Indiana Tribüne, Volume 14, Number 112, Indianapolis, Marion County, 11 January 1891 — Page 6

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Trknkdrf Fortschritte. Vss J. VB LuVaffq. Wer zuviel vZM Effett spricht, wird Zeicht für eine sinnliche, rohe, am Stoffkiche.it hüngende Natut gehalten. Anders verhält es sich mit dem Trinken; von diesem zu reden tat Niemand abträglich sein. .Die Dichter aller Volk preisen neben der Liebe den Wein. Sie besingen -das H,ldeste, das des Menschen Brust bewegen mag, in Gleichnissen, die oft aus dem Reiche der Venus in das des Bacchus hinübergreifen. Des Poeten Auge trinkt das belebende Licht, der LiebeZbeglückte trinkt die Blicke der Erwählten, er trinkt den Duft ihres AthenlS, er trinkt ihren heißen Kuß, und Athem, BUck und Kuß. sie wirken berauschend. Wenn der Becher des Ge nusseö geleert ist, dann erwacht der Träumer aus dem beseligenden Taumel des Glücks, er fühlt sich ernüchtert, er beklagt es, daß er den Kelch des 2tV dens bis auf den Grund ausschlürfen muß, Zerknirscht greift er schließlich zur

envjenom Pyroe. 1 Alles wird somit getrunken: Licht, L iebe und Tod. S o war es wenigstens einmal. Und wie ist es heute? Jene Wenigen, welche gewöhnt sind, der Ent Wicklung des Schristtbums einige Aufnterksamkeit zu loidmen, werten bemerkt haben, daß seit einiger Zeit eine bemerkenswerthe Wandlung in demselben eingetreten ist: die Lyrik feiert oder sie wird verachtet: unsere Aera mag die. Liebe, mag den, Wein nicht mehr besingen und nicht mehr besingen hören. Hie und da geschieht es vielleicht, daß ein Schwärme? unversälschte Neigung beZ unverfälschtem, Rebensafte leben lassen möchte. Aber die Worte ersterben auf seineu Lippen, die fragwürdiges Naß befeuchtet hat. Ach, wir leben fürwahr in seltsame ageu : die Frauen schminken sich von ieher ihre Liebe ist trügerisch von jeher , aber nie, nie, seit Vater Noah den Wein erfunden, ward die Fälschung des belebenden Truukes so planmäßig, so ruchlos, so durchdacht betrieben wie jetzt. Alle Mittel, über welche die Wissenschaft verfügt, werden in Bewe flUNF gesetzt, die Chemie gibt ihre tiefsten Gclieimnisse preist sie stellt den frevlen WeinbrauksN die wundersamsten Stoffe zur Verfügung und Alles nur zu dem edlen Zwecke, daß dem Müden ein Trank kredenzt werde, der nach der Milch der Greife schmeckt, aber nie aus eine Nebe gequollen ist. In Luthers Tagen, da lautete noch das lebenslustige .Sprüchlein: Wer nicht liebt Wein, WoÄ und Gesang, der bleibt ein Narr sein Lebelang.- Das neunzehnte Jahrhundert hat an diesem Wahrworte eine Umdichtung vorgenommen, die den ttlang der Verse nur wenig, um so mehr aber deren Sinn verändert: War nicht liebt Wem, Weib und Gesang, der ist ein Narr aber er lebt lang." Die Fortschritte, welche bezüglich der Erzeugung des Trinkbaren gemacht werben, erhöhen die Trinkbarkeit selbst gezneiuiglich nur wenig ; sie sind geeignet, der Verballhornung, welcher Luther'S Caii ls nMttnftw nrtrStt vlVHiyillJH lUHUJUlJUV VVtVHlf MtMjt zu geben. Gefälschter Wein gleicht auch hierin den falschen Frauen, daß er geschminkt ist. Und wie einfachste unschuld!ge Schminke für das schöne Geschlecht der Saft der rothen Rübe, so ist die ev sachste und unschuldigste Schminke für den Wein der Saft der Heidelbeere. Lange hat man vergeblich versucht, die jeweilige Entdeckung dieses Färbemittels zu einer leichten und bequemen Ange legrnheit zu machen. Vergebens. Die Methoden, welche zu diesem Zwecke vorgeschlagen worden sind schienen von zweifelhaftem Werthe. Wahrend manche Stoffe durch ihr Verhalten im verdächilgen Weine auf Heidelbeersaft schließen Lasse, stellen- andere dieses Zeugniß wieder in Abrede. Medims, der im Heidelbeersast Mangan gefunden hat, SehaupM, daß man die Färbung des Weines mittels dieser Substanz leicht zu tarnen vermöge; . man brauche nur die Flüssigkeit abdampfen zu lassen und die Asche des Bodensatzes auf Mangan hin zu prüfen. Das ist ganz richtig. Aber dem schlauen Vorschlage ist doch ein Häkchen Zu eigen. . Wohl enthält der Heidelbeersast Mangan, aber nicht dieser Saft allein, so dern auch der der Nebe ; in jedem Wein kann der genannte Stoss gefunden wer? den; und wenn das Rebenblnt ab dampft, den Niederschlag röstet und die Asche analysirt, wenn man schließlich das Mangan in Händen halt, so vermag man 'hieraus doch nicht mit Sicherl,eit den Schluß zu ziehen, daß dies Mangan aus der Heidelbeere sei: es kann auch Mangan aus der Weinbeere sein. Dasselbe kann vom Nachweis der Qltronenzaure dekanpet werden, welsfceu Gantier und Andere empfohlen haben. Herz ist es gelungen, die beiden Stoffe, welche die Heidelbeere und den Wein rvtbuai färben, glücklich zu tren ncn. Bringt man seinen Darlegungen gemätz eine Brechweinstelnlösung in den Wein, so nimmt er eine kirschrothe Färbuua an. sofern er echt ist, ist er, aber mit Pflanzen saften gezärbt, so spielt er t,tA WintfKp it'l'UII t -jv "Da hätten wir dann einen großen Fortschritt gemacht; wir müssen nicht mebr, Heidelbeersast trinken, wenn wir uns einen guten Tag gönnen wol 'len: wir können uns mittelst eines einfachen Mittels, durch eine leichte

? 'grobe über die Eigenschaft des Tranj Les, der uns ergoßen und erheitern soll beruhigen. : I , Aber nein! Wir haben die Rechnung ohne den W'ith gemacht: der Fortschritt rast weiter, man arbeitet nicht mehr mit ' Heidelbeersast, das Anilin ist es, das uch hier der Industrie zu Hilfe kommt. , ftougQ de Bordeaux, Jö ponceau, la .iropcoline, la roccelllne, so Volltönende Namen führen die Farben, welche aus französischer, Hexenküche stammen. Diese ?lnilinschminken sind schwer nachzuweilen. lrmand Gautier behandelt die verdächtigen Weine mit tv.r Queck silberpräparate und , einer Kalilösnng, P' ' , i!':f $0-&- &h X1' m'''fiik :V

Auf diese Art wird' das Färbemittel niedergeschlagen, dann . wird es mit ! Schwefeläther in Verbindung gebracht, sörbt es den Aetzer so ist ' es Anilin. Dübrun ibt ein ändere kürzeres Ver fahren an, welches auch mittelst eines Quecksilberpräparates die Wahrheit, die reine und nnverfälfchte Wahrheit zu Tage fördern soll. Freilich, nur ein Chemiker, welcher im Stande ist, ; ein kleines Laboratorium mit sich zu süh ren, kann sich die Gewähr der Echtheit vom Wein, welchen er hinter die Binde gießen will, verschaffen. Für die anderen. die profanen Leute, welche mit der Wissenschaft auf nicht, so vertrautem Fuße stehen, genügt es, daß sie wissen, der Wein werde geschmint, das Auge' wird zufriedengestellt, der Magen wird betrogen. . Ferreira de Silva, Professor am Polytechnikum und Direktor des - Stadtphysikates von Porto, kann sich rühmen,'' gleich zwei neue Falschmittel dingfest gemacht zu haben. Er halt beide für deutsche Erfindungen. Das eine FälschMittel ist ein braunes Pulverchen, in welchem zahlreiche goldige Punktchen zu bemerken sind. Ein klem wenig dieses Zaubermittels in Wasser gethan! Das Wunder vollzieht sich! Der geübteste Weinbeißer wähnt, trefflichen Rothwein vor sich zu haben. Vier bis fünf Deei gramm genügen, um einen halben Liter Wasser für das Auge wenigstens in den schönsten Medoc zu verwandeln. Aber das ist nicht Alles, was die neue Weinschminke, die Silva entdeckte, kann. Be-' handelt man derartig gefärbtes Wasser mit Ammoniak, so wird es grün. Das ist eine wichtige Kunst. Das FarbmU

el, das ans Smphomchnn und Methyl blau zusammengesetzt ist, ist demnach geeignet, den untersuchenden Chemiker, welcher weiß, daß unverfälschter Wein durch Ammoniak grün gefärbt wird, in schmählicher Weise hinter's Licht zu ühren. Das andere Farbmittel, das Ferreira de Silva entdeckte hat, besteht tus Roccelin, Fuchsinviolett und Jndizoblau. Auch ein ganz außerordentliches Pulverchen! Eine Menge von nur 17 8 Milligramm ist im Stande, einen zanzenLiter Wasser in eine weinähnliche -.rr? - -ri. . Offs,:.ijmuigicii llmzuivanvetn. aucui wie Kunst, welche den 1 Kunstwein dichtet, ist zicht auf diese Befehle angewiesen. Alle Weinhändler, die lieber Pro. dukte des Gcwerbefleißes, als solche der Landwirthschaft verschleißen, alle Wein handler wissen, ' daß gegenwärtig ein schwunghaftes Geschäft mit einer Sub-' stanz getrieben wird, welche den Namen Ventianviolett führt. Ein Chemiker, Kamens Bermde, hat vor Kurzem cnt eckt, daß Wem, welcher nnt dlel ein Genlianviolett gefärbt ist, nur mit' Karboläure und schwcfelatber behandelt wert hen muß, um alsdann seine verruchte ?!atur Zu onenbaren. Entschlösse tnan sich aber, auch ohne Ammoniak, Karbolsäure, Schwefeläther und unterschieollche QueckjllbermUtel überhaupt nicht auszugehen, diese. Vor--ficht würde wenig nützen. Man macht za heute verenZ mcht nur ganz woh! schmeckenden Wein mittelst Alkohols nndden angegebenen Färbeftossen. man weiß, dem Gebräu auch eine köstliche Älume, beizubringen, eme duftige Blume, welches zanz nach natürlichem Weine riecht, die. icase beichwmdelt, den (vaumen bethort. oas Urtheil des Kenners ässt. Und. dreze Blume gerade, diese Blume i)t das schlimmste am verfälschten Weine. Laborde hat die Stoffe, welche im Handel verwendet werden, um einer Wein Mischung ein vortheilhaftes Aroma zu verleihen, genau studirt. Er hat nachgewiesen, daß wir es hier mit einem der ... M, L . 1 . n . 4 f , . grlmmlguen emoe oer ezunoyelr zu thun haben. Das Bouquet, mittelst dessen de? Wein parfümirt wird, ist ein seh? eigenthümliches Jndustrieprodukt. Es gibt zwei verschiedene Arten desselben. Das deutsche Weinöl und das franzosische Weinöl, beide sind liebliche Säftchen, welche aus Salpetersäure,' Cocosuußöl, j Ricinusöl uuo anderen Fetten bergestellt sind. Frankreich und Deutschland Harmoniren auf dem Gebiete der Politik nur wenig, in Bezug auf die Weinfälschung über reichen sie einander längst versöhnt die Hände. Auch hier ist jedoch Deutschland starker als Frankreich. Die Weinöle wirken irritirend auf das Nervensystem, sie lahmen die Athemthätigleit, im Stillstände derselben können sie den Tod her beisühren. Das deutsche Oel ist doppelt so , kräftig als das französische, und Hunde, welche man davon tingegeben, strecken in kurzer Zeit unter furchtbaren Krampfen alle Viere von sich. Die Weinole sind es, die unmäßiges Trinlen so überaus schädlich machen. Obwohl der Alkoholismus ' während des letzten Menschenalters genügend auf ferne Natur hin geprüft und erforscht worden ist, Emes ist an ihm doch unklar geblieben. Die Zuckungen, die an die 'Epilepsie gemahnenden Krampfe der durch zügellosen Genuß von Alkohol Erlranlten war den merzten em aty s cl. weil diese 5irankheitserscheinungen ! ich durch Vergiftung mit reinem Alkohol!

nicht erklären ließen. Dlesc Svmptome ; furchtbarster Art, sie sind nun durch Laborde ans die Blumen des Weines zurückgeführt worden;, er hat durch das,, Experiment dargethan, daß sie allein die krampfartigen Zusammenzichungen der Muskeln hervorrufen. Wie Ollivier und Laborde für den Absynth nachgewiesen haben, verhalt eS sich in ahnlicher Weife bei der grünen Fee. die fo manchen geistreichen Kopf Franlrelchs verwirrte und dessen bedeutendsteu Dichter, Müsset, das Leben kostete. Aber wenden wir uns von so düsteren Bildern hinweg. Die Wissenschaft lehrt den Wein fälschen und die Fälscher ertappen, lehrt sie denn auch das .Produkt verbessern? Mit Wehmuth muß man gestehen, daß sie im Guten eine bei Weitem nicht so energische Thätigkeit entwickelt wie im Bösen. Man hat entdeckt, daß Flaschen, deren GlaS Kalk enthält, für den Wein schädlich sind. Man hat entdeckt, daß die Zusätze von Zuckerftoffen zum Moste den Wein verl ,. : ;;' ;t ':; , : , ' 'I IpfiS:1!'' "Hif1 ! .... : s!:ilt . jj" ' , ti:':iSij!'.:N, - ' ' " " '':

bessern und vermehren. Klein und grechon haben dies Verführen bis in seine Details ausgearbeitet, und es scheint bestimmt, den Saaden, welchen die Reblaus zufügt, wenigstens einiger, maßen wett zu machen. Ein neues Versahren ferner, das von Quinel in Oran herrührt besteht darin, daß del Wein großer Kälte ausgesetzt wird. Er soll durch diefe Behandlung an vor theilhaften Eigenschaften vorzüglich aber an Dauerhaftigkeit gewinnen. Besonders ist ; dic Vereisung ein Mittel, den Wein zu 'verdichten? das Wasser allein ist es, das gefriert? dieser Arl kann der Wein von unheiligem Nasse be freit und kräftiger gemacht, werden. Pommier hat ein. Verfahren erfnnden, dessen Anwendung bin Weln nock mehr zu veredeln versvrlcht. Es ist ihm &

lungen, außerordentliche Eigenschaften von einem Wein auf den anderen durch die Hefe zu übertragen. Weine, welche beispielsweise Mit Ehampagnerhefe uw gesetzt werden, erhalten die Blume und den Wohlgeschmack desselben. Ein Dr. Kola Dinitsch hat einen Concurrenten des Sekts aus dem fernen Osten nach dem Westen verpflanzt: den Champagner des Kaukasus. Lange' hatten die Einwohner des Kaukasus das köstliche Geheimniß zu bewahren verstanden, nun ist es ihnen entrissen. Es handelt sich da um eine Hefe, welche die Milch gehren läßt. Ein tartarischer Volksstamm, die Karatschestschi. welche in der - Erzeugung des wunderbaren Tranks eine g.anz besondere Geschicklichkeit haben, heißen diese Hefe das Korn des Propheten, sie nennen die beseligende Feuchte Arian. Wie wird nun das Arian mittelst des Prophetenkorns gebraut? Das ist eine verhältnißmäßig einfache Prozedur: In eine langhalsige Flasche wird Ziegenmilch gegossen, ein Stückchen von einem Kalbsmagen läßt die Milch gerinnen, dann wird, sie tag lich einigemal geschüttelt. Die geronnene Milch wird fleißig weggetrunken und durch frische ersetzt, welcher ihrerseits in Gerinnung übergeht. Allmalig bilden sich am Boden des Gefäßes Kügelchen, welche die besagten Körner des Propheten sind. -. Legt man diese Kügelchen in frische Milch, so wird sie in verhältnißmäßlg kurzer Zeit zu einem starken geistigen Getränk, das von den Tartarcn zumeist Kefir genannt wird. Sie erzeugen den Kesir mit gekochter Milch, welche sie in Schläuchen gähren lassen und täglich mehrmals schütteln. Für ein halbes Glas voll dieser zauberthätigen Hefe genügen drei Glas Milch, welche bis zn 25 oder dreißig Grad Reaumnr erhitzt worden; die Flasche muß gut verkorkt sein und der Gährungsproceß in einer Temperatur von 10 bis 20 Grad Reaumur vor sich gehen. Binnen vierundzwanzig Stunden erhält man auf diese Weise einen milden Kesir, binnen acht undvierzig Stunden einen Kefir mittle rer Kraft, binnen drei Tagen einen Kefir, der seinem Namen keine Schande macht. " Kefir wird nämlich von Keif, Rausch, abgeleitet Der Kesir durfte ein'Getränk sein, das berauschend und nährend zugleich ist und somit das Aw genehme mit dem Nützlichen verbindet; es scheint nicht, ausgeschlossen, daß Dr. Dinitsch der Civilisation des Westens ober wenigstens ihren fuselfrohen Ver tretern durch die Veröffentlichung seines Receptes einen bedeutenden Dienst erwiese u. " : ' l-' ' -: Eine Erwerbung von ähnlichem Wer the hat,der französische Chemiker Joignoux auszuweisen. Er I hat. gefunden, daß man ans der!, Bärenklane, einer Grasart, die aus feper Wiese zu finden ist, einen vortrefflichen Schnaps zube reiten kann. Die Erfindung ist nicht ganz neu. In Sibirien, wo man n allen 'alkoholistischen Angelegenheiten von größter Competenz ist, sowie auch in Rußland, welches bekanntlich an der Spitze des Alkoholismus marschirt, de. stillirt. man aus den getrockneten Sten geln der Bärenkläue schon lange ein berauschendes Getränk ; in Polen, das sich bezüglich des Schnapses auch nicht spotren läßt, werden Blätter und, Samen derselben Pflanze mit' rühmlichem Erfolg verwendet. Die Bärenklaue ist eigentlich ein Unkraut, sie . macht das Heu, in welckem sie sich befindet, minder werthig ; es ist so übel nicht, wenn man den Schadlinz in gewissem Smne als Nutzpflanze verwenden lernt. Dle Blätter und Stiele sind Zehr zuckerreich. Wenn die Stengel gelb und, weich sind, so enthalten sie viel süßen Saft; sie werden geschnitten, gestoßen und ausae preßt, der Saft durch Zufetzung voq Hese zur Wahrung getr:eden und schuezz lich destillirt. , , ,,, . ; , ; Wir haben neue Erfindungen, welche, den'Wclutrlnrer und den , Schnapsver ehrer, interessiren mögen. ' angeführt; ! Nt 3 i. w ; . .. ..cn ' .k ... ' " ,.j ? jr ä 1 wir . wollen oen Vierirmrer Nicyl' teer ausgehen lassen.' Das Bur wird heute dnrch ein Verfahren, das dem berühmt ten .Chemiker Pasteur verdankt wird, und daher' Pastorisatlon' heißt,' verb:s sertz es wird nämlich auf 60 Grad' er h'cht: auf diese Weise werden , die Gäh rungskeime in ihm getödtet ; pastorirtes Bier soll sich durch Daueryaftlarelt aus zeichnen. Und auch den kleinen Trin kern wollen wlr, etwas Neues mitther len. , Haeckel hat gefunden, daß in der Kuhmilch Citronensäureenthalten sei. Ein Liter' derselben birgt ein Gramm dieser Säure, Eine gute Milchkuh son dert im Tage so viel Citronensäure ab als .2 bis , 3 Citronen , enthalten. Die Ammenmilch, ist , fast ganz frei von Ei tronensäure , Nun weiß man, warnm manchem winzigen Weltbürger Milch, . . l1 ' . x . .r r . 1 oie von einer viersunigen ninrnc verrührt, nicht immer munden mag und oft grimmige Ungeleaenheiten verursacht.. . Aber mit, oder ohne Citronensäure, Ammen- oder Kuhmilch, mit Milch wird sich Keiner bethören,' der dieselbe nicht vorher zu Kenr umgewandelt hat. An .derS steht eS mit Jenen, welche sich mit Borliebe anderen geistigen Getränken ' v rv . : :.i . . , znisenocn. Hur oiqc i nc isni Zeckung von Interesse, welche ein russi Qtx Arzt, Doetor erosowAkn wtt sind also wieder in Naßland! au

dem Kongreß der Aerzte , in Moskau. übergeben hat. , . Jerochowsky hat gefunden, daß Ammoniak nicht das einzige Mittel ist,, mit welchem der FZausch bekämpft werden kann; leichte Gaben von Strychnin zerstören nicht nur die narkotische Wirkung des Alkohols, sondern perleihen dem Organismus auch die Fähigkeit, wah rend langer Zeit starken Gaben geistiger Getränke, zu trotzen. Man kann also .trinken, ohne berauscht zu werden. , Für Abenteurer, welche gern mit anderen Leuten tafeln, um ihnen Geheimnisse abzuschwätzen, ist , dieZ Erfindung freilich von Werth; im übrigen erinnert sie ein wenig an die rattchverzehrende Cigarrenspitze, welche in Hevesi ihren humorlstizchen Edison gefunden hat.

Moderne Liebe. Für Hero schwamm Leander ' Oft durch den Hellespont, Moderne Liebe "ist .solcher Aufopferung nicht gewohnt ! Von Weinsberg einst die Weiber Die -Gatten han-befreit, Wie weit liegt heute uns allen Die Weinesberger Zeit! Einst hatten sich die Mädchen Und Burschen, ach, so gern Die gute alte Liebe Ist heut' nicht mehr modern! Einst forschte man, vb beider Brust Harmonie durchdrang, Und frLite sich, wenn also Gestimmt der Seelenklang. Die Zeit ist längst vorüber, Man freit aus Liebe, nicht' Man freit nach Rnf und Anseh'n Und güldenem Gewicht. Die Mädchen, ach, von hente Smd praktisch und real, Es macht nicht viele Mühe Heut' mehr die Gattenwahl. Was kümmert sie die Seele, Was Liebesschmerz und Weh, Sie kümmert nur das größte Gefüllte Portemonnaie. ' Höchst chic man mit dem Munde -Bon Lieb' und Heirath spricht, Doch, wie einst, mit dem Herzen Spricht heut' man davon nicht ! Sei edel heut' von Herzen, Ein echter rechter Mann, Und sei ein armer Teufel, Kcm Mädel guckt dich an! Vom Assen hab' dqn Schädel, Vom Dromedar die Beine, Und doch hast T)u Moneten Die Schönste wird die Deine! Eine eigenthümliche Rache nahm ein junger Mann in Petersburg an seiner Miethswirthin. Er merkte, daß seme Zuckervorrathe stets mit einer mit dem eigenen Verbrauch nicht übereinstimnienden Geschwindigkeit schwanden. Beim Verlassen seines ZiMmers setzte er nun in die Zuckerdose eine Fuege; nach seiner Heunrehr fand er beim Oeffn:n der Dose das Thier nicht mehr vor. Run zählte der junge Mann hie Zuckerstückchen und empfahl sich bis auf Weiteres. Nach Hause zuruckgekehrt, .var sein Erstes, die Zuckerstück zahl zn verifiziren. Zu diesem Behufe machte er die Zuckerdose auf und war nicht wenig erstaunt, einen - munteren Summer aus der süßen -Gefangenschaft Herausstattern, zu sehen.. Er zog aus. Als seine frühere Wirthin . am nächsten Morgen nichts ahnend der Arbeit obliegt, läutet es und zwei handfeste Kerle, die mit emem Transportwagen .vorgefahren, legen,, Hand an , die Schränke, Koffer, Möbel u. dgl. Mit Mühe gelingt es der Frau, die Leute aufzuklä ft t . . m r " t i i . ren. noer laum mo it von, wütet es wieder, und eine Menge gastronomischer Herrlichkeiten -werden der staunenden Dame in's Haus gebracht, jedoch nicht ohne Rechnung. Noch ist' sie mit der Aufklärung dieses Mißverständnisses nicht fertig, als ihr drei Klaftern Holz auf 1 den Hof gefahren werden, und

nun Hort das Lauten schon gar mcht mehr ans, Und eine nach der andern prä" sentiren sich zehn Köchinnen, mehrere Hundeverkäufer mit ihrer Waare, oann ein Klavierstimmer und endlich ein Sarg. Wo liegt de rOrt Husten? Man hat sich an die Findigkeit der deub scheu Post schon so sehr gewöhnt, daß man von ihren Leistungen aus dem Ge biete der geographischen HieroglyphenEntzifferung nur mehr insbesondere Fälleu Notiz nimmt. Ein solch Fall, schreibt die Franks. Ztg." liegt-uns heute vor. Weiß einer unserer Leser zufällig, wo die Stadt oder das Dorf Husten liegt? Wir glauben nicht, und dennoch ist ein Brief, der von Konstaw tinopcl aus an diesen schönen catarrha tischen Ort gerichtet worden, pünktlich an den Empfänger gelangt. Ein Han delöhaus in der .türkischen Hauptstadt adressirte namliä) eine Bestellung auf Sodener Pastillen wie folgt: Mon sieur Fay's Sodeuer, Mineral PastÜ,, len bei Husten. Der Brieffchreiber hatte offenbar da) Uebels gegen das die Pastillen gebraucht werden, für einen geographischen Begriff gehalten und das deutsche Reich um eine pathologische Poststation bereichert. Der Brief ging dessenungeachtet schnurstracks nach So den, die' Bestellung wurde sofort ausge? führt und die Huster in Konstantino'pel haben somit keinerlei Ursache,' auf den Scharfsinn und die , Zuvorkommenheit der deutschen Post zu husten. ' , , Zweifelhastes Complim e n t. Junze Frau: Nun Herr Assessor schmeckt das Gänschen? Gast: Ich hatte schon mehrmals Ge legenheit Ihrer Kochkunst das höchste Lob zu zollen, verehrte Frau mit diesem Gänschen aber haben Sie sich in der That selbst übertroffen Z ' t' 'FS' v -,i '" 'M' Hi " '-t:S't!lil'.1 ' ,;;!:"'i . 'I.:'":11'"? i8f;':; H i"' " 'V'jf -'if ;! !$'"' -

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WouM. Vusen. Wie gewöhnlich kam der biedere eanÄ. tlieol. Sachtlieb hübsch, solide um 10 Uhr Abeuds zu Hause. Beim Schein eines Wachslichts entkleidete er sich, stellte noch seinen Wecker aus sechs Uhr. k gab denselben den gewohnten Platz auf , V- V1 . llV' f . .- , , c . ' oem :'camttijcn neoen ocm Veire uuo war dann bald eingeschlafen auf den sanften Daunen seines ruhigen Gewissens und seiner sorgsamen Wirthin, ohne gemerkt zu haben, daß außer seiner Uhr noch mthrere andere ihr Tlktak im Zimmer, vernehmen ließen.' Nach zwei Stunden erhob sich von der Commode her zu Häupten des Bettes ein lautes Gerassel. Aus dem besten Schlafe fuhr entsetzt der Gestörte auf, erstaunt, daß es schon G Uhr solle sein. Auch schien 'es ihm, als vb der Schall mehr vom Kopfende des Bettes herrührte, und während er noch im Halbschlaf darüber nachdachte, ob denn dort seine Uhr stelle, hörte das Gerassel auf, nnd zugleich schlug es bom nahen Thurm zwölf. Befriedigt zählte der Gestörte sieben acht zwölf, ließ Wecker Wecker sein und mummelte, sich wieder ein. Aber nach einer Stunde erhob schon wieder eine Uh? ihr Mahngerassel, und zwar diesmal unter , dem Bett. Wiederum erwachte Sachtlleb und horchte nach den Tönen, welche dumpf aus den Kopfkissen hervorzudringen - schienen. Dann fühlte er vorsichtig unter den Kissen nach; - als er aber nichts fand, und der Lärm inzwischen ' aufgehört hatte, legte er sich wieder äuss Ohr und war nach zehn Minuten mit theologischcm Sanftmuth wieder entschlum mcrt. Als, es aber um zwei Uhr dicht neber seinem Ohr auf's neue losfchnurrte. wagte er, gleich erwacht, erst kaum sich zu bewegen; dann richtete er sich behutsam auf, um besser hören zu können und merkte nun ganz deutlich, daß das Getöse vom Nachttisch her kam. Das ist melne!" murmelte er ergeben und stand auf, so sauer es ihm wurde, überzeugt, daß es sechs Uhr sei. Als er aber bei Licht sah, daß es erst zwei Uhr war, hätte er seine Uhr fast zu Boden geworfen; er besann sich jedoch und stellte sein theures' Eigenthum wieder auf seinen alten Platz. Dann legte er sich schleunigst wieder nieder, froh, noch vier Stunden schlafen zu können. Da - Schnurrrrrr ging es wieber vom Fußende des Bettes her nach ungefähr dreiviertel Stunden.Mt einem Satz sprang Sachtlieb aus dem Bette. Ganz verstört "stand er mitten im Zimmer und lauschte ; dann ging er leise dem Geschnurre nach ; aber als er bis zur Wand gekommen war, hörte dasselbe gerade auf. Das T . . . .sding war offenbar nebenan", suchte er sich zu beruhigen die Wand ist ja so verdammt dünn" schimpfte er höchst untheo logisch in sich hinein, denn seine Nerven waren nachgerade' , sehr erregt geworden und er beschloß, im Bett lesend die Ruhe wieder zu suchen. Auch wollte er wachend die vierte Stunde erwarten, weil es ihm schien, als ob zu jeder vollen Stunde der Larm sich erhoben hab.'. ' Als es vier Uhr schlug, blieb jedoch alles still, und beruhigt überließ er sich wieder dem Schlaf, mit dem 'festen Bor satz, vor neun Uhr nicht wieder aufzuwachen. ' .Aber irgend ein Spuk schien es nun einmal auf den srommeu Sachtlieb abgesehen zu haben, denn bald erhob sich ein wahrer Höllenlärm vom Pianino her, alle Saiten schienen mikzüklingen,' und dazwischen rasselte es wie von Ketten- Und zersprungenen Glocken durcheinander Lähmender ' Schrecken besiel den ans lieblichen Träumen auf zestörtcn Schläfer. Mit einem unwillküriichen Alle guten Geister!" zog er He Decke über die Ohren lind "wagte nicht sich zu rühren, bis alles wieder still zewordn war.. Dann , faßte er sich ein herz und , erhob sich, denn der Schlaf Var ihm jetzt ganz und gar t vergangen ; er fand sogar den Muth auf dem Instrument nachzuforschen nach einer natürlichen Ursache des schauriaeu Getöles; als er aber nichts entdeckte,, die Klaviatur sogar abgeschlosseu war, ward ks :hm so ganz eigen unoelmllch, ihm gingen die mannigfachen Teufelserjcheinungen aus dem Leben heiliger Maw ner durch den Kopf, und so schnell wie möglich nahm er die Bibel, setzte sich ganz tnze nieoeruno vegann zu tezen. Da Punkt, sechs Uhr rasselte ein Wecker los. ' In der nächsten Sekunde sauste aber auch schon , die schwere Bibel gegen den Nachttisch, von wo das .Gerassel kam ; der Tisch siel um an der Erde HnurrteeF, weiter, und'als Sachtlieb mit einem läuten ' .pao, Lata n8 glaubensmuthig ; hcrzusprang, erkannte er . in dem bozen Gent seine eigene Weckuhr, welche vorschriftsmäßig, wie er sie gestellt . hatte,', um sechs Uhr weckte und pflichtgetreu trotz der schlecht ten, Behandlung an der Erde ihr eintöniges Wecklied beendete. f Ziemlich verlegen hob , er , sie,,, auf. ' Dabei bemerkte er unter dem Bett eine zweite Weckuhr. ' Ahnungsvoll holte er sie hervor und fand, daß : der Zeiger auf ein Uhr' standUmein Uhr? War er da nicht aufgeweckt infolge des Getöses unter dem Kopfkissen? Da in dem aufgesprunqenm' Schubfach des Nacht- .,? iH . Jfi - in . -xi. ! -j ' 3' ! l 1 cyes i a g e i nc o r li i e . ti mi oem Weckzeiger 'euf "zwei. Tie., hattel hn also um zwei Uhr, aus dem Bette gc- . ;"' r ' '" ' i1 '. - " v?-'t -: . - -: -. 1 tneben! v,:::l :'"': -,: ? ' : -. i . ' . . ) ' I " t i ,t.n: f V : , ! .... ;.: ... ; ., , . . .1 Jetzt wnrde es ihm auf einmal klar, . ,,!!'-!! . ,M,it'. .a, .!!:''.. "::!" '!,!! '! '"' Z, j tu U!,. 'i,. i.i:! u.- 4 h,'i''i' '-'ii, weshalb ihmig Füchse Zipp und Hopp fo außerordeutlich herzlich ' und lieb eine .recht gute Nacht" Hewünscht'Dattenfun 'tDdtetachHdfätt:i,r:;: auf der'Uommode'')hinter steckt und am Fußende auf dem Kleiderschränk wie endlich im Innern des Pianinos zjelelne Wehr gefimden hatte mudte er sich agen, dan leinen Freun den der Streich vortrefflich gelungen sei, den bieiclbw önraostr blos fccslb ihm gespielt hatten, weil er immer so hübsch solide um zehn Uhr zn, Hause ging.

Celtt Aerzec war groß, aber er wollti sich rächen. ' Die fremden, Uhren verbarg er zunächst an einem sicheren Ort. Als später beim Frühschoppen die Freunde zusammentrafen, waren die Ueöclkhäter Zipp und Hopp sehr erstaunt über die zufriedene vergnügte Miene ihres Opfers; sie . hatten sich so sebr darauf gefreut, ihn wüthend mit den heftigsten Vorwürfen auf sie losstürzen zn sehen, und statt dessen bot er ihnen mit dem behaglichsten Gesicht von' der Welt Güten Morgen! Und als Sachtlieb nun auf eine scheinbar harmlos hingen worfene Frage gar erklärte, daß er selten so vortrefflich geschlafen habe wie !n der letzten Nacht, da vermochten sie ihre Enttäuschung' nur schlecht zu verbergen, und Sachtlieb konnte sich weiden an ihrem Aerger und sühlte sich schon halb entschädigt für die Qualen der Nacht. Bald ging man wieder voneinander. Sachtlieb wollte in's Colleg gehen wäh rend die andern beiden bummeln wollten! - Natürlich lenkten sie ihren Weg eiligst nach'Sächtliebens Bude, um die Uhren wieder abzuholen, welche sie von einem Uhrmacher lediglich zu diesem Ulk gegen 30 Mark Pfand entliehen und am Abend vorher von nielttandcm beobachtet. so geschickt in Sachtliebs Zimmer, versteckt hatten. Aber so sehr sie auch suchten und suchten, im Nachttisch, im Pianino und wo sonst, von den Uhren war keine zu finden. Grade war Zipp wieder unter das Bett gekrochen, um dort noch

einmal gründlich nachzusuchen, während Hopp oben auf dem Schrank -alles durcheinander wühlte, als Sachtlleb emtrat. Die Verlegenheit der beiden war groß; wie arme Sander standen sie da in ihrem Schuldbewußtsein, und als nun Sachtlieb sich auf das höchste erzürnt stellte über eine solcheDurch mchung seines Zimmers, wußten sie' schließlich keinen andern Ausweg aus der peinlichen Lage, als rcumüthig alles zn gestehen. Aber nun gieb auch die Uhren heraus, denn Du wirst sie doch haben, schloß Zip, eindringlich auf den veo wundert dreinschauenden Sachtlieb em redend. Ich? o bewahre", heuchelte dieser, was gehen mich Eure Uhren an? Wer weiß, wer die hier gefunden hat, gestern Abend begegnete mir-ein ziem lich verdachtiger Kerl auf dem Flur." Den Beiden wurde die Sache nun dock etwas ungemüthlich, bis ihnen einsiet daß' vielleicht, die Wirthin die Weckn beim Zimmerreinigen gefnnden und vorlaufig . an sich genommen habe. Abtt auch diese wußte natürlich von nichts und fühlte sich zudem noch aus tiefste beleidigt durch - die Fragen der beider, jungen Studenten, so daß diese noch ihre: Noth ' hatten, die - würdige Dame wieder zu beruhigen. Sachtlieb schwelgte im! Genuß seiner Räche intd freute sich fo recht -unchristlich über die ÄerlegM' keit ! seiner Kameraden im Hinblick aus die überstandene Spuknacht. . Da wandte sich Hopp' noch einmal eindringlichst - an ihn, die Uhrm doch herauszugeben, wenn er sie habe:, au dieselben sei dreißig Mark Pfand gege ben tctf dem . Uhrmacher Punst. Au Sachtlieb von dreißig Mark horte, ging eilt pfiffiges Lächeln über fein wohb rasiertes Candidatenantlitz, die beiden andern aber machten längere : und läw gere Gesichter, als der Rächer seiner ge störten ., Nachtruhe, recht sanft sagte : Dreißig. Mark? Das , trifft sich ja prächtig Ihr, schuftet mir Jeder schon lange zehn Mark und habt das Wiedergeben, wohl ganz , vergessen; . nun werde ich die Uhren selbst zurücktragen und dik dreißig Mark cinlöseii, dann habt ihr wohl .nichts',, daacaen, wenn ich . mein Güthaben .abziehe. . DenIest.brinae ich "jr V .!': 'Wr.-. "'.'' : ... '!' .. .. '. j".. eua) ycure iveno aus oic Zineipe., - töii dahm Mahlzeit! ; " . ... . Zu einem Th eat'e rscandal kam es unlängst im Klausenburgcl Nationaltheater gelegentlich .der. Aufführung her Hochzeit von Valeni" vor Ganghofcr Brociner, die an, diesem Abend zum ersten Mal in ungarische, Sprache in Scene ging. . Kaum war der Borhang aufgegangen, als im Saal eine nach allen Regeln der Kunst arrau girte Katzenmusik losging. Ein Pfeifer, und Schreien ertönte von allen Seiten. Das Signal hierzu soll dnrch einer. Psiff auS einer Loge gegeben worden Smt in welcher efn rumänischer MeA jicher' mit mehreren, rumänischen Stu denten sich befand. Der Lärm steigerU sich so, daß der Vorhang , herabgelassen. werden mußte. Das Schreien, Ztjcher. und Pfeisen derrumänischen , Theater besucher .dauerte . indeß fort, wäyrend das -ungarische Hublikum - für die'Aulo ren des Stuckes Wärter naym. l4jtc Polizei entfernte drei rumänische Stu denten sowie einen jungen Ungar, der sich den Exeedenten in den Weg gestell: hatte. Die Ztädelsführer wurden zur Polizei gebracht.. Endlich trat wieder etwas Ruhe,' ein.! Als : aber :' der Vor hang wieder ' aufgezogen worden war erneuerte .sich das Lärmen und Toben Dasselbe Mährte jedoch diesmal - nur kurze Zeit, und nachdem es!, sich gelegt, konnte das Stück anstandslos zu Ende gespielt werden. --:s ' - -; ; : Ue bertrum pft. Papa' hie MetehrtenSbesAtter wohl noch schlechter wie Tu?5 , 'Ei. Äind, wie kommst . Du auf solch', kuriose Muthmaßung?" Nun, Du Zagtest doch der Mcmä, daß Du in Rom zur .Entzifferung einer Handschrist drei Monate gebraucht habest ? , Vi? '.ur, halb befriedigt Der Herr A;,eüor, hat n Abend mit Dir aespröchen! WA Äama! hätt, er doch auch mit Dir i'

Ijfcrbce'enitpt:! . Aus dem Herzen gespro " i ' 1 l' ' .jiii,'1 ftom ;i'' ' ' lir1' i 111 m :'" '' ' ' '"rf ch e n:K!Dame:zHchHie großen Gezell schastenaN'HHarHich weiß nicht, über wen mau sprechen soll. KennlAlle'öaUnd!i! teflW !,'!..! ' II, V-,.'!' ' 'A ftrt: !"' !-,- ! !zzMV er, chi edene Wi rkung. A. : Wir hatten gutes Wachs ivetter die ses Jahr. B.: JäZ ich hab's g'merkt meine Schulden sind ganz kolossal ge 1 tomAfott iiiiijölii!

Zyne Dolmetscher, ' - In der hier sölFendm Thlergeschichte handelt es sich um einen höchst seltsamen Und außerordentlich interessanten Vor gang, der wichtig genug ist, um von -Fachleuten geprüft und erklärt werden zu können. Einsender, der selbst bei dem Vorfall gegenwärtig war, verbürgt sich für die vollkomwene Wahrhaftigkeit seiner Erzählung. Kommen Sie schnell", rief die kleine Forstersfran. ins Zimmer hinein, das müssen Sie sich ansehen. Ich weiß jetzt, wo meine Hühner die Eier binschleppen. Aber von Weitem stehen bleiben." Wir eilten hinaus. Im Vorbeigehen riß sie noch die kurze Hundepeitsche vom Nagel. Vor seiner Hütte lag Iasso, der große, schwarze Schweißhund, im Sonnenschein, die Schnauze aüf den Vorderpfoten, und blinzelte. Kakelnd, ausgeplustert, von einem Fuß auf den. andern trippelnd, standen drei Hühner vor ihm. jetzt ge sellte sich ein viertes, ein fünftes dazu.' Tok, tok, tok! Hier sind wir. Wir wären jetzt so weit! . Langsam stand Jasso auf, dehnte sich, gähnte, sprang auf das Dach seiner Hütte und legt? sich nieder. Tok,. tok. tok," rannten die Hühner alle, fünf in die Hütte hinein. Einige Minuten erwartungsvoller Spannung. Jasso droben rührte sich. Mf!" sagte er ungeduldig. Da kam eins nach dem andern mit triumphirendcm Gezeter wieder heraus. Tok, tok, tok, n Ei! Tok, tok, tLk, 'n EU" Und sielen insgesammt, nach offenbar vorher gctroffe. ner Verabredung, über ' Jassos großen, gefüllten Freßnapf her. Ter Hund war derweilen von seines Daches Zinnen herabgesprungm und hatte sich ohne die Hühner eines Blickes zu würdigen,- ins Innere seiner Gemächer zurückgezogen, wo er mit schnaufendem Behagen die eigens zu diesem Zweck gelegten Eier aussoff. In diesem Augenblick sprang' die kleine Försterin drauf los. Die Hühner stoben nzit entsetztem Kreischen auseinander.- Jasso, mit gelbtriesender. Schnauz steckte den Kopf zur Hütte hinaus. Da Packte sie ihn auch schon am Halsband, zerrte thu vollends ins Freie, und Hatschi klatsch! saust? IM Peitsche aus seinen Rücken nieder. Du Himmelhund! Sollst du die Eier legen lassen! Sollst du das, du schleußliches Beest? Pfui, pfui! Da hast du's ! Ich will dir zeigen, Eier aussausen!" Jsssy heulke, erst ,auf,- da knurrte er und fch?tappte nach - ihrer Hand. Was unterstehst du dich! Da!". Sie stieß ihm die Faust in den Nachen hinein, bis zum Schlnnd. Da stand er regungslos, von Zubeißen konnte keine Rede mehr sein. Sollst du schnappen, wie ein wildes Thier? Sollst du das? Pfui, pfui!" Und klatsch, klasch! die Faust in seinem Rachen mehr Hiebe. Dann zog sie die Hand heraut, uud der Schwarze, kroch, ohne noch die leiseste Gezcnäußerung zu wagen, winselnd in den tiefsten Winkel seiner Hütte. Ich denke der hat genug und merkt sich's." lachte die kleine Frau und wusch sich ni Brunnen die' Hände. ' - ' Vei meinem nächsten Besuch, emlge ... fc "r ' w

Wvcyen Sparer, enunoigte ich micy nacy den Resultaten ihrer energischen Erzie hung-. Ja. prosit!" rief sie ärgerlich, so ein Skandal Z Denken Sie nur? Acht Tage etwa ahm er sich zusammen und Zagte die Hühner fort,, wenn sie sich mel den kamen früher hat er sie nämlich ezebisseit und gezaust, wenn sie sich nur in seiner Nähe blicken ließen - dann aber war die Strafe vergessen, und es ging von Neuem los. Das Tollste aber ist : der. neue Hühnerhund, der Karo, den wit erst zwei Wochen haben, der kann's auch schone Sie theilen sich. Wenn ich; den Legehühnern nicht aufpasse und sie' ixtihtn Stall sperre sowie sie kakeln, haft ich kein Ei im Hause.",' iW "'l1'"' iihi T ' f . 'i''"!f'' ''' " Was für eme Sprache mag es sem. in dcrsichZwn sverschiedeNe Thiergattun gen, wie Hubn und Hund, verstand igeu. C f c O i '"''- , uud verabreden konnten? . Meinem Freunde S e b st ia vt-. W ein b e i tz e r l tCZ S ia m n - . '?r; : bU lh. " ' DlMahrheit liegt im Wein ' . So sagt man allgemein. Dagegen wend' ich ein: Das kann nicht richtig fein, . ' Denn fändest Tu im Wein " Die Wahrheit klar und rei. Ich geb"ne Wette ein: Du ließest das Trinken sein!

. Peter vsn Livorno, de-r wegen seiner, großen Gelehrsamkeit, ebenso wie wegen, seines , reichen, Witzes,, bekcmnte ntaliemsche Gelehrte, war u:ih. Glücksgütem nicht sonderlich Hesegner nnd lebte in größter Dürftigkeit. Einst 1 wollte er über den Arno gesetzt , Zeiik. hatte aber zur Ueberfahrt kein Geld. Er bat einen Schisset unr diesen DienA - i setzte aber ßleich hinzu: ieöA Geld , kann ich Dir nicht geben, woU l '.. ! i." i- 'i .,(. ';. jpj "', V ""i, jA aber eme sehr heilsame Lehre." , Tez',, Schiffer wollt e anfänglich nichts , davoil

wissen, liezz sich aber schließlich,. ,?ch überreden, besonders," 'da ihmHttxO! versicherte, die Lehre, die er ihm geben .werdHsczsürHn.Oole Peter am anderen Ufer angeksm meni war, verlangte der Schiffer, er sollte ihm nun seine beilfame Lehre ''mittbeiZ len!''"Alcber,.HreLnd,WdenerMnMK dieDchulter klopfte, wenn Du , s;uttt!s; edsm.assagie,rHss,D föu?t:fc;:i:nitl: 'jStiö-'Mä M,? :Svelb;e,n4i;tarfc 0Ut;:bi;:JÖrTO ,skine.q,Anhänlichkelt)l! man tadelt die Fehler des Unglücklichen. um es zu begründen, daß rnan sich jtxS Kßin DMSto ß senf z x?GHZbub', Äi ,DaIMßtKMmMdieMet,ch trogeufeinPiundlMbald, bisl verzuc n ma eing wmmi mmi

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