Indiana Tribüne, Volume 14, Number 85, Indianapolis, Marion County, 14 December 1890 — Page 2

ftliiS !f4 $:i;l5 Wiil" 'fV-efliSf ItSifS i!ifiiii!i':Ä;!i3 liJ'älli 'flili in.v-l.pf : 'l1 rii; ifc: immm miß l;tl I-; a ' V i H'-v -: -;iä:i!!!-r - -,. . ;!irii,i"iii;:,;j':';!i! ' i Sdil'i !':!; .. 1. 1. ''.l- "' " " ' , xslilki it'öi .Üf ,!:i'Sllik.ii!!siii M vlfl:l iWfj iil ..il ':F". : f t -i !:" i tiiiii :,! ii.-,.. JV HC

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Gemüthlich und ungezwungen gmg tS noch vor wenigen Jahren in den englischen Theatern zu, und unbefangene VrtemporeZ der darstellenden Künstler gestalteten das Verhältniß zwischen die. seit uud'kdeUHublilM" chcr. Im AdeZphitheater zu London i - ..- ü . so schreibt, man ging tn der Zeit, von der wir reden, TH Maid pf.honour Zum dcnbei bemerkt, ist das Stück nichts Aw im?, q?, UJV ytUk tlVHV.;fHV WIUIÜ,!! Dilduoa.MmbecheN'GlaS'Wa i vi jv(.jujni. . ' Ilfc 4Uw IWIVU WVU'UU'i V I Schauspieler Aates im der Rolle des ,m ft,?.n i !hrtniit wia. fcr I Herzogs von Olivarez) eben cme herz erschütternde Tirade gegen die Königin losließ, fing auf der Gallerie ein zwei zähriges Kind auf dem Schooßc seiner Mutter jämmerlich zu schreien an un wollte sich durchaus nicht beschwichtigen lassen. s Das Publikum begann bedrohlich zr MrM,MW Aates-Olivarez ür. Plötzlich an die Lampen . vor imd nes: r ceme Derreu uns amen, yler aoen , , r i ic durch den unvoryOgejehenen Zwl' schcnfall die Moral unseres Stuckes, du z belast, dan kleine, Ursachen aroße Ww kungen hervorbringen, wie der Funk w Fla W kleinen Temels Nicht bald sich legt uni I dadurch Ihr? Unwillen noch höher ge . . ' , " -U-' frt f I fimrrt toitd, I ulTm ttAoft und Direktor, welche Dre? ich für den Augenblick ,rn meiner , Wenigkeit dar. stelle, elend zu Falle kommen. Darum, mcme, Herren und Damen wenn Stt ch vernlchten woUen, so thun S:e e lieber gleich, aus daß wir wenigstens nns schnellen Todes sterben!? Die t gut angebrachte Ctandrede dersehltt . . . " . ,' i: . 1.7 I nicht ihre Wirkung. fl TOnt rief Bravo und klatschte dem Schau. spieler Beifall. Ermuthiqt durch den Erfolg.', wandte FateS sich gegen der immer noch tobenden Schreihals und riej ber Mutter zu: Madame, Sie sind eiv Muster mütterlicher Zärtlichkeit uni besitzen emen hoffnungsvollen Sohn, dessen glückliche Stimm-Anlagen mag nicht genugsam hegen und Pstegen kann. Doch wollen Sie die Güte haben, sich r- . . . st -1 c . jux jefi an ein anoeres euaozuveri fügen, so werde ich mir eine Ehre daraus machen, Ihnen für morgen vier Ein. trittskarten zu überreichen." - Woraus Mtes sich wieder zu der Majestät wandte,

AN in seiner Tirade fortzufahren. Das süchtige, sondern auch Hochzeltsrenenre, Stück nahm von da an den besten Fort. Mich überkam eine stille und tiefe Sehnana und fand den unaetheiltesten Bei. sucht, nach einer Hochzeitsreise, 'I Und

jau. . 1 Z, " " ' ' 2er Herr Doktor. - j Aeltere Berliner werden - so schreib! Van der ;.'-u SJ " ucv noaz einer vor

. x rr- it ? f. ' t cr . I I Änlichen Wuthschast ln der Nahe der brüchige, die an eiusame Küsten verEhante erinnern, die ihm Lage wegen schlagen sind, eine leere Flasche, in der

vul von Studnenden der Medmn sucht wurde. Nicht wenig trug dazu der freundliche joviale Wirth, Herr T.. bei, der m aern mit seinen Gasten 11 terhielt und imt deul die Studenten hau713 inra tMien, oener 0 inner Izarmlosen Natur sast niemals übel Znms heben würde, wenn er den Dob m rouroe, wenn er oen 01. hielte und seme Gajte ihn dann tortitel er t jfc j rnt Herr Doyor anreden mußt, IIA er ii?(rrti!t trrTr?T? nis trt.ir in .Äls er hieraus mnnte, das wäre ja rcchj schön, aber er sehe nicht ein, wie das niöglich zu machen sei, wurde ihm aus emandergezetzt, Doktsr" könne Jeder werden. Es tt nur dazu nöthig, bet er ner pbilosophischen Fakultät eineDisser- . . - ick '"' tauon eluzurelchen, und die weroe man ihm machen überhaupt die ganze Angelegenhelt deorgen, wenn er cirr paa Bowlen spendiren wolle. Der Wirth t?at dies wirkllch. Nachdem aber die Bowlen längst vertilgt waren, erhielt t emes önd Herr ne Weile hatte, bekam er iu v' "n w'kci 5!de?zbe,kch.,i. za, uht awkk seu D eriiaunte Wirth erkundigte ich natürlich m jr . . . . m Äffi'ü VnVerm"' n7 ? .,.! it,chen Umrcrjitat von Herrn zwe, (W?f?s& 1" Äv'.,.? t' j. . r i r" tl'lT"' udn jTftt Vf 9iHe um ltTethnrtn Tinf -s. i2f"Qr' jriivvir v T f.ii. V. fttZ-llLL -f. -j. iiu rniiijuiic vyciiui acucic, u'sw'stszu,,and hin iiicriu?n zu .ia cn. ivar naiuri; r,t, WA,cAr. ax fc... bJÄSa S ' & B',"7. rfÄe"!?'Ä'; !6" Der oeben abgelehnte Vorschlag des kranzdsischen , Lbgeordne. r- T ... c : ': ",2?rÄ???vte 5Ä"S itä Adelltitels kan,l,ch zu machen bezw. zu t TO: mJ:r i1; 4- .. lauste , er M Adelstitel für je 3000 " - - - - : " Livres, 1703 ernannte er , 500 neue Ritter, die das Doppelte zahlen rnn . i,.' m " e rf " tm " fco.-. Im Ganzen ka 0 Millionen Krank,-der. solchen. Geschäften nnae ., S r- i . , ommen hben Dafür ahm d,e Re. i1nimn ii0r iir MfiffM tit(if - ,"w fragte rhn der .Richter. De Saint Cyr." ..ES gibt keine de wehr. mmo einfach Samt ?yr. Es mbt keinen awt mehr." 9ta, , dann Cyr." , Hier darf man Nieinand S:re nennen." Armer de Saint Cvr!

uahm. So wurde ihm einstmals vor Namen, meine . genaue . Adresse, und auf gestellt, wie hubzch eSklingen nd wu bk andere in"', deutscher, französischer, sehr es ihn in den Augen des Publt. .TUrt nh 1??? &rU ln

1 ,s Ms. f.TJi si' siur;. ? "it -uuuu wm w ,nnc ram)e : &1 i Ul" Bewegung und wirbelnd flog die la cke

ictl sium vmifc rni vttiv, uuu ivuict i r:,r.. orr.

, b3, . in die Tiese. Da!, Fräulein sak, mei

F-ftö ' w ....... . - .ch,,!,!!''!,, ,, . .

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1 .v-V2 X:. öS; 'ril ? Reiseziel Abbazia sei.

II'T. labte Ich den Sntschluß. zu lagen:

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Sas Oeib i der Jwschc. . --!:' :.. ; Vo A. .,2ffy.

Er batte endlich wieder einmal einen größeren Auftrag. Eo tt denn unv . "V zeichnete an Dem Plane zu einer ;uiua, die sich 'bet Teiche Wojar BiMm - her stellen lassen wollte. Er zeichnete und dampfte dabei auZ einer langen P!. ?m ÄÄ! &?2" , . . . t-r "V "7"' bis er es mit cmer nervo en und stolzen '.- C t , . , , Bewegung zuruchchZeuderte Wenn' Ä fBotäiSref liui uvt wicuc w vv ( . . rf beug e, bann fiel es wieder vor. So mochte er in immer erbittertem Kampfe mit dem eigenen Schöpse an zwei Stunden gelegen haben, als die Thüre hastig aufgerissen wurde. Kurt! Du mußt mir helfen: fcs bandelt sich um einen Rüth, um den Rath, den der Freund dem andern schuldet! -L, . jm. mm 15- II Schuldet? Ich , weiß micy mazr zu txinnl von ir einmal , einen guten miy fanaen zu haben." s.n tn o, w 9sm I " " fa. ! ick werde Dir nuten Ratb schulden " cF. V.? ;u mit in .zsges Sckuldverbältnin zu treten. muß. das sosort sein? Ich habe .s,;. r n0 m, Wrun w,'mm iW HHMVli HVHH ' an. Dein ältester, bester Freund sei in's Mr:MM :; rufst ilitii in: ..." ' ;aöbs. idv babe drin. gende! Arbeit ; wenM ftrg bin, will ph Zch zu meiner" Erholung weil ich dn Arade nichts wichtigeres zu, thun hahe, . 3 Ur itt.r "." $rL ' ' r?rtfift Vtt sÄ üuf sni nntt fitnptni rTrt 'X y K" i. VV i ,ioren, 9 5 weiter. ' ' Also höre. Vor zwei Monaten reiie ich , nach Jtaliezi. , Ich war, der glück. Ute Mency der Welt. Als tcy end, lich wieder einmal dem -herrlichsten anoe enrgegenelttc, oemarlgre na) meiner eine übermüthige Stimmung, Und doch war ich dabei recht melancholisch. Du kennst doch derartige M,ß. sV jf. C.jli. ...k.ü.ftjr ... littiituuttgrtt. vuic uumumiiiv, w:e neu es wäre, wenn m) oiqe unzrreie nicht allem, mutterseelenallein machte. Nach Italien reisen ja nicht nur Künstler, Kunstkenner und Schwinde . t C '' , A-m 1(" . ' .I.Ni. y " niayreno tcg vieler cywarmerei nacyymg. leerte icy e,zlacheMW. die Flasche mich an einen todten Körper zu gemahnen begann, dem Geist und Seele entflohen, 'wollte ich sie durch s 'Rcrnftri he& CfniiHpÄ Irr? Mrri Rhfnnmnt werfen. . Da siel mir ein. ,dan SecfabrPr s? tt in rntf fozm . Bitte um Hilfe eingeschlossen ist, denltk'en an,nk?rtraens!mrn lnck, ich befand mich in Noth, auch ich war nnmni he ich mit in hi? Wnih welche die Einsamkeit mit sich bringt. 8o na5m ich denn eine Aisitkarke, ?Äri.fi f hi? &itr imtr seltsame AuIlobuni. Den Wellen gab U m,n onK d Ah,',m hz qx I' w 1 -m w 1 s Zufalls löge enkscheidenNichZ wolle I rv . , : 1 ,. . -l4 '-'" ,i - Jene lieirathen,' Mc$ mir diese Karte vorweise.' In meiner Brieftasche fand, sich eine Jahreskarte der .Tramway, welche meine Photographie enthielt. Ich loste t die , Photographie mit dem Federincr ab. Vndc?A!eisclaHeW-i wahrte ich einen kleinen Beutel aus' Wachsleinwand, in den ich auf Reifen meine Seife zu bergen pflegte. Photo. ..t.Otff!!:..!. .t .. . rjrnpgic uno iznlarie muroen uver eineu Blelstlst . zusammengerollt, in das sM,i5. drüikle'mein Srgel ein üd mch emen zuir!imn Blick u, das Wunderwerk. daZ ich geschaffen -, m. s,.., ,r-?.li ' i ivvuiv j.tt ua VU9 uvuv( ICi(Ulv zi, Flasche .einer Liebe de. luthcn anzuvertrauend den Flntlien der zru näm'.ich, über die der Zuq eben W-x In diesem uaenblibe. interne ,, dav Ich Nicht Niclir alle n Eine ältere und eine im Dame. I - . . . . " z s enoar Mutter und Tochter, waren. Mk ,1 N.s,. ' , Wwein Wi7e nck. beob. e,,,. rt ,;.. , ..... ' iu,"H -o iiuii (luiuimc kein Zögern.. .Unter U?z dröhnt die Kenie Brücke, fernhin schimmerte dS nem Treiben befremdet ä,' es lächelte imH fsfirtiifi rntrA IC in k r ; s V' i'' "I il "'- ?7.' " ."UH . vntu.iMkWHlh.ll. i JiUU hätte ich qe chwiczen. sie hätte mich viel liM fürWrifirft nuttrl nh ,5 i : -v vv doch nur närrisch , gewesen. Bald ent 1 . vrnirr 1 nrnvt nn ji 1 rri ittt nrr0 im niiriTrt "VX "3 ickti.i in'.s. k. rf s . l i-'. ii- v.mv iiriv an uii. Wbung schien ihr ob ihrer Seltsamkeit ,(,,,.,.:.,. ..V..'mjk ..... I vwyiflMui. tivt. . CU0 , VlUUUltil IV Ui. shr hübsch, sehr aufgeweckt, sehr amI V 7 . ' J 1 . , ,j . ' 1 ' torn. ;m rnuhr iinti der ;rrnt Wnwn 7 :. tj -y 1 -w- wv Sofort auch na als den unovunit meiner Fahrt. Diese L5ge legte den Grund zu meinem Glücke, denn das Weitere-dürste ! Dir bekannt sein? ich habe Dir ja erzählt, daß ich meine Braut in Abbazia kennen gelernt habe. Ich bin' mit, Claire seit zwei Wochen verlobt, ich schwebe in allen Himmeln

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de LAnWenW Jene FlascheZsobach

:"M . tchMrchMW,dMkAWVehlt sie, Claire, ist das Weib in der Flasche!" Nun, was soll ich Dir dann da rathen? Du bist glücklich, Du bist nicht mehr an die unwuthlube Küste derEiw samkeit verschlagen?. Wie kann ich Dir helfen, der ich noch ganz und gar Rofiitiintt W9w' lMi;ll!!s tC':!;ii: VUlIOil vlll Hlt- M "tc '" Nur noch einen Augenblick schenke mir Gehör und Du wirst alsbald die peinliche Verlegenheit . begreifen, in der ich mich befinde. Claire ist nämlich nicht das einzige Weib in der.. Flasche. Ich habe soeben einen Besuch erhalten. Es ist ein Bojar mit seiner Tochter. Die Tochter.. ..diese Rumänen sind eigenartige Geschopse. . . .die Tochter ist ein wahres Teufclsmädchen. Sie ist excen irisch, kapriziös, prickelnd,- so prickelnd, dan Pfeffer in ihrer Anwesenheit wie Limonde schmecken dürste. , Papa. Pipescu setzt mir in französischer Sprache auseinander, seine Tochter habe während eines Bades in . der Donau meine unglückselige Flasche aufgefischt;?? abenteuerliche z Art des , Fre!ens macht auf ihren glühenden Geist den tiefsten Eindruck; sie glaubt in dem Umstände, daß gerade sie berufen gewesen, meine Sendung zu finden, den unmittelbaren und segensreichen Einfluß einer göttlichen .'Macht zu, erblicken, welche ihr einen ''ihren Träumen ' entsprechenden Gemahl aus wunderbare Weise zuführt ; die Photographie, ich muß auch dieser Einzeluhelt Erwähnung thun, entflammt ihre .Hittbildungßkraft vollends ,.Und nun ist Papa Pipescu mit seinem Dochterchen da, daS. Töchterchen ist da .mit meiner verteufelten Visitkarte und be? steht aus ihren Schein. Und wahrend mir Papa Pipescu den Standpunkt klar macht, sitzt Marfa mir gegenüber und starrt mich, bleich ilnd schweigsam, mit ihren großen, dunklen, leidenschaftlichen Augen an; langsam und kundig senkt sie Blicke in die Tiefe meiner Seele, die mir zu Kopfe steigen und meine Sinne v wirren." " , . . . Nun. und was sagt sie ' ' Das ist es eben, sie sagt nichts, gar nichts, sie gehört zu jener dämonischen Gattung von Weibern, die schweigen, wenn sie lieben, die schweigend beseli gen und erforderlichen Falles auch schweigend todten. Und Du willst nun meinen Rath hören?" Gewiß. , Deswegen' suchte ich Dich m äM !"- ' ! "; ' "!- la aus! , , , Ar0- t Nuu denn, ich rathe Dir, helrathe sie nicht alle Beide, 'denn ich habe mir sagen lassen, dan dergleichen nach unseren, in meinen Augen verwerflichen Gescheu zniMewissen Unannehmlichkeiten Verbundes sei.", ; 1 Das Ws, was m mix sagen !annst?MM M Alles. Warum erklärst Tu denn Deinem Paa Pipescu nicht einfach, die Zncntlichc Auslobuna Deines Herzens sei ein Schcrz gewesen, ein Scherz, der" seiner ganzen übermüthigen Art und Wele Nach sicht geeignet sei, ernst gekommen zu werden?" Das ist eS eben. Ich wollte es schon thun. Aber ich bringe eS nicht bersHerzl" Ei, Du liebst die Tochter des Boaren ?" sm Bi!h 111 Ach Gott, nein! Du bist unausstehlich! Aber als ich sie so vor mir ah, so jung, so schon, so leldenschaitlich, ils ihr Fluge lechzend und vrzehiend m dem meinen hing, als ich fühlte, daß such Auaen küssen könnten, da sand . ich nicht den Muth, nicht die Kraft, ihr einen ft orb zu geben Ich liebe Clmre, zber ich kann das Marfa nicht gestehen. ich kann es nicht." I Siehst Du diesen Villenplan? Ja? Weißt Du für wen er bestimmt ist? Für Dich, mein Freund ! Es ist Pipescu, öem ich denselben ausgearbeitet habe, s ist Pipescu, dem ich denselben nun ilbergcben werde. Ich muß fort. Bez leite mich. Vielleicht kann ich Dich aus Deiner peinlichen Situation retten, wenn :ch Marfa gesehen habe. Ein guter Zinfall kommt meist unversehens und mgerufen." ,, Die beiden Freunde machen sich ans öen Weg. Der Architekt sucht Herrn ZZipescü auf, Kurt wartet im Kaffeehause, daZ sich im Hotel besindet. Er wartet, wartet, wartet. Endlich nach zwei Stunden steht der ersehnte Rathgeber nieder vor, dem Verzweifelten. ? - -! Du kannst von Glück sagen, lieber urt, daß Du einen Freund, wie ich nner bin, Äein nennen kannst, einen ircuen, zu jedem Opfer bereiten Freund. ..Du bist, gerettet; Du kannstDeine Claire heirathen; ich Heirathe Deine Marsa." Was? Ist's möglich?- v Sie liebt mich'." ,, ' Wic hast Du denn das gemacht? Du ist ein -Hexenmeister!" , Ganz einfach. 1 ! Ich gehe hinaus und finde ' den Papa Pipescu mit feiner Tochter Ich breite meinen Plan vor Lapa Pipescu aus. . Er ruft sein Töch:rchen herzu, denn das Landhaus sollte i für sie bestimmt sein. Ich setze die, Bortheil.', des beabsichtigten Baues ms Licht und süge hinzu, daß ich gekommen fei, mir in der Nähe , von Wien eine ganz ähnliche Villa zu erbauen, um daselbst , mit meiner Frau zu wohnen. Daraus Marfa: Verlobt?", Ich. Nein!"., Marfa: Verlobt?",, ; Ich: Nein ! 1 Aber ich hoffe bald eine Frau ;n finden; ich habe nämlich vor einem Monate eine Flasche in die Donau geivorsen, in welcher ich mich anheischig machte. Jene zu heirathen, die sie ausfindet.'" Großes Erstaunen. Ich fahre dann plaudernd fort: ' Einer meiner Freunde, den ich nicht nennen will, hat diese Idee aufgegriffen und sie recht praktisch in's Werk gesetzt. Er hat nämlich zwölf Flaschen den Wellen des Stromes anvertraut. Vergebens bcmerkte ich ihm, daß dies nicht anständig sei, da er auf diese Art mehr verspreche,' als er halten könne. In der That hat er sich, Kurt, mit der ersten, die ihm feine Visitkarte vorwies, vor vierzehn Tagen verlobt, drei Andere aber wieder heimgeschickt, nachdem er sich mit ihnen

ein wenig zerstreut hatte. Ich bin über' zeugt, daß ihm noch andere aussitzm werden. Ich aber, ich harre noch des Lohnes, den die Tugend finden Zoll. Meine Visitkarte ist mir noch nicht vn schöner band gebracht worden; das ersehnte Weib in derFlaZchc ist mir noch nicht, erschienrn. . n, " Ach, sehte ich hinzu, wenn eö nur e

schiene, mein Fräulein, wenn M nur m yrcr howen Gestatt erschiene, icy ivurde es nlcht bedauern' das Glück eines redlichen Herzens den trügerischen Fluthen überliefert zu haden. : .7U)tt Wirkung meiner Worte war , eine erstaunliche. Häpa Pipescu bebte voi Zorn; Marfa vor Scham. Pipescu zog sich sofort ins Nebenzimmer zurück, um, wie er sagte, einen wichtigen Brief zu schreiben. Ich blieb mit Marsa allein. Marsa schwieg. ,,Sic hielt den dunklen, glühenden Blick gesenkt,-, ihre Wangen waren acröthet. ibr knospender Busen wogte. Sie ist eln reizendes Geschöpf, -:i',',-f:rttt5'--iskrra jva cymelgen ii aucy nuc ;fu-uuiH' keit. deute ich mir, . lasse mich . auf ein Knie mcderÄmfaffe das Mädchen nnd küsse es. Sie läßt es ruhig geschehen. Da kommt Papa Pipesm wieder herein, in der einen Hand einen Brief ir der anderen eine Pistolenkassette. Nun findet Marfa ihre Sprache.., wieder. 5aß das, Vater, sagt sie; es , war, ein Irrthum; ich habe aus der Donau ein Wesen herausgezogen ; ich habe gemeint, es ist ein Mensch: es 'ist ein Affe; ick werfe ihn wieder hinem.' Mit einem Affen schlägt man sich nicht. Dies hie, ist mein Herr, mein Bräutigam, meiv Gatte. Nur dem eigenthümlichen Menschen wollte ich ja angehören; der jenen Einfall gehabt hat. nicht dem Affen, der ihn nachgeahmt hat. Papa Pipescu. offenbar ein Pantoffelvatcr, legte unsere Hände ineinander und so bin ich denn Dein Nachfolger, lieber Kurt, der Nachfolger eines Affen. Der Affe eines Affen vielmehr!" lautete die äraerliche Antwort: : 1 ! H' ; Wie? Ich rechnete aus Deine Dankbarkeit, da ich D aus der Ver legenheit geholfen, denn nun kannst Du Deine Claire beglücken und brauchst mir nur Marfa zu lassen." Du scheinst sie nicht zu kennen, die Femdichaft, die aus der Dankbarkeit quillt!" Tief der Andere und stürmte fort. t -if ? Der Architekt schaute ihnr lächelnd nach: . .... . ..,. " i ' W ' !: Nun kenne sich Einer aus in der menschlichen Seele!" -: ' ",: m m m ' leine philiströse Balladen. - , -.m,!,! 1. Der. Erlkönig. 0, Vater, reit' nicht durch die finstere ' . '' t ,'Ü!-. ! i "kl '' .yawe. Der Erlkönig thut mir sonst noch was " zu Seibc." ' , - ,!; ' So ,?chte der Knabe, der Vater spracht Schon, . Ich kann Deine Aengstlichkeit' woh; '-XtflW t'fj1t'w UVil VIVIV4 , ,i f . 1 '. . . ,.. ' :. ,., ! ', ; ' !., 1 Die Nacht ist so dunkch'. ist windig' ' und kalt, Da holt man sich Hustenund Schnupfen , . -. , gar bald. , !. i: ..;.,!.'' !iv:.,. . ' "!l . BD, D'raus ging auf ' den Bahnhof er hin -l 11 ; "mit dem Sohn Und nahm zwei Billets bis zur nächsten ti :fetahpit'':,-. ,;sV:s,,; ( !-ü: ij: .Hiill' ...... ))!. ," lill. ! '.'!... ....'. . - '" .si; t & K i im- I ?i, M ' ii . 1 ' ixnt Mge war s warm uns veyaglicu . . . ' i h- '" V-.. )"' l" '.y W: '''.,!,. ' . , und ichon, r-,::i nii Ä. ; ,;:!,. w-'. 'fe. '" 4 Bit kamen nach Hause i des Abeud um ' .'.... I 1!' ze;n.NVÄ!L,:.:s ! tium,i n c; j L. Der Taucher. iiül: . !, - i. , Der König wirft den Bech?r i lllj In die-! brausende, schäumende Fluth. ,, r I: .Den Becher ' mag , haben der wackere - i'-yt fiii 0- iTjfr'' . - u . tt i,i,;!;!S.:;,;p;;S!,. ; ctlUllil,:' Der ihn zu holen lzat Mütb.. Es meldet sosort sich ein junger Mann, , r i jJ ':;,. l :A 4j "" i nn "... ... vegr ua)crlieiouJg uno Masie an. , e ' I nm &i&tv SI' rtr4f snsi: Und wirklich bringt ! er den l Becher i mi s l ;:r.:Ha;H.ttsltirfivN; iiilfW Ser.Kwnist'Üücrrcrvn Willst Du nieinc Tochter zum Weibe MW S Bu-t tt,glel ch, ' ' So zaud're zum zweiten Mal iiicht, Bringst Du mir den Becher noch einmal mWi -rtJ " Ü .her, S " l So kriegst, Du sie sammt der, Mitgift ,wwm 1 .rtlf-i; . r !?,;;! I i ;lchlwCr."i. f " iiQ- mimßm Mit, Lächeln darauf der Jüngling i . Mtzpraey? Ich tauche, so oft es gefällt, r' Denn dieser Taucheranzng ist 1 1 Bei der ersten Firma bestellt." DäS sah der König auch wirklich ein. Gab ihm 1 1 den Becher, die ;, Tochter vf;rf.iüi:i , Vi ;! MttfcJHdarein. il -i VI' !f M: f('l .,! ;-. 3. Lcnorc. f iTLenore kam nach Abendbrod " 'f ' . , 11 Zum Commandeur gegangen. Verzeih'n Sie, ist der Wilhelm todt. Ist er vielleicht gefangen? ; , ; Wo ist der Lumv geblieben? 1 Er hat nicht 'mal geschrieben. , tV t , ; WKM 'li!S.i!;;!1i-ör4iii W1' . . au.' sti;:!!;'-'!')'! u;-!fts:,,,!ii7l,1ii:'ii:t;11-Da sprach zu ihr der Commandeur: , Nicht todt, auch nicht gefangen . Ist Wilhelm, nein, er ist vielmehr i; Zum Feind übergegangen Er hat ich sag' es offen Die Löhnung stets versoffen. . Das sagt Dir Jeder, der ihn kennt Blan muß sich seiner schämen, Doch kannst aus meinem Regiment Du einen andern nehmen." Das that sie augenblicklich Und leb: noch heute glücklich. MaxHirschfeld. FalscheÄuffassuna. Mut ter lam Geburtstage) : Nun, srcufl Du Dich denn nicht über den praktischen Führer durch Tirol, den Dir Papa aus Deinen Wunsch hat kommen lassen?!' Tochter ( tlefaufseuszend ) : Llch. ich hatte mir ja einen lebendigen gevunjcht!"

Tke BwNbondüte.

HnObk von Walter Echmit.iklkk Adelaide Barnau. die qefeierte Gastin in der Residenz, die glänzende Darsteuerm tragische und heroncher Gejtal? ten' hatte ihr mehrwöchentliches Gastspiel am . Hoftheater beendet. Die Hub digungen, welche der scheidenden Kunstlerin in verschwenderischem Maße: von allen .ßciten, entaegenaeb rächt worden i 'i!;,'!!,.-'.:-!!'';; - . waren, Belgien deutlich, wie auncr v rd entlich n ern man 1 si c a ehab t-wl e , ....,..,t" ... t r..? manaies Herz nc oury ilzreztUW, ourq ihre bestrickende Liebenswürdigkeit sich errungen hatte, und die bewegten Worte, mit denen sie am Schlüsse dem Publikum dankte, waren wirklich keine hohlen Phrasen, sonder kamen aus den ver borgensten Tiefen eines aufrichtig gerührten . KünstlerherzenZ. .Und so saß sie denn in ihrer Garderobe beim Aus kleiden vor den schimmeniden Lichtern ihrer Toilette, und rund . um. sie. Her 1 1 C i i i- v1--r-n si:r r-rz- n T-a. "r wuujic uuu gtuiue. ritt ganzer 'lliie herrlicher Veilchen und Rosen deren Hauch sich mit-dem angenehmen Ruh-. mesdust der mächtigen Lorbeerkranze zu einem für die Künstlerin höchst angeneh. men Weihrauch vereinigte. Plötzlich lachte die : tlelne,xgeschzstlge Zose, ! die mli. oem fronen, und iinpaaen ott verschiedenen BouquetS und sonstigen Ltebesgaben ' ' bezchärtigt war, hell auf, und ? bor i dem großen Korbe auf den Knieeu liegend,, reichte sie Adelaide eine mächtige Bonbondüte mit hellblauer Seldenschleife, auf welcher mit Goldlettern gedruckt war: Zins und Zinses; zms süßer Erinnerungen aus goldenn Jugendzeit. ' ' i Mit leichtem Stirnrunzeln nahm du Künstlerin das anonyme Geschenk aus der Hand des Madchens! Eine Bon bondüte, ihr, der Gefeierten, der Priesterm der ernsten Muse! das schiel! ihr.im ersten Moment wie ein friVolei Spott, wie eine Taktlosigkeit, auch ver letzte sie die. sonderbare Inschrift, für welche ' sie. ! durchaus- keine-Erklärung fand. Es u ar kein Zweifel, es - hatte sich mit ihr Jemand einen kleinen, wenn auch vielleicht nicht bös gemeinten Scherz gemacht. Sie öffnete die Ditte wirklich Bonbons, und wie es schien. recht gute, namentlich viel Chokolade. die sie in der That außerordentlich liebte. Sie versuchte eine Bonbon, wahrend sie das schleppgewand . dei unglücklichen Schottenkönigin-mit einer eleganten Soireetoilette vertauschte, denn obgleich sie recht herzlich abge spannt war, mußte sie doch , noch einer Einladung zur Gräfin N. Folge Uu sten, da dieselbe nach dem Theater ihr ' . . 1 ,.!;.. st.. ' i' ff.: j g j.: ,-!il.a i.li: zu Ehren tiN: s wouper welcher, Gelegenheit die Creme der Ge selllchalt sich pcrwnllch , vou.oer: llev g ewordenen Gastin verab schieden wollte, Der Bonbon schmeckte vortrefflich, eben so i der nächste, und als sie i den letzten Blick.in den hrh:n Stehspiegcl geworfen hatte' und .die Zofe ihr den weichen Fuchspelz um die schöngeformtcn Schul' tern hmg, steckte sie lächelnd und ver söhnt. die ganze Düte in die weite Manteltasche. Sie stieg die Garderobetreppe i ' ' . -l . . ... , J:ß ,i inunier, orangi? orullen? ourcy oaß Spalier jugendlicher Kunstenthusizsten, die , am Bühnenausgang trotz des ! heftigen Schneegestöbers Posto ) gesaßt und ' j- ,. . t. . i . L iur ein, vrauenoes! -yocy k zurieten, oer Kutschenschlag ' flog zu, und leicht und elastisch rollte das elegante Gespann sei,J r ' ... .:' i . , " Z , i. "!i 1 's .11!:. , t:,. 36 ': " iil .,,':.'!' 5 nem Jikie zu. - - , ; , , - ,.,-' ,:; ' i ,: i -i -lV ..,,,,, ,, V, , : " iii ... ,,. , f -.! .,.,.' , s - , -ff - ;: : , ;i .;' i, Der große Empfangssalon der Gräfin in der kleinen Villa der vorneh:::eu 1H-tt tW tftntrrtrn ft iHtavtmf , Vn oiiut)t vyi-ytiuituiyauiiriiti, " vt üppige Wintergarten und die i übrigen, GcseUjchaftsrö dem Licht und ein auserlesener Kreis hatte sich versammelt, um den Ab;ch:ed der großen Künstlerin würdig'zu feiern, dtebeimSou Huldigungett und Ansprachen in gercimter und ungereimter Form überP : i 'W: i'jj. ' " '' ' !t-i.' 't' '"Uinifi;;.'-iii.i....i;n'iiit.' )int:Mmitih:iUiUji:ji::ij. ttiii:i.::iäiHsJ-iii:JiiiJi'itifyji:i.i..-.jifätt. Unter den befrackten Herren befand i0) auai oer iioai lunae ocror Vera, 1 ' , " ? i .. n der schneidigste und competentestc KunstIrUif c;r;iiber I über :.!;igraulfi ini 'arrta bie, geistreichsten und eingehendsten Referate geschrieben. Er war kaum Lö Jahre alt, doch hatte er! schon , durch mehrere sehr bedeutende Werk sich die allgemeine Hochachtung und sogar den Hausordcn seines Fürsten zu erringen gewußt, und dabei sah er noch' bei Weitem jünger aus, als er, wirklich war, ein Umstand, mit dem 1 er von seinen Freunden viel geneckt wurde, was er aber durch beißcnde i Satire und schlagfertigen Witz reichlich vergalt. . i;1:'faffl Als! man sich nach dem Souper in dem gemüthlichen Theezimmer zu einer traulichen Plauderet zuwmmengesctz! hatte und das wolkenlos glückliche Leben einer großen Künstlerin pries, sagte Adelaide lächelnd, , daß das Publikum dych nur. die Außenseite :der glänzenden Welt kenne und zu beurtheilen vermöge, daß Niemand wisse, wie manches Trübe in der schimmernden Hülle ruhe, wie die Schlange unter den duftigen Blättern indischer Blumen. , Zuweilen -seien es ja auch nur klein Nadelstiche, dl? aber gerade im Augenblicke höchster Freude doppelt empfindlich erschienen. So habe sie sich sogar heute Abend mitten m ihrer Rührung einen Moment recht herzlich geärgert über eiue kleine, im Grunde vielleicht ganz harmlose Bonbondüte. Bei Er wähnung derselben flammte über Dok tor Bergs Gesicht eine tiefe Rothe, nnd hinter AdelaidenS Stuhl sich zu ihr Niederbeugend, sagte er mit lnser, lit iender Stimme: Wenu die arme Bonbondüte Ihnen einen trüben Augenblick verursachte, so .. i r l. ,. r.t. "i-'w AI . virie icy zur viejctoe reuevvn um zergebung, denn ihr unvorsichtiger Geber war ich!" . Mes schaute ihn verwundert an und als man von allen Seiten ihn drängte, seine Unthat zu beichten, als Fräulein Barnau ihn: gebieterisch mit dem Fächer drohte, begann er, in seinen Fautenil zurückgelehnt, seine Erzählung. ES find einige Jahre her, daß Fräulein Barnau, damals noch ein blut-

junges Mädchen, cn unserem Stadp

heater in M. enqaairtwar. Ich war zu jener Zeit bereits Schüler der Untere pnma unseres Gymnanum., sah aber noch so verzweifelt knabenhaft und kind' lich aus, daß mir einmal ein alter, würdiger Herr im Promenadegarten, als ich bei der Lekturr auf e:ner nnsamen Bank eme Morgenngarre rauchte, ganz ernsthaft sagte: Dummer Junge,-Dn soutezt ueber Deme Vorabeln lernen! !,ii,i;!iül!' Zn dieser Zeit feierte Fräulein Bar. nau ihre Triumphe, und im Sttypar quet fehlte an lemem Abend, wo fie svielte, der. kleine , Berg, ja, eine tiefe heilige Begeisterung' ergriff mich, so oft ich an ihrem Hause vorüberging, das mir als der Tempel alles Hohen und Erhabenen erschien. Ich theilte llmalig das Schicksal des ganzen GmnaNums von der untersten Quinta bis. zur obersten Prima:, ich schloß mich dem Heer derer an, die in unsere reizende . '' f' '" 'H'".".-'Ul1-: -. V w l; zennmenlate levyavenn stervttL) vernarrt waren. .Natürlich war die Künstlerin meine allererste Liebe ich dichtete sie an, ich träumte von ihr.i kaufte mir ihre Bilder, die ich m, alle Schulbücher legte, und da nn richtig Verliebter doch möglichst schwärmerisch und melancholisch iciixi; MUß, 10 vernaa)ta,ngle .ra) meine Examenarbeiten natürlich auf's Gewissenhaskeste und verzehrte mich in stillem Gram, ein echter Ritter Toggenburg einer heimlich angebeteten Dame. l Endlich faßte ich mir ein Herz! Ich kaufte einen besonders - schonen Briefbogen, , rosenroth mit Goldschnitt, und theilte' der so verzehrend Angebeteten mein stilles Leid mit. ' Ich schrieb ihr, daß , meine kühnsten Wünsche) darin gipfelten, ihr eine einzige Viertelstunde gegenüber stehen oder sitzen zu können, ihr nur einmal mein tiefes Leid zu ge stchen. Ich bat sie um die Erlaubniß, ihr. in., ihrer Wohnung ,, einen , Besuch machen und ihr, meine Huldigung darbringen zu dürfen. Die Antwort erbat ich mir postlagernd, aber daß ich eigentlich noch Schüler, sei, verschwieg ich, , da es ja nicht absolut zur Sache gehörte. Mochte sie mich für einen jungen Künstler oder Redacteur halten. Drei Tage : später ging ich zum .Postamt, fragte schüchtern wie ein Verbrecher nach dem erwarteten Brief und crröthcle bis an die Stirnwurzeln, als mir der Postbeamte wirklich ein zierliches kleines Billet aushändigte. -Mein erster postkagernder ,Br!ef wie romantisch! Mit zitternder Hand öffnete ich da. Couvert, eine Karte lag darin, auf der einen Seite der geliebte Name und darunter ganz klein geschrieben : erwartet Herrn Berg morgen Vormittag zwischen 12 und 2 Uhr! . Wie ich die Nacht durchlebt, weis; ich nicht mehr. . . ::. In den Unterrichtsstunden bis zwölj Ahr 'saß ich da i wie elii Hypnoiisttter, dann stürmte i...'aHHauke,' zog meincn Konsirmatlonsrock an und eilte raschen Schrittes nach dem Hause," wo sie mich erwartete. ' stolz und stegesbewußt stieg ich, die Treppe hinan, und hatte dabei uur'den einen Gedanken: so ?l mußte Cäsar einst,, die Stufen, des Kapitols hinangestiezen'sein. Ich klinzelte aber, trotzdem ziemlich bescheiden, einetWsM Mädchen öffnet? fragte nach meinem Be Zeh?! und sah mich dabei von' oben bis unten an, was mich tief empörte. ' .Mit stolzerÄcrachtung und unnachahmlicher Grazie reichte ich ihr meine Karte. ? - Ich wartete einen Moment, dann erschien sie wieder und führte mich dirclt in den Hiniinel (in den Salon der MttstWn Sie saß am Schreibtisch in einem mir unvergeßlich ' gebliebenen 'Morgenkleid von pfauenblauem Pluche und sah mich lächelnd an, indein sie sich graziös l erhob, ! wahrend ich verlegen an der Thnr stand,'! i meine hoffnungsgrüne Schul crmühc zwischen i den ! Fingern drehend. Mein Name ist Berg," haüchteUch Md lich mit Aufbietung alles moralischen j , ' ' ri'-' " t-l!l " Muthes, worauf sie mich mit einer liebenswürdigen Handbewegung ' zum i ..' ''J5;f-if-.:'.;t V.;i:; , . " sitzen einlud. Ich sah aber Nichts in der Nähe, als riesige Kissen, 'Felle und malerisch , geöchnetezz Decken ? und ganz, ganz in der Ferne ein paar winzig kleine Fateuils, die mir aber für meine Verlegenheit unerreichbar weit standen. , ; l Ich setze mich also bescheidcntlich aus einen kleinen, dreibcinigen Schemel, der neben: derZ Chaiselougue stand, wurde aber sofort wieder cmporgeschrcckt durch ihr,,, lächelndes: Bitte dort, nicht auf te Thectisch". den ich wirklich in seiner unendlichen Kleinheit und Niedrigkeit für ein Sitzmobel gehalten hatte. Ich mußte mir also einen Stuhl: holen aus dem entlegenen Winkel, wobei , mir zu meinem Entsetzen meine , Schülermütze entfiel und demüthig bis zu ihren Füßen rollte. ifh , fä&'AU 1 : ; -- Ich heiße Berg !" wiederholte ich, als ich endlich ohne weiteren Unfall ihr zegennber saß und einen möglichst gtstreichen Anfang unserer 1 Conversation unter !i ausbrechenden Schweißtropfen suchte. Warum ist denn Dein groner Bruder nicht selbst gekommen?" , fragte sie mit so liebenswürdiger Natürlichkeit, daß ich kaum wagte, mich mit ,. stoks kenden Worten zur Autorschaft des rö-! senrothen BilletS zn bekennen. Und nun plauderten wir, das heißt, sie plauderte und ich hörte zu. denn was ich bis fetzt geredet, war ja Alles nur sehr primitiv gewesen. '"' ?S Sie' plauderte reizend, von Weihnachten, vom Christbaum, vom Osterhasen, lauter naive Dinge, 1 die , uus ihrem Munde so reizend klangen, wie das schönste Elfcnmarchen, ja sie sragte sozar nach meinen Censuren und fand es klar nicht paszmd, wenn ich über dem Theater meine Schularbeiten vergäße, und sie ioürde sich ewige Vorwürfe maihm, wenn ich etwa ihretwegen zu Ostern mcht versetzt würde oder zu Weihnachten eine schlechte Censur bekäme. Ich fchwieg und biß mir die Lippen blutig, und wie eine Erlösung erschien mir jcht die kleine Zon', die leise daS Zimmer betrat und meldete, daß es Zeit sei, zur Vrobe Toilette zu machen. Schnell erjob sie sich, reichte mir lächelnd die pand, die ich ehrfurchtsvoll küßte, und

ging dann zum Schreibtisch. Äc:u Herz schlug hörbar, denn jetzt nmß.!e d!e..; ' Erfüllung meines sehnlichsten Wunsches kommen, ein Bild mit einer Widmnttß ,, von ihrer Hand. Sie blickte mich schel- ' misch über die Schulter an, griff in m:l offenes Fach ihres CchreihtischeI nd sagte, als sie wieder aus mich 'zutrat: -. So, und hier hast Tu auch ein süße-: Ändenken,.Dn.ludeklnerBüb üt4i dabei klopfte sie mir mit de? weichen,?, Hand auf die Backen, wie einem kleinem c,,F.M . s - ü ...

o". uiiu viuuic iuii. nuc Hiyb Bonbondüte in die zitternden Häntz. Noch ein freundliches: Adieu, ltleiner, grüße die lieben Eltem! und dic doldc st:jLZ.. LJL, . .... ' HL. 'i-vytriiu.Kg wan De.jcyrouncen, nur o.t kleine impertinente Kammerkake wsr zurückgeblieben und öffnete mir mit be , ieivigender Zuvorkommenheit sämmtliche Thüren. Da stand der arme Cäsar mii lemc? grünen wchulermutze und seiner " . ... l 4 n i'J11.. . zonosnouie uno ileirene langsam m Stufen seines Kapitols wieder hinunter. Aber ich war nicht etwa böse oder cci . empört, obgleich ich in der solaendett ... Nacht blutige . Thränen qttveiiit, inr j ' l.f"..1 i!.. 'F . . ",i,la' 5 .. .. kgcnlyeil, jDifc wohlverdiente, herbe I Lektion bat iödMäiwnideH-Su tragen, ihren Zweck gewissenhaft ersüllk. Mestt mm) vezchamt kunstig dahm, wohin lch gehörte, hinter meine Bücher, bestand mein Examen glänzend und bin auch später als Student. Doktor und Kunstkritiker keiner Künstlerin wieder lästig gefallen. Und' an allem Schult war doch nichts Anderes, als die liebt kleine Bonbondüte. Und wenn ich heute Ihnen dieselbe mit Zins und Zlnseszmb in vergrößertem Maßgabe zu Füßen gelegt, meine Gnädigste, so geschah. um Ihnen durch ihren Inhalt zu ie weisen,' daß wir Kunstkritiker keine räch- -süchtigen Charaktere oder undansbar Naturen sind und für edle und wahrt Kunst stets die Michedchachtung vd Bewunderung hegen, denn Sie haben Ihre Tüte noch nicht bis auf den Grund geleert!" ' Ich habe sie unten im Mantel! rief , Adelaide aufspringend; derselbi wurde gebracht, und von der ganzen neugierigen Gesellschaft umringt, öffnet sie vorsichtig die Umhüllung der Düte und fand , ein ' kleines gedrucktes Ma' nuskript mit seidenen Bändern verschloss 5en und dem Titel: -, , , . Die Bonbondüte! Ein Lustspiel in einem Act: .uBeim Scheiden Frl. Adelaide Barnau ehrfurchtsvoll gewidmet von Doctor Berg. Dankbar, mit glückstrahlendemGesick! reichte sie dem Dichter die Hand zu euiei echten rechten Künstlcrfreundfchast sur'O ganze Leben, und die kleine ongincl! Bonbondüte und ihr geistvoller Verfaß ser sind durch die herrliche Darstellung der großen K ünftlerin spater noch sclzr berühmt und $t stürmisch apz?!aud:rt worden. . v 1 -i-, ' ' ii-,r mm ! . " Von all en Ga r n i's o ns ptfa -gen der guten alten Zeit fa fchrnbj niFn : Bar der Zopf die LeZchwer-, lichste. Waren Pferde, Neltzcng, Wa? , fen lind Alles geputzt, dann büeb noch dle mühsame Kopstoilette übrig, iivi .gcradc bei., dieM mußte die größu ; Pünktlichkeit pivb .: Sorgfalt . beobachte: werden. ' Jeder hatte das befiimm: Maß für die ganze Länge des Zopfes' für die Länge der Bandwiälung iml , wie weit diese vom Nacken entserNtseitz.,'' durste. Sogar die Lange des am End, befindlichen 1 Haarbüschels '" war gcnci ! bestimmt. ' Die hinter den Ohren her abhängenden nicht in denZopl ielMe bundenen Seitenhaare,.., mußten, genar. -''bil"Nn Ohrläppchen abgeschnitten wep den,' ; Wer sie nur einen halben Zo länger wachsen ließ, war cin'Seiltän. zer",!s Scheerenschlciftr" und L omö diante". Das waren aber nur die Ehren prädikake, das gewöhnliche hieß: " Ver dammter Windbeutel". Die Soldater frisirkeu sich selbst, aber es gab unter zebn kaum einen, der eiueu tüchtigen, Parade ' mäßigen Zopf mit nnem schonen Mmm Wn' ! . " .,iw ' V -i " strich von Pomade zuwege vraazte. ffl, mußten nun Manche stundenlang war' ten, bis die Reihe an sie kam, dabei vcr lief die Zeit, wo zur Parade oder zun Exercieren ausgerückt wurde, und es sas oft noch mancher arme Teufel in HollkI',,,,,,, angst, ohne daß sein Zopf gemacht war , ; und ein Kamerad erbarmte sich cndlici ' ' noch stirer und wickelte, ihm ein l&lcch:-i teA Ding zurccht, bei dessen Ä ollendun c, '' ost nicht so viel Zeit übrig blieb, dn übcrflüjsigenHZüder au dem Gesicht zt entfernen, was gewöhnlich WZPsaM Fuchteln mit henZllzsit scriigen Klinged des Wachtmeisters oder Lieutenants ein . ,truz.j Mit dem Hutzen,.,crSassci wurde es bei Weitem nicht so streng g e F ttommenSvie MitzdeirMöpseÄud ' hi? liePsich der Wachtmcistcr eher eine E schuldigung, mitunter auch eiuenSchwan als Ausrede gefallen, wenn sie nur eigen ..,.!,,,! 'Ü ' ..i.l 'ff,.:.'.!." ,. '; '.i.j.iif . . ! j. , n,,, , : ;!" 1 artig war.. - r WMmw. ".?D i e F raue n i n H i n d o st a , ' " v rm- r -' ' bezitzm so gut wie die Manner ihr cige zttefe' schwarz aus weiß verzeichnet stehen. Sieben Weise Frsneki l sind die Verfcrtr 'ge?Wle!ep vKodekI werden ljämmtlichc,.Männcr1DN5 ge He!!.tZhl:t',Mständige"A inThslbc" und n."Hulpul-Hupla".' Unter l den An !Mndige,nZAerHehtIma die h iSta'uwfllrndjIinn ernähren. Die halben-' vermöge? ieyi$t3tytt Frauen müssen sclbs: iiit Hanti jantcgcii; das tägluhc Brot zu erwerbenDSie, könnenlalso' auf gleichi , , AchtNgIKeMieIanständigm". .Anspruch' machen Die Frau,' wenn fit von dembalbcn5sckl.aaen wird. ' ti&i " .. dasMeMMied cuel darf )t dem Manne Haare aus .Bart'zupsenD Am .schlimmsten hab freilich $ dieI'Hulpul Huplas". t iei Frauen derselben können zehn lang außer dem Hause bleiben, und du Männer dürfen sich nicht einmal nr kundigen, wo sich die . Frau Gemahliki während der Zeit aufgehalten hat. Der Einzige, dem blind lings Liebe entgegengebracht wird, ü der Kaffee, denn er wird ohueOrund.go lieiMM7,

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