Indiana Tribüne, Volume 14, Number 92, Indianapolis, Marion County, 21 December 1890 — Page 9

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i... Neber -.den Gezncha::? Zt?,' tizc Jahrhunde?:? langer X'ctu:r ve-i cndiic entschiedenen Nechlöstrettes z.v:iä;e: de freien Reichsstadt Lübeck und feilen bürg enwehmen wir einer längere Darstellung der .Mcckl. Nachr.", so! z ende interessante Einzelheiten: :. : Aus der Insel P!oenswe?der? ir Tassower Binnensee lag in alter, Vor zeit, das berüchtigte -: und gefürchtet Raubschlog Dafsow, dessen Jnhabe Der Schrecken der Handelstreibenden aus der lübeckwiSmarschen Landstraße, waren. Den verbündeten Lübecker und Mecklenburger Kämpfern gelang es, im Jahre 1261 daS alte Räuberschloß zu zerstören; der Hauptmann desselben, Ritter Scheele von Nunnendorf, wurde ufgehängt. Als aber in den nachfolgenden Zeiten die erst jetzt durch Schiedsspruch des Reichsgerichts beenbeten Streitigkeiten über die Landes Hoheit, auf diesem . Gewässer, entstanden und sich verschärften, sollte dieselbe, Insel für beide Parteien Bedeutung ge winnen. Die Lübecker betrachteten den Werder als ihr Eigenthum, und haben seit langen Jahren die, Nachmahd des selben an zwei Dassower Ackerbürger verpachtet. Diese beiden Bürger zahl ten nur eine ganz geringe Pacht, hatten aber von den Zeiten ihrer Großeltern her, die Verpflichtung die Schlütüper und Gothmunder Fischer aufzunehmen, wenn dieselben . imMonat Mai in fest. lichem Schmuck und mit Musik mit ihren Kähnen bei Dassow landeten. . - - Dies Fest hatte die Bedentung, daß jene Fischer gegen eine ihnen vom lübecker Staat gezahlte Vergütung die Vormahd auf dem sogenannten PloensWerder abmähen sollten, um durch sslche symbolische Handlung das . lübecker i Ho heitSrecht am dsssswer Binnensee-zum Äusdruckzu bringen. Allein die Vormahd jenesWer'derS war, wenn die lübeckerFi scher kam en.fast regelmäßig schon von das sower Einwohnem in Anspruch genom men, da man der Stadt' Lübeck jenes Hoheitsrecht bestritt. So mußten denn beim Bollenfest die von Lübeck her 'an fahrenden Fischer; sich begnügen, ein MtnimnmiCraS rauf enerJnselAzu mähen und dann noch em Stück Weges unter der ' Dassower Brücke durch, die Stepenitz entlang nach Lütge'nhof zu fahren. Dort wurde Kehrt- gemacht, bei der Brücke an'S Land gestiegen und mit Musik und wehenden Fahnen durc den Ort gezogen, wo vor dem Polizei gebäude ein siegesbewußtes Fahnen schwenken stattfand. Ein Lis zum nachsten Morgen dauerndes anzfest in zwei Gasthäusern beschloß die Feier. Denn schon seit Jahrzehnten hatten die Aussicyten auf guten Verdienst die in früheren Zeiten selbstverüändliche pa triotische Weigerung, die fremden, unbe liebten Gäste aufzunehmen, überwun den.,- '"JV Jene beiden oben angeführten BauernHSste ( Vloen und K lasen) , haben schon lange nuht mehr die lübecker Fischer beherbergt, nur noch den Lohn ihrer früheren GastwAigkeit durch die Wer bung der Nachmahd auf dem PloenS Werder genossen. Der' Schiedsspruch des deutschen Reichsgerichts vom 21. Juni d. I., durch welchen der freien Stadt Lübeck die Oberhobeit über den Binnensee zugesprochen ist,, hat dieser auS dem Mittelalter stammenoen sym bolischen Handlung ein Ende gemacht. Das .Bollenfest-wird in Zukunft nicht wieder stattfinden, die schlatuper , und gothmunder Fischer mit ihrer kleidsamen gesttracht und ihren Bannern erden nicht wieder der Mittelpunkt nneS Volksfestes sein. f (Sine symbolische Handlung ist überflüssig wo das Urtheil gefällt ist -.von'. Rechtswegen. Dieser TaZe waren Deputirte deS lübecker Senats in Dassow, um nun den alten historischen .Plocnswerder mit Vor, mahd und Nachmahd ' gegen klingende Nünze zu verpachtet 7'-'. '

ver Yslizeichef von Jalta nach Cl bixittx verbannt. ; b. Aus Odessa wird geschrieben: Am 23. Oktober fand vor dem Gerichtshöfe in Timferopol, der Hsuptstadt der Halb, insel Krim, die Schlußverhandlung gen den" Bezirke , und -Polizeichef von galt, Collegienrath 23. A. GierS, ei. nem nahen Verwandten d:- "russischen Ministers deS Aeußern. ,t fiai t. Colle. gienrath W. A. Giers wurde einer ganz eigenthümlichen Erpressung beschuldigt. Im Octobe? 1839 war näultlch auf dem der Gräfin Schuwaloff gehörigen, im Bezirke Aalt gelegenen Gute Michor einer ,;, der reichsten : Männer Moskaus, der millionenreiche Fabrikbesitzer Timo. sei Moroseff, plötzlich verstorben. Unter dem Borwande nun, daß T. Morosoff vergiftet worden und eine Obduetion des Leichnams , nothwendig sei, verhinderte Collegienrath GierS durch mehrere Tage die Beerdigung und gestattete sie erst, alS der Sohn des 'Verstorbenen, Sawa Morosoff. ' bei ihm erschien und ihm den Betrag von 1000 Rubel einhän digte. . Der Angeklagte erklärte siH nichtschuldig, konnte jedoch nicht leugnen, daß er den Besuch deS Sawa Morosoff emvkanaen und nocb an demlelb ?a?

Die von rym vorhin hartnäckig verweigerte Bestattung der Leiche erlaubt habe, luf die Frage des Gerichtspräsidenten Aaron lt'orf, was ihn zu dieser Sinnes." Änderung bewogen, nachdem er doch vorher der festen Ansicht gewesen, daß der Tod in Folge einer Vergiftung er folgt sei. erwiderte der Angeklagte kürz und trocken: Aus, Erbarmen für den Sohn des Verstorbenen, : der bei mir in yieser Sache persönlich erschienen war." Der einzige Zeuge. Sawa Morosoff, war zu der Verhandlung nicht ' erschien neu. Der öffentliche Ankläger, Staatswwalt Dschibelli. hielt seine Anklage aufrecht, während " Vertheidiger A. P. Kurt aus Freispruch plaidirte. Die Geschworenen beantworteten aber die ihnen vorgelegte, auf das Verbrechen deS Mißbrauchs der Amtsgewalt und ber Annahme von BeftechungSgeldern lautende Frage einstimmig mit Ja. Der Gerichtshof erklärte daraus ' den Ängeklagten aller seiner Aemter, Titel, Orden und Würden, sowie seiner Rech te,,die'er alS Edelmann Und als russi scher Staatsbürger genoß, verlustig und gerurtheilte ihn zur Verbannung nach dem Gouvernement Tomsk (in Sivi rien) auf die Dauer von ' vier Jahren, sowie zur Tragung der GerichtSkosten im Betrage von L000 Rubeln. . Ja Anbetracht deS ' unbescholtenen Vorle. benS deS Verurtheilten und der That sache, daß derselbe einer " der höchsten und angesehensten aristokratischen F' mitten Rußlands angehört, beschloß der Gerichtshof, den Verurtheilten der Gnade des Zaren zu empfehlen ihn leb och bis zur Herablangung der kaiser lichen Entscheidung, im Simserspolei Gefängniß zu belassend Der Verür. theilte' hörte stumm das " vernichtende Urtheil an. verbeugte sich dann vor den Kichtern und ging festen Schrittes zur Thüre hinaus. Der Gendarm mit zogen em Säbel folgte ihm nach.',:Der Zar ließ aber in seiner Untersuchung nicht nach und befahl, die Rech nungm früherer Jahre zu durchmustern. Da fand :sich denn der Posten' in jedem Jahre, aber aussallenderweise ward , er immer kleiner, je mehr man in die Vergangenheit zurückging. Endlich . kam man an den Ursprung der Ausgabe: eS war im Jahre 1813, und die Beran lassung war . folgende: ' . Alexander l. kam ,, von der Jagd, vnd'da er sich die Füße wund gelaufen hatte, wollte, er sie, nach dem bekannten und wirksamen Hausmittel, mit Talg einreiben. Man brachte ihm ein wenig Unschlitt und die Kosten dafür wurden : gewissenhaft ; in seinen persönlichen Ausgaben : gebucht. Im nächsten Jahre erschien ? der Posten oer Vorsorge , halber wieder im HauS halt, und so immer weiter, : nur daß nach bewährtem Muster russischer Wirthschaft in jedem 'Jahre Etliches d'raufgeschlagen wurde, , so daß' in aller Stille und " ungestörtem Gedeihens all. mählich die niedliche Summe von 33,000 Franken sich entwickelte.' "r:-r ' " ' : ' ' m " m "' m "' ' ' : ' Berliner erichtSseene.

De r' g e b ü l d et e" Varbie r "' - ij.. , ' :.. ,i j - - r , 5 4" !'! ' - . . , - ,, -' -i ;,- ' 4 ' :, Sie derfen mir nich mitn zanz t wöhnlichen Rumdreiber un Tagedieb uff eene Stufe stellen, Herr Jerichtöhof,' in. dem ick woll 'n BiSken mehr Bildung in de Suppe zu brocken habe, wie de mehr, sten Schutzleite, un Bildung macht frei, wie Schiller sagt!",' So meinte von der Anklagebank aus ein etwa vierzigjährig ger.Mann in abgerissener Kleidung, der sichtlich : bestrebt war, dem Gerichtshof möglichst zu imponiren. - Vors. : i Ich weiß nur auS den früheren Verhand!ungen,daß Sie ein ganz unleidlicher Schwätzer : sird und vom , ; Hundertsten in's Tausendste zu kommen pflegen. Angekl.: .Wer vieles bringt, wird jedem etwas z bringen, un wenn Dummheet eene Jabe JotteS iS, denn is wahre Bildung derjenige Adel,' der Vors. : Lassen Sie uns in .Ruhe mit Ihrer Bildung und Jhrtn Salbadereien. Sie sind der frühere Barbier Emil G. und schon vielfach wegen der verschiedensten Uebcrtretungen und Vergeben ; vorbestraft. Heute sind. Sie nun wieder der Beleidigung eines Schutzmannes und der Zechprellerei angeklagt. Wir vol. len zunächst die erste Sache erörtern. Was machten Sie am Nachmittage des 19. August in den Anlagen auf dem Königsvlatze? Angekl.: Ick bin en leidenschaftlicher. Leser un lese alle Bü cher, die ick kriegen knn. An jenem Tage saß ick Lenn. uf 'ne Bank un hatte en sehr scheenet Buch vor ick jloobe, det waren die Memorideü von Kaiser Josephen von die Mühlbachen. Mit eenem Male, als ick jerade an eene recht rührende Stelle bin, spüre ick. , Nejen bei vollständig blauen Himmel? Det is ia en merkwürdijet Aesninottium.

Da muß ick doch Virchowen mal'impel. litiren. Mit eenem Male kommen noch mehr Drovven. : Nu stehe ick uf un

sehe, dat hinter mir, von : Jebüfch versteckt, en Mann mit , en Spritzenschlauch steht, der in alle Jemieihlichkeit die Blumen bejießt. .. Sie da," sage ick, sehen Sie nich,, det ick mir hier ver vollkommen dhue?' Halten Sie jefäl ligst Ihren Schlauch so, det det Publi. kum nich molestirt wird. Ach wat, meente . er, so jenau könnte det Keener treffen, un ick sollte mir so lange uf ?ne andere Bank setzem-Vorsp Da5 ät ten Sie ruhig thun sollen. Angekl.: Ick sehe nich in, det tck den Beamtenstolz noch neie Nahrung : jeben soll, so'n Mann muß sich nach mir richten. Vors.: . Sie geriethen also mit ihm in einen Wortwechsel, der besonders viele von den sich in den Anlagen aushalten Kindern anlockte, ein Schutzmann käm hinzu, der Sie fortvieS, und nün' nch teten Sie Ihre beleidigenden Aeußerun. gen gegen ihn. Angekl: Wie kann der Mann mir uf 'ne öffentliche ' Anläge meine Existenz verweigern? Ick habe blos jesagt. er hatte woll den EinfaltZ. BacilluS ,in'n Kopp, wat der Mann wohl jar . nich mal verstanden hat. Vors. : Sie sollen noch verschiedene, recht beleidigende und ordinäre Redensarten gebraucht haben, woraus am " besten zu sehen ist, wie es mit Ihrer vielgerühm ten Bildung, beschaffen ist. Der Schutz, mann führte Sie zurWache, wo Sie festgehalten wurden, bis Ihre Personalien festgestellt waren Dann wurden Sie entlassen. Sagen Sie mal, wurden Sie auf der Wache n nicht untersucht? Angekl.: Ja, si haben mir die Taschen umzekramt. Bors. : Gut. i Wie kam es denn, daß Sie nach zwei Stunden wieder auf der Wache waren ? Agtt : Det jing janz natierlich zu. Ick Zehe so langsam durch die Karlstraße un hatte mir natierlich über den Mann mit die Spritze un über die Schutzleide mächtig geärjert. Ick schmeiße in'n Vorbeijehen eenen Blick in so'n Vudikerkeller rin un sehe denn, det mein oller Freind Müller, ver Kolporteur iS un mir die Mernoriden jeborgt fyittt, anrt Fenster sitzt. Det trifft sich fein, denke ick un jehe rin. Als ick ihm aber bejrüßen will, sehe ick, det ick mir jeirrt habe, er war et nich. Ick lasse mir 'ne jroße Weiße jeben, un weil der Wirth jerade sone scheene Sülze uffn Disch stehen hatte, wat schon von Kindheit an mein Lieblingsessen jewesen is, lasse ick mir davon for , 30 Fennje runterschneiden. Vors.: Sie sollen im Ganzen eine Zeche von 65 Pf. ge macht haben. Angekl. : Det mag wohl stimmen. Vors.: Wie vnrde es denn nun mit der Bezahlung ? Angekl. : Ick hatte durch alle die Ereignisse janz verjessen. det ick kem : Jeld ; bei mir hatte, aber det iS doch schon janz andere Leite passirt. Vors.: DaS mag sein. Sie wußten aber doch, , daß Sie soeben auf, der Wache untersucht worden waren und keinen Pfennig Geld hatten. Angekl.': Ser viel in Bücher liest, der beult an so wat nich. , . Uebrigeua brauchte der Budiker keene Fugst,! for die paar Fennje zu haben, denn ick wollte ihm die Mühüachen so lange m Pfand lassen. Vors.: Er hat eS vorgezogen, sie arretirm zu lassen. -7- Der Ange klagte soll eine vierzehntägige GefSagnißstrafe verbüßen. l Ein tüchtiger Arzt. A: .Nun, wie geht eS mit Ihrem Rheu matiSmuS?" : .Ich danke, es ist meinem Arzte gelungen, das Uebel ' zu localisiren." Ä: .Auf den Arm ?" B: .Nnn, aber auf den Körper." 7' ! ;:! ;An S der R eit schule. Sol. bat : .Melde ganz gehorsamst mein Pferd hinkt Eorporal: HSit Schasskopfl Hinken kann allenfalls eine Kuh oder ein sonstiger Civilist ein Pferd geht höchstens krumm !" 4 ?B er frühtes L 0 b.Bat: .Na, dSS iS g'scheidt, daß D' amal den Grobian, den Müller Sepp, ordentlich durch'prügelt hast! WaS hat er denn schon wieder zu Dir g'sagt ?- Pepi : Er hat halt g'sagt, i hätt' a Besicht wik Du!7- .y''i W as' i si e i n F a r b e n s pi e l ? .Wenn in der Morgenröthe ein Grün schnabel einem Blaustrumpf so lang etwaS weiß mächt, bis ihm schwarz vor den Augen wird !" Da5 UMeU der HauSsrautn get etnsllmmtg deUn. daß Y. (ZStde.'S OMt Mt fußen Hab. 423 Okawa ve. -f kSVS. 00 1 fmt U fcrinf mä h? Jok u. xuwama,inri.iu ww nrunM jro mj 00 nah m Butch, bat ic.ij- bw a rn mm to U Mutd paor , jom JüMrfc, fern ea atatmeae mt kam, gf h tukmmm : ; In mm (jy a IwUMmnnuttt i vmrf rorMr. w ateit ton. nimtihicr I O 4 wftlilft. EAJ1I.T, SPEtDlLT UmmJL 4 k U rixricCUji vjtc. &dr .1 MN i (Ywmfli 4, UX tvituia, wax? V r xam wnrs. w M mw. inH mj oc u reff

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