Indiana Tribüne, Volume 14, Number 92, Indianapolis, Marion County, 21 December 1890 — Page 6

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Nm Christabend, Vr:hiL?.z vsnLrnore Wer?. r So geringfügig war die Veranlas. sung gcwczcn und sö traurig waren die folgen! Eine ,MeinungsvcrZchiedenheit, gereizte Wirte hinüber und bcrübcr. Zuletzt . Vorwürfe und Anklagen jsitt fr.lttf hrr hmtnWiA k's. 1? v,, HuVHyim itiiujt WJLUHti en Stubl hthm trifrife äAin und nur KitftiiÄftuftfir.t s,;. y fc vtttVl, Vlti 1 11 1 lll il Garten aus die jetzt einsam liegende St-a-r und d''e iuna- rau eine nock mit lebka ten n ifmsn tud weichen Zügen, hastet? glühenden Ant! litzes in die Nebenstnbe und rüstete fiti zum Ausgehen, als ob ihr der Boden

i l R? unter den Füßen brenne.

i,8lfi; Der Tag war grau und regnerisch : .MfW schwere Tropfen rannen an den matten

:, ensterzchetben herunter; qualmiger Nebel braute über den sumpfigen Wiesen ';' und breite Wasserlachen machten die !s: Wege beinahe ungangbar. Wie häßlich , und unbehaglich NllcZ da draußen, wie S wohnlich und traut hier drinnen in dem Kleinen, sauberen Gemache! ,:' ..Am Tische, der noch die Reste des Mittagsmahles trägt, sißen zwei K in Kfccr, ein Knabe und in Mädchen, und !li?irÜta sich verschüchtert, ängstlich an , rinander; die ungewohnten lauten l? Worte Haben die armen Dinger' ex !!' schreckt. ' !! Beim Anblick der rottzwangigen ' Lockenköpscheu stockte Lisa Dormanns Fuß, daZ Herz krampst sich ihr zusammen, und unwillkürlich lösen ihre Hände daZ bereit geknüpfte Hutband wieder. Ein Augenblick nur, dann erwachte der Trotz in ihr. Es war ein böses Wort gewesen, das der Leter dieser Ninder vorhin gesprcchetu So geh', wetin Du magst; ich fcalfc Dich nicht!" Nun wohl, sie will auch gehen und sich vorher nicht erst weich machen lassen. m Mit zitternder Hand fährt sie noch einmal über die Zarten Blondhaare der Kinder, beißt sie mit verschleierter Stimme sich ruhig verhalten, bis der Vater zurückgekehrt sein werde; dann, rhne Abzchicdskuß, vne ein , zärtliches Wort, verläßt sie Stube und Haus ne will ja doch stark uns cutchloszen bleiben. Wie sie den Neinen, wmterlichm Gar-' ten durchschreitet, trifft sie mit dem heimkehrenden Gatten Zusammen überrascht blickt dieser auf. und seiue Zugc verfinstern sich. Ich gehe zu meinen Estern zurück,erklärt sie. Du hast mich gehen heißen, loohlan, ich gehe " Wenn Du das Herz dazu hast, gehe immerhin! Auf Deine Verantwo? lung ! JSkii meine Verantwortung!" Kein Lebewohl in Groll und Bitterkeit gehen sie von einander, deren Herj?n bisher ein? gewesen. Lisas elterliches Haus, ein kleines Bauerngut, liegt über eine Wegstunde entfernt; der Weg ist durchweicht und i&xoex canatar: müb.sam. itn inrnin-

Ja hörlich uiedertropsenden Regen, loatet " '-f.. die junge Frau die morastige Straße V ..t , .ff fC. CV

CUHUUjJ, VU ytj v güiliiljiu VlCi.9 fest entschlossen, den Mann ihren, Groll empfinden zu lassen, der ihr so zu begeguen vermochte. Wie war er liebevoll und Zärtlich gewesen, als er sie zum Altar geführt, sie, die wohlhabende Bauerntochter, die eine weit bessere Partie hätte machen können, als den un'cu?itl5lttn Steiger, der nichts besaß, als seine kernseste Gesundheit und allerdings fein recht auskömmliches Gehalt. Aber sie hatte min einmal ihr Herz an den hübschen, schlanken Mann verloren geha ök, hatte; ,(dcii de'rmoglichH Dächf! terssohn verschmäht und sich den V!ann ihrer Liebe von den Eltern ertrotzt. Und daö war z.un der Dauk. Die Stelle war erreicht, wo der Weg sich abzweigte; hinter ihr, in qualmigen Dunst gehüllt, lag die kleine Stadt, an Deren Ausgange auch ihr bisheriges .Heim lag; vor ihr, in der von grauen Ncbelsteier-? muwobenen Thalmulde lag das Gehöft ihres Vaters. Einen lnrzen Moment blieb sie zögernd stehen & wenn sie'dlnoch wieder unckehrte? bei den Ellern würde sie gewiß willkommen sein, doch entbehrte man sie dort auch nicht Mann und üinder bedurften ihre? nur zu sehr. Aber ihr Mann hatte ihr Unrecht gethan, sie wollte und t:mjj!c ihn wieder kränken, mochte ihr selbst das Herz auch noch so 'ehe dabei sein; finsteren Anttipes schritt sie iipimtmvff , Langsam und, eintönig ' gingen die Tage aus dem einsamen Bauernhose dai?iu. Die alten Leute waren froh ge wesen. die Tochter wieder zu baben, und die Mutter hatte besonders Lisa's Thun vollkommen gerechtfertigt gefunden. Lisa selbst aber fühlte sich nicht mehr ' Zu cu?c:;ftnr;hl.ölt0!i:r!c5m' als Madchen hatte sie fo fröhliche Tage dort verlebt, hatte lustig umher gewkrthschaftet iu Haus und Hof und da.'.u aeZunae wle eine Lerche. Aber die alten Zeiten wären vorüber. und ,Ll?a s Jntcresten . ''jfii;: ekfw seither andere geworden. Oede und traurig,, schien ihr die Heimath ihrer Jugend, und doch war diese die alte gebtieden ; nur Lisa war veräu dert dahin zurückgekehrt, und die Sehnsucbt nag dem eigenen Heroe, nach ihren illentenV die s:e zo zchnode vcrlaen. Lazei! Le:r. Ji'ky-: VBi'!;i! So Mich 'sie wobl üinaus in den srühen Tecemberabend und blickte starren Auges deu Weg hinaus, den iie vor wenig Tagen so troyigen Sinnes dahergekommeu. , , ?, ,;;wen;i sie iene Tag ' aus ihrem Leben hätte streichen können! Ob ihr Gatte nicht doch einmal komme?, :vürde, sie in sein verödetes Henn zurückzhokeMWb5nmch eine AOtzchaft schickte, ein Lebenszeichen ion sich gab? , Und während dessen '"bte drinnen in der toobldurchwärmten Stube die Mutter der Tochter stols . 5 er.1i?'lZ7 M'?M!s

nach dem Manne,, dem. trotz altem zd: ganzes Herz steöortZleK sieKzYvjeylgeS . . ' t i " ... .

;t w:e eine icywere an empnn-

?O fvrtf Vr& ATlASff , R siändc dein rauhen Mann wohl an, ihre Verzeihung z:l erbitten, statt sich so Hochmuths fern zu halte!:." Der weißhaarige Bauer aber klopfte bedächtig seine Pfeife ans und schwieg er hatte sich mit keinem Worte in den ehelichen Zwist der Tochter geWV, IjUk iVUli UkUUllvWl, MHV V? . " f - cr Nm siel der erste Schnee. Wieder stand Lim m der Dämmerung unter c . F . - f C -, dem Thorwege und spaw dle Stra inßllf' "lt unter der Schneedecke sich MM knds zwWen rZd ihren Lieben zn dehnen ,ch:en. Morgen war (rSf Zuiammen ChnstabendZ - Wi die Erinnerung an vergangene Christabende da leuchtend vor ihr aufstieg: die freundliche Straße, in der sie gewohnt, wo aus jedem der kleinen 'Häuser heller Lichtschein auf das schneebedeckte Pflaster siel. Und drmnn, 'in', ihrer eigenen Wohnung, in ihrer sauberen, behaglich einaerichteten Stube der weißgedeckte Tisch, darauf sie. stolz '. geschäftig ihre kleinen Gaben aibreitete, während süßer Kuchenduft sich mit dem Aroma des eben zubereiteten Weihnachtspunsches mischte. ' . :! Da wohlbekannte Tritte auf dem Flur ihr Mann stampft den, Schnee von seinen hohen Stieseln ab und tragt ihr die Tanne in's Haus, die er draußen im Holzschuppen in den Kübel gepflanzt und mit ichtchen versehen hat aus der Küche aber klingt helles Kinderlachen und frohe, erwartungsvolle Rufe o, wie das Alles deutlich vor ihrem geistigen Auge " sieht, so greifbar deutlich, daß sie plötzlich laut aufschluchzt, wie sie jetzt um sich blickt und nichts ihrem Auge begegnet, als die öde, öoe, weiße Fläche! Wie war sie doch thöricht gewesen, um eines übereilten Wortes willen sich von Allem loszusagen, was ihr das Leben lieb und werth gemacht U Er allein trug nicht die Schuld, euch sie war unverständig, heftig und empsind lich i, gewesen, w In Thränen ausbrechend, eilte sie in das Haus zurück und schloß sich in ihrem ehemaligen Mädchenstübchen ein. Hell und strahlend stieg am nächsten Morgen die Sonne über die glitzernde Schneestäche empor. Heute war die Straße ungewöhnlich belebt, denn aus dem Dorfe und von den Banernhofen zog heute mancher zur Stadt, um Waa ren dort abzusetzen oder selbst. Einkaufe zu machen. Auch der Landbote, der mit der Kiepe auf dem Rücken allwöchentlich einmal kam, etwaige Bestellungen einzuholen war heute schon frühe hinaufgewandert, und gegen den sinkenden Abend stand Lisas Mutter vor dem Thore uud schaute nach ihm aus; sollte er doch zur Festesfeier noch seines Weizengebäck und Honigkuchen mitbringen. Außerdem hatte der alte Schmitz- auch immer Zeit, einen Schnaps zu trinken und da bei alle Neuigkeiten des Städtchens zu erzählen, und den Genuß dieses Plan-' derstündchens ließ sich grau Fechel so bald nicht entgehen. Das ist 'mal ein prächtiger Ehristabend", leitete sie denn auch die UnterHaltung ein, indem sie dem Boten ver-. schieden? Packet? abnahm. Freilich ja, ein schöner Abendweißes Christfest, grüne Ostern, so muß es sein. Aber für manchen gibt es Heuer doch ein, traurig Fest; 7. da unten, meine ich , dabei deutete er mit dem Stopfe nach dem Städtchen hin. Trauriges Fest sür wen denn?" fragt Frau Fechel, deren Neugierhe erf wacht ist, indeß ! Lisa von unerklärlicher Unruhe getrieben näher tritt .was hat es denn gegeben?" Ein , schlagendes Wetter hat es gcgeben," berichtet der Bote mit selbstzufriedener Wichtigkeit; ein schlagendes Werker in der Fortunagrube. Zu Dutzenden holte, man eben die ' Todten und Verwundeten herauf das Jammergeschrei der Weiber und Kinder war schrecklich inuhören." - . ,v. ,, pt i,, ' In der Fortunagrube! Das war ja die Grube, wo Lisas Mann als Steiger angestellt war. Jeder Blu!stropsen war 2ns ihrem Gesichte gewichen heftig umklammerte sie den Arm des Unglücksboten. ' -M-M Jst Heinrich Tormann auch unter en unter den Verunglückten?" t ., fefiröte ricTat$ j f Of Frau Tormann es thut mir leid ich wußte nicht, daß Sie hier kielt - . - Oft t fciitf9 vm,'' . Gewiß nicht, daß ich , wüßte. Aber e Nicht alle Namen gehört, liede Frau Dormann " , pm-:: KJ .. IIP.,,,' ;,:. ,' , .,;;,, ' (,,;;;:. j,,-,, 'äfi; ': , Lisa ließ ihn nicht ausreden, i schon war sie in das Haus geeilt, und als ihre Mutter, welche sich noch Einzelheiten der Katastrophe berichten . ließ, ihr dorthin nachfolgte, sand sie in der t behaglichen Stube den alten Bauer allein am Feuer sitzen; kaum daß sie diesen von dem Lorzesallenen verständigt, als Lisa auch schon in Hut und Mantel die Treppe, hinab kam! Verwirrt blickte sie von :inem zum andern. - . ,; Du linst es dem Vater schon gesagt. . :'" ,l !, ,l!; : i VA i '!! "I f ' f '..' 1 ' r ' ';:: Mutter, - - ich -- ich gehe nun ern, Mch,iMunehenMl.imd "hr nen erstickten ihre St:mu:e. 'Aber, Lisa, ich sehe nicht ein. wes' halb Tu jetzt gehen solltest", redete die. Mutter ihr entgegen, wenn dem Heinrich etwas geschehen wäre, bätte Schwitz doch anch davon gehört. ,, Lieber wrllen wir. draußen noch eine Weile acht Hzben; es kommen gewiß noch Leute vor:bcr, die Genaueres wissen werden. Ist dann ein Unglück geschehen, so ist noch immer Zeit hinzugehen jetzt aber bleibet Du wo Du bist und tliemand ranhiniriWM? Da aber legte sich der alte Bauer ins 2?! i t t el, ij:iiii:ft! "v " , . ;: . ! , :" ,. ; Tu lässest das Kind gehen, Frau befahl er mit einer sonst an ihm unzewohnteü Bestimmtheit. ,.S ie thut recht und ich bin froh, daß sie endlich 'infieht, was ihre Pflicht ist. llnd nun eile, Lisa, und Gott lenke alles zum BeZen schloß er in seiner schlichten Zrömmiglelt. Li !''!if4il ; 4il!;:i;';';;f te,;' (! W't ::!i:iiti.i.!!:!lii!ili;rtiii!!U

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Llsa küßte ihn weinend auf die sät lige Stirn, reichte der unzufrieden blik kenden Mutter die Hand, und trat dann den Heimweg an, so schnell ihre Füße sie zu tragen vermochten. . Nie war ihr der ; a- '"'.l:! V J: il . . l , 'V Weg zur Stadt so lang erzchienen als ;, " v 1. i. ,'!. A-.t '-i!!1 ' - ,,"-V"";il''- ' heute, wo lbre Gedanken ängstlich lhccn Schritten vorauseilte!:. Was würde ihre: daheim warten? Und als endlich daS Städtchen erreicht war, wollte ihr fast derHerzschlag stocken; wie sonst wohl siel hie und da heller Lichtschein auf die Straße, doch die Gruppen, welche allenb halben umhcrstandcn, trugen kein heiter ,1. r.fir'jr" '"i,i,i'tt v crr seNtillzes Gepräge; icijc aöwnni, . m tes Schluchzen drang an Lisas Ohr. Eilig schritt sie weiter; zu fragen wagte sie nicht'- ihr bangte zu entsetzlich vor der Antwort, welche ihr werden könnte. Und da war ihre eigene Wohnung! Weit offen stand die Häusthüre ; in der seitwärts liegenden K üche flackerte das Herdseuer hell auf, uud bei dem züngelnden Scheine erkannte sie ihre beiden Kleinen, wie" sie Hand ,n Hand in die Herdecke geschmiegt, auö erschreckten Kjndcraugen scheu und angstvoll aus eine am ,Bodcn hingestreckte Männer gestalt starrten. Lisa wankte hinein, und die armen Kleinen, die langentbehrte Mutter er kennend, stürzten ihr entgegen und um klammerten ihre Kniee. Äber der kindliche Jubel war gedämpft; das bessern mcnd Unheimliche der starren Gestalt am Boden wirkte, auch auf das Kindergcmüth. - ' Vater hat noch gar nicht mit uns gesprochen, fcitdie Männer ihn gebracht haben, Mnttcr," flüsterte das Madchen ängstlich. , , :-. .,. ,..,, .!, Ii! s'PS Vor Lisas Augen legte sich eine blutige 1 Wolke keines Wortes z mächtig starrte sie in das von Rauch und Staub geschwärzte Gesicht des todten Mannes, dann brachen ihr die Knie und sie sank ueben der Leiche zusammen. In ihrem Hirne hatte nur der eine Gedanke Platz, " - f sn 1 l r . . .P1...P1 r . -t. La ff vpoic ue geurar yaoc sur )xt Thorheit. ;;, Es war gekommen, Xoxt sie es den endlos langen Weg hinauf im wer gefürchtet zwischen ' Hoffen , und Bangen. .Heinrich war von ihr gegaw gen und ' kein Liebeswort vermocht mehr, ihn zurückzurufen. Nichts in der Welt konnte eS ungeschehen machen, daß sie im Streite von zhm geschieden, , daß er im Zonl und Groll ihrer gedacht. Nun war's vorbei für immer, immer. Lisa, mein Herz", sagte da eine Stimme hinter lhr. Starke Männer arme umfaßten die ohnmächtig Schwan kende, Verwirrte nnd richteten sie auf. I Unversehrt, mit ernsten und dock glückstrahlende Augen stand ihr Gatte vor ihr, und hilflos weinend schlang sie die Arme um seinen Hals. 0, Heinrich. Heinrich 1s f f s Ich wäre , schon , heute gekommen, Dich zu holen-, sagte er, ihr in die Augen blickend. Ohne Dich wäre es ja doch nicht Christabend" gewesen sür mich und die Kleinen. Aber wie das Unglück geschah, mußte ich zur Stelle bleiben und helfen, soviel zu hclsen war." Und einen mitleidigen B l ick aus den Todten werfend, fuhr er in gedämpstcm Tone fort: Du glaubtest wohl, ich sei's uicht doch, es ist der arme Janier von hier nebenan: Die Träger haoen ihn nur in's falsche Haus getragen ich kam ebendeswegen." !- Von tiefster Scclcnqual so jäh zu neuem, seligen Glücke- erweckt, lehnt Lisa gleichsam traumverloren in des Gatten Am. Wie war er so gut, 0 so AuiMZIh und sie hatte noch nicht cinmal ein Wort l "Qtd'0ß ihn zir versöhnen. "I O, Heinrich, ich war t ich hätte nicht " stammelte sie nun er aber schloß ihr mit innigem Kusse den Nichts mehr davon, mein Herz, laß das vergeben ftm, wir waren eben alle Beide im Unrecht. Aber von, nun an soll dergleichen nie wieder vorkommen gelt, Lisa, wir wollen deö heutigen Abends eingedenk bleiben! Doch nun muß ich eben zu der arnien Frau Jan sen , hinüber und ein paar Leute holen, um den Armen dort fortzubrin gen nachher bin ich wieder bei Dir. Und morgen, nicht wahr, wenn die heutigen Schrecken ein weniq überwundensind, hole ich zum Nachmittag Deine Eltern herüber, während Du die Beschcerung vorbereitest unser Bäumchen steht bereits schon fertig im Schuppen!" 0, Tu Guter, Lieber!" schluchzte Lisa an des Gatten Brust. Durch die stille Abendluft aber tönten die Welhnachtöglocke: . p-' ' Ehre sei Gott in der ' Höhe und Frieden den Menschen auf Erden, die liues guten Willens sind." Lln eine Dichteriu m'M . f - - . "' 'fii' 1 :"i i :,v f "'. i'"i, I i lt.! ' j: I Benng den M ond, beiiNg die Sterne, ' DcnjLenz und jede Jahreszeit, Sing' des Geliebten Näh' und Ferne, Anch all' Dein Minneglück und Leid! Sing', was vor Dir iu tausend Zunge Millionen And're schon befungcn, i ,t Und ob Du ganze Bände füllst, , Sing' 'Alles. Alles, was Tu- willst. . . . Nur Eins, bewundernswürd'ges Wesen, Eins bitt' ich Dich: Laß mich's n!ch! :,; flll'l' El, iiFi'J ..j:-::!,,!!''!"1 ' ' feBll ganz miserabel zu Muthe, bester Rosenwirth, ich glaube, das kommt von dem schlechten Neüben, den wir gestern bei Ihnen getrunken haben ! Wirth So ? dann wundert's mich aber, daß Sie jetzt wieder von meinem Weißen trinken! Gast: Nichts zu wundern, wissen Sie. ' 2 i 1 f. " "' ""' , ' ' !'t " ! ' ''"ii' 0 1 "j " ': ' fiij ' ' "i!:i"l'Jl!!l:il m l ich : huldige eben dem . Princip: Gift und Gegengift'.- - . 55, a s Sch limmer e.WZwei junge Damen sprechen dieser Tage über eine dritte, welche sich mit einem Wittwer verlobt hatte, der vier Kinder hat und die Trölnpete blSstZNüü,was kann eS wohl Schlimmeres geben, rief die Eine, als vier Kinder und eine Trom petc ? Nichts, sagte die Andere, aLögenommcnWtws, einen Mann, der sechs Kinder hat undein paar Pau?e l! l:iV'ff-r I1" li'::M, 'äim iil !,!!,l!!!I!Ü!!!iä! tlKcUitÜ U: iiljU1 IS! Jiü-lUliUii: iiiu; iiili ; itii ilt'

KI,Zl4!!'l!!!r'lchH',''z,IV!l!

-"!sr:!nf!3.nirfih5nli: "'jJii ii1 Sn'-ni! j:!Täi.,J HIs"'"" f1 Bster und Sohn 0 rn Tntt0t. ; ; Der heilige Abend. Jetzt sind alle, welche liebe Menschen haben, daheim, bescheercn einander, frenen sich mit ein gnder und lachen dem Baume zu, der. ein Bildniß der ewigen Hoffnung,, auch in starrer Winterkätte, uns mit grünen Aesten grüßt. Für den ärmsten Arbci ter ist oer heutige Abend eine kurze Spanne von Glück. . . . ."'.nur er, der reiche, vielbeneidetc Fabrikant sitzt einsam daheim in seinem mit pcrschiocnde? tV'! ' y ri'-üi' rycher, schier aufdringlicher Pracht aus gestatteten Gemache, sitzt einsam daheim bet seiner Lampe und weiß nichts von L c - - trt , , J,' to'..':-" : "sviti Freude und Lust. 1 . ' . ' ,.., An dieses eine Zimmer reiht sich eme Flucht elegant möblirtcr Wohnräume die meisten sind abgeschlossen nnd die Möbel verhüllt. Nur selten entschließt sich der Hausherr, diese abgeschlossenen Genmcher zn betreten, und wnn ' eres cinmal thut zu iiachtschlasender Zeit, dainit keiner der zahlreich müßig herumlungernden Dienstleutc davon erfahren könne ' verläßt er sie wieder mit tief gebeugtem Häupte. Z Alles in diesen Zimmern spricht so laut ' von : Jenen, tvelche vordem darinnen pohnten. Da, in dem einen mit dem Erkers hielt die Hausfran sich am ' liebsten auff da steht noch ihr ArbeitstisöhZein itzrf'aüscrwählte Bibliothet, ihr Klavier mit dem Notenpulte . .-.'ll'. ganz so, wie sie es verlassen.' Und das Zimmer mit den viclnl Bücherschränken, : dcnt schweren Schreibtisch aus Eichenholz, ' den zahlreichen Büsten großer Fachgenosscn war das Stttdirzimmer des Sohnes. rr"" T Hier hatte er gelesen, gedacht, gearbettet und auf den" Fußspitzen hatten die Diener an dem geheiligten Aaume vorbeischleichen, ' hatten im ' Flüsterton sprechen müssen, damit der junge Doctor nicht gestört werde in seiner Arbeit. Alles tvär unverandertnüp die beiden Bewohner waren ' ausgeslogcn.' ' Der Fabrikant hatte sie nicht zurückgehalten, hatte bestimmt geglaubt, sie würden wiederkehren zu ihm dem reichen Manne, dessen Geld ihnen ein behagliches Leben bereitet, der ihnen sausen konnte, was immer, sie begehrten und er hatte sich im Voraus gefreut ans den Triumph, den ihre demüthige Rückkehr ihm . gei währen würde. .. ;; Aber er hatte sich umsonst gefreut Sie hatten sein 'Geld verachtet' Und waren in'S Haus der Eltern! semer Frau gezogen und da lebten sie nun , bescheiden und zurückgezogen, aber glücklich und zusrieden Ja, glücklich und zufrieden das wußte er; glücklicher vielleicht, als sie jemals an seiner Seite gewesen. i ; Er trat zum Fenster hin und schloß die Läden. Im Hänse gegenüber "erglänzt hinter den Fenstern Lichterschein i Den wollte er nicht sehen; wollte nicht daran gemahnt werden, daß heute. elwFestder Freude war. 'Und' dennoch dachte er in einem sort daran. ., Wodurch hatte er das um sie verdient? Was ging 'es sie an, wie er gegen andere versuhr?' Gegen sie war er immer gnt gewesen. l Und zum Tank dafür hatten sie ir);t verlassen und der ärmste Mann' in Wien konnte das hehre, heilige Fest tKcht unsroher begehen, als er. welcher zu den Reichen und scheinbar Glücklichen der Stadt gehörte - j ; Bitter lachte er in sich hinein. Reich, ja wohl, 'reich war er- auch heute noch ; aber glücklich uicht mehr.. - Das - hatten die Beiden auf dem Geivissen. ' Er war zum alten Mann geworden, seit sie, in Zor:l , mid Grolls sich von. ihm getrennt hatten. ! Sein stolzes Selbstbewußtsein war dahin,' , und mit der Schasfenssrcudigkeit war es auch 'vorbei.' , Wie hoch hatte er vordem das Haupt getragen!!! 'Jetzt suchten sein Blick immer den Boden, als ob er nach Verlorenem spä.hte . I Tiefes 'Leben war uncr.trägltcl): lcin nbe. iifi'1!!::: U$ l ;, Ja, einstens. Es hatte keinen selbstzufriedeneren Menschen-als ihn geben können, j Immer nud überall hatte er damit geprahlt,' wie gnte Leute seines Schlages sührcn und wie wohl eS ihnen erginge auf dieser Erde. Es stand auch fest, daß ihm daVluWör!nl!HiaH gelaufen war . vielleicht darum, weil er um die Mittel niemals verlegen gewesen: a b e c! e ben d arailf that i er sich etwas Besonderes zu Gute. Wie war er denn zu so großem .. Reichthum gef nrntit lH V ;, '! 5 ' 1 : iMi yitv. if r yr " . r l i:'"1 ' 1'-' lm4 Aus eine, im Grunde genommen. ziemlich einfache 'Weise.'" Sein Vater, ebenfalls Fabrikant, hatte den Grund zu dem Vesmöge gelegt unfc der Sohn war in die Fußstapsen des Vakrs getreten nur da5 er diesen an Klugheit weitaus übertroffen hatte. Für ihn, den Sohn, gab es'' , keine braven und schlechten Leute sondern nur dumme und vernünftige. Wer sich auf den eigenen Psrthcil cherstaMj gehörte ' zu den Schlauen. ' Ob Andere darunter litten, galt ihm gleich. Selber essen macht sett", lautete sein Wahlspnlch; und darau hatte er sich getreulich gehalten p Das Menschenausnützen verstand er so gut wie irgend, Euieri'W Mcnfchenmaterial ist ja wohlfeil, und wenn die Arbeiter über den HuugerlohnmUrrmKN einfach fort uud nimmt andere auf. An brodlosen Arbeiten: ist ja, Gott sei Dank! kein Mangel. Und so läßt man diese, welche durch , ihre Kraft und Geschicklichkcit das Vermögen eines Einzelncn anbäuscn helfen, Mangel leiden nnd ihre Gesundheit untergraben; und siehe da ! Die Jahresbilanz liefert daS erfreuliche Ergebniß, daß der Reichthum abermals uul ein Beträchtliches gewach l ,,,..,., , k: ;:ii;.:il!l.l; v . ,,, ,"..,, ,::. .:: ':i;l;?!! jcit sei. ,!k,ki?. Daß so und so viele Menschen wäbrend des Jahres ihre Kräfte verbraucht haben zu Grunde gegangen oder er werbsunfähig geworden sind das ist natürlich nicht der Rede werth. Hielte man es anders, würde man eben zu nichts kommen. Und bekanntlich ist Jeder sich selbst der Nächsie. Aber auch abgesehen von der alsoZ?ortrefflich geleiteten ? Fabrik hatte deren Besitzer, noch übe? andere, nicht weniger kiksik rvs

,5iriiK einträgliche , Einnahmsquellen verfügt. Sein Name war in der kaufmännischen Welt ein geachteter daß seine Arbeite? ihn verfluchten, hatte daraus keinen Einstuß. , Krast dieses seines geachteten Namens j hatte der Fabrikant sich m schwindelhaften Unternehmungen betheiligt und seinen Namen hergeliehen, um das Vertrauen des Publikums zu ge winnen. Ant Ende war Alles in die Brüche - gegangen, uud batte die dnmmen Äetionäre ' ausgelacht, deren ganze Thorheit freilich in nichts Ande,remhH,and,eIa ErenmanVznH ohne materiellen Schaden davoekoM men, vbschon er genöthigt , gewesen .tvaH' sich vor Gericht zu verantworten. ' Die Richter hatten ihm nach den Paragra phen des Gesetzes eine Schuld nicht beweisen können: sie hatten ihn freispre , ., 1 .. ",,,. - ,..! -fcf! . :: ä' i ,: .. ,,, .: ,.; ;,. ; ,, :; ' iri iO: chen müßen. ,! j! s; ' "; ;;: Da aber war 'ihm ein anderer, strengerer, durch nichtS'zum Schweigen zu bringender Richter erstanden: der eigene, einzige Sohn. Vergebens hatte der, Vater sich bemüht, dem Sohne beizubringen, daß er anders nicht habe vorgehen können, daß jede? vernünftige Mensch an seiner Stelle - eben so gehandelt ' haben würde. - Der junge Mann hatte ihm mit sinsterem Schwei-. gen zugehört und am Ende erwidert: Deine, Wege, . Vater, sind niemals die meinen gewesen . Seit ich denken gelernt Z habe, hat Dem, Gcbahren mir Grauen eingeflößt, und wenn ich darübcr nachsann, daß ; Dein und Deines Vaters Reichthum durch den Schweiß und!, das Blut,, armer, von Euch abGängiger Menschen erworben worden ist, habe ich oft wünschen müssen, der Sohn! eines Deiner Arbeiter zu sein, damit ich rücksichtslos gegen Dich und deinesgleichen vorgehen könne.' Was Du aber jetzt gethan hast, dazu. darf uicht einmal ein Sohn stumm bleiben. Wie Andere an Deiner Stelle gehandelt haben würdeil, kann sür mich nicht maßzebend sein. . . Ich kann und, darf nur fragen: Wie würde ein Ehrenmann gehan delt haben? s Ein , Ehrenmann, Vater, würde lieber sein ganzes , Vermögen hingegeben haben, als mit dem Bewußtsein zu leben, daß durch seine wissentliche Schuld Vertrauende in Unglück und , Armuth gestürzt . worden : seien. Lass'. uns die Dinge beim rechten Namen nennen. , Du und die anderen Leiter habt das Publikum getäuscht, habt, so lange es anginz, fette Dividenden eingeheimst und Euch vor dem Zu sam menbrnche, den Ihr habt kommen sehen, zurückgezogen. Wenn Tu auch , das Gesetz zu umgehen verstaiiden hast, I bleibt sich , die Sache vor einem höheren v 1 '"Ji 1 " '':. i rfNicylernuyie, oem znecyrsgesuyie, oocy gleich, l Das,.was Tu verübt hast, ,ist nichts Anderes als ein ganz gemeiner Betrug , ..unv an? solchem, , will ich . keinen Antheil haben. Wenn Du darauf beharrst, , Deine Schuld ungesühnt zu lassen, dann muß ich mich lossagen von Dir. 7.' Die Ehre muß einem Manne höher,stehen,ls Sohnespflichtcn." M: ; - ' Dem Fabrikanten wir z ZNuth?, als hätte der Sohn! ihm einen . Faustschlag in's Gesicht versetzt, ! Wie betäubt stammelte! er: , .! Gut denn.',? Geh ! a Ich brauche Dich nicht." ? n . i - mi : Als . aber der Sohn, leichenblaß im Vesichte, , daraus zur ' Antwort gegeben: Heute noch, gehe ich von hier un) Dir und die Mutter ,i kommt mit ,mir1 : da war dem Fabrikanten eiskalt geworden. Sollte, konnte das Unmögliche sich wirk l lich vollziehen? Und , kaum , wissend, wäS t erf sprach, hatte er. mit dumpfer Stimme erwidert : Nur zu so! Wer laßt ' mich, wenn Jhr's vcnnözt. i Ich halte Euch nicht.",, , ' , Bit waren wirklich gegangen und nimmer heinigekommen. ' Sein ZZeichthum hatte sie nicht zurückgelockt. Das war'etüGcihife: ungeachtet allen Grames, unsäglich wohl that, ä Warum gesiel ihm just an den Seinen, was er bei anderen Menschen als grenzenlose Thorheit verspottet hätte?' Vielleicht war es die Sehnsucht nach dem Ideal,, die ja im Herzen jedes Menschen schlummert mag er sie auch jahrelang zum Schweigen vernrthcilt hiben. Etwas muß der nicht , ganz in Gemeinheit kBersunkm er emporschauen, das er bewunderii, vor dem er sich beugen kannte sonst müßte er zu Grunde gehen Wenn der Fabrikant ehrlich gegeil sich selbst wvlltNmußt ft er den Sohn so und uicht anders haben wollte. Sein Glaube, sein Cultus war das ferne Kind. Er war unsagbr stolz ans diesen Sohn, der, unberührt vom Hauche der Corruptivn,. unentwegt, nncmgefschten einem höheren Ziele zustrebte. Z Ä MMtMA MA ' Wie brav, wie tüchtig var daS Kind, s e i Kind, das, trotz deö reich: BaterK)HvoW,LeDegen wollte, als Pnvatdocent für NutwnalOekonsmie an der Universität loirkte und als einer der strebfamsteu, ieistversprechenden Kbpfe allüberall gerühmt wurde. Ihm hatten weder Reichthum noch schlimme Lehren etwas anheben können fest war der Sohn geblieben, war ein ganzer Mann. Dem einsamen Vater traten Thränen in dieWugen. Seit der Sohn vor Jahresfrist von ihm. gegangen, war kein Tg verstrichen, wo er nicht an sein Kind gedacht hatte. Und 0, mit welch' quälender Sehnsucht! Auch heute dachte er an den jungen, bedürfnrßlosen ) Gelehrten, der mit dem reichlichen Taschengelde, das der Bater ihm in verschwenderischem Maße gegeben,' n ichts anzufangen g ew n ßt hatte, wenn ihm nicht dadurch die Möglichkeit geboten gewesen wäre, Anderen zu helfen, Anderen elne Freude zu bereiten. Verleidet war dem Fabrikanten die Arbeit, die ihm de Shn geraudt hatte. Wie weitaus werthvoller wäre ihm ein Kuß des Kindes gewesen, als all' das todte, nutzlos aufgehäufte Geld Z Das Eind nun fernste er's hatte sein besseres Selbst, sein leibhaftiges G?? wissen vorgestellt, er hatte blos in dis klaren SohncSngen schauen brauchen, am zu erkenne, ob er Recht oder Un-

1 ''S'' '"i'-Üi " illij'l!,-?s':jn!s"sl-31 1 Ji ü1) '''iaiJji' il:-i1lil!'!,:n"!B i"::iän.i!n";!f"-.::HiH5:1,:P!Sir:

recht that. Wozu quälte er sich ? Mut ter und Sohn kamen nicht zu ih m, wüt? den auch nicht kommen. , Wenn er zu ihnen ginge nnd sie zurückholte ? Warum immer und ewig nur dem Stolze, der verletzten Eigenliebe GehZr leihen, auch wenn das Herz darüber bricht? Es z war gcnugl , , Einige Minuten später hatte er seiu verödetes Haus verassen'?? -iit.i 4 Zu Fuß. durch Schnee und Nebel eilte er zu den Seinen einem Armen gleich, wie er es durch ihre Flucht in der That geworden war, wollte er zu ihnen kommen Ohne sich anmelden 'zu lassen, ohne anzuklopfen.' trat er in die Wohnstube. Die beiden alten Leute, seiner Frau Vater und Mutter, ., einfache ! ehrliche Bürger, die in Ehren grau gewvrden, saßen am Tische beim festlichen Mahl, und der alte Herr war eben damit beschäftigt, eine Flasche ,zn entkor-ken.-1 Auf einem anderen, mit ,, weißem Tuch bedeckten Tifch stand der Christbäum, dessen herabaebrannte Kerzlein t 'wertes"' " 'x'': einen an Weihrauch mahnenden Dust ausströmten. Unter ' den , Väumchen lagen die Geschenke ausgebreitet . . . . darunter schwere, dicke Bücher, welche wohl der Großvater dem gelehrten Ew kel befcheert habenMochtI Mutter und Sohn, saßen dem greisen Paare gegen ' '! hcn 2 h:' " - -W ii-iL.'" L' über.; Wie schön der Sohn war, wie männlich, wie MchMMjsahk"'.Der Fabrikant, welcher aus der Schwelle ste chen geblieben war, und das ganze Bild mit einem Blicke überschaut hatte, konnte nicht länger an sich halten. f ' .Karl! .Marie!" . Ein zweifacher SHrei W seinen. Der " Sohn sprang so heftig ' - . '! i; ' t" r . 7.. r aus, daß er beinahe den Tisch umwarf, eilte auf den Vater zu und sank an seine Brust. ( Unbeweglich saß der alte Groß vater, die halb entkorkte Weinstasche in .der 1 1 Hand haltend. Großmütterlein aber lehnte sich 'an die Schulter deö greisen Gatten und weinte still. ,;.. L Vlfi's'iJi , - Ich hab' es I gewußt, daß Du kommen würdest," sagte die Frau, trat zu ihrem Manne hin und gab ihm die ,,. 1 t lllll l' "l,:j!?VIill,!- iilli... - ',- ,l'lf 1,,,., ,1,1. lt.',; Hand.: :r;;:!t:.,:: ,;: .Länger habe ich eS ohne euch nicht aushalten können," versetzte er. Das war eiu fürchterliches Jahr. Ich bin ein anderer Mensch geworden.' Zur Ruhe will ich mich setzen und nur .für euch leben . . t Lund," ,,,;:; leiser und mit abgewandtem Antlitz hinzu, .das gut machen, was euch von ? mir geschieden hat, und , dabei sollst Tu mr behilflich sew. Karl." 7' ' ' V'r:T-:7-Dieser driMe ihm blos stumm die HandU7 - Nun aber, liebe Leute," rief der alte Großvater und ' trippelte zur Gruppe hin, nun setzt euch und trinkt ein GlaS Wein mit uns Ich freue mich, daß es so gekommen ist, denn ich bin vom alten Schlage und meine Meinung geht da hin, daß Frau und Sohn zum Gatten und Vater gehören ' .Gerne, habe ich sie beherbergt, Deine Leute, Schwiegersöhn, und Nichts hat ihnen bei mir gefehlt, i Frage sie nur. - Denn. Gott sei 'Dankljmcine teWyLH.häben'süjif zig, Jahre lang gearbeitet nnd gespart, so daß wir jetzt genug haben, um ausruhen und nebenbei auch diese Ausreißer Zufriedenstellen M SnnenA!ehrräu chen wir nicht. Wir sind zusrieden und jeder Kreuzer ist ehrlich erworbenes .,G?l&" l U ,.. ; & , s :' : Ehrlich erworben!" Leise sprach der Fabrikant diese Worte nach, welche ihm 'iöl't1tt')8or gute Alte sie in vollkommener Arglosigkcit ausgesprochen batte. Mit ernstem Blick schaute der Sohn den Vater an. Nein !Tie Wiedervereinigung sollte durch keine unliebsame Erinnerung ' getrübt ! '' i V j j ,i ff, ji , ( . ii . ' 1 i ,!!,' 'lr ' l1, f i werden. Genug hatte der Vater nachgegeben, war ihm weit genug entgegen ;;gefemr sehr der Vater ihn liebte! . ..Um dieser Liebe willen wollte er über Vergangenes einen Schleier breiten.' Der Vater hatte sich ganz in seine Hand gegeben: der Liebe tvürdc es ohne Zweifel gclin gen, mit leifcr Hand die Binde vor den Augen des Verblendeten zu entfernen, um ihn ' n eine aude re bc sscrc Bahn zu 1 tcnf ci t c", atitil b e' "f-ater, ' t c r seinen haltend, gelobte sich der junge Mann, gut zu machen, was der Vater gesiiudigt hatte, auf daß die Verwünfchungen, welche am Namen des Vaters klebten, sich durch den Sohn in Sehenswerte verwandeln möchten. Auf diese Weise würdeÄ Allen gerecht werZ den und würde seine Pjlichten als Mensch ersüllen können, ohne darum aufhören zn müffe dem alternden Manne. deM höchstes Glück er war, ei:: danlbarer Uebevoller Sohn zu sein. FM

Wik-l ;; pää'i t'nl.dM1- 'fl Sei n e E ttt schul d i au n7 f ' .;!!: ii.;,,, M O berft eine? pari hieen arm eu Garni' , zu ement Lieutenant, der wegen Schatden schon öfter Anlaß zur Klage aMb m Fell ist) : Herr Lieutenant, Herr L ieutelinr, Sie sind schon wieder gestrauchelt, ich warne Sie vor dem Falle. Lieutenant : Entschuldigen, Herr Oberst, hier kann aber Einer auch ? sehr reicht zum Fsll kolnmen Nit und breit nichts ' :"K'i ii-i nr t l ' "'' ,,,,!, 'ii!il !! 'sziiii. MM I M, M W i Ä M :.' -: .. ,. i , ' .' ! ''Ii '- " . "Hl . - l: il i ', w0&&toßM S ein B t l d. Enter tu J'"S: ' 'i'i'1:;!'1!1 ty."'' i vif1'11 :;' i" -ii'ii ."'"'r . '" dent : Du bti eigentlich ein famoser ,,ill'r' -: -' ..... . '' :' 1.,..f.i 1 ., . Iri Kerl, Hugo numer zum Kneipen aufgelegt und in der besten Laune. Weißt Tu, von Dir möcht' ich ein Bild haben in Oel! Zweiter Student: Seltsamer Wunsch ! Warum denn gerade in Oel ?A Erster Swdent :O5?caWu Thrau" sehe ich Dich jeden Tag ! ?l;,?!s,l!!?!s!ei-,', . .i,kw:''il :'(!(:,::!' ',;:jil!i, , 1l,,-lßl!i!!!l!l' 'M Bescheid e u. Lieutenant: Wirklich kolossal das Glück, das der Rentier Bchfe!d in allen Dingen hat !" Kainrrad : Wahrscheinlich das große Los gewonnen?" Lieutenants M, viel mehr als dab! Habr mich gestern mit seiner Tochter verlobt!" e" ': ",: -'i,.l':.''l,"i,i .-'i'illilliiäi: 'liSliljiiJlFJSi'lr'lJljäll!;!! . ,r rka n n t.D Iran U zn ihrem Mane, einem Sountagsjäger, der eben auf die Jagdehen will): eber Ed gar, die Hasen sind heuer so billig, da Du wirklich ausnahmsweise 'mal zwei schießen könntest!" Hiiiiiji

Velm OZ orgendi c n U 5-i

iiii..d , 6, 'fei, ,f 1 TrtMni-nrtnitrt !?pfnrprt '.''Tr ! H ivt.wi( .. w ;.' Einer krank!" meldete der Gesrciie dem Ercrcicrmcister. .Wer?" ' Grenadier,. , a ' .V --'m. .'i.. " lsc ..'Ü' .". vJ!--,UV:: S Kerl init,.. 'die .HoPpel.'iF,!ll,!e5ra!sn, wao?" Zu Beseel, Herr. Sergeant!" .Was -fehlt, deml. Äuiön, he? Mr hat's im , Halse." Unsinn, wird sich am Eommißbrod' verschluckt haben. Schon im Lazareth, wie?" Nein, geht erst zu? , ärztlichen Visite." ,WN or den Marodeur soll der Deibel frikassi ren, wenn ihn der Assistenzarzt nicht or krank anexksnnt,,? . -v-h mH , 5:- 1 V1 Wrnri ritim Fit?Tt OmifiinnTftm :!i J'" J m. j' I T , TF wandte sich der Gestrenge der Abthei t lung zu und begann die Adjustirnng und Haltung der jungen Soldaten zu mustern. Eben . hatte der Gewaltige das zweite Glied wieder aufschließen

lassen und,; die Ankunst des Ofsiciers, r erwartend, Wendungen commandirt, da erschien, sehr niedergeschlagen der Ne ' srut Pusche. Melde mir zur Stelle!" krächzte ei , heiser. ? .Mich heißt's, mern'' I unge. 1 1 1 f Haben wohl mit's Marodiren kein Jlück 1 ' gehabt, was, Sie Drückeberger?" " .Der Herr 'Äckziustenzdöctor HÄ zjuOA mich gesagt, wenn's schlimmer wird, soll ick mir krank melden." - f m Na, denn können Sie sroh sein. ; ; '. Wenn Sie in' Lazareth gekommen, wä z'. ren, hätten Sie ' sich heute Mittag die - doppelte Menagcportion bei die Kran - ' fx kensuppc ohne Fettaugen malen können'' , Ich sage Ihnen, so'ne vierte Form ist die beste Medicin sor'n' solchen Simu z 'I? lanten'.Vie!sraß,,wZe Sie. , Was istdenn , . , das Schwarze da, was unter JhreAus ' schlage hervorlungcrt?" , . ' .Wulswurmcr." . lt , f n " n hl 1 i i ' i , i.i '"ii'irül1 i , ijj ak '' il'n r, -, ü ih ,! rt' ; ''. W i " .Wat sor Würmer?" 4 " Pulswurmer." ,,. 7." .. ; " .Sie .? meinen wohl: Pulswärmer? Runter mit die Dingerl So was ih. kr jut for die ollen M arktweiber, aber nich 1 for unsereins über Null Jrad. Und ' 1 ' nun scheeren Sie sich in Reih und Jlied, Sie Hupelfritze?, befahl der Sergeant.' ;

Weihnächte.

Halt' ein in der Geschäfte Drang?, . Der heil'ge Abend bricht herein, Der WcihnachlSglockcn süßem Klänge ' Laß' Ohr und Herz geöffnet sein! Wohl dir, wenn noch in deinem Herren . ärt" :'j '0! "-rr ' - ' j I " Ein holdes Märchen findet Raum, Und es durchzieht beim Glanz derÄcreJ , - x Eül tannendnft'ger Weihnachtsbaum. " O glücklich, wenn dir ward bcschieden Das sel'ge Fest im Vaterhaus. :'; Dort sindcst Freude du im Frieden v Und fröhlich ziehst dn wieder aus; :, : Lenk' deines müden Fußes Schritte Zu dem dir wohlbekannten , Naum, ,. . ;; . .. Dort wartet dein in nied'rer Hütte : . Der lichtgeschmücktc- WciynachtLbaua. " : . . :' ' f , .!' -;. i ii : r , . ' ,, , " ; ' " t ' :'!' ":' . ii " , ! : - Und kannst du nicht das Ziel ereilen, m - -m Der trauten Heimath fernen S trand. f Und trennen Dausende von Meilen ;.' ' ' 4 .--, V'fVI 1 ifrt , '-Lt'" '""' "'' ' r-i" Dich vom geliebten Vaterland,, Vcrzaae nicht und blick' uach Oben, j j ir-JM I Es grüßt anch in der neuen Welt Dein Auz', von mildem Glanz uniwöbS ii.M $L tfaj-it i'W . :lt:t

Der, Weihnachtsstern am Himmelszelt. 'v1 i : : n ,;;-;:-; r,i; t?: Htm jß

O bleib' dir treu! - Lab', nimmer rauben Mr.,dcmer ggld'nmKktidhut Traum, Den holden Wabn,' den süßen Glauben. Den immer grünen Scihnachtsbaum 1 Knüpf fest und treu' der Liebe Bande. Ob auch dein Glück liegt, ach! so fent. Dann lächelt auch im sremden Lande ' AmHZmmel cdirer-B'eilmachlsstcrt'.r. V ''"-ii' "V vf !i tu t ' K:) eo rg e 'iuut c. :!. s: ' M, IJffi'1!! f I h "''" ;: h "!i h, 'l?'! il ,",:Z,li ,M av? .inottdcrbare "Ättri&i , Londoner Gelehrte Maim Stanhope. Er war als ein eifriger Sammler von Vüchcrraritätcn bekannt und seiner Sammclwuth i opferte er so Ziemlich seiil ganzes uicht unbedeutendes

Vermögen. Unter andern Seltenheiten . befaß er auch ein Buch, welches tThtJ'dU.. söttdcrSstochjchStzte. weit?c,S,'jfiuvMflif f,fe iLfT r,f- ili!li;i!,:r. M f ' ' ! . , " ttft k"" "'A "',,,,,,, ! l nunz nach das einzige auf der Welt ,k5l'Äi)M stircnde Excm plar sei. K,Da,c?snj?r durch Zufall, da sich in Paris eine Erpie seines ' Werkes besände. ' Er hatte nun nichts ; : (Sjltgere; siif:naU:J die , Taschen voll Banknoten- zu stopfen, über , '

S5N Kanal zu Zkyen und nach Paris c " i lih rt'n: tMn '"!"" '" älii: ' '"li"1"-1"1' i;i " , :t5.F.Frwrf äiS!!;.,fiijfefe Hie r l ang klommen, fuhr er sogleich nach i derDW ''Uill,,, Nach den üblichen Eompltmen!? ft spann sich folgendes Gespräch zwischen ea-l- i --'ii ' " ' "" ' ' !" . "" " "" ' "' ' ' : " : !::; .! 1 ' "r ' " : jociocn :; : ,.i'.,,,'!!ik's'''ii 4 ifij'.jfi x ! .Mein Herr, Sie besitzen eine Eopie deSlsdes'Werkes,.?,,iZ, mmiiMa tiiliili1-

wl'i'Ganlrtch meiner BiUiothek. Wenn Qit mS&

Augenschein nehmen wollen, bitte, hier i ' nlli.liji!1' I ,:l I,' !l IIIII: ;,,iln:,i!,:,;i :' 'x I, I,,..,. ,',: ?: ,! ,,, 'I ist es." WH iii!f.riBiiins.' jhiü-1 S4ÄGU ich gehe Ihnen 1000 Francs ß ,f i,,,""'"1'!; -m-

;iil'lt ! !! l'V'H1'"1 . IS ! fllHIS t' ill -f.

dktür. IÄWf'Oi ein Herr'ich'A Büchern. lägt it m mM-. fmh t& ' k'st ,,,!k4,!!,,jg WW)utiMr$. f3chlüiedfr : äl 0.000 ran es ?"9 MMi: :v mu: 'l.i- ," 'jf ;ll. !':Ci i. .l!:'!i:rlijlli' .-'; "IlljLihHi". . '''rf'..,:. :r (-::m , ;;'"":!'1- !!'I!'!"''P'!'I .: Allerdings, remiorcheStrngeboiif ein Herr kann ich unmöglich ver. wigeruFhier,' 11. ' !' i!il,i;i,l.L,li,1;v,,'i,:1:!ii,i,'ii.;i:,i5ii:,,,i'i'f i ii,!iil,li,.vi '.j- V. . '..:,i.:n,iii-iij,i Zyncn.' .Ir.ii-'IOilllUt'l ,,f:'",!'fi:'! Der Engländer zählte die 10,000 Francs gewissenhaft auf und nahm daS Buch an sich. Die Unterhaltung sand mAeine ftaU;ijjiinlji Stanhope betrachtete daZ erworbene BuemeW wars es dann plötzlich mit einer Genugthuung, die er nicht zu verbergen suchte, in das Feuer. : Der Franzose, der einen Wahnsinni' gen vor sich zu haben glaubte, suchte den Schatz zu retten, wurde aber von dem Andern scharsK gehindert,, der nit der größten .Gemüthsruhe erklärte: .Mein Herr, ich besitze ebenfalls eine Eopie dieses Werkes sie ist die ein zigc, welche jetzt noch aus Erden eristirt. I xvizh you iuod momiur' Vfi!:','i!lEfei!,'1-'ll'f!i WM -M ß if mm ;;,.''- ,!' ,., . ;'"., i,l:M.,.;vi'i l,,!l..' .1 '

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IllUt jiir, ' ,11: Ii: "5 ,; - illiUEiffc ' . .-'"' Bfim 'ir II , päifli:-"' !,' 'fc4 . iw'j'ftt , 'f f i.i.,i!,. 'Ii W'XiJ if !i 1 ' l j!i;:'i;.,;i, f;!r:,: Oi,,,il 7 iii! .SU