen, ob' wir nord" wärts zu fahren gedächten. Als wir dies bejahten, klärte sein Antlitz sich . plötzlich , auf, denn auch er ? und . seim ganze Sippschaft wollten gen Norden ziehen. Er ,, lies sosort zurück, um diest Neuigkeit zu verkünden und nun entstand ein reges Treiben in dem ganzen Lager; Europäer und Eskimos machten sich eifrig daran, ihre Zelte abzubre chen, die, Bote Zns Waffer zu setzen und sie zu beladen, während die Hunde um die Wette heulten. Die Bewohner des Zeltes,? in welchem wir am vorher gehenden Abend gewesen waren, wollten gen Süden ziehen., Ehe wir 'uns als trennten, erwiederten wir natürlich die Geschenke, die wir erhalten hatten. Mit einigen Blechdosen begab ich mich des wegen in das Zelt, wo ich einige der Männer halbnackt bei der Mahlzeit sitzend fand. Als Jeder von ihnen eine Blechdose erhalten hatte, waren sie sehr erfreut und einige von ihnen zeigten uns, wie sie sie iu Zukunft als Triub gefäße benutzen wollten. Vor dem Zelt traf ich den Mann mit der Büchse, tt drückte mir abermals seinen Wunsch aus, etwas Pulver zu erhalten, als ich aber eine Blechdose holte und ihm dies gab, beruhigte er sich damit und freuti sich scheinbar sehr. Bald waren alle die großen Fellzelti abgebrochen und in die Böte geschasst. Es wär erstaunlich, wie schnell die Eski mos sich zur Abreise rüsten konnten mit all ihrem irdischen Hab und Gut uni ihrem ganzen Hausstand, aber da waren filich auch viele Hände, die zugreifen konnten. Zwei Frauenbyte gingen gen Süden, wo gutes Fahrwasser war, wäh. rend zwei andere Frauenböte bald darauj in ; nördlicher Richtung hinter elnei Landzunge verschwanden. Die Kajak? Männer zöger'cn noch. Sie untes noch etwas gründlicher und intimer Ab schied' von einander 'nehmen, ' ehe sie sich ' voraussichtlich auf mehrere Jahre trennten, und nun wurden wir Zeugen der komischste.: Scene, die ' mir in meinem ganzen Leben vorgekommen ist. Es waren wohl im Ganzen zwölf Kajaks, die . sich in schnurgerader Linie dicht neben einander legten, als marschirte eine , Rotte , Soldaten , auf. . Ich wurdt auf dies sonderbare Manöver aufmerk sam und war gespannt., was nun kom i) L, - . ,j ' 1 -!" . '' j;-;!,!1 ' - (!- .. 1 ' men wurde. , ,i . ,, ,, Aber ich .sollte nicht lange- in Ungewiße heit ; bleiben, denn : nun wurden! bis Schnupstabakhörner herausgeholt ? und gingen von Mann zu Mann. - War das ein Geschnupfe! Man öffnete das Horn und fuhr sich kräftig damit in die Nasen. Jedes Nasenloch wurde',, UnLvoll Schnupftabak gepfropft.' ' Es waren 'mehrereFHSrner''1nfÄ jedes Horn machte zweimal ' die Runde. Man kann sich vorstellen,' welazÄüantitäten verbraucht wurden. Einige von ihnen niesten 'derartig,. daß es mich ii nt) et;3 tr a rn;"fc::'fi e'i;:rii tl;:!rri 1 1 i 1) t ei, a I' ja!5 kentern zn sehen: Ich wollte eine photögraphische' Aufnahme von dieser Scene zn machen, da aber löste sich die .'ri ! ;4 :U - ::SL 11 ' " et, ' 1 i 3 '" J V" -i! ' kl! Linie auf, und ein Kamk nach dem anderen flog dahin durch das Eis! Es ist Sitte bei den Eskimos der Ostküste, sich gegenseitig mit Schnupftabak zu trat.tiren, ungesähUwie die norwegischen Bauern sich gegenseitig Schnaps zii' irirtfm ' ' ":- '' ' &ä$t$ftyifä M !!!.? "1iii!:-iiliir-'l' mm :;iClpii! ll-jl! !) Jf : wi im TiiWiSMrHSn Mann, der bereits weißes 'Haupthaar hatte,, bewarb sich um die Hand eines jung en M ädcheus. ' S ie nahm di e Sache als Scherz auf und versicherte, daß sie überzeugt wärH auf nmlifo.lfgcfeikn älteren Mann keinen tiesen Eindruck mehr machen zu können. O,!Driesjer taeiiie Sic6c ist so feurig; ba i es Ihnen nicht mit Worten schil erwiderte sie, wenn es auf den Bergen reift, lst es unten lattr i , , ! lli -I Iii::: :,a,'r,!!:!i.!:,;-.i:..,i , .i3:.IH:M ' . illjai.'- - ' . 't '.- ', K . ifesi; 'mwk !Wi?chp
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Clr Edgar OShm. Wie Vielen wird nicht der plötzliche Tod des jüngst mit großen Ehren zur Gruft getragenen Sir Edgar Böhm beneidenswerth erscheinen ! W Blühend gesund, ein Bild .der Stärke und Man neskraft, trabte er in der Frühe zum Morgenritte hinaus, arbeitete den Tag über zwischen seinen Büsten und Bild säulen und Abends, als seine Schülerin, die Prinzessin Luise, in sein Atelier em trat, kniete er vornübergebeugt, mit dem Antlitze auf dem Sopha, todt. An weltlichen Ehren konnte ihm das Leben nichts mehr aewähren; er. der gemüth liche Wiener, war ' Hofbildhauer z und Varonet geworden und damit in die Fußtapsen anderer genialer Ausländer, wie Rubens und Ban Dyk, getreten, und da vor Jahresfrist seine Frau ver schied und ihr vor Kurzem sein Bruder folgte konnte - er mit -dem alten Dichter Walt Whitman zum Tode' sagen: "Corne, loTely ancl sootiring Deatlil" Indessen, unter der blühenden Außen ri p "' t y p '(. ät ' ..; selte nagte, so schreibt der londoner Eorrespondent der Köln. Zeit.", der uttbefnevigte künstlerische Ehrgeiz. Böhm war ein Mann, der nach dem Höchsten strebte und sich nie genug thun konnWKeiließ Büste) verließ sein Ate tterHhneaiW über mögliche Mängel ausstiegen. Vor einigen Jahren ward auf Waterloo Place gegenüber dem Athcnäum-Elub seine Bildsäule des Generals Lord Lawrence ausgestellt ; er schaute sich die selbe wie er selbst zur Zeit erzählte täglich von dem Fenster des Club Hauses an, bekrittelte sie. ärgerte sich über die Stellung des Säbels und rastete nicht, bis man ihm gestattete, sie ans feine eigenen Kosten durch eine andere zu ersetzen. In den letzten Jahren nun peinigten ihn zwei Mißerfolge: der Iubiläumsmünzkopf der Königin und das neue Wellington-Denkmak vor Hyde Park Corner. Böhm, der Sohn des kaiserlichen Münzdirectors in Wien, begann seine Laufbahn als Münzstempelschneider nnd ward bei Gelegenheit des Jubiläums der ömgm mit der Anfertigung eines neuen Münzkopfes be, traut, und dieser Münzkopf ist, beson ders mit dem früheren verglichen, geradezu häßlich und nebenbei unnatürlich; das Krönchen auf dem Haupte der Herrscherin scheint herunter rutschen zu müssen. 14 v "A" $ Vielleicht mehr, noch als bäs ve nm 8taätfi5tUi1raiitte1 bftc lington-Vildiäule, die bei Hyde Pari Eorner aufgestellt wurde, nachdem die alte Bildsäule auf dem Bogeneingange des Parks nach Aldershot gewandert wMß!Wöhms,D!,Werk ermangelte 'Per künstlerischen Einheit ; der eiserMHerI zog selbst ist gut getroffen, sein Gaul soll dem i seligen Leibpferde sehr ähnlich sein, und die vier Soldaten um' den Granitsockel. ,v schichtlicher Treue vier Typen aus des Herzogs Armee im Ansänge des Jahr Hunderts, aber es fehlt der Zusammen hang.: , , a. : ,. 1 Russischer UrAuenkries In dem reichen Sttshni-Nowgorod, dem großen russischen , Handels-, und Stapelplatz an dem Vereinigungspunkte der Wolga und der Oka, ist zu den bereits dorhändenen Niederlagen" M jüngster Zeit eine neue hinzugetreten die aber den dort in großer Zahl ansässigen, wolhabend und übermüthig gewordenen Kaufleuten ' keinen Gewinn verspricht. Die Frauen haben dort einen Sieg über die Männer erfochten: die schlauen Händler sind auch einmal über' Ohr gehauen worden und haben nun die Kosten zu tragen. ., Eine große Anzahl, von nishni-now-goroder ,. Damen, deren Männer ihre Nächte regelmäßig am grünen Tisch des Spielclubs zu verbringen pflegen, traten heimlich zusammen, $ um gemeinsam zu berathen, wie sie der sie ständig pla; gendcn Langeweile entgehen- könnten. Als' am nächsten Tage die ahnungslosen Männer zum Frühstück erschimen, wurde ihnen eine recht unangenehme Ueber raschung bereitet. : Nach einer 'meh: oder weniger scharfen Strafpredigt cr klärten i die Frauen ihren ? verblüfften Eheherren, daß sie gar nicht mehr wis. sen, was sie mit den langen Winternäch. jenZnfangenWten Langeweile hättm und daß sie genöthigt wären; sich nach anderweitigen Zerstreuungen . . umzusehen, falls die' Männer ihnen - ihre natürlichen Rechte , weiter vorenthalten ' und sich weigern sollten.' die Frauen als: gleichberechtigte ClubmitgliederWam'M kennen. Die kategorische Erklärung hat unter der MDneMelt von Nishnn Nowgorod eine wahre Panik hervorgc-'xufniHWK.M.-.L-,.iM. il Noch am selben Abend graten die Mitglieder des großen , Clubs zu. einei außerordentlichen Sitzung zusammen, in welcher nach langer, überaus heftige; Debatte beschlossen wurde, den Frauen den Willen ' zn thun und ; sie an den ."'... , . , ' f f ' t f ,jl t . ßm , Mfi. Sptelabendcn Thnl nehmen zu laue:i. Die Drohung der Jrauen, sich lin' JfeeF gerungsfalle während der ! langen Winternachte auf eigene Faust amüsiren zu vollen, soll für manches Clubmilgliet ?iättz bcsoiidf xii.tt?IMMtMt! allen sein. ' Da man," wie der groß, Clubredner, der an persischen Teppichcv reich gewordene Feodör Kitit sch so schön erklärt hat, den Frauen ein vollständiges, allseitiges Mißtrauen entgegenbriiigen müssr Jnsolge dieses großen Sieges der Frauen von Nishni-Now. gorod soll jetzt in dieser Stadt plötzlich ieÄelgroßeNaHsräge en''und1BonnenMtstandenSsn Siegerinnen von Nishni-Nowgorod werden förlanKhre Kinder ganz und gal bezahlten Händen überlassen, um die ÄgenenHanzÄdIÄ schen und -Geben widmen zu können. ,VAS,iok8 ZMMKM! W-w 40,000 Babies find in New gork im Vorjahre geboren worden. New Work ist also noch nicht Paris, , ,, , " ' i 1 :' 'l11!:1- , i', , I ,' II1: ",i 'ii,,!,,! -'..'H. ,,lilil.,lli 'I,''1 '!' !!. ' '' ' . ' ' : Qmmm
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III ;
mtt sizittanlsches NSuberstüSche ; Noch immer ist die Pflanze der sizi lianischen Räuberromantik nicht ganz auMerottet, und nicht allzu selten dringt die Kunde von einem besonöcrs kecken Banditcnstreich au der poetischen Jnstl M uns nach dem nüchtenüLMvrde herauf.,, Die neueste Aeußerung des MrigMaggioki .romantisch-, daß sie hart ans Ungemüthliche streift. Am Abend des w. Dealverließ die den Verkehr Zwischcn Girgenti und Sciaeca ' vermilkclnk l Postkutsche mit drei Passagieren und der üblichen Bedeckung von zwei Karabinieri i' in jXj v , Ii1 J"1' f"s:"" i die erstgenannte Stadt. :i!Est :f roaralt und regnete in Strömen, weshalb auch dielbeidAMÄtäbimcMdercn Plab sonst - U i".'1 " 3"f' J:i ' " . i" 'S i auf dem üntzcherbock neben dem Pcstll' lon ist, sich in das Innere des Wagens zurückgezogen hatten m?d cingeschlascu' waren. Kurz ach Mitternacht die Kutsche war in die Nähe des Dorfes Villa Sc!a gelangt wurde plötzlich der saust ein genickt c Postillon von einigen Banditen angerufen, die dcn.Pscrdcn in die Zügel sielen und gleichzeitig ! auf Postillon und Kutsche eine Flinte salve abgaben. Aon einem Schuß in den Kopf gttrossen, fiel der Kutscher zur Erde. Während die Banditen nun die Kutsche umringten, waren die Insassen von dem' Geknatter' der Schüsse erwacht, und noch schlaftrun' ken stürzte der eine der beiden Gendarmen dem Kutfchonschlage zu, u:n das Feuer zu erwidern. Kaum hatte er aber, um zu zielen, den Kopf durch das Fenster gesteckt, als auch er durch einen Schuß in den Kopf zu Tode getroffen wurde. Die besonnene Haltung seines Genossen rettete dcmsclden und den beiden Passagieren das Leben. Mit zum Schusse erhobenem Gewehre wartete der Carabmiere in -dem dunklen Hintergründe des Wagens, bis die Banditen in das Innere eindringen würden, und als gleich darauf zwei Räuber mit vorgehaltenem Rcvol ver die Wagenthür aufrissen, krachte ihnen ein wohlgezielter Schuß entgegen, der den einen sofort niederstreckte, den, andern schwer verwundete. Die übn. gen Banditen, denen der wackere Cara diniere noch mehrere Schüsse nachsandte, ergrissen entsetzt die Flucht. Die Sache erregt viel Aussehen, und eiu aan;es Heer von Gendarmen und Voll zeiagentcn 1 ist 1 im BegriH die Gegend uach , der? Bande abzusuchen. Derfe?) schossene Räuber war ein erst seit Kurzem aus dem Bagno entlassener Galeot, der eine Ljährige Zuchthausstrafe ab, gesessen hatte. Die Leiche .des erschösse nen ilarabiniere, wurde auf Kostcit der Stadt Girgenti ''mit großem Pomp hecrdtzt. DW Die letzten Augenblicke berühmter Männer. MNtkM, Die ' letzten Augenblicke : vielec i ibe rühmter Niänner ähheln sich fastj sämmts lich in einem Punkte: Sie zeigen nam: lich, daß diese Geistesgrößen Jnrcht vor dem Tode nicht kannten und, selbst noch auf d?m.i .Sterbelager wen! schon die Schatten des Ädes MÄsk WSge breiteten, . eine fast . wunderbare WM lenskraft offenbarten. ' Der berühmte Arzt Albrecht von Haller, welcher nicht nur der bedeutendste Anatom ' ' und Physiolog des 18. Jahehundert wär? sondern sich auch als Dichter einen her vorragenden Namen gemacht hat, starb, während er sich den Puls fühlte.,, , Mein Freund," sagte er zu , dem an seinem Bett stehenden Arzte, welcher ihn in seiner letzten Krankheit behandelte, mein Puls stockt." Gleich darauf der schied er. Franccsko Petrarca, der trste lyrische i 1 Dichter Italiens und zugleich einer der größten Gelehrten seiner Zeit, starb am 18. Jull 1374 in Zeiner Bibliothek wo ' den in einem Folianten Lesenden ein Schlagfluß' überraschte.' "Als' Pierre Bayle, einer der' einflußreichsten Schriftsteller FräNkre:chsNm'17r:iJahr hundert, am 28. Dezember 170L ln Sterben lagfandte ein Buchdrucker zuU ihm und ließ ihn um einen Korrekturds' gen bitten. Bayle hörte es, wie der Bote seinen Austrag ausrichtete, wies mit der Hand MHenkatz. wo der Korrekturbogen lag,- und schloß die Augen zum ewigen Schlase. Geossroy Chaucer, der als der erste Dichter Englgnds inL'tp40i der Weftministerab wÄAr seitdem dM Nam kels erhalten hat, dichtete aus dem Krankenbette eine Ballade und, vollendete sie : kurz vor seineni Todeskampsel Dem englischen Staatsmann " Chestersield,' elcher'FMMär1?7Zstbkwu kurz vor ' seinem Tode der Besuch des ' Herrn DrysdAe'ßen!Äct:'Weben Drysdale einen - Stuhl !defahl''?der'' Sterbende,, dem - Diener, t doch konnte cr mit seinem Gaste kein W ort LiehrMech ' seln, da eHfchon im nächsten UugcnbliM .verschied.tzAagtc'!Dolli möge die Flotte vor Anker legen," ßa; ren die letzten Worte deö britischen See . r ''?"'", t:rtY" t "tt":i ti.'!,""li!ll'lii;'' ':"' -V- t i ,! Helden Nelwn, als er am 21. Oktober 'l805Lde?WchlachtbeiTV einer Musketenkuzcl , tödtlich I gctrössen ' ' w urö e 'f''" i!- 'la; ' w'!,:;, ' t " I Der durch seinen' Dichtcrruhm be. kannte italienische SchriststcllerTorquato Tassoi bat, alö er am '5,. April 1ö5. MTag7$or t ionung'-. cstHcpen jm;ionant Onofrio im Sterben lag, noch seinen Gönner1 öcS'ordi seine Schriften zu samn:eln und zu rcr brcuen, vor allem aber sein berühmtes ' Mcister, dettlFlämmen .zuHöergeben " :j König UärbM welcher während deö Bürgerkrieges am 30. Ja nuasZl49Mz,,M vor den: P öffentlich hingerichtet wurde, sprach' brimfetretenl'de Tod ! fürchte ich "nichr'fütimicjtjsttibfc TvMchts?Fürchtnlich Tai fS'V:::;.:;!!'!! ' : ;' . : ,. j . ':-':;t,,!'if!;"..li'-!,ii . -,': ,.:' -i ....... m ,;.:"'''"'- '!''' " . '"'f :' : !ul, 1 4 .:!, X fe:.'. ' I ,. .'...., ü: will. Nv v, kt zuruatreken. w?m 11 n 1 ,:!' 'atsie-V ÄS !'! Slsfll'ij.jj lffi!l &-Mü Auü'iii,. .iifrvjl .'n i .'l'l' i'i;';in-' ijilü liw..i!iiUin.Li,.;ife.:l
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