Indiana Tribüne, Volume 14, Number 78, Indianapolis, Marion County, 7 December 1890 — Page 9

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Die Hand und ihre Pflege , Obsohl Bu, Sänae und Gestalt der

ANlÄ 'im Großen und GanM aus Naturgabe beruhen, fo wird daS Organ doch tuirch BeZchäitiIUUz und die SW derselben, fctuie durch die V siege in hoheinGrüde beeinflußt. 'Hautfarbe. Knochenbau un) Muskelentroickelua

l der Hand sind beim Sandmann, der den j J ganz? Tz bei schwere? Arbeit im (Zreimzubrwzt, ganz andere als beim i gelehrten, der jahraus . jahrein am I Schreibtisch sitzt und mit der Äußenluft j stimm in 33crüSraa kommt. Stcni

ran sich' die Hand der Wäscherin mit j ihren Meißen, stehenden Falten an, die der Köchin mit den schwarz gefärbten l

Nissen und Schrunden 'darin, die der I Matttialiften mit den srosiblauen, l dicken, die der ?Zätherin mit ihren dün uen, durch die Nadel zerstochenen Fin l gern, sa erkennt man sofort Beruf und .Stellunz ihrer Besitzer. Selbst beim rJ Ctl t ...,. e-.t - . - .. !!. .. . r

lasierzpiezer uno .e:egrapmnen neu ?nen die Fingerspitzen eine eigenthüm liche Form an. Ja, selbst der Charakter, die Gewohnheiten und Eigenheiten eines Menschen können au5 der Beschaffenheit seiner Hand ersichtlich werden. Bei Manchem, der sich xu den Ge bildeten rechnet, erscheinen die Fmgerseiland König Auzias am besten; ge wußt haben. Für Wunden ist die BerÄhrung durch solche' von Fäulrußträ gern wimmelnde Finger keineswegs fccrx' Vortheil, weshalb auch I bei den Opernteuren die Nagelbürste ein so rrrstze Rolle spielt. Bei Anderen sind bie Nagel zwar blank wie ein Spiegel, leiden aber stark am Größenwahn, in dem sie centimeteilang über die Fingersplsen hmwegrazen; sollte man aus diesen Auswücksen nicht auf eine ge wisse Geckenhaftigkeit schließen dürfen? Zumal dann, wenn der werthe Eigen thümer- die Krallen, zu beiden Seiten abgekniffen, in eine scharfe Spitze cu3 laufen läßt, hätte man zu solchem Arg wohn Grund genug. Weder Andere haben die liebenZwärdige Angewöh nung des NägelkauenS; sie können an ihren Nägeln nicht den kleinsten Saum beiden und führen die Finger beständig im Munde,' Liebhaber - solcher wenig appetitlichen Mahlzeiten müssen zu den Sonderlingen erster Klasse gezählt wer den. Finger, bei welchen durch eine derartige Mißhandlung ein abge kürztes Verfahren stattfindet, nehmen am obersten Gliede mit der Zeit eine plumpe, keulenartige Form an, und verlieren auch dadurch an Kraft, Halt And Festigkeit der Hand bei der Arbeit. Die FmJernägel'ollen weder zu lang noch zu kurz gehalten und auch nicht rund, sondern so abgeschnitten werden, daß der.vorderc Nand eine gerade Linie bildet. .Schneidet man, wie es so oft geschieht, die Ecken scharf ab, .so gibt an dadurch . die erste Gelegenheit zu einem fatalen Leiden, dem Einwachsen des Nagels, welches, wie bei den Füßen, so euch ; hti den Händen, recht heftige Schmerzen verursacht. . Hier kommt Alles daraus an, daS Entzündung und Eiterung erregende Eindringen des Nagelrandes m den Falz zu verhindern. Dies geschieht am besten durch möglich. steS Abziehen des letzteren vom übrigen Theil des Fingers mittels eines Heft, pftasterstreifens, worauf etwas in Kar. , bsllösung getauchte Watte m den Winkel eingelegt wird. Bei starkem Eitern bade mau den Finger öfters in lauem Seifenwasser, bei größeren Schmerzen mache man Umschläge von warmem, mit Milch gekochtem Semmelbrei. Nagel bekommen zuweilen an ihre, Oberfläche allerlei Längs und Quer streifen, 'welche ihre Glätte und rosige Farbe beeinträchtigen. Man glättet die Unebenheiten durch Putzen mit Po' Nrpulser, welches aus Zmnoxyd mit etwas Karmin und Bcrgamottöl besteht. Der bekannte Neidnagel entsteht durch llbsplittern eines Längsstückchens vom Nagel. Man beseitigt daS lästige Uebel durch Abschneiden des Splitters dicht an der Wurzel und Waschung der Wunde mit Carbollösung. woraus man das Glied mit Heftpstasterstreifchen umwik kelt. Zu weiche Nägel verbiegen sich leicht und brechen. Man tröpfle etwas Ci tronensait auf den Nagel und verreibe ihn darauf. Der Fingerwurm besteht in einer meist durch äußere -Verletzung z. V. Quetschung, Splitter, Stich) verursachte

.Nägel wie mit Trauerrändern umgeben? was sich unter denselben vcrbirqt.wurde

i Entzunouni ?es Zeuengewebes,, der ) Sehnenscheibe ode? der Knochenhaut r vit incieraliedes. welches aewobnlicö

in Eitnung übergeht, qualvoll: Ccher zen, langwierige Arbeitsunfähigkeit und 1 oftmals Verlud des Gliedes und Steifigkeit des Fingers bewirkt. Man säume nicht, ärztliche Hilfe anzurufen und sei nicht messerZcheu, da meist nur durch tl ;,nen frühzeitigen Schnitt der Knochen gerettet werden kann. Auf'S Dringend sie zu empfehlen ist bei dem Leiden Hoch' Haltung des kranken Fingers an einer Schiene. ' 1 Zu Frostbeulen neigen wegen der Zartheit ' und Dünne ihrer Oberhaus vorzüglich die Jugend und das weik , liche Geschlecht der jüngeren Fahrgänze. Je feiner und weicher die Haut, und t sorgsamer durch Handschuh und Muff geschützt um fr größer die Empfangs lichkeit für das lästige, mit jedem Spätherbst sich meldende Leiden. Vesonders , schlimm sind Diejenigen daran, deren Beruf eine:: 'steten Aufenthalt im kalten Raum, sowie ein öftere? Wechseln der Tenipcratn? erfordert. Gegen Frostbäiilc der Hände kann man der braunen Färbung wegen die hilfreiche Mischung von gleichen, Theilen Jod nnd Gclläpfeltinkkur leider nicht gut verwenden: man versuche möglichst häufige Waschungen mit absolutem ?llkohol? ' .. Warze::, welcbe garstige Znthaten einer rosigen, sammetweichen Haut! Wie schwer ist es, sich ihrer zu entledi gen! Man versucht alle möglichen Ae &nd Schneiemittel. 1 Alles r umsonst l

Ist eS da ein Wunder, wenn man in 5er bittersten Vedranzniß zur Sympathie seine Zuflucht nimmt." Besprechen ist ja uoch kein Versprechen! Sollte aber das Blasen und Pusten' und "das Auflegen der kranken Hand . aus die eines Todten auch nicht helfen,' dann rathe ich der geplagten Leserin, es doch noch" ein mal mit der rothen rauchenden'' Sal

petersäure zu versuchen. Möge sich die Patientin die Woche cm paar Mal in k; x,.. iu. xav nfcl mnG 3? Ä, ! 1 f7. mutz Oder ern junger tm l dttzen trtl .ns k,'- .k,s aufsitzen, können täglich mit . einem fest .... L ., , t. ' " hMlIVlfc V M W f VVU-t " Wbl zusammengezogenen wirnssaoen ooei ßferdehaar abgebunden werden, 'y ,: Eine ebenso widerwärtige und langweilige Zlage wie die Warze bildet das Ueberbein. Man unterlasse daS PinK seln mit Jodtinktur, wodurch noch niemals ein Ucberbein weggebracht worden ist. Zuweisen gelingt eS zwu kräftigen Männerdaumfn, die Geschwülst ,zum Platzen zu bringen. - Dann muß man versuchen, durch fortgesetztes Massiren sie röllkg zu vertheilen. Hilft dieS nichts. baun lasse man daS Gewächs durch ein lrzt ausjtechen. . - ' Eine schöne Hand ist ein MeisterftüZ ,er Natur, welches" durch einen runden, vollen, weißen Arm seine eigentliche Er gänzung erhält. Schade daß man diese Neize jetzt, wie es die Mode erfordert, durch beständiges Tragen von Hand und Ärmschühen der Welt verbirgt! Im Zimmer braucht man doch keinen Son nenbrand, der,, die Haut bräunt, ' zu fürchten! Die Damen verstehen eS ja doch sonst so gut, ihre Neue fühlbar zu machen, warum denn die Änsnahme mit den Armen. Wenn weiland -,Vöttin Here im Olymp auch "so prüde gewesen wäre, hätte sie sich , bei Homer wahrscheinlich um daS Prädikat der .weißar Lügen" gebracht! ,-: Eine schöne Hand will gepflegt k'vitc den in welcher Weife aber dies' zu geschehen hat, darübn sind' sehr Zrrige Ansichten verbreitet. Viele ! glauben durch Nichtsthun und beständiges Hand schuhtragen ihre Hände, am besten ", zu konserviren". ; Allerdings sind harte Arbeit und scharfe Luft ihrer Schönheit nicbt zuträglich. , . Andererseits aber bleibt bei Personen,- deren ; Hauptbe schäftizung det MüssiggaLg ist, die EntWickelung der Hand zurück? die Knochen und Sehnen werden schwach und dürs tkg, um so reichlicher aber der Fettan satz; man kann wohl aber nicht' sagen, daß eine kleine fette Hand etwas ieson derZ Schöneö darstellt! Andere meinen durch schier unzähl bare Waschungen im Tage eine beson dere Weiße, Weichheit und Geschmeidigs keit der Hand zu erzielen allein durch die stete Einwirkung der Seife wird, die Hand mager, trocken und blaß und ver ttert , ihren rosigen Schimmers selbst die, sste Seife kann durch ÄbertrlebeneÄn Vendunz schaden, i Vertragen ., doch manche Hände überhaupt keine Seife und werden bei ihrem Gebrauch rauh,spröde und schilferig ! ' r- m: , i l . - :' h '. -;. ; Man soll also des ZBulen i auch nm Waschen nicht zu viel thun. . Dann , soll man aber auch auf die Seife achten, mit der man, sich wäscht; eS ist sehr verkehrt,! wenn man jlaüb,.rMuÄtndeD die beste. : Beileibe nehme man: keine scharfe,' alkalische Seife durch diese rniid die Haut in Grund und .'Boden verdorben. Die Seife muß eine , neu trale sein, wie es die echte Marseille, sCastilianische) oder, die flüssige Gly. zerinfeife ist. - ,,, : . Wenn , concentrirte Seise nicht ver. tragen wird, so ' bediene man sick bei Mischungen derselben mit reizmildern. den Substanzen. Von diesen, ist du . , . t ,:,ä . 'i zweamayigne mt Manveume, .weW wie kein anderer Stoff rauh, spröde. unk trocken gewordene Haut zu erweichen uni zart und geschmeidig zu , machen ' im Stande ist. Ein Zusatz von Borax uni Weizenmehl erhöht diese Eiaenschaften sl inc zeyr geelgnne U)imuna. xi auq die von -gleichen Theilen Werzenmehtt rr', . itrtM r . i '!'."-". . mit fttngeschaoter, lM Ofen gut gedörr ter und dann Mverijrrter MarjeNer seife, mit Zusatz von elmaen Tropfe Bergamottöl und auch etwas Bönzoe timtur. , : " . ' i 'vl ifrz:: m K,; . Ein selbstverständliches Erfordernii kur Pflege der Hand bildet endlich de, schütz derselben vor den Einflüssen de, Witterung, vor Sonne' und Kälte sovie vor den Einwirkungen gröbere, Arbeit, Staub u. s. ,w. r Seit uralt Zeiten hat zu diesem Zweck der Handschuh gedient. Im Sommer sind Sei. denhandschuhe am zuträglichsten, nament. lich für leicht schwitzende Hände. ; .ii. . n , i M gen leereres xtma vrsncye man lagnq mehrmalige Waschungen mit Eichnlrin. den-Abkochunz oder Alsunlosung Vo, dem Schlafengchen starkes Bestreuen des Hände mit folgendem Pulver: Salicylsäure 3,0, Stärkemehl und Zinkweiß j, 10,0, präparirteS Talciom , 90,d, wo rauf die HSnde mit 'Binden ,umwickel' werden. y$ ; - f Jr Dabei suche man allgemeine Stärkune der Haut durch allmorgendliche. '?lbrei' bungeü des Körpers mit kaltem frisch Wasser vom Kopf bis zum Fuß zu tr iielen. ; ' W " -. v5r? r' ' Mißverständniß. General, (zu einem Gefreiten bei der , Besichtigung) Wie lang' sind Sie bei der Compagnie, Gefteiter?-Gefteirer: Ich bin der ,Längste,Lerr General!' , :, ., 1 Ein originelles Selbst erkenntnih, liegt in folgendem, im ,. m' t " ' i-vi i ü " " ,. '" m ' . :'!':' , 1 m 1 rat: Ich mache hierdurch öffentlich be kannt, oaß, da der Ausschau? geistiger Getränke , an mich verboten ist, meine Frau die betreffenden Wirthe bestrasen lagen wird, die das Verbot übertreten. Auch ersuche ich einen Jeden, mir kein Geld zu leihen, da ich, wenn unter dem Einfluß von Spiritussen, meiner Handtagen und Worte nicht mächtig bin, deshalb für die zu solchen Zeiten $c machten Schulden nicht hasten werde. Grödersbtz, den 13. October 1890. A. yff-yi jt -i;' n scytei'Voien" , veroemnanen nle-

' ' '4. ?,:;!.'-. - -TV " SchiNer unmöglich. , . - , i " -i j. . ' kt. , ;, ',!,! . ' - f. Pht5sVsi!d au de oeguzehstn, Fahr hundert.

3 machte in literarischen Kreisen Nicht geringes Aufsehen, daß die Polizeibehörde dieÄufführung eines Stückes verboten hätte, das ihr von einer Thea , terdirection i pflichtschuldigst! eingereicht T' Als dessen Autor wurde , ein jungei Mam Namens Schiller, bezeichnet! , Das liehen war um so größer.,, als, eine miLZm.-: .k.4s;ä. Theatercenzur ugentllch , langst , nicht war. Das Stück wek Die Räuber". wchr bestand und man auch nicht rechl wußte, zu welchem Zweck man einer Be ' Horde, dle sich um ganz andere Dinge zu ! bekümmern hatte daS Mannscript eines dramattschen WerreS : vorlegen ; müsse, daS doch eher vor ein künstlerisches Fv' rum gehörte.. Doch derlei Fragen ver. schwanden vor der Brutalität der That sach: daS Stück war verboten.- , Mmälig erfuhr man Näheres. Frei lich nichts gewisses ES verlautete, daß sich in den Räubern" der Flügelschlag einer freien Seele vernehmen ließ, der Kampfruf gegen Bosheit und Tyrannei. Aengstliche Philister lobten natürlich den Gewaltstreich der , unerbittlichen , , Pe börde, ver die sogenannte StaatSraison über alle, Regungen des Genies , ging, welches ernste Männer in dem jungen Dickter,, bewunderten. , DaS Stück blieb vervoten, , ' so eifrig eö ' auch " immerhin versucht wurde, der Bureaukratie das : bedeutsame dramatische Werk zu ent' reißen. " : , . Aber der Dichte . ließ' sich von dem. Geschick seines ErstliugSwerkeS nicht be täuben.. Während daS Publikum sich noch . mit dem polizeilichen Verbot beschäjtigte, saß er schon wieder an seinem Schreibtische über einem neuen Schauspiel, dessen Stoff er den Annalen eines verkommenen Hofes entnommen hatte. Er namtte das Stück Kabale nnd Liebe." Aber man bewunderte die Naivetät des Dichters, welcher geglaubt hatte, daß ein Stu3 mit solchem Inhalt den Rothstift der Polizei lebend passi ren würde. DaS Stück wurde , ohne Weiteres durch ein Verbot aus der Welt .geschafft. Als der Dichter- auf der Polizei erschien, um die Gründe zu er fahren, schrie ihn ein Beamter an : Gründe? . Konnten Sie sich diese nicht bei jeder Leile selber sagen?" UnmSg lich können Sie ernsthaft glauben, daß rair Ihren Unfug dulden dürfen, wenn wir nicht die Revolution heraufzaubern wollen. - Und das wollen wir mcht, das fehlte uns noch ! Sie decken ja da Ver--brechen auf, die in den höchsten Kreisen der Regierung begangen worden sind: Verkauf, der Landeskmder, Maitreffenivirthschaft und SchNmmereS. Nein, mein Verehrtester, da3 geht nicht." Vasta! Damit war der Dichter abgediesen, der von Glück sagen konnte, daß tr, als er verzweifelnd ein Aber laut verden ließ, nicht sofort in daS Gesang iß abgeführt worden war. -Aber der Dichter war trotz alledem loch nicht entmuthigt. Eine unwiderz 'lehliche Kraft, sich zu bethätigen, be eelte ihn., und . sie hob ihn über die Mernlichkeiken einer , engherzigen ; Be bSrdehinweg.s Die, schöpferische Seel ließ sich nicht knebeln, .sie trieb den 'Dichter zu neuer Arbeit: an, und baN war ein drittes Wert .von emmentel 'Bedeutung entstanden, das er FieZco" nannke. j Die eS gelesen hatten, waren entzückt und beglückten jubelnd in dem Autor von , Neuein den , kommenden Mann. Aber der Dichter . denkt, die Polizei lenkt. Alle Hoffnung war ent täuscht, alle Freude zertrümmert, alZ auch diese Novität, ohne Weiteres ver. boten wurde. Die Motive zu ,, dies grausamen That waren klar dargelegt durch zwei rothe Streiche die auf dem Titelblatt des Manuscriptes polizeilich angebrachtwaren.' DaS Titelblatt lau Ute:.; Die' Verschworung deS Fiesco zu Genua. .Ein republikanisches Trauer? spiel." und hier waren die Worte Ver-, schwörung" und republikanisches" roth' unterstrichen. ,, Man wußte Bescheid, l Leider war hier war daS zu ver wundern? des Dichters , Muth zu' Ende." , seine , Schaffenskraft gelähmt.,! Vergeblich nichte er nch zu neuer Arbeit 5 aufzuraffen. Alle Hoffnuna auf . eine endliche Besiegung der'öven, Engherzig' 'eit, von welcher die Behörden beherrscht varen, war endlich vernichtet. Er nahm, seine drei Manuscripte, verkaufte sie an :rnen Curiositätensammler, , schaffte ' sich für den Erlös Pinsel und ? leister a id wurde Zetjelankleber. . AlS solcher verscholl er. ,Nie hat man. oieder etioaS von ihm gehört. , ,, Jul. StettenheLM. ' ', " 1 . 1 ' WW , vjF'1,,.,.! Sine verhiluguibvoUe erste ,:.,,, Liebe". ' "'" ;, ,ir ,l,i-;f . f fcn tl. 3. '," Den ganzen Abend hatte er mit ihi Mein getanzt. , : . Ki ' m ' ; War es die Leichtfüßigkeit der kleknn Elfe, die ihn fast schwebend ,,, durch daj Gedränge führte, oder waren es die rei zenden dlauen Augen, die ihn immei wieder angezogen? Er hätte sich felbs vielleicht , keine ' Nechenschaft zu gebe, , vermocht. SJ t:.' vM. 3&m&$g?$i Nur daS ahnte Ionathan Jobs, das ' er , seit einer Stunde an einem Wende pimlt seines .Lebens anyekommcn, das sich noch diese Stunde sem Geschick ent ,ischeldn,wüsie , ES war ein ganz neues, seltsam , Gefühl, das ihn beherrschte, nnd c fühlte sich selig in demselben. , , , . t Wie hatte ihm das Herz geklopft, al! er sie zum ersten Walzer engagierte uni wie hatte es miedernm so "freudig aus gejauchzt, als sie mit so liebenswürdi' gem Lächeln seine Complimente entae Annahm. Es war daS erste Mal, daß ihm ein Weib so entgegenkani. -nnd e, hatte nicht umhin gekonnt, einen Bliö in den , großen Wandspiegel zu werfe, und wohlgefällig dabei zu lächeln. Nun, weshalb sollte sie auch kein Gefallen a ihm finden! War er doch ein stattlirs und grade gewachsener Dreißiger uni waS daS Wichtigste war, seit gestern mit

hundert Mar?monatliärRem:rneratior angestellter Kaufmann!" Ueber cii hundert Mark hatte er zwar geschwiegen als er ihr dort in der Fensternische sein Her in aller Form zu Füßen legten zu wenig zum Leben und zu viel zum Steo beu,mußte er ja selbst innerlich seufzen, und Mädchen haben manchmal eigen Ansichten über aus gedehnte Brautständt und'dergleichen. ' Die letzten Töne eines Wiener Wal zer" waren eben verklungen.' onatha Jobs wischte sich die, Schweißtropfeü von der Stirn und bot dann seinerTäw zerin den Arm. . Der, siebente 1 und 1 wahrscheinlich der Letzte-, sagte sie bedauernd. Der Letzte?" war die erschrockene Erwiederung; Sie wollen doch nicht. . Gehen, allerdings"? ergänzte stl lächelnd, Päpa wollte eben schon auf. brechen.? ' .Und darf ich Sie nicht begleiten?" Sie dachte einen Augenblick nach. Kommen Sie mit und stellen Sü sich meinem Papa vor; Sie Werder dann selbst wissen, wie weit Sie geher können!" iSch? angenehm, Herr Jobs" sagt, der alte Herr mit dem dicken Bauch, und der großen Glatze, als sich ene, vorstellte, glaube Sie übrigen; noch von früher her zu kennen; erin nern sich wahrscheinlich meiner nichi mehr!" : 1 Das 1 war nun allerdings doch de: Fall. Jonathan Jobs hatte auf den erster Mck in dem Gesicht deS Alten eine? früheren Bekannten wiedergefunden ; aber vergeblich zerbrach er sich darüber den Kovf, wo er ihn hinthun solle. Sind' ja wohl Kaufmann", plau derte der alte Herr weiter, nachdem er mal sein Notizbuch herausgezogen und wieder eingesteckt hatte; richtig, nch tig, in Firma . . Er legte nachdenklich den Finger an die Nase. ' Wolff & Frank, zu dienen", beeilte sich Jonathan Jobs zu erwiedern ; seit gestern vom Volontair zum dritten Buchhalter, Führer des Conto-nrrent-avanciert." Hm, Hm", machte der Alte, feine Firma, Wolff fe Frank, hat sich bei der Gelegenheit auch "wohl nobel gezeigt." Er warf dabei einen forschenden BliZ auf den jungen Mann, der schmunzelnd nach der Westentasche gegriffen hatte und' eine große, goldene Uhr zum Vor schein brachte. I was, darf, man mal sehen?" sagte er, indem er dabei auffallend hastig nach dem Werthstück, das Jener bereitwillig abgehackt hatte, hinüberlangte. JSl ei, seines Werk, unter Brüdern seine hundert Mark werth; gcrade genügend, um einen Anzug zu bezahlen, der einem im Lause der Zeit im Gedächtniß verschlissen ist!"

Der Alte blickte bei den letzten Wor. ten leise lächelnd zu Jonathan Jobs herüber, dem eS jetzt plötzlich wie Schup pen von den Augen fiel. , .Herr Neun...." 'Recht. ganz, recht, Neunauge, Ge nchtSvollzZehe haben ja wohl :mchts sagegen, wenn ich das reizende Uehrchen, .so- lauge miwehme, bis sie, gelegentlich, . aber ganz gelegent sich mal die achtzig Mark, für die ich im vorigen ' Jahre fruchtlos bei Ihnen pfändete, ln meinem Bureau herein reichen." Er hatte bei den letzten Worten seine Tochter in den Arm genommen und streckte , dann dem jungen Manu die Hand entgegen: "War mir äußerst angenehm, Her Jobs; empfehle mich Ihnen besttnZZ Otllesth' und'Notynagel Äber db ttoch'fchen Entdeckungen. Der berühmte Wiener Klinrker Pro essor Nothnagel hielt jüngst zu Begim einer Vorlesung - eine begeisterte An drache an seine . Zuhörer , über dai tsch'sche Heilverfahren. ' Dieselbe hm nach dem Neuen Wiener Abendblatt folgenden Wortlaut: Wir stehen vo, einer .der größten geistigen Errungen schaften auf dem Gebiete der Medicin wie wir sie seit Jahrhunderten nicht zi verzeichnen haben. ES scheint ' mir ae ziemend und gebührend, daß, wie fm andere großartige Leistungen," auch füz diese ein Gedenktag und Ehrentag ge weiht werde 'und daß' wir von unserei Arbeit einen Moment ausruhen. Wal Koch 'geleistet, ist Ihnen wohl Mei auS den Tagesblättern bekannt, es be1 steht darin. ; daß 1 er unS ein Verfahrn kennen lehrt gegen eine Krankheit, welch überall und seit Jahrhunderten, beson ders aber bei unS in Wien, eine de: furchtbarsten Oeißeln deS menschlich Geschlechts darstellt. : WaS , Kvch r gb leistet hat,l ist eine ; Arbeit, aufgebaw langsam, aber fo folgerichtig und sl konsequent vom Anfang : bis zum Ende, daß sie l nur mit den glänzendsten Lei. stuugen auf dem Gebiete der medicini tchen Forschung verglichet werden kann Das Suchen nach Heilmitteln im Allge meinen und nach einem Heilverfahrn gegen die Tuberkulose erstreben wir, sei die Medicin besteht. Aber erst der Ein blick in das Wesen der Krankheit hat du jetzigen Erfolge ermöglicht.', . Es bleibt nur eine That, die de, Koch's an die Seite gestellt werden kann daS ist : 1 Jenners Vaccination. , KoH war einfacher Landarzt in emer östlicher Provinz Preußens damals fing er an, sich mit bakteriologischen Untersuchung gen zu beschäftigen. : Seine erste , groß, artige Lüftung war die Milzbrand. Untersuchung. , , ES folgte dann ein, Reihe Arbeiten, auf die ich hier nicht näher eingehen will; er hat aber daS Bedeutende ' geleistet, was alle weitereu Forschungen ermöglichte: die Schaffung der Methodik der bakterioloqischen Un ' tersuchungen. , Jede weitere Entdeckung, I v:- 4i I V . r i i uie roir niaajen ionncn, uain aus ot)t Methodik. Auf diesem Wege fortschrei, tend, hat er seine größten Entdeckunger gemacht, durch welche sein Name allen wiffenschaftlichen Kreisen und aller Welt bekannt, wurde: ,,es waren seine Arbei.

ten über, die Tuberkel" .und Cholera. bacillen. Seit drei Jahren beschäftig! er sich .mit ,der Therapie der Bacillen Was uns darüber , mitgetheilt wird., klingt sehr überraschend, aber es, ist ,st segensreich. 'daß es mich auch in diesen unvollkommenen Stadium der Sache ge drängt hat, mit wenigen Worten daraul hinzuweisen. ' : ' ;;;!''; :,s: ' ' . Wir, stehen einem' Momente gegen über, der zu "den , erhabendsten gehört, die der, menschliche Geist erleben, kann. In unserem Jahrhundert hatten wiz sicher nur wenige, so zum Beispiel ahn liche auf, dem Gebiete , der Chirurgie durch die Einführung von Listers anti septische , Wundbehandlung. , Aehnlich, nur noch großartiger, ist die BeHandlung der Tuberkulose! , , Es ist eine schöne, eine überwältigende Emsindung, daß im Zeitraume eines Jahrhunderts die zwei, großartigsten therapeutischen Leistungen, vollzogen würden: zu An fang die große That Jenners, zu Ende die großartige Leistung Kochs. , Wenn sich noch andere. Entdeckungen anschlie, ßcnso sind eS nur Abkömmlinge von Kochs Leiswng." Sie' theilen wohl Alle mit mir die Empfindung daß der Nami dieses schlichten, einfachen Mannes, der niemals mit seinen Leistungen geprunkj hat, zu den gefeiertsten in der Geschichte gehören wird." Die - Rede ' des Pro. fefsorS Notbnagel wurde mit endlosem Beifalls belohnt. !' " ; ,; 1 Auch Professor Billroth l widmete zur selben Zeit einen großen, Theil feiner Vorlesung der Besprechung von Kochs Arbeit. Im Wesentliche sagte er: Ein äußergzwöhnlicher Vorganz, wie wi: einen ähnlichen in Bezug aus die Thera, pie, nicht , kennen, zeigt . sich in dieser Thatsache von so weltbewegender Be deutung. Sie ist auch deöbalb von ganz besonderem Interesse, weil es nicht ein Zufall ist,- .sondern daS Resultat - emeZ jahrelangen . Studiums, jahrelange? Combinationen, und.roeil es wiederum einen ganz, eminenten' Beweis liefert für die Nothwendigkeit- und Bedeutung der experimentellen Pathologie. Sii wissen Alle,' daß in dieser , Richtung uw serö Wissenschaft von mancher Seite int mer wilder bekämpft ) wird, und ick glaube, daß der ungeahnte Erfolg de: Koch'schen Arbeit auch insoferne vonun geahnter Tragweite sein wird, als c, auch die letzten Gegner verstummen - las. sen wird, - welche gegen das Thierexperiment - so sehr geeifert Haben. El ist selbstredend, daß es die Aufgabe des Staates sein muß, Institute zu grün den, welche' in. ' einer? entsprechender Weise das Mittel herzustellen beruf sind. ' ; ' :; . : Was besonders merkwürdig erscheint, ist die Thatsache, daß es offenbar eim Art von organischer Substanz ist, welche so wirkt. Es scheint, -daß die JnW tionssiüssigkeit newissePtomaine cnb

hält, Sloffwechselproducte , der Tuberkelbacillcn, welche wieder abtödtend aus? Tnberkelbacillen selbst! wirken. Es ist wohlbekannt daß derMensch in der von ihm. aüsgeathmeten . Lust 'nicht leben kann, und daß eine Hefezelle in dem von ihr erzeugten Alcohol .zu Grunde geht. Die Faulnißbakterien zersetzen die Weißsubstanzen in eine Reihe von Am-moniak-und schwefelverbindungen, die sie zum Absterben bringen. - ES ähnelt dieEinwirkung des neuen Medikaments dem Heilungsvorgang, den wir bei Am Wendung von Jod und Quecksilber bei speziffschen'Krankhciten sehen. Auch bei Heilung der Tuberkulose wird das spe cisisch erkrankte Gewebe ausgelöst und das Gesunde zur Granulation veranlaßt, wie dies'zuweilen bei Miliartuberkulose des Bauchfells vorkommt. Ob die 55 och -sche Jnjectionsslüssigkeit imstande 'ist, die Bacillen zu todten; steht noch dahin. In ähnlicher Weise gehen wir sa bei der chirurgischen Behandlung von Tuber kulose vor,indem wir das gesammte tubcrkulöse Gewebe entfernen und tief in! Gesunde hineinätzen. - Wir .stehen hier vor der Thatsache, daß wir dem 5lörper einen Stoff beibringen, der in spezifischer Weife gerade nur auf das Tuberkelgemebe vergiftend und zerstörend wirkt: Am mächtigsten zeigt sich die Wirkung in den Anfangs(InhiaMf ' -1 Stf" : Csniscffn trl J-f 'in iuvi(-il jiuuy etv iikbiivii iiiii itin Art Ptomainvergiftung ein,; welche sich in 'höherem Fieber zeigt und nach 24 Stunden ' ihr ' Ende erreicht: Die Chirurgie wird, berufen sein, helfend einzugrcifen,' indem sie die abgestorben nen Gewebe aus dem Körper entfernen wird. Da die 1 tuberkulöse Erkrankung nur Knorpel' verschont, so werden alle Zweige der -Medicin in gleicher Weise von 5lochs herrlicher Entdeckung Nutzen ziehen und es eröffnet sich die großar tige. Aussicht, daß in kurzer Zeit Krebs ähnlich, geheilt werden wird. Viel Zeichen sprechen nämlich dafür, daß de Krebs eine Jnfektionskrankyeit ist. ; Kch warnt rwr , Schmatisirung da die Dosirung'siir einzel Fälle verschie den ist: ES wird nothwendig sein, alli derartigen Kranken in eigenen Änstal ten aufzunehmen.,. Als wesentlich erscheint i die Frage der ' Schutzimpfun nach Art der Blatternimpfung. ' Jq glaube j ,daß ' wir , keinen Gruni haben, derar:iqe Impfungen ' vorzunch men, weil- uns daS Koch'sche Mittel ir den Stand setzt, die bestehende Krankhnt'zuj heilen. ' Jedenfalls stehen wi, vor einem Triumphe der dentschen Wis senschaft . und ich fordere Sie auf, durck , Erheben von den Sitzen diesen Mann zr HMund'zuHnttN V ", f jS' l ' ! WlS '!jiä!ll, ,:.' -:,'if i J i-S'3f s-ii'JififlF'SsfSSilir'fSii ;-j-V fefjj" ; , " ., y - Ex-ttöntge in Oayern. , " .j:';,:!:;!;;; : !!,ö,!il ', ' '"' 1 -4 : k ' ,,.!: Mit besonderer Vorliebe wählen du abgesetzten Könige Bayern , zu ihrem Anfenthalt, daß Land, dessen voriger König ja auch zwei Tage lang ein Ex, König war, , ehe er unter so tragischen Umständen endete, und denen ungluck licher ? derzeitiger König zur Negierung nie'gelangte. i Im Bayernlande ' machen die Expo teniaten nur selten von sich sprechen Der stillsten Einer ist der König von Neapel, den in den letzten Tagen du Münchener Blätter indeß als Besitzer 1 eines kleinen Hause m München;

Blüthenstraße 16 nannten, , weil ihm genehmigt wurde, sein HauS um einen Bibliothekanbäu zu vergrößern. Daß der Exkönig in dem Hause etwa wohnte, wäre' eine, falsche Vermuthung. Lebt Franz II.' auch mehr bürgerlich, als königlich, so vereinfacht ist der Königs Hof trotzdem nicht. ; b , Der König, der Schwager des . öfter, reichischen Kaisers, .verbringt den Win, ter iu Paris, m Herbsie und Frühjahr wohnt er wochenlang t n München, wo er in dem Hotel Bellevue absteigt und unbemerkt lebt; im Sommer ist erin der Nähe seines Schwagers, deS Augen arzteS Dr. Herzog Carl Theodor, in Tegernsee-Kreuth. , In Bayem wohnen, wie gesagt, auch noch viele andere, E5 Monarchen", und zwar meist wenigstens mchrere Monate im Jahre. Der Her zog von Nassau verließ erst' jung fthin seinen Ruhesitz bei Tölz, um auS 'der Zahl, der Potentaten a. A." in di 5. D." zu treten. ' Der großherzoglichi Hof von ToScana weilt im Winter in Salzburg, aber die meiste Zeit im Jahre nächst Lmdsu. ; Die Letzte des Hauses Habsburg Modena, Herzogin-Wittwe Adelgunde, ist zu drei Viertheilen , des Jahres in ihrer Heimath Bayern, in der Nähe des Bruders, ,, des bayerischen Regenten. Die " Parma S sind häusig Gästs deS Hauses WittelSbach und woh. nen in Münchener HotelS. " Sonst leben sie zurückgezogen in Hem . schweizerischen Wartegg. Ein mehr als fünfDecennien langes Exil hat' die Dynastie. Miguel Braganza in Bayern,,' in Kleinhenbach, Daß Exkönigin Jfabella, und ist diese nicht dort, der. von ihr getrennt lebende König kränz von Spanien in Nym phenburg'München so zu sagen zu Haus, sind, ist bekannt. Arzt und Publikum. '

Zwei Zierden der medicimschen Fa kultüt ,itt Wien sprachen in - ihren En öffnungsvorlesungen über den ärztlichen Berufe Nothnagel und Albert. Noth, nagel sagte unter Anderem: Der Weg ;um? Kennen In der, Medicin' führt durch daS Können. DaS Endziel unse reS Thuns ist die richtige, Therapie, zu der wir jedoch nur auf dem 'muhevollen Wege der, richtigen Diagnose auf der Basis des Kennens gelangen. Aber die Thätigkeit deS Arztes muß auch in vonreymer Gesinnung' und' in echter Humanität : ausgeübt : werden. D er Arzt muß erst Mensch in Goethe'S Sinne' nämlich; hilfreich edel und gut und dann erst ' Arzt sein. Tenn nur auf diese Weise können wir den in uns gesetzten Erwartungen gerecht werden. Der Arzt ist seit jeher der Träger,, der Priester, der "wahren Menschenwürde, wir müssen uns daher mit Gewissenhaft tigkeit! d.'r realen Arbeit unterwerfen, um unseren idealen Zweck zu erreichen. Professor Albert besprach die Stellungnahme des Publikums den Aerzten gegenüber seit den- ältesten 'Zeiten bis auf die Gegenwart. Mit dem Anfange einer Cultur, lagte Professor Albert, stelle sich gleichzeitig bic Entwicklung der Heilkunde, und sei. sie : auch nur primitiver Natur, ein, und der ärztliche tand weise, bereits Spuren von, Orgrmisation! au zSo sei eS sschon bei den alten Egyvtern der,. Fall gewesen, wo nach den Mittheilungen' Herodot's Aerzte für den Kopf", Aerzte fir den Fuß" 2Ct also eigentliche . Specialist, existirt hätten. , . Doch mußten sich diese! schon, wie die römischen und griechischen Heilkünstler, von verschiedenen Seiren her eine herbe Kritik gefallen lassen, i, Bekannt seizeneS Epigramm , Martial'S auf . einen Arzt, der vorher Leichmbestatttr gewesen sei und dem der bissige . Martlal nachsagt, er thue jet dasselbe wie früher. . Der lei Angriffe gegen den ärztlichen Stand, die allerdings nicht immer so harmloser Natur gewesen,, seien, begegne man bis in die, neuste Zeit. Die- berühmte Dejazet begegnete einsten Fegleitung ihres 1 ArzteS einem Leichenzuge und fragte ihren Begleiter satirisch: , Von Ihnen, Herr Doctor? ., : Doch auch Verttseidiger sindet hie und da der ärztliche Stanj. Jean Vaul bringt in den Papieren des Teufels" folgendes , zutreffende Gleichniß; Der Tod mache es ebenso wie die Entenjäger in Hindostan. Diese ' setzen ' nämlicb eine ausgestopfte Ente auf ein! Stelle des Teiches, hinter der sie sich leicht ver bergen können; die anderen Enten, durch ihre ausgestopfte Genossin in Sicherheit gelullt, schwimmen heran und fallen der mörderischen Hand des Jägers zum Opfer, i ,Du Tod nun 1 stellt nen ausgestopften Menschen als Lockspeise hin; daS ist der Arzt. ' Zur ; Illustration für die Thatsache, welchen vehementen Aogrissen seitens des Laienpublikums der Arzt noch heute ausgesetzt sei, verlieft der Vortragende einen erst kürzlich ' ihm ' mit der Unterschrift Von Tausenden Einer" zuge sandten Brief, welcher, von Jnvektiven geen die ,, Aerzte " strotzt . und der Aus drucke wie gemeine Betrüger -und an den enthalt. :, Einer der heftigsten Angrifft werde ! gegen die medizwische Wissenschaft und ihre Vertreter in ; dem jüngsten , Tolstoj'schen , Romane Die Kreutzersonate" erhoben. Die ärztliche Wissenschaft, heißt es daselbst, , sei eine Lüaenwissenschalt, die Aerzte , selbst Schwindler, Berbrechcr,, Erpresser, Spitzbuben Man müsse entschiedenst Protest erheben wtder die maßlosen Angriffe, zumal bis heute 1 von ärztlicher Seite noch nichts zur Abwehr geschehen sei. , Die medizinische Wissenschaft sei keine lügnerische Wissenschaft, sondern ruf Thatsachen der Naturnnssenschaft mfgebaut. Es sei allerdings richtig, daß die medizinische Wissenschaft vorläufig noch nicht vollkommen zum Ab schluffe gelangt und daß nöch so mancke Lücke in derselben vorhanden sei. Jhre Aufgabe ist es schloß der Vortragende, der irrigen Anschauung des LatenublikumS, als ob von der Medi zin alles gefordert werden könne, entgegenzutrelcn und dasselbe dahin auf zuklären, daß unsere Wisscnschast noch immer in her EnMunz bezrrZen ist'.

Rauschender BeM folgte den mi ii philosophischen Geiste gttragrnnr ArrS sührungen des Redners. , ,j 'i'"1 ' '' m " ' '''' iSagj Der Wunderdocior

Brüssel, 22. Ort. Ein Wundermann ist, nachdem der Ruf seiner Thaten schon weit umhergekommen war, nunmehr vrr das hiesige Gericht gezogen w&rdik Im Mai d. I. wurden zwei Brüder Vandevoir zu Nivelles wegen mehr facher Schwindelkurcn zu Gefängniß verurtheilt. Ihre Berufung gab dem biesigen Gerichtshöfe Gelegenheit, dik beiden Heiligen der allerjüngpen Tag' näher kennen zu lernen. Gegen Ende des' vorigen Jabrc-' hatte ihre mysteriöse Wirksamkeit begonnen und m ihrem Heimathsor! Braine-el-Chateau und in der ganzer Gegend von Nivelles bald die allge , meine Aufmerksamkeit erregt. Di Menge strömte zu dem Wundermanne der augeblich von Gott die Gabe erhaÜ ten hatte, im geheimuißvollei: Traum schlafe Krankheiten zu erkennen und de ren Heilmittel anzugeben. Sylvai? . Vandevoir hieß der heilige Mann, der unterstützt von seinem Bruder Gustav . die Kuren ausführte. Shlvain ist ti , Schneider wie einst Jan von Leydcn , und wie dieser zugleich Kneipwirts Im magnetischen Schlafe sagte er der ' ihm vorgeführten Kranken ihre Gebre, chen und gab die Mittel zur Heilune . an. Sie haben eine böse Lungenent. zündung", sagte er einem Hustenden,,, Einem armen Schlucker, der am Arm i ein Geschwür hatte, kündigte er sein bab diges seliges Ende an, das ein gelinde' TyphnS herbeiführen würde, wenn ci nicht die verschriebene Medicin vrauche. Sein Scharfblick bei geschlossener , Augen! befähigte ihn, Krankheitcr zu entdecken, d:e eines gewöhnlicher Arztes Auge nicht sehen konnte. ,H& , den Sie manchmal Wager in Munde?', fragte er einen Herrn, der blos aut Neugier in die alS Rathszimmer dienende Wirthsstube getreten war. Ja wenn ich Tabak kaue", war die mit La. chen gegebene Antwort.- Dann habe? , Sie Bauchfellentzündung ,uud müsse,' ? zwei spanische Fliegen legend Solche und ähnliche Wunderthaten" vollzoger. sich so oft, daß die Kundschaft di, , -Person 50 Cts taglich zunahm uni den Brüdern Vandevoir und deren m dem Unternehmen betheilizten Schwager Detre ein gutes Stück. Geld adwaif Da aber kam die hohe Polizei und fragt nach dem Erlaubnisscheine zur Aus' Übung .des ärztlichen Berufes.- De, Wund ermann , vermochte auf diese frevel " hafte Frage keine genügende Antwort zi geben und wurde deshalb unter dcir ' heulenden Proteste alter Weib beider' -lel Geschlechts rn's Loch gesteckt. Tu Verhandlung ergab, "daß Stzlvian sih von seinem Bruder Gujiav oder dem , Schwager Tetre hypnotisiren ließ vvtt.im Znstande der Hypnose seine Tiag uosen", sowie die Heilmittel der , Krank zetten (Malvenwrup.gepulvertm Theer. panische Fliegen und dergl.) den Heil'. nchenden verkündigte. : .Der : ante Sylvain will nur zun Spaße sich haben hypnotisiren lassen und nichts von dem wissen, was seiin Assistenten" ihm anbefahlen oder ihir abfragten. ,,' Der Professor Masuin au- -Loewett sprach die, Ansicht aus,' Sylvain habe den ' magnetischen Schlaf nur ge ' heuchelt, während Prof.- Joseph Tel. - boeuf-Lüttich auf Grund zahlreich ange' . stellter Versuche zu dem Schlüsse aetov men ist. . daß Sylvain in der That ein sehr empsindliches Medium ist, da? ' dnrch die Hypnose in einen aufgeregten Zustand versetzt wird. Ich ließ," so berichtete Prof. Delboeuf um ihn auf die Probe zu stellen, meine mit Plattfüßen begabte Magd vor ihn tre len und fragte, warum' das Mädchen einen schlechten Gang habe. Antwort : Sie hat Wasser in den Waden, sie hak ein Wadenemphysem H Ich konnte ihn von seiner Anschauung nicht abbrin gen. ' Geheuchelt hat ' er nicht." Tie drei Angeklagten behaupten, im besten Glauben gehandelt zu haben. Ihn Medizinen hatten Hilfe gebracht nur die Eifersucht der Aerzte sei Schuld an ihrem jetzigen Unglück. Das wird den Biedermännern nichts helfen. Ter Ge " richtshof wird in acht Tagen das erste ,llüheil bestätigen und den Wunderdoc " tvx sammt Genossen ein paar Monate ' " brummcnlassen. " ' ' ' , 7D i e d eutsch en Ä erzte 'imm örient haben sich wiederholt über ihre Stellung blrter beklagt.' Der Eo'ncur renzneid bei den griechischen, und türkis . scheu Aerzten geacnubcr den deutschen ienen- wissenschaftlich ,weit überlegenen dMern hat schon manchen strebsa jt men Arzt zu Grunde gerichtet. Einen ,! , Beitrag hierzu entnehmen wir dem Im parcial aus Smyrna.' Das -Blatt,,,, schreibt: An das Bett eines Kranken in ; Chio wurden der deutsche Arzt Dr. Otw Hornsteln 'unoder SnheiWsche Dr. AnagnostopuluS nacheincriide? be rufen, um :XMßiinti0U l in den letzten Zügen lag, zu beanelnÄ AIS Anagnostöpulos erfuhr, das; außer ' ihm noch ein Deutscher zu Rathe gczo gen sei, schrieb ex an , die Angehörigen einßeizMrii stm Beleidigungen gegen Dr. Honistein enthielt. .. Tags darauf suchte der deut , sche Arzt seinen feindlichen College n mit-, der Abschrift deS SchmähbriöfcS auf und ItMeHnKegKWDnkr Rede, Anagnostöpulos gerieth jedoch 'baldinjj solcheTMHdaßH?" WWsdmjö MbeW Mrzteßund,U drohte. ! Darauf zog Dr. Hornstein in ;dfc3toi ,ttnHe,Schüsse!A Gen;erib,; ohne jedoch denseloen zu treffen. Durch den Knall alarmirt, eilten Polizisten in die Wohnung und nahmm Tr. Horn Pein in Arrest. Man hofft, daS deutsch? Consulat werde Intervention gegen die Verhaftung des deutschen Arztes nlr ,geitlf; ' De Du mm y eil -rik cfrtc ttabe der Götter, die rn mit VersiOch mmm'mssm

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