Indiana Tribüne, Volume 14, Number 112, Indianapolis, Marion County, 11 January 1891 — Page 7
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Nuvolf Bss JUu Skk,rt. . ES ist ein e!gentlzümllcher LebenZ gang, den .dieser bekannte Gelehrte durchgemacht hat. Geboren in einem romantischen Gebirgslhale der oberen Steiermark. fühlte er. sich schon frühzeitig mächtig von den Naturschönheiten seines HeimachZortes angezogen. Angeleitet von seinem Äater, der d?n kaum fünf-, jährigen Knaben häufig auf seinen Geschäftsniegen itt die prächtige GebirgZlandfchafk der Umgebung mitnahm ihn aus die CchSnheit des Waldes, die Thiern?elt. den Sonnenaufgang, von. hohen Beraesspitzen beobachtet, aufmerksam machte, lernte er bald, ein Js-Lf a .1, l cylmes rzuge zu yaven aus aues, was ihn umgab, in Feld und Flur. Diese Wanderungen wurden nicht sellen früh Morgens angetreten, wenn die Sterne noch am Himmel standen, und so .fanden auch hervorragende Sternbilder und ab und zu fallende Sternschnuppen eifrige Beachtung. In dem ersten Jahre seines Schulbesuches war es daher auch eine seiner LieblingsbeschLftigungen geworden, aus einem alten Planetenbuchc, Zas er in irgend einem Winkel des Hau!ses aufgefunden hatte, die Sternbilder abzuzeichnen oder aus einem alten Ka lender, wie sie in Steiermark be! dem lLandvotte angetroffen werden, die, Hei Zigenbilder mit dem zugehörigen Tages darum auszuschneiden. So war schon in Z)en ersten Lebensstadien die -spatere Berufsthätigkeit dieses Mannes gewis Dermaßen im Embryo angedeuftk, ob gleich inzwischen weit abführende Lödensweze eingeschlagen werden mußten. . Allerdings waren die ersten Auspicien für seinen künstigen Beruf keineswegs günstig. Abgesehen von der Armuth der Eltern, lag es auch gar nicht in den Traditionen der Bewohner jener Gesenden, ihre Kinder auf Studicnanstas ien zu schicken, und so war auch für den Vnaben nach Beendigung der Schulzeit die Erlernung eines Gewerbes in Au? sicht genommen. Wem der Zufall liebt es oft, ganz eigene Combinationen zu .schaffen. Es wurden zu jener Zeit von dem Benedictinerkloster St. Lamprecht für den täglichen Chordienst Sängerknaben gesucht, die bereits eine entspre chende musikalische Ausbildung, zugleich ober auch das nöthige Talent für den Gymnasialunterricht besaßen, der solchen tknaben als Entgelt für ihre Leistung? von den Mönchen ertheilt wurde. Di.'ft Zöglinge bildeten dann auch gewöhnlich den Nachwuchs, aus welchem sich der priesterliche Convent .dieses Klosterganzte. Der junge Falb wurde von seinen; Lehrer und Katecheten als dafür taug lich dem Stifte empfohlen und nach einer bestandenen Prüfung auch aufgenommeiu Damit . war ihm ein neuer Lebensweg, welcher ihm sonst sicherlich verschlissen geblieben wäre, eröffnet. Nachdem er für das Untertzymnasium vorbereitet war uud darauf in Klagenfurt das Qbergumnasium vollendet hatte, trat er, dem Wunsche seine? inzwischen verwittweten Mutter und Zvohl auch der eigenen Neigung entsprechend, nach vorzüglich bestandener Maturitätsprüfung als Novize in das Benedittiner-Kloster St. Lamprecht. ' Hier, inmitten einer wildromanti schen Bergesnatur, ideal angelegt durch iie Oberen des Stifts, dessen damaliger .Prälat ehemals al? Professor der Physik auf der Universität zu Jnn.sbruc! wirkte und dessen Prior nicht nur ein großer Liebhaber der Mathematik war sondern auch noch im hohen Greifen' !alter das Neue Testament im Urtexte las, fand Falb volle Gelegenheit, die ihm vom Vater eingepflanzte Geistesrichtunz zur weiteren Entfaltung zu bringen. Zunächst wurde nach dem Erscheinen des großen' Kometen von AOonati l858), . mit Hilfe der vom Prior des Klosters dargebotenen , populären Werke Mäklers in den freien stunden der Himmel studirt, Hum!doldt's Kosmos verschlungen, gleichzeitig aber auch das am Gymnasium begonnene Studium des Englischen. Französischen und Lateinischen nicht vernachlässigt. So verging das' Probejähr im lttoster. I Für die Uebung in den klassischen Sprachen war durch das ein Jähr später begonnene Fachstudium der Theologie gesorgt, wozu sich dann noch die orientalischen Sprachen gesellten, von zoclchen, außer dem Hebräischen, Falb Mmcntlich das arabische mit Eifer bctrieb. So vergingen drei , Jahre mit emsigem Studium, fachlichem sowohl als privatem, in welchem Falb sich vollstän' dig glücklich fühlte. Im dritten Jahre gab das Erscheinen des zweiten llometen von 1861 Veranlassung, mit einem Populären astronomischen Artikel über denselben auf publicistischem Felde die ersten Sporen zu verdienen. Nun aber trat das Schicksal mit eine: neuen Wendung hervor. Die Mutter theilte ihrem Sohn mit, daß sie sich wieder verehelichen würde. Das war eine . .Ueberraschung, auf die er nicht gefaßt war, un) die nun seinen Zukunksplänen eine andere Richtung gab. ' Er fühlte fortan ein mächtiges Band, das ihn an die Heimath fesselte, gelockert. . Er wolltt fort in die Fremde, fort als Missionär nach China. .. ' -', Nur ungern gab ihn der Prälat nach wiederholtem Abrathen frei, nach' dem er seine Aufnahme in das lles des misons etrangeres juf PanS, Rue de Bac 26, wo Weltpriester für die chinesische Mission eine vorzügliche Äus bildung erhalten, glücklich durchgesetzt ' hatte. Mit schwerem dankbaren Herzen wurde von tdm Stiftsgeistlichen, von dem schönen Klosterbaue und der Herrlichen 1 ! Landschaft Abschied genommen. Die Mutter sollte erst von Paris aus vom Plane erfahren. " ' , Alles war zur Abreise bereit 1 Nur eines fehlte noch: der Reisepaß is jenen Zeiten, es Ivar im Jahre 1SC1, ein nothwendiges Dokument. Der Statthalterei-Secretär in Graz war schon daran, ihn auszufertigen, als er nachdem Zwecke des Studium; in Sa
ns jragte,,ÜNd,machdem er ihn erfahren des damit verbundenen Austrittes aus dem Lsterreichischen Staatsverbanv wegen-dem jugendlichen, mm plötzlich militärpflichtig- gewordenen Studcnteu einfach den Paß verweigerte. Nun lag das ganze Zukunftsgebaudk in Trümmern. Um wenigstens sich die Möglichkeit des Wiederaufbaues für spätere 'Zeiten offen , zu halten, ging Falb, nicht mehr in das Kloster zurück, sondern ließ sich in das blschöfliche theologische Seminar Mr, Weltpriestcr in Gra.; aufnehmen Mnd setzte, Jort die' theologischen Studien fort. Er. wurde dann, noch vor Vollendung derselben im Jahre 180 zum Priester geweiht und dann als Koopcrator in emer Tors pfarre angestellt. Nachdem er so zwei Jahre verlebt und in feinen freien Stunden populäre Aufsätze aus oer Himnielskunde für einige Zeitschriften zu schreiben begonnen hatte, kam er an die Handelsakademie zn Graz als Pro fcssyr der Religion und deutschen Sprache. Als solcher war er auch u. S2L Lehrer von Rosegger und hatte hierGe legenheit, in die ersten Anfänge dieses so gewaltig emporgestiegenen Schriftstellers mit Rath und That fördernd einzugreifen. Von diesem seinen Schüler spricht. Falb stets im wärmsten Tone und mit Ausdrücken der größten Be? Wanderung, unterläßt es aber auch niemals, hinzuzufügen, das, was Rosegger überhaupt Anderen zu verdanken hatte, sich nur auf äußere Lebensfragen und auch nicht im Geringsten auf die innere Ausbildung desselben beziehe. Er sei Zeuge gewesen, daß Rosegger, als derselbe in die Akademie kam, bereits voll und ganz die Keime dessen in sich trug, was sich später so herrlich in ihm env saltete. Die Stelle an der Akademie, an tvel cher er auch die ersten populär-astronv' mischen Vorträge hielt, vertauschte Fall nach wetteren zwei Jahren mit der cineZ Erziehers in einer gräflichen Familie, die ihn schon nach drei Jahren in den Stand setzte, mit Hilfe einer lebend länglichen Pension " und dem Ertragt seiner literarischen Arbeiten ganz und voll von nun an seinen wissenschaftlichen Neigungen zu leben. Er hatts nämlilh ; inzwischen im Jahre 1868 die populäre Zeitschrist für Himmelskunde Sirius" gegründet, die er bis zur Abreise nach Südamerika (1877) redigirte, seit web cher Zeit sie von Dr. Herm. Klein fort, gesetzt wird. Die Zeitschrift erfreutt sich bald der Gunst des Publikums uni führte den Herausgeber selbst zur Aus stellung seiner Erdbebeutheorie. In Jahre 1869 erschien die erste Lieferung seines diesbezüglichen Werkes : Grund, zöge zu einer Theorie der Erdbeben un Vulksnausbrüche (52G S. Großoktav). In demselben Jahre übersiedelte Fall nach Prag, um dort sich aus der Universität vollständig für seine Lieblings fächer in der Naturwissenschast auSzu bilden. Er horte Astronomie (Horn stein), Physik (Mach) und höhere Ma thematik (Durege), deren ausgezeich nete Vertretunz lhn bestimmt hatte, gerade Prag auszuwählen. Indem war er mit Professor Mach von Gras saus persönlich befreundet. Aüßcrdenbetheiligte sich FalÄ hier-c f ig an X i astronomischen Planetenrecynungen de Sternwarte. Im Jahre 1871 ging Falb nach Wien, 'um am dortigen Polytechnikum bei Hochstcttcr Geologie zu hören, und trat dort zum Protestantismus über. Während der folgenden Jahre erschiene zahlreiche populär-wissenschastliche Auf. sähe desselben in den Wien-r Blättern. Die praktische Anwendung seiner Ero bebentheorien erfolgte zum ersten Mal bei dem Erdbeben von Belluno 1873. wo Falb sich zweimal an den Schauplah der Erschütterungen begab und die Pha sen der nachfolgenden Stoßreihe zutref send bestimmte. Im Jahre 1874 machte er auf einen nach seiner Theorie um der '27. gust zu erwartenden Ausbruc des Aetna aufmerksam und begab sich von der N. Fr. Pr." mit den nothigen Mitteln ausgerüstet, schon in den ersten Augusttagen nach Cotania. Noch vo; der Eruption wurde der Aetna zweimal bestiegen, das zweite Mal am 17. Aw gust, sogar Abstieg in den damals nocl nicht sehr tiefen Hauptkrater unternom men. Die Eruption, an welche Nie mand' in der Umgebung des Aetng glauben wollte, besonders nachdem am 20. August alle Zeichen der erwachende Thätigkeit des Feuerbcrges wieder veo schmunden waren, erfolgte doch plötzlich und mitgroßerHestigkeit am LS. Augusz und somtt war der Zweck der Reife er füllt,' die 'Theorie neuerdings bestätigt Diese erhielt hier aber eine weitere Aüs bildung durch die Beobachtung der zah5 reichen Erdstöße welche der Eruptior in den nächsten Tagen folgten, unl deren Falh an Ort und Stelle bis zun 4. September über 300 mitmachte Für eine neuerliche Steigerung dies Thätigkeit war nach der Theorie der 2ö. September bestimmt worden, was auck mit großer Scharfe' zutraf. In dei diesbezüglichen Abhandlung, welche h Falb's Buch Gedanken und Studier über den Vulkanismus" (Graz, 1875. 320 S.) erschienen, ist auch die wahr schcinliche, Richtung genau ' angedeute: worden, welche bei der nächsten Eruptiv, ' !! 4 gif H ' :, , . ,' , "i T. ,' J die Eruptionsspalte nehmen werde, unl dle.pe'ÄuchtbatftchlichLeZdnkelbei (1879) genommen ha : ' & " ' ' ' Nach den Beobachtungen,- die Fall 1374 am - Aetna machte, und mit Her anz:ehung eines großen Materials vor ausgegangener Beobachtungen gab t nun seiner Theorie endgiltig folgende Form: Durch den : Erkaltungsprocej der im Erdinnern vorhandenen Lager masse werden in unterirdischen Spalte! Gas- und Lager-Eruptionen. erzeugt welche, in ihrer Häufigkeit und Stärkt durch die flulhbildende ÄnziehungSkraf von Sonne und Mond periodisch beein lußt, die . übcrliegenden Schichten chüttern.j Erd beben) und wo sie du Erdrinde mit Wasser gesättigt finden durch dieses verstärkt bis an die Oberfläche derselbe gelangen (Vulkanäus hrüc - " u
m Winter 187 begann Falb, burä ein Magenleiden zur Ruhe' gezwungen, seine Vortrage über Himmelskunde und Erdbeben, welche er bisher nur in Gra und Wien gehalten, auch in den größer rcn Städten' Oesterreichs und Teutschlands und hatte. sich dadurch die Mög' lichkeit geschafft, im Juli' 1877 eine :, Studienreise , nach , den Erdbebcngegen , den Südamerikas zu unternehmen. ..E; besuchte Ehili. .Peru und Bolivien ( 1871880) kam 1880 ' über Pa'nöina, San Francisco (wo er ein hal bes Jahr am G elenkrhcum a! is mnZ darnjcdcrlag), 'St. Lonis und s)Ui Aork nach dreijähriger Abwesenheit lote der ,nach Europa zurück, wo er, '' uock lmAeSestsWlz' an den. Folgen des $,e lenkrheumatlsmus und an Augenentzündungcu leidend, gleichwohl litterarisch sehr productiv war, indem er 188j Von den Umwälzungen im Weltall" (Wien. Hartleben, 288 in 3. Aufl. 1800), 1882 : ..Sterne und Menschen(ebendaselbst, 47S S.). 1883 : Wett terbricfe" jlSU S., ebendaselbst), fco ner in demselben Jahre Das Land der Jnca und seine Vedcntung sür die llr geichichte der Sprache und Schrist" (Leipzig, Weber, 455 S.) verösscutlichte, in welchem letzteren Buche. dit .ersten Resultate seiner Studien über du 'Sprachen der Kitschua und Aimara' Indianer mit Bezug auf ihren Znsanr menhang mit den semitischen und aii schen Sprachen behandelte. Nachdem er im Jahre 183 1 sich mit Fräulein Petrina Edlen von Labitsch bürg, der Tochter cines höheren öfter reichifchen Staatsbeamten in Graz. verwählt hatte, lebte er in vollendeter Zurückgezogenheit in seinem Geburtsorte Obdach in Steiermark, wo seine zum zweiten Male verwittmete Mutter wohnteund arbeitete dort sechs Jahre an der Zusammenstellung und weiteren Entwickelung der sprachlichen Ergebnisse seiner amerikanischen Studien! Das diesbezügliche Manuscript ist jetzt be reits bis zu 4300 Folioseiren angewachsen. Im Winter 188485 würde er neuerdings durch Gelenkrheumatismus wieder auf ein halbes Jahr ans Bett gefesselt 1887 hüblicirte er: Das Wetter und der Mond- (Wien, Hartleben. 83 S.), 1883 mXt Andessvrachen Ä ihrem Zusammmhange mit dem sem' Aschen Sprachstamme- (Leipzig, Wilh. Fried., 83 S.). Inzwischen wurden zahlreiche Vortrage in sielen Städten Teutschlands und Oesterreichs gehalten. Seme Theorie hatte trotz vieler Gegner doch einen bedeutenden Anhang gewonneu, besonders durch die auffallenden Bestätigungen derselben gelegentlich der seither eingetretenen Erdbebenkatastrophen: 1880 Agram, 1885 Kindsberg besonders aber 1837 durch die Ereig nisse an der Riviera. . Dasselbe war der Fall mit seinen meteorologischen Theo ricn, zu welchen er durch Beobachtung der atmosphärischen Erscheinungen ' seit 186S gelangt war, indem es, ihm ansfiel, daß an den kritischen Tagen" im Winter nicht selten Gewitter eintreten ' und überhaupt 'Stürme und Nieder'' ' schlage an denselben in größerer Aus' dehnung stattfinden. Er erklärt diese Thatsache durch dit Annahme, daß an solchen Tagen eine größere Tendenz des Luftauftriebes durch die Fluthkräfte erzeugt werde, de: zufolge zunächst die Passatströmung be schleunig t, dann aber auch die Bildung von Lustwirbeln und . barometrischen Depressionen und der damit verbundenen Erscheinungen befördert werde. Jm Jahre 1837 übersiedelte Falb von Obdach nach Leipzig und im Herbste 1883 nach Berlin. ' Seit 1889 veröffentlicht er alljährlich seinen Kalender der kriti schen Tage". Falb'S Leben ist als eine ununter brochene Reche von Kämpfen zu oezeichnen. Zum Kampfe um das Dasein, der ihn, seit er seine geistliche Stellung aufgegeben, beständig in Anspruch nahm, gesellte sich der Kampf gegen fortwährende Krankheitsanfälle und als dritter im Bunde der Wissenschaft t liche Kampf, den er seit 22 Jahren gegen verschiedene Gegner zu bestehen hat. Doch er ist nicht umzubringen. Für all diese Widerwärtigkeiten entschädigt ihn, auszer der Genugthuung, welche er in seinen Studien findet, eine 'treue aufopfernde Gattin und eine kleine Schaar munterer Kmder, cic semen tolz und seine Freude bilden. Landeöverrathsproeek. In Genua ist kürzlich ein Landes verrathsproceß verhandelt w ord?n, der, obwohl vor einem italienischen GerichtsHofe gegen einen Italiener gerichtet, auch in Deutschland Interesse erregen wird. Hat doch die Vorgeschichte des Processes viel Aufsehen bewirkt und ist die Entdeckung des ' Verrathes überHaupt durch deutsche Beamte erfolgt. Angeklagt war der durch die Geniedirection in Genua angestellt ' gewesene Mastacchi, seine Stellung .dazu benutzt zu haben, an einen Deutschen, Namens Janzler, Plane der Küstenbesestigung ausgeliefert zu haben. Wie früher berichtet, war' die Affaire dadurch zu Tage gekommen daß ' Janzler dem deutschen Consul in Genua einige Plane angeboten hatte. . , Der, Consul hat, als ob er auf die Sache einginge, sandte jedoch die Pläne der deutschen Botschaft in Rom ein, welche ihrerseits sofort die italienische Regierung k in Kenntniß setzte und ihr die Pläne einhändigte, welches correcte.Verhalten damals nicht verfehlte, in Italien den besten Eindruck zu - machen. Kanzler mußte von dem Vorgehen des Eonsuls irgendwie Wind bekommen haben,' denn als die italienische Negierung ihn verhaften wollte, war er verschwunden.'" -'--y-- : ' ' Die angestellte ' Untersuchung erwies jedoch daß der Entflohene zu dem oben erwähnten Mastacchi in : Beziehungen gestanden habe, und , so wurde gegen diesen die Anklage auf Landesverrath erhoben. Obwohl den äußeren Um ständen nach die Sache für Mastaechi nicht qünstia erschien, da Kanzler im Hanse Mastacchi'S wohnte undIitin
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seine Behauptung, daß der Deutsche ihm die Zeichnungen gestohlen habe, mindestens das ordnungswidrige Aufbewah ren solcher, Pläne in seiner Privatwoh, nung feststellte, beharrte der Verhaftete dennoch auf richterlicher Entscheidung, als ihm kürzlich durch eine allgemeine Amnestie sür politische Verbrecher und Angeklagte Gelegenheit geboten war. ' ohne weiteres seine Freiheit zu erlangen. Im Laufe der Verhandlung traten etwa dreißig Zeugen auf, die größtentheils günstig für den Angeklagten aussagten Behufs der Vernehmung des deutschen Eonsuls wurden die Verhandlungen ans ejnige Zeit ' unterbrochen, und der Gerichtshof, die Geschworenen Mit in begrifft, begab sich in das Haus des Eonsuls Dieser sagte für Mnzler seh, ungünstig aus. indem er dessen Vergangenheit als eine anrüchig bezeichnete. Die Pläne habe der Entflohene ihm zum (Zeschenk angeboten, und er habe sie im Interesse der italienischen Regierung entgegengenommen, damit die Zeichnungen nicht in andere Hände fielen. Trotzdem die Staatsanwaltschaft die Verurthejlung Vcastarchi's verlangte, erfolgte dennoch seine Freisprechung aus Grund der Aussage einiger als SaHverständi' ger vernommenen höheren Osficiere, die das Unwesentliche der entwendeten Zeichnungen hervorhoben.
Neber die neue Heilmethode vcrichte an da bayerische Vaterland" rsn tinse? eigenen Dr. Sigl. , Was sann von Berlin Gutes kont men? Haben sie da in einigen total vcrpreußten Laboratorien eine Razzia auf sogenannte Bacillen angestellt, um sie auszurotten, nn' sie ehedem die bayerischen Reservatrechte ausgerottet haben. Wir kennen die Baeillen nicht persönlich, aber wenn man sie in Ber lin haßt, müssen sie jedenfalls liebe, gute, Dinger sein. Vor allen Dingen sind sie sehr klein, während ihr Vcrfolger, der sogenannte Professor" Koch ein ansgewachseüer Preuße ist. Er folgt einfach der Tradition seines Lan des, indem er als ein Großer über die Kleinen herfällt, die sich nicht wehren können. Daß Herr von Goßler dieses feige Verfahren in den Himmel hebt, wundert uns nicht; will wahrscheinlich Tuberkel-Minister werden: . .., Hat da ein reicher Berliner Israeli: eine Million Mark für ein Krankenhaus 'gestiftet. Die -alte Vordringlichkeit! Muß ein sehr böses Gewissen haben, dieser Mitbürger, wenn er uns durch solche Wohlthat Sand in die Augen itreuen will. Sind schon einige Patienten, welche bie Lymphe nicht vertragen konnten, an den Folgen der Injektion gestorbeit. In Berlin werden sie natürlich sagen, daß jene Patienten geheilt gestorben sind. Ist schließlich noch ein Glück, daß die Ersindung in Preußen gemacht wurde, und nicht in Bayern. Möchte mir mein liebes München nicht so vollhusten lassen! Jetzt strömen alle Kranken' nach Berlin, um Lymphe zu bekommen, wer am meisten zahlt, kriegt zuerst. Wer wird aber die vielen PortemonnaiS, die sich in Berlin ruinirt haben, von der Schwindsucht heilen? Habe schon gemeldet, daß die anged liche Wunder-Medicin aus Meerschwein, chen .hergestellt wird. Natürlich, so e:n preußischer Forscher hat immer mehr Schwein als Talent. . Wollte heut einen der Koch'schen As sistenten aussuchen Der eingebildete Mann wies mich aber ab und ließ mir durch den Famulus sagen, daß er gerade seine Verdienste um die Wissenschaft durch's Mikroskop betrachte. , Möchte gern zum Schluß eine Rechenaufgabe an-bayrische Patrioten stellen: wenn ein Tropfen Koch'scher Lvmph dreihundert Mark kostet, wie viel ist dann e!n Liter Münchener Löwenbräu werth? Und um wie viel gescheiter ist es, sich mit bayrischem Bier,' als mit preußischer Lymphe behandeln zu lassen.. 5 BerLustigeBs.") MSch'?Bögele set'k Scheint m'r d Sonn' zum Feanschter rei', Goht es Herz mir auf. iocht' bet Gott e Vögele sei'. Wär's au' nuh so klei', . Möchte Vögele tVl Scheint m'r d Sonn' zum Feanschter rei', Goht es Herz mir auf. - Mecht' bei Gott e Vögele sei' Bei deam helle Sonneschei'. Hei! wia wött Ijubilire, Mit mei'm G'fang dia Herze rühre. Wär's au' noh so klei', . - .. Möcht' e Vögele sei'l Scheint m'r d' Sonn' zum Feanschter .rei', . Goht es. Herz mir auf. sMöcht' bei Gott e Vögele sei' Und wenn's wär au' noh so klei', Lhät e herzigs Liadle singe, Des reacht warm zum G'müath that dringe. ' . . Wär's au' noh so klei', . Möcht' e Vögele sei'! ,, i . - . , Wozu er di e Büche, braucht. Student A.: Mensch, waZ hast Du hier sür eine Menge, schöner Bücher stehen Z Und doch wette ich, Tu nimmst niemals eins davon in die Hand.Stndent B.: , O doch, das that ich noch heute Morgen. Student A.: Was machtest Du denn? Student B.: Ich warf es einem ungestümen Gläubig ger an den, Kopf'..
uns wenn s war au noy o km. Hei' wia wött i Triller, schlage, Hell' mei Luscht in d' Welt 'naus trage.
' NuS dem LebenfeitteGCirfuK-! Künstlers. Die' Chroniken der alten Athleten und Akrobaten-Geschlechterfind überaus reich , an spannenden Abenteuern. Ans den Schicksalen solch einer Cirkusfamilie theilt Signor Saltarino im Artist", dem in Düsseldorf erscheinenden FachMatt ;i der , Cirkuskünstler, , mancherlei mit. Wohl nie haben deutsche Artisten" eine solch' ungeheure Beliebtheit erlangt, wie Rappo, Vater und Sohn: Frankreich hatte die Auriol's, Oesterreich, die Wünschbüttel's Deutschland Kolter und Knie Alle aber überstrahlte Karl Rappo, ' der berühmte Jongleur und Athlet, den die Dichter in unzähligen Sonetten besangen, der
als Held in, vielen Romanen glänzte.: il l . 1 . . fc. -ii 5t an nappo emziammie emem aoeucen Tiroler Geschlechte, in dem sich ,,elue ungeheure Körperkraft vererbt hätte.' Lange Zeit arbeitete der Künstler in' Rußland wo er große , Lorbeeren er-, rang. Im blutigsten Ernst aber zeigte er seine Riesenstärke bei? einem Abeni teuer im Simbirsker Wald, den er mit einem Theil seiner Truppe im Jahre 1834 dürchfuhr, in dem schon seit län gerer Zeit eine gesürchtete Räuberbande hauste. nf'f - Ganz unerwartet hatte sich dem Züge der Künstler untettvegs ein russischer Legationsrath, Herr von Blunowsky. angeschlossen, dessen Gunst sich Rappo in hohem Grade erworben, und der ihm deshalb aus Liebhaberei nach Simbirsk folgen wollte. Der Zug bestand nur aus drei .'Wagen, welche von russischen Kutschern gefahren wurden. Außer, Rappo und dem Herrn von Brunowsky, einem alten schwächlichen Herrn, besän den sich bei dem Zuge nur fünf Diener, sechs männliche Mitglieder der Gesell schast nnd mehrere Frauen und Kinder. Unter dem Wagen angekettet liefen süns Hunde, die Rappo sehr liebte. Ganz Unerwartet brach das Verhängniß her. ein. Es siel ein Schuß ein Pferd des ersten Wagens stürzte und versperrte den Weg. Drei riesige Kerle sprangen aus dem Dickicht, in den Handen ein starkes Tau, welches sie zu bei den Seiten des Weges an Bäumen ' befestigten; an ein Entkommen war nicht zudenken. -' l I wachsten Augenblicke stürzte aus Gebüschen uud Gräben eine Scha wilder Gesellen. Herr von Brunowsky wurde sofort durch einen Säbelhieb kampfunfähig gemacht, .er sah den Ver lauf des GesechteS mit an und er war es, der von ihm dem russischen Kaiser eingehend .berichtete. Eine große Artzahl der Räuber warf sich auf Rappo. er schien verloren zu sein. Da flog aus dem Knäuel einer der Banditen, von einem Fußtritt des Athleten geschlcu dert, hoch in die Lust, dann schlug Rappo mit gewaltiger Anstrengung seine beiden Arme, die von den Räm bern gevackl waren, zusammen, dieKSpfe der beiden Kerle' fuhren krachend an ein, ander und Beide lagm mit zerschmettert tem Schädel am Boden. Entsetzt wichen die Andern einige Schritte zurück. Mi! jeder Hand ergriff nun der befreit Rappo eine Büchse der vor ihm liegen' den Banditen, er sah mit Freude, da$ auch seine Leute wacker kämpften, : und mit einem donnernden Hurrah seiner Stentorstimme fuhr er unter die An greiser, deren Köpfe er mit den beiden Büchsen in seinen Händen bearbeitete. Aber schon nach wenigen seiner wuchtigen Streiche - waren beide Waffen wie dürre Stäbe zerbrochen.'. Selbst bereits !aus mehreren leichten' Wunden blutend, 'entwand er einem ' der Räuber eine dritte Büchse, obgleich dieser sie erlauf'gab, nachdem sein Handgelenk gebrochen war, und von Neuem fuhr diese wie dit Keule des Herkules unter die Räuber. - Eben war auch die dritte Büchse zer splittert, da tönte ein gellendes HilfeVeschrei seiner Frau, der Ruf: Karl, 'Karl, zu Hilfe!" an sein Ohr. Wie ein iBlitz flog Rappos Auge nach jener Stelle: da , sah er sein tapferes Weib, jtln jüngstes Tochterchen auf dem linken Arme, mit dem rechten einen Knitte! '-schwingend, sich mit dem Muth der Verzweiflung gegen die andringenden Räu der vertheidigen. In der ungeheuersten Aufregung erbtickte er die Deichsel eines Wagens, dem man die Pferde genomMen hatte, und die .sich an einem Baumstamm vorbei streckte er. sprang' hin, packte sie mit beiven Händen, drückte sie gegen den Baum ein furchtbarer Ruck Md sie war zerbrochen. . Er, ergriff das abgebrochene Stück der Deichsel als Keule, und flog zur Rettung seiner Frau, seines Kindes herbei.' Aber aus dem Wege dorthin, so kurz ' er war, hemmte etwas 'Entsetzliches ' ' seinen Schritt.,, . Er sah, wie einer der Räuber seinem Töchterchcn auf dem Arme der Muttermit einem Säbelhiebe den Kopf spaltetet Wild ..schrie der unglückliche Vater auf, , wie rasend stürzte er auf die Mordgesellen, mit. der. einen Hand, ergriff er den Morder seines Kindes , und erwürgte .ihn, mit der .andern Hand schwang ; er die Keule zu unzähligen schmetternden , Hieben.' ',. Er hielt den Mörder" seines Kindes noch wie im Krampse fest, nachdem dieser bereits leblos in seiner Faust hiug. ' ' " ' .,,,,F - . . ,' ,.,. : i -,,Tr,!, Wer den wackeren Mann peksönlick gekannt, erinnert sich der Narben, mit denen Hand und Arm bedeckt waren: sie rührten von den Hieben her, welche di: Banditen des Simbirsker Waldes vergeblich darauf führten, nm ihren Genos. sen aus : dem Eisengriss dieser Faust zu befreien. Und doch neigte sich bei Uebermacht der Sieg zu. . Rappo wurdl von einem Räuber von hinten zu Boder. gerannt und nun stürzte sich Alles mit gezückten Messern auf den Daliegenden. Snü Untergang Jchifnflööt;Da';ge schah etwas , Merkwürdiges ! PEint dunkle Gestalt flog Lmit gewaltigem Satz über Rappo hin, eine zweite, dritte, vierte folgte man hörte ein heiseres Knurren, an den Kehlen der Banditen würgtM' zähnefletschend die wackeren, treuen Hunde, jeder vor Wuth ein enb fesselt Teufel. Die Räuber wichen entsetzt zurück, Rappo sprang auf, dei
i m r n.fy,t --m m Kampf begann von Neuem, die noch ckampffähigen Gefährten Rappos fam 'melten sich um ihn, die Hunde wütheten wie Tiger gegen die Hallunken der Kampf war entschieden, die Räuber flo hen in den Wald. Was kein Verstand der Verständigen sieht, das übet in Ein .fält ein kindlich Gemüth!" Francois Rappo,. der achtjährige Knabe, den ein Räuber einfach aus dem Wagen geschleudert hatte, war unter die Fuhrwerke gekrochen und hatte ' die Hunde losge? macht! . .
Graf Rvstovtschin. !! :'I!I:Ü'J I J Graf Fedor Rostoptschin, General-, Gouverneur von Moskau in dem Kriegsjähre von 1812, wurde einst von einer Dame um seine Denkwürdigkeiten angegaugen. Schon nach einer Stunde schickte er ihr eine Handschrift mit den Zeilen: "Jch habe: Jhren Wnnsch ler füllt. Hier sind meine Denkwürdigkeiten." Die Dame war nicht wenig erstaunt über den Umfang dieser Memoiren" sowohl, die in zehn. Minuten abgefaßt waren, wie über ihren Inhalt, der jedenfalls von geistiger Eigenart Zeugniß gab. Die Denkwürdigkeiten lauteten: Cap. 1.. Meine Geburt. Am 12. März 1765 ging ich aus' der Fmsternlv an das Tagesllcht hervor. Man maß mich, wog mich, taufte mich. Ich wurde geboren, ohne zu wissen warum, und meine Eltern dankten, ohne zu wissen wofür. Cap. 2. Meine Erziehung. Man lehrte mich alle mogli chen Dinge und Sprachen. Weil ich dreist und e:n Schwätzer war, galt ich zuweilen für einen Gelehrten. , Mein Kopf ist eine Bibliothek geworden, in der immer einzelne Bände fehlen und wozu ' ich den Schlüssel behalten habe. Eap. 3. Meine Leiden. Ich wurde durch die Lehrer, durch die Schneider, die mir zu enge Kleider machten, durch die Frauen, durch den Ehrgeiz, durch die Eigenliebe durch unnütze Reue, durch die Herrscher und die Erinnerungen geplagt. Cap. 4. Entbehrungen. jJch habe drei große Genüsse des MenHengescklechtes entbehrt, den Diebstahl rnc Feinschmecker und den Stolz. Cap. ö. ' Merkwürdige Epochen. , Im dreißigsten Jahre habe ich darauf Verzicht geleistet, zu tanzen, im vierzigsten, dem schonen Geschlecht zu gefallen, im fünfzigsten, der öffentlichen, Meinung !zu fröhnen, im sechzigsten, zu denken. siap. 6. MoraliHe Eigenschasten. Ich war eigensinnig wie ein Maulesel, lalls nisch wie - eine Kokette, lustig wie ein Kind, träge wie ein Murmelthier, tt)a tig wie Bonaparte, unv dies Alles nach Belieben. Cap. 7. Wichtiger Entschluß. Da iä) mich nie beherrschen .konnte, so ließ ich meiner Zunge freien Lanf und nahm die schlechte Gewohnheit an. laut zu denken. Dies verschaffte mir einige Genüsse und sehr viele Feinde Cap. ß. Was ich war, und was ich hätte werden können. Ich war sehr empfänglich für Freundschaft, für Vertrauen, und tväre ich im goldenen Zeit' alter, so würde ich vielleicht ein große: Mann gewesen., Cap. 9. Achiungswerthe Grundsätze. Ich bin nie in eine 'Heirath oder in eine Gevatterschaft verwickelt gewesen. Ich habe nie einen .Arzt oder , einen Koch empfohlen, folg" lich nie einen Angriff auf ein Leben ge)nacht. Cap. 10. Meine Neigungen. Sch war ein Freund von kleinen Gesell'schasten und Spazierritten in den Wald. Ich sah die Sonne gern, und iyr Unter gang stimmte mich oft traurig. In den Farben liebte ich das Blau, beim Essen Schsenfleisch mit Meerrettig, von den Getränken das frische Wasser, auf der Bühne das' Lustspiel und die Posse, bei 'den Männern und Weibern ein offenes 'und ausdrucksvolles Gesicht. Die Bück jligen beider Geschlechter übten einen 'unerklärlichen Reiz auf mich aus 'Cap. 11. Meine Abneigungen. Ich haßte die Dummen, , die Schurken und Zierern. Ich hatte Mitleid mit den geschminkten Männern und den genial ;icn Frauen, einen Abscheu vor .Ratten, Liqueuren, Metaphysik und Rhabarber, Angst vor der Justiz und vor wüthenden Hunden. Cap. 12. Analyse meines Lebens. Ich erwartete den Himmel furchtlos und geduldig.' Mein Leben ist ein schlechtes Spektakelstück gewesen, m welchem ich die Tyrannen, die Helden, die zärtlichen Väter, aber nie die Bedienten gespielt habe. Cap. 13. Erfolge? Zum Glück hänge ich 'nicht von den drei Personen ab, die Europa beherrschen. Da ich ziemlich reich' bin, den öffentlichen Angelegenheiten .den Rücken gewandt habe, und mich nicht viel um Musik kümmert so, brauche , ich! auch nicht, mit , Rothschild, Metternich und Rossini Ku Ferkehren.' jr , ,.''1. j ": . , ' : " ; " lFprq ra m m., , ,. , y, Man sagt, eS sei die Liebe blind, ; Ich sage- nein" fürwahr. Denn: wo die meisten Thaler sind, i 'Sieht stets die Liebe klar! ii " " m r Na P ole o n" 1. l i ebte Gei stesgegenwart und .schnelle Antwort. Eines Tages hielt er Musterung aus dem , Caroussel - Play. , , Sein Pferd bäumte, er , dem ühte sich, es zu bändi gen und hierbei siel ihm der. Hut vom Kopfe. Ein Lieutenant hob ihn auf, um ihn dem ,, Kaiser zu überreichen. Dank, Capitän! sagte jener zu ihm, indem er immer noch mit der )Beruhigung seines Pferdes beschäftigt war. In welchem Regiment?, Sire fragte der Lieutenant. Jetzt jah ihn der Kaiser erst genauer an und gab, da er seineft Mißgriff bemerkte, ' lächelnd zur Antwort : , , . Recht, in der Garde !" Wenige Tage darauf wurde das Patent für den neuen Ca ! E is d ' x icht ig tx Rich - ter. Amtsrichter: Also, Sie heißen Julie Müller? Zeugin: .Ja!" Amtsrichter? wie alt sind Sie? Zeugin: 25 Jahr'.Amtsrichter: So ! Jetzt n ach d c ra tc w üderiJhr rnucr Aasrarnt ge , . ' t . l nn min im ti nwmiAra . V IV VVV V.jVt .
t Für und wider deu Tadat. . Gott grüss Euch, Aller, schmeckt das Mfkn?
Mit dieser, in dem modernen Cirm larstil übersetzten Frage hat sich der i Redacteur der Deutschn? Tabak Zei t tung" an eine Anzahl hervorragender ; Zeitgenossen gewandt, um ihr Urtheil über den Tabaigcnuß zu erhalten - ' 1 Dlez . Mazontät ides, interviewte:, Nauchcollcgimns scheint ,mit .Ludwig Anzengnlber übereinzustimmen. d:r kurz und bündig erklärt: DaS Tabakrau chen ist ein abscheuliches i stänkerlgeZ La sier; welche Erkenntniß mich jedoch nicht abhält, dem Genutz der Cigarre leiden schaftlicb, besonders -beim Schreiben und i in müßigen Stunden zu fröhnen." In demselben Sinne äußern sich die meisten Dichter, welche ihr Veto für den Tabak , abgeben, so Aaumbach. Bauernfeld, Bo denstcdt, Tadn, Heyse, Ienfen, Gott fried Kcller. Conrad Ferdinand Wccyer,' Oscar v. Redwitz. RitterhauZ D s. w. Ein geradezu vernichtendes Urtheil aber fällt Frcnzcl: Jch sinde.idas Rauchen , wie. das Schnupfen gleich abscheulich. Und d Bois-Reymond denkt vom Ta. , bak wie Voltaire vom Kaffee, er ist ein ! Gisti aber ein langsames. . . .Ueber die Wirkung dieses - Giftesschreibt der berühmte Chirurg Pro Billroth z Die kolossale Zunahme der Nerven und Geisteskrankheiten steht zweifellos unter Anderem auch mit dem zur Gewohnheit gewordenen Alkoholund'.Tabakgenutz und Mwal mit dem bis zur Ueberreizung des Nervensystems getriebenen Mißbrauch mit diesen Gif-, ten in Verbindung." ' Prof. Harnack-Halle ist ebenfalls dtt Ansicht, , daß etwaige Vortheile des Rauchens von den Nachtheilen erheblich übertroffen werden. Dieser - Ansicht widerspricht das Gutachten des kürzlich verstorbenen Geheimrath Nutzbaum in München, der die günstige, erheiternde und belebende Wirkung deS Rauchens auf das Gehirn schätzte. Ja, dtt Professor der Augenheilkunde an der Universität Breslau, Dr. MagnuS, ge' siebt dfrn Tstbafrauch neben seinen Ion stigen Vorzügen euch noch eine desinft. zirenbe Wirkung auf die Mundhohle zu. ' Leider muß sich der berühmte Vota. niker Professor, Ferdinand Cohn in Breslau der Abstimmung über den Werth der Tabakpflanze enthalten, erch Nichtraucher und sem Urtheil hätte nicht mehr Werth, als das deS Blinden über die Farben, oder elneS Temperenz. mkcnnes über die - Vorzüge des Löwen bräu vor dem Spatenbräu." . Kurz und bündig urtheilt Professor C. Liman Berlin: Wem es schmeckt und bekommt, der mag rauchen." Ueber diesen Ausspruch konnke man füglich auch den Namen Ludwig' Bam bergers (em sehr überzeugter und dankbarer Raucher"), des Professors I. Lazarus (raucht gern und mit Genuß")und des Professors Fr. A. Leo setzen, der den Glimmstengel sogar mit eiuem Citat aus Shakespeare feiert 1 Paul Lindau ist ein starker, CigarettM' raucher, Frizos stellt der Cigarre ein glänzendes 'Wohlverhaltungszeugniß aus, und Mauthner gesteht sogar: -.Wenn ich nicht rauche, mag ich über Haupt nicht denken." Max Nordau ist Nichtraucher, Julius Grosse ist durch ein ' Mageuleiden zur Einstellung des Rauchens gezwungen worden. Max Ring. Adolf Streckfuß sind passionirte Ramher; Georg Ebers zählt den Ta bak zii den edelsten Gaben, die eine gütige Gottheit den menschlichen oder besser den männlichen , Sinnen be scheerte." Prozessor Heinrich Ehrlich ist keln leidenschaftliches aber ein schwelgerischer Raucher, dem nur die besten Cigarren anstehen". Hans v. Bülow nennt den Rauch, eine der erquicklichsteu Oasen in der irdischen Sandwirbelwüste-. Professor August Wilhelm? schreibt: Mag auch des Tabaks Uebermaß M So schädlich sein, wie das des WeineS; Wer hegt des Uebermaßes Maß, Versage sich von beiden keines!, , .. Johann Strauß in Wien, , k. k. Hof ball-Musikdirektor, raucht' täglich mit besonderer Vorliebe sechs bis sieben Pfeifen Vormittags bei der Arbeit. Der bekannte Forschungsreisende Dr. Paul Güßfeldt raucht nur. weil es ihm Spatz macht ; der Asrikareisende Dr. I. aaowÄerlin zäblt zu den Nicktrau chern. ' Professor Vambery Budapest,' der Verfasser der Sittenbilder aus dem Morgenlaude, lobt die Wasserpfeife ! ; Mit drastischer Kürzel weicht Pro Franz v. Defrcgger jedem Bekenntniß aus: ist nur Sonntagsraucher," lautet die Antwort!' Die Professoren Wilhelm Amberg, Ernst Körner und Fritz Werner re:en ein 1 kräftig Wort lein ' sür den Tabak; wie seine Modelle im zoologischm Garten über das Rauchen denken, schildert Paul M enerhelm in ergötzlicher Weise. " Da sind zunächst die gemeinen braunen -Bären ' wahre Enthusiasten. Bläst man ihnen i Tabakdampf gegen das Gitter, so kommen sie alle und rei' den sich Rücken und jlopf mit Inbrunst an dem Theil des Gitters, wo dcr Rauch durchzog. ' Es ist dies ein äußerst amusantes Schauspiel. Einem Löwen schür yg'"J':f- r1"" !i n..-". . ' tete ich, als er schllks, emmal nnt cineat Modellirholz eine tüchtige Prie in das Naslöch? Er richtete sich auf, nieste tüchtig urd 'legte sich wieder ans die Seite, lle Tiger, Hirsche. Lamas :c. fraßen leidcnschaltlich gern Schnupftabal sCtAArvf Ti .fn fiRÄ Cwtnarn ..v .M .!. .,. i ....r. ., wildes Lama) hatte ich mir dadurch zum Freunde gemacht, daß ich es öfter mit Schnupftabak gefüttert hatte. Einige Soldaten, die es später in meiner Ge (.iliVUll .iiijicu, mh vt iiiit.i ; . . r. ..i l'i:'"--e t (.Ai.1!.: mr m mt mr tfti nnM TtS t(ttlH rzplill j wiiiuui, uuciicu iui,uuw; DonnerwetterMinkt der nach Schnu tabak!" Auch große Paviane saugen den Tabaksdamvi beaicria ein u. s?w r ' " . . ... 'i . ' , ... - , i:i!'i(i''"J:,',i jii;ii'iiiiJinui!i.!i; C3TT"' 1 ü iisrf" ES gre vt Leute, vre szch gern Esel nennen, nur n Andern das Wort abzuschneiden.
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