Indiana Tribüne, Volume 14, Number 105, Indianapolis, Marion County, 4 January 1891 — Page 7

1. 'i1 1 .i ' ' ' -I i. ;! i (jl, -x - ; ' i?? ' V' ;Uiffi, i;,;;,J";l, x. t , ;;, f Mrr'.vit'j t!!! iiHh H 'jV.,J,j !' j.1 flfTgplli ,!; ihiü.Mi: ;i;üi; 'i:.!1':: Uli i-TII: 1 listig1;-!;-,:!-!1; li'r; : ;!,!!: n.i 1 äiijSjit.iäplhitli: l!!'Aßi!!A!!!DWi "'s.!' . . g '"iiii:s!iijii:iä!!ii;?ii;'i: "!,,! ,,,s 'S f.. '1 ?lf:!w 5'! Ei,. llf'e'ill'SiäV.jlsiiiilliilS BW ' ,.r v ,1. i;.nk: h HölK ' t ' fefiJ '!,;i:rsl;:iiii- WMAchDWjMMM , MM! ' -a MM ttWSfJf: SWüöW M:;'-.; ' irl'f Jjjj ßfi

f J

.-Z i.. J'Ail'iiiiii

'i'if: ff

" ".',:?;h u t! i ?i . mi M M il":. 5 iv f t l ri V;- : ? ?: V. M !!' Jr u (' f i t i . ! , w 1 v I t. ' f l, st . J i.

Deutschland über Alles.

eine WirtZZhauz-Sceze Int ine West?. Wen Paul Jul. Jmmkrgran. Ravens-Corner heißt daZ Städtchen und liegt in einer der jüngsten Staaten der Union, welche die Ehre hatten, vom einimdZünZzigsten Congreß für mundig erklärt zu werden. , f Wenn der Name des Orts nun auch zufällig in unserer Sprache mit Straf) Winkel" übersetzt werden kann, so darf .damit idoch keineswegs gesagt sein, dav d!e Bewohner chcffelben auch nur im Enifenüestm Aehnlichkeit hätten mit jenen fabelhaften Dummköpfen, denen noch heute jede Verkehrtheit, deren die deutsche Nation fähig ist, mit der groß ten Unverfrorenheit in die Schuhe geschoben wird. Em solches Krähwinkel gab'S zum Gluck der Menschheit nur eins in der Welt, und das existirte vor Zanger, langer Zeit einmal, als es noch keine Eisenbahnen lmd Telegraphen gab. In NavenJ -Corner also war es, wo einst vier biedere Deutsche in ihrer Stammkneipe bei einander saßen. Man schrieb 1371. Der deutsch französische Krieg war beendet, und in der Som merResidenz der ehemaligen Könige Frankreichs hatte sich ein Ereigniß vollzogen, das alle Welt in Erstaunen versetzt Deutschland war einig gewordel:, das alte Reich wieder hergestellt imv der siegreiche Prcusienkönig al Kaiser desselben proklamirt. Die Kunde davon war soeben in Ravens-Corner eingetroffen und Zwar durch ein östliches Zeitungsblatt, das zur Verpackung einer Kiste Schnaps gehörte, die der Wirth von New Aork importirt hatte, woraus der geschätzte Leser wohl nicht mit Unrecht schließen wird, daß die Presse in diesem idyllischen Orte noch nicht heimisch war und woraus serner gefolgert werden mag, daß die Leute von Raoens-Corner kein besonderes Bedürfniß nach ZcitungsLectür: empfanden. Und wozu das auch! Sie lebten gerade so' glücklich, d. h. Zufrieden als wir, die wir an ke renl Frühstück mehr Gefallen siuden, !''enn wir die Zeitung nicht dazu lesen können. Betrachten wir nun diese vierStamm- . gaste etwas naher, so macht man nicht, umuteressznts Entdeckungen. Zunächst cepräicntirten sie den Wirth hinzugerechnet die fünf Königreich!: des ehemaligen deutschen Bundes: Preußen, Bayern, Sachsen, Württemberg und pMncver. Ferner waren diese fünf Männer die Hauptstützen der leiblichen Wohlfahrt von Ravcns-Corner; der Sachse lieferte Sas Backwerk, der Württemberger das Fleisch, der Preuße war Schneider, der Hannsvcraue? Inhaber eines Groceryladens, uud der Bayer sorgte als Wirth oafür. daß Niemand Durst zu leiden brauchte. Die größte Merkwürdigkeit bestand indeß darin, daß die Stimmen der vier Zechbrüder ein musikalisches Quartett bildeten. Schneider und Gn cer sprachen im Diskant; der Erstere kreischte mauck mal in der Oktave, welche vom Koben , ' begrenzt wird. Bäcker und Butcher -gen drücken ihre Meinagcn im i :u aus, wobei der Letztere nicht Zelten dP Tiefe des schlesischen .Nrs" erreichte. Zanken die Vier sich Ogenseitiz, oder schrien sie in der Hitze der Debatte durcheinander, so klang das wie die remste Harmonie; lachten sie gleichzeitig aus vollem Halse, sa glaubte man einen kräftigen, klangvollen l)ur-Akkord zu vernehmeil. Nur, weun Äer Wirth noch mit einsetzte, dann gab es eine Dissonanz ähnlich wie in einer Wagnerischen Oper, wenn sich etwas Dämonenhaftes, Schreckliches ereignen soll. Glücklicherweise gejchah das selten, denn in der Regel saß er in der unmittelbaren Nähe des Bierfasses und schlief. Daß jeder unserer Gäste !n seinem landläufigen Dialekt .sprach, ist wohl selbstverständlich, da Keiner von ihnen eine hohe Schule genossen hatte. Im Alter warm sie sich ziemlich ebenbürtig ; ihre vierzig Jahre hatten sie Alle hinter s:ch. Zur Vervouztändlgung ihre Signalements mögen nun noch ihre sich Christian Blasebalg, der Han noverauer führte den schönen Namen Hinner! Meyer, und der Wirth, welcher am längsten in Amerika gewesen war, ließ sich einfach Charley anreden. Charley hielt noch das Zeitungsblatt in der Hand, aus dem er soeben seinen Stammgästen die neuesten Nachrichten ans Deutschland, resp. Frankreich vor gelesen hatte. Dieselben betrafen znkneift die Fürltenversammlung zu Versailles und die Ausrufung des PreußenkönigS zum dentschen Kaiser. Tarauf fetzte er siH, ohue eiue toeitere Bemerkung, an feineu gewöhulichen Vlatz neben dem Vierfaß und überließ die nun , folgende Unterhaltung ungestött der Gesellschaft. -1 Dies that Charley grundsätzlich; em ' mal,;; .weil . die Zurückhaltung zn ,dcn schönsten Tugenden eines Wirthe- gchört und Zweitens, weil es sich bei einer ' Conversation am Biertisch ausgezeichnet schlafen läßt. Zudem war er nicht übe.rmäßig in Anspruch genommen; denn je, nchr die Teutschen in einer Wirthschaft! schwätzen, desto weniger verzehren sie. ts möcht a mol wisse, ob's a wahr isch, tvas d'Zcitung do"' Zchinicre ' that. I glaub's halt nimma", begann Cbw stian Blasebalg. : ' '" JRaW, siel Fritz Zeisig ein. eben j 3 könnte die sanze Welticschicbte uich wahr sind. Da mnß man BismarckcN kennen: Wat der nf'n Pro jamm hat, dat wird ausgeführt, Mannckcn. 7 - ,,i j ;: Hot de Tüwel den Bismarck 15 schrie Hinuerk Meyer und schlug minder Faust -io hart auf den Tisch, dass selbst Char"j !.-l.ii.t.i.li,,iiiii.irm,(.i.- " '" "" ' " : ' ' len davon erwachte... . r-r Ei Herrchezes, Pkattdcitfcher,-viel khrr tzclt ber PiZmarckden Deibel. Bist Bohl cuck) bei Langensalze gewäscn, wo HE

Namen genannt werven: der Prenße hieß Fritz Zeisig, der Sachse Ferdinand Schuebbe, der Württcmberger nannte

die Breißen Eich den Weg versperrt baben, he!" ließ Ferdinand Schnebbe sich vernehmen. Holt du man din snotterich Mul, Sächser, du hast din levdags noch kecn Pulver raken. Du konnst jo gornich mitsnacken. sag aber das, 's Schwabenlandle "wird nimme preißisch." ?Za, wat denn Bismarcken Wohl an die Schwaben gelegen is ! Die sind ihm ville zu dumm." Schwabe z'dumm! Ha, schlag doch gla ein zehn Millionen Kreizdonnen Wetter d'rei'. Schwabe z'dumm ! Wer dees akt, dees isch a Esel un dees sag i." Trt Sffsff PtffiYTKifci rt ?l

tt ' 7, " S em man glieks achter de Ohren, dat he. ok suht, wer du dlst, sus detht hat noch nich glöbcn." Z' dumm solle de Schwabe sein! Ha! Js nit der Schiller au einer g'we?" Jewis; Männeken. Aber weißte, der is och davonjeloofen, weil ihm die Uebrigen zu dumm gewesen sind." Un sein mer Sachsen nicht auch noch da? Mer hen den Richard Wagner gehabt; der war merschtendcels der zreßte Musiker der Welt?" Dosekopp! De grötste Musikant dat wer en Scheper in mm Dorp zwischen Bremen un Hamborg. De spälte den siensten Danz up'n Lufekamm. Un hätere Musik hest du men Levdags nich härt. Aber davon iö jo keene Red'. Hier dreiht es sick um Bismarck,. un de i!erl iS'n Schust." A dunnerwettersch Lump!" Damit war die Debatte nun bei dem Punkte angekommen, wo sie harmonisch zu werden begann. Die schwersten Schimpfwone flogen hinüber und wieder herüber. Es ward in schwäbischer, preußischer, sächsischer und plattdeutscher Mundart geflucht und zwar in allen Tonarten. Jetzt war der Augenblick für Charley da. Er erhob sich, noch immer die Zeitung in der Hand haltend um mit seiner Stimme entscheidend einzusetzen. Diese Stimme war zwar höchst unmusikalisch, ein von chronischem Katarrh ruinirter Baß, ein sogenannter Bierbaß, aber sie drang durch und brach :e die streitenden Gäste augenblicklich zum Schweigen. Es war aber nicht die Stimme allein. welche Charley diesen Respect . verschiffte, sondern das ganze Auftreten desselben war würdevoller als das seiner Gäste. Seine Sprache, obwohl in Folge seines, längeren Aufenthaltes in Amerika manchmal durch englische Brokken verunstaltet, war ungleich edler und frei vom Dialekt. Er hatte in seiner Jugend Theologie studirt,' war im Jahre des Unheils 188 unter die, Revolutionäre gerathen und hatte, wie so viele Andere, nach Amerika zu flüchten. Hier hatte er es mit den Jahren zu der Wirthschaft in Navens Corner gebracht. Nichts destoweniger blieb er echt deutsch, verebrte die Politik Bismarcks un) freute sich über die Einignng des alten Vaterlandes wie nur Einer auf amenkanischem Boden. Cientterncii," begann er und lautlose Stille trat ein. Q entfernen, Ihr wollt Teutsche sein, hüt Ihr seid es nicht. Ihr seid Württemberger, Preußen, Sachsen und Hannoveraner, hüt Deutsche seid Ihr nicht. Wer deutsch sein will, der darf Kesiäes Deutschland kein anderes Vaterland haben. Es gab Zeiten in Deutschland, wo die Deutschen in Deutschland' wirkllch deutsch waren. So in den Tagen der Knechtschaft unter dem großen Napoleon, als sie an allen Eckm und Enden sangen: Was ist des Deutschen Vaterland" und darauf die schöne Antwort erklingen ließen: So weit die deutsche Zunge klingt und Gott m Himmel Lieder singt." Oder auch ann jou know als sie mit K ind ld Kegel schrieen: ' Bamsfallera, wir rauchen keinen König mehr!" Das haben wir ja selber noch mit erlebt und mit gesungen. Aber beim Singen blieb es leider, und alter &U gab es wieder keine Teutschen, sondern Preußen, Baiern, Sachsen, Württemberger, Hannoveraner iu s. w., und wer seinen König, Herzog oder Fürsten nicht behzlteu mochte, der wanderte aus nach Amerika. Hut, der alte Erbfehler verließ uns anch bier nicht. Wenn ein Deutscher gefragt wurde: Woher kommst dn?" so antwortete er sicher nicht: Ans Deutschland," fondern: Ich bin ein Lrenße, ein Sachse, ein Schwabe oder ein Plattdeutscher." Vl? Es gab ja kein einiges Deutschland, dessen poli tische Macht hätte imponiren ' können. Für den Amerikaner war Deutschland ein unwesentlicher Landstrich jenseit des Oceans. ' Für Alle, , welche von dorther emwanderteu, führte er den Kollectwaamen ,,l)ute?ime,i. womit ' er stets 'inen gewissen Spott verband; denn er erinnerte sich dabei, der alten Holländer New Amsterdams, die es mit der Politik ebenso eav nahmen wie wir. ZZutnoxv, Gentlemen, wird das anders werden. Der gewaltige Krieg, die Ztiederwerfunz Frankreichs, die Vereinst znng alle? deutschen Stämme zu einem ilalserrcich sind Thatsache, die alle Welt nZi't Staunen, erfüllen. Teutschland ist heute die gefurchteste Macht Europas, uud wir dürfen, wenn wir in Zukllnst , um unsere Herkunft gefragt verden, mit dem größten Stolze ant' warten: Ich bin ein Deutscher!" llnd nun frag ich Euch, (entfernen, xm hat Deutschland diese Größe, wem hJhen ' toir d!c Achtung in der neuen ZLelt zu verdanken. , Hand anf'Z Her)! Zar es nicht. Bismarck, der solch ein ßcit vollbracht? Bekennt es ehrlich, wenn Ihr gute.Teutsche seid, indem Ihr öure Gläser erhebt und mit mir cm dreifaches Hoch ' auf Bismarck, den Schöpfer ' des neuen deutschen Reichs, lusbrmgt.' Er lebe hoch!". : Ha, i bin scho lang dabei!" schmunzelte'der Schwabe. j: ',,, . , Na, den lot cm man susen !" der lattdeutsche,eh,Und 5?. ,Er sllebeZoch! riefen jetzt die vier Stammgäste, ein Jeder in seinem Dialecte, aber mit unverzleichlichem Wohlklange,

Darauf zog, Charley sich auf seinen Platz neben dem Bierfasse zuritck, wahrend am Stammtisch dle Unterhaltung wieder aufgenommen wurde. 'Jo, so schnell schieße de Preißc net. Wäre d'Schwabe net dabei jwä, wer wois, ob's scho fertig wäre mit de Fraw zose." Na, hören Sie, mei Kutester, ich muß Sie hier bemerken, daß de Sachsen ooch nich auf der Bärenhaut gelegen ha öen." - Un de Plattdütschen nich to vergab tcn! Wenn de wat angriept, ' denn he! et: Jungcns holt fast!" - - Ick bin ein Preuße, kennt Ihr meine Farben? Jliedcr seid Ihr Alle am Deutschen Reiche; aber Preußen, dat is der Kopf. Jrütze und Feld regieren de Welt!" Bei dem Wort Frühe" berührte der Sprecher mit der Spitze des Zeigesingers seine Stirn, um anzudeuten, daß der Verstand damit gemeint sei.' - " ? Wat Grütze ! Sühste, dat hier is de wahre Jakob: wo.de henfallt, da giftet Grütze. Dar kannst di.to verlaten, du Zägenbock." Zur Illustration des Satzes hielt-der Plattdeutsche dem Preußen eine geballte Faust unter die Nase. : . I thu di unnerstitze, Plattdeitscher. Dem Schneider da gönn i's. Unner uns Deitsche schpielt er allemol den Großmaul; aber vor'me Amerikaner duht er sich krimme wie a Regenwurm." Na, behaltet gietigst Eire Faust in der Dasche und werdet nich gleich anzieglich H Ick weiß mir jewiß als Jentelmän zu bedragen, Ferdinand ; aber den , Zie jeNbock laß ick nich uf mir sitzen, so wahr ick Preuße bin." Nu, denn sett di doch up'n Zägew bock, du Apensteert!" Plattdeutscher Dickkopp!" 's G'witter soll di verschlage, Ma-lefiz-Preiß!" Ruppscher Luder!" Als die deutschen Vaterländer so aufeinander platzten und die SchimpfWorte hageldicht, aber im schönsten Wohlklanze durcheinander fuhren, erhob, Charley sich abermals von seinem Sitze, und sein dissonirender Baß bewirkte augenblickliche Stille. Gentlemen," hub er an, ja, Gentlemen wollt Ihr sein, hüt Ihr seid es nicht. Ihr zinkt Euch wie Buben, und darum seid Ihr keine Gentlemen. Und was ist es, um das Ihr Euch zankt? Ist es nicht um das, worüber alle Welt jetzt einig ist, nämlich, daß die Deutschen ,n dem großen Kriege zusammengehalten baben wie eine einzige Nation? Da darf es nicht mehr heißen: die Preußen thaten dies und die Sachsen das,, die Plättdeutscheu siegten hier oder jbie Schwaben dort. Es war Deutschland, das Frankreich gedemüthigt hat, und es ward gcdemüthigt, weil jeder Deutsche seine Schuldigkeit- that. Hatten die Preußen das große Werk allein vollbringen können? Gewiß nicht. Hätten die Sachsen es vollbracht? Ans keinen Fall. Die Schwaben etwa? Quod&on! Oder die Hannoveraner? Ihr werdet sagen müssen: Nsvor, never! Aber die Teutschen haben es vermocht, weil sie emig waren. Einst haben diese sich auch gezankt, wie Ihr es hier am Biertische thut, als sie noch im Bundestage seligen Angedenkens saßen. Da stritten sie auch darüber, wer von ihnen Kopf, Hand oder Fuß sei. Sie schlugen sich sogar drum, und dann theilten sie sich in zwei Halsten, in Süddeutsche und Norddeutsche. Nun wußten sie erst recht nicht, wo sie den Kopf hatten. AlZ aber dann die Franzosen, von dieser Uneinigkeit angelockt, ihren Spazier gang nach Berlin unternahmen, fühlten sie sich wieder wie ein Herz und eine Seele, und dann war auch sofort der .?opf wieder an der richtigen Stelle. Ja, Gentf einen, es ist etwas Groges, Herrliches, um die Einigkeit! Was märe' ohne diese Einigkeit wohl aus Deutschland geworden? Ein bemitlei öenswerther Vasallenstaat des französifchen Kaiserreichs. Und was töaren wir Teutschen' in Amerika heute, wenn die Franzosen ihren Spaziergang ausge-. xührt hätten und siegreich in Berlin einzerückt wären? Na, den Spott hätte :ch nicht erleben mögen! Jeder irische Lump hätte vor uns ausgespuckt, die bessere 5Uasse der Amerikaner uus für den Auswurf einer armseligen, verkommenen Nation gehalten, und das Verdienst, was die Unsern sich hier im Bürgerkriege erwarben, wäre nicht als Patriotismus, sondern als häßliche und inzeborene Sucht nach Abenteuern ausgelegt worden. I5ut now, Gentlemen, wird es besser UM uns stehen. Von der Glorie des oeutschen Heldeuthums wird auch ein Theil auf uns fallen, und dann wird es heißen: hQut Gennan fellow eltizens gehören zu den besten der eingewanderten Elemente. Ja, Gsnttems, tliat's iho thrutf i," schloß Charley seine Rede, während er den Gästen die Gläser füllte ; und nun soll die deutsche Einigkeit fc den, die lang ersehnte dents'he Einigkeit, von welcher w:r hier mindestens ebenso öiel Gewinn haben als unsere tapferen Lrüder jenseits des großen Wassers. Ulso: die deutsche Einigkeit lebe hoch!" Ha, i war alleweil a guter Deut -cher", rief Christian Blasebalg.

Ich meerschtendeels ach!" siel schnebbe ein. - Un ick als Preuße bin 'et allemal!" jchrte Fntz Zelllg. ,i j,Na, bann lat'n man wedder süsen!" jchmunzelte Hiunert. Meyer. Un nun ließen die Vertreter der 5 Königreiche die deutsche Einigkeit hoch leben, so voll und kräftig, so frisch und harmonisch, als. müsse dieses , Hoch die eue Errungenschaft des alten Vater landeS für alle Zeit besiegeln. Darauf nahm Charley wieder das Wort: j. ., ,,i .. -i ;- Freunde, Brüder, hub er an wir sollten zur Verherrlichung der vollzogn nen 'Thätsache, daß das' deutsche Volk aun in Wahrheit ein Volk von Brüdern zeworden ist, ein Lied anstimmen, so em

allbekanntes- Volkslied, - das den. Kern der Sache trifft. Die Volkslieder tretfen immer den Nagel auf den ' Kopf. Also, schießt einmal los!" Jetzt gang i an's Brünnele, trink aber net". begann der Schwabe, und Mer gehn nach Lindenau, wo der Him-

mel blau", stimmte fast gleichzeitig der Sachse an. Der Preuße ' fblgtc - mit r " l rvj-'iv . t fllcl , j's: u , - , L '! vtt WIU unier oic otoalen , uno O Hannes, wat'n Hot!"? setzte '.der Plättdeutsche ein. ' 7 Das war ein fugeuartiges Turchem ander, wie es der selige Sebastian Bach sich nicht 'kunstvoller hatte träumen lassen, und die vier Volkslieder stelgerten sich zu einem Hymnus 'auf die deutsche Einigkeit so mächtig, daß die Schei den zitterten und die Leute vor Ver wunderung auf der Straße stille stan, den.' Das Wirthschaftslokal füllte sich alsbald mit Gästen jeder Nationalität. Nachdem Charley diesen die Bedeutung des weihevollen Augenblicks auseinandergesetzt, mußten die vier" wackeren Landsleute ihren wunderbaren Siegesgesang noch mehr als einmal wiederholen,' und das ' einstimmige Urtheil der Zuhörer lautete dahin, daß in Ravenö Corner noch nie ein musikalisch:? Genuß gleich dem hentigen geboten worden sei. Auch die vier einigen Deutschen verließen an diesem Abenddie Stammkneipe min der innerlichsten Ueberzeugung,' die alte, glorreiche Heimath in würdigster Weise repräz'eutirt zu haben. . Gewiß nicht weniger Stolz auf den Ruhm der siegreichen deutschen Nation, als die aus dem besiegten Fraukrelch heimkehrenden Vaterlandsoertheidiger es gewesen w.,rett, marschirten sie Arm ' in Arm auf der Mitte des Fahrweges dahin, weil ihnen der Seitenweg viel zu enge war; uno als sie am Ende der Straße bereits um die Ecke verschwunden, horte Char. ley, der ihnen von , seiner Thür aus, wehmüthig nachgeschaut hatte, das ihm wohlbekannte Lied erklingen: Dentschland, Deutschland über Alles, Ueber Alles in der Wett :e." Merkwürdig," meinte er, daß die't Deutschen nie anders als im Rausche oder in der Noth einig werden können! I$ut nover rnind, sie sind nicht die schlechtesten Bansteme unserer Republik und mtt der Zeit werden sie immer gute Amerikaner." Tann trat er in's Loeal zurück, trank ganz mutterseelenallein noch eins aus den eisernen. Kanzler, ein anderes aus da wiedererstandene deutsche Reich und löschte darauf schmunzelnd die Lichten aus. Aus der guten alten Zeit. Von einem interessanten Curiosum weiß der Berliner Correspondent der Mosk. Wed." zn berichten. Derselbe ist in den Besitz eines Dokuments aus dem preußischen Justizministerium gelangt, aus dem überraschender Weise hervorgeht, daß es eine Zeit gab, wo Preußen seine Verbrecher nach Sibirien devor!i?en konnte. Das von dem Correspondenten wörtlich mitgetheilte Aktenstück lautet: 1'ublios.näum wegen Deportation incorrigibler Verbrecher in die Sibirischen Bergwerke. , Ds Dato Berlin, 7. Juli 1802. Um das Eigenthum der treuen llnterthanen Sr. Majestät nach Möglichkeit vor den Anschlagen der Diebe, Räuber, Brandstifter und ähnlicher gefährlicher Ver breche? zu hüten, haben Seine Königliche Majestät allerdings umfassende Maßregeln getroffen,' damit solche Böse-! wichter ergriffen, und empfindlich lbestraft würden. Es hat aber die Er fahrung bewiesen, daß das Ziel auf diesen Wegen nicht erreicht wird, da man auch bei der höchsten Vorsicht nicht verhindern kann, daß viele von diesen Verbrechern von Zeit zu Zeit aus den Gefängnissen entspringen; und so hat, dank der Aussicht auf die Möglichkeit zur Flucht, sogar die Verurtheilung zn lebenslänglicher Zwangsarbeit in den Augen dieser Bösewichter ihre cm schüchterne Bedeutung verloren. In Ansehung dessen haben Se. Ma jestät verfügt, die in den Gefängnissen befindlichen unverbesserlichen- Diebe, Räuber Morder, Brandstifter und ähnliche gefährliche Verbrecher in einem entfernten Welttheilt zu deportiren, woselbst sie den schwersten Arbeiten unterliegen, ohne Hoffnung, sich irgend wann befreien zu können. Demgemäß ist mit dem Kaiserlich Russischen Hose eine Vereinbarung getroffen worden, daß diese Bösewichter zu Arbeiten in den Bergwerken im anßersten Sibirien, tausend Meilen von den Grenzen des Könlgreichs ' entfernt, verwandt werden sollen, und sino also vorerst 5S Erzböse wichter am 17. dieses Juni dem Kaiserlich Russischen Commandanten in Narwa zur Weiterbeförderung in die sibirischen Bergwerke abgeliefert worden. Se. Königliche Majestät wird die Eigenthumsrechte seiner Unterthanen gegen die Unternehmungen solcher Bösewichter schützen, indem er derartige Personen von Zeit zu Zeit in die obenbezeichnete Verbannung senden lassen wird besehlen und demnach Se. Majestät, hierüber zur Beruhigung wohlgesinnter Unterthanen und allen Uebrigen zur Warnunz Publikation zu erlassen. Sin tum Berlin, den 7Junius 1802. Aus r. Kgl. Ma-estätAllergnädigsten Speeial - Befehl." ' Unterschrieben: Graf Schulenburg und v.,Goldbeck.) ' Red e n s a r t. Kundin: W!e kommt es, Herr Principal, daß es jetzt hier so leer ist, es war doch sonst grase um diese Zeit Ihr Geschäft so unendlich besucht" Brincipal: A'ber, gnädige Frau, sehen Sie sich doch dieses furcht bare Unwetter an, dabei geht doch kein anständiger Mensch aus." . : , ; i ul Heirath S,, Bureau. Nun, sind Sie schon ' im Besitze einer Photographie von .der mir,, zugedachten Dame?5 .;: . Jawohl U Hier, mnn ' ij'' I'iijil" " . :! '! -w " ' "!.: r""lL ! " snrl . Mrt tvirn ,ic-it vtntr ni.irn y Vf lr. Vrf.V, tU VtkVlM Bilde scheint .die Dame viel älter zu sein, als Sie sagten!" O bitte, das ist auch schon eine alte Photographie!"

Gesundheitspflege: Der Fuß u nd fein e L e id en. Die Mode verschlingt, gleich weiland Gott Saturn, ihre eigeuen Kinder. Mit die Crinoline (zu deutsch Gehkorb) und die Tournüre (zu deutsch Hinterwulst) vom irdischen Schauplatz abgetreten sind, so haben sich auch die Stöckelschuhe aus die Socken gemacht. , Sie sind da, hin, und Niemand weint diesen komischen' Ausgeburten einer närrischen Mode eine Thräne nach. Durch die zwei "Zoll höhen Absätze wurde, der Schwerpunkt" des Körpers auf die Zehen vorgeschoben und' letztere genöthigt, eine Centnerlasi zutragenHDief Folge war, , daß de: Gang seine ' natürliche Ärazic einbüßte und sich in ein Trippeln verwandelte, welches nicht nur zu Ermüdung, sonder auch durch den Druck des Leders auf die Zehen zu Verbildungen und Erkrankuw gen derselben führte. Das Heer bei Hühneraugen und Ballen schwoll , .zu einer früher'' noch nie gesehenen Stärkt an. Bei vielen Menschen findet sich, meis; auf der Rü.ckenfläche der Fußzehen oder zwischen denselben, zuweilen auch a den Fersen oder an der Fußsohle, ii, Form eines rundlichen Scheibchens und im Umfang eines silbernen Zwanzig' Pfennigstücks eine schwielige, hornartig? Verhärtung, welche einem Nägel gleich in eine feinerm die tiefsten Lagen de! Haut, zuweilen bis in die Knochenhaut oder in eine Gelenkkapsel sich einbohrend Spitze verläuft Trägt man diese Verhärtung mit einem ä)!esser in dünne Schichten ab, so stoßt man allmälig au einen runden, dunklen Fleck in der Mitte einer Schnittfläche, welcher von einem durchschimmernden, zu einen! dunklen Farbstoff erhärteten Bluts' tropfen herrührt.' Mit Hilfe einige, Phantasie nimmt dieser röthliche Flecl die Gestalt eines Hühnerauges an Es begreift sich leicht, daß die zarten Hautnerven unter dem doppelten Druc! eines solchen Horngewächses und einel engen Schuhwerks, namentlich bei Gehen und wenn der Fuß warm wird und anschwillt, Höllenqualen erdulde? müssen. Das Hühnerauge ist ein krankhafte; Erzeugniß der Cultnr und verkehrtes Schönheitsgefühls. : Wir lachen deq Chinesen aus, der seiner weiblicheq Nachkommenschaft vom Tage der Geburt an die Füße so lange einquetscht, bis sie verkrüppelten Stümmelchen gleichen Aber machen wir's denn eigentlich anders? Herrscht nicht auch bei uns der Moloch des kleinen FußeS"? Arbeitet denn nicht, diesem Götzen zu Liebe Alles darauf hin, dem Fuße seine Wohlgestalt zu rauben, seine regele mäßige Entwicklung zu verkümmern und das Gehen zu erschweren? Ein lächerlich kleines Füßchen gehört mm einmal bei uns zn den unentbehrllchsten Eigenschsften weiblicher Wohlgestalt. Bald nach dem ersten Lebensjahr werden dein armen Kinde seine Gehwerkzeuge in niedliche Schuhchen eingezwängt, - mit der natürlichen Folge, daß die Zehen aus Mangel an freiem Spielraum genöthigt sind, ' sich übereinander zu legen eine Verunstaltung, von der sie sich zeitlebens nicht mehr befreien können. Doch seien wir nicht nngerecht! Nichj alle künstlich erworbenen Fußleiden sind dem Modeteufel zuzuschreiben. Ein gut ( Theil verdanken wir dem Schuh mzcher. f Manchen' Unglücklichen ver- ; folgt zeitlebens das Pech, Pfuschern : in die Hände zu fallen. Klagen wir 'be- ' relts beim Emp fang ' des neuen Schuhzeugs, es drücke uns den Fuß ab, sc läutet der unvermeidliche Trost, das sei im Anfang immer so, später werde sich der Stiefel allmählig austreten! Für gewöhnlich geschieht aber nichts, als daß der gepreßte Dulder sich seinem Drän ger fügen lernt was dann freilich nicht ohne Schwielen und Ballen, Hühner äugen uud Einwachsen der Nägel ab geht. : Der Grundfehler liegt - in der mangelhaften Ausbildung des Handwerkers. Der Meister,, der sewst nichts Ordentliches gelernt hat,, kann auch dem Lehr ling nichts Rechtes beibringen. Wmn es.Schneider-Akademien. giebt, warum nicht auch Schuhmacher-Lehranstalten, worin der angehende Hans Sachs das Nöthigste über den anatomischen Bau des Fußes erfährt? Eine ganze Bibliothek von Leisten allein macht's nichts undwas bloße Maßnehmen auch nicht, Kein Fuß gleicht dem andern. Nur ein Gipsabguß, wie er jetzt in den größeren Werkstätten statt des Maßnehmens oder neben, demselben in Gebrauch komm:, giebt ein treues Abbild des Fußes, wie ihn die Natur schuf, . mit all. seinen Eigenheiten! Um Hühneraugen zn vermeiden, b? herzige man den Grundsatz, vor Allem nur bequemes Schuhwerk von weichem, nachgiebigem Stoff, z. A Kalbst oder erokodilleder zu tragen. Um sich ganz vor Druck zu schätzen, lasse man ,sich ge nau nach dem .Gypsmodell seines Fußes einen, Leisten anfertigen, und auf diejeuige , Stelle ; desjclvcn, welche dem Leichdorn entspricht, ein .kleines Ledersleckchen von derselben Größe befestigen. Bei einem Hühndrauze ans . der Fußplatte lege man eine Filzsohle mit einer Leffnüng zur Aufnahme desselben in den Stiefel. ' Sitzt es zwischen den Zehen, w suche man den Druck durch Anleimen oder durch Einführung eines nach der Form des Leichdorns auZgeschnittcnen Schwammstückchens zu bezettigeu. Will man sich von Z seinem Fußtyran neu gründlich befreien, f? hält dies nicht schwer, crioroert aber , in .vielen Fällen , große Ausdauer. , ,, Bevor mau mit dem Z.'esfcr herangeht, , ,muß . man die Haut in einem lauwarmen Seifenfnßbad ordentlich erweichen ' Zur Opcration gehört ' eine' sichere, feste Hand z es ist nicht rathsam, sie an sich selbst vorzunehmen; wie leicht- drrngt das Messer tiefer als es soll und verletzt edlere Theile, zum Beift iel die Knochenhaut oder das Gelenk. Vorher ist die Zehe sowie da 3 Instrument sorgfältig mit Carbolwasscr zu reinige::. Jedenfalls schneide man nur in ganz dünnen

Scheibchen und nur mit der Fläche, ni: mit der Spitze des Messers, und höre alsbald auf, sowie nur etwas Rosiges durchschimmert; nie darf die Operation Schmerz verursachen, nie darf auch nur ein Tropfen Bluts zum Vorschein kommen. Bei entzündeten Zehen, Fnßgicht oder in höheren Jahren ist das Ausschneiden ganz und gar zu unterlassen. . Ueber , Haupt ist das letztere nur ein linderndes,' aber kein radikales Mittel, denn das! Hühnerauges wächst gewöhnlich wieder. Weit sicherer helfen die allmälig wirkenden Mittel mit'welchen zweckmäßig alle zwei Tage ein lauwarmes Fußbad verbunden wird. Zunächst werde das m Bade genügend erweichte Hühnerauge mit Seifwasser gehörig abgerieben, dann tüchtig gebürstet und gefeilt, worauf sich die einzelnen Schichten oft mit de?; Wurzel schnell ablösen werden. Sodann streicht,' man etwas Scifcnpflaster vor der Dicke eines Messerrückens auf weiches'Handschuhleder, und trägt dieS auf die kranke Stelle auf. Ebenso wie 'S Hühnerauge gehört auch der Ballen zu den Schuhmacher fünden. Im Naturzustande nämlich ist die große Zehe so gut wie die kleine gerade nach vorn gerichtet ; von einem zu engen und zu kurzen Schuh eingezwängt, sucht sich die große Zehe seitlich nach den kleinen zu Raum zu verschaff fen und behalt nun zeitlebens diese schräge Stellung. DaZ Ballengelenk aber steht fortwährend unter dem Druck des Schuhzeüges,! . schwillt unförmlich an, entzündet sich und wird ungemeil'Z, schmerzhast, so daß der Fuß keinen Stiefel aushalten kann. Auf derartige rothe und entzündete Ballen lege man eine messerrückendicke Lage feuchter Watte und bedecke dieselbe über Nacht mit Gummipapier-eine Behandlungs? weise, welche auch bei 'entzündlichen Hühneraugen sehr lindernd wirkt. Bei letzterer wäre auch Bestreuen mW Salicylsäure und Umwickeln mit Heftpflaster zu empfehlen. Der Ballen an sich ist zum unheilß baren Uebel geworden, es bleibt hier nichts weiter übrig, als gle' In fertigung eines Stiefels mr'.Aus buchtung des Leders im Umfange der kranken Stelle anbringen zu, lassen. Der eingewachsene Nagel kommt bei den Füßen nur an der großen Zehe vor und ist theils die Folge von zu engem und zu kurzem Schuhwerk, theils von fehlerhaftem Beschneiden des Nagels. Er verursacht heftige Entzündung, Anschwellung und Eiterung im Nagclsalz,' Hervorschießcn von wildem Fleisch ans demselben , und dle unerträglichsten Schmerzen beim Gehen. Vernachlässigt, schttltet die Entzündung auf die Kno chenhaut fort und kann schließlich zur Ablösung der Zehe nöthigen. Beim ersten Entstehe des Uebels, befleißige man sich möglichst ruhigen Verhaltens, nehme täglich zwei lauwarme Seifcnfußbädcr, mache Umschläge von Bleiwasser. Man umwickele die Zehen mit glattem Staniolpapier, bringe einen Streifen unter den Nagel und einen andern in die seitliche eiternde Furche. Wird das Uebel schlimmer, so erweiche man den Nagel durch schnelles Betupfen mit kaustischer Kalilösung schabe die erweichte Schicht w-t der Scharfe von GlaS ab und betupfe von Neuem, so lange bis nur noch eine ganz dünne Lage des Nagels übrig bleibt, die man denn ohne Schmerz mit einem Schecrchen durchschneiden und mit einem Zängchen ablösen kann. Verhütet kann das' Leiden- nur durch richtiges Beschneiden. deS Nagels werden: man schneide nie rund, sondern horizontal, ja daß noch eine scharfe Ecke übrig bleibt. Gegen Frostbeulen am Fuß, wenn sie eitern, brauche man Zinkfalbe auf Charpie; sind sie noch trocken, Einreibungen mit Petroleum, oder Bepinseln mit Tischlerleim, oder gleichen Theilen von Gallapfel- und Jodtinctur. Krampfadern. Bei Personen, die anhaltend gehen oder stehen müssen, wie auch nach mehrfachen Wochenbetten, stel len sich öfters an den Unterschenkeln starke Venenanschwellungen ein, welche manchmal die Dicke eines Fingers errei chen und zuweilen bis in die Weichcnge gend sich, erstrecken. . Diese Aderknotcn erschweren das Gehen und können durch Platzen Verblutung , herbeisührcn. , Der Patient lasse sich vom Bandagisten nach genauem Maß einen Gummistrümpf anfertigen, so hoch, wie die Adcrstränge verlausen. Gegen Fußschweiße hilft eiue, alle'8 14 Tage zu wiederholende Vepinseluug,, des sorgfältig gereinigten Fußes mit einer 10 v. H. Chromsäurelösung ode? auch Ein streuen von Salicylsäurepulver in den Strumpf. . Tr. D. Der Zfragekasten.

I. Jede auZ unserem Abonncutenkreist an uns gerichtete Anfrage wird im Fragekasten genau und richtig kennt' Wörter. ' Die Redaction. , II, Da die Redaction je d e Frage be antworten kann, so bitte ich mir geW ligst mitzutbeilen, woher ; Kam scini Frau genommen, da, wie die Bibel eo zählt, es damals außer Eva, der Muttcr Kains, keine anderen weiblichen We 'en gab. Glatteis, Abonnent, . ' - UI. m , ;Herni Glatteis. Hier. Unnütze Neugier und Einmischung in Fa:nilienangelegenbeilen ist verwerflich Z i- Außerdem kann die Redaction aus , Schonung, kür die noch lebenden Verwandten des Verstorbeneu Ihre Frage . nicht beaut wortcn! ' . , " 1 : ' , f iw Ei na e gangen. . Patient: Doctor Müller, der unsere Stadt i er, lassen, meinte, mein Leiden sei ernster Art !" NeuerArzt AchÄein Lie' der.' anf das, was der sagt, müssen Sie nichts geben !" -Patient: Er hat Sie mir aber empfohlen !"

Aus der Tertiärzeir. Das Vorkommen des Menschen öer Tertiärzeit wird bekanntlich von den meisten Forschern als nicht bewuscn be, trachtet. Unter diesen Beweisen . spielen die Menschenreste, welche von Fiorcntins Ameghiuo in feiner Angabe nach) der jüngeren Terttärzeit angehörenden ErZ schichten Argentiniens gefunden wurden, eine besonders wichtige Rolle.' CvanZ erklärt mit vielen Anderen ! die Angaben. Amegbinos für ' bestätigungsbedürftig. Dieser hat nun in einem neueren Werke die Erlebnisse seiner Forschungen zu sammengefaßt. Wir theilen davon nach Dr. Kobclt, der diese Untersuchungen im Globus" beifällig bespricht, hier Folgendes mit: . - An einer ganzen Reihe von Stellen wurden im vieren Tertiärs und zwar in denjenigen Schichten welche man als älteres r Pliocän bezeichnet,! zusammen mit den Knochen des Riesenfaulthiers (Meatf,??i,i,) und der auZgestorbe-

k nen riesigen Gürtelthiere (Glypfcxlcm, l'anochus u. f. n.) Nicht nur vearbettete Steine, sondern auch vom Menschen aufgeschlagene Röhrenknochen und vor Allem Feuerspuren gefunden. Ja, man hat sogar drei nahezu vollständige menschliche Skelette erbeutet, von denen freilich nur eines Ameghino zugänglich war. Dasselbe zeichnete! sich besonders dadurch aus, daß das Brustbein einLoch, hatte und daß 13 Rückenwirbel ( statt 12) vorhanden waren. ' zwei Er - scheinungen, die sich auch jetzt noch dann und wann emmal beim Menschen finden. Außerdem hat , aber Ameghino in noch älteren Erdschichten, nämlich im mittleren ' Tertiär, :dim sogenannten Miocän, dle gewöhnlichen Menschcnspu ren gefunden: geschlagene Steine, auf gespaltene " Röhrenknochen und' Kohlen. Hiernach hat es also in Argentinien schon zur mittleren Tcrtiärzcit ein Wesen ge geben, das die Eigenschaften des Menschen hatte, wenn es auch vielleicht drei zehn Rückenwirbel und ein durchbohrtes Brustbein besaß. ; Ameghinos mit der größten Sorgfalt ausgesührte Ausgrabungen haben ihm merkwürdige Aufschlüsse über die Lebensweise des Tertiärmenschca geliefert. Lange beschäftigte ihn die Frage: Ws fand der Mensch Schutz vor der Witterung und den wilden Thieren in rinenr flachen Sumpflande. das ihm weder Hohlen, noch hohe Bäume, noch dichtenWald bot? Ein glücklicher Zufall sollte die Erklärung bringen. Mehrfach hatte man schon die Panzer der Ricscngürtel thiere in enger Verbindung mit Men schenspuren gefunden, und aus solchen Panzern waren immer die Skclcttknöchen, die nicht von selbst herausfallen können, entfernt. Als Ameghino einstmals den Panzer eines GürtelthierS ausgrub, der mit der Bauchseite inch unten neben einer alten Feuerstelle auf dem noch erkennbar ehemaligen Boden lag, bemerkte er unter demselben eine , gegrabene Vertiefung und in dieser bearbeitete llnochen und Zähne von Toxodon und Mylodon, (riesigen, den Faulthieren nahestehenden Thieren. ) ES haben also die leeren Panzernder gewaltigen Gürtelthiere dem Tertiär menschen als Obdach dienen- müssen. Groß genug sind sie, häufig 1 Meter, lang und fast ebenso breit und über ein Meter hoch; manche Matrosenlabine der Gegenwart bietet weniger Raum. Die Gürtelthiere ' haben auch dem Menschen vielfach! als Nahrung dienen müssen, ' ,und er hat sie in derselben Weise zubereitet, wie das der Gauche von heute mit dem kleinen Gürtelthier, dem Armadillo, macht. Professor Roth fand einen der Länge nach getheilten, außen verkohlten Panzer ei'n.S jungen Riesengürtclthiers (Glyptodon), ; der offenbar mit dem Fleische darin über dem Feuer gebraten worden war. Nicht weniger merkwürdig , ist ein anderer Fund, von dem Ameghino berichtet: Äahe bei Buenos-Ayrcs wurde durch eine' Stromveränderung' das Skelett eines Megatheriums ,. blosgelegt irndr sorgfältig ausgegraben; es ergab sich, daß es in einem später auSgcsülltnr sumpfigen Teiche lag., Rucken und Rippen waren durch Feuer zerstört, die übrigen Theile gt erhaltem Offenbar war das riesige Faulthier durch, irgend einen unglücklichen Zufall in den Schlamm gerathen und darin stecken gr blieben; die Menschen, un fähig, den K oloß herauszuschaffen, hatten einfach ein Feuer auf ihm angemacht und ihn so gebraten. ,-. " D a's Weib' i n der Herze zowina. Ueber j die Stellung, welche: das Weib in 'der 'Herzegowina enteßt. mögen folgende Aphorismen Aufschluß' geben. Wie- lebst Du miDDeiner Schwägerin ?" fragte die Mutter ihre jüngst verheirathcte Tochter. Seh gut ; Gr'tt erhalte sie von Sonntag, auf den Montag.". . . . Habt Ihr einen Telegraph?- fragte der Talwatiner. Nein, wozu waren die Weiber", ant' wortete der Najah. . . .Willst Dn, das? ich M Wasser springe? fraglejin r-, gerlicher Herzegowiner' vorwurssvolt szin Weib. Im .Mecre " ist's sehr weich, im kühlen Bach seh? angenehm; suche Dir, mein - Schatz, 'aus,' was Dir ' besser behagt-, antwortete das besorgte zum 'B. für dcn .Beziex,, v?nt1ß..bis, , zum L0. für wen immer, wcnn's nur ein'MannK" . .. Wen 'möch:cst Du' : lieber, einen reichen Alten oder einen : armen ?iirtü?n9 ..Pit& Wnttrr :; ."- ,r--" ...r;,li; alle Beide, damit Ihr mich nicht zu bel l dauern braucht," . . . . Wann sollen die j. w .iV j- r. r "'. it' " ttinoer uelraiyen" neryttrarde den ! -j . i . "ii . !;,,.'' x-rint lnnr? "Oit t nrn 1 rnMt , wann Dn kannst, denn ein Weid ist. iMrntfr rtr Pins irmaertp rnn tr : ' r " fi F 'I ' "rf y"r!!:',-; frffstPit. ÖLDäraftfriiti?ffi für birppfcT!Ä! ! ui.uu.iiiij, va- 'Citivii tuiv v!;viuuut b& m di kes tina toi a pudp vl fihnnxm m . w or..: ) u. .. . jii . .: r I l 'l. ' .( vtMi IVMV Ul Wtil 4tVliiVi uvv;i.it . fragte oer oun.v ais er au, merzen tinrt ' in.. ' sttf 'Vi??tnrHFif hnr 'ftriff -imWL?.,: i'b , vw yu4H) vv vvvi Ui' i, '. "tt? Vit( sZUvs rii to V)T.nr4M " i'.E ,:"'. ij Vr Vi,flW V V 4 -t lti JUvil. ,:1 .Mi;

Welb .rotzvater, wie schätzen )iix die Mädchen?" Vom 1 l. bis zum 1. Jahre für den Sultan, vom 1a. bis

.f' 1u l si

ft. T pm -jäi 7; ß. :'ivil!.j ÄlSiKlä-, m 'iSgf':Ml 0täfx i'iJi'lf C ::5i,'i! mmM 'jßßt L 34

f ' -l,'J

fi'j; M