Indiana Tribüne, Volume 14, Number 85, Indianapolis, Marion County, 14 December 1890 — Page 6

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Sv,-. Injektionsspritze. ,. u , Die von Koch behufs Ausführung

1 einer Impfungen henutzt? uvZutan rihr, die bereits in den Handen zahb reicher Aerzte ist, und welche, w!r ebenstehend abbilden, besteh! suZ einem grad uirten, zwelGtaulm (Stubif centimeter) fassenden Glaszylinder, deffeu konische ' Spitze ' zu: KuZnahM l der (zu Seiten der Spritze ab gebildeten) Hohlnadel bestimmt ist, der Hohl. , nadel, " deren zuge schärfte Spitze unter die , Haut eingeführt wird, lmd einem mil einem Sperrhahn mit der Spritze in Berbiw dund stehenden Gnm miballon. Das Heine, ' vom 5Znstrumcntenmasicher GL Kraus in Berlin (Kommandantenstrage Nr. 55) konstruirte : Jnstrutarnt ist sehr leicht zu deZinfiziren und zu verwenden. Die Einspritzung des 2Re ; dikamentes erfolgt durch Druck auf den Gallon. Das Koch'schc Mittel stellt, nie die .Wiener medizinische Presse- berichtet, eine klare hräunlichge'.b gefärbte Flüs sigkeit dar, welche vor dem Gebrauche mit halbperzentiger Phenollosung ver dünnt wird. Die Injektion ist durchaus schmerzlos. . , . - .... p rfb Ein Zukunftsbild. Amor und Psyche. Ein Lebensbild. , , Er war ein Mann in den besten Iah' ren, der etwas Vermögen und emea bescheidenen Anffng von Corpulenz be a&. Außerdem aber war er ehrgeizig. Er hatte die Klugheitzu begreifen, daß gewisse bürgerliche Ehren, nach denen er geizte, nur durch Beziehungen zu jenen ttreifen zu erlangen seien, loelche Jeme eigene Sphäre leider nicht berühr, en. Infolge dessen hegte er kein sehnlicheren Wunsch, als Verbindungen mit einigen aristokratischen Häusern an zuknöpfen, deren Einfluß auf die Er folge eines in bescheidenen Grenzen sich Kaltenden Ehrgeizes außer Zweifel stand. Erhalte ferner nach längerem Nachdenken ein Feld entdeckt, xqo er in harmloser Weise die geplanten Bezie lmngm einleiten konnte, ein Feld, daZ überdies durch eine Art von natürlicher Pikanterie jedem Vorurthcilsfreien in teressant erscheinen mußte. Auf diesem Felde beschloß er zu vperiren. hier be absichtigte er, indem er als angehender Lebemann auftrat, einen Theil seines Neinen Capitals in Sekt und Austern anzulegen und von hier aus war er Willens seine kühne Fahrt nach dem Wohlwolln, einflußreiche? Gönner aus geben zu lassen. Und der Salon der Schanspzekerik, Frl. Colomba M. bot in der Thn dir Eklegenheit! Es traf -ich oüf diesem Parket ohne Zwang und ohne Verbindlichkeit alles, was -von aristokratischen Elementen den graziösen greimuth einer prickelnden Unterhaltung den- Amüsements der Jockeys und des Croupiers voranstellte ; ,ind alles, was nebenbei Lust spürte, Wr XiHoneit Colomba das 'Weihrauchfaß zu , schwingen. Als er, von dem diese Zeilen den, zum' ersten Mal die Glocke an dent Üünstlcrhcim "zog. war er ein wenig beklommen. Gleich darauf aber halte er sich gefaßt und nannte dem jungen Mädchen, das vor ibm stand, den Namen. .Doktor A. möchte sich die Ehre geben, dem gnädigen Fräulein seine Aufwartung zu machen!" Und so trat er cm. Doktor A. war schließlich in 'übler Gesellschaster. Er verstand - poinlirt zu erzählen und ließ im Dialog immer dem Anderen den Ruhm, der Klügere zu sein. Auf diese Weise erwarb er bald manche Freunde, und der Umstand, daß seine BankbilletS nach " Beendigung eines Herren Frühstücks odesonstinerH Extra Tour ziemlich : , lolf ct,.f c. jpijt53btc iSW iHnurt.i5S.iiört--seiner Äortresslichkcit nicht vermindern. Wahrend' einer dieser lukullischen Mahhcitrtt hatte er einen interessanten Trcssrr, erlernte eine Prrsvlilich--keit knric;:, an welcher er sichzu attachirntnnd dk? er für seine ., Zwecke ja .oil verzeihe daö Wort, WMusK Zack-keN- delov. Derr v. X.. in der Ociel!Äa5t. wo der divlomatiscke Kirn. b is den Ma::cicl irdischer Mc:chtbümer !' verqcj'cn läßt, .besten? attreditirt war ; unlällist ans dem Orient zurückgekehrt , , und machte im Sa!o:r , wie i.n Klnd Mo:i jlc;i rcven. . Hätten seine Ausgaben mit sc :n?n Einnahmen Schritt gehal- : tai. siirwakzr, Herr v. X. wäre ohne ::';vZtt)Cifd ei?ett. So aber ermangelte er der Periltänettz eilker melkenden öuh" mit goldstrohendem Euter ;iind war. bisweilen genöthigt, in Bezug auf eine der IflrtiqcD uelle zu wechsele i Unser ehrz geiziger! Freund kam Mm gerade gelegen fflmd dieser ypt ci e: rüm i jf re u t c f i ctj j b a 6 irini o$ Schief fat " M ! dcr';HÜpfunli einer .aerth vollen Bekannt schalt die Fäden m die Hand spielte. Man befreundete sich, Hmd!Herr v. trug der gefühlvollen Seite dieses Bundes insofern Rechnung,

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als er den andem schon nach der erst Woche anpumpte. -: Dieser andere aber, der Wahrheit die Ehre, gab gem ' Er betrachtete im Hinblick auf die , einflußreichen Verbin düngen seines Gläubigers jedes Darlehn al eine Saat, die zu guter Zeit gute Frucht bringen sollte. Einstmals erwähnte Herr v. 5., daß er im Hause der Gräfin M. verkehre, und daß ' er versuchen wollte, auck den Dr. A. dort einzuführen,,,, Hierdurch war dieser auf das Angenehmste überrascht, weil eben jene Aristokratin vermöge ihrer weit verzweigten Fühlfäden für ihn ein ganz unschätzbares Material darstellten. Zunächst allerdings blieb, es bei der Hoffnung. Herr v. X. traf keine .Anstalten, fem Versprechen zu realistren. Vielmehr bemerkte, Dr. A. an ihm seit. kurzem eine gewisse Zerstreutheit, die sein ehrgeiziges, immer dem einen Ziel zugewendetes Herz mit Unruhe erfüllte. Wir wollen an dieser Stelle einschalten, daß Herr v. eine Entschuldigung für sich hatte, wenn er sich heut anders gab als sonst. Er wandelte in der letztenZeit auf heimlichen Weg.cn und kreuzte seine Pfade mit denjenigen einer sehr hübschen, sehr koketten und sehr vergnügungssüchtigen Frau. Diese Dame war in ihrer Art ein Original! Da ihr Mann sie wenig incommo dirte und sie früh damit angefangen hatte, eigenen Willen und eigene Lebens Anschauungen zu haben, ging sie ganz für sich, wie Jemand, der für das, was er thut, nur sich selbst Rechenschaft schuldig ist. Eine Speeialität pflegte sie besonders. Sie sammelte Antiquitäten, wo sie deren nur habhaft werden konnte, und es lief eine dunfle Sage, als wüßten die vielen kostspieligen Sachen und Sachelchen, die in ihrem Zimmer bunt durcheinander standen, merkwürdige Ge schichten über die Art des. Preises zu berichten, der für ihren Erwerb gezahlt worden war. In den letzten Wochen wurde die Dame von einer sieberhaten Unruhe gepeinigt. Im Salon emer ihrer Freundinnen hatte man von einem Kunstwerk berichtet, von einer wunde? baren Elfenbeinschnitzerei, welche den bekannten Vorwurs von Amor und Pjyche darstellte und im Anfange dieses Jahrhunderts angefertigt worden war. Die Gruppe soll bei einem hiesigen Händler käuflich sein und der Preis runde 2000 Mark betragen. Die Dame hatte nicht sobald diese Nachricht vernommen, als sie dem Besitzer des seltenen Stückes einen Besuch abstattete. Was sie. sah, übertraf ihre kühnsten' Erwartungen. ' Aus einem ungefähr :inen halben Meter hohen schwarzen Ebenholzsockel erhob sich das zärtliche Liebespaar der heidnischen Gotterwclt in klassischer Schönheit und man mußte die Hand des Künstlers bewundern, welcher dem Original seines griechischen Vorbildes so geschickt nachzugehen verstand. Seit dieser Stunde blieb die Ruhe von der hübschen Beschuerin fern. Tag und Nacht träumte sie nur von Amor und Psyche und dachte über die Mittel nach, zene Gruppe zu krwerben. Um diese Zeit war es offenbar, wo

ie die Bekanntschaft emes dlsttgulrten TharacterS machte, der sich ihr bei ir zeud einer Gelegenheit, vielleicht in der Oper, aus nachbarlicher EourtoiceUS Baron Z. vorstellte. Dieser Baron Z. war natürlich Nie ziand anders, al? Herr v. X. Und die Dame selbst mochte jedenfalls klug genug zewescn sein, um ihr Jncognito zu wah :m, und den Goethe'schen Vers zu Eh :en zu bringen: Der Nam ist Rauch lud Schall, umnebelnd HimmelSgluth." Zndeß. da diese letzte Episode uicht in zen Nahmen unserer kleinen Skizze zineingehört, so wenden wir uns wieder zu Herrn v. X. und seinem Freunde. k)ie Hoffnungen dieses ehrgeizigen Ranne hatten sich noch immer nicht'eritllt. Noch immer antichambrirten sie wr den verschlossenen Gemächern der Gräfin M. Da kam ein Tag, der mit einem schlage die stagnirende Situation -in Zluß zu bringen schien, Herr v. hielt eil Schlüssel zur Pforte in der Hand, ein Freund brauchte nur aufzuschließen. ?ln diesem , bedeutungsvollen Tage saßen ie Beiden in einem Restaurant beim. Zrühstück ' und ließen sich'S schmecken. 5)er Aristokrat war besonders gut auf zeränmt. Hören Sie, Bester", be;ann er nach einer kleinen Panse, die er ,azu benützt hatte, um die Gläser von lkenem zu füllen, es ist mir geglückt, mscrer Gräfin, die immer nur Besuche zanz nahestehender Personen empfängt, lm diverse Pferdelängen näher zu komnen. Habe da durch einen - teufelönäßigen Zufall etwas entdeckt, das, von Zhrer Seite richtig erfaßt, Ihnen die öunst der Dame gewinnen muß. Die N. liebt über Alles Alterthümer und vnstige Knnstsachen. 'Sie vertraute nir nämlich an, daß sie eine antike Gruppe. Amor nnd Psyche darstellend, zeseben hatte, und daß sie den leiden, chafttichcn Wunsch hegte, dieselbe zu iesihen. um damit ihren: ? Binder,' der - :ben falls Sammlcr ist, ein Geschenk zu . nach en. sJl UN weiß ich, daß die Gräfin, ?ott Hliuse au 5 , nichts! glänzend , gestellt, ):esmal in einün unangenehmen iEon f " f IM'1 i ', " Yi '" ' '; 'li ' ''"'''c1 ;lict Zwilchen nhrer Llebhabercr und Hrem Geldbeutel geräth. . Aus diesem. Dilemma. - mein gute? Doktor, , müssen ÄÄsieerlöfettLHW.-Mtt $M Ich kaufe das Stuck, ich lege es als Zeichen n: einer , bewundernden,'. Hochtchtung der Alten zu Füßen. Ihr Dank , vird unermeßlich sein. Sie ist mir versslichtet . und. wird einen Theil ihres Wohlwollens auch auf Sie übertragen. )en ich ihr als denjenigen bezeichnen verde. der, selbst Kunstkenner, mir den Werth der Statuette erst in'S rechte Licht zerückt und mich zu dem Kaufe animirt zat;!NunMa,Äeine Dem Doctor gefiel die Sache ausnehnend5iDllnd)was,kostetS ''iittfSSH Mark,MHe'! erkte Herr v. X. beiläufig. Der Anere hüstelte leicht, dann reckte Zer! sich Kramm in die Höhe und griff in die vtusttasche.- Er zog ein großes Porte-

femlle hervor. Hier.sind zwei Scheine, es ist gerade die Summe. Nehmen Sie. und thun Sie 'nach Gutdünkens- Herr v. X. drückte seinem ehrgeizigen Freunde gerührt die Hand,, und rief , den. Kellner. Man trank auf die glücklichen Auspicien eine neue Flasche. 7 - . ' " "..C ' 1 i Zwei Tage späte? kam 'Dr. A. von einem Geschästsgang und befand sich auf, dem Nachhausewege. , . Er hing sehr freudigen Gedanken nach. Amor und Psyche war jedenfalls eine herrliche Zdee. ',Die Gräfin,' Her? von ' 1L zu Tank verbunden, mußte ' auch au' ihn einige Gnnststrahlen fallen, lassen ,So mit konme es ihm in keine? Weise feh len,,. seine, ehrgeizigen Pläne mußten sich früher oder später erfüllen. sein Glück war gemacht. An seinem Hause angekommen, stieg' er behaglich "die Treppe empor und schloß sttue Woh nung auf. In diesem Augenblick horte er hinter sich fragen: Wohnt hier Frau Dr. Ä ?" ' Er wandte sich um , und , stand einem Manne gegenüber, der einen verhüllten Gegenstand ß trug. A Ja wohl, was wünschen Sie?" Ehe die Antwort erfololte, hatte eine noch junge Dame mlt mteressanten Zügen blitzschnell die Zimmerthüre geöffnet und war auf den Corridor getreten. Kommen Sie hier hinein," nef Frau Dr. dem Manne zu, und Guten Abend, lieber Frennd," zu ihrem Gemahl, entschuldige mich eine Minute!" Aber der Doctor war neugierig geworden, ' ließ sich nicht abspeisen. Was bringen Sie denn da?" fragte er gemüthlich. Eine antike Statue", entgegnete der Fremde, der bereits im Zimmer stand, ein Wunder an Schönheit, Ihre Frau Gemahlin wird den Kauf niemals bereuen!" Er schlug das Tuch zurück und von einem schwarzen Sockel lächelten zwei Götter linder unschuldsvoll hernieder. Wen stellt diese Gruppe vor?" rief Dr. A. unter dem Einfluß einer dumpfen, räthselhaftenBeklemmung. Amor und Psyche", antwortete der, Händler, für zweitausend Mark ist sie gefunden. Hier die Rechnung.". Der ,. Gemahl glaubte, er sei plötzlich verrückt gewor-, den. Während Madame, bis in die Lippen hinein erbleichend,' diese schnelle Wechselrede mit anhört,' hat der Doktor nur noch so viel Fassung, seine Frau in's Nebenzimmer zu winken. Darf ich ftagen", flüsterte er heiser, womit Du diese Statue zu - bezahlen gedenkst?" Mit baarem Gelde, ,! denke ich", kam die Antwort trotzig zurück. Die Gattin holte zwei Scheine hervor und reichte sie spöttisch ihrem Gebieter hinüber. Sie sind echt, mein Frnmd, verlaß Dich draus!" Dieser, greift mit zitternder Hand darnach, dann reißt er sein Portefeuille heraus, überfliegt eine Reihe Nummern, die dort verzeichnet stehen, und vergleicht sie mit den Schei nen. Ja." sagt er dann mit tiefer, langsamer Stimme, sie sind echt, ich weiß es. Vorgestern hatte ich sie noch in meiner Brieftasche!" Ohne seine Frau, die ihn verständnißlos anstarrt, eines Blickes zu würdigen,, legt er die Banknoten auf den Ttsch und geht in sein Zimmer hinüber. Sein Ehrgeiz war gebrochen.

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' ' Aber, Karl, wie rannst Du nur ' so .! viel Bler trmken?" Das ,st der Lohn ber Tugend, Fritze!" Wieso?" i,Nun, habe ich nicht ein ganzes Jahr ' mt Milch getrunken!" ä Welches Jahr denn?- Nun ein erstes!' 2le ßvüft der Insekte. Die VerheerungSkrast der Insekten st zum Leidwesen der Mensche l genü end bekannt und man' erkennt daran handgreiflich, was kleine Kräfte in grs zer Vereinigung Unendliches ' wirken. 'önnen. Nicht so .bekannt aber dürste ks sein, welche erstaunliche Korperkraft !n den meisten kleinen Insekten vorhan den ist. Der franzosifche ?!aturforfcher Plateau hat seine Studien speciell auf diese Seite der Wissenschaft gerichtet und interessante Resultate gefunden. Ihm verdanken wir eine ganze Reihe recht sinnreicher Vorrichtungen und Minia mrwagen zur Ermittelung, und gelmuen Bestimmung der von. den Insekten ent. wickelten, geradezu erstaunlichen Kraft iußernngen. Bei den damit vorge' ommenen Versuchen stellte es sich klär heraus, daß die kleinen Insekten iin Lerhälmiß zu anderen bedeutend großes ren Thieren weitaus dieß stärksten! sind. Besonders hervorzuheben ist ein Miiliaturgeschirr für Maikäfer. Däs Injekt wird - mittelst desselben an einen Faden gespannt und hcbt l dann damit eine schale, welche mit kleinen Grammzcwichten beschwert ist. Auf diese Weise hat Plateau genau festgestellt, daß ein Maikäfer im Verhältniß einundzwanzigmal mehr zu ziehen vermag, als das zroße Pferd; eine Biene zieht nach den in dieser Weise damitZ angestellten Ver suchen sogar drcißigmal so viel als unser Roß. Dieses ist nur i Stande, sechs Siebentel - seines Körpergewichts u tragen, während der Maikäfer das vierzehnfache Welbstgewichtff hebt und die Biene sogar das Zwanzigfache ihres Eigengewichts fortschleppt. Mit anderen 1 Worten: ! Ein Maikäfer schleppt mitßL rwssen ßNd entwickelt also Verhältniß mäßig so viel Kraft wie eine. Lokomv' tive, die auch ungefähr vierzehnmal ihre SelbstgewichtSlast fortjuschleppen dermag.

Uk ..tit? VxamlN'GesHlHten. 1 Die Liebhaberei für Examina ist be ;?:ulich eine recht seltene und Leute, wch? das 'Franienmachen al5 eine Art cpor: betreiben, habe ich eigentlich nie nial S ke:n:e gelernt ! - : ' -1 " - i, i Trr,YdeN!, gekört diese Sache hcutzn. tage ,zu dem sogenannten guten Ton und ti gibt; außer Spitzbergen und den Fcuerlandöinseln wenig exameösreie Länder, mehr. In welch' genialer Weise jedoch : zuweilen einzelne bevorzugte Menschen durch Pas Examen' zukommen pflegen, davon will ich hier zu ellgemei? nem ökutz'und Frommen heute ein - paar kleine Beispiele erzählen: Der atud. rMi Bammelberger v im Grunde seines Herzens ein unge gewöhnlich : braver Mensch. ' Er - trank fünfzehn Schoppen Echtes ohne irgend wie etwas in den Kopf zu bekommen", und war auch sonst körperlich ganz vorzüglich, veranlagt. Was er aber Haupt sächlich ebenfalls nicht m den Kopf be kommen konnte, das waren geschichtliche Thatsachen. Die Jahreszahlen , zwar, sowohl diejenigen vor als auch die nach Thristi' Geburt, kannte er sämmtlich ganz genau, er wußte nur nicht welche Ereignisse sich an dieselben knüpften. Dieser kleine Defect sollte sür ihn vec hängnißvoll werden! 9 ; Man war dabei, den unglücklichen Eandidaten über die Regietungszeit des berühmten deutschen Kaisers Karl des Fünften auszuforschen, in dessen Reiche die Sonne bekanntlich niemals wtterge gangen, sein soll. Was wissen Sie mir über.Krl den Fünften zu erzählen, Herr Eandidat?" fragte ; der wohlwollende Professor, zedenfalls in der phantaftischin An nähme,, irgend etwas müsse Bammel berger doch von diesem ungenöhnlich bedeutendem Fürsten wissen, aber Vam melberger schwieg. .Der Herr Professor meinen wahr scheinlich Karl den Großen", rang eZ sich schließlich mühsam von den Lippen des Geangstigten. Alles war starrt (Im Uebrzgen wäre dies, nebenbei gesagt, aber auch ganz nebensächlich qe Wesen, - denn von Karl dem Großen wußte der Kandidat, genau ebenso we nig irgendetwas.) Schließlich fand der verdutzte Herr Professor wieder Worte: Nein, den meine jich allerdings durchaus nicht!" lautete, seine menschenfreundliche Ent gegnung,' sondern ich meine thatsächlich Karl den Fünften!- Aber," fuhr tt fort, ich will Ihnen die Frage etwas näher kegm?,.83as. that die Sonne , in dem Reiche Karl des Fünften nie?!" . . Hier hätte nun, wie man mir zugeben wird, doch zweifelsohne jeder Vorschüler die richtige Antwort gege ben: Sie ging nie unter!" Nicht so unser Bammelberger. Selbst diese sonnenklare ' Frage leuchtete ihm nicht ein! und mit Zittern und Zagen ant wortete er, zum größten Erstaunen der Examens-Eommijsion: Sie pflegte nie zu scheinen!" Das war denn nun zwar mehr als man erwartet hatte. Diese? Candidat hatte wirklich sei nen blassen Schimmer! und die Folge konnte nicht ausbleiben: Er kanl durch und durch, durch'SExa men durch! Anders der Andere. Blumenthal hieß er einfach und studirte demeutspre chend' Naturwissenschaften. Aber es war merkwürdig: mit der Botanik konnte, er sich troft seine pflanzlichen Namens nicht befreunden. Inzwischen sreilich, die Sache ist schon einige zwanzig Jahre her, hat er sich selbst ungemein heftig fortgepflanzt! Dieser Blumenthal hatte nun aller dings absolut keinen Bammel, wie der Obcngenannte; , sondern er verließ sich vielmehr ans seine persönlichen Freunde!, Zu diesen zählte nun. auch der Assisient deö betreffenden Prosessors, welcher lm in der Botanik zu exammiren hatte, em gewisser. Tulpenstiel, ebenfalls ein bedeutendes Genie. Als daher die schwere Stunde herannahte, - ging Blu menthal zu Tulpenstiel und sprach so zu tMt! i ' - v-j, '- 1 -' ' Theurer Freund, , ich bin in der ßersten Verlegenheit!- . Bedaure schr". erwiderte Tulpen stiel, ich habe durchaus für solche Zwecke leine Summen disponibel!" Wa5 denken Sie- denn von mir?" meinte Vlumenthal . entrüstet, ich will !a kein Geld, ich will ja nur Ihre freundschaftliche Unterstützung!", ,, . , - Bis an den Fuß des Schaffots!" becheuerte zTulpenstiel, , lim was handelt tr fichV,;, i'iü . Und Blumenthal setzte seine gänzliche Nnkenntniß in der .Botanik ausciuan, ' i''i-ki"-'-' :'' ''.!! . N i :;' tli: Der. . ,',' ,., , .-m ,,, frA !' TulpenMel t legte sein fchwarzgelock t:s Haupt anderthalb Minntcn , in die Weiche, sdann sprang er vergnügt in die Hohe und rief: Jch hab's! Och' len Sie ; sich, den Baldrian tüchtia ein !7 .Wie so?" Mäs geht Sie' gar Thnn Sie, was ich Ihnen nichts an! " Zw ' "i , n 4" ,,. ! -tini' 51E. Und Blumeuthal studirte cisria'den N t m " -:" ' - UN' mmo00ß 'S-1 -IC""' - -1 ' Der Tag des Hängens und Borgens l im. Was soll ich viel erzählen. , Der i :t ehrwürdige Professor fragte richtig n.ich dem Baldrian und Blumenthal erhielt eine Nr. JfLmmmmr:' m i Mensch", fragte der. glücklich Durch gekommene, als die Beiden am selben Abend bei einer schäumenden sxlasch: Selterwasser saßen, nun sagen Sie blos mal, wie habn Sie das mit dem Baldrian angefangen?" Nichts einfacher als das! entgegnete der große Psychologe Tulpenstiel, ich kenne doch meine Lcut' und weiß, daß der alte Professor absolut pon augenblicklichen Eindrücken abhängig ist. Da habe ich ihm einfach eine halbe Stunde vor der Prüfuug einige Tropfen Baldrianessenz in sein Taschentuch gegossen! . Das tat er gerochen und die. Jdeen-Associatwn war fertig. Prosts . ' ' -''iIi'm :' ' V:' V;,.;":''i!' ' :!L;': Mancher ist herablassend, u zu zeigen, daß er hochgestellt t

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Ein gesunder Junge. - Eiae wahr Vmme?zcsch;chik.

ff Wer den Duft der Rosen eingesaugt, denkt nicht an die Dornen und 'wer im Paradies der Liebe wandelt, sieht nicht im Hintergrund die Wochenftube. So erging es Eva und mir, als wir ,nns im vierten Stockiverk eines Berlin Micthshauscs unser Nest behaglich aus polsterten. Die Zauberin Musik , hatte uns Beide zusammengebracht.' Ich schwärme' nämlich für Musik obgleich mein Beruf mich zur Architektur führte. Meine Dille Liebe gehörte schön während der Studienzeit dem Klavier. , Da Eva nun Schubert'sche und Schümann'schc Lieder mit schmelzender Stimme , sang sie hat wirklich eine schöne Stimme? 77 und. viel Empsindung zeigte ja, wer ihr Herz kennt, begreift das! so kam die Liebe auf Flügeln des Gesanges und unterjochte mich ganz. ' Amor besiegte alle Hindernisse. Als endlich die Schwiegermutter zu hoffen ansin. daß sie den Verlust der einzigen Tochter überleben werde, konnten wir die Hoch zeit feiern. Unsere Flitterwochen waren , Zanz in Liebesseligkeit getaucht. ' Wir freuten uns unseres netten Hausstandes und konnten uns kaum ' genug thun in der Anordnung unserer Möbel, der Gruppirung unserer Bilder, Photographien und Büsten, kurz in der behaglich-schönen Ausschmückung - unserer Räume. Ich entdeckte tagtäglich an Eva nene Vorzüge, denn die Äusik war nicht die einzige ßrntst, in der , sie Vorzügliches leitete, auch mit der Kochkunst stand sie aus gutem Fuße, und wenn ich vom Bauplatz heimkehrte, überraschte sie mich auf das Angenehmste ich bm nämlich ein Leckcrmaul durch irgend ein Gericht, welches ich : begeistert für ciue kulinarische Romanze oder eine Sym phonie,in (l-moll erklärtes Während der Tageszeit war ich mit Häuserbauen beschäftigt, am Abend jedoch entwarf ich mit Eva Lustschlösser. Auf dem Bal kon 'sitzend, vor dem sich ein weites Ge sichtsfcld breitete, schauten wir lachend zum Abendhimmel auf und sagten: Wie die Silberwolken am Firmament,' so ist unser Leben voll Glanz und rosiger Sonnengluth." Ja, wir waren glücklich, so glücklich, daß wir meinten, wir würden das Hinzukommen eines Dritten im Bunde o.ls ärgerliche Stö rung empsinden. Da, eines Abends, als Eva vor dem Flügel saß und mit ihrer weiohen Alt stimme Ehamissos, , Frauenliebe unh Leben" sang, schwankten die Töne bei der Stelle: Hier an meinem Bette hat die Wiege Raum, Wo sie . still verberge meinen holden Traum." Plötzlich brach die Sängerin ab, über ihr Geficht ging eine flammende Röthe und, bald schluchzend, bald lachend, warf sie sich in meme Anne. Ich wußte, was im Anznge sei, und vor meinem geistigen Auge ging über unser kleines Paradies ein Schatten. Vom Baum der Liebe siel der Blüthenschnee und machte der 51nospe Raum. Monate vergingen, dann kam. die bangste Nacht meines Lebens. Es war im Mai. Fast- bis zur Mitternachts stunde hatten Eva nd ich in der lauen Frühlingsnacht auf dem Balkon gesessen, uns an der leuchtenden Pracht des Sterrenhimmels erfreut und Zukunftspläne entworfen. - Als wir endlich uufer Schlafzimmer aussuchen wollten, schlug meine kleine Frau noch einmal den Flügel auf und versuchte es, ein Lied zu singen, allein sie kam nicht weit. Erbleichend ries sie mich an ihre Seite. Sie umfassend trug ich die Leidende auf das nächste Lager. , Und nun kamen jene Stunden, in denen der Mann erkennen lemt. daßes etwas Furchtbareres gibt, als die Schrecken des Krieges, in denen er nnt ;. Beschämung r erfahrt, : daß das zarte Weib Qualen ertragen muß, denen der stärkste Mann erliegen würde. Jn sener ' Nacht' perlte auch auf meiner Stirne , der Angstschweiß, vor, meinen Augen war ein Flimmern. ; In namenloser Angst und Oual rang ich die Hände und flehte die Gottheit an um Erlösung und , Rettung sür sie., .O, wie laug mir diese Nacht wurde - sie reckte sich zur Ewigkeit aus. Dem Arzt, der am Lager (va s Platz genommen, wurde meine Llngst und Unruhe bald unbequem und er drängte mich zur Thüre hinaus., ' Nun liesich im Nebenzimmer hin ,md' her, bis ein gelber Lichtstreif im Men und das Verglimmen der Gestirne das Nahen deslMör- , ,-r.J 1 -.! '-' u; v"'j"-. ti .: -pi$X); 11 Und da, als durch die graue , Tam-v merung des Raumes em letzter, greller Wehschrei Eva's gedrungen, erfolgte ein Durcheinander! von Stimn:en," hast'gen Schritten und das ' Klirren einer umgeworfenen Schüssel. '1 ' Vantt! kam ein Ton, bei dem mich ein,, Schancr, durchriefelte.? ' Jnr Schlafzimmer ' plärrte ein ittndals wolle es gegen den Eintritt ins Lebm energisch Protest erhck. ;!'' -iM ' . ' ': 'J 4 : irtfi:' vm. Das ist dein Kind! schnc ln mir eine Stimme und durch mein Herz sluthete ein Strom deFn'nde.' Ich sprang wie ein Berauschter zur Thüre, aber bevor ich öffnen konnte, trat der Doktor heraus. Ans dem Gesicht desselben hatte die gräinliche Miene einem vergnügten LächelnPla Ein gesunder Junge!" meldete er in kordiaiem Tone. Wird mindestens acht Psund wiegen. ; Famose Leistung von der kleinen Frau. Alle Achtung! Junger Papa, ich gratulire Ich wollt e den T oct or ! zur Seite schieben, der aber hielt mich noch eine Weile sest, bisLwie er sägte) der kleine Erdenbürger Toilette gemacht und ich mei! Fassung wiedererlangt hätte. Endlich durste ich die Schwelle des Schlafzimmers überschreiten. Ich stürzte Vor Eva'S Lager nieder, küßte ihre !' Jpiii!s Hände und ein Schluchzen rang sich aus1 i? ;.. f T - - . -'tl lü tnerner 1 eme. ugc: stammeltelq, wie soll ich Dich vereh

xvl ZvaZ hast Dn wocn müssen, mein ' kleiner' Vogel! ' Und wie , heroisch ' Du all', die furchtbarem D:ngk- ertragen Z O.

'PiVfjft "'rt f(?nr Orfi-tft ' , N?45 ! . f 4"?' n:!f;l! s I : V -'')' , der Schmerzen hat unserem Leben erst die Weihe , gegeben. Ich , danke Dr, 7, : .;?,.! ; :"";- Sie blickte mlch mit strahlenM Au gen an und ein seliges Leuchtn gmg r.t :r. . r- , r: C über ihr blasses Gesicht. Wie sie 'da mit dem duntten, welligen öaar in den .schneeigen iUssen lag. e.'schien sie mir mädchenhafte ZindlicZer: als je Zuvor und ich konnte den danken kaum sassen, daß dies zarte Weib zur Mutter geworden sei. Su aber wehrte, als ich ihre Stirne kuien, wollte. den Kuß ab und sagte lächelnd rl Erinnere Dich, daß Du jetzt Mer bist. . r Betrachte doch erst unser Sind. Küsse den Dritten im Bund- Nun, was sagst Du? Ein Prachtjunge. Und di: Stimme! s Hie rmymus Jobs, kann seinen Eintritt in ),ie Meltlschwerlich mit kräftigerer Lun ge angekündigt haben, als unser Bubi." Ich betrachtete lachend das apselrunde Gesichtchen ' und ; bemerkte:' Der hat nicht das Zeug zum Nachtwächter." Bis dahin waren mir neugeborene Kinder zuwider gewesen. Die wenigen Exemplare, deren Bekanntschaft ich gemacht hatte, besaßen grämliche Züge, eine runzliche, blaurothe Haut und ein dünnes piepsendes Stimmchen. Unser Nub! hfipr fcfstfi ntnh N?in ?,k denen sich schon ein Schimmer von Roth zeigte, !blaue Augen, mit denen er verwundert, wenn auch blinzelnd in der Welt herumschaute und eine laute fräs tige Stimme. Kurz, er war ein Prachtkerl und - mit Stolz sandte ich die Anzeige an meine Freunde: Ein gesunder Junge ist da! Aber dieser gesunde Junge zeigte gar bald einen, gesunden Appetit und zum tiefen Schmerz der jnngeN Mutter versagte ihr die Natur die Mittel, denselben stillen zu können Ihr kleiner .Stammhalter , bedarf einer Amme," bemerkte der Doktor eines Tages als Bubi in den Armen der Mutter dem Gefühl des Unbefriedigtseins durch ein heftiges Gebrüll Ausdruck gab Schaffen Sie eine Amme herbei, jünger Papa, wir erleben sonst einen Kräfteverfall bei Mutter und Kind." Mit schwerem Herzen fügte ich mich dem Gebot des erfahrenen ArzteZ. Eva war es peinlich, einer fremden Person das Wohl ihres Kmdes anvertrauen zu müssen,' mich aber befchlich'die bange Befürchtung,' daß diese Fremde .den Frieden unseres Hauses ' arg gefährden werde. ' llnd mein prophetisches Gemüth hatte mich nicht getäuscht. Uns standen trübe Tage bevor. Zunächst artete das Aufsuchen einer Amme in eine Jagd ans, ' bei der ich meine Lebensstcllung arg gefährdete und überascheüde Einblicke in unser sociales Leben gewann. Der Hausarzt hatte zu einer Spreewäldlerin gerathen und mir eine Empfehlung an den Leiter jener Anstalt gegeben, welche vorzugsweise Berlin mit Ammen versorgt. Ich fuhr ins Sprecwaldgcbiet, sand aber die Anstalt vollkommen leer und der Leiter derselben machte mich mit der Thatsache bekannt, daß während der Erntezeit auf die Erfüllung meines Wunsches nicht zu rechnen sei. Als ich nach der Ursache dieser freundlichen Erscheinung fragte, zab mir der Arzt lächelnd , die seltsame Srkläruug : die Berliner dürfen nur in den Monaten, die ein R haben, auf sin erernä!rende Spreewaldlerinnen rechnen. , '" . - - ' j Schwer . enttäuscht kehrte ich nach hause zurück, um , am nächsten Tage in nner Droschke zweiter ,Güte ein halbes Dutzend . Stellenvermittlcrinncn und Äiniken aufzusuchen. Ueberall klopfte ich vergebens an. Nach. mehrstündigen Irrfahrten s durch die -Stadt,, wurden Drojchkenpferd und Kutscher des unablässigen Herumsahrens müde und der Letztere richtete an mich die, Frage : Nn ZagMSe,V!r,,,!döch, um ; JotteSwillen, vat suchen , Sie dennegentlich? Aus Ihre Visage lese ick schonst die helleDe-. Zperatjobn..", Ich machte den mitfühsenden Menschenbruder l mit dem , Ziel einer Wünsche bekannt und dieser antortete i vorwurfsvoll: , Nu, warum zaben Sie det nich jleich gesagt, dann ätte Se sich'n dutzend Touren sparen können.? Wir Kutscher wissen, in dem Zalle jenau Veschced, denn wir holen ja j'o'ne Frauenzimmer, in Masse .von die Lahn ab imd bringen se nach die Entbindungsanstaltem , Nu will ick Ihnen nal an die rechte Schmiede fahren." Und der z wackere Mann erfüllte, sein Lerwrechen. Im Triumph brachte ich im Abend eine stattlich aussehende Frau 31 mittlerem Lebensalter i; nach Hause, nd Bub! schwelgte , int' Genuß der veißen Lebensflnth. Aber unsere Freude , jvure nur von lurzer zauer tiiu ouj im Verlauf der nächsten Tage . machte Eva die Entdeckung, daß die Amme zeistig gestört sei. , Der Bruch ihrer Fhe und die Sorge um ihre Kinder, hatten die 3!crven der Frau zerrüttet, und kslUageineB sie unfähig zu jeder Arbeit machte. Als sie eines ?agcs Bubi, baden sollte, tauchte sie dessen Köpfchen unter Wasser, und nur durch Eva'S Dazwischenkunft wurde vas Kind vor dem Ertrinken be' wahrt. S 0 schr :v ir die traurige L a ge der Frau bedauerten, so mußten wir sie oock entlassen. ' Ich that einen tiefen Griff in die Kasse und sandte die Acrmste , in die Seiinath zurück. Wieder lief ich im Schweiße meines Angesichts von. Miethsbureau zu Mlethsbureau, büßte Feld in Menge durch Vorausbezahlung oon Vermittelungsgebühren sür Ammen :in, die sich durchaus nicht bewährten,vcrschwendete meine kostbare Zeit und sah, daß unseres Babys rundliche Formen immer dürftiger wurden. Bald erhielt der Kleine eine Amme, welche durch den heimlichen Genuß von unreifem Obst ihre Milch vergiftete, bald eine andere oon - elephantenbaster Gestalt, die ihn im Schlafe bei einem Haar erstickt hätte. Tine junge Frau aus Sachsen verließ . 1 e . . . . r:t :t ' ., ZNS. weil ne aus unsrem cy iyre Lieblingsgerichte, Zellkartoffeln mit

Lcinollnd Hüjevrel A!t KZiaMemnuI. schrzlich entbehrt hzlte.) nndelne anl ;. de kehrte zu ihrem Vräütigzm zurück. ' Ler sich nach langem Echwantcn endlich entschlossen fyte, d Heirathbversprechen einzulösen. -: Während isg,! unser friedliches Heim !n tiv&t- Taubeuschlaz ein- und 'aiis ziehender Nährmütter verwandelt wurde, erduldeten Eva und ich Folterquälen km Anblick unseres armen Kindes. Durch den häuttgenNahrnnas- : Wechsel war sein . ebensflämmchen schwächer nnd schwächer geworden, die Augen sanken ein. , sf:n Nasche wurde weiß und spitz, sein Schlaf fieberhaft. Dabei setzte er mit dem letzten Aufgebot , seiner Lungenkraft i den Proteste gegen . Diese unvollkommenste der Welten fort. O, wie viele Mächte hindurch hielt uns sein klägliches Schreien wach, wie lange Fußreisen legten Eva und; ich mit dem . schreienden Weltbürger im Arm durch ' unsere Zimmer zurück. War ber Kleine dann ' endlich in Schlaf gesunken und wir-meinten uns niederlegen zu können, dann ließ uns die Erregung oder Müdigkeit irgend eine Ungeschicklichkeit begehen, welche den , SchrHälOiwjeder aufschreckte. Bald fielen mir beim Ent' kleiden, alle' Schlüssel aus der Hosentasche und rasseÜen aus den Fußboden

nieder, bald stieß ich, im Dunkeln den Schnellkocher mitsammt dem Gefäße um. Und jedes dieser Geräusche beautwor' tete der Kleine prompt mit, einem Ge brüll, als fasse er die Störung als eine persönliche Beleidigung auf. Der kleine Störenfried raubte uns abes nicht nur die Nachtruhe, sondern er .brachte auch den ganzen Haushalt in Unordnung.., Wahrend sonst die Mahlzeiten mit groß ter Pünktlichkeit zur bestimmten Zeit eingenommen wurden, während die Zimmer Musterstücke der Ordnung und Behaglichkeit gewesen, ging jetzt Wes aus den Fugen. Um. des Kindes und der Amme wmen mußte ich gar vjt meine Zuslucht zur nächsten Restaura' tion nehmen, und meiner OrdnungS, liebe wurden die härtestm Prüfungen auferlegt. Als die Noth am höchsten, -war die Schwiegermutter am nächsten. Eben schickte mich der Hausarzt , zum echten Mal aus die Ammensuche, da vertrat mir Evas Mutter mit den Worten Weg: Genug der Ammen sind jetzt gewechselt, Bubi will Nahrung sehen! Er hat die heiße Sommerzeit nnt all den Wcchselfällen überstanden, somit be sitzt er eine zähe Constitutivn und wird auch mit Neftle'schem Kindermehl und jtuhmilch gedeihen. ' Diesen resoluten Eingriff in unser Elternrecht verdanken wir heute mit Beschämung muß ich's gestehen unsere Ordnung und das Wohlergehen unseres Kindes. In Eva's , Pflege , lebte er , wieder auf. Mit Begierde naym es die Surrogate der Muttermilch und wenn es völlig gesättigt war, schlief es die Janze Stacht hindurch. Mein Schlaf sreilich war noch auf lange Zeit hinaus ein unerquicklicher. In meinen Traum hinein schlichen ,sic) die Schreckgestalten der Ammen und scheuchten mich in zthemloscr Jagd durch die Straßen der Stadt und die dunklen Gründe des Spreewaldes. , ., ., Monatelang hatten wir in dem Kinde sen Zerstörer unseres Friedens, unseres Alucks ßeschen, jetzt allmälig erkannten Dir, daß ans all' den Sorgen, Mühen and Beängstigungen etwas Wunderbares hervorblühe, das dem Leben erst seinen vollen Inhalt gebe. ,Äus dem Schreihals ist ein kleiner blondlockiger Posaunenengel geworden, der das Wort pbfa in einem so weichen, süßen Tone spricht, daß mir die Augen feucht , wer den, so oft er seine runden Acrmchen um melncu Hals schüngt. Als Eva jüngst mit Bubi den Stall einer großen Molkerei besuchte, lief der Besitzer herzu 1 und. fragte Jft hieses Kind mit iin. serer Milch ansgepappelt worden?" Uls Eva lächelnd nickte, fleht? der Mann ' LN, wit bem Prachtbuben recht oft Uc, , Änstalt zu, besuchen ; , so 0 st derselbe 'e!n : kehre, i oütSi rMt 5tciStöSirW5if Der"', Besitzer der Milchwirtschaft qe)achte Bubl als Reklamc-Baby für seine Nilch zu venvenden - So lst er, sieben elmmen zum Trotz, das geblttden, wa V :r war em gezünder Junge. " R. Elchv.

,. Nafsinirt. , j( , , -7? -i ; Sie saßen Beib beim Essen, 7 's gab Braten mit., Compot; : n Er seufzte bang und leise ' Gar manch: Dn XitUt Gott ! V - I ;!;, v- i - , t$; Es schien die Mahlzeit heute

Ihm wahrlich kein Genuß ; ' '. i.''! ... Äi-' , . i rf , !!' ,Da vat er ptoyucy freun ou): ' niß1 Wrft T?tfn itw"

tff U vvf ''ri' l ' , .;,;;' ! !i .';.;, f Sie sprach zuerst abwehrend: ., "' .. Jetzt? mitten ibei'bM Maf)(V .: jlb f Doch.rcicht sie ihm die .ßip'jjeiii, 4t " r Int Aug' den Freudestrahl. ißW "V , j , ,U .'ln:P,T: W-J ., ' - .".n. ;,si!l ' Mi.. i.,if.i- jii'4! , 1 ft 3 6 . tt,.

Draus aß er munter ffeTtStf'j Jt

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.1 . 4 '.' !':. f ' 1 ' r '1 -t ' ' '''.'V' I Hat auch Compot geleckt. , ,;. Es hat ihm jetzt die Mahlzett " Gar plötzlich gut geschmeckt. : : ' ,4 -v,: -:; , -r:!Jiiii:t.-iK::-!ii?:iu:. H-m:'-" ii!yuiiaii!:!i?:lGiE-!?ip::iI!Ki MiEr;;i!n -1;:vr:;fisE:!in'!'!!niE:sl;i:::.I!:f: ;'. Und wißt Ihr auch weshalb er S ' :,:::, . 0 I : y iso nen na) ne qetuul t--r p- , Er bat, da's gar so sauerMH Dich das Compot , versüßt l ! 5inc glück l ich eM h'M(Schioa :f f' htä 'S'sä'f' "!' H!lii!!-"IV7 1, ZZlücklich's Paar Leutle, der Hans und r;:ifeiiRtfii wmr i 1 "Vijij; .!' i 1 v7 i;'!: Jier Johr vcrheirigt und Streit uo net ''yß"i:iM:;:i.' 3 vzu v..::!::.-.. ' . 8ier Johr verhnrigt und jetzt no koin 'MMW',Skatk Bo ttbd :'!:cixri ati bia slüffit Leut ? Lr lebt in Stuazart und sui lebt in '11!!!!'"!DAöB!!! G menö muuo '..! Lom erste Tag. daß se g'heirathet send. VVDleutMn?ei Volk von Gelehrten smd, sieht man sch?n taran, daß . sie sich nicht immer eini ind. ' ' . ! -; 1

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