Indiana Tribüne, Volume 14, Number 78, Indianapolis, Marion County, 7 December 1890 — Page 10

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yiipp'i lir r!'ni''il.-:! WyßB :P!::lllil;Slllf iiü-üü:": Seltene jnt v,:St:Diünö EfiDöne'V Ge3nn4üQrOc?c: ?. Qe& tiGCO:' n :!,ä,:;v;'''';

SodomS Vttds.

in f äs? Steten roH,rnn Sdnn - Berlin. 6. November. " Selten ist- ein Stück mit solche, Spannung erwartet unb vor einem ji günstig gestimmten Publikum - gespieL worden wie diese' z Tage vorher warer MPlDe üüZöuZaüst, ' das Polizeilichi Verbot machte dZe Männer von vorn- - herein geneigt, Büsall Zu spenden,- unj die Dame fata ihren Liebling Kainj 'Zum ersten Male nach ' lanzer Zeit wie. der eine Rolle auf einem großen Theate, schaffen". Tenuoch kann ich nicht üb einen unbestrittenen Erfolg berichten und ich glzube, die Ehre" wird lange, ' leben als SodomZ Ends.' - WaS zunächst das - poltzeMche Verbot angcht, ) ist mir nicht, recht verständlich, was die Aufsichtsbehörde : an den Werk so Gesährllches entdeckt Haber maa; es kann sich höchstens, um einig ZU scharf zugesetzte Einzelheiten geh'Äl delt haben; bte Nichtung bei ganzer Drama ist durchaus ernst' und stttlM mahnend. CrS svielt in zwei Schichte: der GeZellZchast: die eine füllt 'die Salons der Frau Adah VarezinowSki, di, andere ist die Fanlilie eines guten alt Mmne?, der als Gutsbesitzer Unglüi hatte und sich ' nunmehr schlecht im! recht als Znspertor einer Meierei durch schlägt. ' -- - Der Jnspector, sei Frau,' ihr Pfle gekind Clärchen Fröhlich, 'eine helle siebzehnjährige Unschuld 'deren, 'stille, Verehrer, der arme SchulamtK-Candd dar Stromer, die ganze brave kleine Weli des ärmlich bürgerlichen Hauses ist' vor. trefflich nach der Natur geschildert. ' Ja schroffen Gegensatz zu rhen l steht dn andere Cirkel: eine sittenlose Frau, eb die erwähnte Adh. beweg! sich unte, geistreichen, aber innerlich angefressenen Lebmannerr. Einen guten l Kern haben diese Menschen wohl, aber er verfiuchtigt sich rn Zerstreuungen und ,z meiner paradoxen Philosophie, die schließ, lich nur noch die Nerven"- al5 das Bs stiuuaende xm Dasein anerkenn!. ' Cl die Lebenogrundsühe, welche da zeprd digt und bethätigt werden, wirklich ganze Kreise der hUigen Gesellschaft s, unterwühlt haben, daß sie es verdieneil. als öffentliche Schädlichkeit auf, di, Bühne gezogen zu werden, das muj billig bezweifelt werden. - Doch wolle wir darüber nicht rechten? der-Dichtei brauchte eine derartige Schpe und hat sie, wenn nicht nach der Natur, so anl der EinbildungSkrast mit Geschick ge schaffen; wenn uian auch ihre Wirklich' Zeit in Frage stellt, den Hauch ihres . Geistes spürt man, sobald sie auf bet Scene erscheinen. Ein junger Mann geht ln beid Schichten aus und ein, daS ist W!ll Janikow, der Sohn des alten Jnspeo. Ms, ein Maler von 27 Jahren, der schon berühmt ist. 1 Beruhwt war, sollt nian eigentli, saan; denn er hat seit geraunier Zt nichts ehr geschaffen. Frau Adah hat ihn in ihre Netze gezo &st, und unier ihre Eieffuk ist n vonr genialen Künstler zum bloßen GennZQenschen herabZesun!en.-Da3 Wort, GenuZmensch bezeichnet die Tiese ferne! FalleZ noch nicht vzllftändig? er ist ein nervös herabgekonnuener Schwächling geworden, der eigentlich auch zum töe nuß nicht wehr die Kraft hat; die Da znen haben ihn verwöhnt, er ist unwi ' derstehlich. er kann alles und darf alles so sagt ihm seine , Adah , denn alles kleidet ihn. Jeder Laune des 58fr gehrenZ läßt er die Zügel schießen, und und darum ist all sein Vegthren zur bloßen Laune geworden. Auch Frau Adah liebt er nicht mehr, aber sie hängt , noch mit Leidenschaft an ihm und lenki ihn verschlaaen nnrner wieder in ihn Bahnen. Wie er eines MendS nach .Hause kommt, gesteht ihm sein alter Kamerad Kramer, er liebe Clärchen Fröhlich, habe aber nicht den Muth, eS ' ihr zn sagen. Willy, der aus das klein Mädchen immer wie-auf ein unbedeu tendes Ding herabgesehen, übernimmt , es, sie zu sondiren, und sie antwortet naiv, sie werde sich gewaltig-freuen, wenn sich ein Maun wie Kramer herbw lagen wollte, sie zu lieben. , Bei dem Gespräch aber geht dem Künstler Willy däS Auge für die Schönheit des Kindes auf, Und hinter dem Künstler steckt der launenhafte Wüstling. " Seiner Ervärmlichkeit getreu, kann er der plötzlich auftauchenden Laune, nicht widerstehen,. küßt das Mädchen, und sie, die ihm, im wer wie einen Gott ansah,, erschauert unter seiner Berührung Von ta Äu genblick an ist sie für Kramer r. loren. 1 '" . ... - ' - Spät in der Nacht 'rmt WMy an. scheinend etwas berauscht, wieder in' di elterliche Wohnüng Einer seiner wohl meinenden' Freunde 'hat ihm gesagt: Du brauchst etwas, 'UQ dich daran aufzurichten, Und daS ist die Reinheit." Nun denkt er, daß dort hinter jener Thür, in ClarchenS Kammer' die Rein heitUchläft: 'tt-mfyfä Vorwürfe. . m'. - S" .."'." , ' m ''!". r

sag er zc nnoers sis ornonucy an it gedccht, und doch,I eS zieht ihn hinter kann sich wieder ' incht - er.nannen,' ein unglücklicher Zufall - spielt die Nolle deZ Kupplers) und er geht hin,' jene Reiu. heit zu stritören. ' - 'i: Inzwischen ist ab Hrnu Adah auch nicht müßig.?. Da sie kein anderes Mit ttl Aehvliür : sicher hält, will sie Willy mit ihrer Nichte verloben, - um ihn - an ; sichHuPßeln' Er gecht widerwillig auf den Plan ein -und wie er nun zum er st:n Mal ernstlich mit seiner Braut spricht, entdeckt ' er, daß fte von ihrer Tante zwar einige frivole Formen ängenommen bat,' innerlich aber ein unbe rührteZ, - gesundes Mädchen ist. Bei ihrzsindkiSer MsoKWzwHenMale, die gesuchte Reinheit. ' Kaum aber hat ,-1 c t a u'ISiri C ::;,'!!' "r? ei ellSsiidflcr) t :'3!r ö tif lückMM M5cn:i;: Tante und flieht entsetzt in die Nacht, Pnf die Strafe hinaus. Er geht ihr nach undbringtsien seine Junggesel Jwwöhnnngdk',gett eschwichtkgenMnölds sie ihn schon lange liebgehtMauf ; seinen Plan ein. Zur nnmer die Seine znwerden.ßS Si -- ., . Li

' Nun t'auen'slö önvk umqioiier,' oa aber tönt . Geräusch von' der Straße. dunkel und drohend schallt Kramerö , i i u. ff - u.'.. ,, ' ' , Ji ii'fK' f I t.l ) t hH

tiiuiiii.. ,w i . r " : " . vr vder Todten nieder und bekenM seme Schuld ; dann wendet e: sich zu Krämer n Ja, ich habe deine Braut verführt. Tu hast für Mich gedarbt du hast für,, mich gebettelt und gefroren nun thue mir die letzte Liebö an und schlage mich todt!" ' Kramer ergreift 'eme Waffe, aber die N.eweZis ist schneller als er, Willys untergrabene ' Gesundheit- ha! den : Stoß nicht ausgehalten,- und er sinkt von selbst, 'mir bwtendem Munde, zu"Boden''''DeFMschteKrae fernt sichum eillZn Arzt zu holen,und Willy ; stirbt allein, jämmerlich ' wtö-e? gelebt! hatj mit' einer letzten Klage um das Leben. ' ' Ja, wenn - eö sich Bet :cto Drawa nur am die Aufgabe handelte, der Menschheit den Satz Du Mi - kein Bruder Liederlich sein,, eindringlich einzuprägen,', so müßten, wir sagen, daß großem Geschick ist das. Stück so ange legt, datz die bösen Folgen ' der Sitten, tlonIkeit sich geaÄ das Ende häAsm schließlich furchtbar 'gegen , iyren Urhe. : der aufstehen. " Mit großem Gescöick i? auch die vollkammene. Haltlosigkeu dtt HeÄÄ in allenPhasen argeMtabe, eben dieie ; $cdfol "ma&ti$ii kein dramatischer "Held mehr ist." Daj . Willy ursprünglich ein GenZeNstdaz müssen wrki ihm .'und - seinen Freundn , aufs Wort glauben, wir sehen nichts da. von. 1 Wir fangen' schließlich fogar an seine künstlerische ' Genialität . zu ' be zweiseln, denn wer die Eigenthümlich keiteir der von der Natur geschaffene; ' Spettaltalente 'Mntder"weig7daßIi Meistens die beneidenswerte" Gabe be sitzen,' immer zu wissen, was sie zu thu 'haben. I . : , .... : .... - , ..- ,-.,... , . Sie l verbummeln :wohl i in ' manchen Beziehungen,' aber:daS Iiangeboreni - Müssen der besonderen Vegäbung bricht immex wieder durch, l: Bon diesem Heb , den aber ; erleben wir nichts ,' anderes. alö eine endlose Reihe von Schwächlich feiten : .Schwäche deZ HerzmS, er kan? , nicht !ehr füblen wie ein . gesundet Mensch , ' Schwäche desSiSenI,! er kam : keiner Gemeinheit mehr ans dem Weg, gehen : Schwache des Kopfes, der Man baut. Glückspläne auf die Reinheit seiner Braut in' dem Augenblicke, wo daZ Gespenst, seiner That gegen Clärchen frisch hinter ihm steht! Wenn die Jam. . merseele mit .ihrer alten Kraft renom, mirt, wirkt sie geradezu widerliche Erst in der letzten großen Scene, ,wo .er dent treuen Kramer sagt: Schlag midi todt," kommt der erste und einzige Narnrlant au5 seiner Brust, und erst da kann man ihn mit gemilderten Empsin düngen ansehen.- Diese Scene dürft, auch ' das ganze Stück gerettet haben; denn am Ende des vierten Acts macht, sich eine bedrohliche Opposition geb tend. : Kurz . g,efagt, WMy Janikow . ist eZ. gentlich nicht ein Sudermannscher, sondern ein Rosenscher Held, einer von den Menschen? die aus Mangel an Willen und Verstand sich selbst und, was viel peinlichere jft 'tyxi.- unschuldige Umge' bung zugrunde richten. ' Er macht dal Stück unsympathisch. Weit interessanter ist ' seine Mitschul, dige Adah, die wenigstens etwas will .und kann, wenn auch nichts GnteS. Die andern wesentlichen Figuren, Clärchen, die. Nichte, Kramer und dieMtern ' deZ Malers, sind sämmtlich ' verurtheilt Opfer zu werden zu' viel deö Peinli chen für einen Schwächlmg,- und um so schlMmerzK''.liebenSMdlgttsib schildert werden. -v: , ' Nach allem S esagten können'wir uns .Urtheil über SudermannS neues Wer! dahin zusammenfassen: ES-ist' technisch vortrefflich,? zum. Theil .sogar , virtuos gezeichnet, aber der Charakter , des Hel den ist nicht glücklich ewählts- die. bloße Schwäcklickkeit ut kem dauernd interes. sanier Gegenstand für die' dramatischt Veyanoumz. , ' ' ' .. ist !!,,: w.isi:.ii!..M.; - H St Lluffehea ?ettder Selbst iy$s-:'j .. ' ' t

Zum Selbstmord des Rentiers Pbil. Anderssen . in Berlin : werden , über vie Motive nachstehende Details mitgetheilt, welche die That erklären: Philipp An .derssen, ein Sohn des seiner Zeit padt bekannten Butter Engroßhändlers A. an Ecke der Tauben und : Friedrichfir., hatte von ! seinem Jäte? :mcht nur, vaS erwähnte Geschäft, sondern auch ein großeS Baarvermögen und daS genannte Eckhaus geerbt, kurze Zeit, nachdem er fein Jahr bei den Sardchssarea abge dient.. Der flotte, junge und elegante J0tefe geö. 'Schon nach einigen Jahren heira thete er eine der schönst Tänzerinnen des königlichen Ballets und. lebte : fortan in glücklichst tiiistte ient sprsffen zwei Kinder, ein Sohn und eine Töchter, welche das ganze Glück der El kern bildeten; namentlich war der Sohn, der sich prächtig entwickelte,' der Stolz ttFlieM'. m($;.r- Jtiiz ' Der gtldzug des JahreS 187071 i ciÜtt$ btti Familie schweren Kummer brmgenWD Niger bei den Gardedraavnern, einer der schneidigsten Soldaten dieses Regi ents, unternahm eS,' infolge einer Wette, während der Belagerung von Metz als Bauer verkleidet in diese Fe lwng einzudringen und sich Über dieLage der I dort i c in gefchl pssmen S9az ai n c1 (chen Armee gründlich zu unterrichten. , Der Plan gelang nur theilweise; im Moment ' als ? dttljtinsijiAiid vnlassenZWllM scher Offizier einen kostbaren Solitär am Finger des vermeintlichm Bauern, schritt zu dessenVerhastung und schon am anderen Tage wurde der bvssnnngSvolle junge Mann als preußischer Spion er ifWÄSÄÄÄ piD

die Heroische Weise, m welcher' sick An derssen 'während ' der kriegsgerichmchen Verhandlungen' und. bei oer Executron benahm, derartig ergriffen worden sein, daß er . ein , eigenhändiges Schreiben an den Jäter aba-.'.dte,' in welchem er seinem tiefsten Bedauern darüber Ausdruck gab, daß ihn der unerbittliche Krieg B n )" VM"t;","!i:- v ' '-rtivi-vV, gezwungen, den braven Soldaten er? schießen zu lassen;) dem heldenhaften Verhalten desselben müsse er feine volle Bewunderung zollen! - Diesen Schick' salsschlag hat der Bater niemals ganz

zu überwinden vermocht. ,Die Tochter , i --.it-i. i:nrs tiUTiCh; -1 vernLiratuete tai water - mit ' einem höheren StabZofsicier. - In den acht, ziger Jahren wurde Anberssen von recht erheblichen - pekuniären ; Verlusten ' betroffen.' die : mit :; dazu - kitrugen, daS Gemüth - deö ehemals " so : lebensfrohen Mannes zu umdüstern : . aber- trng au diesen . Kummer und die Soraen verschlossen in sich,- die Welt durfte W von nichts wissen, und so galt er denn bis zur letzten Stunde als der reiche Llnderssen". : Er war Director des Mi tttlTt ' ' " - 'J'j4 " , i ..!::!' MllUsleN, , . ; ', - ,5 - . ! iß , K, mmmq : Vor emigen Tagen fand mm bei emer solchen iOesellschaft, Z, den LeUer , ! er seit Jahrm geÄsen,Me' llnderssen wurde .'nicht -wieder gewählt und i verlor damit eine" seiner Haupt stützen, ein ziemlich beträtlicheA Iah reSgehalt. . Schr- erregt hrte er. am Abend heim, und Z alS seine Gattin - ihn smJ. nächsten Morgen wecken Mollte,wurde' fts- durch he Detonation eines, Schusses . erschnckt. -kam', aber '. zu - spät ; ihr Gatte z yatte sich schon eine Kugel durch die rechte Sckläse geschoben;, halb, angekleidet lag er inmitten snneS Zim merS, das Gericht nach unten gekehrt, in seinem Blute .am Boden. ". Hilfe wurde, zwar sofort . requirirt, aber als dieselbe nahte. hatte Anderssen schon den letzten Athemzug , gethan. Die verzweiMe Gattm, : die nun , völliz - vereinsamt da steht, hat vorläufig liebevollste Auf. nähme i'n der - tzamilis deS DireltVS Heck vom Zoologischen Garten, dem An derssen iner Eigenschaft meS zweiten Direktors nahe stand,: gefunden.? ? - 'TTT!7Srjl!rTm r;. 55ttttsk Sentfchrhntt. - . r :'' , -. :mmmmmmmwv 'f.. - -' . ' , . P , ,, i -h i" - i " ',, der Deutsche, der sich jetzt ohne durch die Verhältnisse dazu gezwungen zu sein, zu einem langen Allsenthalte in Paris verurtheilt, ist eine Art: von Märtyrer. Der Deutschenhaß z liegt in , der : Lust : überall begeanet er verhüllter oder offe ner Feindschaft l im- persönlichen Ver kehre sowohl, wie in der Presse, auf der Bühne und bei öffentlichen Vorträgen, um von der französischen " Negierung. dem Parlament und den Gerichten ganz . J y - 11 -. ,-'"'- v " zu schweigen. .' :z ..... . Immer und überall hört er daS Lie von der deutschen Schwerfälligkeit und Steifheit, von dem deutschen Spion und den im Krieae begangenen Greuelthaten, von der friedlichen Invasion der Deut' schen und vom Diebstahl . französischer Jndustrienlethoden, von deutscher Un dankbarkeit und Aufdringlichkeit, on den deutschen Saüerkrautessern, und ihren viereckigen Köpfen. ES t gehört, daher noch heute ein gewisser moralischer Muth dazu, sich nicht zu verleugnen und dieser Muth ist bei den Deutschen in PanS, selbst unter den Arbeitern, heute fast allgemein. ES ' handelt sich bei .ihm natürlich nicht um die Besorg niß, todtgeschlagen zu . verden, sondern um das peinliche Gefühl, immer und immer wieder enttäuschte und sich ver finfteende Gesichter vor sich zu habenl An dieser . betrübenden ?, ino ungcmui lichen Thatsache haben die wenigen kla ren Köpfe, welche in ihren Werken und in Zeitunasartikeln,, die Lächerlichkeit uud ,; Gefährlichkeit dieses - GebabrenS nachwiesen, bisher leider kaum etwas zu andern vermocht. Die Zahl der pro? fessionellen-Hetzer, denen Revanche -ua .jeden Preis als melkende Kuh dient, ist eben , allzu groß. "Diesen Herren und Damen denn auch daS Härte Frauen' herz" schreckt vor diesem häßlichen Me. tier nicht zurück ist jedes Mittel zim Zweck gut; die Revanche heiligt selbf lT' . i .'" v- ... ' . die Verleumdung. ; . .,, , ... . . ' i rf" fr ; nur ein xottiptfi! Die , France", OrtHsgrapHii Wir . respettiren Woll schrkeboini zrden ' Anlaß u. A. Folgendes: , nt Deiiische, vIaai-SettSEte'ÜJnltinrä Buche kriTsr 1ur, ist ein Weien, daö zur Bildung ' von ' Gesellschaften außerordentlich neit,' und wo eS drei Deutsche' gibt, da ist auchl eine Gesell, schaft gegründet. In Paris gibt eS mehr als fünfzehn deutsche- Gesellschaf. ten. Man kennt den Trrrnverein,' de, vor einigen Jahren den bewußten Zweck 'mit der Patriotenliga hatte. ES gibt nach der Teutonia, den HilsSvrrein, d Wohlthätigkeitsverem, ' den - Quartett. verein und viele Vereine ahnlicher Gab tung d. h. französenfeindliche, m denen mehr von den Mitteln der Bekämpfung Frankreichs, als von der Wohlthätigkeit und der Musik die Rede . 'st." . 1, , 1 r j j ! .,,1,. l ,' - . ' 1 ' ' Wer einmal im gastlichen Turnvernn oder im Quartettverein gewesen ist, weih, wie harmlos eS darin zugeht,- und das diöMkgliederHrößmZHnl ' Kauf, leute, wahrlich keine Moltke'S sind, unk er empört sich über die Gewissenlosig' keit, mit 'welcher der mrr Mleichtgläu bige Leier zum Hasse aufgereizt w Aber die France" begnügt sich mit jenen plumpen Lügen nicht, gleich anderen Blättem verkündete .sie 1 auch nor die Namen der berühmten ' Mitglieder, über welche natürlich die allerfalschesten Angaben gemacht wurden. ' , Hiernach wurden die deutschen Schalen aufgezäüli und der öffentlichen Entrüstung wohl 'wÄend"empfolukWGWWW!OK Man begreift, daß. der Deutsche be solcher Ueberwachung sich die größte Zw rückhaltung auserlegen muß und, so vieZ ei irgend geht, den Umgang mit den Pariser meidet. In die vornehme Gesellschaft kommt er fast gar nicht hinein, nnd er sucht st e auch nickt. Eine Aus nähme besteht eigentlich nur für di, deutsche Diplomatie und die deutscher, Banquiers, welche Bimarck einmal ali

MillionärcludS. und QnMtörath bei verschiedeÄen' Unternch-

li-uli yüv '''fl'l'U"''1 i"Vti"-ll'wt-,' 11 ' i-M-"1'1':!' ''!! ! :iir!',.,:!:ijl:;iiij'"":i,,,,,'"l";: '!!" ft saivts mixt bezeichnet hat, und di, l li - :ii , .QM :6 'f';l1 , " .,; . - t l!1' i;A Lj :!...: .!':!: i, bet :, dem l kosmopolitischen , Eharacte, ihrer., Geschäftsthätigkeit bei franzö st. ; t '':-' .i. .!u r

schenHerussgeNoss vcn. ' -r:-;: r ..- M.Es lst ja eine 'bekannte ' Thatsache. daß die Pariser h&&to kinance zum großen Theil aus Deutsche Und Schiu; il i..iiri" -, .i.l.ii'-I - .--lü.'' il' ü:'':: j! i, '.il.l f. 'S!.:i,i:l . !' Vli'l! zern be.uo. ehemaligen Deutschen un , Schweizern besteht, ' welche vielseitigel und für die Arbitrage geeigneter ! sind. ; , l!l ' . Jt - ' .,. 0 1. , -: ' "' ii .;3ii. vt 010 CslUD, jitru) 11: 1. w, und perannl' lich keine französischen Namen wie Las. w ' . i-', ' ' ...... h'1'-:' " !' :. ' ' sitte und Gomervn, die, bezeichnend ge. rL'iif . -.Jxi'-. ul-lAni: ' - " ' j . i iiuy, uiuji lucyt, Ciljllltil. . . , ,. j . . ' Wie groß die Zahl der gegenwärtig in Paris lebenden Deutschen ist, dürfti schwer festzustellen, sein. Vor zwanzig Jahren beltef sich' dieselbe aus, eiwc :1 50,000. er. Krieg . . bewirkte eint I statte SBnafirne Serfelben-v .' Sf itbein' tfl. I l' -t '.:- - j- : lie j'.cmiicg rapwe genügen, s n ! bri; ;i dieser, Gelegenheit, der Leitungs' Legende ' erwä hnt, ? da ß B iSmarck, bei Ächuarze Mann" der Franzosen, ihr, LZ elt stad t w it Deut sch en ü berschwemme, -Wahrend man den selben in Wirklichkeit ) ' , . ,. .ii l.j.'i ''!"- ,i von, einer Auswanderung inS Land der Aevailche nach Kräften abräth und die hiesige ' Botschaft mit . den , von , wallen 'Mittcckentwßtenb Mhrstützung suchenden Landsleuten ihre liebe Noth hat.-... ,;; ,j Der, deutsche Arbeiter. ansprüchSlosei und arbeitsamer 'alS " der französisch Kollege, ist zwar bei den hiesigen Arbeit' ! gebernbelirbt, aber diese fünften sih richt selten, von den .Angebereien uni Drohungen des Ehäuvinismü?. Und t erb i " 0 iß ts' ! e i " j b ief cn , B cicii tv c der französische Handel stockt, die Jndu Ist n e darnled erliegt,". fcief Maats schuld . I. y . , f. I fiy l, :l! ,? i -I : :,.!,: U :. : ' ' , wachst und auf cal Vertrauen aus die rtt' hlgeund sriedlicheFortentwicklung der re jzublikanischen Einrichtungen lerchütteÄ ist,- so unendlich wenig 'Arbeit l ; : In jenen rauchgeschwärzten, schmutzi gen Stadttheilen, welche hinter den Ost aind Nordbähnhösen, den Deutsche . Bahnhöfen" . p , exesUvnes, - liegen, führt eine . vorwiegend'' deutsche. Ve volkerung eine ' 's ' klägsiHe, r,ESftenz.' daß es . sich : , mancher., Au'zwanb' ; ,! ' ' 1 j ! tt ,; 1 ' ! rjr - :' """ 1 erungSlUjtige. ijallS er sich von zhr ein, Md. z .machen .Minte..vvs der ÄuZsührung seineZ'lPläneZ' doch zwei Mal überlegen würde. Hier woh nen ' meistens' Hessen," so in der nach ihnen bekannten Rue d'Allemagne, wie denn überhaupt der Süden Deutschlands das bei Weitem ' größere AuswandererKontingent entsendet. Sie widmen sich fast , sämmtlich eine Art . von Zunft bildend , hems edlen Straßeitfee r Handwerk, welches so wenig einbringt, daß sie sich in jeder Beziehung die größ te'n Entbehrungen, , auserlegen müssen. Die wenigsten, von .ihnen verwirklichen den schütten. Traum.', mit einem kleinen Sparpfennige heimzukehren. . Die mei sten erliegen ' den' männigfalligeu Ent behrnngen vorzeitig und ruhen in frem der Erde. Auch Hn anderen industriellen Vier ! teln der Stadt,. so an der Bastille, findet man deutsche Arbeiter ' genüge welche tu den Möbelbranchen (obi8teriu. f. w.) oder als Broncarbeiter, ' ' Kammer schmiede und Flickschuster thätig find. Nicht allen geht es nach Wunsch, und so mancher vermehrt das - unzufriedene heimische Arbeiterproletariat, mit dem er Freulidschaft geschlossen hat und daS die anarchistischen Versammlungen ' besucht. Früher, d. h. zur Zeit , von Börne und Heine, wanderte jo . mancher Deutsche auS Unzufriedenheit über die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse seines Baterlandes auL, .heute ist er. mit dem neuen unzufrieden und : könnte sich nicht mit Unrecht nach' den Fleischtöpfen Deutschlands , züÄcksehuen. ., , UebrigenZ soll keineswegs . behauptet werden., daß nun gerade eine große Minderheit der hier . anwesenden Deutschen . ein - revolutionäreS Element darstellt. . Nein, eS handelt sich nur'um' eine kleine Min- . i .t : .- ucxcir. ;..,( ,,.,;.,,,, .. .,.,..,.,,!!. ,'1,.,. ,. j ' siur im Vorübergehen " sei erwähnt, daß auch der deutsche Lehrer 'oder gar die Lehrerin i und : Gouvernante hier nichts weniger als auf Rosen gebettet sind und von der Ritterlichkeit der Iran zosen eine seltsame Borstellllng mit nach Hause zu nehmen pflegen. - ES ist zwar durch ein Jfim (unter- dem Schutz der Kaisenn Friedrich)' für eine billige Unterkunft der deutsch: . Lebrerin ge sorgt ; fadttMnsSkscheSüMl . unl französische Höflichkeit lassen . sich eben nicht couunandiren. rFt -whit iri JL; e . , v',. i Dtt lubenswürdMtm Aufnahme er. freut sich ln Paris zweifellos das bai rischt Bier.! Je mehrdsgeze gtiHrie be und gesprochen wird, desto mehr wird davon. güruAken. . Die. Tavernen mit ihren bunten Fenstern, Eicheumö. beln und ' unechten GsbelwS wachsen empor, wie die Blum imZsubergar. ten KlmgSor'S. , Die erste, MtauZmllung : brachte daS . Vier in Aufnahme, und man bebauptete sogar,- Napoleon NI. habe diese i "sich"vbÄtend?,,KL liche GeschmackSrevolution ans t politiich Gründen gern geseben. weil der Gerftensast das zu lebhafte frondirende Temperament der Franzosen mäßigen würde. Mehr aber als Napoleon hat die Phylloxera daS schnelle Wachsthum deö BierconsumS begünstigt. Die große Principienfrage Bairisch Bier oder Wiener Bier-denn von dem faden sranzösischen kann nicht ernstlich die Rede sein dürfte heute entschieden sein. DaS Land Richard Wagner'S hat über daSjenige Mozart'S gesiegt. Aber freilich, die Mnsik Mozart'S führt man willig auf, während die Lohmgnn-Borftcllnn. gen im Edentheater bekanntlich zu Tode gehetzt worden kdWDWMMUK KMan begreift hiernach, daß der deutsche Sünstler und znMl,d!.M1i!tr,Mi Dichter, denn deKLttkgeyt'e5eÄ ganz klein wenig besser von Paris we mg zu erhoffen hat. , Wenn er noch der mso terrikls geboren ist oder dieses Jahr auch nur überlebt hat, so kann man seine Werke unmöalich auflhren. Goethe. Heine, der Übrigens für einen Franzosen gilt, Mozart, Betthaven, Weber, Gluck, Mettrbeer. Ossenbsch

i " ' .'" i.!--iji ji'.iiiijljiiii1"11 :,: Ij1! ! salonsäbia. t Keueren wie Äüsiav l''lTi0' . VVVVi, WIV ..j Freytag oder Wlldenbruch oder ' nnu unserer modernen Operncnmpomsten, j . ' 11 ', -'"iT , in

sind eS nicht. Die Zahl der deutschen Studenten natürlich lauter Studenten der Medicin hat abgenommen, und daS nicht nur, weil sie von ihrem neidischen und hcrßer füllten sranzömäiett c?olleaen umreund lich behandelt werden, sondern auch des. halb, weil die medicinische Wissenschaft -. .. r . ". ' in Deutschland jetzt ein höheres Niveau ..', - '7?, '.,. m ' :h einnimmt als in ' Frankreich. " Eill LungenoperationM Langenbeck bereits vor mehr vls dreißig Jahren versucht hatte, 'wurde hier voi zwei Jahren zum ersten Male vorge nömmeu und natürlich als sranzSsifcht . iS: Mf,:rf HZvVM'? , Er tmdung ausgegeben. - -; ', ' ; ;: Daß sich unter den in Paris befind' lichen Teutschen auch ganz hervorragende Männer der Wissenschaft besinden-ver steht sich ganz von selbMJfteSDch, charakteristisch, daß der Deutsche Dietz sür den besten Kenner der provenFaliichcn Litnaturgiltwelche in den letzten Tccennicn durch Mistral, ' Aubanü u.A.'wieder zu so hoher. Blüthe gelangt ''ri ...i.,,,..,;:.!' ''X'; f. ,', . , . .!;.. .. -i: -; f . 1 1 V -. . : . ... - V , ,.,- , "i H 'hIi' " 'l-.,. . ? -1 . . .tä i t'f 'Ki "i 7 Der Deuttche ;ift ; eoX trn;(Sgeai zum. Franzosen, ein Sprachkenner . SxdÄlsu'ÄieMjaauch' der Begrün. der - der vergleichenden Sprachwlssenschaft ist. AuS eben diesem Grunde erklärt eS sich vielleicht, daß ew in PariS in .deutscher Sprache herausgegebene Zeitung ' nie.' hat prosperiren ' kounen. Von der. von Börne gegründeten Ba lance und.' dem Organ Ruge'S und der Ncnhegeliauer. der ..französischen'' und' h,itsch$MW gen Deutschen Wochenzeitung, welche ein bedenkliches Zeichen! : ziemlich unregelmäßig erscheint, immer dieselbe 51 läge : MweoigAioieenl'-Dtt hiesige Deutsche 'liestMbst die . sranzösis Aschen Blätter und bracht keinen Ueberscher und Vormunde Andererseits läßt er sich 'seine Zeitung auS Berlin oder Wien kommen,' oder- er käust sie sich in einem fcerZOTng des I taliens, oder endlich er studirt sie iln Lesetabinet.-' .. ( - - -. r -' ' . , li'l' ' JT ( T-. . ' ., - ;tv : .. ; ' ' Eugen von Jagow. ' . ' Ser Hunger, . .z,.','v "r"'imimJmmmiJi " Qne Systsu!sch Etudievok Lt.'ASaAtt. "Die göttliche Weisheit, diese Pflege. utter der Thiere, s leuchtet darin herdoydaß sie dieselben -zu 'Dingen)die' ihnen nützlich: sindM durch Belohnuna lockt und durch Strafen zwingt." l; So sagt, wohlgemeint aber sehr naiv der größte Physiolog des IS. Jahrhun-derts,-A v. Haller. In der. Wollust", welche unS die Befriedigung deS Hun gerS gewährt,' steht er eine von der Borsehung eingesetzte Belohnung", 'in dem nagenden ' Gefühl ' deS ' Hungers selbsteine Strafe"' ' -r, ,; : ' ' Unser minder frommes Jahrhundert sieht in dem Hunger den mächtigsten der Naturtriebe,-der daS Weltgetriebe im ' KL mft.l.'fi :' 's-' ' '' ii1' " :'!' ? ""!"l"i'' ; '' ''" Mnge erhalt. -, n . cm Der Hunger - ist - ein ' willkommener Gast an dem Tische des Wohlhabenden, des Besitzenden ein furchtbares Gespenst in der Behausung deö Armen. Was wir unter normalen Verhältnissen Hunger" nennen, ist nun daS allererste Stadium ' deS .Nahrungsbedürfnifse welches sich 'gewohnheitsmäßig einstellt. Die folgenden, schweren Stadien lernt -der Schiffbrüchige aus hoher See ken-' nen, der unglückliche Proletarier, dessen , r. .!.. . . ?,?' r '- r ..Ca i I vei.cueioene ussqueuen ervpsr mv. In neuerer Zeit habend die sogenannten Hungerkünstler" die allgemeine Aus Wirksamkeit auf die physiologischen (Er scheinungen des HnngerS gelenkt. Was die Experimente dieser Herren halbwegS erklärlich macht, ist der Umstand, daß nur in dem ersten Stadium des Entbehr renS ein' subjectiveS Hungergefühl besieht. ti r"': ' .' -' ' c-.'-,' Dieses "Gefühl - des 'Hungers ode, DursteS' beruht, wie alle unsere Em pfindungen anf Nervenreizungen. InS besondere scheint eS der nvrvus vkzus, jener große, "; Kopf und Rumpf durch zichende 'Hauptnerv zu sein, welcher daS Gefühltes Hungers- oder DursteS her. vormft. ' Dasselbe äußert sich zuerst in der Magengegend, später nimmt, der ganze VerdammgSkanal: daran Theil. DaS drückende, nagende Gefühl im Mä gen ; steigert - sich, breitet sich ' aus. Schmerzhafte Zufammenziehung belleiten.i Gaöanhäufungen stellen sich '"ein ifr Die Ursache hiervon ist der Um stand, daß der unthätige Magen keine Blutzufuhr erhält; wenn dieser Mangel bis unter eine gewisse Grenze sinkt, lei. den auch die Nerven der Magengegeni an Blutmangel und machen sich schmerz hast fühlbar. 5 - Dieses -erste Stadium des . Hungers, das damit - verbundene Unbehagen und die folgende Ermattung rühren also nur indirekt von dem Man gel 'aiilNahra Alles, was den Magengefäßen Blut zuführt, auch , wenn eS zunächst kein, Speise 1 ist, daS Gefühl des Suugers vorübergehend ver.'reib5N. Solche tnl gerische Hungersriller smd der Tabal' der Alkohol, daS O purnM7eM ! Der Branntwein . täuscht thatsächlich den hungrigen Armen über die Leere in seinem Magen hinweg und jeder Rau cher weiß,' daß ihm daS wunderthätige Kraut den Appetit vertreibt. Leiden schaftliche Raucher .sind . auch meist schwache Esser, und ihr Organismus leihet indirekt durch die geringe NahrungSaufnahme, ebenso wie durch daS aistige Nikotin. Ganz ähnlich wirkt der fortgesetzte Genutz von Alkohol; er ruft eine chronische Blutfülle der Ma gengesäße hervor und damit ein schein bares Gefühl der Sättigung. Ebenso trügerisch ist jedoch oft der Hunger, den wir gewohnheitsmäßig ' zu den gewöhn, ten Stunden - der Mahlzeit empfinden. Er ist sozusagen psychischer Natur, war. zelt in dem BewAßtiew, daß es Essens, zeit sei. Nervöse Menschen wissen g nan, daß ihnen der Hunger vergeht, wenn die gewisse Stunde vorübe? ist ; dieser Hunger entsprang also keinem wirklichen NabrSbünuiß. Auch

daS Gefühl - der Mattigkeit

Kraftlosigkeit bei mangelnder ". Nah rungSaufnahme ist meist ein : ner vöses und beruht 'auf - der, Vor, stkllung.' ,!ch habe ja nicht gegessen." Im Mgemnnen ist daS Befinden eines gesunden, wohlgenährten Menschen nach 24stündigem Hungern ein nicht ernstlich gestörtes. 24 bis 30 Stunden nach der letzten :,. Nahrungsaufahme pflegt .das Gefühl des Hungers: ar.k stärksten zu fein, dann läßt es nach, weil die ,.Ma zennerven ermüden und stumpf werden, um 7 zweiten . Hungertage erschemen Symptome deS Uebelbesiudens,? Uebel, keit,- unruhiger Schlaf,' Schwere . im opf und in den' Gliedern.- . Schreitet man jetzt : zur . Nahrungsaufnahme, :t kann sie nur, eine sehr mäßige , sein. etwa eine . Tasse Kaffee , oder Brühe. Erst Wge.' S p ringen NahrungSzufuhr erholen sicl die Nerven nnd , tritt normaler Hungei 'än&i Jf .;- 9 "'" : ;:! .:'!:: :f." "7 . S, "i--".. v ' ff ; Bei längerem-Hmgem stellt sich wirkliche und rasch ' abnehmende Ent krästung ein.-Abmagerung und Fieber, bisweilen Delirien, an Irrsinn gren. MdeAA vechselad 'mit tiefer Niedergeschlagen yeit. Der Magen zieht sich zusamwut, .dieDAbsonderungMer, MnLaüungS secrete wird muner spärlicher. '. Endlich hör' ogar die Absonderung von Milch, Speichel, ja sogar von Eiter auf. - Bis. weilen beobachtete man bei Verhungern' den Krämpfe MdOhmÄchnbw. len völlige RaseW $5$ "?. , ; : "jied 6c5citct bai.i-L ;teSiel:3büriri auf welches der Tod folgt. Der Tod tritt um so rascher ein. je zünger der Mensch ist; am- schlechtesten sollen Kin der den Hunger ertragen. . , - Man kennt die Geschichte de5 Grafen Ugolino, der mit seinen jungen Söhnen von den Pisanern zum Hungertvde im GesSngniy verurtheilt wurde,.sNach Cardanus starb das jüngste - Kind.' zu, erst; die z andern: :fo!gtenü genau in der Reihenfolge ihres Alters.: - Der älteste Sohn starb am sechsten, der Vater erst am achten Tage: ! iNach ? PliniuS : kann ein Mensch 'zehn bis elf Tage den Hun, ger ertragen. In dem Falle Ugoline und in: dem von. PlmülS' . erwähnten wurde kein Wasser genommen, .m: . Weint ;S.ojergeiw8t .frritstejt; .wird der Hunger besser ertragen; darauf, wie auf ein : höcbst. rationelles, . sorgsam erprobtes Veryalten, heruhi:die Erfolgt der modernen - Hungerkünstler. Tiedc'mann behauvtet, . daß: Hungernde, ' dit Wasser zu sich nahmen, is S0 Tage lebteu. Moleschott hat? die von Tiede. mann gesammelten Beispiels, geprüft rmd eine mittlere Lebensdauer von 20. bis 21 Tagen attgenommen. ' Unter den Tiedemannschen Beispielen-? besinden sich Kranke, welche- wegen-' örtlicher Uebel steine Nahrung zu sich nehmen ,ZÄW.ui ' Wnßliche'VEährung durch Oeffnnngen in : die ' Magenwand oder obere Speiseröhren gchört. bekannt lich zu den neuen Errungenschaften der irurgie. . y$&&-jy: ' : Ungeraern verschieden ist' die Lebensdauer bnngernder Thiers Warm blötige Thiere, deren Stoffwechsel' ein sehr lebhafter ist, , können nicht langt hungern,; Hunde . 25-30 Tage,' Vogel 2OJTag$d0ttnntftie bKtiMThme! jahrelang entbehren, Schlangen nn halbes Jahr SchildMen jahrelang.' Äloi manber, Uale, Frösche erhalten sich Jahre hindurch im Wasser,' ohne , eine weitere Nahrung u brauchen. .ii i Spiritisten und sonstige Gläubige haben wiederholt von Wunderjnngfrauen. M ! sonstigen bMadetmiIeschö zählt, welche jahrelang fastete, s derlei ! beruht unmer aus Betrug. , fffiJ . ; Allerdings'-muß i man dabei ; in : Betracht ziehen,: daß manche Krankheiten. B. ! RückenmttkSleiden,-. daS - Nah. mngSöedürWM Bernhard hat gezeigt, daß gewisse Rük kenmarksverletzungen in warmblütbigm Thieren, deren Stoffwechsel - anf den MblürigerAhiere also W malen LebenSl herabsehenÄ Z Sehr ge ring ist der Stosswechsel bei alten Men. schm Z,. derÄ? Organeft werden, ebenso, bei Gefangenen, äderen Krästezustand durch schlechte. Ernährung gesunken ist, die sich wenig bewegen, und keine Muskelarbeit ver,e.CmÄ dasselbe ist von Kranken?Su'.sagea,-.?j Im Allgemeinkn gilt. dikBehaup tung : DaZ NabrungSbedürfniß ist um ss stärker, je lebhafter der Stoffwechsel ist. Darum könnm schwächliche. Naturen den Hunger besser ertragen, : als kräftige; Beim Winterschlaf der Thiere ist der Stoffwechsel auf ein Minimum herabgesetzt, weshalb sie ohne Nahrung ihr Leben echalten.' Sehr, gering ist auch däs NahrturgSbedürfniß 's fetter Mmschen, ebenso wie den Winterschlaf nur Thiere von 'fetter Nörperbefchaffen. Merttagen. . -Der DcchS z. B. zehrt buchstäblich von seinem Fett. ,. , Aehnlich verhält eS sich mit dem Puppenzuftand der Fnsectev, welche ohne Nahrung auf. zunu:nen leben, aber keinen St.vff aus- . r ' ..."li.,- !,,.. i, ,",?! -1 1 Miti '' -4 " ' gebttu?.SM f -. - : Der letztere Punkt, der herabgesetzt! Stoffwechsel erklärt, wie - oben bemerkt, auch die AuödaUer der Hungerkünstlcr. Was die Geschichte von Heiligen betMAMkvhüeMcchMg lebten handelt i : I f i; tten ii 23 etrua ja u g c; schlössen ist, um Kranke. . JneMÄZ haben I. oft einen unüberwindlichen Wi derwillen gegen Nahrung und genieße nur geringe. Quantitäten von Flüssig 'keit. Wo immer glaubwürdige Fällt von frommen , Fastern berichtet wurden, wurde bei fast rungslosem' Zustani Flüssigkeit genossen, 'welche daö mini, male, Leben ,erhielten.,S Verweilen wir noch einen Augenblick bei dem Durstgefühl.' ES äußert sich alS Brennen uud Trockenheit, im Schlunde und' Gaumen, die gründliche Befeuchtung und Durchtränkung dieser Organe stillt - den Durst. An diesen Stellen endigen die Durstnerven.' welche durch' Wassermangel schmerzhaft eneßt worden. Besonders Durst erregend ist Prle.TranSpM'id Salzgenuß,

' jjlfc.' ' -trfi- .tut. '- , i ; '' '''':'' ' '" '' '' ' ''''i "!-.,!'" der die Speichelst kretion anregt. Di.. -2 rekte Massereinspritzung in da Z Blut ' kann das Blut stillen," waSZ manz; B."W bei der asiatischen Cholera thut, umfdieH Verdauunzsorgane nicht zu belasten und i dem. Blnte direkt Wasser' zuzuführen.

ES gibt Menschen,- welche überaus xsinig, nach - dem!:; Sprachgebrauch .fast Nichts", tnnkcn." '.: ' '.; .gs4

DieZ erklärt, sich durch den UmstsndiZlI'Z!'?! baß Äe unsere N ÄafseMk

eutyauen, besonders aber Mllch, Suppe und Gemüse.. ES ' ist.' also nur Sachs der Gewöhnung, zu den Mahlzeiten zu? : trinken. ' ' :' : 'a- - Sehr . viele Miere: beso nderö die

Naubthiere,: trinken gar urcht; ' ebenss' UÄd die Insekten. ' Die Vögel trinken sehr ' ;: - wenige "':; ' .r;::;:;fi,,;.. .. Wie lange und unter welchen.' Um . f ständen der Durst erfraget: 'toirdt MM also ganz von der Wasserabgabe ht4 Körpers ab' : wie srn der : Art der zu-' .??ip gleich genossen NahrnngSmittel: "7-.. :! :, ES . ist" also Me:SnL2.ErMßMZ schast unserer Kultur zu betrachten, daß nrny der Hunger in seiner schrecklichen 0e:0!ff stalt nur noch in abnormen Falle:: vorMM komme. : i :.".:Tie aemeine ffliniatrftxiWBiÄ?:;

die Geißel früherer! ? Jahrbunderte,' ist ' unseren vervouiommneten: Kultur und VerkchrSanstastech: wie unsern Humanis M'M tZren Einrichtungen gewichen.' ' &itopitu' Man schreibt auS PariS: - ,rout ?ru" vermag vsr Äeußierds' and Ungeduld keinen Schlaf zu sind, - . die Erstaussührnng:' von SardauS Cleopatra" n ist um einige Tage verö schoben worden. Sarah Bernhard hat noch Zeit zu-neuen Reklamckunststück ' Engländer aber und Amerikaner ' sind 2 im Wettbewerb bemüht Entbüllungen" ' auS den' Geheimnissen des Pcrte-Sk j0, : Martin'Theaters ihren gleichfalls neu-, giereplagten Landsleuten zu' senden. Sarah nimmt ihre Aufgabe sehr ernst; - seit Wochen stellt sie Hautsärbungsver suche am eigenen Leibe an. ' ES ist ih endlich, nachdem' Chemiker und Parm fümeure ihr nicht das Nichtige gerathen, selbst gelungen, die zwischen SafranZelb und Negerschwarz stehende Färbung zu erzielen, die der historischen Eleopat angemessen, ist. . Eine Tinktur, in der man für 50 Fr. Safran in parfümittem - Cichorienkassee auflöste, erwies sich als' zuverlässig.' Was die Kostüme betrifft, so hat der Regisseur eine Reise nach Egypten gemacht und sich überdies von Fall zu Fall an den großen EgYPtologen M. W!aspero, den gelehrten Direc, tor deö Museums von Bnlak, gewendet, um keine Stilwidrigkeit zu begehen. ' Sarah -Cleopatras Kleider bestechen im Wesentlichen auS unugeschnittene Stoffen, die' um den Leib gerollt und durch Skarabäenschmuck, die als Stecke nadeln dienen, zusammengehalten wer den. Ueber diesen Kleidern' trägt sie die altägyptische Gürtelbinde, die nach rückwärts zu :n einem Schleppmantel ausgeht.-' Die Trachten --wechseln wie die, dramatischen' StimmungM 1 Jm ersten Act: ! Himmelblaues Kostüm aus

fernstem Crepe de Chine plastisch 'gefavii tet, JsiS-Frisun die' heilige Schlcmge' Gold und Edelsteine als Äopsschmuck. ' " Der Gürtelmantel aus prächtiger viel ' farbiger Stickerei! mit eingelegter Mo saik wirkttcher Edelsteine wie Topase, ' : Amethyste, Granaten, Rubme, Türkise und Karsunkela. ' Int 2. Akt: Dasselbe ' -Kostüm in rosa Crepe, Frisur mit per -fischen wilden Rosen' Als Gürtel eine ' -goldene Schlange mit emaillirten Schup pen, der Schlangenkopf Ust ein'großer " " Smaragd mit zwei Rnbmenaugen. In -diesem Kostüm ? soll Sarah am uuhem- ' lichsten aussehen,- Die goldene Schlange ringelt sich um ihren Leib und endet m : femer' Spirale, den ' linken Arm entlang ; . 3: Act (Panorama nufder Terrasse des - 'I Palastes MempM ) r Goldgesticktes gel.-, . des Äostüm. mit breitem gestickten via ' ' leiten Gürtel,i goldene. Ringe an den Keheii der auS Päntosfeln - nackt h eroarv :j . . " j. . rm . . jrerx ff

IHiinmernoen zune. viii: weißes griechisches Kostüm, natürliche Locken, frisur. 0. Akt: . Streng 'altagyptisches

'Kostüm aus gewirktem Gold,, mit dem kapuzensörmigen Kopfschmuck aus Gold . und Edelsteinen. Auch die Schlange, die todtbrmgende Natter, hat ihre Noüe .. begriffen; zu Ansang verhielt sie sich . widerspensiiF, sie fcnb an Sarah so we nig zu beißen; allmählich, aber konnte , die Ro5e der Schlange sogar dreifach besetzt werden. " -' - Wie man der Vöjs. .. 'Zeitung - S Pariö meldet, erlitt die erste Anft vmm '"'' - , ' i rt fc '1,.!,,,.,!,.

füyrung ver UieopJlra- am xaju::. . eine schwere' Niederlage, die durch die . 7 Erbärmlichkeit des Sardonschen Mach. zhl Werks erklärt.' und - gerechtfertigt- ist.-, , SardöuhN SMespeare in theils schnöd . derige, theils .schwülstige" Boulevard , prosa übersetzt und 7r1?B",:tt(fcf: deS Pariser fin do siecle" zurecht ge : -' stuhl. Zu seiner., Entschuld'zung kann',1 . r" man nur ansühren! da et' sÜrch:eUus :-,i : fuhr gearbeitet bat.,.. Sarah Bemhardt -., -unternimmt einen neuen Beutezug nach -:: Südamenka und brauchte eine Gewalt .-- rolle, ' um f d ort . zu . imprnircn.. , TaS v Stück ist darum auch Ncbensao. Haupt- -,. ' lache sind die Schrei: und : Bindungen . i . , . ver Sarab Bernhardt, 'ihre verblüffen. ,';:' den . Trachten, 11 ihr Schmuck ; und die' lebendige Natier,' richtiger Blind. tr t ' !.iiii..-r 'j v-t !,'". 1. ',.. 4'i , ' : ' r schleich im chlun bilde, ,dl e: allem ui getheilten Beifall fand ,, Zur V erstar-:' c . ? tr m ,'"':i'11 1: ' ; 'wi. ic: "; r- i :! ' - ' kung der Wirkung , nud dem Stucke- '.- Chöre, Märsche, Anfüge mit Musikbe. . gleiwug und , ein Ballet mit echtem :: , .,. Bauchtänze beigegeben ;" ist allerdings großartig: die Begegnung : . Cleopatra's mit Antouins auf dem aol denen'Schisselutirch?,derKönigS?a2lP im Valastc zu Cydnus, d?r Blick übers ' mächtige Tbeben von der Terrasse des 1 n f in u viMu; !"!. ' i'f . '!! . Il! i'1,,!' '" i",ij,,h '"'fiH'iiiÄ" ;''ji;':'1' Oharonenpalasteßidask Pyramide sind Anblicke, diezNuchAÄeriH 'alS peruan i sche Zuschauer , cntzü tolllillf':: j.'ji . ' -';. I. irisi'! ' ''"IWinj. .-'.-- tonnen. ;;:i' -' !M, 1

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