Indiana Tribüne, Volume 14, Number 126, Indianapolis, Marion County, 25 January 1891 — Page 6
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' Zu den in Bezug auf bas Thierleben ncch fth? ungenügend erforschten Tro enzegLnden gehören auch die Man rcve-Wälder der Westküpe von Afrika, Me aus Den Ätylzopyoren genannien i I
räumen reueyenoen amt wnajcw . 2?st ift fitt Vogelleben fonder ele Flachküsten, tropnchcr Lander , wie chen. ' Reiher und riesige Störche irni emem grünen Kranze vmaumtü, l kn km ls und Röhricht BO:UndEbbegebund nanlent. ' 1 über die Blätter großer Lotuslich d Mündungen r Strome bcwoh- mt w Zangzehige Parra en. ihre Samen gwch Pfeilen m den pilgefchwind dahin, alles wird lebendig
KSK,!U,UI vu uu iuiua,u. mm.. ringsumher, wenn em Schuß ertonk. welter m das flache Meer vorrucken. Gewaltige Flüge von nordischen Enten, Metst durchsahrt der Europaer aus f& w fcrinrtptt. Mtm.
Ampfern oder m Ruderbooten so ra,ch tifen anjcit und Wasserhühnern, "ls möglch die EreekS ov Cauake m mit donnerndem Getöse in freier Sump e, denn d:e schadllchsten cims,n an .? m ish tm
V'eoerm aömen yerr,qeniu innen, uno tmfr Y7trtr hitrft mir I Y ! rf- "" J" " V Cl i Ti ' v- V T -In? AÜs.i v... Rech' clZ iik kieberrcichsie Gegend der N.r . Expedition n w - - p r ;r f .; t -.m.-:-iiij ZV. uns ua ver von oaciic u öurch das Niaerdelta. wo der friedliche
flahre IS41 von 145 in den ersten zwei "7 l Monaten 8! So fuhren denn auch sprechend, al. w gronere Theil der 'wir 183 oüne unnotkiaen Aufenthalt von mir durchzogenen Lander AfrilaS,
Aaturforscher auch noch durch die miß- indifch-malayischen Jmelgewete enttrauifche' und nicht selten feindselige gegen, wo ich in der an Voelleben
Wevölkeruna bebrndert ish wie denn noch heute vor kaum drn Monaten im Akaffa-EreeZ eine französische Handels ervcdilion anacarifken und zum Theil erschossen wurde. I
Nur wenn Vogelleven demertten wn I Marmo?sei,en Gunong Ponoor mir ,erZm Mannrodewald. Ueber den Kronen nen schimmernden Wänden und tiefen
der Bäume sieh: man mamtawchen KZ- sntfiSfo erbebt und anderer Vaum wuchs auftritt, wird es lebhafter: graue Papageien flattern da mit dnrchdringen' deut Geschrei von den Bäumen, FlötenWürger lassen ihre anaenehmen Strophen hören, und ein kleiner, mit ebenso rinfachem Gesieder, wie die Nachtigall, ?md auch einer beinahe so herrlichen Ktimme begabter Vogel, Anäropadii? irokiser, Ornithologen, erfteut, veriborgen unter großen Blättern sitzend, a Ohr. Wir verweilten indessen nicht lange am unteren Niger, hinein in ,das Innere, hieß unser Losungswort, hinauf ging eö in die steppenartigenGe filde des nördlichen Haussa - Landes, zwischen Niger, Benne und dem Süd' vande der Sahara gelegen. ' Wir besindeu uns in unseren Winker monaten, dem trockenen Halbjahr jener Länder, in welchen fünf bis sechs Moate kein Tropfen Regen fällt. Wir xucken aus der alten großen Haussastadt Sana mit dem ersten Strahle der Mo? 'gensonne ab. vor uns in langem Gänsearsch die Trägerkarawane. Mit unZ ziehen andere Wesen hinaus ins Feld, klänge schimmernde Wolken jener kleinen, heißen Kuhreiher, die keineswegs wie jBrchm annahm, ein nächtliches Leben jfübren, sondern Nachts auf den großen jAssenbrodbäumen und riesigen Eriodcn. !dren in den HaussaStädten zu Taufen. m zu schlafen pflegen, und mit Tages, anbruch wkeder hinausziehen in das Feld, wo sie den Heuschrecken und dem Ulngeziefer der Rinder, auf deren Rüb ?en man sie häufig sieht, nachstellen, Sonst sieht man kaum ein Thier; hi jlead braust der kalte Harmattan von Morden her über die Stöpseln der Ne erbirstfelder und die kahlen Sand' Islachen. auH denen vereinzelte Tamarin. ren ragen, 'wo oie roener ao von oen Städten einem dünnen, lichten Buschzwald mtt yoyem mat Platz machen, Mti A CCk 4 St A usAMM rtAr I ,iwti, i.uuf jiiyi v.vuu( wiv !die anfangs . angenehm wärmenden gg' ' is mÄ: i.., Das ermuntert den auch da? wlrme? Abende Volk d Vogel Frerntdkch iontvomSande frtoW che Rn der Haubenlerche, als wolle er T 3, . t , t , . I SÄÄ! ' S r t . f r r r jntfen, und nnwMwrlch schweifen die bedanken über Wüsten. Berae und das - - v r f 1 Ma m MhZNVck,M ewe.fitt. taallj. licber snl wird ein sonderbarer onvernchbar, eigenthumlich IKrren!,. 'KK? SLE $r mecham hmauspahen. gewahreil wir ' oge.. n? r.nr, au,, und medcre,gcnd ,to Bckleyi, die .Klapperlerche", welche dieien . . nf f w o' SÄ 5.", iH1 -W-- cai der helle Ziu, bunter Bieneniresser.. und Suhlen auz dem Buschwerk daute Ä f f - 4 ..i f Är&Si11? Ge, emKsrAtchen5ra. nÄ'WäÄHZ? ir ulis nne Gruppe IM. altm Ri:. Ytßtmti inf1thfwtl'VtfZttnl1Xurm , vv iiY , im v vi, äs-rrZ rl -TZ v VTr die scyon lange am Horizonte sichtbar f:X .... (t... 1 Ä S5 "ÄS ten und Buhen, das uns erstaunen acht: Ta tummeln .sich SÄZaren der ti:,. s.n. w'..tr:r. Herrlichen Glanzstaare, deren metallische 7uTrt,7, eT;t,J;? Manzarben auzzer,. ewigen Kolibns fem anderer Vogel in ähnlichem Maße ten eines ausgeUopsten Glanzstaares i ' nur eme -schwache Vorstellung machen : taun. " :.;:'.'-, Scheinba r nicht im Einklang z mit d em ! herrlichen Gefieder, steht die nicht sehr ' flaute, häßlich rauhe, kreischende Stimme der Glanzstaare, eine Erscheinung, der ioir aber vielfach auch :m umgekehrzten Verhältniß in der Vogelwelt be segnen, und die sich bei einigem Nach denken? als sehr nützlich für die Vögel lerweis' Noch eine andere treffliche igenZchaft haben die Glanzstaare, dselche sie leider mit den meisten kleineAssnrK ögeln theilen : ihr Fleisch ist aüz sßerordentlichI wohlschmeckend und sik jjaben mit farbenprächtigen Bienen fresi Zsern. Rauben und Svorenkibitzen mau-'.IWi-l r; ' ' ':!'! - . -. i.h. iw-i.,. -.V-fiL 'fc. .'
Fluaeö den weißen Geiereeadler fchwe. Abend auf der Veranda ia&, tonte vom ben" hie und da lieht ein Reiher am Walde her unter anderen Thierstimmen kUfcr, ein schwarz und weißer Eisvogel überlaut das Geheul der großen Langistreicht mit lcifemPftff über die Wasser, armafsen und das klingende Rufen des Möe. Sowie aber das Land sich über riesigen Argusfasanen herüber. Un-
ches Mal das Flelzchgencht unserer
'Zahlzei en aus der viti um wan.cy .ewohnte Gegenden bildeü nannt. Eine arone AbmeckZeluna bietet sich .ans dar, wenn wir in eine ThalsenZung kommen, wo ansaedchnte, nur in den trockensten Monaten passirbare sümpfe ,m durchnchen sind, wo Seen und Tum w - r fsM -r t vr tr- ... V VL ' ,im v schimmernden Wasferflächen iUfiuiuittiiiti. -wvv j - einzufallen und andere Massen ;ua 7 . ' ' .... -.r.? ... Siuiriattftn unter zormgcm v?c qrci zu an Innen." Entschiede grnliger nch. und zu leicht zu Hch ftan treten dem Redenden die Walder der men u.'calatta?Dalvln el m einem reizenden Landhanfe am Ufer eines Baches wohnte, belnahe amEndeemer. zwischen hohen Waldberaen aelegenen Schlucht, vor deren Eingang der wundervolle Dohlen stch erhob. Wenn man gegen beimlicber klana damischen, von der einen Bergwand herkommend und an der andern widerhallend, das höllische Lärmezr des großen Nashornvogels mit dem kompakten Horn, des Ukineplax vigü der Ornithologen, das den Wald bis aus eine englische Meile und weiterhin durchha?te. Er hebt an mit einzelnen, in langen Intervallen ausgestoßenen Hup's, die einander immer rascher folgen, sich zuletzt beinahe überstürzen und in einen rauhen, lachenden Ton übergehen, dessen Stärke geradezu überrascht. Der abenteuerlich gestaltete Vogel, eine wahre Alpgestalt in Vogelform, ist weder in Sumatra, noch in Perak besonders selten, aber er ist außerordentlich scheu und lebt vorzugsweise in unzugänglichen Bergwöldern, welche feine Jagd und Beobachtung erschweren. Der Gespenstnash zrnvogel ist nach Ansicht der Malazen ein verwandelter Mensch. Sie erzählen mir: ES war ein Malaye, der sich mit seiner Frau erzürnt hatte. Sein Schwiegermutter nahm die Frau in Schutz, worüber der böse Mann in grimmen Zorn entbrannte. Er schlich mit seiner Axt unter das Haus der Schwiegermutter, das nach der Landessitte auf Pfählen erbaut war, und begann mit weittonenden Schlägen die Tragbalken zu durchhauen. Den Sturz des Hauses begleitete er mit lautem Gelächtcr. Zur Strafe für feine Rohheit wurde er in den mißgestalteten Vogel verwandelt, und man kann nun stets im Urwald die dumpfen Axtschläge und das rohe Lachen des tebang mentuah", d. h. des Schwiegermuttermorders, HSren.' Ein sonderbarer, zur Familie der Bartvögel oder Megalaerniden gehö render Vogel, der rsilopOon prolo pW dessen Lebensweise so gut wie un bekannt war, gab mir auch in den Berrr f ' t Ort gen von Perar v)klegenyell zur Veoong & w zuerst im Juli im, da ich. von nnemFieber mich erholend, in dem prachtvollen Landhause de! Residenten, ir Sm nf 'eintnt m Fuß hohe Berge weilend, in den küh. ?.,?,JL, hm .L.t,rn;;L V, laV 4iUUiUVllUll UUkVtVVVUWtik 8 auf der Ä, w)iuviiuivhuik mui vvuitvt fQ- er Blick fchweift hinunter über tJJen: ..- vlc vuhici. vciyuivcicu jciuc uüu vic ta,tt wie epieljeng ausgebaute Stadt a;m-Jrnn hJvt,; ,mS bi,e Saum der Mangrooe. Mnwölder aus da? mit Inseln be. deckte' glänzende Meer, indem ftnerroth der Sonnenball versank. Keine! Wen. schm Ton war zu vernehmen., denn der iinzige Mitbewohner der-prachtvollen m .',(;;., vmvwt, fiv tuuikii ufkt Dkvui. .vuu" tete Wigend in der Küche mein Abend. ssm. RingZum aber erllang da! 5, M je17m S.r tönte daZ SchwirrenundÄrpe MMWZ i v . -f-Tvnnnnt TirtTh minTnhn imh v V' v w Vk vwwf mmir w v v v grunzende, bald 'melodisch. slötcnd. Aeslchwarzen Flaggendrongo wür: d'kätchÄÄS,mfKUöß-pkM ii Lust - alkZ m.r schon ie. r V L 1 . l"!' ""'au f, der unter den schwirren wrc:w c.f r,.? I vvh iiti mit viuvu uuuj vivu ders laute und sonore Stimme auf, ein rt;rrtwf mii r rtn QWf i '7' em der Trompelerncade, die ganz wie z;..,, eine moertrompete vom Wcihnachtsmftrh. M .f ,1tSu Zrr Zr:::Z I I T I NIWM VI W V WVtMIfc Mit das Heer der Eicaden lärmte ungestümer sort, ober, sonderbar, gerade der eine zremde , .on, zenes durchdringende zirrrrr, zirrrrr, zirrrrr, war nicht mehr zu hören. Ant nächsten Tage glückte es mir, "die vermeintliche Cicade in der Person des Pdtapogn p jrolopliua zu entdecken. Der interessante Vogel, den ich später noch oft beobachten konnte, ist sonst still und zutraulich und, fliegt ungern auf, sondern sucht sich durch Ver stecken in den Baumkronen zu schützen, was ihm vermöge seiner Mattgrünen Färbung vortrefflich gelingt. Eines der glänzendsten Schauspiele auf allen meinen Reisen sollte ich am Saum der indischen Wüste, am , Sam-bar-Salz-See genießen. Auf einem von braunen Hinbus Letriebenen Hand
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wagen ging es auf dem mitten' sn den Bet, die Salzkammer Indiens, sührenoen Schienengeleise hin. Mächtige Geier, der schwarze Kohlkopfgeier mit nacktem, rothem Halse und der helle, weißrückige bengalische Geier' kreisten über einem todten Rinde, Krähen krächzten dort hinter jener Hütte am ' Schutthaufen, aus der Ferne der: deutschen grauen Kirche gleichend, dem Vogelkundigen aber bekannt, als die gemeine' indische llrähe, scherzweis wohl von:, ihrem Entdecke? S lendens, die glänzende, ge nannt in. .der Krone einer 'dornigen Akazie girrten wilde Lachtauben, jene
selbe, falbe Art, die man bei uns so oft m Käsigen sieht, gur. Rechte lag der jütt Sambar mit grünen Baumgruppen, dem alten Fort und einigen Tem pelbauten, vor uns die. weite Seefläche, ualb von der Bahn durchschnitten, scheinbar endlos nach ö!ordosten' ausgedehnt, während sich im Osten und Südysteu die kahlen, zerrissenen ' Felsrücken von 'iata-Päh und Marut in wunderblrer Teullichkeit in der unvergleichlich klaren indischen Wintcrlust abhoben. An den Ufern der weiten Wasserfläche trieben Schaaren von langbeinigen Stelzcnläufern. Wasser- und Strandlaufern und Kampfhahnen im grauen Reiscaeneder ihr Wesen. Weiterhin aber ist die Wasserfläche, weiter als das Äuge reicht, beZeckt mit weißen Punk:en. Ein Glas belehrt unS, daß es unschätz. bare Massen, viele Hunderttausende von Vögeln sind! GötteroSgel, Flamingos! Nicht ohne Mühe schleichen wir uns watend in ihre Nähe, bis wir das herr liche Schauspiel voll genießen -können. Es ist unmöglich, zu beschreiben, wie sie schneeweiß und rosenrot!) in schimmernden Reihen dastanden, unmöglich, zu schildern, wie prachtvoll die sich erhebenden Schaaren ausfeden, wie sie weiß und roty in der hellen Sonne schimmern, wie eine hochüber hinfliegende Schaar im blauen Aether zu schwimmen scheint. Aber nicht nur auf dem Lande, sondern auch auf dem Meere sehen wir der Vögel viele, und sogar weitab von den Kustea zeigen sich. uns nicht selten ihre schneeigen Leiber. Wir befinden d uns im indischen Ocean, weit westlich von den Andamanen. Ueber uns, eintöniger, hellgrauer Himmel, von dem di tropischcSonne heiß herniederbrennt,um uns rings das blaue Meer, daS sich in leichten Falten hebt und senkt, und aus dem Flüge silberglänzender, blau und purpurn leuchtender fliegender ' Flzche sich erheben, um in flachen Bogen eine Weile über die Wellen hinzuschießen. Seit mehreren Tagen haben wir keinen Vogel gesehen, außer einer gelben Bachstelze, die matt und hungrig an Bord gekommen ist, wo sie sich nun von den dort besonders häusigen Küchenfchaben in der Kajüte des Kapitäns und süßem Wasser nährt, für das ab und zu ein Regen und die mitleidigen Passagiere sorgen. : Da zeigt sich weit hinter uns ein 'weißer Punkt am Himmel und nähert sich uns, die wir mit einer Geschwindigkeit von 10 Seemeilen die Stunde fahren, auffallend schnell, bis wir in ihm den Tropikvogel I'Uasto. nastnsrerls, wie ihn Linne benannte, erkennen. Ein wabrer Sohn derSonne ist er, der sein Leben in den sonnigen Tropen znbnngt und memals den lal ten Norden zu scheuen braucht. Boat swain, den Bootfchwan, nennen ihn die englischen Matrosen, woraus bic deut schen Seeleute, welche allerlei Wunderdinge von ihm erzählen und es ungern seyen, dan man ihn schient, das unver ständliche Bootsmann gemacht haben. Obgleich der Flug des Phaeton nicht so leicht und weich, wie der der See schmalben, so ist, doch seine verblüffende Ge schwindigkeit und Gewandtheit und der schneeige, Leib mit dem rothen Schnabel, der wie, .durch saubermacht zwischen Meer und Himmel zu schweben scheint, von so außerordentlicher Wirkung, daß sein Anblick dem Naturfreund unvergeßlich bleibt und zuweilen gespenstisch wie ein Meteor aus seiner Welt inmitten des Getriebes der europäischen (Su vilisation vor dem geistigen Auge aufleuchtet." . : .,,r Ein österreichischer ..8el.foe u i- " -" ' v ; ü August Klein von EhrenwalteN, ein Mann,- mit dessen Namen der kräftigste Ausschwung sn der Wiener Galanteriewaaren - Industrie verbunden, ist am 23. December in Wien gestorben.' Sein Lebensgang ist die Geschichte eines tüch tigen Mannes, der durch ' Fleiß, Verstäudniß Md Umsicht zu Ansehen, Ehren und, Reichthum gelangt ist und , dessen Thätigkeit seinen Mitbürgern zum Segen geworden . ist. Es existirt- eine Selbstbiographie dieses seltsamen Mannes, die bereits vor 14 Jahren nieder geschrieben worden, der aber Wesentliches nicht mehr hinzuzufügen ist, um ein richtiges Bild von dem energischen Buchbindergehilfen zu bekommen, der sich zum Chef einer Weltftrma emporgearbeitet I;at August Klein war als Förstersfohn in Rothenstein bei Pappenheim in Baiern 1824 geboren und kcm nach Absolvirung seiner Lehrzeit in Nürnberg mit 13 Jahren" nach Wien, wo er in den besten Werkstätten Arbeit suchte und fand. Schon mit 21 Jahren machte er sich selbstständig mit Hilfe von 70 fl., die ihm ein Bruder 1 lieh. Er arbeitete erst mit nur einem Lehrling, allein schon am Ende des Jahres beschäfUgteer bereits 10 GehilfenIÄSl .Da er von den Exporteuren nicht gut behandelt wurde, ging er mit einem großen Posten Waaren auf Reisen, mächte sich dadurch von den Kaufleuten frei und errichtete ein eigenes Detailge!chäft, das er bald nach einer Reise nach Berlin, Frankfurt,' Ossenbach, Paris und London zu einem Erportgefchäft Umwandeln konnte.' Seiy' Standpunkt war dabei stets, Waaren m französt schem Geschmack und mit englischer So lidität herzustellen. Sein Absatz nach Paris vergrößerte sich so, van er bald ein TetailgcschZft daselbst errichten konnte. Den ,,Äath Napoleons.' in Frankreich auch eine Fabrik zu gründen, i i,-... ...irT; ...n-:, ;i lir-üi iHi;-''"1;' I' :i , " ."r
feÄlMÄfÄÄi
wies er ab, was er 'später jeu c : . . e f9.
hat. In London legte er eoensaus ein besonderes Geschäft an. Bemerken?, werth ist, daß auch die kleinen sogenann ten Wiener Bronzen von Klein emgeführt worden sind. In seiner, Auto biographie sinden sich Zehr scharfe nn klagen gegen verschiedene Wiener Kree Klein Nst mit allen möglichen auLereu lehren bedacht worden, er hinterläßt er aroßes Vermögen, eine Fabrik, die übe 100 Arbeiter beschästigt, und eine Be sitzung in Waidhofen. Nusfisch . jüdische Briefe. lBerltner Weipeo.) Lieber Bär, genannt Bogdanswitsch! ' Von Deinem Brief, was ich habe eben erhalten, hat blos gehabt mein Morltz ein großes Vergnigen, denn er at abgeschnitten die Marke von's Kuhwehr, weil er iö'n gewaltiger Sammler and geht auf die Briefmarkenbörse. Augenblicklich sizt er Helgoländer. Aber vie gesagt, Moritz ift der Einzige, der sich hat gefreut, ich habe bekommen a Haut, wie 'ne Gans vor sechs Mark. Rennst' Du Hammerstein? Ja, Du wirst kennen Hammerstein! Wie kannst 'ennen Hammerstein, wo ihr doch seit abgeschnitten von aller Cultur und nicht kennt unsere großen Politiker. HamZierstein hat gesagt: Woßu und ichhabe oon ihm gelernt zu fragen in allen Lazcn des Lebens, wo man nicht weiß, ob die Welt ist verrückt oder meschugge: Woßu Woßu, frage ich, biste gegangen zach Nußland? Woßu biste gegangen ln ein Land, wo die Menschen noch sind ' zurück, daß sie sind außer sich, weil h haben keine Verfassung. Nu, wenn on. t Wenn sie haben keine Verfassung, )enn kann sie ihnen doch nicht werden gebrochen. : Wenn Tu nu schon gehst in so'n Land, was beklagste Dich? Wenn Kußland l)att ä Verfassung, worin steht geschrieben, daß alle Confectioncn lind gleich von dem Gesetz und wenn dann die Regierung kummt und schickerairt Dich und schmeißt Dich raus und nimmt Dir . deinen Grundbesitz, denn hättste Recht, daß Du schreist Gewalt. Aber Rußland hat Dir doch nebbich aix versprochen, also was schreiste Gewalt? Recht haste. Es ist Gewalt, und der Minister, was Schuld hat an diese Gewaltsache, der soll haben keine Aaßillen and soll kriegen ä Einspritzung von insgerechnet zwanzig Kubikmeter Kochsast, und er soll werden hundert Jahr ,lt, aber gleich auf der Stell, und er soll gewinnen das große Loos, aber die sziehung soll ungiltig sein und wenn vieder geßogen wird, soll er kriegen ä kaiserlich russische Reichsniethe. Aber geg.en die Gewalt kann man nix nachen, wie man gegen a Fuder Mist aix kann anstinken.- Da geht man aus'm Weg. Wie sagt der Haufirer, der rauszeschmissen ist geworden? Er sagte: Ich wär doch gleich gegangen. So hat wch gesagt Stocker, unser Demagigerl ind Agiotator wie er hat eins bekommentmit der Pangsion über'n Kopp, saß er ist geflogen von der Hindersintraße ,nach der Königgrätzerstraße. Danke dem lieben Gott, daß er in feiner Weisheit! und Güte hat verhärtet die Herzen der Gewaltsrussen, und mache. Saß Du wegkommst. Es ist die höchste Zeit. Wo die Regierung gebraucht Gevalt, da gebraucht auch Gewalt das Volk, denn wie der Herr, so der Knecht, md es wird nicht lange dauern und da vird wieder mit Bomben , geschmissen nd die Menschen und die Kurse werden fallen wie die Fliegen Da braucht man iix zu sein dabei, es konnt einen doch vas treffen. WaS brauchen die Juden ;u )tim oavei, wenn oas,, Bombenschmeißen wieder losgeht in Rußland? Ss ist doch nebbich keine Premjere, es 1t doch a altes Trauerspiel neu emstu- , ' nrt. n Laß Dir nix wachsen graue Haare, lieber Bär. Erstens haste doch schon mehr wie Du brauchst und ßweitens voßn? Die Russen werden haben den zrößten. Schaden davon. Wenn sie werden verkaufen können, kein Grundstück zn die Juden, wird es ihnen leid thun, ,nd wenn sie die jüdischen Handwerker wsweisen, dann wi?s die Arbeit theurer werden, und eines Tages werden sie schreien:, Eiweih, wir haben unsern Willen durchgesetzt!" , Wie die Egypter, Gott hab' sie selig, haben geschunden die Juden, was haben sie davon gehabt? Die ausgerechnet , ßehn Plagen. Und wie sie die Juden haben gewollt retourholen, sind sie reingefallen, und heute noch stehen die Egypter, nebbich nicht wieder' pari.. Aber wenn Du heut reist in Egypten, denn wirfte Jin den, sie haben behalten das Ungeßiefer und haben nix anßußiehm und wenn sie nicht hätten die, Mumjen, dann hätten sie gar nix ßu exportiren. ZuWie sagt der alte Rebbe Akiba? Er sagt: Alles ist schon emal dagewesen. Es ist schon emal dagewesen, daß die Juden ihre Peiniger überlebt haben. Und warum? Darum, weil alle Völker ihre Peiniger überleben. Les die Geschichte, i " L',,-Smm'- il Dem ; Bauernschmager Ä! ! Schlau m e P ,e m p er. Z Mj;:'- il!' ;!!' ii;:.. j ; i 7 : . v j 1 l! " T V- J- , ' ' ; ;,, FWf i lijiiNsilii&iiiii1' nh"frr Vertheidigung. tP 4 Daß vom Kopf ich bis zur Zehe :f Bin modern und elegant, ; Daß ich wie ein Fürst anssehs. Dank ich meines Schneiders Hand. M'IWM Daß ich fehr viel Geld ausgebe, Spiele, wette, fein foupir', &!. Kurz, wie Gott in Frankreich lebe. Das verdank' ich einzig mir! 7 .3!,;; ir Ji'S 'flllitti!"! ".. ''If f'1'1:,!:' 's"' .". fip Zlber wenn mein Kopf es duldet, Daß der Mund oft thöricht fvricht, , Nein, das hab' ich nicht verschuldet, , Slber auch mein Schneider nicht. N
Ta erste Kind.
Eine Betrachtung fürElter, und Solche, die es werden w ollen. Von PsrzskAzal. Ans. blauer, .von, Lämmerwölkchen durchzogener Höhe schwebt der Storch hernieder und das Frauchen schlüpft hinter die Bettvorhänge um den lieben Vogek zu empfangen.- ' Man hat den Klapperer längst erwartet, aber er wollte auf das gewisse Dach noch immer uich! herunterfliegen. Vielleicht kommt er gar nie. Er hat das Püppü)en in feinem rothen Schnabel immer in ein anderes Haus getragen, , selbst wenn man das Haus vor. ihm verriegelte bis es ihm endlich eines schönen Tages einsiel, daß ja auch dort ein Herd flackert, wo man es gar so gern sehen würde, wenn er durch den Schornstein' ein kleines Kindchen hinunterfallen ließe. Und richtig hat er eines hinunterfallen lassen. . Keine schönere Musik als das bitterliche .Wehgeschrei des kleinen Wesens. Es ist eigentlich kein Wehgeschrei. Das winzige Geschöpf begrüßt damit das Leben, zu dem es erwacht ist. Mit dem Anbeginn seines Daseins spannt seine kleine Lunge sich zum ersten Mal aus.um mit dem lebenerweckendenSauerstoff auch den. Keim des Todes einzu athmen. Oh, der bitteren Wahrheit! Denn mit seinem ersten Athemzug, der daS Leben bedeutet, hat sich auch schon der Keim der Zerstörung hineingestöhlen. Wozu auch ewig leben? Welchen Werth hätten Jahre, wenn sie sich in's Unendliche ausdehnen würden? Der Schmerz ist der.Preis des Glückes. Besitz ist nichts, als umgekehrter Ver.lust. Daß es uur endlich gekommen ist! Du starker, kräftiger Junggeselle, der du stumpf bist gegen die Freude, die das Beglücken bietet, der du deine Tage in ödem, schroffen Egoismus hinbringstgeh', in dich und trinke ' aus dem Born der wahren Wonne! Kein Zaubertrank schmeckt so süß, wie der Kuß des Kindes. Da liegt es, däS Neugeborene, in sei ner göttlichen Nacktheit, der jüngste Sproß am großen Baum der Menschheit,und schreit.Jrgend ein Vater", der ungenannt bleiben will, nimmt es mir aus der Mitte meine Seele, wenn er ausruft: Himmlische Musik des ersten Schreiens, heilige Stimme des Seins, erste Silbe des Gedichtes eines Herzens, erster Akkord der Symphonie desLebens, Widerhall des schöpferischen Werde" ! ich grüße dich!" , Wenn man es zu ihm hinträgt, sieht der Vater das unbeholfene Thierchen befangm an. Die weise Frau schaukelt es eifrig in den Armen um es zu beruhigen. Wem sieht es ähnlich? Die Nase ist ganz der Vater", die Augen sind die der Mutter, versichert die wackere Dame. ' Das arme Tröpfchen gleicht aber noch nicht einmal sich selbst, so unvollkommen ist es. Die Großmama vergießt Irendenthränen. O, wenn das ihr Mann,der Vater ihres Sohnes, erlebt hätte! ES gibt doch kein vollkommenes Glück auf Erden! ' Auch die jungen Eltern rufen sich mit neuen Namen. Bisher war der Mann Pipi" und die Frau Mimi". Aus ersterem ist Papa", aus letzterem Mama" geworden. Der kosende, inhaltlose, seichte Vokal hat sich in einen tieferen, wärmeren Laut umgewandelt. Mit Thränen des Dankes und der Liebe in den Augen kniet Papa vor der bleichen Mama und druckt auf die herab, hängende weiße Hand einen heißen Kuß. Im matten Gesicht der jungen Mutter strahlt der sanfte Abglanz unauSsprechlicher Seligkeit. An ihrer Brust vh reizende, Ausnahme ! - schwelgt das Kleine, das ihm schier der Athem ausgeht. , Denn die heutige Frauengenera', tion betrachtet, als Büste", als bildhanerische Schonleit, , was die gütige Natur ihr zu einem höheren Zwecke an'S Herz gefügt hat. Weibliche Schönheit! Wer dich nicht erblickt hat in der jungen Mutter,,die ihr Kind säugt, der kennt dich nicht. ' Unsere seligste Frau, Madonna Nafael's, zeuge für mich! Süße Mutterbrust ! Tu nie durchdachtes, nie genug besungenes zauberhastes Geheimniß! Das Kind, das im tiessten Dunkel der Sinne noch unbehol-, sen . iimhcrtappt, erwachs wenn sein Köpfchen an der Brust ruht nach tun gen Stunden bereits zu dem Bewußtsein, daß dies hier sein Heim sei.' Erst quiekt es aus voller Kehle, klagt und ist ungeduldig, als ov von diesem ! Augenblick, das Leben abhmge und wenn es dann an der, süßen Milchquelle der Mutterliebe ruht, beeilt es sich nicht im Windelten. , ; . i , Das; Kind nimmt i alle Kräfte der Familie in Anspruch. Und gerade die heikle Zartheit. , die dem unverheiratheten, einsamen Manne unausstehlich ist, macht uns däS K iud so, theuer. . Was wäre das Aermste , ohne uns ?, , Seine Unbehslfenheit rührt uns ; was es von uns verlangt, ist mehr als Theilnahme, es ist Liebe. mcifH dv'ii;:Jii n . Wie viel ist in den vorauögegangenen Tagen und Nächten für d en k leinen Ankömmlina aeschueidert. genäht, gestrickt, aehäkelt worden! Oh müttterliche " L. V- , ',,. ..." , ,;. i J f , .i , i . . ' : Nun ist daS Kleine satt geworden. und weil sich dies mehrmals des Tages ereignet, so nimmt es zusehends zu. Es ist wahrhastig bereits stark gewachsen, und besinnt schon aufzumerken. Und jetzt W" wahrhaftig ! hat I es i lieblich das Mündchcn verzogenHM.So lieb ! Da sieh: das Puppchen hat gelächelt. Es war nur ein flüchtiger Schein, aber kein Zweifel, es war ein winziges, kleinwinziges Lächeln. Auf das erste Lächeln folgt der erste Tbränentropfen. Denn das Weinen mit dem es irt seinen ersten Tagen ,in die Welt bineinqreint, ist ! nur ein trokkenes Weinen. Aber wa- ihm jetzt im
Ä orjeyuiig. o ie jicy , Mil uns z , oezcyasngr, bevor wir. sind, und in ihrer Liebe uns früher das Dasein gibt, als die 9!atur!
Tugenwlnkel schimmert, ist schon ein "erster Thränentropfen, ein Theil von, Meere der Lebensbitterniß. Das Tröpfchen- ist kaum größer, als ein Stecknadelkopf. , Der Vater, küßt diese salzige kleine Perle weg: er trinkt dik erste Thräne seines Kindes. t Erstes Lächeln! Erste Thräne! Welche Ströme von Gefühlen entspringen aus ' diesen Quellen! - Es schläst. - Rings herum herrscht Stille.- Plötzlich schreit es laut auf. Doch man kann es nicht Schreien oder Seufzen nennen; es ift vielmehr ein feines Aufathmen oder dergleichen. So zwitschert' der Vogel im Schlaf. Auch sein Geist erwacht. Er, hat Alles bekommen, dessen er bedarf, und jetzt legt man es schon in sein Bettchen. Ja, Bettchen, und nicht Wiege. Die Herren Hygieniker versichern, das Schaukeln störe den Blutumlaus im kleinen Körper. Glücklicherweise behalten di? Feen Recht: sie. wiegen das Kindlein ein und es gedeiht. Aber Mama schwört auf ihren HauZarzt, ö'rum liegt auch das Kind im Bettchen. Es liegt ruhig. Auf einmal ertönt ein gellender Laut und ein verzweifeltes, zum Ersticken schweres Schluchzen. Rasch nimmt man es auf, und der kleine Bösewicht schweigt und läßt sein Auge ruhig im Zimmer umherschweifen. Er wollte Gesellschaft. Aristoteles nennt den Menschen ein so ciales Thier und Wirklich sehnt sich auch der Säugling nach der menschlichen
Gejellichast. Selbst das gesundeste Kind ift krank: die rasche Entwicklung ' zieht ihm viele Leiden zu. Die Mutter schuent in solcher'Zeit nur ein Auge, und ihr Schlaf ? rt . " i . ' m jt ljl Nlazrs ais ein wacyer cyiummer, aus dem sie ein Seuner. ein leises Wimmern ihres Kindes aufschreckt. Ach, das kranke Kind ! Gibt es etwas, was das Herz schmerzlicher berührte? Es leidet, nnd weiß nicht, warum. Es thut ihm etwas weh, und es weiß nicht. was. Ich habe das theuere, schöne, kleine Söhnlein einer Mutter gekannt, das von der Divtheritis befallen wurde. er sechsjährige" Knabe grub seine kleine Hand in krampfhaftem Schmerz in den Arm der Mutter und bat sie dringend, sie möge ihn von den ersticken den Klammern befreien, die ihn würgen; sie werde schon sehen, wie ein artiges Bübchen er dann ' sein werde. ' Und Mutter und Vater mußten den Todeskämpf des 5rindes ohnmächtigen Händeringens ansehen. ! Die Mutter leidet viel; sie hat nie Ruhe. Die Pflege, die Erziehung des Kindes nimmt alle ihre Körper und Seelenkräste in Anspruch. Das kleinste Opfer, das sie bringt, ist das ihrer Frei' heit. Ist sie die Amme ihres Kindes, so fesselt das strenge Gebot der Ernahrung ilc an oie Wiege. , erinnere ich mich an ein reizendes Bildchen, das ich in Havre gesehen habe. Die Brust m das tief ausgeschnittene Mieder zurückdrängend, ' beugt die zum Ball gerüstete junge Mutter M über das kleine Bebe und ruft dem kleinen, satten Mew er. r ... i r imen, ,ym mir oem oereiis im Hanv' , schuh steckenden Finger drohend, zul Ich hoffe, mem kleiner Tyrann, Sii werden aestatten, daß petito marnsn sich im Saale dreimal herumdrehe, dan bin in wieder ganz die Ihrige!" Der Vater, welcher seinen Bern außer dem Hause hat und daher dal Kind seltener sieht, entdeckt an ihm, se oft er heimkommt, etwas Neues : eineo i Fortschritt oder eine Veränderung. DaZ lallende Baby hat heute zum erster Male den artikuhrten ' Laut a verneh men lassen, den ersten von den sechsund zwanzig, aus welchen die Menschlichl Sprache besteht, die Alles umfäßt. waZ die Menschheit von Homer bis Sha?2' speare, , von Moses bis Darwin gefühll und gedacht hat. Von diesem Augen blicke an ist die Seele des K indes mit der Seele der Welt zusammengeschlossen. Nach dem eriten Lächeln, der ersten Thräne und ' dem ' ersten articulirten Laute kommt der erste Blutstropfen. Das Kleine müsse geimpft werden. Wit beklommen ist die Mama, wenn sie des sen fettes. Weines Aermchen dem Arzt hinhält.' Ein kleiner Stich und daZ rothe,' warme Blut Blut von ihren! Blute quillt in einem dicken Tropfen W -1-1.1., ' , , i s , yeraus. 1 Das K ind nimmt so rasch an Verstand zn, daß ' es heute wahrscheinlich auch schon gegähnt hat. Das Gähnen ist nämlich das stärkste Kriterium der Urtheilskraft7 ' DäS' Gähnen ist nichtZ anderes) als der Hunger des Geistes j das Kleine langweilt sich und sperrt den Mund weit auft Es erinnert damit sehr an. das kleine Vöglein im Nest, wenn es den Schnabel ausspannt. Auch sonst erinnert das Kind an die Vögel, denn es erwacht mit der Wachtel, mit der Schwalbe, fo wie es zu tagen an fängt " . Vogclgezwitscher, K inderlallen wie lieblich begrüßt ihr den Mo?gen! ? ; "T - : : Matt vom Wachen, versinkt die Mutter in einen i schweren Morgcnschlaf ; doch das Baby liegt schon mit offenen Augen da. Welch' liedlicher Anblick ist das Erwachen des Kindes! Es streckt sich, greift mit den kleinen. Händchen in'S Nichts hinans und strampelt mit den runden Füßchen so gewaltig, bis es sich die i Decke? glücklich vom Leibe geschafft hat. Nur, daß eS nicht davonfliegt so guter Laune ist es! Und MS.könmeeS, Seine Beinchcn tragen es ja noch nicht! Versieht Ihr nnn, warum man die En gelein ohne 7üße, nur mit Flügeln ab' bildet ?il!:fe Inzwischen ist die Mama erwacht und bebt das lustige kleine Ding zu . sich herauf und schaut ihm in'S Auge. ' Das Auge des Kindes ! ES ist klarer und tiefer, als das Meerauqe" der Tatra. Die sich loslösenden Geheimnisse seines erwachenden Verstandes, einer sich kla renden Seele leuchten unö daraus ent gegen. Das Auge eines 5ttndeS besitzt eine große Kraft. Ich erinnere mich der Aussage eines Mörders, der, nachdem er den naenden Vater weder gestochen hatte, vor dem unschuldigen
Blick des wehrlosen KindeS erschrak und das meuchlerische Messe? aus seiner blutigen Hand fallen ließ. j Das Kind, das ich küsse, ist ein kleiues Mädchen. Hab' ich es noch nicht gesagt? Aber wer denkt auch daran! Für die Eltern ist es genug, daß es ein Kind ist. Ihr habt vielleicht noch gar nie daran gedacht, wie poetisch, wie jungfräulich das Wort Find" ist! Es macht keinen Unterschied zwischen Kna den und Mädchen, sowie wir im zarten Alter der Kinder deren Unterscheidung auch äußerlich vermeiden. Man Neidet Knaben und Mädchen eine Zeit lang ganz gleich. Erst später stolz reißt vom Mädchen sich der Knabe". ' 'Die Frau wünscht gewöhnlich, bag das Erstgeborene ein Knabe sei. Sie möchte den eitlen Vater verpflichten, denn Jeder fürchtet, 'es könnte in ihm das ausgezeichnete Geschlecht der Müller" oder das mächtige Geschlecht der Lehmann" aussterben. Und doch hat Papa noch drei jüngere Brüder, und sein älterer Bruder hat vier Benzes, vie alle schon in die Schule gehen. Es gibt auch solche Frauen, die wünschen, datz das erste Kind ein Mädchen sei. Eine solche Mama hat sehr früh gchcirathet und sieht in ihrem 5linde die noch.nicht vollständig verwundene Puppe,' sie wünscht sich ein Mädchen, um es nach Herzenslust ankleiden zu können. Heute ist der große Tag, wo mau das Kind zum ersten Male der Welt borstellt. Die junge Mutter sieht alle Kinder auf der Gasse an. Vordem hat sie sie gar nicht bemerkt; jetzt ist es, als ob sie ihr's angethan hatten. Besonders die Kleinen, die mit dem ihren von gleichem Alter sind, hält sie auf der Saffe qü. Sie prüst, vergleicht, fragt die Amme aus und sieht sich verstohlen den Schnitt des Kindermantels an.
Wie viele Kinder gibt es doch auf der ist etwas Heiliges, Gottliches in der Mutterliebe, das sich auf alle Kinder erstreckt. Das Kleine ist von der freien Lust betäubt und schläft tief. ES thut ihrem.. Herzen wohh wenn die Augen der Menschen an ihm hasten bleiben und' die Vorübergehenden sagen: Ern schönes Kind!" Schon! Was heißt schon"? Für welche Mutter ist ihr Kind nicht schön? Die Genugthuung, daß es ihr gehört, der Stolz, daß es lebt, sich beivegt, verschönen ihr Kind auch wenn es sonst em häßlicher Balg" ist, wie eine neidische, kinderlose Freundin" behauptet. Gestern ist ihm der erste Zahn hervorgekommen. Ein kleines, weißes, blinjendeS Zähnchen. Wenn das Kindchen lacht, so sieht das Zähnchen in sei' nem Munde aus, wie ein Maiblümchen zwischen Rosen deklamirt der poetische Papa. Man sagt, daS Mädchen gehöre dem Vater, der Knabe der Mutter. Die ältern itreiten auch miteinander, wem von ihnen das Kind am meisten gleiche und buchstabiren aus dem Gesichte die charakteristischen Zuge grundlich heraus. Jede der beiden Parteien schreibt sie sich zu.- Kind, du süßes Mysterium, du gehörst Beiden an! Es izt em reizen ber Anblick, wenn das kleine Mädchen mit seinen Armen den Hals des VaterS umschlingt, und nach Jahren, wenn eS rwachien, der Vater der Ritter seine? . Tochter isl Entzückend aber ist der übermüthige Knabe auf dem Schoo Kö der Mutter, und wenn er nach Jahrew der Beschützer seiner ergrauenden, vielleicht vcrwlttweten Mutter ist,, fo erhebt. uns der Anblick. Und nichts ist ergreifender in Gegen satz zwischen Mann und Weib,, als wenw n un Bilde des Sohnes und der Mut-: ter versöhnt' erscheint. O himmlischer', . ' ii , ' fcioiz, mir oem otc kurier aus oen ge? eierten Mann blickt, der ihr Sohn ist ! Jeder Eezchlechts-UnterichleÄ ist verschwunden, der ..Sohn sucht in seiner; i fi- w L7 1 :.,.. ' Denn mchr meyr oas Weis, lonoern: dasJdeal, das ihm so nah .doch so fern ist, wie die 'Unsichtbare Gottheit! so ' schließt em Vater" seine über dasKind geschriebenen Tageduch-Aufzeich?: uungen.. , . i, i, " , Das Baby anschauend, schmieden Ja; er und Mutter taufend, Zukunstsplanch Wenn ich ihr schon tes Haar mit Bändern werde ein flechten können!... ch Wenn ihm schon der Schnurröart wachsen wird!" So die Mutter., , , . , , ,,, I .! '! I , i- ' ! !, : i:i T i Wenn ich daran denke, daß meine kleine Tochter sich einmal in irgend einen Taugenichts verliebt und er sie aus dem elterlikden Hause fortnimmt! . . . . Wenn der Junge eiumal mit dem Dottor-Diplon nach Hause , kommt ! Wenn ich einmal seine Schulden bezah , len werde!" So der Vater. DaS Kind schließt sich immer enger an dieGesellschaft an. Aber ehe dasMädchen heiratsfähig wird, schätzt der Va ler sich glücklich, daß seine Tochter ihm schon die Pantoffel bringen kann. ' Und wer hätte das gedacht?! Das Kleine kann kaum gehen, und der Storch ist schon wieder auf das Haus herabge, flogeN. . , 5 ,, ,; Nun soll's wirklich : ein Junge wer den! , , -,f - . w-::!; l- ; -In sKr ie Ö e k v st e Das aglische Blatt f'THe ! Ecoionüst bringt eine sehr interessante Zusammen stellung der durch die letzten Kriege entstandenen Verluste an Menschen und GcIdS 750,000, im italienischen Kriege (1859 ) 45,000, im . schleswig - holsteinischen Kriege JOOO, im sudamerlkaniichen Bürgerkriege 50.000, im Bürgerkriege der)er'StaÄW.'MM).'im,Sne vom Jahre 18L 45,000 und im letzten deutsch-franzSsischen l Kriege Z 215,000. An Geld kostete der Krimkrieg 08,000 Millionen Mark, der italienische lkrieg 1200, der südamerikamfche Bürgerkrieg, S200, der nordamerikanifche ! Bürgerkrieg 18.800, der preußisH.Ssterreichifchs Krieg 1320 und der deutsch-französische Kriea ! 0.000 Millionen Mark. .
Welt! Das bemerkt sie erst, seitdem sie selbst eins hat. Und auch aus die: Binder Anderer blickt sie zärtlich. E
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