Indiana Tribüne, Volume 14, Number 126, Indianapolis, Marion County, 25 January 1891 — Page 2
Heinrich Schliemann. Der plötzliche Tod des durch seine Bahnbrechenden Ausgrabungen im Gebiete der Antike hochbedeutenden d'eub scheu Gelehrten Dr. Heinrich Schlie. mann hat eine schmerzliche Lücke in den Reihen der Alterthumssorsche, gerissen. Dr. SÄliemann war noch nicht ganz öS Jahre alt er war am 6. Januar 1822 zu Neu - Buckow in Mecklenburg geboren , alS ihn in Berlin der Tod ereilte.
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w. -ScÄM .Schliemann hat thatsächlich der For schunz eine ganz neue Welt eröffnet. Eeine AuZgrabugen in der Gegend deS oltcn MyZenS bewiesen das Vorhanden-, sein einer alten Cultur, welche die Grundlage der bomerischen bildet, und von welcher die gelehrte Welt bis dahin keine Ahnung gehabt. Der fabelhafte Goldreichthum dieser Königsgräber und der später- aufgefundenen Schatzkammer des Atreus bildet zugleich eine glänzende Nechtfertigunz deö Homer, in dessen Gesängen bekanntlich selbst die gewöhn, lichen Gerätschaften der Vornehmen aus gediegenem Golde hergestellt sind. Man hatte dies gewöhnlich als dichteriscke Freiheit" belächelt. Seine U Jahre lang (von 1570 bis 1887) in Kleinasien mit unermüdlicher. Geduld m der Gegend von Hsarzu sortgesetzten Ausgrabungen wurden durch glänzenden Ersolg gekrönt. Man ; batte bis. dahin häufig die Existenz des i alten Troja, des Schauplatzes der hometischen Jliade, angezweiselt. Ja, Gladstone war sogar so weit gegangen, den ganzen Kampf dcr Tnjaner und Griechen sür tut allegorisches Gedicht zu erklären, welches die Verwüstungen der wilden Bcrgwasser darstellen soll. Heintich Schliemann brachte nun bei seinen Ausgrabungen die Ueberreste nicht von einer Stadt, sondern von sechs Städten zu Tage, welche eine nach verändern auf den Trümmern der vorigen ausge-' baut waren. In dcn Resten der zweiten von unten, welche durch eine furchtbare Katastrophe untergegangen war und sich durch einen märchenhaften Reichthum an getriebenem Golde auszeichuete, erkannte Schliemann die Reste des alte Troja. Aljo auch hier hatte er die Ehre des alten Vaters Homer glänzend gerettet. Schliemann hatte bei seinen Ausgrabuugen mit dem Aberglauben, dem Frcmoenhaß, dem religiösen Fanatismus und vor Allem mit der schmutzigen Habsucht der verkommenen Syrier, der Bewohner Hiffarliks, unausgesetzt zu kämpfen. Durch bewunderswürdige Gefculd und durch seine kaufmännische Ge wandtheit im Umgange mit Menschen aller Rassen und Kulturstufen überwand er schließlich alle diele unüberwindlich scheinenden Hindernisse. Auch ermöglichte es ihm sein Reichthum, vielsach die Wahrheit des Leibspruchs Philipps von Makedonien zu erproben, daß namlich ein mit Gold belaoener Esel selbst über die höchsten Mauern der stärksten Festung zu steigen vermag. Seme Gattin, eine geborene Griechin eus edler Familie, war seine begeisterte Gefährtin und Gehilfin. Auch sie war gleich ihrem Gatten von Liebe und Begeisterung zur Antike beseelt. Schliernann war ein zweiter Winckelmann, dem er. wenn auch die äußeren Lebensfchiäsale beider Männer grundverschieden waren, seelisch eng verwandt war. Winckelmann hatte die griechische und römische Antike, aus ihrer Blüthezeit wieder zum Leben erweckt und sich um die geZamnite Kunst ein unendliches Verdienst erworben. SchNemann, wie Jener ein Sohn des nebligen Nordens, hatte schon von . früher Jugend die Schönheiten der homerischen Dichtung in sich aufgenommen, und schon damals erwachte das heiße Verlangen in ihm, die Neste des untergegangenen Troja aufzufinden. Mit einer Energie und Zähigkeit sonder gleichen bereitete er nttn Plan vor. Er ward Kaufmann, erwarb sich ein arones VermSqen und nur zu dem Zwecke, seinen lang und treu gehegten Plan ur Ausführung $n bringen. Tas ist ihm denn auch rn vollem Mane aelunaen. und wenn über Haupt Jemand vor seinem Tode glücklich zu preisen jst, so, ist es sicher Jener, welcher ein ideales Äiel. das er sich vor- . gesteckt, erreicht und seine Jugendträume : im vollsten VJIükc verwirklicht bat. . In Schliemann werden wir einen der wenigen ideal angelegten Menschen der ttuzeu m vcwunvern. Die. he iraths l u st i g e ! Mädchen m Haute-Vleune so, lesen wir in sranzvsizchen Blättern sieben n gewissen Tagen in Prozession nach , 1 Saint-Juuien les-(5ombeS, wo sie den heiligen Ee.ttopiuZ um einen guten Mann bitten. Inder Nähe der dort D iesindlichen Kirche ist ein Kreuz erricht Wittf dieses 'umwallen, sie in langem , Zuge, und Zuletzt bindet. jedes Mädchen Adärän sein li::!es StrumpZban Das Kreuz soll meistens von Strumpfbandern, so bedeck! sein, wß man lernn ein sreies Plätzchen daran findet. . .,, . . . :$ifB- Ein e ,E ntchu ldlgu ng. Pfarrer : Aber, Huberbäuerin, ich muß mich sehr wundern, Euer Mann kommt ja nicht zur Kirche ! Hat er denn seinen Glauben abgeschworen Bäuerin:, Ach nein, Herr Pfarrer, dös net, aber er schnarcht halt so lauU V
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Gesundheitspflege. Erfordernisse für dieKran' kenpflege.
Schwach und hilflos tritt der Mensch ln'S Dasein, schwach und hilflos auch streckt ihn die Krankheit aus's Lager. Gelähmt ist die Kraft deS Schaffens, die süße Freiheit in Gesangenschast, der laute Frohsinn der Familie in dnmpfen Mißmuth und stumme Sorge verwandelt. Glücklich Der, an dessen Lebensstatte, rastlos nach jeder seiner Mienen und Bewegungen spähend, das Auge der Liebe wacht. Ihr Ohr lauscht auf jedes Geräusch, ihre Hand waltet unablässig, um den Lechzenden zu erquicken, Schmerz und Pein von ihm zu scheuditn. Nur eine Svanne Zeit ia weilt der Arzt cm Krankenbett, aber die i Pflege umgibt es beständig. Daher bildet die Ärankenwartung eine hoch' Wichtige' und unentbehrliche Ergänumg des ärztlichen Veiraths. TaS Punktliche Einnehmen der Medizin allein thut es noch lange nicht. Um dem Wirken des Arztes den rechten Ersolg zu sickern, kommen noch viele andere Dinge in Betracht, als da sind: die geeignete j Beschaffenheit des Zimmers und seiner ? Luft, die, Lagerung. Bedeckung, Klei- 1 düng. Wäsche und Gcräthedes Kranken, die Obhut über Schlaf und Wachen, die Zubereitung seiner, Speisen und e tränke, die Gewandtheit in den Handreichungcn, die Abwehr von Störung und Unruh?, das sichere Verständnis; der ; ärztlichen Vorzchnstcn, Umsicht und unerfchrockenhcit, Geduld und Sanstmuth der nächsten Umgebungen. Hn der Krankenpflege gibt es keine Kleinigkeit: selbst das Knarren einer Thürangel oder eines Stiefels, der Dampf einer Ciaarre, das Ticktack und Schlagen einer Uhr, das Summen einer Fliege kann den Schlaf unterbrechen, Unwillen und Aufregung hervorrufen, eine Krisis zerstören und dadurch Unbcil berbenübren. Umgekehrt mag eine zarte Auzmerlmmkeit, eine Blume, die ; der Erwachende am dem Bett findet. ' ... . ' . ... i eine wohlzubereitete, Appetit erweckende ' Suppe leicht höchst wobuyattg wirken. Die Gattin des Präsidenten James Garsield trug während seiner tod!lich:n Erkrankung fortwährend helle Kleider, um sein Auge zu ersreuen und sein Hofen zu beleben. j Zu den wichUasten Gegenständen der ! Krankenpflege gehört ein zweckmäßig eingerichtetes Krankenzimmer. Es ist eine alte Klage der Aerzte, tag schon in gefunden Tagen unter au? unserenZvohnräumen die Schlanimmer den Anforderunaen der Gesundheitsvfleae meist am t wenigsten entsprechen. Anstatt dazu , das izelllte und qeraumlaue der Gemacber xvt toMtn. verstecken wir uns mit unseren tkindern in die engste und dunkelste Kammer, wo die Sonne kaum hinblickt, die Lust stockt und sich mit den Ausdunstungen der Schlascnoen von- , saugt. 300 Liter Luft athmet ein Erwachsener in der Stunde aus, darunter 12 Liter Kobleniäure. Bekanntlich aber ist dies Gift ein wahres Lungengift, das so schnell wie möglich aus unserem Bereich fortgeschafft werden sollte. Wollen wir zede Ansammlung desselben in der Luftsäule, die wir cinathmen. verhüten, so dürfen wir vor Allem mit unserem Schlafraum, demjenigen, in dem wir mehr als ein Drittel unseres -r t ... ' V eoens zuonngen, niazi geizen, oeraeaenwartlaen wir uns stets, daß ein gesunder Erwachsener für seine Person wemgstenS 800 Kubilsuß Wohn räum, em Kranker aber deren, in Folge feiner erbeblich stärkeren Ausdünstungen, mehr als 10Y0 braucht! Zur dauernden Erhaltung einer guten Luzt rn bewobnten Räumen ist es nach v. Petten kofer nothwendig, daß auf die Menge, der dann von den Bewohnern ausge athmeten Luft in der gleichen Zeit das 200fache Maß srischer Lust in den Wohnraum einströme. Es leuchtet daber ein. dan beim Aus" brucü einer ernsten Krankbeit daS KranZenzimmer alsbald durch einen möglichst zeramaigen und durch Oessnung und Aeaenöfinuna leicht M lüftenden Theil der Wobnung verlegt werde, eine Nothwendigkeit, welche mit der zunehmenden rankenzahl sich selbstverständlich sie:zert. Im Sommer kann man die Fenster einer Krankenstube meistentheils Tag und Nacht offen lassen, vorauszesetzt, daß der Patient nicht unmittelbar vom Lustzug getroffen wird. Auch in der kühleren Jahreszeit ist ein mehraliges, möglichst stundenlanges Oe'ffnen der Fenster und zeitweise auch der Thür dringend zu empfehlen, besonders wenn mau während dessen, den Kranken in ein anderes Zimmer oringen kann. Geht das nicht an, so ist während der unumgänglichen Lüftung eine Schirmvand vor das Bett deS Kranken zu stellen. Luft und Licht, die Erhalter des Lebens, dürfen auch im Krankenzimmer Nicht fehlen! Nur keine Krankenstube nach Norden, wohin selbst am längsten Tage kaum em Sonnenzchimmer dringt! Vor blendenden Strahlen allerdings, muß das Auge durch grüne oder blaue Vorhänge geschützt werden.' Im übrigen aber ist die, vielverbreitete Ansicht', dajz es im Krankenzimmer pechschwarz sein müsse, arundsalsch. Wie sehnt sich , der Kranke nach dem Licht des Mort . ' . . , ' j . gensl Soll ihm Die endlose Nacht noch künstlich verlängert werden? Nur bei Leiden des Sehorgans und solchen, wo das Gehirn aufgeregt ist, soll man daö Zimmer angemeffen verdunkeln. Auch die Nacht darf des milden Lichtscheines nicht entbehren.,, Petroleumlamxen brennen entweder , zu hell, oder hauchen, wenn niedergefchraubt, schädliche Kohlendünste aus. Man hat fetzt Gestelle von Meterhohe, die einer spanischen Wand ähnlich sind und das Licht vortrefflich abhalten. Auch eignet sich ein Glas mit einem aus Oel schwimmenden : .Nachtlichtchen, neben welchem aber für alle Fälle eine Kerze und ein dunkler Lampenschirm bereit zu halten sind. '
Zum Weiteren erfordert die Kränkensiube eine vom Stratzenlärm möglichst entfernte 'Lage.!; Klavierpauker und Gelger werden um einstweilige gütige Bezwingung ihrer Kunsttiebe unter dem Versprechen der Gegenseitigkeit höflichst ersucht. Hunde sind au-s Haus und Hof nach Möglichkeit zu entfernen. Die Wohlthat, die jedem Gesunden durch Bewegung und Arbeit allmälig, zu Theil wird: ' der Schlaf, flieht das Äuge des Kranken. Die sanfte Hand der Pflegerin ist .doch nicht unmächtig, den zögernden Freund an das Bett des Kranken zu zaubern. Es herrsche um dasselbe eine tiefe Stille, Z Nachts !st ein fast vollständiges Dunkel, Ost ist eine schlechte Lage des Patienten die Ursache seiner Schlaflosigkeit, es drückt vielleicht eine Falte des Bettlakens, die Kissen liegen zu niedrig oder zu hoch, es quält irgend Etwas. Durch Aufmerksamkeit und Umsicht lassen sich' diese Uebelstände ; entdecken und oft beseitigen. ? ; Manchmal bringt ein Schluck krischen Wassers' oder etwas Selters, ein Täßchen Stftfch, ein kalter Umsch'ag auf die Stirn, ein Hydropath:scher um den Hinterkopf Ruhe. " Auch das Kapitel der Krankenvlsiten verdient noch eine besondere Erwähn nung. Um die Theilnahme an dem
Mißgeschick unseres Nächsten ist es ' gewiß eine schöne Sache. 'Aber nicht im mc? äußert sie sich in der rechten Weise. Darf ein Krankenzimmer - sich - in einen Taubenschlag Verwandelch wo liebe Freunde beständig ein-und ausgehen? Gar nicht selten streifen die Antheilsbe weise der guten Freunde und Freundinnen an empörende Granfamkeit. Anstatt dem Kranken Muth und Hoffnung zuzu sprechen, wissen Manche ihre Theilnahme nicht anders zu bestätigen, als daß' sie ihm geradezu den Tod'propheziren. Re densarten, wie Du hast nicht mehr viel auf der Mühlc",Du wirst's nicht mehr lange machen!" kann man auf dem Lande alle Tage zu hören bekommen. Schon um solchen Ausbrüchen von Unverstand und Rohheit zu begegnen, sollte man Niemand, m's Krankenzim wer lassen, bevor nicht der Arzt aus drücklich die Genehmigung dazu ertheilt hat. Die beste Erholung für den Kran ken ist die Langeweile. Eine, Aus nähme machen allenfalls äußeres ohne Fieber verlausende,,, Krankheiten, die einen Patienten kürzere oder längere Zeit an's Lager fesseln, wie z. B. Kno chenbrüche; hier dringt Gesellschaft , kei nen Nachtheil. Bel , ansteckenden Krank Heiken, als Typhus, Blattern, Schar lach, DiphthcritiS ist Vorsicht bei Bei fuchern schon im eigenen Interesse des Besuchers geboten. , Selbst bi. sichtlich eintretender Genesung nach schweren , Krankheiten kön nen Besuche Ausreguug Fieber und Nückfälle hervorbringen. Die Pflege rin weist daher theilnehmende Freundesschaareu lieber rund' ab, der .Krank wird es ihr danken. Die Freunde aber mögen es. sich gesagt sein' lassen, daß sie einen schwer krank, Gewesenen so spät, ss selten und so kurz als möglich besuchen, mcmals aber in der Abendzeit. Ppli tische Nachrichten, Bücher ündZeltuagen sind auch als Krankenbesuch? zu bebandeln; man genieße sie nur in der . vollsten Nekonvaleszenz, . und auch da nur die leichteste Waare, lee mcht aufrecht, and nur je ein halbes Stündchen Vorund Nachmittags! , L... , : rr - - Unsere Jndlanerpylizzi. Aus den Indianerreservationen ist eine Polizeimacht ausgebildet worden, ivelche aus auserlesenen und zuverlässizen Rothhäuten besteht. Dieselben tragen eine hübsche 1 kleidsame Unifoam äus qrauem Tuche und sind,, mit, den Waffen unserer , Cavallerieregimenter ausgerüstet. . Diese Polizisten haben einen schweren Dienst, da sie von . ihren Stammesgenossen als Verräther betrachtet werden. ES kommt auch in Friedenszeiten nicht selten vor, daß diese Polizisten niedergeschössen und skalpirt werden. In Kriegszeiten ist ihre Lage doppelt gefährdet, denn sie werden' dann als Späher und Wegweiser benutzt und sind deshalb weit mehr ' dem Feuere ihrer rachsüchtigen Stammesgenossen ausgesetzt, als die Trupven. Die IndianerPolizei hat der Regierung recht gute Dienste geleistet und sich in den meisten Fällen als zuverlässig , und pflichtgetreu erwiesen, i Aus diesem Grunde hat man den Vorschlag gemacht, eine irreguläre Cavallene, nach Art . der russischen Kosackenzchwadrouen, aus Rothhauten a reiruiireii. . , ,, :; ' Sl ch i ' in e in Fr an lein .ohne kann ich nicht ,, glücklich sein l.b Sie müssen die Meine werden Leben!" Thut mir leid, aber ich yeirathe nächstens." . Nun denn, nach Ihrer Scheidung Der Men sch pflegt erst dann leme Haare, wenn er kerne mehr hat. ;
WZH. ; l iij 5a -5sL im I vMl r & Mßß :
Der Schutt.
i Wie manche andere Poesie ist im mo oernen großstädtischen Leben auch .du des Schnees zum Theile verloren gegangen., Denn was in einer Schnee. landschast vor Allem anmuthet,-das fleckenlose Weiß und die eigenthümlichk Ruhe, welche unsere Sinne empfinden. wenn das weiche flaumige Element Alle? gleichförmig überzieht und eint allgemeine Harmonie über die Gesildt ausvreitet gerade das pflegt her rastloze Stadtverkehr stets sofort zu zcr stören. .Auch die Zeiten, da in unseren Städten im Winter lustiges Schlitten; geklingel ertönte, sind langst dahin. 'Die Straßen waren damals vorwiegend eng und in Winkeln gebrochen, also den thauenden Sonnenitrahlen weniger, zu gänglich. Es rasten serner nicht so viele Gefährte aus dem weißen Estrich dahin, wie heute, wo die durch die Reibung der. Wagenräder nnd die Tritte der zahllosen, .Passanten erzeugte Wärme hinreicht,' den Schnee oberflächlich zu schmelzen ' und ihm ' binnen wenigen Stunden ein mißsärblges Aussehen zu verleihen. Vor Mem aber hielt sich der Schn einst darum länaer,, weil man ihn eben j ruhig liegen lieg nnd wartete, bis ihn ä z r t e c r t oie iLonne zmelzcn wuroe, wayreno ei Heute stets sofort weg mun. Der Ttamway wegen' versetzt man sogar seine spärlichen Reste aUr dem Pflaster kümt' ltch Mittels Salzlv jungen in den Zustand des Thauen. So verwandelt sich das schönö Wein, kaum dag es at fallen, in ein löthmeer, und uur in den Gärten sowie auf den Dächern liegen - t ."!. r . regeu oes weisen eienrucyes- ian ger und bieten dem Naturfreunde Gele genheit zu Beobachtungen. Uebrigens gewahrt schon das Fallen des Schnees einigen Zeitvertreib, wenn inan sich z. B. , damit beschäftigt, die verschiedenen Formen der Flocken näher zu bctrachtcn. Wie bekannt, sind dieselben zuerst von dem im vorigen Jahrhunderte le benden Walfischfänger Seoresvy eingehender beschrieben und abaebildet worden. Scoresby fand, daß der Schnee in den Polarlandern m Allgemeinen von außerordentlich feiner Beschaffenhcit sei, und zwar um so feiner, bei je .. , . größerer öiüire er saur. , Auch Payer erzählt, daß bei Tempe raturen, welche das Quecksilber zum Erstarren brachten, die Lust über dem Pglarmeerc von einem ans feinsten Schnee krystallen gebildeten Nebel erfüllt qewe sen sei. Herrschte dann zugleich Wind, so gab es kein Kleidungsstück, welches dem Eindringen dieser Kryställcheit Widerstand geleistet hätte. Auf der Haut des Gesichtes brannten sie wie glühende Kohlen. Loch bemerkt Payer,' daß Schneestürme ln den eigentlichen Polar landern, die sich ja gerade durch Ruhe der Luzt, ost zogar durch unheimliche Grabesstille auseichueu, selten seien. Dagegen bilde:: die russischen, sibirischen und mongolischen Steppen Gebiete, wo die Schncestürme, dort Burane aenannt, häufig auftreten und ' wie der Samum ! der'Kabgr türmtet wprbpn rn nsf ! sibirisch-mongolischen Grenzgebiete zähl! -"""7-'"' . man ihrer in jedem Winterhalbjahr em Dutzend und der ruszizche Oberst Prze walski hatte auf seinen ForschungSzü gen durch Hochanen manchen zu bestem hen, der seine Karawane zu begraben drohte. Die Kraft ,ener Lustbewegungcn er klart Przewalski damit, daß die Burane zum Thell über Hochebenen dahmraien, welche die Seehohe der Ortlesjpitze ha ven! , Die Lmt ii dort schon sehr dunn und jm Winter wenig mit Wajserdampf lt - L - - f f ' V? - y- jr: . . . gezaiiigr; uiuo zemer muen vie scyneeflocken werdett, wie leicht erhellt, , wenn wan, sich vergegenwärtigt, wie derSchnee entsteht. Schnee, welcher tn großen Flocken fällt, ,st eS hauptsächlich, welcher Plastt zität, d. h. in größeren Massen Bieg Zamkeit und Zusammenhang besitzt und zu aucrtel zpezieucn Erscheinungen ÄN' laß gibt. So kommt es z. B. vor. daß w P. V rr r die Schneekruste, welche nach jedem Schneefall die Oberseiten der Banmäste bedecken, infolge Thauens sich theilweize ' -V ' . l aozenlen uno oie orm von wuirianoen annehmen. Trifft.es sich dann noch. daß Nachts Reis emsallt und zedes Ach chen und Zweigchen mit mattem Silber grau umkleidet, von welchem sich die m Jm j . ' . weisen (Vchneeguirtanoen avyeoen, so stehtder ganze Waiv wie von freund lichen Schnee-Elfen geschmückt aus. ' Eine andere, auf der Plastizität des Schnees beruhende, aber allerdings viel ellenere Erscheinung sind die fogenann !en Schneerollen. Sie entstehen zuwer im auf geneigten Feldern, 'wenn flau mger Schnee durch Windstöße Partien veise m Bewegung gesetzt wird. Dann bilden sich nämlich Schneewalzen, aus welchen während der Bewegung seitlich rZrUiianli4i sl 1rtit ,ss. ? siCi iiit(,rnut inuu juut-ji, uuu Jltyl aus, als ob sich der Wind den Spaß gemacht hätte,. Dämenmusse aus Schnee auszuwalzen. . Wie der englische Meteorologe eymours berichtet, hat man aus t.... i tJLL.. ..-V fi .-:JL. rrf .' . ' ven acc uuu xunnityc jjrincg Inseln schon solche Muffenrollen ge lkf,n. welcke 1 Meter Lanae unk 2. Meter im Durchmesser hatten! Das muß ' dann freilich ein interessanteres Phänomen gewesen sein, als der Schnee ttx- - -. IN unsren lrajzen, ver jitg vier mein von seiner ästhetisch schwächsten Seite zeigt, formlos, eine' Mesalliance mit dem Stratzenkoth, und selbst an geschützt ten Orten wie Garten' und Dächern rasch von Staub- und Rußtheilchen grau gefärbt. Daß diese Theilchen zu seiner rasche ren Schmelzung beitragen, ist erwiesen. Denn indem sie als dunkle Körper sich erwärmen, 'schmelzen sie den Schnee in ihrer Umgebung, ' sinken etwas ein und bilden Äanalchen. in denen das gebib dete Schmelzwasfcr zu Boden sickert Jede einige Tage alte Schneedecke sieht daher durch das Mikroskop betrachtet so zernagt Mnd-zerftessm Mondgebirge. Dasselbe ist nach etwas längerer Zeit' auch mit ' der Schneedecke . I r . t4 -T.'... - .... r im freien i.eiojr im vseoirgr oer au. Bon den,?lesten der Bäume, von den
Krautern der Alpmatteu und vom Ge stein selbst werden durch den Wind fort--wahrend Partikel abgerissen und aus den Schnee aetraaen. wo sie aufccr aüi
Schmelzung desselben auch zur v., - Ml rr r. " cm r c' : iuuiv vcc. orgoniiq.'.: . jcc cn oicnrn. welche den Schnee bevölkern. Weite Flächen deS irns der Gleb scher sind ost roth gefärbt von der eiw zelligen Alge Cforoocomis nivali welche zur Entstehung der Mär vom Blutregen Anlaß gegeben hat.' Auch der Gletschersioh ist ziemlich häusig, ir Abarten sogar auf dem Tiefland Zchnee. wo sein Auftreten von den Bauern noc ,f " tf1..L. . ... C !.-!. luiiiict üslyrn cruau lüiro, vag vu Schneewurmer" vom Himmel gezallev seien. - Wovon sich icne Tbiere wobl ist ben Schneewüsten' des - Hochgebirges, stun denweit entfernt von jeder Vcgetationsfläche, . ernähren mögen? fragten scho ,lkte, uno ein cijer aus Äcrlm er klärte, die kleinen Wesen seien erst durch die Touristen : auf die Gletscher verschleppt worden und nährten sich dort c jm r . i .. ' r von oer oeim dienen aogei.lrsie Schmiere der BeraickubeZ Sin Wir5 lichkeid besteht - natürlich ihre' Nahrung in den durch Winde aus den Schnee g tragenen organischen Staubresten melnyaro E. Petermann. Veinahe erkannt. 2.v:i WiiDame: Ach, ich habe garnicht gewubt, daß Sie reiten. Ich sah Sie gestern auf dem Reitwege neben der W2rnm0?rtSif vutvuui'W Herr ( verlegen): Um welche Htti denn? " ' Dame? Ungefähr vier Uhr munte es gewesen sein. Herr: (für sich): Gott sei Dank.' da saß ich noch oben! (laut): Ja, ich reite sehr viel! Appetitlich. Wt Wirth lauf dem Lande) : Ah, anä. dige Frau,die Zenzi kann ich Ihnen als beste Köchin mit gutem Gewissen emlisehlen. Fleißig ist die. Des Morgcns rammt sie sich mit emcr Hand die Haare, mn der andern knetet sie s Brod. Grande von Spanien. Eitt Correspondent schreibt: J$t sannt ist das Privilegium der spanischen Granden, in Gegenwart des Souveräns das Haupt zu bedecken. Das Pnvilegrum vaim aus oem lucuiciaiicr, uno t c mt !ii..n ' t in Don Carlos" lanr Miller gan; korrekt im dritten Akt in der siebenten Scene die Prinzen und Granden, da der König eintritt, die Hüte abnehmen und dann über Aufforderung des Königs wieder aussetzen nachdem dieser, wie das Scenarmm besagt, vorerst en Kreis der Versammelten überblickt hat, um sich überzeugen, dan lauter Prinzen und Granden erster Klasse zugegen sind. Es gibt nämlich drei Klanen von Granden; jene der ersten Klassen bedek ken sich noch, bevor sie der König angesprechen, jene der zweiten Klasse, nach dem sie der König angesprochen, und jene der dritten erst, wenn der Köniq geantwortet hat. Im Mittelalter wurden die Granden vielfach einfach rieb's kOmdres" (reiche Leute") genannt; jetzt soll es auch Granden geben, die zwar sehr lange Titel, aber sehr kurze " m Vi V . . t s i , eioveuiei aoen. ieynilcyes ou übrigens auch anderwärts vorkommen können. . .. Wenig bekannt durfte es sein, daß es in Oesterreich zum Theil noch aus der Zeit, da die Habsburger in Spanien herrschten, adelige Familien gibt, die die Grandezza", die Grandenwürde bezltzen, z. B. die Grasen Ättyzn, dann (aus ! späterer 'Zeit) die Metternich, dann die Fürsten v. Croy, v. Khevenhüller. Auch der verstorbene Graf Julius Andrassy war Grand von Spa nien; König Alsons hatte ihn dazu ernannt, und der einstige Minister hatte jedenfalls daS Aeußere sur seine Würde. Bei einigem guten Willen konnte man ihn sur einen Kastllianer halten." A u s R u a i n d e r SÄ we i i wird dem Hunde-Sport" berichtet, daß ..'- . i . . . Vi!. C 1 f.: on elN oorilger imoyncr eine ern hardinerhund in einer Viste wohlver- ' m '! :" ' '".!' ' i ' i , . r V; 1 packt einem Freunde nacy Vruei jchmle. Einige Tage nach der Ankunft war das Thier entlaufen, um nach 14 Tagen todtmüde und abgemagert, um Einlaß Winselnd, vor der Thür seines früheren Herrn in Zug anzukommen. Der treue Hund erlag aber, nach wenigen Tagen den Folgen der ausgestandenen Entbehrungen und Anstrengungen. Was ist in diesem Falle mehr zu bewundern, die Treue oder die erstaunliche OrientirungSgabe und die zähe Ausdauer des HnndeMWM WMm
",-. ÄSMX j&M?ifät& - 'jr&st&w&Js1 ' &f:a ss-,, -vvär sbi A'tt- L.-'T r 2AstA , A. MmmämK mrmA Pili ß M-'f Pilla'Xl JJäÄ: ' V-V-Cttte. fiy lw 'MÖ' mi , mfwfdi -mi4 itfafl & ts(?Ml wtJßw-0 wM && wf 9 wA ife'vAi Mm mm mm3 itel fc?f hflFV&$$t' l'bs-i rE m JP ' li fl l' Z -mm J E 1 - Tl nynMn ffe Mm
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, Wegen' thätlicher Beleidigung hattt sich jüngst in ' Berlin der Referendar Becker vor dem Schöffengericht zu der antworten. Der Anklage la eine im angenehme nächtliche Straßenscene zu Grunde. Eines Nachts im Anfange dieses Jahres befand sich der Regierungsbaumeister H. mit seiner Gattin und einer andern Dame in der PotSdamerstraße auf dem' Heimwege nach feiner in der Nollendorfstraße beleciknen Wohnung. In 'der Nähe der Pots damerbrücke verließ 'er die Damen aus einen Augenblick und begab sich in die .Vtttte des Dammes um nach der Pferde bahn Umschau zu halten, und als er wieder auf das Trottoir zurückkehrte,' theilte' ihm seme Gattin mit, daß sie soeben von ,eine:n jungen Herrn,, der mit Zwei Begleitern an ihr- vorüber gegangenem! pöbelhafter Weise beleidigt sei, indem derselbe mit seiner Hand ihr ins Gesicht gefaßt habe. ' ' ' ' .i'.--' Fran H. -eigle züalcich aus drei Hcr ren, welche , in z einiger Entfernung zu sehen tvaren, und , als Herr H. nun etwas laut sich über 'daS' unanständige Betragen beschwerte, drehte sich der Angeklagte herum, trat auf Herrn H. zu und stellte denselben, in sehr schneidiger Weize zur i Rede, indem , er ihm sehr energisch zu verstehen gab, dass Llese. t. isV . . . l-H f - f ' . i 1 rendar und Reserve-O inner sei und eut schieden bestreike, die Dame belästigt Zu haben. FranH. .glaubte sich aber nicht zu irren, daß sie in dem Angeklagten den Thäter wieder erkenne, und so erwiderte denn Baumeister H., daö er sich kaum denken könne, daß sein Gegner ReserveOfsicier sei, da sich ein solcher anders benehmen wurde. Herr H. wollte sich mit seinen Damen Zum Weitergehen wenden, der Angeklagte ging nnn aber mit ihm, belästigte ihn fortgesetzt, indem er seine Karte anbot, ihn beim Rockärmel faßte Md immer wieder Nachdruck darauf legte, daß er Nelerve-Ossicier bei den Dragonern sei. Um ihn los zu werden suchte Herr schließlich die Unterstützung eines Schuhmannspostens nach. Auf dem Wcge zur Wache machte Herr Baumcifter H. in Folge vielfacher Anzapfungen des Angeklagten nochmals die Bemerkung, daß er kaum daran glauben könne, einen Reserveosficier vor sich zu haben, und als Antwort erhielt er plötzlich einen wuchtigen Fausthicb gegen den Kopf, welcher die Hutkrempe zerstörte und eineblutende Stirnwupde zur Folge hatte. Der Augeklagte, welcher bchauptete, zwar etwas angetrunken, aber nicht betrunken gewesen zu sein, versicherte, daß von ihm eine Belästigung der Dame nicht ausgegangen, und der Ge richtshof hielt dies auch zum Mindesten nicht für erwiesen. Die Darstellung des Angeklagten wich auch stark von derjeni gen des Zeugen ab, namentlich behanptete er, durch Worte wie Frechheit", Lüge", sowie durch die Verweigerung der Karte seitens des Zeugen gereizt worden zu fein, was der Zeuge energisch bestritt. Schließlich äußerte sich der Angeklagte so, als wenn er von dem Ge sichtspunkte der Cavalierehre aus verpflichtet gewesen wäre, seinem Geg ner, ver ihn beleidigte, diesen Schlag zu versetzen. Staatsanwalt Benedix machte ihn darauf aufmerksam, daß ein tapseres Schlagen vor dem Feinde einen Ossicier gewiß ehre, daß aber weder ein Beamter noch ein Ostzcier durch eine Schlägerei auf der Straße seine Ehre wiederherstellen könne. Im Uebrigen war der Staatsanwalt der Meinung daß der Angeklagte, welcher auf dem Polizeibureau, den Schutzmann stets mit Herr Kamerad" angereder, doch wohl angezechter gewesen sein mag, als er selbst zugeben will, und er beantragte deshalb 100 Mark. Geldstrafe. Der Gerichtshof verürtheilte den Angrklag ten zu derjenigen Strafe, zu deren freiwilliger Zahlung sich derselbe bei seinen nachträglichen Veriöhnungs-Versuchen bereit erklärt hatte, nämlich zu S0 M., 5 Tagen Gefängniß. Die Bewegung der fliegenden Fische durch die Lust ist von Prosesior Möbius dahin erklärt wor den, daß dieselbe keine Flugbahn, sondern -eine Wurfbahn sei. Durch Zu sammenziehuAgen ihrer sehr starken Seitenrumpsmuskelfasern fahren jene Fische wjt großer Geschwindigkeit aus dem Wasier und die ausgespannten Brustflossen dienen , als Steuer und ! Schwebeplattcn. Die, Muskeln, der Brustflossen sind nach Ansicht von Profeffor Möbius nicht groß genug, um die Last des Körpers in die Lust zu erheben, denn ihr Gewicht beträgt nur 1132 der: ganzen Körperlast, während die Brustmuskeln der Vögel im Durch' schnitt 1Q und die der Fledermäuse 1113 der ganzen Körperlast betragen. Aus Gründ eines überaus reichen Beobacht l tungsmaterials kommt dagegen A. Seit) l, :"'t. '""'' t !t' L'.l'fti'.Nif:.:. zu vem iZ?rgeonie, oay oic Bruunoizen der Fische sich auch activ an dem Fluge betheiligen. Der fliegende Fisch, sagt Seitz, springt durch die Wirkung seiner Seitenmusculatur aus dem Wasser hervor und unterstützt diesen Sprung durch eine äußerst, Lebhafte Flatterbewegung, deren Umfang bei 0,m langen Flug ! fischen 10 bis 12m beträgt. Darnach , , ,i , . , .,: , . ' f :- i :v i weroen oie siugei in oer Vonzoniais IlrtXa it ftf " rVir- r3. fÄttfic ' ititb uuxyivtiuY w v, vuy uu iiji t t, etwas nach oben gerichtet und so erfolgt daS Durchstiegen des, absteigende Astes der äußerst lang gezogenen hlug- : Ll-:s:tJ -ji''iLi-t'' f m i l - : oayu oqnc eine Tcgcimaßige joeroegung NlirIw Heben der Flugbahn erfolgt, treten von neuem Flatterbewegunaen ' ein. Die Anzahl der Flosienschläae ist nach Seid b den verschiedenen Fischen verschieden, sie schwankt zwischen 10 und 30 in der !, Secunde. Die Fluggeschwindigkeit beträgt 7 14m, die längste Dauer deS Fluges war 18 Secunden, die kürzeste j nur ein Bruchtheil von einer Secunde.
Vor leere VSnktN.
, ChamberS Journal" erzahlt ein Reibe von Theater-Anekdoten, welche an den Erfahrungssatz anknüpfen, daß Theaterdirektören niemals eine Vor stellung absagen lassen und Schanspieler 'niemals schlecht spielen sollten, so lange ein Zuschauer vor dem Vorhang sitzt. Der berühmte Kean spielte zu Beginn seiner Carriere vor einem schlecht besetz' ten Hause aus übler Laune so erbarm lich wie möglich und war dann nicht wenig erschrocken, als er nachträglich er. fuhr, der Tircctor des hochangeschmen Drury Lane-Theaters sei anwesend ge. Wesen. Um ihn' spielen zu' sehen. Epwäi' .das für ihn eine Lehre, die er später ge treulich beherzigt hat. auchvor '-einem, spärlich besuchten' Hause' sein Bestes' zu geben. 1 . rt'X' ,i' 4 i rniä cacrcaoy ,n emcm engicycv Vrovinzialtheatcr sich für die Rolle des, Birginius ankleidete, trat der Director mit langem Gcsichkezn ihm und mcl. bete, daß das Haus ganz erbärmlich be sucht sei. ' SiNd 'sünf Personen da?" fragte der Tragöde., . Jci, fünf sind es schon-. Dann wollen wir ansän, gen ; wir haben kein Recht, enStvtzen Zu svielen." Und nach seiner eigenen Meinung hat Macread:, den Birginius selten dcszer gespielt, als vor einer Zu Hörerschaft, die er an den niictttfimni I . j. . V? , ., 'i, V Hand abzählen konnte. Ein anderer englischer Sch.:nip!cle, i berichtet, er habe einmal vor einer c::i Zigen Person gespielt. Das war.,sg', erzählt er. .auf den Sand:vichJnscln.,. Als der Vorhang aufging, war nur ein emzlger farbiger Gentleman anwcscd, der mit einem weißen Hute angethan, in einer der Logen faß. Auf die Bühne tretend, verbeugte ich mich vorihm, was er mit geziemender Würde erwiderte. Wir gaben ein drciaktiges Stück, das ich zu Ehrm des 'Auditoriums von, de, ersten bis zur letzten ccue diirchivielte. Nachdem der Vorhang zum letzten Male gefallen war, hielt 'ich mich für v. pflichtet, den einsamen Zuschau -r, dir x während der ganzen Äussührung bichi " gelächelt und sich nicht gerührt hatte' und noch immer in semer Loge saß, uns. zusuchen und ihm zu eröffnen, daß ' die Geschichte nnn zu Ende wäre. Er lächelte, drückte mir die Hand und fragte, wovon denn das Stück eigentlich gehandelt habe. Im Eholcra-Jahre creiIncte es " sich einmal im Pariser Odeon, daß nur em einziger Zuschauer erschienen war. Die Schauspieler weigerten sich, zu spielen und verlaugtey, daß deni Manne , sein Geld zurückerstattet, würde. Dieser aber bestand auf seinem Rechte, und bj er das Gesetz auf seiner Seite hatte, so mußte die Vorstellung wohl oder übe! ihren Anfang nehmen. Die Schzulpie ler rächten sich,. indem sie so jämmerlich wie möglich spielten, eine Zeit tanz licp der Zuschauer sich das gefallen, dann aber drückte er durch kräftiges Zischen und Pfeifen seine Mißbllllguua aus. ' t r. .ii. t . . " ' .hieraus uzne oer director nur gcwar. tet; er ließ den einsamen Gast durch die Polizei wegen Störung der' Vorfiel. nr t . . lung" mnauswelzen. Zuvorkommender handelte der Director einer amerikanischen Bühne in einem ähnlichen Falle. Er wandte sich an ei' nen seiner Schauspieler und beauitraate ihn. dem muthigen Theatergaste das be zahlte Eintrittsgeld zurückzugeben , und ' sjr.n.-. rtt .rir. . . , iyu un turnen uaigauje zu irattiren. Der Schauspieler führte seinen Auftraa ZU allseitiger Zufriedenheit ans ' und verliev semen Schützling erst, nachdem, er mehrere Flaschen Champagner mit ihm geleert hatte. Vor elncm Matrozen, der die Taschen voll Geld, nach Portsmouth zurückze kehrt war, spielte Stephen Kemble ein.' mal sür 30 Pfd. Sterling den ShakeZ. peare'schen Heinrich I V. Eine ähnliche! Geschichte erzählt der amerik. Schauspicldirector Foster wie folgt: .In Bucurus, O., saß ich in der Rcst'aura. tion, als ich in meiner Bchai.lichkeit von emem Fremden gesiort wurde, der mit dem Theaterzettel in der Haad eiutrcl und mich anredete: 'Sie geben heute Abend Alchard III.? ich habe das Stück noch niemals gesehen, kaun aber nicht so lange bleiben. Wie diel fordern Sie, wenn Sie mir allein heute Nachmittag Nichard lll. vorspielen? Ich glaubte, der Mann scherze und forderte auf radewohl $23. .Und wenn Sie den Ungeschliffenen Diamanten" dazu ge den?" Zehn Dollars mehr.- Zu , meiner Bestürzung zog mein Unbekannt? ter 33 Dollars hervor, legte sich vor , mich hin, bestimmte trocken, daß die Vorstellung Um 2 Uhr beginnen 'sollte jnnÄ verließ Wich. Als ich meiner Gesellschaft den erstaunlichen Handel mittheilte, den ich eingegangen war, machte er ihnen j so viel Spaß, daß sie mit dem besten Willen hon der Welt darauf eingingen. Punkt zwei Uhr erschien der Zujchauer und suchte sich den besten Platz aus, w?' be! er die Füße auf die Lehne, des vor . ihm befindlichen Sitzes legte und die Vorstellung begann. 1 Sie verlief zur vollen Zufriedenheit des Auditoriums, Welches' die 'Hauptdarsteller hervorrief und mit dem Zuge um L:45 die Stadr t c' :J ' i " " erllCB-; ' . --;-k ''-', Recht erheiternd klinat auch die Ant :' Wort, die der Leiter eines kleinen Lon doner Theaters einem Freunde ertheilte, als dieser sich darüber wunderte, daß der Direktor so verdrießlich über die be vorstehende Eröffnn italienischen Oper wäre. Jyr macht einander doch keine Coneurrenz " meinte er. i'ttxii der ' Director. , .Meine Gäste gehen freilich nicht in Ihrer Majepat Theater als Zuschauer, aber um den Zuschauern .Measchenu:?.:::"" mm ' !' -JT -ij,: , , , . ":,,,.' - ..,.rll!lli. -'TliäS1 'llil. i.i I' !M ';,p; und beliebte Hofschauspieler, gab den Bettelstudenten. Als er bei der Gei fterbeschvörnngsscene theils um' sich, selbst, theils um die Umstehenden einen; Lrers zu ziehen hatte, zog er auch einenum den Souffleurkasten mit den Worten :' .Wenndiesen der TeuZU holtc, so waren laix OTetrlrtBl!:.;:,.-- : ;
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