Indiana Tribüne, Volume 14, Number 71, Indianapolis, Marion County, 30 November 1890 — Page 6
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Der Connenbrudtr.
ll:it von Knr Clft et tl. t Schleppenden und schwankenden Gan geS kam der EoNnenbruder näher. Der vornehm und wohlhabend aus sehende Herr, cnscheine:id ein Fremder, welcher durch lnehrstündiges UmherMundeln in den Straßen ermüdet, für culige Minu itn hier auf der Bank des Ziergartens Muh? Leucht hatte, schreckte, faftzusam inen beint plötzlichen Är.ilick der zer lumpten Gestatt, die, dahin durch "blt tieshängenden Zwe'e verborgen,mit einem Male dicht er hm stand, lang imd hager, in zcnisscölcn, tausendfach geflickten, kothin Keidern. den fctti S. n At T i . f sÜl c&f Vnf-J 4 r etr . TUliif V-U.jH.M0Vs 'Vi4UJit M Üc.5 hohlwangige, schmutzige Gesicht gedrückt, dessen. Kinn und Lippen von Häßlich: Bartstoppeln starrten, bessert Knochen spitz hervortraten, indeß die -Äugen m t&xcütem, saqiem glänze "schwa?nn:c!r: der echte Sonnenbruder.der , 4 f Cif r rtt-n vO-aS fr it - 4 wt' j.fvVf v v jw- v p V ncr. Er torkelte dicht vor den müde ans? gestreckten Füßen des Fremden vorüber, einen Dunstkreis von Fufel mit sich bringend, der die Nase des Andern b Attdigte. Nun hielt er einen Augenblick iirae, wieermüdet,die wässerigen Aeugel chen wandten sich verschmitzt zusammen geknisscn zurück, er holte röchelnd Athem, dann machte er eine Wendung und ließ sich mit einem Seufzer der Ermattung ouf die Bank niederfallen. Der Fremde wandte wie erschrocken sein Auge nach der unheimlicy?n Erschein mung und rückte unwillkürlich ein paar Fuß ab; indessen, er war zu wilde und n träft nnk ftrfi nt erheben, er blieb ro i'r a - - 1 " -sitzen bald streckt: er die Beine wietx von sich, und der 5lops sank tiefer -auf die Brust hinunter, indeß die Lider sich langsam schlössen. In dem Auge des Sonnenbruders 'fmtfitriß rnt? . v . . v . um . Ter Abendwind raschelte in den Bau inen und kühlte Stirn und Wangen, der goldene Schimmer der sinkenden Sonne Abergoß die Gebüsche mit Feuerlohe, tt nabe Springbrunnen plätscherte, S. a V O -I i. U . s,- S.... ZiHV UUS VZll )CUCil IJClUVCfc UlUUiJCJI abgerissene Tone und Phrasen eines Walzers. Ter Sonnenbruder ließ kein Auge Upix der schweren goldenen Uhrkette des Fremden, welche zu der schmalen Westen lasche herausfordernd hinausbaumelte Er biß die Lippen aufeinander. Wird die 5?anallje nicht bald einschlafen?" dachte er. El begann zu dunkeln, zwi schon das seine Geflecht der Zweige schienen sich schwarze Lappen und Tecken zu schieben, das milde Grün ging in ein eintöniges Grau über. Ter Sonnenbruder lehnte den Nacken zurück und gähnte laut und gleich darauf wieder holte cS der Fremde. Aha, er nickt ein dachte der Strolch. Aber der Fremde machte noch immer so wenig Miene einzuschlafen, wie aufzustehen, er sog die kühlende Abendlust mit Bchagen ein. Wenn Tu jetzt nicht bald einnickst, dachte der Strolch, so schlag' ich Dich todt!". ... Er versuchte ein siarkeres Mittel, den Fremden zum Schlafen zn bringen: er legte seinen Ärnr über die Lehne, den Kopf darüber hinzurück und stellte sich schlafend. Er Ihh HCi sparst f lUiftl( wUJWIUUjl UilUUl. Vi liess nach einiger Zeit röchelnde Laute aus, als ob er schnarche, und blinzelte dabei verstohlen nach dem Fremden hin. Doch der saß noch immer in derselben Stellung wie vorher, abgespannt, allein nicht schlafend. Und die Abcndluft wehte immer linder und schmeichelnder ....und die Fontaine schwatzte immer drolliger und die Tone lockten und scherzten immFr lieblicher. u. es war nirac anaencum. oieies . - V.t 2 1 t v" ol r"S. tuca pnilrnvruvers I c aan ?en '.ag iiane, er i:cn m oer zurazier lichcn Hitze von Haus zn Haus ge schleppt, in seinen zerrisseneit Stiefeln. . . . "' i t, ( 1 L t . Er war wie gebraten. Hier verhöhnt. da AuausgewJrzen, llnd immer in Furcht t p?ra irnm"?!! vliirrp1 n?r vjvnfttpt die einen unc us lltsamen, waffcnstlll , 1w.tV OiHt-) 41 Hll.Vlj(lWVlt trTilntf!t VTixt tttt ttÄ.-iT1w : t, 111 r F" 'tn r tinizpiipnp rinTiT ptttp -x.-.i.i. rv.iv i-t n MH m V4 . V . Gefahr! Llch. hier weniattens. in dieint nrstTtMt rrtf?ti Inr nrnrt ftror 7 Mj "W"' . IVAIVV ilci; lüi.iic liiou IIIII inic in riTifiTT .Yiini , ,? , - - a- v niFT TiiT lpfr "riniir ttt-. it m " VJ". w .viw liuwuuni . wvuti izt aui jviyii Nacht wäre. . . , . nirT tl.T-trtMi iin . iit tirnif Äd?r 5 Wr i rtiin VrtrliH - . rf -fc Alle) tot und finster und still ring 3 um :': ihn nrfi ttp'tn nAll,ä! W.. I -r 0, mv - W m m - w mmmm, w m m m i-,. .. HIV VV vs Si 9 . Vtr . 9,T 4.7 s strahlte d' lreundllcue. altinodiicke eiroicumlamde lbre erwarrn?nden ratk uciucu itiaiiiiiici au. vlls iicinr, liironnp .,c.. ... . ? :.! ' x -';" M . . . iTTTsi nM in r?pTT'Trni rn irnrnji1 rni. VVM IV Mt.lilIMV LtUkL' i'1!'! rit intnTrn 'trtitvr!! vlk UV lVt vlUklilVUlll uti liiiy'Vki wmunk, viikMii vii ' itiiyvvuuil 11. " ä, an oen auen. tic tacu 'mranien. iL. "' ? ' '. ' " yi' V' " ' k' 'itt 7v iiPirrft'ifhpTT rt TrtHf rt SrTilnMS fn'n.itir s bre ihirfiifnfir! Mi? Usas Treuitöuc5C vtiti)i oer gmen anen Bäuerin gleich' einer Sonne. erglänzen, 1 Inl lt1fj Sv .liil ml h .. VUUiVtl, iVlW JVfc'V WVl VltiWt HÄunzeln devtllch hervortrat Z ckllnd !!vor ihr stand .... ja natürlich: er, er, selbst war der junge Mensch, er, in dem ,..X,mUi1ZilX.. t'l f .TV . V.'4i iO ... .lUUll'Cil, ÜUCIJUUIUCU .H Ifll-C Uv? ?uz - 't"""'.. . . ."" v ''' 1 .!!-' ' ' iHi-VJ.,..,-.,- -i . . : Vi.l ... ,....,-' ,..Ji . IX i frnnirtstfir. üo5 nur of ittfsipntnnmf im & 1 I j U . U jt. , . U . I . V IlVlf lülU SlCtlC. UUU ft l'JllZ CIC UCiT, liTflii!,c Stimme der Alten - ganz deutlich, Ein ' ihrer unverfälschten, harten- Torfmundart: ßla .... denn in Gottes Eamen, Junge; dann geh' wai) der Stadt. . . . geh' auf die Äggidimie. . . . wenn sie' Alle meinen, daß es gut sein wird für Tich .... ich hatte Tich lieber lzier bei mir gesehen, ehrlich hinter dem Wfl sens ja besser verstehen .... geh', also nd lern' malen . . i und komme als tüchtigsKind wieder zu TeincrMutter! Tu weißt, ich bin 'ne arme FräuiÄiM D sieh' also Nein. zu, wie Tu Tlch durch ,MieK( iltiV nur immer brav, hörst Tu .... und wnns gar nicht weiter geht, dann komm ' nur zurück nach HaüM.HKar Asseln unb Kßiück Sch I!'v i l 'j-hi ;!!,'. ' ' 1 ' ':.J .l .ft V, .: ' i!..!.!!,'? : ... . .:
Deine muiln inner für Vlch tßinl Und jetzt griff die Alte. miNhren schar 'zen, schwieligen Händen. In ihren Brüste latz: Da, hier ie eine von UN'
fern zwei Uuyen ave ,cy zu etö go fchen seine Flnöer, und tvu er es we: nend aufrollte, fand er einen ueuen Hundertmarkschein. daS Opfer der Mut terliebe Er brach in Thränen aus, denn die zwei Kühe waren die einzigen Ernährer der ganzen FamUie gewesen! Und mit Geschrei drängten sich jetzt die sechs Geschwister heran .... , WaZ war das? Wie kam er auf ein n?al in dieses große, prunkvolle Maler' atelier? tteberall an den Wänden echte Gobelins, herrliche alte Glasfenster, holzgeschnitzte Stühle, leuchtende Pur purgehänge, kostbareWaffen, seine Stickereien. Ueberall herrliche Gemälde berühmter Meister, in köstlichen Farben strahlend, riesige Kartons, deren grau schwarze Umrißlinien, die Hand des kundigen Meisters verriethen! Und auf allen herrliche nackte Frauenleiber in tausend verschiedenen Stellungen und Gruppen; das Ganze ein Tempel, der weiblichen Schönheit. Wie kam er selbst hierher, in diese Sammtjacke? Woher diese Lockenfülle auf suvu Haupt? Woher der Pinsel in seiner, Hand, die Staffele! vor ihm mit dem angefangenen Gemälde? Wie kam dieser Mann mit. dem langen braunen Vollbart hierher, der doch eben noch im Thiergarten ge sessen? Wie kommt, er dazu, ihn: auf die Schulter zu klopfen und väterlich gütig zu sagen: Bravo! 9!ur so fort gefahren, Hans! Dann wird noch einmal was aus Dir! Aber denk' nur allein an Deine Kunst und laß die ver dämmten Weiber! Male sie, aber vergaff' Dich nicht in sie: wie ich es mache!" Und nun geht er hinaus. Was ist das Alles? Ja,, recht, er ist ja der Lieblingsschüler des berühmten Professors, der ihn um seines Talentes willen in sein Haus aufgenommen hat ! Aber dieses halbentblößte, üppige, rothhaarige Weib, das hinter der Staffele! aufspringend, jetzt plötzlich an seinem Halse bangt und ihn mit Küssen bedeckt? - Wahrhastig, das ist ja die tolle Olly, das Lieblinzsmodell der Dresdener Künstler, die Loreley, die Sirene unzähliger Bilder .... Hu, wie hÄß ihr Athem geht, wie ihre wilden Küsse brennen! Wie sie leidenschaftlich flüstert: Hans. . ..entflieh' mit mir!. . . .Hans, liebst Du mich nicht? Möchtest Du nicht zern an meiner Seite leben? .5?omm, laß uns nach Italien reisen...." .Aber, Olly wovott. ..." Narr. . . .mach' bei Deinem Gönner eine Anleihe. . . . eine unfreiwillige versteht sich . . . .drinnen steht die Kasse .... sie ist auf.... . Ollv, bist Tu wahnsinnig. . . . mei nen Wohlthäter.... bestehlen? " . Bah dah. . . .nicht Du... .wenn Dir der Muth fehlt. . . .ich selbst. . . . Halt. ...das dulde ich nicht . . . Hast Du mich denn nicht gern,Hans? " Ich kann nicht leben ohne Dich, Olly Gott, was habe ich gesagt. . .'. Bleib', ich befehle es ... . Geh' .... bleib'. . . .thue, was Du willst. . . .ich tnag nichts sthen, rnchts hören " Hans, geh' mit mir nach Italien! Eomm!...." Olly, Du weißt, ich bin arm wie ein Künstler!" Hier ist Selb .... ich habe Geld ....frage nicht woher? Komm' nur." Er fühlt zwischen seinen Fingern einen Tausendmarkschein. . . .die rothen Locken, flattern. . . .die süße Stimme girrt. . . . und diese Lippen schwellen so verführerisch . . . . so unwiderstehlich . 1 . Sie sitzen auf der Bahn.. ..nacht schwarze Tunnels und das sonnenflim lnernde, blauleuchtende Meer wechseln käh mit einander. . . . Jetzt liegen sie Arm in Arm an dem äußersten Rande bes FelsenS von Capri und küssen sich und" trinken Wein, unter sich die hlaue' Unendlichkeit, über sich Jetzt ?rhebt er sich schlaftrunken von feinem Lager, er eilt hinüber zu seiner Gefahrirt, sie durch einen Kuß zu wecken. . . . zroßer Gott, was ist das? Das Bett ist leer!. . . .Er stiegt ans Fenster. . . . dort der Stachen, der hinüber rudert, wf Neapel'zu! O, er kennt diese rothe Locken, welche im Winde flattern! . i . .Und diese hagere,' knochige Gestalt daneben .... ist das nicht der englische Millionär, welcher unter ihnen gewohnt, und , der Olly ,immer mit so lüsternen Sugen. verfolgte?. . . . Ach, schnell einen Kahn. . . . ihnen nach! Ein Königreich für ein Boot!.... Er hat es' mit übermenschlicher Kraft theilt er die Wo ,..:: J'.i'1 'ifff J'Li C'i'tri- ' t ' i: fgcu....rr niegl oamn . ...aoer vioy; r stöhnt, er ächz, in V:rzw?:flung zreist er nach rechts und links:... um sonst, umsonst . . .. Nacht und Abgrund " i ' ' iberall. . Jetzt stelzt er wieder vor der schweren,' eichenen . .Pforte des alterthümlichen Hauses seines Meisters, deren ehernen, Klöppel k er so , oft gerührt . X :Wic1 , , -yfi ' l.,if.-rmp,,ri , ; . ; j ..(H wmmt er nun : auf einmal hlerher? ....Der Pförtner zuckt die Achseln: Der Herr ' Professor ":srifö i4t!f l'iil .(!.'. ' ' -ii 'i1' ' ' '"'1' '''i'1' i'jt . .;' it;j. 'W liiii"'1 Hause.- . ' : X. Wann kann ich ihn sprechen?" " BedaureZ Ich habe auch Auftrag, Sie nicht vorzulassen, wenn Sie kom men V -i? Entsetzen malt sich in seinen frügen. ; Er eilt nach der Akademie; schon will er die Schwelle überschreiten, da tritt ihin der Pedell entgegen: Ich darf Sie nicht hineinlassen, mein Herr! Litte zurücke ' ,. , ' ' Nicht herein aber weshalb denn nHt?"57K' ' :M::0i. Weil Sie von dem Besuche aller böheren Lehranstalten ausgeschlossen ZmdMDlsoiZ $0 ;;:Ec l taumelt seitwärts .ein paar seiner ehemaligen Mitschüler kommen vorbei. Wie haben sie ihn einstmals beneidet um die Gunst des großen Mei,
macht mcyr rsnn iu) x nicjniiu geben, beim besten Willen nicht, Hans ! Und sie steckte 'M'bMes Papier zwZ
lich thut nch der Abgrund auf. t'.'. er Strudel erfaßt ihn. er stürzt in die ?B' ;-tyÜnf '.'" " ;TrtV..s. s -.1?" 1
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ster, der ihn wie einen Sohn in ; sein Haus aufgenommen! Und. jetzt. ., . . sie wenden die Köpfe zur Seite, ' indeß siy eintreten, um ihn nicht zu sehen.. .. Verloren! Alles verloren! Sewe Existenz vernichtet! WaS begmmn? Wo arbeiten? Wovon lebön? Er muß noch Gott und dem Professor danken, daß man Mitleid mit ihm hat und ihn nicht, ins Gefängniß wirst! Er zittert vor Angst. In jedem Vorübergehenden, der ihn ,sixirt, glaubt er einen Geheimpolizisten zu sehen, der ihn ab holt.. . . . Was ist das für ein elendes, erbärm liches Dachstübchen, in dem er am halbzerbrochenen Tische sitzt! Die Fenst zerschlagen, der Ofen raucht, der Wind treibt Schnee und Eis herein. - Diesk elenden Earicaturen, die er beim Licht der Thranfunzel für daö Vvrstadtwitzblatt entwirft, diese Verhöhnnngen deS Schönen und Edlen in der Welt sind es, von deren mageren Ertrag er leben soll. Leben!? Nicht gerade verhungern!. . . Was thun? Zur Mutter zurückkehren? Nein ! nein! nein! Er wäre in die Erde gesunken vor dem Blick dieser ehrlichen treuen Augen! Sie darf nicht einmal wissen, wo er ist. . . .sie würde ihn vielleicht aufsuchen!.... Nein, er hat nur ein Lebensziel: das schöne, falsche Weib noch einmal wiederzusehen, das Schuld an seinem Unglück trägt. . . . er muß sie wiederfinden. . ..und dann wird er ihr zu Füßen sinken und sie mit. Thränen, mit Worten beschwören, bis sie mit ihm geht und sein Elend mit ihm theilt. ... Was'ist das? Ein Brief? .... Hm, man schickt ihm seine Zeichnungen zn rück. Sehr talentvoll, sehr künstlerisch aber Ihnen fehlt der Humor." Der Teufel habe Humor in seiner Lage! Die letzte Verbindung verloren! Kein Brot! 5kein Feu:r! O, diese Qnalen des Hungers! Keine Arbeit, keine Aufträge! Wo er seinen Namen nennt, überall Achselzucken und Bedauern! Und ob er Tagelang die Straßen durchirrt von Olly keine.Spuc. . . . Am Bettelstab ist er .... warum die falsche Scham? Warum es nickt eingestehen? Warum nicht das Mitleid der Kollegen in Anspruch nehmen, die das Glück mehr begünstigt? Es ist ihre Pflicht, ihm zu' helfen! Er steht im Hausflur des berühmten, Malers, dem , . , , , S I , eniL ( i: ,.:
jelne planen, gtanen uorne oer reichen K ommerienräthe und deren Franen ein Vermögen eingetragen, dessen Austreten stolzer ist, als das eines Fürsten.' Er klingelt .... die Thüre öffnet sich ....Teufel und Hölle! Das Weib! Das Weib! Ein ganzes Fegefeuer ragt sie in ikr:n Augen. Olly! EndlichSchweigen Sie! . Wir, haben nichts mehr mit einander gemein. Ich bin eine ehrbare Frau. Jiiemand wird mir mißtrauen, wenn ich Sie nicht kenne mein greiser Gatte am allerwenigsten. Aber ich habe Mitleid mit Ihnen. Hier, nehmen Sie, aber wagen Sie mir nimmcrmchr vor dle Augen zu treten!" Und schon fühlt cr zwischen seinen Fingern den trockenen, knisternden Zwanzigmarkschein .... die Thür fällt in's Schloß ....er wirft ihr den.Zettel nach.... Olly, Olly!" schreit er da faßt ihn der Diener am Kragen. Ach, wie matt, wie zerschlagen! Nur eine kleine aufrichtende Stärkung!. . .. ha, das rinnt durch die Kehle wie Feuer! Er fühlt sich wieder stark, wieder frei.... Wer ist Olly? Wo, ist sein Elend? Vergessen, alles vergessen! Er ist ein König,, er ist reich reich, da ihn der Wirth aus der Wohnung weist, da ihn der Schutzmann aufgreift und in dem grünen Wagen fortführt. Zu Fuß, mit zerrissenen Stiefeln als. 1 Landstreicher, trollt er nach der Hauptstadt in deren tiefem Schlamm er sich unbehindert zu wälzen hofft. Er hat kein Heim, keine, Verwandten,' keine 5Neidung, keine Speise, kein Feuer nichts ! Obdachlos irrt er umher, er üächtigt in Neubauten,' in Heuschuppen in Tennen, in Pferdeställen ; im ' ewigen Kampf mit Schutzmann ' und Nachtwächter. . . .abe? da wirft ihm ein Spazierganger einen Groschen in den Hut, ?dcr cr findet einen Fremden, der aus nner Thiergartenbank eingenickt m,und ms dessen Tasche das ' gefüllte' Porteinonnaie hervorlugt -- und in fünf Miluten ist cr ein -berühmter gefeierter Künstler, reich verehrt, der Gatte des schönsten Weibes. Dann kommt , der kalte nüchterne ZJintermorgen, und klappernd, frierend hungrig zieht er hinaus, ängstlich nach' jedem Fleckchen lugend, das die Sonne descheint, in deren magerem Strahl er ' bic steifen Glieder wärmt , , - ;,Ä Doch, Gott sei Dank, das hat nun ein Snde! ' Gott sei Dank, jetzt ist er todt und er wandelt zwychen den Wolken lmher l Und welch' schönen Anzug er? lnhat ! ': Wie schmuck ihm die Sammetlacke steht, mitderNoseimKnopfloch !Wie reizend die wehenden Locken ! ! 1 Und wie 'att und beheglich er sich sühlt! Welch' tngenehme Wanne rings um ihn ! H Und es Nachts dieses weiche, .frisch überzozme Betl wie wohlig schläft es sich danttk. , WWDDMM Wa was was war das? Was sür ein Schlag ? Er fuhr auf. ...alles zrau und .düster um ihn f.V .Wo war :r? 'Wo befand er sich?.. ...Hier Zweige.'. . da eine Bank.... er allein :r wollte doch.... ,Ach so? Ach soK'. ör hatte sich doch nur schlafend gestellt! War er wirklich U War er so müde gewesen ! . Freilich, wenn man den gan- l zenTag noch nichts zu sich genommen. $ Wahrhaftig allein! Der Kerl von einem Fremden war ihm ; durch die '::;fiap,!!ße::: jangenHWHaM fteckte'daZwischenUemenHingem? öin j Fünfmarkschein ?! Nanu! . : War der von dem '". v Herrgott, was ioarßdaSV! für ein Gesicht ß gewesen ! ? Das kannte er doch!.... Da, da bog er eben nm die Ecke der Allee . . . r k GottMmb.der,,BartZ. . . , ,, ' , 1 :, , :, .! i "W0M. Er erhob sich. Herr Prose " schnei kr, aber das Wort blieb ihm in der Kehle stecken und kraftlos, wie von einem Schwindel erfaßt, fank er auf die Bank zurück. Dann lachte er plötzlich höh-
nifch auf, zuckte die Achseln : und gmg die nächste Branniweinschenke suchen. rZapoleön I. alS Jäger. ' Napoleon I., der mit Feuerwaffen in den Händen Anderer so gut umzugehen wußte, war der schlechteste Schütze . von der Welt. Nahm er ein Gewehr in die Hand, so konnte er aus 30 Schritt einen Ochsen nicht treffen. Dennoch ging' n auf die Jagd, aber nicht, weil er Ver gnügen daran fand, sondern weil er , sie als eine königliche Zerstreuung betrachtete, weil er die Bewegung für seine Gesundheit zuträglich hielt. Er galoppirte darauf los und seine Jager mußtett das Thier verfolgen. Das Einzige was ihn unterhielt, war, bei dem Hallali zugegen zu sein. Eines Tages, bei Fontainebleau. stellte der Hirsch die Hünde, als nur einige Jäger in der Nahe waren; weder der Ä'aiser noch die Personen seiner Jachsten Umgebung hatten der 'Jagd zu folgen vermocht. Schon waren mehrere Hunde durch den Hirsch ; kampfunfähig gemacht worden und die Jäger ; befanden sich in großer Verlegenheit. " Tödteten sie den Hirsch, so war 'der ll aiser damit sicherlich unzufrieden; ließen sie die Hunde draufgeYen, so setzten sie sich einer Strafe von dem Oberjägermeister aus.! Sahen Sie. den Kaiser? Wo ist der Kaiser?" so tönte die Frage. Er ist fort!" sagte Einer; ich ' sah ihn in der Richtung auf Fontainebleau galöppiren." Nun entschloß fich der älteste Jager, den Hirsch abusangen; kaum aber war dies geschehen, als man am Ende einer Allee eine Reitergruppe erblickte. ,Ach, mein Gott!" rief Eirrcry nun gibt's was! Da kommt der Kaiser mit seinem Gefolge." Bah!" rief der alte Jäger; versteht nichts davon, und wenn er auch von anderen Dingen mehr weiß, als ich, so will ich ihm hier doch etwas vormachen." Mit diesen Worten sprang er in das Holz, schnitt zwei Gabelzweige ab, steckte sie in den Boden und stützte' damit den Hirsch so, daß er wie lebend aussah. Die Hunde umgaben bellend den Berendeten, und Napoleon erschien auf dem Platze. Er stieg vom Pferde,, ergriff eine Büchse und schoß den besten Hund
"er Meute todt. Sire, der Hirsch ist todt!" meldete derJqger. Das hatten Sie nicht nöthig, mir noch erst zu. sagen!" erwiderte Napoleon sehr stolz, bestieg sein Pferd und ritt nach Fontainebleau zurück. DaS Geigenfpiel der 2m?'. Ueber das Geigenspiel der Damen schreibt 'Herr D. Löwenthal in der Stuttgarter Neuen Musikzeitung"! Wer kennt nicht das abscheuliche Vorurtheil, daß das Violinspiel etwas Uns passendes sür das schöne Geschlecht sei? Manche jngendliche Geizerm, die ihre Schulgenossin zum Erlernen des Violinspiels anfeuert, erhält die kurze, Antwort: Das eignet sich nur für Jun-' gen." Ich gehöre wahrhaftig nicht zu den Verehrern der Frauen-Emanei-' pation, welche sich der echten Weiblichkeit und Züchtigkeit entzieht. Wer sich auffällig kleidet und kokett beträgt, lenkt meiner Ansicht nach eher die Augen des männlichen Geschlechts auf sich, als eine dunkel und einfach gekleidete Geigerin in Gesellschaft. In der Schule wird durch Turnübungen die Kraft und e lenkigkeit der Mädchen gefördert, Schlittschuh laufen und Reiten thun auch das thrige .dazu, und vernünftige Aerzte haben mir wiederholt gesagt, daß' das Geigenspiel zur Kräftigung deS Rück grats beitrage und ?m gutes Mittel gegen eine gebeugte 5korperhaltung fei, Ich kann behaupten, daß eine geigespielende Dame bei eorrecter Haltung' der Violine und des rechten Armes ein unmuthigeres! Bild gewähre. als eine vor dem Piano sitzende Elavicrspielcrin. ' viirt Ein jnnges Mädchen, das mit ' IS oder 17 Liebe zur Sache besitzt in i; bis 3 Jahren befähigt, im Quartett-und Triospicl mit zuwirken und kann ' so unsere classischen Meisterwerke ' inv Original kennen lernen. Als' Elavierspielerin würde sie wahrscheinlich im' besten Falle a quatro ,num' damit bekannt geworden sein. , So gutwie m einem Gesangverein für ' vermischten Chor Herren und Damen zusammen singen," können dieselben meiner Ansicht, uach in kleinern . und., großem ' Bereinigungen auch an der Kammer-' ünfOrchefter' musik Znsammen theilnehmcn.- "Die immer größer, , werdenden Ansprüche ' der ... - JtL- . ,:,... : saune, jücicüc man an oen naoerr nacht,-die Ueberbürdung mit' häuslichen Arbeiten erschweren dem armen Muilllehrer zm muhzames Werk.unk i : X. --:L ' -u j-1 - : ii!: CUUUUI. tk s Beginnt der Geigen - Unterricht ! bei einem : Knaben nicht spätestens im 9. Jahren so ist es nicht möglich aus ihm einen brauchbaren Dilettanten 'zu -ma-chen, welcher den technischen und musikalischen Ansprüchen unserer classischen Meister, genügt. . Er müßte denn ein hervorragendes Talent sein und eine sehr große Lust zur Kunst zeigen. An die zwei Stunden täglicher lcbung, von denen Meister Spohr in Z seiner Schule spricht, können wir doch bei unsern Söhnen kaum wehr, denken, wenn wir . nicht die Jugend , um den so nothwendigen Schlaf, um Erholung und Pflege des Körpers bringen wollen. Ganz anders ist eS bei Mädchen. Selten findet in den Mädchenschulen 1 des Nachmittags ein Unterricht statt, höchstens gilt dieser einer Handarbeit oder dem Turnen. Beide sind für das Geigenspiel durch, ans forderlich und wirken geistig nicht erschlaffend. Die Finger, welche ge schickt eine Näharbeit oder eine Stickerei handhaben, passen sich nach meiner Erfahrung dem Bogengriff viel leichter an als die Finger eines spät beginnenden Tertianers oder Seeundaners. W!mc, n e k W i n k. Höre, llebes Männchen, Du mußt Dich Photograph:ren lassen. Weshalb? Damit ich Dich öfters sehe; Du bist so selten zu Hause. 'V
i Ban Qttmlnt 0 t3litK, Er kam nicht, kam nicht wieder. Wie mm" ' W ämm AM A T M ? A rniu .Miiiiici,, vicfii ,Uijuiucn stunden' stand Serasine am Jenster und blickte anf den von Gasflammen hellerleuchteten Platz, über welchen ihr Gatte gewöhnlich . zn kommen pflegte. Sie erkannte ihn von weitem an seinem lebhaften Gange, , an dem breiten FilzHut, an dem laugen, flatternden Lockenhaar. . . ": ' ' O, mein Gott, wie oft sie so wartend und sehnend dastand: er blieb so viel von Hause fort. Die Stunden im Tonservatorium hielten ihn ' nur Vormittags fern seine Privatstunden sielen aus die Nachmittag aber er kam nach denselben eben nicht nach Hause, er blieb fort, ini Kaffeehaus, ' im Musikverein, inl Theater, im Konzert. Dem' könne ein Künstle? nicht ausweichen, sagte er immer. Sie wagte nicht zn widersprechen; aber hätte er sie nicht manchmal mitnehmen, auch öfter- zu Häufe bleiben können? ,Gew:n. er ahnte selbst mcht. wie schmerzlich sie wartete, wie sie ihn entbehrte. - Und doch kam kein Vorwurf über ihre Lippen denn sie wollte ihn nicht kränken, nicht noch mehr von sich entfernen. - , .j - ' ... r; Auch heute kam er Nlcht, und sie. hatte nicht einmal eine Ahnung wo er blich. Es war ein. trüber, melancholischer Tag. gewesen. i Den, ganzen Tag hingen schwere, graue Nebelmasscu in der Lust. Gegen Abend begann es zu schneien, erst ganz fein, mit etwas Re gen untermischt, , Dann verstummte die einförmige' Sprache deS Regens, das stumme Spiel der Schneeflocken .begann. Doch nur leise, in sanftem Wirbel kamen sie herab, vom Himmel auf die schmutzige Erde. Die zwölfjährige Irma, die einzige Tochter Oswald nnd Scrafinens, freute sich über den schönen Schnee nun kam das Schlittschuhlaufen. Jetzt war es nicht mehr weit vor Mitternacht, der Schnee hatte aufgehört und ein bleicher Mondeszchimmer brach durch das Gewölk. Auf dem weiten Platze lag die weiße, unberührte-Schnee-decke, magisch flimmernd, wie unberührt vom Irdischen, , wie . ein Wunder, ein Phänomen. Die dunklen, laublösen Baumgerippe hoben sich gespenstisch davon ab. , Auf der Mitte der Fahrbahn allein war der Schnee grau und schmut zig. Ab und zu , eine Gestalt, einmal ein Schutzmann, dann ein Nachtwöchter, dann irgend ein fremder Passant. Ab er kam nicht. Unendliche Trauer erfüllte lhr Herz. Nun wurde ein langer Wm ter -kommen, mit scmen mannigfachen Zerstreuungen, immer mehr, würde ihr der Gatte verloren gehen, vielleicht ' un wiederbringlich. . ,, t . Und sie liebte ihn so sehr, nnd ihre Tochter wuchs, doch mehr und ' mehr herntt,. begann den Vater mit Bewußt sein zu vermissen. Was hatte Serasine verschuldet, daß er sie so grausam vernachlässigte? Sie war ihm dreizehn Jahre lang ein treues, liebendes , Weib gewesen, sanft, duldsam, fleißig, wirthschastlich. Sie hatte, einen einzigen Fehler, sie war nicht jung genug für ihn. In. gleichem Alter fast, sie drei- cr vierundzwanzig Jahre alt, hatten sie geheirathet. Sie war verblüht, cr war noch im schönsten Mannesalter. Von dies' melancholischen, Betrachtnngen erfüllt, war sie an den Spiegel getreten. . Verblüht ? ES war vielleicht nocb i nicht so schlimm. Ihr ' Gesicht hatte, seinen. seinen Schnitt behalten, ihr Teint war noch Nicht welk, die dunklen Augen noch , immer '. glänzend, aber ihr paar, begann schon grau zn werden, das wär ihrVerhängniß.', Das , gab ihr ?? & . .2 j. r v.tis vifÄ' Qst rA.. Hiujciiiy ein u üuuiuyua uv)ti;cii, der Schnee, des Alters, der lange Lcbenswintcr, dem kein Frühling folgt? Sollte sie ihn einsam und ungeliebt vertrauern. , war das Glück . ihres Lebens unwiederbringlich , . dahin? , Konnte - sie ihn, den sie liebte, nicht wiedergewinnen, würde er.micht auch einmal altern? Dort käm er, cr ging abseits vom Wege, über das wunderbar weiße chneetuch. wohl absichtlich, sah zum verschleierten Mond empor, blieb wie in tiefen Gedanlen stehen. , .' 'yp''i iff'.',.- ' Ach, wie wenig Eile hatte er' nach Hause, und dennoch, wie 'ihr Herz ihm rttlUrgeuilv. , : , h ,, - Er i war noch .immer ! ein schöner Mann, obgleich auch , er, ein . wenig. vom Leben mitg cno mm en ;! war. . D abe i leb - hast, lebenslustig, leicht erregbar, dem Augenblick hingegeben, : eine richtige Künstlernatur. Es ist nicht leicht, einen solchen Mann zu fesseln.. , '.,,, ,,f . MEben trat er ,in den Eorridor. jetzt m die Stube, . ganz leiie . und vornchtü Serasine' hatte die Lampe ausgelöscht. in der Absicht, ' zu Bett zu gehen. PDer tw, i. , ' . . I: ' " " ,i r . "y i Ll !': ' :' .:!! l.ono verorelicie eine zchwace Kaminerung Oswald sah sie nicht, die hinter dem Fcnstervorhang , stand, '-onderbarer Weise ging er " nicht links nach dem. Schlafzimmer, wo er seine Frau vermutben! mußte und .wo das Kind schlief,' sondern rechts nach dem Arbeits zimmer, jetzt, mitten in der Nacht? , Er schlich mit der äußersten Vorsicht. Was konnte er vorhaben ?D Sie ! trat an die angelehnte Thür und lngte hinein. X Oswald hatte die Studierlampe entzündet und sein.! Pult geöffnet. Er suchte etwas, eine ganze Weile unge duldig. Jetzt sah sie, was es war: rc.L..i 01.1. tM.rx. tut iitiiic y&iui uua .pufft, iu tuiiucui er Photographien verwahrte, zene vesonders gelungene, etwas idealisirte Ausnahme, wo er ein Notenblatt in der Sand hielt und sinnend darauf blickte, r legte das Bildchen vor sich auf den Schreibtisch, betrachtete es eine Weile und dann stand er auf; jetzt nahm er die Papierscheere, trat an den Spiegel, rückte die Lampe so, daß ihr Licht aus das GlaS fiel und schnitt sich vorsichtig eine Locke ab, jetzt legte er die Lecke zu dem Bilde und lächelte, wie in -eine engenehme Erinnerung versunken.' 1 Mit schmerzlich ' zuckende O:rz:zi
Vchnee.'
stand Serasine ans ihrem LauscherPosten. !! Kein Zweifel, Bild und Locke waren für eine Dame bestimmt.' Er
war ja so vielen 'Versuchungen ausgesetzt, hatte Schulerinnen und Kollegin nen, die sich sür ihn intcressirten Sie, Serasine, hatte darum manche qualvolle Stunde durchlebt, über einen ernsten Grund zur Eifersucht hatte sie nicht gehabt;, er schien ihr treu, wenn nicht immer ganz mit Herz, Seele, Phantasie, so unterblieb doch eine grobe Verletzung. Und jetzt, wo auch er graue Haare belam'.? Ja, auch er hatte araue Haare: man merkte es wenig, weil , er blond war. j ;.. i t wt . t serasine, zanzinnig wie ne war, yalie nie davon gesprochen. . Und er hatte es vielleicht noch gar nicht bemerkt, rastlos, lebhaft und etwas kurzsichtig wie er war. Aber jetzt, jetzt mußte er's bemerken. Nein, er bemerkte nichts, sonst hatte er nicht so selbstzufrieden gelächelt, so. strahlend, . so jugendlich! Jetzt setzte er sich hin. drehte die Photographie um. stützte den Kopf auf. dachte nach, gewiß um eine hübsche, stimmungsvolle Wio münz zn finden. Eine plötzliche Eingebung kam ihr, sie stieß die Thür auf uno irar ein. ' Erschrocken sprang er auf. Er batte gewiß, um unbeobachtet zu bleiben, diese Nachtstunde gewählt. Wie, Serasine, Du schläfst nicht? stammelte er. Nein," sagte sie, ich schlief nicht, ich habe auf Dich gewartet, um Dir zuzusehen. ' Du wirst mir das verzeihen, ich bin ja kein neugieriger Dienstbote, ich bin'Dcine Frau! Und so wollte ich Dir Eines sagen. . Hast Du denn schon bemerkt, mein Lieberdaß auch Tu schon qraue Haare' hast?" . , Ich ?" rief er ungläubig. Ja Du, auch Du, sieh nur hin," und sie nahm die Locke, in deren helles Blond sich , auffällige, Silberfäden mifchten - und hielt sie ihm unter die Augen. 1 Wahrhastig!" stammelte er, graue Haare!" , Sanft und ruhig fuhr sie fort: Wenn Tu, die Locke für eine Dame bestimmt hast, welche sür Dich, den Künstler, schwärmt, so hat es nichts auf sich. Wenn es aber anders sein sollte denn wozu wolltest Du die Sache sonst vor mir verbergen? so ziebe die grauen Fäden heraus. Jene könnte sonst darüber lächeln!" ' ' , Er hatte die Hände vor's Gesicht ge schlagen und seufzte Graue Haare graue Haare." Seine Eitelkeit war zumeist getroffen, sie sah es, und Thränen traten in ihre Augen." Laß uns doch einmal offen sprechen, Oswald", sagte sie milde, doch entjchieden, ich bin Dir zü früh gealtert, es ist eine jnnge. ganz junge Dame, sür welche Deine Locke bestimmt ist." Ja", sagte er dumpf. Ich begreife ja Alles", fuhr sie mit schmerzbebender Stimme fort, Du bist eine rechte Künstlernatur, Du brauchst Illusionen. Aber denken ' solltest Du doch daran, Oswald, daß auch Du kein junger Mann mehr bist, daß der. erste Schnee des Alters uns Pflichten auferlegt, daß Du Rücksicht nehmen mußt, wenn Tn auch mich nicht mehr liebst." Er fuhr auf. Seine Herzensgüte, seine bessere Natur schien siegen zu wollen. -Ich liebe Dicb nock, Serasine, ich schätze Dich über Alles. Es kommt nur so manchmal über mich wie ein Rausch. Wenn Du verzeihen wolltest." ' Sie legte die Hand auf seine Schulter. Wenn ich, ich "weiß, es ist so, zu. all bin, um ,von Dir als Weib geliebt zu werden, so laß mich Deine Freundin fciitl Wenn solch' ein Taumel Dich überkommt, sag' es mir!" Er erhob sich wit einer entschiedenen Geberde. . - Ta hast Tu die Locke zum Andenken an diese Stunde, Serasine. Der Taumel ist vorbei, und ich hosfe, er wir'L nicht wiederkommen. Ein Weib, das so gut, so klug, so hingebend ist wie Du, bleibt immer zung und schön. ' Diesel erste Schnee in meinem Haar, er soll Dir zum neuen Frühling werden !" GWenn die Liebe jung macht, OS waldj so., bin ich ! noch jung. Freilich, der Schnee von unsern Häuptern wird nicht mehr schmelzen, aber auch ich will mich bemühen. Dir den Glauben an den Frühling, zu geben!" - : Sie versank, die Locke an die Lippen drückend, in seine Umarmung. . v:. A 'iiXifc er . g ttt en a l z e n , Aeit. : In , der . Reichsstadt ; zog . die Vürgerivache in Parade auf ; der , Ossi cie? marschirte voran, die Wache, etwa 30 Mann stark, en fronte -hintendrrin ;. so ging der Zug eine Hauptstraße hinunter. Auf einmal bog die W.Tchparade rechts in ein kleines Nebengäßchen ein. der Ossieicr aber marschirte gravitäüsch die Straße hinab, und, schwenkte denn mit dem lauten ' Eommando: Rechts schwenkt Marsch!" in, ,, eine. Hauptstraße rechts ein. ' Hier traf er ünver muthet schön seine ganze Wachparade. ?'PoDJ,lnken,woU fragte cr voller Bewunderung. Durch s Mariengässel". antwortete Einer, der ? ' .! ! ;: ir ! : : A , .'. 1 , Wi f HKWWnze, iitem Walde n Pennsylvania unweit Milsord,so schreibt ein amerikanisches Blatt, wurde ein reisender Lebens Versicherung s -Agent von einem Wolf angefallen. Merkwürdigerweise gelang es dem Wolf, glücklich zu entkommen, ohne daß er' sein Leben Der tm mx iWU : iii : Ii. ji whmm i;Ä:Aus!.im.o, ter: Ich bedaure, Herr Asseffor, daß meine Schwester bereits verheirathet ist. es wäre eine vortreffliche Frau für Sie." Aber Mama, kann jetzt Tante Anna den alten Onkel nicht bald ausgeheirathet haben?" Gemischtes Haar. A.: Die Braut des Meyer ist zwar schön, aber ich glaube, ihr Haar ist nicht ächt! Ihr Haar schon, aber daö übrig ;xtt ' ;;;. ffy,.., fS; V.,,, ii ,,iC . '' . ' "
' TZe Nöse.
i Verkäuferin: Tie Rose ist nicht mehr ganz frisch. Ich werde sie tüchtig aufblasen, dann findet ft wohl noch ein Lauser. JW& mn ? Frl. Alma (mit derselben Rose): Hier theurer Eduard, nimm das Sinnbild nitiuer Liebe. , - HF W X. Ä MMt Eduard (etwas später): Laß Dich küffen, herrliche Rose, denn, ohne Frage, die keuschen Lippen meiner Alma haben auf Dir geruht. Ach. der feuchte Hauch ihres Mundes ist noch in Deinem Kelche zu verspüren. Laß Dich küffen! Griffel und Äleistift. In einer soeben erschienenm Selbtt biographic erzahlt der bekannte englisch? Maler T. Siduey Eoopcr, wie eines Tages im Jahre 1836 in einer Gesell, schast von Künstlern, worin außer ibm Stansicld, Roberts, einer der Land, seers. Eattermole u. A. anwesend waren, die Rede auf , den früheren Lebens lauf der Gäste kanl. Tie meisten wußtm nichts Besonderes zu erzählen. Coopcr, bet aus beschränkten und kleinlichen Verhältnissen zn Ruhm und Ansehen gekommen, berichtet, wie er selbst zuerst auf sein Talent aufmerksam wurde. Als junger Bursche erzäh'.tc er, war ich bei einem Wagenlackirer in Eanterbury beschäftigt; eines Tages saß ich im Hose der Kathedrale nnv zeichnete auf eine Schiefertastl einen der Thürme; nicht weit von mir saß ein Herr und zeichnete ebenfalls einen Thuru: des Domes. TaS wiederholte sich zwei biA drei Tage hintereinander; dann kam einmal der Herr, dem ich ans gefallen sein mochte, zu mir heran und fragte, was ich thue. . Er wunderte sich, daß ich die Kathedrale suf eine Schiefer tafel zeichnete, und auf meine Antwort, daß ich anderes Material nicht beschaffcn könnte, die) euch den Vorzug habe, däß mißlungene Partien leichter auszu Vischen seien, bemerkte er: Das ist wohl, wahr aber Sie ha. ien ein scharseS! Auge Sie, Kabtn den Blick für das Detail und Formgcfühl." Was ist das?" fragte ich. Das werden Sie noch lernen: aber Sie müZen nicht wehr mit Griffeln zeichnen." Einige Tage später kam er wieder n mir und sagte: So ich gehe jetzt wrt und damit Sie nicht mehr auf Schiefer zeichnen müssen, haben S:e hier einen Bund Bleistifte und einen Bogen Papier, die ich nicht mehr brauche." Zlufmcine verwirrten Dankcsworic und den Einwand, ich wüßte nicht, was ich mit den Bleistiften anfangen 'sollte, antvortete cr nur: Es wird schon gehen, Sie werden es lernen." Das war für mich der erste Anreiz zu ernsteren Stadien." Als Cooper soweit erzählt hatte, sprang Eattermole auf und rief: .Was? Sie find der Junge mit den Vrisselu? Ich bin der Mann mit den Bleistiften. Ich erinnere mich jenes Lorfalls noch ganz gut," Ii1::, i " ':;! ;. ' t " Vi Doppelleden, "Hil jas geradezu Staunen erregen muß. hat u. Smith irt? bee, Firma Mills, R 0 . beson nnd Smith in New Jork, . von dessen grandiosen Fälschungen der Tele zraph dcricktcr hat, durch nahezu : sechs Jahre geführt. ' In New Jock hauste er Fälschungen anf Fälschungen und in der frommen U irchenstadt gab er sich lU Betbruder, Kirchenmänn und Sven der von ten. Smith i?ar eifriges Kirchen mit. glifs;; . , , . ut . . i : t. . in i'i. nuvtcii iiii;iuat-;iii.uc ui oiuvn Lud versäumte keine einzige Wohlthätig kkitsMctw:t.!j .JnWer, Reihe jener welcbe ihre frommezr Worte in klingend ' ; Ut-".' ' 4"-! V"'" 1:1 'ir:-: f; " "' t": ' " j nnir limipurn ,,i imu ilci i;riir:i. ic ut i. Js,''1 An S-i Cttf hnn srrfnt fp1ii iif f ui vvj V I v!t tet istluakm Smlth die vorderste stelle !'! ii ' . ! ! ' ', 1 . . " '! "lU' ' .: i " ' " ' ' V ' ,!'' I".' ' ! f ' t fitt imft :nr iflfifn ifit flürsirt' frnans zu zwei Tuncnd Ban ke n und andere Z.-J':CV ,!!! i""i'.i!!S! . ';,:,iii!::j!jfc,'ii'li ...'fc',; ; , iscivinnlinie uio viazjic icic yiiiua anzMsndbcL'AdgriNldes. der'aerlcbene'FäschkDldie mcn geworfen ? Er lebte durchaus nicht auf hobemAliße. hatte keine Spotts "Sf Z CZ 1 'S ,!Sb , Z S W m 1mm, A ;;l Vk ' I' 11 '' U j j V i U U 1 i U V VUy r VU HVtU V Kr V 4 i - n summenMle'M dem'Mino'Ä seinen Händen dahin. Man glaubtnicht, daß cr sein Geld in Speculationen verlor, aber er verschleuderte colos salc Beträge an eine Dame, deren Be kauntschast er sich erfreute. ' Die Dame, für dicMmith sich und sein Hans ruikirte, soll, nach den letzten Angaben eine! Chorsängerin in einer Kirche der oberes tztadt in New York sein. ' r Je mäßiger das Bier.' dcstH näßigcr der Trinker. j
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