Indiana Tribüne, Volume 14, Number 99, Indianapolis, Marion County, 28 December 1890 — Page 3

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S)k 3 ennn orD tsQittöer. Sozialer Rsman tu L ü t t t S d n r g. tca (2. Fortsetzung.) Mm D'ennhsrdt! da gibt'S nichts! Na und eun da Einer lo was maScn wollte, hernach Hort'S auf," sagte der Erste höhnend. Dein ist nicht zu trauen, und wir haben nicht Lust, ihm z Gefallen unseren ehrlichen Namen zu wagen. Hab' ich nicht Recht?" 3t roKen3 nicht, bestätigten drei Stimmen. Der Inspektor durchkreuzte ein paar Mal schnelln Schrittes das Zimmer. Dann blieb er vor den drei an der Thür" flehenden Burschen stehen. , Ihr-verlangt Cure Entlassung? pOde? der geht," tönte es einstimmig zurück. Jch roill mir die Sache überlegen, Ihr sollt Bescheid haöen. Geht an die Arbeit. Die Burschen vn ließen triumphirend D3 Gemach. AlS ie ihre Plätze im ArkeitSraum wieder einnahmen, richteten sich viele spöttische Blicke aus Brenner. Jflmt hat's die längste Zeit gedauert, " hortr dieser dicht in seiner Nähe sägen, i ober er dachte nicht daran, die Worte cuj sich zu beziehen. Inzwischen hatte der Inspektor Wiehekwd sich bemüht, die ihm oorgetrageixt Verdächtigungen zu untersuchen. PicLstahle waren allerdings vorgekominen und, ro!e sich ergab, zumeist in der Nachbarschaft des Platzes, an welchem Brenner arbeitete. Diese Thatsache bcr war gewiß keine Bestätigung eines Verdachtes, vielmehr durste angenom rjrea werden, daß, wenn er der Thäter war, gerade dieser Umstand ihn bewogen k.abcn würde, feine Handlungen an einem von feinem Platze weit genug entfern, ftn Punk zur Ausführung zu bringen.. Im Allzememen wollte auch Nie' snand daran glauben, da(j Brenner , derartiges thun könne, obwohl ja sein Aeußeres kein vertrauenerweckendes war. Gegen seine Ankläger ließ sich dagegc nichts sagen. Es waren Burschen aus unständigen Familien, die sich in der Echule gut geführt hatten. Noch mit dem ihm vorliegenden uw angenehmen Fall beschäftigt, kam ein Bote von dem Fabrikherrn, den Jnspekto, in dessen Arbeitszimmer zu berufen. Herr Wiedekmd folgte sofort der an ihn ergangmen Aufforderung , enb schloffen, die Angelegenheit, welche ihn so lebhaft beschäftigte, bei Herrn Brenner zn? Sprache zu bringen. Der Chef stand an dem Fenster scm.es Arbeitszimmers, als der Gerufene eins trat. Er blickte in den Garten hinaus, dessen Bäume und Buschwelk sorgfältig das Manerwerk inliegender, zu der Fabrik gehöriger Räumlichkeiten ren bärge und so den Gedanken erwecken konnten, als ob man sich im Freien befände. Das Klopfen an der Thur hatte ihn nicht aus tiefem Sinnen aufgeschreckt, erst als er hinter sich ein leises Räuspern vernahm, wandte er sich mit einer raschen Bewegung um. E ist gut, daß Sie da, sind, mein 'liebe? Wiedekind. Mir liegt etwas auf der Seele. Bitte, sehen Sie sich einmal diese Zeichnungen au." Herr Brenner legte zwei Zeichen? 'blätter, die er zwischen den Fingern 'l i!t, aus seinen Arbeitstisch. Der Inspektor warf einen prüfenden Blick darauf. Es waren eine gemein und eine verkürzte Znkloide, mit rothe? " nnd fchn?a?zer Tinte ansgesührt. Unten xzS'lü in der C?ikc stand in Rundschrift der Rme: Jakob Brenner." Der junge Mann muß ungewöhnlich talentvoll sein." sagte der Fabrikherr, ls der Inspektor noch immer die Zeicnng betrachtete, tiwkifcllos, Herr Geheimrath, ob- , gleich ich diese Thatsache nicht gerade tm dieser Zeichnungen willen bestätigen inöchke. Sie sind allerdings mit uns gWshnllcher Genauigkeit angefertigt, bcr viele junge Leute aus unserer Fabrik würden dasselbe ausführen. " Ja gewiß. Sie meinen diejenigen, welche unsere Kunstgewerbefchule besucht liiikn. Das ist etwas Anderes. Brenner war auf der Bürgerschule und und, tii&i wahr ? auch leider einige Jabre mDennhardt?" Dk Worte waren langsam und swckcnd über die Lippen des Fabrikherrn eMmmen uiid jäh war das Blut in seine bleichen Wangen gestiegen. Er fuhr sich rsii einem Tuch über die Stirn, wahrend er un seinem Arbeitstisch Platz nahm. Ja, leider," bestätigte der Inspektor: ,ES wird dem Burschen immer nache line,tvuf , ' D, nicht doch nicht doch, eisertt sKerr Brenner. Ein tüchtiger Mensch x:vp nicht schwer die Erinnerung an li num Jugendstreich abschütteln, zumal in solchen Fällen die Verführung meist eine fÄ?lle spult. Wie macht er sich übrigens ? fciS'ss1 waren, wenn ich mich recht erinnere, !fr ;uf.icden mit ihm ?", k - - v ' :- ----- i ..Ja, ich war mit ihm znfrieden.mußke Ghn!r.lttKlfchenabcr'V . . ''! . T ir i Jt , . M m da''; ich m vorschnelles Urtheil geZallt Mähe. Mir ist die Sache selbst Man, WSWI rchwo WtSFZvrsche mit Ihnen mehmcn. Lerdet Wtz ini Laufe der letzten Wochen mit dem Ifbgrit Mann eine große Veränderung Wairze. . ' . K, M:e so. - miUßm 'itttnh- -MMGi tw -SPe v "'sjil W v,'.... -., . iijii, ;-. ; , DVJnlpektöe warz einen befremdeten SllS'auf seinen Herrn, an oem ncy eine v-n .rstit i;cu'nö"ri linrii v e vemerio ar inad.te. ' . r erzüytte, uno als er enolim der ihm am heutigett Morgen gemachten rönnungen Erwähnung that, brauste s:: flkchcOextigkeikiÄufI.,,, ; ::. -;, ..Entlassen Sie die Burschen sofort. t-ci lü ein lügenhaftes Gesinde! ! Brenner msSt!aufmich!kein Menschen, , an dessen Rechtlichkeit RÄlveiselNIönnke Ich wlll übrigens ,!, , ': l'-ä'V.I .f1;'!11--"!." ' . ,! f. c.nutal mit dem jung Manne selbst p- .vrri i, V. t ! I',,.: .. Jliiilü.'lliii'li.iÜMiik.;,:! ilä'i

.Befehlen Sie gleich, Herr Gcheims eath "' ; ' Nein, nein, nicht henke, mir ist nicht Vohl." lehnte der Fabrikherr ab, indem er kalte Schweißtropfen von seiner Stirn wischte. Vielleicht morgen übermorgen. Ich werde Ihnen Bescheid sagen. .Und die Anderen?" Sie haben die Äahl zu bleibm selbstverständlich mit Brenner oder zu gehen. Sage Sie ihnen daö. Im letzteren Falle soll den Burschen heute die Löhnung bis zum Schluß dieser Woche ausgezahlt werden." Die Entscheidung war nicht ganz im Sinne des Inspektors. Er hatte fein Vertrauen zu Brenner verloren, weil er sich von ihm belogen glaubte, und hätte nun eine sorgfältige Prüfung der Angelegenhett gewünscht, ehe es zu einer end, giltkgen Entscheidung käme. Er wußte aber erfahrungSmaßig, daß bei der gegnwartigen Stimmung des Fabrikherrn, die sich nicht verbergen ließ, eine Sm nesanderung kaum zu erwarte war. So gab er von vornherein den Versuch auf. welchen er einen Augenblick hatte machen wollen. DerJnspektor war gegangen, um den ihm ertheilten Austrag zur Ausführung zu bringen und persönlich die vier Anklager Brenners sür die Vcfpcrstunden in sein Bureau zu bestellen. Unten ertönte der laute Klang der Fabrikglocke. Die Arbeiter legten unverweilt ihr Handwerksgeräkh nieder. Brenner trat mit einem Bohrer an sei nen Nachbarn heran. Der Bohrer gehört Dir, Röhnifch, sagte er, as WerkMg bei demselben niederlegend. Derselbe warf ihm einen unsicheren Blick zu, doch gleich leuchtete es unheimlich in feinen Äugen auf: Hast' was gemerkt? Wird wohl nicht viel nützen, warf er verächtlich hin. j$atoh Brenner hatte die Bemerkung

gehört, aber nicht weiter Acht auf sie gegeben. Er nahm sich nicht die Mühe, über dieselbe nachzudenken da sie ihm unverständlich war, und cs sich doch nul um irgend eine beabsichtigte Kränkung handeln konnte. Am Nachmittag sollte er auf unlkebfame Weise daran erinnert werden. Nach der Vesperstunde, als er eben an seinen Schraubstock zurückgekehrt war, während ein Theil der übrigen Arbeiter noch gruppenweise zusammenstand, schreckte ihn plötzlich eine laut und heftig schimpfende Stimme in seiner unmittel' baren Nah auf. O, das macht nichts weiter aus. Wir bekommen Stellung in jeder ande ren Fabrik. Wenn man seine Sacht versteht, braucht man sich nicht zu furch: ten. Mir ist doch eine andere Stelle, wo ich sicher bin, anständige Mitarbeite! zu haben, lieber, wenns auch nicht sc großherrlich hergeht, anstatt Gefahr zu laufen, für anderer Leute Diebereien verdächtigt zu werden. Danke! Geh' mir einer mit Dennhardtsbrüdern!" Brenner zuckte zusammen, schon war jede Spür von Farbe aus seinem Gesichl gewichen, die rechte Hand, welche d Feile gehandhabt, .mit dem Werkzeug schlaff herabgesnnken. Seim halbgeöffneten Lippen schienen zu einer Entgegnung bereit, aber kein Laut wollte sich seiner Kehle entringen. Schweigend sah er, wie der Sprecher seine Schublade öffnete und sein Handwerkszeug herauszureißen gann. während eine Anzahl Arbeiter sich mit Fragen an ihn herandrängte. Fremd gemacht! Mitten in der Woche! Was ist xassirt?" rief es durcheinander. pO, nicht viel, aber gerade genüg, um wieder einmal sehen zu können, wie's die Herren mit uns machen." , Ein älterer Mann drängte sich vor. Er war eine schmächtige Erscheinung mit leichlgebögenem Rücken und schneeweißem Haupt-und Barthaar und einem schmaZen, hageren Gesicht. In den feinen Zügen, die einen ausfälligen Gegensah zu der blauenV louse und dem Lcderschnrzz fell bildeten, prägten sich Wohlwollest und Herzensgute aus, während aus den graublaueil, Augen ein ' ungewöhnlich scharfe? Verstand leuchtete. , t , ,,, Rede, Nöhnisch! aber nicht so, som dern klar und deutlich," sagte er, an den noch immer schimpfenden Burschen herantretend. .Mit derartigen Schwätzereien, die sinnlos nachgesprochen werden, wird nichts erreicht, aber viel Unheil und Unverstand unterstützt. Wer hat Dich fremd gemacht?", Nrn: wer sonst? Der Herr Gcbcimrath, lautete die huhnisch gegeben Antwort. ' Warum?'' ' ' . ,Scid Ihr Untersuchungsrichter Grünwald? Dort steht' die richtig! Adresse, wenn denn einmal inkriminirt werden soll." . ; Er beutete nur einer wegwerfenden Geberde auf Brenner, der noch immer regungslos danand. 'v Das feine Gesicht Grünwalds nahm nen Hauch von Rothe an. , Mit fcflcni Örlff vplicäi:cf 3Üf itifc' Sltin 'lrn gesaut. Verleumder! , Bursche, willst Du imui :: v " jetzt reden: " . : , In den klugen ,Grünwald'6 ,rrar ein Ausdruck, der wohl noch ewe größere ' : - v '- -" ' . "ffy':-tt ,, ; -. tfliiit- !,,!m,,,!B!!!!!.!'ii'',,!,,!, l Wirkung ausübte, als der Druck, Mit welchem er den Arm des Wüthenden umschlosscnlchlelr.UDiVLlÜZeneSBu suchten den seinigen auszuweichen, wahs rend er bemüht war, sich von dem ihn umklamnierndcn , Griff zu befreien. k ..s-,1': -"'i w! -'iis,'"' J'r" .. . - . ir a?z lyn ! lonMrunwaw! rics eine Stimme dazwischen. l Nicht, bis er gesprochen hat. ?llfo,' varum bist Du fremd gemacht?" I Weil ich nicht mit DiebeSgesindel zu sammenbleiben will", kreischte der Bursche, brannroth vor Wuth. ' Wenn Du uns damit mengte sich ein riesengroßer Mensch hintln, Mem er den nervigen Arm mit dem Tusgekrampten Aermel in die Höhe hob, m die Faust vielleicht im nächsten Au enblick mir allem Nachvruck auf Nah. Risch'S Nucken niedersausen zn lassen. Z Nein, Euch nicht, aber den da, m .Dennhardt. Wir wollen

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inehr mit ihm ..arbeiten, j Er hat gv stöhlen darum' kann er keinem Mew schen gerade in's Gesicht sehen, der scheins heilige, Kriecher! Sir gehen die drei Mit mlr.' Und wann's nächstens fehlen sollte, so wißt Ihr wo Jhrs herzu nehmen habt Er vollendete nicht. Ein heiserer Schrei unterbrach ihn, aber nicht diese? hatte ihn zum Schweigen gebracht, sondern ein paar schallende Ohrfeigen, welche ihm von Grünmald verabfolgt wurden. Im Nu hatte sich ein Handgemenge entsponnen, -und' schon wurde nach den Werkzeugen gegriffen, um sie als, Waffen zu benutzen. Ohne die Rufe einiger Besonnenen würde vermuthlich eure furchtbare Schlägerei entstanden fein, noch ehe vyn außen Hilfe gekommen wäre, den Frieden herzustellen. In demselben Augenblick aber, als Röhnisch von dem vorerwähnten großen Mann wie ein 5!ind, in , die Höhe gehoben und trotz energischer Gegenwehr aus dem Saal getragen wnrde, erscholl von allen Seiten ein lautes ,Gelächter, und die bedrohlich gewordene Lage hatte ihr Ende erreicht. Als wenige Minuten später mehrere Beamten der Fabrik, welche herbeigerufen waren, auf dem Schauplatz erschienen, befanden sich die Arbeiter bereits wieder in voller Thäligkeit. , Nur einer nicht. Bleich, mit geschlofscnen Augm, den , linken Arm um den Schraubstock geschlungen, sich vor dem Umsinken zu schützen, stand Jakob Brenner' da.- Wie ,ht' Gewittersturm brauste es vor seinen Ohren, tiefe Nacht lagerte vor feinen Augen, .noch ehe sich die Lider über dieselben herabgesenkt. Nun kam ein leiseu Seufzer von seinen Lippen. Brenner Sie sind nicht wohl. When Sie an biif. Luft", tönte die Stimme des Inspektors Wiedekind an sein Ohr. Er wollte einen Schnit vorwärts thun, aber taumelnd umschlang er nur noch fester seinen Stützpunkt. Herr Inspektor Sie erlauben. Dem armen Kerl ist schlecht," sagte EZrunwald, herantretend. Ja ja, man sieht eS. Fuhren Sie ihn hinaus, Grünwald. Und dann," wandte er sich zu den Anderen, was ist hie? vorgegangen?" Ein Bericht erfolgte und der Jnspekz to? gewann alsbald die Ueberzeugung, daß abermals Brenner die Ursache des Streites war. Seine Brauen zogen sich zusammen. Inzwischen hatte der Werkmeister Grünwald Brenner in den kleinen, zwischen den gabrikräumen gelege, nen Hausaarten geführt, und, umweh! von der frischen Hcrbstluft, begannen dir bleichen Wangen feui?s Schützlings sich wieder zu färben. Wie ist Ihnen, Brenner?" fragte der Werkmeister, nachdem er den jungen Mann cinilze Male auf und ab geführt. O, besser besser, murmelte dieser. Lassen Sie mich nur allein, Herr Grünwald; wenn Sie an Ihre Arbeit znrück möchten, will ich Ihnen nicht hinderlich fein. " Die letzten Worte waren mit plötzlich erwach! Lebhaftigkeit gesprochen. Brenner hatte seinen Mxm auch aus dem seines Begleiters gezogen und stand nun ruhig und aufgerichtet da. Der Werkmeister lehnte ab, er nickte verständnißvoll mit dem Kopfe, indem er sagte: Es wird nicht so eilig sein. Sir sollen sich erst ein bischen erholen. Warum nehmen Sie sich die Worte dieser nichtsnutzigen Schlingel so zu Gemüthe? Derartiges Gesinde! ist reinweg aus Bosheit ; zusammengesetzt rind gönnen Niemandem sein bischen Brot, Ihnen nicht, weil Sie ein gut Theil besser sind, als die Sorten Sie sind sehr gütig Herr Grünwald", entgcgncte Brenner mit einer starken Bcimlfchung von Bitterkeit. ' Ich will Ihnen damit nichts Ange nehmes sagen, oder Sie zu ' beruhigen Uchern sondern tbeile Ihnen nur meine Meinung mit. , Lange , genug habe ich dre Geschichte,, heimlich beobachtet, ich sah den AuZgang voraus und habe mehr als errynaldre Idee gehabt, ,Su zu' warnen. Aber .ich bin 1 ein ! alter Mann, und Sie sind, nehmen Sie's nicht sur - ungut,, ein etwas nge thümlicher Patron. Sie verlangtest Niemands Rath nnd Beistand, rch hatte nicht Lust, mich Ihnen aufzudrängen, aber ich habe Sie im Auge behalten, um einmal beisxringen zu können. Daß'die Kerle ein en solch gemeinen Weg wählten, Ihnen zu schaden, habe ich nicht gedacht, und doch muß ich bekennen, daß sie kei'nen bessern wählen konnten, z sich selbst in das rechte Licht zu stellen. Sie baben keine Freunde unter den,, Arbeitern, Brenner, aber eineS.Diebslahls würde manHle , nicht fähig halten. . . Einen, flüchtigen Augenblick leuchtete es Heller in den Auaen des jungen ManneM,;.aber Lichtblick wieder erlösten; ' er " sah' den Merkmelster mit .einen, l Ausdrucks' der diese:r schmerzlich berührte. , ; , Warum , nichts,,. 'WeMcsnen von ,meinc?"UerZangenh wissen, k Zch,,kttine.sie,!ganzHnau.k Z "X t- i'ni ;l : ' ,. . t ' : J ". Ii Sie wlttcn,Lan , ,a, zwcr Jahre, rn , ' - ' , :- .l',;::. im Z ' -' ' ' " 1 ' ,,i , .i, V einer Ernchunasan'talt sur oerwahrloske t"' L' ' s--l.?.,- -1 -Vrf I -! ! 1-1 ? Cs tiih?r merhrtiMt. !l. f;7r:v.TTifl T"J::'''5;!ir 'j '' - rv . . .:. Vtn l' ;u -.in ernu V8-! leid. Möacn Sie nur durch streiche , odcr.dnrch einen Zufall HlnelngeA ej.k i $p ii . " , . ä T I fr .!; r V -M rathen sein. ! es i t immer eine fatale y.fy&.lt';r 'i:,: &f'Vf.';tvS-'v'J' ' achc., , Wie sind toic nnd Ihr Bruder da:u gekommen, ich möchte das wirklich f-Ajh 'iKi "'!':, st;v'v ' 1:7-. mn - s:: k'f wlzzcn. Jbre Mutter ist eine anstandig-Frau weder Sie. noch Zhr Bru, derjaDndenM schlechter Gesellschaft oder vollends ver MsWVlvkMVKWWW ' Mein Vater wisscnSie von ihm ?" Grünwald beantwortete die Frage nicht ypir l,:i:,. ;;ä!i:i, ,,.i. .:.;,,. , ,!!.. 1'-!!;:::;:!! ::,:"! , j: sofort, er war nicht auf sie vorbereitet. Er soll ein Mörder gewesen sein." 1 11 Der Werkmeister zuckle zusammen. . , .Wcr sagte Ihnen das? fragte er mmsimm ;, Znan ; fremde Knaben, dann meine . 44 U 1 1 C l . ' '' ', : . ' ' ,:, . -, . : i : i- : ;i, . ,,g,frfr!Z!. r..;: ' ; i$at jrtj", sagte Grünwaä Ufa V T ,

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I schüttelnd, so sind die Menschen mU ihrer" Freude am Unheilstiften. Int' " Uebrigen hat Niemand das Recht, Ihre Vater einen Morder zu nennen. Ich habe ihn aekannt. Er war kein schlechter Mensch, vielleicht sehr jähzornig. z.- m. . ' i Wieder erlöschten die beiden letzten Worte einen Aufblitz der Hoffnung in den Augen des jungen ManneS. ,.Sel)r jähzornig, wiederholte er. Ja. sehr jähzornig. Er kannte auch seinen Fehler war aber zu schwäch, sich in entscheidenden Augenblicken zu beherrschen. Zwischen den Brüdern war nie ein gute Verhältniß. .Ihr Vater hielt Karl Brenner sür den Bevorzugten, obwohl er cs nicht war. ' Was in jener Unglücksnacht vorgefallen ist, hat niemand erfahren. Karl Brenner war, in Folge einer schweren Verletzung am Kopfe, lange krank und nach seiner Genesung wate niemand, ihn an den Vorgang zu erinnern. " Und er selbst? Konnte er zugeben, daß ein so schwerer Verdacht auf dem Bruder lasten blieb, wenn dieser schuld los war? O, bitte, sprechen Sie!" Sie fragen , mehr, als ich beantwort ten kann. ES ist auch besser, man rührt nicht an die Geschichte. Lassen Sie die Sache ihren Gang gehen. . Ihr Vater ist vielleicht lange todt. Ihre Mutter hat den Versuch gemacht, Karl Brenner zu einer Ehrenrettung seines Bruders zu bewegen sie ist abgcwresen worden, der Geheimrath hat erklärt, er wünsche nicht, daß die Vergangenheit aufgewühlt werde, und es müssen wohl gewichtige Gründe fein, die ihn zu einem solchen Äusspnlch bewogen. Erist ' ein Ehren? mann, und, wie ich weiß, nicht nur in den Augen der Welt, sondern in Wirklich keit. Denken Sie nicht an Dinge, die nicht zu ändern sind, Brenner." " Oh! Oh!" stöhnte dieser. Herr Grünwald der Gedanke, daß mein Vater schuldlos sein konnte, wird mich wahnsinnig machen." Sie sind ein seltsamer Mensch. Mich dünkt, ein solcher Gedanke müßte Ihnen Trost und Beruhigung gewähren. Halten wir an ihm fest, denken Sie, er wäre unschuldig und nur vom Unglück verfolg! gewefen." Der Werkmeister hatte dem Knaben etwaö Tröstliches sagen wollen, aber das Gegentheil von dem bewirkt, was e, beabsichtigt. Das Blut war heiß in Jakobs Gesicht gestiegen, und er rang mühsam nach Luft. Ich kann nicht ich darf nicht. Er muß schuldig gewesen sein, damit dieses Leben zn ertragen ist, damit ich nicht den Glauben an Gott und eine waltende Gerechtigkeit verliere. Denken Sie, Grünwald, wenn mein Vateic unschuldig in die Welt hätte hinausflüchten müssen, seine Familie einem elenden Schicksale vreisaebend! Mit meinem Vater würde mir und meinem Bruder die strenge Zucht nicht gefehlt haben, wir wären niemals Dennhardts brüder" geworden und hätten nicht fluchbeladen durch die Welt gehen müssen, wie wir jetzt zu thun gezwungen sind. Immer, bis an'S Ende unseres LcbenS werden die Schatten der Vergangenheit uns verfolgen und jeden Schimmer von Glück uns fern halten." Der Werkmeister blickte sinster z:: Boden, er konnte nicht.lcnZnen, daß in den Worten des Knaben eine furchtbare Wahrheit lag, aber indem er in das von Schmerz und Bitterkeit verzerrte Antlitz Brenners blickte, bereute er, auch nur ein Wort zu Gunsten seines VatcrS ge.' sagt zu haben. $r, hatte in der That eine Unbesonnenheit .begangen, die übe?' Haupt nicht gut zu machen war, und suchte vergebens nach versöhnenden und ausgleichenden Worten. Im gegen wärtigen Augenblick wenigstens war nichts zu machen. Endlich sagte er, nur um einer peinigenden Pause ein Ende zu machen: Sie werden ruhiger darüber denken lernen, Brenner, und einsehen, daß Sie eine ganz irrige Ansicht vertreten, wenn Sie meinen, daß der Glaube an die SchnldlosigkeZt Ihres . Vaters Sie unglücklich machen würde. Sie müssen bei derartigen Anlässen, die Ihnen auch sür die Zukunft nicht erspart bleiben werden, mehr Ruhe und Kaltblütigkeit an den Tag legen, um so elzer werden sii unterbleiben.., Kommen Sie, wir. wolle an unsere Arbeit zurückkehren. . h j r , Nein ich kann nicht." ; r r 't c'.c woucn t cinnmclien no yler bleiben? Tulti lassen Sie mich. Ich muß fort .gleichviel, wohin, nur fort aus vits Umgebung." ' Er hatte mit großer Bestimmtheit, ge sprachen. Ke'r Werkmeister fühtte, daß er ihn in seinem Entschluß nicht werde wankend machen können. .; " ' l Ich mochte eigentlich noch etwas mit Ihven besprechen. Es ist wegen, einer sehr nothwendigen Sache.,,, Treffe rd Sie morgen früh inder Favrik" ' Turn nie mehr. " , .: U .! . - L und dan , Nian sich in ukilttsl hutyrivrrd, Lhncn irgend , litcjt Weise zN ' nahe zu treten. Schütteln HleNe-Mubele die' Sie 'auf ' falsche Äege und il'.lm er , wi iter von einem ißHtkMHicHsuhkt ab. , Vcrfuchcn Si?, einem araufamcn Schicksal ' die lt'r,, IM hitn rä VttnTi trtoi ' . v v i ; v fiy zuItMtn.' ''Kaminen, Sie cue ich;jahre kc W an die Arbeit iirus:' . l V ! S ' !, i ;i, , f. f i " i! T 4 ' i "'! - "US ! ' Nein, 1 erklang es ,, noch ciumc den' Lippen des 'juncn Mannes, , , i : ,, , a- ?,,!"' . !. :(!, " . m il, minder hart und fchron. , ;f '!" Vl-'rfZ-Sm ?! ch einmal von & ; f , 11 "' ""5- jf 1 tt !"?'. j:f :! r ct eö denn, ich llbcnaße le Ihrem eigcncn . Willen. Aber ich habe ' eine W'!rt;fMisi irh i 'ib i i mi , ". : " ZönntMSiMsich'M V'm 'itJr.fft'ÄI?3JÖsiti ,ll:"'.,-", ;'JiIIU!l ..,.:,."',-; ,,;,,- .'!!"" ..C,. "K' Nicht; i:i c r) r i 1 5 i i c ; ö c m q li re n f o :'' - i(siiS!!:!!!":i v 1 jit'1"1' y 'i'l'f'r t i i'firv." ' ii-i'"Hvfr: '' , i nen. J4 !":V ade mtt Ihnen i d'. ,itbl r ft'"6 's M1! t) It c n o iiil- ';:tu i cfi-t i g e ii Dingen. Kommen Sie heute Abend zu '" :i . k , t ;,;,. . t' , - fei:,;iiii m' 'äim Ui'-il?! j A", eaien. Mir. " 1 j:! Ii- w:v ii1!1!:. gmmßßm Brenner bachic' : er ri C;i ! JCir q e n l r es tia db aber er konnte in der ibn beherrschende Stimmuuz keine zusagende Amwort IK;SÄIiSiiM llSM:"liS IaH

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I Grünmald aber hatte das bestimmte Gefühls baß er Brenner nickt u3 dem Gesichtskreis lassen dürfe, bis er ihn durch ein Versprechen gebunden.

' Wie le wollen," sagte er scheinbar .i r .7ri: ? . . . , ni . . giercoglttig, rnoem er eine Bewegung wie, zum Gehen machte. Sie sind ein Starrkopf, auch Menschen gegenüber, denen Sie wenigstens zu Rücksichten verbunden sein sollten. Sie würden mir durch eine solche Zusage eine große Freude bereitet haben." Wenn Sie wünschen, Herr Grünwald, so .werde ich kommen. " .Der junge Mann , sagte es halb unbe wußt. Darf ich fest darauf rechnen?" ,Ja, wenn ich etwas versprochen habe, so, halte ich Wort, bschon ich in diesem Falle einen Zweck nicht einsehe." Jch wohne in der B.. ..Str., No. ö, drei Treppen hoch, rechts. Lassen Sie mich nicht vergebens warten. Zeigen Sie, daß Sie Wort zu halte verstehen, und vergessen Sie nicht, daß von Ihrem Kommen das Schicksal dreier Menschen abhängig ist." Der Werkmeister hatte ernst und nachdrücklich gesprochen, so daß vor seinen Worten der Zweifel in Brenners Züge schwinden mußte. , Dann war er gegangen. Wenige Augenblicke später, noch ehr der Zurückbleibende seine Stellung verändert, kam ein Lehrjunge, ihm seinen ')iock' und seine Mütze zu bringen, dagegen das lederne Schurzfell in Empfang ;u nehmen. Herr Inspektor Wiedekind lagt Ihnen sagen, Sie sollen heute nach Hause gehen, aber morgen nicht zu spät kommen," bestellte der Junge. Bald t stand Brenner auf der Straße und schlug nach kurzem Besinnen die Nichtung nach dem Mittelpunkte der Stadt ein. Er hatte vorübergehend beabsichtigt, einsame Wege zu gehen, sagte sich dann aber, daß er auf solchen weit mehr der Beobachtung ausgesetzt sein würde, als mitten im geschäftlichen Getriebe. Und so xafsirte er, rüstig ausschreitend, in Betrachtungen über den heutigen Tag ganz versunken, die engen Straßen der Stadt und war nach mehrstündigem Wandern gegen seinen Wllen außerhalb derselben, auf den breiten, mit prächtigen Bäumen bepflanzten Spazierwegen angelangt. Der Abend dämmerte heran, die Lichter flammten hier und da auf. Jakob schritt weiter und weiter. AnfangS waren, ihm noch einige späte Epaziergänger begegnet, nun war er ganz allein! Nur unbestimmt drang noch das , Getöse der Stadt herüber und vermischte sich mit dem Sturmgebraus, unter dessen Gewalt die Bäume ächzten. Da plötzlich stockte sein Fuß. Das Blut schoß ihm heiß in's Gesicht. Er hatte im Verfolg seiner Gedanken an das Versprechen gedacht, das er dem WerkMeister Grünmald gegeben hatte, ihn heute Abend m seiner Wohnung Zu besuchen. Lassen Sie mich nicht vergebens warten. Zeigen Sie, daß Sie Wort zu halten verstehen." Diese Worte, welche der Werkmeister dann noch hinzugefügt, hatte, keinen Eindruck auf Brenner gemacht. Wie konnte von semer Perfon das Schlckial dreier , Menschen abhängig sein? Den noch, was kr versprochen, daD mußte er halten. Wenn er dieses Versprechen doch uicht gigeben hätte! Ein tleter Seufzer entstieg ferner Brust, als er jetzt seineSchritte langsam der Stadt wieder zulenkke. Viertes Kapitel. Wenn er nicht käme!" Zum zwanzigstenMale hatte derWerkmeister Grünwald diese Worte geäußert, indem er sich immer wieder horchend der Thur näherte und dann abermals semen Spaziergang durch den kleinen Raum aufnahm, den er sein Arbeitszimmer nannte. Er bot ein wesentlich verändertes Bild Zn dem einfachen Hausanzuge, als in der Arbeitskleidung, wenngleich derselbe nur aus einem grauleinenen Beinkleide und einer gleichfarbigen, grünumränderten Joppe bestand. Er machte entschieden den Eindruck eines Mannes von Bildnng, und besonders in diesem Augenblick der Erwartung. Als Jakob Brenner endlich gegen neun Uhr die kleine, mit einem Tisch, zwei Lehnstühlen) Bücherschrank und Schreibtisch ausgestattete, freundliche Stube betrat empfing ihn der .Werkmeister auf das Herzlichste, und die Freude über das Kommen, seines Schützlinges zeigte sich in seinen Zügen. Er streckte ihm beide Hände entgegen nnd zog ihn vollends in dasMmmer ' Das war ein böser Tag, Brenner sagte'er, ihm die SNiitze fortnehmend und ihn dann ,n einen Stuhl niederdrückend. 'Ich hfj tt ist glücklich überstanden, und die Folgen werden nicht schlimm für Sie sein. Von wo kommen Sie ?" .( ' , Uo,!i),me:nerMütier." , ' DetMtt HemMM ! . . 1 haben zu Abend gegessen ?Ä H'A"i T'i7 " ' Sagen Sie eö ossen." ; ehv , ich , wollte Sie nicht länger warten lassen. .Tc.'?stfeV -?f P? i Pft tue! Hanse:" ,:. ' ": :. ""' ,,; ' ' puK leeren : Magen," fügte Ir hinzu,' n) er sich 5lnen ,'Anttug von gilter LüNne it. aeben versuchte, sieht die Welt, die t? r'T 'U'.i"' Xi-i''lili rt"i fr"'' ;:;'t ;'! fMt Menschen und ihr Getreibe ,, niemalZ freundl i chanJS ie mü ssen . sich v or A llem )t 's... .:; fli;i,i. ,:,;. i;i;,r,l;:."1 ''nliSS,' - i'.ii-f' ; . 'i.:: '?:, ,,4 "f'x f ... t.ü": !;: rczlaurlren machen le keine Umstände. ? !t'Kä 'iiv 1 - '"')' ' 't 'Hi.fi- r;i! ' - i, i ip :( i Ich mochte nicht clicn, Herr Grunwald, mir ist nicht besonders wohl." a. V, .-v4ii'V Mff'wm tnril '': ! ' ' ,Eben darum Ich weiß genau waS KnenZAehltU'Momn v s i, -..P't -' 1 , " !J!'iisiiii tM; : ' ii': .' 's 1 iS'i , "iff 'ii? Tochter wartet auf uns." ' ' ZssErrsatzteMh beö jungen Mannes, uud, obgleich dieser einen Versuch des WiderslrebenS machte, führte er ihn in ein angrenzendes, etwas ' '!,! M.viiii::.,' .::M:!,.:i;'i!iii!',,, ' ''! V, ".;,:,., "VI..HIS, ' ' ,t ?!:,,,;.,,,;,,:.. üaa' : 'r '.ir'1:-',;' il-i'.il fr"-' -' ,i! :!! ''.'-:- !!' '",! ' !' i'; größeres -Zimmerei Meine Tochter Irene," , stellte , der Werkmeister vor, Herr JakobBrenner. ! 5 H inker dem sau der gedeckten Tisch hatte sich ein junges M 5 Äfi w

Augen den Eingerrekenm nttt einem Aus. druck kindischer Neugierde betrachteten. Sogleich sagte sie mit einer angenehm klingenden Stimme, die insbesondere dca

Gast des Werkmeisters seltsam warm U rührte: Seien Sie herzlich willkommen. Sie haben uns lange warten lasten." Brenner stammelte verlegen eme Entschuldigung und heiß stieg das Blut ir seme Wangen. Leg' Drch schlafen. Krnd, Du warst früh auf, und Herr Brenner wird noch einige Zeit ver mrr bleiben. Gute Nacht!" Das junge Madchen, es mochte kaum vierzehn Jahre alt sein, rückte ihm den Stuhl näher an den Tisch und beaann den Thee einzuschänken, während der Werkmeister mit klug gewählten Worten remuht war dem runaen Mann über seine sichtliche Verlegenheit hinwegzuhel fen. Sie reichte ihm das Brot, die Butter und etwas kalten Aufschnitt, rndem sie ihm die Bitte aussprach, durch Theilnahme an ihrem kleinen Abendessen zu beweisen, das; er sich wohl der rhnen suhle. Irene Grünwald war ern für rbr Alter ungewöhnlich großes und kräftig gebautes Mädchen. Ihre Züge berechtigten nicht zu der Erwartung großer Schön. heit, dagegen hatte sie ein paar prächtige graublaue, von langen Wlmpenr be schattete Augen unter schön und energisch geschweiften Brauen, eine gewölbte Stirn, welche von dem braunen, welligen Haar mit dem röthlichen Schimmer ganz frei gelassen wurde, und sehr schone. regelmäßige Zähne, die bei jedem Oeffnen des Mundes, ohne ausfälliges Zeigen, sichtbar waren. Wie Irene rn rhrer Kleiduna, so einfach sie war, eine gewisse Eleganz zeigte, so machte die Einrichtung auch dieses Zimmers, in welchem man sich befand. den Eindruck des gut angebrachten Wohlstandes. Braune Möbel und Vorhange paßten zu hellfarbiger Ta xete, gute Bilder, allerlei hübsche Kleinigkeiten, wie man sie vielleicht rn dem Zimmer eines jungen Mädchens finden konnte, vor allen Dingen aber eine prächtig entwickelte Blattpflanzengruppe neben einem Fenstersitz und ver, schieden blühende Blumen gaben dem Raum ungemein Freundliches und Am heimeludeS. Jakob Brenner hatte gedacht, dan es ihm unmöglich sein würde, auch nur einen Bissen zu essen. Nachdem ihm aber von Irene und rhrem Vater zugeredet war, nnd der aro matisch dampfende Thee eine wohl thätige Warme durch fernen Körper ergossen hatte, aß er anch ein Butter oroo. Der Werkmeister sprach von allerlei Dingen, an welchen der junge Gast, nie er wohl wußte, ein lebhaftes Interesse hatte, uud es gelang ihm in der That, dessen Gedanken von dem wunden Punkt seines Lebens ab, auf em anderes Gebiet zu lenken. Nach dem Essen bat er ihn, ihm wiederum in sein Arbeitszimmer zu folgen. Zu dem jungen Mädchen sagte er noch: Nein, Vater, wir sehen unS noch. Ich bin mit meinen Schularbeiten im Rückstand," bemerkte Irene. Ueber Herrn Grünwalds Gesicht huschte ein Schatten. - Schon wieder? Die vielen Hand arbeiten schädigen Deine Gesundheit. Du weißt, es ist nicht nothwendig und mir nicht lieb." Es ist das letzte Mal, Vater. Ich hatte doch versprochen, die Arbeit abzuliefern. " Es lag ein wunderbar weicher Ton in der Stimme, mit welcher diese Worte gesprochen wurden. Irenens Augen richteten sich gleichzeitig mit einem bittenden Ausdruck auf den Vater, dem dieser nicht widerstand, und ihre Wangen särbten sich höher. Nun, meinetwegen. Für alle Falle, gute Nacht!" Er reichte ihr die Wange zum Kuß und sie schlang ihren Ära um seinen Nacken. Gute Nacht, Vater! Gute Nacht. Herr Brenner! Nicht wahr, Sie kommen jetzt bisweilen zu uns?" Ich weiß nicht, Fräulein", stammelte Jakob. Setzen Sie dem Kinde keine Grillen in den Kopf, Brenner. Sie ist noch nicht vierzehn Jahre alt. Irene, damit gut. Unser junger Freuud kommt schon wie der. Gute Nacht!" Brenner machte eine linkische Verbeugung. während sich eine flammendeRöthe in seine Wangen ergoß. Dann fühlte er sich von dem Werkmeister in dessen Zimmer gezogen. Die Thür schloß sich hin. ter ihnen. : Sie werden wiederkommen, Bren, ner, hoffentlich .icht oft, damit Sie wenigstens vorübergehend vergessen, waZ Sie unablässig peinigt. Fast thut'S' mir leid, daß ich Sie so lange Ihrem Schick sal überlasseu habe Besser wär's schon, ich hätte früher ein ernstes Wort mit Ihnen geredet, Ihnen wären wenigstens die Ereignisse des Heus tigenTageö erspart geblieben. Schütteln Sie nicht mit dem Kopfe, und schauen Sie nichtk so schwermüthig darein A!uiblosigke!t und Zweifel sind Dinge mit welchen man in dieser Welt des Kampfes nicht vorwärts kommt. Wollen Sie mich nun einmal ruhig anhören?" Brenner nickte nur mit "dem Kopfe. Der Werkmeister setzte sich ihm gegenüber, und dann trat eine, Pause ein. Er blickte, sichtlich mit ernsten Gediznken beschäftigt,, einige Minuten schwelgend zu Boden, uud ehe er begann, that er .ji;:, .';' w,:'"5 s '""!' J"' -i. einen riefen nlye:nzug. , i ,,,, Ich habe, nicht geglaubt,, daß daZ, wovon nch . heute mit Ihnen sprechen wlll jemals, über, meine Lippen kommen wurde. Seit langen Jahren bm ich be müht gewesen, die Erinnerung an eine Zeit zu unterdrücken, die mir, seitdem ich Sie kennen lernte, wieder vor die Seeltz getreten ist. Wir haben ein gemeinsa- '" ' ' il1 ,:'?.. ihi.Wij :,;.'!! 4'V. "i.;:,:, :'(,:: " y mes Schickj al, mein sunaer Freund. Ich IZinMhncirMiesUMittheililn Erklärung meiner Theilnahme für Tie schuldig. ElneS Tages wandelte rch ' :,i !'' , . !l j Cfi'r' 11 1 'fi " C ' ä"fr"i- ' . 11 auf denselben Wegen, die Sie letzt zy ' " P'i. " r . '' , "Mi''iSefv' if'ti i,:; f-Tiii i"'1 i!'aeoen veaoucyilaen .mmm ! f ;.t ;'!;.: :,,' - ..;;...; " 'X'Xi,. (Fortsetzung folgt.) tf1!: mm 'Mif. t$Mm iMüm mism ?'

Phonographischer ttlr. ; j Einem vielbelachten Nlk ty& bttttt&r sie Apparat der EiiMKontpagnif-,,',? wie wir in einer Budapester Plauderei " der Presse" lesen, in der letzten Woche gedient. Es heißt da: Dieser Axparat ist eine prächtige Nähmaschine, deren Fußsteig die Firma tracht: The Edisou :; (BUitxit Company Limited. Eigenthümer dieser Maschine istHerx Michael V: Karikas, der weit über die Grenzen Un garns hinaus bekannte Gastwirth der ; berühmten Kh pipaf1. In dem Ex trazimmer derKlernen Pfeife" verkehrt die Elite unserer Schriftsteller und Künstlerwelt. Ter Kritiker, Mcgna tenhaus - Mitglied, Professor Paul J: Gynlai verspeist hier täglich zum Ga ' belfrühstuck ein halbes Dutzend junger Poeten: Koloman Mirrzath, Josef 5komocsy, Thomas Szana, der Musiker Ladislau Zimay, dessen Lieder als unarische Einlage Zur FledermausIauch in Wien Aussehen erregten, u. v. A. bil l den hier eine Tzfelrunde, die sich auch m einem Restaurant ersten Ranges sehen lassen dürste. ' Zum Präsidenten wurde da Harm

loseste Mitglied der Gesellschaft der alte Zigmay. gewählt und dieser war von einem Mannten Spazzvogel, dem Bildhauer Julius Donath, zur Haupt- , Person eines kühnen Ulks auserzchen worderr. Die Gesellschaft Zand sich, wie stets, am Abende ein und nur der alte Zigmay fehlte nocu. . Dreier Moment wurde benützt, die neu: Edison-Nahma schlne wurde heroelgeschleppt, in eines , der Vcntrlationslöcher steckte man ir klemes Horn, und m Pipenbursche. i;, der herrlich zu pfeifen versteht, wurde vor vle Thur postlrt. Zrmay traf end lich ein und er kam gerade zurecht, um zu hören, wie Donath der Gesellschaft einen Vortrag über den neuesten verbes serten Phonographen Edrson's hielt. Der gutmüthige alte Herr hatte , leider ? die Gelegenheit versäumt, den richtigen Phonographen zu besichttgen und so nahm er jedes Wort des Spaßvogels auf Tren und Glauben hin. Was gibt dieser Phonograph wre der?" fragte er ncuaieria. (Mun kacsn hat bei der Wiener Künstlersoiree em Liedchen hmeingepsisscn!" war die Antwort. Der Demonstrant feute mt wcmg an der Maschine hemm und o Wunder! dre herrliche, ergreifende Volksweise: Nemriz leerem....." (Flreg, wem Schwälbchm) wurde 'verK nehmbar. Der Bursche vor der Thür löste seine Aufgabe meisterhaft und Papa Zimay, den man wohlweislich von dem Phonographen" fernhielt, siel au5 ' einem Entzücken rn'S andere. Dann, als das Lud verklungen war, nß er sich los und trat dicht vor die Nähmaschine hm: Jetzt, Kinder, ist die Reihe an mir. Ich will ein Lied in den Bbono grapbcn hineinsingen, wie selbst Edison noch kein ähnliches geHort!" Und der alte Herr ang rn dre fromme Nähmaschlne hinein, daß die Hörer sSnnliche Krämpfe bekamen, und dann wurde der Zauberapparat rasch hmausgeschlcppt. .u Papa Zimay glaubt heute noch, Mr. Phonograph habe etwas für seine Un. ,, sterblichkcit gethan... Der Verbrecheraus Zärttichkeik. : In den letzten Tagen wurde ein Mann aus der landesa?r:chtllchcn Untersuchungshaft in Wien entlassen, der mit einem seltsamen Artikel fgstematr : : scheu Diebstahl getrieben hat, und dies, wie gerichtsärztlich begutachtet worden, aus uvermachnger Zärtlichkeit.,, Aer dem Betreffenden, einem im 39. 2t bcnsjahre stehenden, in Wien wohnhas . ten Bäckergehilfen, wurden nämlich ' , kürzlich gegen 650 Sacktücher vorgefun den, die allesammt von Ticbstählen herrührten. Der Mann hütete jedes dieser , Odiclte gleich einer lieben Erinnerung, denn, wie er selbst gestand, gehörten dieselben vormals durchwegs Damen" an. die hübsch gewesen und fern Wobl f! gesallm erregt hatten. . Und doch waren , , die Sacktücher aller (ZaliunzenMgeM sammt entwendet, kein einziges buuHeW Hilfen etwa . gespendet wordmiAmtzH Verantwortung gezogen, erklärte der Jnkulpat, daß er die That pöWnH wußt in's Werk gesehtdaß er so habW handeln müssen .. . . Das Gericht konnte nun nicht umhin, den Hästlinz ' ob seiner merkwürdigen Verantwortung , auf seinen ' Geisteszustand prüM'w lassen. '' ' "'J:,:i:l,:!it ' s Docent Dr. Fnts W, der von Gerichts- : wegen die bezüglichen Beobachtungen anzustellen hatte, trug rn ' einer Sitzung des psychiatrischen Vereines den ganzen Fall vor,' der nach seiner 1 Ansicht thatsächlich ein abnormaler , ser. f In dem erwähnten Arbeiter müsse man einen Typus von besonderer, krankhast entarteter Gemuthsbeschanenhert erblik ken. Es sei dem wirklich o; der Un. , , mr. i-i .f. jt i ? i1',.. s'(i, giuaucjc uci;ic grercysam unrerseineMM unwid:rstehlichen Zwange. 'SooMtrÄ nämlich ein Frauenzimmer erblicke, das ihm gefällt, fühle er sich euch schon wie von einem Licbestanmcl ersaßt, es vergehen ih. s."'.-r die Sinne und er könne " nicht anders, er verfolge die Schöne unen twegy bis es ihm ßelinge !hr das l Sacktuch zu escamotircn.. ; :m!&4 Sobald er dieses - Ziel erreicht hat. schwindet alle V egehrlichkeit, er wird ruhig, er ist befriedigt;, nuif WtiZ'üti fällt der sonerLareMcnHMtKrzin das entgegengesetzte Extrem, denn ihn überkommt jetzt die RWMerÄdm!! Diebstahl, er quält sich mit SelbstvorMtfen üUD inenNuHnblick., spät er wieder das zu thun, waGihn'Äoch vvr hin so schrecklich marterte. Der Vor. tragende erklärte, daß er auf Grund sei RerWshrnehmungcni!,HÄFdahin ßerthabe bering Mch,MeM?Maaa sei partiell, nach der bez eigneten ilRich jung, unzurechnungsfähig. , . Derselbe Durde in Folge, dessen in Freiheit Z ge setzt. MMZönne,MHtsigeMo es hierimit hercdit thun habe ; W sel daß eine Familienangehörige von ihm schmachsinniZ g TonMronen l gelitten, während er selbst mrhrm als hesti i gefallen : f e i3l8cr::KK" :s I ;,!; - 'MB- u - 1 sisisf-'m ii-iig- , ft""., w-" -

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